Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Der Tauchaer Christian Pörtzel arbeitet seit 2008 hauptberuflich als Flirt-Coach und hilft Männern, ihre Scheu vor Frauen abzulegen und den ersten Schritt zu gehen. Jetzt hat er sein Wissen in Buchform veröffentlicht. „Liebe erarbeiten“ heißt es und will ein unterhaltsamer Beziehungsratgeber sein. „Ich ziele auf junge Männer ab, die Anfänger sind und nicht wissen, wie man eine Frau kennenlernt“, so der 33-Jährige. Das Buch sei keine Anleitung für das weibliche Geschlecht, das wäre aufgrund der Komplexität der Frau auch nicht möglich. „Aber es enthält eine Fehlervermeidungstaktik und ist ein Ratgeber, den man Stück für Stück abarbeiten kann, sich die Liebe erarbeitet“, so Pörtzel. Das mag für manche skurril klingen, für den Flirtlehrer ist das aber ganz normal.



Entsprechend provokant fällt sein Buch aus. So spricht Pörtzel von Kalt- und Warmphasen einer Frau. „Die Kaltphase ist, wenn eine Frau noch nicht Notiz von einem Mann genommen hat. Die Warmphase dagegen beschreibt den Zustand, wenn sie prinzipiell interessiert ist“, meint er. Zudem kategorisiert Pörtzel die Frauen in verschiedene Altersgruppen und klärt auf, was beim weiblichen Geschlecht verschiedenen Alters erreichbar ist. „Ja, das polarisiert, manche könnten das schon für diskriminierend halten. Aber das Buch soll auch unterhaltsam sein. Viele meiner Leser sagten mir, sie hätten das amüsiert gelesen“, berichtet er.

Unter anderem erklärt er den ersten Kuss. „Das kann man für banal halten, aber ich bekomme von meinen Kunden oft die Frage gestellt, wie man richtig küsst und wie man das üben kann“, sagt er. Außerdem behandelt das rund 100 Seiten starke Nachschlagewerk die körperliche Annäherung, den ersten Sex mit der Frau und die Weiterführung der Beziehung. Wer den Kinofilm „Hitch“ mit Will Smith kennt, wird hier einige Facetten erkennen. Es gäbe aber einen entscheidenden Unterschied: „Während ‘Hitch’ Männer mit bestimmten Frauen verkuppelt, bringe ich die Männer dazu, überhaupt den ersten Schritt zu gehen. Meine Kunden haben meist noch gar keine Auserwählte, sondern generell Scheu vor Frauen“, sagt er.

Anekdoten aus seiner täglichen Arbeit mit männlichen Problemfällen hat er dezent eingearbeitet. Etwa die Frage, ob Mundgeruch beim Küssen stören könnte, oder wie verschiedene Sexualpraktiken funktionieren. „Ich komme mir manchmal wie der Dr. Sommer aus der Bravo vor“, lacht er. Generell wünscht sich Christian Pörtzel mehr Kreativität bei den Männern. „Es ist manchmal erschreckend, wie einseitig sie an die Frau herangehen, etwa bei der Frage der Freizeitgestaltung. Kino und Billard, da hörts meist schon auf. Das sollte sich ändern.“

Christian Pörtzel: „Liebe erarbeiten“, Hardcover. Für 18.90 Euro im Buchhandel. ISBN: 978-3844804690

Text erschien am 7. Januar 2012 in der Leipziger Volkszeitung.

Die Lüneburger Jungs sind wieder da, zumindest von einem von ihm kann man das mit Sicherheit sagen: Julian Weiner aus dem Wilschenbrucher Weg 20 in Lüneburg. Er trat im April 2011 gemeinsam mit seinem Kumpel Shahin Shahrasbi als Registrant der Domain gelbes-branchen-buch.info in Erscheinung. Im weiteren Verlauf der “Geschäftsbeziehung” trat er dann zumindest offiziell etwas in den Hintergrund, das Projekt regionales-branchenbuch.info betrieb und betreibt Shahin Shahrasbi nach außen hin allein.

Jetzt ist Julian Weiner zurück. Nein, noch viel mehr, er ist “im Kommen“, wie man auf diversen Presseportalen lesen kann, auf denen er seine Pressemitteilung verbreitet hat. “Glückwunsch”, möchte man da sagen, wenn man mit 23 Jahren ein solches Glückserlebnis feiern kann. Zu seinem neuen Produkt das-branchen-buch.info kann man wohl weniger gratulieren. Es ist ebenso wie gelbes-branchen-buch.info und regionales-branchenbuch.info zu Beginn genau das, was es laut Pressemitteilung nicht sein will: Ein Nutzlosverzeichnis. Ohne eingepflegte Inhalte. Man findet schlicht nichts. Offenbar plant der Lüneburger Jüngling, analog wie bei den Vorgängervarianten zu verfahren. Nämlich erst dann Inhalte einzupflegen, wenn tatsächlich jemand das Spam-Fax, das er am 5. Januar 2012 versendete, zurückschickt und damit einen Auftrag auslöst.

Beim Fax hat sich der im Kommen befindliche Julian Weiner diesmal etwas mehr Mühe gegeben. Es ist augenscheinlich nicht einfach nur ein kopiertes Fax eines anderen Branchenbuch-Betrügers, sondern offenbar ein eigenes. Aber wer weiß das schon so genau bei den vielen Varianten, die da draußen rumschwirren.

Der Inhalt des Faxes liest sich wie immer. Eine “Grundlistung” sei “selbstverständlich kostenfrei”. Dass die Eintragung auf der Website das-branchen-buch.info erfolgen wird, ist explizit nicht zu lesen. Im Gegenteil: Es ist mehrfach von “Das Branchenbuch” die Rede. Im Kleingedruckten steht zu lesen: “Für die Eintragung erweiterter Kontaktdaten berechnen wir insgesamt 797 Euro netto für zwei Jahre.” Durch seine Aufmachung und die Textgestaltung dürfte das Werbefax unter das kürzlich vom BGH gesprochenen Urteil fallen.

Auf keinen Fall sollte dieses Fax ausgefüllt und an die Faxnummer zurückgesendet werden. Unter Umständen wertet Weiner das als Auftrag, für den er bezahlt werden will.

Wieso Julian Weiner?
Achso, wie ich auf Julian Weiner komme? Er ist Teilhaber der so genannten 1. EMA Verwaltungs Ltd., die als Absender des Faxes und im Impressum der Website als Herausgeber genannt wird. Gegründet wurde die Limited am 25.11.2011. Als Teilhaber sind eine gewisse SL24 Limited eingetragen – und eben auch Julian Weiner, Wilschenbrucher Weg 20, 21335 Lüneburg. Die Kopie der Limited-Anmeldung kann hier heruntergeladen werden. Das eine britische Pfund schenke ich Euch, Jungs.

