90elf stellt Sendebetrieb ein

Nach dem Ende der Bundesligasaison 2012/2013 ist Deutschlands Radiolandschaft um einen Sender ärmer. 90elf, Deutschlands Fußball-Radio, stellt seinen Sendebetrieb ein. Der Betreiber Regiocast Digital reagiert damit auf den Verlust der Audio-Verwertungsrechte an den Spielen der 1. und 2. Bundesliga im Bereich Netcast für die kommenden vier Spielzeiten. Damit fehle dem Sender die Geschäftsgrundlage für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb. Künftig will der TV-Sender Sport1 mit einem Angebot im Internet von den gewonnenen Audio-Verwertungsrechten Gebrauch machen.

Seit der verlorenen Ausschreibung habe man “dutzende Gespräche mit möglichen Partnern geführt, neue Konzepte entworfen und Businessmodelle geprüft. Wir hatten bis zuletzt die Hoffnung, mit neuen Ideen die Erfolgsgeschichte von 90elf auch nach dieser Saison fortzusetzen. Letztlich ist es uns aber nicht gelungen, wirtschaftlich tragbare Szenarien zu rechnen. Aufgrund des Wegfalls von mehr als zwei Dritteln des Contents und den direkt damit verbundenen planbaren Werbeumsätzen haben wir letztlich gemeinsam mit unserem Gesellschafter die Entscheidung treffen müssen, den Sendebetrieb von 90elf einzustellen“, erklärt Florian Fritsche, Geschäftsführer des 90elf- Betreibers Regiocast Digital. Die letzte offizielle Live-Übertragung von 90elf ist das DFB Pokal-Finale am 1. Juni 2013.

Mit den Mitarbeitern würden nun Gespräche geführt. Trotz der Entscheidung wolle Regiocast an DABplus festhalten. „Wir sind bereits in intensiven Überlegungen, wie wir den freiwerdenden Programmplatz künftig mit attraktiven Inhalten besetzen können. Dafür werden wir uns jetzt die nötige Zeit nehmen“, erklärt Fritsche.

Blogs und Bier

ironblogger-leipzigKollege und Freund Thomas Gigold ist immer für eine neue Idee zu haben. Aktuell sucht er Leipziger Blogger, die sich als “Iron Blogger” bekannt machen wollen.

Nein, hier geht’s nicht um Blogger, deren Bügelfalte bestens ausgeführt ist. Hier geht’s viel mehr um “stahlharte” Blogger, die so tough sind, jede Woche mindestens einen Beitrag in ihr Blog zu zimmern. Schafft ein Blogger das nicht, muss er 5 Euro in eine Kasse zahlen. Ist ein gewisser Betrag zusammen gekommen, treffen sich die Iron Blogger und setzen die harte Währung in flüssige Kalorien um.

Ich bin verrückt genug, da mitzumachen. In dieser Woche gibts einen Testlauf, bei dem bereits 11 Blogger und Bloggerinnen mitmachen. Über den Live-Feed kann man sehen, wer bereits fleißig war und wer noch was tun muss. Eine fiese Idee, Herr Gigold! :-)

Bin gespannt, wer hier am Ende wen wegbügelt – will sagen, wie lange jeder einzelne durchhält. Insgesamt eine gute Idee, um so manches Leipziger Blog wieder regelmäßiger zu befüllen.

Quatschitätsjournalismus

Wenn Zeitungen ungefiltert Inhalte von dpa übernehmen, entsteht manchmal Unsinn. Wenn Zeitungsredakteure aus Unvermögen dpa-Meldungen kürzen, entsteht der größte anzunehmende Quatsch. Da wird aus dem Satz “Yahoo betreibt neben Google und Facebook eines der grössten Anzeigensysteme im Internet” ganz schnell etwas völlig anderes – was die Rangordnung im Internet völlig auf den Kopf stellt:

Yahoo betreibt bereits unter anderem Google und Facebook.

yahoo-tumblr-google-facebook

Na herzlichen Glückwunsch, Yahoo! Da macht Dich der Münchner Merkur gleich mal zum Big Player.

Die Originalmeldung von dpa liest man unter anderem bei n24.de.

Foto: Michael Praetorius auf Facebook

Neuer Geschäftsführer für LVZ

Die Leipziger Volkszeitung hat einen neuen Geschäftsführer. Nachdem vor fünf Monaten Norbert Schmid gehen musste und kurze Zeit später bei der Leipziger Agenturgruppe Markenrat anheuerte, folgt im August Marc Zeimetz an die Spitze der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH. Zeimetz kommt von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, wo er zuletzt als Prokurist sowie Leiter Beteiligungsmanagement und Strategie für den Geschäftsbereich Zeitungen, die Logistik- und Postgesellschaften und die Online-Beteiligungen der Rubrikenmärkte operativ verantwortlich war.

Angesichts immer weiter sinkender Auflage und einem eingedampften Lokalteil kann man Zeimetz wohl vor allem ein glückliches Händchen und genügend Kreativität wünschen, um den Dampfer LVZ wieder auf Kurs zu bringen. Nicht nur finanziell, sondern vor allem redaktionell – was logischerweise unmittelbar zusammenhängt.