Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Anlässlich des Highfield Festivals, das in diesem Jahr vom 17. bis 19. August 2012 wieder am Störmthaler See in Großpösna bei Leipzig stattfindet, wird es wie in den Vorjahren ein eigenes Festivalradio geben. Wie die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) mitteilt, wurde abermals eine entsprechende zeitlich befristete Hörfunkzulassung an die FKP Scorpio Konzertproduktions GmbH aus Hamburg zur Realisierung des Festivalradios “Beck’s CAMP FM” erteilt. Auf der Frequenz 90,8 MHz will de Veranstalter mit einer Sendeleistung von 50 Watt über das Open-Air-Musik-Festival mit Musik- und Servicebeiträgen, Reportagen vor Ort sowie aktuellen Festivalinfos berichten.

Der Soundtrack von “Turrican” ist auch heute noch für mich der Soundtrack mit dem größten Gänsehautfaktor. Ein Spiel, das ich wochenlang gespielt habe oder auf dem Amiga einfach nur das Titelbild habe stehen lassen, um die Musik zu hören. Jetzt will Chris Huelsbeck eine Anthology mit allen Titeln der “Turrican”-Reihe veröffentlichen. Klar, dass ich das Projekt, an dem auch Thomas Böcker (Macher der Computerspiel-Konzerte, unter anderem zur Games Convention) mitwirkt, unterstütze. Die Produktionskosten werden derzeit über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter eingesammelt. 75.000 Dollar werden benötigt, aktuell steht der Zähler bei über 63.000 Dollar.

Für die Unterstützer gibt es mehrere, teils sehr attraktive Pakete, die je nach Höhe der Unterstützung erworben werden. Von einem “virtuellen Danke” von Chris angefangen bis hin zu wöchentlichen Skype-Konferenzen mit Chris, in denen er zum Status des Projektes informiert. Erscheinungstermin soll der Dezember diesen Jahres sein. Ich freue mich schon jetzt auf das Ergebnis. Denn die Musik aus “Turrican” gilt zurecht als eine der besten, die Chris Hülsbecks Synthesizer je verlassen haben. Natürlich steht die Soundtrack-CD auch hier bereits im Regal – die Anthology würde das Ganze noch toppen. Ich drücke also die Daumen, dass das benötigte Geld zusammen kommt.

So klang die Titelmusik von Turrican II auf dem Amiga 500:

Und hier die wunderbare klassische Umsetzung des WDR Rundfunkorchesters und des Filmharmonic Orchestra Prague anlässlich des Spielemusikkonzertes Symphonic Shades (23.8.2008):

Update, 27. April: Das Ziel der 75.000 Dollar wurde erreicht. Glückwunsch! Dann freu ich mich mal auf den Dezember. :-)

Plätzetausch im Radiozentrum Leipzig am Markt: Oliver Harrington wird neuer Programmchef von Energy Sachsen. Der Berliner, der mit Unterbrechung seit 1998 im Sender arbeitet und lange Zeit neben Friederike “Freddy” Holzapfel die einzige wirkliche Persönlichkeit mit Wiedererkennungsfaktor war, hatte bereits seit Mitte 2011 die Position als stellvertretender Programmchef inne und gestaltete das Programm mit.

Die Besetzung als Programmchef war nötig geworden, weil Carola Jung, bisherige Programmchefin von Energy Sachsen nun die Verantwortung für das Programm aus dem Studio links von Energy hat – das von Radio PSR. Künftig wird Carola Jung neben Rik de Lisle als zweite Programmchefin fungieren. Sie soll die “taktischen Programmaufgaben” übernehmen, heißt es vom Sender.

Quelle: Radiowoche (1) (2)

Weil hier schon lange nichts mehr passiert ist (aus Zeitgründen) und ich mich bei den aktuellen, gestern veröffentlichten MA-Zahlen für Sachsens Privatsender zurückgehalten habe (aus Zeit- und Verständnisgründen [wo sind denn bitte all die Hörer hin? Irgendwas zählt da doch komplett falsch, oder?]), sei hier wenigstens erwähnt, dass ich eine Liste angelegt habe. Eine Liste der Radiosender in Mitteldeutschland mit eigener Facebook-Seite. Die Liste kann man abonnieren und wenn Sender fehlen sollten, darf man mir das mitteilen. :-)