Im Übrigen versucht Julian Weiner wohl, die Spur auf eine falsche Fährte zu lenken. In den “FAQ” auf das-branchen-buch.info ist in manchen Texten von gelbes-branchenbuch.info (Das Projekt von Florian Wilk) die Rede. Denkbar ist aber auch, dass hier einfach schlampig kopiert wurde, ohne die Texte auf das eigene Projekt anzupassen. (Update 6. Januar: Mittlerweile wurde dies korrigiert.) Ich halte es eher für unwahrscheinlich, dass sich Wilk, Weiner und Shahrasbi kennen. Dafür arbeiten Weiner und Shahrasbi einfach zu dilletantisch.

Noch ein wenig Technik-Blahblah:
Die Domain das-branchen-buch.info wurde am 2. Januar erstmalig registriert und wird in Deutschland über Revido.de in Freital gehostet. Als technischen Dienstleister scheint Revido die HL-Komm aus Leipzig zu nutzen, wenn ich das richtig interpretiere.

Auffällig: Revido selbst ist auch eine Limited, die ebenso wie die 1. EMA auch in Wakefield ihren Sitz hat. Das muss aber nichts heißen, Wakefield ist bekannt als Limited-Standort. Die erste Version von gelbes-branchenbuch.info hatte auch seinen offiziellen Firmensitz in Wakefield. Das muss eine Art Paradies für Limited-Gründer sein.

Als Mailadresse wird im Domain-Whois ema-verwaltung@gmx.com angegeben.

Auf dem gleichen Webspace wie das-branchen-buch.info liegt noch die Domain ema-verwaltung.eu. Diese zeigt auch auf das Branchenbuch. Registrant der Domain ist der gleiche wie bei das-branchen-buch.info: ein gewisser Thomas Wood in London. Registriert wurde diese Domain bei United Domains.

Es zeigen sich Parallelen zu regionales-branchenbuch.info: Auch diese Domain wurde bei United Domains registriert und gehostet wird das Angebot ebenso bei Revido in Freital.

Vorbeugend noch einmal die Warnung: Auf keinen Fall das Werbefax ausfüllen und zurückschicken. Das Ganze ist ein Nepp und keinesfalls ein kostenloses, geschweige denn ein ernstzunehmendes Verzeichnis. Wer hier unterschreibt, geht wohl nach Julian Weiners Einschätzung einen Vertrag ein, für den er Geld sehen will. Im Kleingedruckten ist die Rede von “797 Euro netto für zwei Jahre”.

Update, 19. Januar
Inzwischen sind die ersten Rechnungen bei Geschädigten eingetroffen. Zahlungen sind auf das Konto 8801774400 bei der Allianz Bank, Bankleitzahl 70035000 zu leisten. Das ist neu, ebenso wie die erst am 23.12.2011 gegründete (PDF) EMA Deutschland Ltd. & Co. KG. Selbige ist wohl für den Einzug der Rechnungen zuständig, die Komplementärin, die bereits hier angesprochene 1. EMA Verwaltungs Ltd. von Julian Weiner, erstellt offiziell die Website und schafft die Kunden ran. Dass die EMA Deutschland Ltd. & Co. KG auch Julian Weiner gehört, überrascht nicht. Er ist der einzige Kommandatist und mit 1000 Euro an der Ltd. & Co. KG beteiligt. Die Wahl der Rechtsform soll wohl eine gewisse Größe vortäuschen. Oder irgendjemand hat Weiner erzählt, dass damit die Geschäftsführerhaftung abnimmt. Das ist jedoch laut Auskunft meines Anwaltes ein Trugschluss.

Die EMA Deutschland ist aber nicht das einzige Unternehmen, das Julian Weiner in Deutschland angemeldet hat. Neben der hier auch schon thematisierten AWS Investment UG ist er ebenso Geschäftsführer der Accersita Payment UG. Selbige wurde am 14.12.2011 als 1st European Marketing Agency UG gegründet (PDF) und bereits am 23.12.2011, also zeitgleich mit Gründung der EMA Deutschland Ltd. & Co. KG, in Accersita Payment UG umbenannt. War der Unternehmensgegenstand vorher noch Webdesign, so soll die Accersita Payment nun “die Erbringung von Abrechnungsserviceleistungen, Onlineabrechnungen sowie erlaubnisfreies Inkasso für verbundene Unternehmen gemäß § 2 Abs. 3 Ziffer 6 RDG, § 15 AktG und der Einzug von angekauften Forderungen von verbundenen Unternehmen im Sinne von § 15 AktG” leisten. Kurz gesagt: Julian Weiner plant also, säumigen und zahlungsunwilligen “Kunden” seines wertlosen und unbekannten Branchenverzeichnisses, mittels eines selbst gegründeten “Inkassounternehmens” die Hölle heiß zu machen. Wichtig dabei ist die Formulierung “erlaubnisfreies Inkasso”. Dies besagt, dass die Accersita Payment nur eigene Forderungen inkassieren darf, mit einem wirklichen Inkassobüro also nicht zu vergleichen ist. Trotz aller Bemühungen Julian Weiners bleibt sein Geschäftsmodell, was es ist: gewerbsmäßiger Betrug.

Update, 27. Januar 2012:
Mittlerweile ging zwischen vermeintlichen “Kunden” und der EMA Deutschland Ltd. & Co. KG diverser Brief-, bzw. Faxwechsel hin und her. Eine Geschädigte leitete mir ein Schreiben weiter, in dem man “nicht nachvollziehen” könne, “weshalb Sie nun meinen, diese Gebühr nicht zahlen zu müssen.” Danach folgt ein Auszug aus dem Kleingedruckten des ursprünglichen Werbefaxes. Um die Forderung zu untermauern, wird “ein aktuelles Urteil in gleicher Angelegenheit” beigelegt. Hier handelt es sich um das bei den Branchenbuch-Abzockern sehr beliebtes Urteil des Amtsgerichtes Münster (Aktenzeichen: 3 C 2811/10), das vom Oktober 2010 ist und damit alles andere als “aktuell”, wie es die EMA Deutschland Ltd. & Co. KG bezeichnet. Was von diesem Urteil zu halten ist, steht unter anderem hier.

BGH: Wettbewerbswidriges Angebotsschreiben für Eintrag in ein Branchenverzeichnis – Eindruck beim flüchtigen Lesen ist entscheidend

Angebotsschreiben für den Eintrag in ein Branchenverzeichnis sind sowohl unter dem Gesichtspunkt der Verschleierung und auch der Irreführung wettbewerbswidrig. Dies gelte für Eintragsangebote in ein Branchenverzeichnis, welche beim flüchtigen Lesen den Eindruck erwecken, dass es sich lediglich um die Aktualisierung eines bestehenden Eintrags handele.

Der Bundesgerichtshof entschied dazu:
Ein formularmäßig aufgemachtes Angebotsschreiben für einen Eintrag in ein Branchenverzeichnis, das nach seiner Gestaltung und seinem Inhalt darauf angelegt ist, bei einem flüchtigen Leser den Eindruck hervorzurufen, mit der Unterzeichnung und Rücksendung des Schreibens werde lediglich eine Aktualisierung von Eintragungsdaten im Rahmen eines bereits bestehenden Vertragsverhältnisses vorgenommen, verstößt gegen das Verschleierungsverbot des § 4 Nr. 3 UWG sowie gegen das Irreführungsverbot des § 5 Abs. 1 UWG.

Im vorliegenden Fall hatte die DeTeMedien (Gelbe Seiten) die Neue Branchenbuch AG verklagt.

Auf das Urteil des BGH können sich Empfänger von Rechnungen für Einträge in nutzlose, unbekannte und überteuerte Online-Branchenverzeichnisse künftig stützen, um ihre Rechte geltend zu machen. Wichtig ist, mit Bekanntwerden der Forderung einen Widerspruch wegen arglistiger Täuschung gegen den Anbieter zu erklären.

Den kompletten Text des Urteils kann man hier einsehen.

Quelle

Im November und Dezember durfte ich mit und für Thomas Gigold vier besondere Wochenenden erleben. Für BMW waren wir jeweils auf unterschiedlichen “Missionen” unterwegs. Ziel war es, den neuen BMW 1er bekannt zu machen und zu zeigen, was der kleinste BMW zu leisten vermag.

Aus diesem Grund wurden acht Missionen ins Leben gerufen, für die man sich bewerben konnte. Wurde man für eine Mission gezogen, bekam man nicht nur einen BMW 1er für ein Wochenende, sondern durfte auch noch in schicken Hotels wohnen und lecker essen. Die eigentliche Arbeit gab es immer am Samstag.

Jeweils vier dieser Missionen haben wir in Text, Foto und Video begleitet. Das hieß für jeden von uns: Vier Wochenenden mit eigentlich fremden Menschen zu verbringen. Fremde Menschen, an die man sich sehr schnell gewöhnte. Und denen man allen den Hauptpreis gönnen würde: Den neuen BMW 1er.

Allerdings: nur einen gibt es zu gewinnen. Darum heißt es jetzt: Auf zur Abstimmung. Jeder darf und soll seinen Favoriten wählen. “Meine” Kandidaten empfehle ich Euch besonders. Da hätten wir zum einen Michael, der den BMW 1er im Drift und Slalom über ein Kasernengelände gepeitscht hat. Oder Tanja, die noch einmal die Fahrschule in Theorie und Praxis bestehen musste. Oder wie wäre es mit Ingrid, die den BMW 1er mit Hilfe einer Handy-App im Großstadtdschungel suchen musste. Oder vielleicht doch Stefan, der drei Mitglieder einer Band in München einladen und ins Studio fahren sollte – inklusive eines Privatkonzerts im Auto und im Studio?

So, und wer soll nun Euer Herzblatt, ääh, Mission-Gewinner sein? Zu gewinnen gibt’s für die, die abstimmen auch etwas: Eine Reise nach Kalifornien.

Danke an Thomas und das gesamte Team, das hat echt Spaß gemacht. Bin gespannt, ob einer meiner Kandidaten das Rennen macht…

Nachfolgender Text erschien in “WERTE” – Kundenmagazin der Sachsen Bank Nr. 3/2011

Der Ausstieg aus der Atomenergie stellt Politik, Energieversorger und -erzeuger vor große Herausforderungen. Kommunale Stadtwerke in Mitteldeutschland nutzen den Wandel als Chance und investieren kräftig.

Im Frühjahr hielt die Welt den Atem an. Auf das Erdbeben in Japan folgte ein Tsunami, der die größte atomare Katastrophe seit Tschernobyl auslöste – und einen Bewusstseinswandel der deutschen Bundesregierung bewirkte. Der Ausstieg aus der Kernkraft bis 2022 wurde verkündet. Die abrupte politische Kehrtwende stellt nicht nur die privatwirtschaftlichen Energieversorger vor Herausforderungen, sondern verlangt auch von den kommunalen Stadtwerken ein Umdenken. Doch die öffentlichen Anbieter sind gut vorbereitet. Seit Jahren bereits verfolgen sie mit der Errichtung von Windparks, Solar- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen einen zielstrebigen Weg in Richtung ökologische Energieerzeugung. Weiterlesen »

Gestern nachmittag erhielt ich eine E-Mail. “Information der kreuzer-Anzeigenabteilung” stand im Betreff. Das Leipziger Stadtmagazin informierte in blumigen Worten über ein Hochzeits-Spezial in der Februar-Ausgabe.

Ein Auszug:

Das kommende Hochzeits-Spezial der kreuzer-Redaktion gibt Ihnen die Möglichkeit, diese oder auch eine der vielen weiteren sich aufdrängenden Fragen zu beantworten. Eine mehrseitige Zusammenstellung aus interessanten Beiträgen zu Hochzeits-Themen wie Fotografie, Frisuren oder Maßanfertigungen bietet das optimale Umfeld für Ihre Anzeige zum schönsten Tag im Leben.

Auch ein Link zu den Mediadaten war dabei. Wenn man Fragen hätte, dann würde man die am Besten persönlich klären. Am Telefon oder “an Deck im Verlag”.

Ein wenig wunderte ich mich schon, warum ich diese Mail bekam. Als ich dann sah, dass die Mail ursprünglich an einen Kunden von mir gerichtet war (dessen Mails ich aber im Rahmen unserer Zusammenarbeit empfange), kam zur Verwunderung auch Verärgerung dazu. Diese Mailadresse ist recht frisch, die Website existiert erst seit 1. November, die Mailadresse steht nur auf der Website im Impressum zu lesen.

Der Kreuzer akquiriert also Anzeigenkunden per E-Mail auf Adressen, die er vorher im Internet zusammengesucht hat. Kurz: Er spamt. Und ist damit nicht besser als die Pillen-, Uhren- und Euro-Lotto-Spammer, die täglich die Mailaccounts verstopfen.

Besonders viel Professionalität bewies die kreuzer-Anzeigenabteilung auch bei der Wahl des Mailprogramms. Unter der Mail stand zu lesen:

Dieses E-Mail wurde mit einer unregistrierten Version von MaxBulk Mailer versandt. MaxBulk Mailer ist ein neues einfach zu bedienendes Serien-E-Mail Programm für den Macintosh.

Ich wusste nicht, dass der Kreuzer nicht mal 60 Euro für ein Programm übrig hat, das immerhin die ehrenvolle Aufgabe hat, Anzeigenkunden zu generieren. Zudem scheint die Kreuzer-Anzeigenabteilung die Anleitung nicht richtig gelesen zu haben. Wäre das so, wäre vielleicht wenigstens die Ansprache persönlich ausgefallen. Stattdessen begnügte man sich mit der allgemein gültigen Ansprache “Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Hochzeitshelfer und Trauungsfreunde”.

Entsprechend verärgert fragte ich per Mail zurück, ob diese Art und Weise der Neukundengewinnung denn zielführend wäre. Die Antwort überraschte mich dann doch sehr. Es wäre “durchaus branchenüblich, Serienmails – auch unpersonalisiert – zu verschicken”. Außerdem würde man davon Abstand nehmen, wenn “diese Form des Anzeigenmarketings uneffektiv” wäre. Dem sei aber zum Glück nicht so. Wenn ich Fragen zur Anzeigenschaltung hätte, könnte ich mich ja melden.
Extrem flaches Fahrwasser, auf dem der Kreuzer da schippert. Auf diese Frechheit antwortete ich ziemlich spitz zurück: “Wunderbar, wenn Spamming für Sie sogar lukrativ ist. Weiter so! Dann löschen Sie aber bitte die Mailadresse xyz aus Ihrem Verteiler.” Selbiges wurde bestätigt, allerdings mit dem Hinweis, dass man meine Kommunikation doch “sehr bedenklich” finde und hoffe, dass ich mit meinen Kunden charmanter umgehen würde.

Nun, darüber müssen sich die Serienmailer des Kreuzers nicht ihre Köpfe zerbrechen. Wohl aber über die Rechtslage in Deutschland. Ich könnte jetzt diverse Urteile und Grundsätzlichkeiten dazu posten. Oder anmerken, dass bereits das Speichern der Mailadresse meines Kunden ohne dessen Einwilligung oder Information strafbar ist. Aber vielleicht ist das ja in den Augen des Kreuzers auch “branchenüblich”.

Um es gleich vorweg zu nehmen. Ja, ich bin auch freier Mitarbeiter der LVZ bzw. des LVDG und veröffentliche ab und zu in den Medien des Verlages Texte und Fotos. Aber nein, dieses Posting steht dazu in keinem Verhältnis.

Anzeige:

Ursprünglich war hier die Rede davon, die Steffen-Lukas-Show bei Radio PSR würde ab Montag nicht mehr existieren. Dem ist nach Senderangaben nicht so. Vielmehr werde das Konzept der Sendung verändert.

Am 21. November übernahm der “alte Ami” Rik De Lisle den Posten des Programmchefs bei Radio PSR. Ab Montag sind die Auswirkungen der Übernahme durch den erfahrenen Radiomann bereits zu hören – mit einer veränderten Morningshow. Die Steffen-Lukas-Show wird um weitere Moderatoren bereichert.

Bereits heute Morgen konnte man hören, wer ab Montag die Sachsen wecken soll: Gleich fünf Stimmen leistet sich Radio PSR künftig bei der Morgensendung: Neben Steffen Lukas sind dann auch Stefan Große und Kati Huhn zu hören. Das Wetter präsentiert Claudia Schier, den Verkehr spricht Karolin Ficiolka.

Auf der Facebook-Seite des Senders wurde heute Morgen bereits bestätigt, dass es die veränderte Show ab sofort von 5 bis 10 geben wird.


Mittlerweile ist die Bestätigung seitens Radio PSR wieder gelöscht.

Bislang sieht es nicht so aus, als ob Ulrich “Uli” Müller zurückkommt. In der Pressemitteilung zu Rik De Lisles Antritt hatte es geheißen, er müsse aus “persönlichen Gründen eine Auszeit nehmen”. Glaubt man Insidern, herrsche bei Radio PSR intern seit De Lisles Amtsantritt eine gedrückte Stimmung. Sendersprecher Nico Nickel dementiert das. Im Radiozentrum herrsche eine super Stimmung, es gäbe keinen Grund für schlechte Laune.

Update, 5. Dezember 2011:
Nachdem der Anteil von Steffen Lukas in der so genannten Steffen-Lukas-Show auf die Rollen des Opa Unger und Harry Werner reduziert worden ist, ist es glaube ich nicht ganz falsch, wenn ich diese Grafik des ursprünglichen Beitrages wieder einfüge:



Sehr merkwürdig auch, dass das neue Team auf der Seite zur Show nicht erwähnt wird. Moderatorin Kati Huhn taucht zudem auch noch nicht auf den Team-Seiten auf. Langsame Online-Redaktion?

Hochaktuell ist dagegen die Facebook-Seite von Radio PSR. Allerdings nicht durch den Sender selbst, sondern durch die Hörer. Die Reaktionen dort auf die neue Morningshow gleichen ein wenig denen, die es nach dem Mini-Relaunch von JUMP, pardon MDR JUMP auf der dortigen Facebook-Seite gab.

So schreibt ein Fan etwa:

Kritisch anzumerken wäre jedoch, dass man diese “Renovierung” den Hörern einfach so, ohne jede Ankünding und Information “vor die Füße wirft”. Wäre es wirklich ein Problem gewesen, das Steffen am Freitag oder heute morgen ein paar Sätze dazu verloren hätte? Die Morningshowmoderatoren sind für die meisten Hörer wie ein Teil der Famile, und da gebietet es einfach der Anstand, das man sich verabschiedet, bzw. sich die neue Mornincrew auch als solche Neue vorstellt, bzw. dass man nicht so tut, als wäre alles immer schon so gewesen…

Ein weiblicher Fan kommentiert:

Gut, dass im Radio immer mal der Name “Radio PSR” erwähnt wird, sonst könnte man echt denken, einer hat den Sender verstellt….. ich bin enttäuscht!

Eine weitere Wortmeldung lautet:

Uli weg, Steffen weg!!! Alles mal so, ohne Wort!!!! Für wie blöde haltet Ihr uns. Als Antwort dann dieses Standard blabla…. Warum werden wir denn für so dumm verkauft??? Haben wir kein Recht auf die Wahrheit, damit könnten viele Hörer besser leben. —- Steffen melde Dich, wenn Du im Haus bist. —-

Darauf antwortet Radio PSR:

Liebe Eva, wir wollen euch nicht für dumm verkaufen und tun das auch nicht. Zu Uli haben wir in den letzten zwei Wochen wiederholt Auskunft gegeben. Im Moment gibt es da nicht mehr zu zu sagen. Und auch in Sachen Steffen sind wir offen: Steffen ist weiter im Team, ist weiter zu hören. Da wir aber momentan ein wenig renovieren, ist Steffen manchmal mehr und manchmal weniger zu hören. Veränderungen gehören dazu, das werdet Ihr Verstehen. Aber noch einmal: Steffen bleibt!

Klingt wie ein bockiges Kind…

Als Standard-Antwort bekommen Hörer, die nach Steffen Lukas fragen, derzeit reihenweise folgende Aussage präsentiert:

Hallo, Steffen ist da und kümmert sich gerade besonders darum, dass Deine Lachmuskeln etwas zu tun bekommen. Er heckt neue Telefonstreiche aus und hält Opa Unger und Harry Werner bei Laune. Also dran bleiben und Spaß haben! Dein Team der Steffen Lukas-Show

Anzeige:

Es geht wieder los bei gelbes-branchenbuch.info. Auf der Website feiert man im Pressebereich den Verkauf des Projektes an “eine europäische Investorengruppe”, wie es dort heißt.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu rechtlichen Streitigkeiten mit der DeTe Medien GmbH aufgrund der gegebenen Wettbewerbsstellung, sodass die Gesellschafterversammlung der Eigentümergesellschaft den Abstoß des Projekts beschlossen hat

ist dort zu lesen.
Und weiter:

Der Kundendienst wird mit einer Überlauffrist weiterhin in Deutschland abgewickelt werden. Ein Dienstleister aus dem norddeutschen Raum zeichnet für den Kundendienst verantwortlich.

Was nichts anderes heißt als: Ab sofort wird ein neuer Anbieter auf Kundenfang gehen und Rechnungen für das zweite Vertragsjahr versenden. Offenbar geschieht dies derzeit auch schon.

Über die “europäische Investorengruppe” erfährt man nichts, auch der Dienstleister aus dem norddeutschen Raum bleibt unerklärt. Lediglich eine neue Adresse findet sich im Impressum: Demnach sei “Gelbes Branchenbuch” (ein Firmenname existiert offenbar nicht mehr) nunmehr in Berlin ansässig. Im Glockenblumenweg 131a habe man Quartier bezogen.

Wirklich? Die Adresse Glockenblumenweg 131a ist ein Siedlungshaus im Stadtteil Neukölln-Rudow. Schmucke Ein- und Mehrfamilienhäuser finden sich hier, gepflegte Vorgärten mit großen Tannen- und Laubbäumen. Keine Adresse, unter der man viel Gewerbe oder ein großes Geschäftshaus vermuten würde. Dennoch scheint die 131a ein gewaltiges Haus mit mehreren Etagen zu sein. Immerhin listet Google Maps hier 24 Firmen, die sich diese Adresse teilen.

Man ahnt es schon: Hier werden nur Briefkästen hängen, natürlich ist die 131a kein Hochhaus. Klickt man sich zu den bei Google genannten Firmen oder ruft man die Telefonnummern an, existieren diese Firmen gar nicht mehr oder geben die Angerufenen an, dort nicht mehr ansässig zu sein.

Insgesamt, so scheint es, haben hier Firmen mit merkwürdigem Geschäftsgebaren ihren Sitz. Unter anderem befindet oder befand sich dort die EDU.CON Privatschulcampus gemeinnützige GmbH. Gemeinnützig, das klingt nach gutem Hause. Dem war wohl offenbar nicht so.
Auch ein Reisedienstleister, der Gewinnbenachrichtigungen an Verbraucher versendet nutzt diese Adresse. Man braucht wohl nicht zu erwähnen, dass die Angeschriebenen nie an einem Reisegewinnspiel oder dergleichen teilgenommen haben, bzw. etwas von einem “Reisedienstleister” gehört hätten.
Ebenso gibt der Onlineshop Thomas Crown House diese Adresse an. Bei Ciao finden sich interessante Details.
Und so könnte man die Liste wohl beliebig fortführen.

Um es kurz zu machen: gelbes-branchenbuch.info ist nach wie vor nicht als seriös oder irgendwie wichtig zu bezeichnen. Auch, weil trotz angeblichen Betreiberwechsels in den AGB nach wie vor die DMV Limited angegeben wird, die mittlerweile gelöscht ist.

Firmen, die Rechnungen oder Mahnungen erhalten, sollten dem widersprechen und vorsorglich kündigen sowie weitere Drohungen ignorieren. Wichtig ist: Ruhig bleiben und nicht fertig machen lassen.

Gehostet wird gelbes-branchenbuch.info übrigens nach wie vor in Deutschland. Vielleicht mag ja einfach mal jemand dem Provider Fibre One in Düsseldorf Bescheid geben. Unter der gleichen IP-Adresse wie gelbes-branchenbuch.info wird auch weiterhin touristenauskunft.eu gehostet, um die es hier auch schon mehrfach ging.

Update, 16.12 Uhr:
Proformarechnung bcsMittlerweile liegt mir eine Rechnung (Download als große Version) vor, die der angeblich neue Anbieter von gelbes-branchenbuch.info versendet hat. Hierbei handelt es sich um eine so genannte Proformarechnung. Rechtlich gesehen bedeutet diese Rechnung eine Auftragsbestätigung, die jedoch noch nicht zur Zahlung auffordert. Im Grunde weist die Proformarechnung nur den Wert der gelieferten Ware aus. Im Normalfall wird nach der Proformarechnung eine richtige Rechnung versandt.

Ich würde hier sofort versuchen, per Fax, E-Mail und schriftlich an die ominöse Adresse im Glockenblumenweg 131a in Berlin zu widersprechen. Hier würde ich erklären, dass es keinen Auftrag zur Listung auf der Website gibt.

Als Kontakttelefonnummer wird die 01805 7060770 genannt. Als Zahlungsabwickler und Proformarechnungssteller ist eine “KML BCS Business Communication Solutions Limited” vermerkt, die angeblich ihren Sitz in Limassol (Zypern) hat.

Freundlicherweise wird auch ein Zahlschein mitgeschickt. Empfänger ist die BCS Business Communication Solutions mit der Kontonummer 16528 bei der BLZ 51230800 (Wirecard Bank AG). Stolze 739 Euro sollen überwiesen werden – oder eben auch nicht, weil eine Proformarechnung ja nicht zur Zahlung verpflichtet.

Und Achtung: Wer diese Rechnung dennoch zahlt (aus welchem Grund auch immer), sollte den Passus “Reverse Charge” in der Proformarechnung beachten. Diesmal nämlich hat der “Anbieter” des Branchenbuches alles richtig gemacht – er erhebt keine Umsatzsteuer. Diese muss der Leistungsempfänger, also der Empfänger der Rechnung, selbst tragen. Wären nochmal 140,41 Euro, die man ans Finanzamt überweisen müsste. Mehr zu Reverse Charge steht beim Bundesfinanzministerium.

Update, 30.November 2011:
In gewohnter Weise diskutiert man mit Unternehmern, die gegen die Forderung vorgehen. Die Rechtschreib- und Tippfehler auf dem mir vorliegenden Antwortfax lassen entweder auf wenig Intellekt oder auf mangelnde Qualitätskontrolle auf der Gegenseite schließen. Oder beides.

1. Dezember 2011:
Nach Information eines Geschädigten wird bei der Staatsanwaltschaft Stralsund noch immer im Fall gelbes-branchenbuch.info unter dem Aktenzeichen 534 JS 8505/11 ermittelt, namentlich auch gegen die in diesem Blog schon oft genannten Florian W. aus Greifswald und Shahin S. Auf meine Nachfrage teilte man mit, Details würden dem Datenschutz unterliegen, die Ermittlungen wären aber umfangreich und längst nicht abgeschlossen.

5. Dezember 2011:
Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich jetzt laut lachen. Hinter dem Projekt gelbes-branchenbuch.info steckt nach wie vor Florian Wilk und seine Media Treuhand GmbH. Update: Florian Wilk bestreitet dies nach wie vor und legt Wert darauf, dass sein Unternehmen Media Treuhand GmbH nur für die “Kundenbetreuung verantwortlich zeichnet.” Die Telefonnummer 01805 7066770, die auf der Proformarechnung von gelbes-branchenbuch.info angegeben ist, ist über die First Communication GmbH aus Frankfurt bei der QuestNet (Cottbus und München) registriert. QuestNet antwortete mir auf meine Anfrage vorhin, Nutzer der Nummer ist die Media Treuhand GmbH, Louisenstr. 6 in 17235 Neustrelitz. Wir erinnern uns: Die Media Treuhand ist eine der diversen Firmen, die Wilk unterhält. Auch heute finden sich noch diverse Einträge auf Websites, die diese Adresse als eine von Wilks genutzten angibt. Update: Wilk verlangt von mir die Löschung der angeblich ehemaligen Privatadresse. Einen Anspruch darauf kann ich nicht erkennen. Zumal die oben genannten Projekte und diverse Online-Verzeichnisse diese Adresse inklusive Telefonnummer als eine von Wilk genutzte Adresse angeben. Erst gestern ließ Wilk seine Stammdaten bei QuestNet ändern. Sie lauten nun wohl auf den Firmensitz in Greifswald.
Update: Wilk wohnt jetzt offiziell auf Zypern.

Meinen Informationen nach routet die 01805 706677(0) direkt an die Nummer 03981 348000 in Neustrelitz. Man könnte also auch, um Kosten zu sparen, direkt diese Festnetznummer von Florian Wilk in Neustrelitz anrufen… Update: Auch diese Info bestreitet Wilk.

Angesichts dieser Fakten sollte die Staatsanwaltschaft Stralsund langsam mal in die Puschen kommen. Die Oberstaatsanwaltschaft Rostock dürfte ein säumiges und langsames Arbeiten nicht gerade gut heißen. Hofft man doch mal.

Update: Reaktion von Florian Wilk
Es ist jedesmal interessant, wie schnell Wilk reagiert. Er rief mich vorhin an, gab vor, nur für einen Kunden zu handeln und nicht unmittelbar der Betreiber von gelbes-branchenbuch.info zu sein. Anschließend schrieb er eine Mail mit einer Stellungnahme, die ich hier auszugsweise veröffentlichen möchte. Ich glaube, diese zeigt sehr deutlich, in welcher Welt Wilk lebt. Die unsrige kann es nicht sein…

Wir haben Ihren Blogeintrag mit Interesse gelesen und zum Anlass genommen, mit unserem Auftraggeber KML BCS Rücksprache zu halten. Es wurde uns versichert, dass das Unternehmen einen hohen Qualitätsanspruch verfolgt und diesen in Zukunft auch weiter steigern möchte.
Bei den von Ihnen genannten Problemfällen kann es sich nur um einen kleinen Auszug von Kunden handeln. Die meisten Kunden von Gelbes-Branchenbuch.info sind mit den Konditionen und Leistungen zufrieden, wie wir auch in unserer Arbeit als Supportdienstleister für diesen Mandanten täglich feststellen.

Wir werden die Angelegenheit dennoch weiter beobachten und wenn nötig über eine Beendigung unseres Servicevertrages nachdenken, wenn die Anzahl der Beschwerden zunehmen sollte. Wir nehmen Ihren Beitrag sehr ernst und werden wenn nötig weitere Schritte einleiten. Zurzeit sehen wir hierzu jedoch keine Veranlassung.

Weiter bittet Wilk darum, dass ich die Zusammenhänge in meinem Blog korrekt darstelle, da teilweise der Eindruck entstehen könnte, dass die Media Treuhand GmbH oder deren Geschäftsleitung als Betreiber fungiere. Soll also heißen: Wilk ist nach eigener Darstellung lediglich Dienstleister. “Zum Zweck der externen Abwicklung des Kundendienstes” würden auch “Rufnummern gemietet und Postanschriften bereitgestellt, um einen reibungslosen Geschäftsablauf zu gewährleisten”, schreibt er weiter.

Bei der KML BCS würden einige Vorgänge nochmals geprüft.

Ich rate weiterhin dazu, eventuelle Forderungen seitens der Media Treuhand, KML BCS oder wie man auch immer sich nennt, genau zu prüfen und notfalls ein anwaltliches Gegenschreiben aufzusetzen, das das Zustandekommen eines Vertrages in Frage stellt. Letzteres müsste in einem gerichtlichen Verfahren geklärt werden. Update: Zu diesem Absatz stellt Florian Wilk fest, dass er nicht Forderungsinhaber ist.

Update, 8. Dezember
Inzwischen leiten mir Unternehmer auch Proformarechnungen weiter, die mit “Unternehmensdatenbank” überschrieben sind und als Internetadresse unternehmensdatenbank.info angeben. 480 Euro sollen hier gezahlt werden. Ansonsten unterscheidet sich die Rechnung nicht von der Rechnung, die gelbes-branchenbuch.info verschickt. Auch hier wird der Glockenblumenweg 131a als Adresse angegeben, Zahlungsempfänger ist wieder die BCS Business Communication Solutions, das Konto bei der Wirecard Bank ist ebenso die 16528 wie auch bei gelbes-branchenbuch.info. Der kaum lesbare Hinweis über dem Datum, der angibt, Zahlungsabwickler wäre die die KML BCS ist auch hier zu finden, die Angabe, das angebliche Unternehmen befände sich in Limassol, fehlt hier gleich mal ganz. Auch auf unternehmensdatenbank.info ist nicht ersichtlich, wer dieses Angebot überhaupt betreibt oder dafür gerade steht. Alles in allem wohl nichts, was man ernst zu nehmen hätte.

Update, 12. Dezember
Ein drittes Projekt ist aufgetaucht, das mit dem Wirecard-Konto 16528 verknüpft ist: Unternehmer erhalten jetzt Proformarechnungen und Zahlungserinnerungen für die-branchensuche.info. Zahlungen sollen auf genanntes Konto erfolgen. Laut Impressum soll eine “BAV VERLAGSGESELLSCHAFT LIMITED” dafür verantwortlich zeichnen. Im Quelltext der Website findet sich noch die “TM Marketing Group Ltd” als Autor. Wir erinnern uns… und stellen fest: Es ist nicht das erste Mal, dass gelbes-branchenbuch.info und ein weiteres Projekt gleiche Kontodaten verwenden. Abzocke und Betrug auf verschiedenen Kanälen. Unternehmerisch durchaus clever gelöst. Auf Applaus verzichte ich trotzdem…

Update, 14. Dezember & 19. Dezember
Offenbar hat Florian Wilk seinen Wohnsitz vor einiger Zeit ganz offiziell von Neustrelitz in wärmere Gefilde verlegt. Laut Meldestelle wohnt er seit 14.06.2011 in 4 Vaniou Spania, Limassol auf Zypern. An dieser Adresse befinden sich die “Avalon Village Houses“, eine Ferienanlage, bestehend aus fünf Häusern, Garten und Pool. Schon merkwürdig, dass Wilk ausgerechnet in das Land zieht, in dem sein Kunde, die ominöse KML BCS Business Communication Solutions ihren Sitz hat.

Update, 6. Januar 2012
Wie ich gestern aus gut informierter Quelle erfuhr, hat die Staatsanwaltschaft wohl im Oktober 2011 das Büro von Florian Wilk in der Brandteichstraße 20 in Greifswald ausgeräumt, umfangreiche Akten sichergestellt und auch diverse Computer mitgenommen. Wenige Tage später hat man den Geschäftsbetrieb mit neuen Computern wieder aufgenommen. Mittlerweile existiert kein Büro mehr von Wilk in der Brandteichstraße, das Technologiezentrum hat Wilk offenbar gekündigt. Meinen Recherchen zufolge sitzen Wilks Firmen mittlerweile in der Spiegelsdorfer Wende in Greifswald.

Update, 16. Januar 2012
Wie mir eine Geschädigte von “die-branchensuche.info” mitteilte, ist das Konto 16528 bei der Wirecard Bank AG inzwischen erloschen oder gekündigt worden. Zahlungen auf dieses Konto gehen an den Absender zurück. Also alles wie immer: Rechnung, Zahlungserinnerung, Mahnung, letzte Mahnung mit Drohungen – und plötzlich ist das Konto nicht mehr existent, das dort eingegangene Geld sicher bereits auf dem Weg nach Zypern oder sonst wohin.

Update, 23. Januar 2012
Obwohl das Konto bei der Wirecard Bank angeblich erloschen sein soll, versucht die angeblich existierende “KML BCS” weiterhin, die Zahlungen für gelbes-branchenbuch.info und wohl auch die-branchensuche.info einzufordern. Nun behilft man sich reichlich unbeholfen mit einem wohl “offiziell” wirken sollenden Schreiben. “KML BCS Inkasso- und Vollstreckungsabteilung” steht oben drüber. Der Rest des Briefkopfes ist gleich – wieder wird der Glockenblumenweg in Berlin als Postanschrift genannt. Einen Firmensitz verschweigt man nun komplett. Bis diesen Freitag, 27.01.2012 will man das Geld sehen.

Kümmern Sie sich bitte umgehend um diese Angelegenheit und überweisen Sie den Gesamtbetrag auf unser untenstehendes Konto, um gerichtliche Mahn- und Vollstreckungsmaßnahmen zu vermeiden.

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versucht man Druck aufzubauen. Und weiter heißt es:

Beachten Sie bitte, dass wir bei unstrittiger Forderung einen Negativeintrag in unserer Schuldnerdatenbank vornehmen werden, wenn Sie die Zahlung nicht pünktlich leisten.

Die Hervorhebung des Wörtchens “unserer” erfolgte durch mich. Denn das ist der springende Punkt. Die angeblich existente KML BCS – wohl in Person Florian Wilks – macht sich also einen Negativvermerk über den “Schuldner”. Na Wahnsinn. Weiterhin droht man damit, ein Mahngericht einzuschalten. Wie gesagt, Florian – wir warten drauf.

Unternehmen, die diesem Treiben ein Ende setzen wollen, sollten ihre Rechtsabteilung oder ihren Rechtsanwalt bitten, eine Feststellungsklage vorzubereiten, mit der festgestellt wird, ob hier überhaupt ein Vertrag zustande kam. Nach einschlägigen Erfahrungen diverser Anwälte, mit denen ich dazu sprach, beantworten die deutschen Gerichte diese Frage mit Nein.

Update, 27.Januar 2012:
Im Impressum auf gelbes-branchenbuch.info heißt es nun, “Domaininhaber und Seitenbetreiber” sei die Publishing and Literary Service Limited, 6 Whitlow Park Road, Sheffield S11 9NP. Das scheint unglaubwürdig. Dieses Unternehmen befindet sich derzeit in Liquidation. Eine Anfrage an Companies House nach neuen Entwicklungen bei dieser Limited ist raus.

Das Jahr 1996 in Deutschland. Das Internet steckt noch in den Kinderschuhen. AOL und Compuserve beherrschen den Markt der Anbieter. Google und Facebook existieren noch nicht. An einen Boom des Internets, das einmal unser tägliches Leben beherrscht, ist nicht zu denken. Und dennoch gründet sich in Bonn ein Wetterdienst, der auf das Internet als Verbreitungsweg setzt: Donnerwetter.de. Jetzt, 15 Jahre später, bringt Donnerwetter ein Buch zu dem Thema heraus, das die Menschen mehr interessiert als Finanzkrisen, Bambis für Rüpel-Rapper oder neue iPhone-Varianten.

DonnerwetterIn “Die 15 meistgestellten Wetter-Fragen” wird dem Ursprung eben dieser auf den Grund gegangen, bevor sie leicht verständlich erklärt werden. Das Buch, das nur als E-Book erhältlich ist, liest sich sehr schnell weg, was an der lockeren Ansprechhaltung liegt. Wie einem guten Freund erklären Karsten Brandt und Michael Klein die Wetterphänomene oder klären über Mythen und Legenden zum Wetter auf. Ohne meteorologisches Fachchinesisch, dafür mit nachvollziehbaren Beispielen.

So werden wir darüber aufgeklärt, dass der Hundertjährige Kalender im Grunde genommen Unsinn ist:

Seit ca. 1900 haben wir verlässliche Messungen der Wetterstationen und so oft man die Daten auch vorwärts und rückwärts betrachtet – ein Wiederholungsmuster ist nicht zu finden.

Gern dahingesagt sind Sätze wie “Das Wetter ändert sich, ich merke das an meiner Narbe.” Oder “Das Wetter macht mich ganz fertig.” Tatsächlich sei es so, dass die Mehrheit aller Menschen wetterfühlig ist. Krank mache das Wetter aber nicht:

Das Wetter macht also nicht krank, es deckt aber Krankheiten und Schwächen im Körper auf. Daher nochmals der wichtige Hinweis: Nur Sie können sich letztlich selbst heilen. Der Arzt als Werkstatt funktioniert insbesondere bei zumindest leichten wetterabhängigen Beschwerden nur sehr eingeschränkt, insbesondere wenn er in nur wenigen Sekunden die Beschwerden beurteilen muss.

Wer sich mit dem Wetter beschäftigt, kommt an Bauernregeln nicht vorbei. Direkt am Beispiel wird erklärt, was dran ist an Sprüchen wie “Genauso wie der Juli war, wird nächstes Mal der Januar”. Fazit der Wetterfrösche aus Bonn:

Einige der alten Regeln zum Wetter der kommenden Wochen und Monate können durchaus noch mit unseren modernen Witterungsvorhersagen mithalten!

Auch mit Mythen und Verschwörungstheorien räumt das Wetterbuch auf. Bestes Beispiel: Die so genannten Chemtrails:

Geht man diesen Hinweisen über “Chemtrails”, die für einen Wetterwechsel gesorgt haben sollen, nach, dann sieht man recht schnell, dass die Wetterveränderung schon seit Tagen von den Wettercomputern erwartet wurde.

Weitere Wetterfragen, um deren Antwort sich die Autoren bemühen, sind beispielsweise “Warum unterscheiden sich Wetterberichte oft voneinander”, “Warum haben Hoch- und Tiefdruckgebiete so komische Namen” und “Gibt es den Klimawandel überhaupt” – letzteres eine durchaus verständliche Frage angesichts schlechter Sommer und eisiger Winter.

Die laut Brandt und Klein meist gestellte Frage an Meteorologen ist die, ob es in diesem Jahr weiße Weihnachten gibt. Glaubt man den Beiden, wird bereits im Sommer eine Antwort darauf verlangt. Dummerweise sei genau diese Frage viel schwerer zu beantworten als etwa “Kann ich morgen grillen?”. Denn zum Problem der Langfristprognose, die nie zuverlässig sein könne, käme ein fieses Ereignis hinzu: Das Weihnachts-Tauwetter.

Beim Weihnachtstauwetter handelt es sich um eine sogenannte meteorologische Singularität, also um ein Ereignis, dass in sehr ähnlicher Form immer wieder in vielen Jahren auftritt. Wegen eines Tiefdruckgebietes fließt von Südwesten feuchtwarme Meeresluft nach Mitteleuropa. Diese bringt zum einen Wärme, aber auch ergiebige Regenfälle. Beides lässt eine zuvor gefallende Schneedecke weg schmelzen. Wenn der Boden gefroren ist, tritt ausgerechnet „zwischen den Jahren“ dann auch noch Hochwasser auf. Nicht selten verläuft zu den Weihnachtsfeiertagen eine Luftmassengrenze quer über Deutschland. Dann herrscht im Südwesten milde Luft, im Nordosten kalte Luft vor. Typischerweise tritt das Weihnachtstauwetter zwischen dem 24.12. und dem 28.12. auf, also genau zum Zeitpunkt der Feiertage.

Trotzdem dürfe man die Frage “Gibt es dieses Jahr weiße Weihnachten?” gern immer wieder stellen. Wenn es nicht gerade unter der Juli-Sonne am Strand ist…

“Die 15 meistgestellten Wetterfragen”
Dr. Karsten Brandt & Michael Klein
von Donnerwetter.de
3,99 Euro, nur als E-Book im Amazon-E-Book-Shop. Lesbar auf PC, Mac, Kindle, iPhone, iPad, Android, usw. via Kindle-App.

Einige Zeit war Ruhe in Sachen Gewinnspiel-Abzocke. Nachdem Anfang des Jahres einige Betrüger vom Landgericht Essen zu Haftstrafen verurteilt wurden, kommt nun wieder Bewegung in die Sache.

Die Verbraucherzentrale Sachsen berichtet aktuell, dass die Firma Winfuxx 24 aus Düsseldorf Briefe verschickt. In diesen teilt das Unternehmen mit, sie sollten “ein Spielsystem aus dem Gewinnservice Winfuxx24 vorzeitig gekündigt haben. Ausnahmsweise würde per Zahlschein für die letzte Spielperiode zwischen Dezember 2011 und Februar 2012 der letzte festgesetzte Betrag von 99.90 Euro übersandt, meint die Firma. Dieser Betrag solle rechtzeitig bezahlt werden, andernfalls würde sich der Vertrag automatisch um weitere zwölf Monate zum Preis von 33,30 Euro pro Monat verlängern”, heißt es in einer Mitteilung der Verbraucherzentrale.

Die angeschriebenen Verbraucher wussten natürlich nichts von einem Gewinnspiel. Auch war unklar, woher das Unternehmen die Kontodaten hat. Die Verbraucherzentrale rät, sehr sparsam mit persönlichen Daten umzugehen. Wer Post von dem seltsamen Anbieter erhalten habe, solle schriftlich mitteilen, dass es bislang keine vertraglichen Beziehungen gab und die Forderung zurückgewiesen wird.

Übrigens sitzt Winfuxx 24 in der Steinstrasse 25 in Düsseldorf – in Nachbarschaft zur Komödie Düsseldorf. Man hofft, dass Winfuxx 24 das Lachen bald vergeht.


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