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  • Der Tauchaer Christian Pörtzel arbeitet seit 2008 hauptberuflich als Flirt-Coach und hilft Männern, ihre Scheu vor Frauen abzulegen und den ersten Schritt zu gehen. Jetzt hat er sein Wissen in Buchform veröffentlicht. „Liebe erarbeiten“ heißt es und will ein unterhaltsamer Beziehungsratgeber sein. „Ich ziele auf junge Männer ab, die Anfänger sind und nicht wissen, wie man eine Frau kennenlernt“, so der 33-Jährige. Das Buch sei keine Anleitung für das weibliche Geschlecht, das wäre aufgrund der Komplexität der Frau auch nicht möglich. „Aber es enthält eine Fehlervermeidungstaktik und ist ein Ratgeber, den man Stück für Stück abarbeiten kann, sich die Liebe erarbeitet“, so Pörtzel. Das mag für manche skurril klingen, für den Flirtlehrer ist das aber ganz normal.



    Entsprechend provokant fällt sein Buch aus. So spricht Pörtzel von Kalt- und Warmphasen einer Frau. „Die Kaltphase ist, wenn eine Frau noch nicht Notiz von einem Mann genommen hat. Die Warmphase dagegen beschreibt den Zustand, wenn sie prinzipiell interessiert ist“, meint er. Zudem kategorisiert Pörtzel die Frauen in verschiedene Altersgruppen und klärt auf, was beim weiblichen Geschlecht verschiedenen Alters erreichbar ist. „Ja, das polarisiert, manche könnten das schon für diskriminierend halten. Aber das Buch soll auch unterhaltsam sein. Viele meiner Leser sagten mir, sie hätten das amüsiert gelesen“, berichtet er.

    Unter anderem erklärt er den ersten Kuss. „Das kann man für banal halten, aber ich bekomme von meinen Kunden oft die Frage gestellt, wie man richtig küsst und wie man das üben kann“, sagt er. Außerdem behandelt das rund 100 Seiten starke Nachschlagewerk die körperliche Annäherung, den ersten Sex mit der Frau und die Weiterführung der Beziehung. Wer den Kinofilm „Hitch“ mit Will Smith kennt, wird hier einige Facetten erkennen. Es gäbe aber einen entscheidenden Unterschied: „Während ‘Hitch’ Männer mit bestimmten Frauen verkuppelt, bringe ich die Männer dazu, überhaupt den ersten Schritt zu gehen. Meine Kunden haben meist noch gar keine Auserwählte, sondern generell Scheu vor Frauen“, sagt er.

    Anekdoten aus seiner täglichen Arbeit mit männlichen Problemfällen hat er dezent eingearbeitet. Etwa die Frage, ob Mundgeruch beim Küssen stören könnte, oder wie verschiedene Sexualpraktiken funktionieren. „Ich komme mir manchmal wie der Dr. Sommer aus der Bravo vor“, lacht er. Generell wünscht sich Christian Pörtzel mehr Kreativität bei den Männern. „Es ist manchmal erschreckend, wie einseitig sie an die Frau herangehen, etwa bei der Frage der Freizeitgestaltung. Kino und Billard, da hörts meist schon auf. Das sollte sich ändern.“

    Christian Pörtzel: „Liebe erarbeiten“, Hardcover. Für 18.90 Euro im Buchhandel. ISBN: 978-3844804690

    Text erschien am 7. Januar 2012 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Update: Neue Entwicklungen Ende April 2012. Weiterlesen

    Die Lüneburger Jungs sind wieder da, zumindest von einem von ihm kann man das mit Sicherheit sagen: Julian Weiner aus dem Wilschenbrucher Weg 20 in Lüneburg. Er trat im April 2011 gemeinsam mit seinem Kumpel Shahin Shahrasbi als Registrant der Domain gelbes-branchen-buch.info in Erscheinung. Im weiteren Verlauf der “Geschäftsbeziehung” trat er dann zumindest offiziell etwas in den Hintergrund, das Projekt regionales-branchenbuch.info betrieb und betreibt Shahin Shahrasbi nach außen hin allein.

    Jetzt ist Julian Weiner zurück. Nein, noch viel mehr, er ist “im Kommen“, wie man auf diversen Presseportalen lesen kann, auf denen er seine Pressemitteilung verbreitet hat. “Glückwunsch”, möchte man da sagen, wenn man mit 23 Jahren ein solches Glückserlebnis feiern kann. Zu seinem neuen Produkt das-branchen-buch.info kann man wohl weniger gratulieren. Es ist ebenso wie gelbes-branchen-buch.info und regionales-branchenbuch.info zu Beginn genau das, was es laut Pressemitteilung nicht sein will: Ein Nutzlosverzeichnis. Ohne eingepflegte Inhalte. Man findet schlicht nichts. Offenbar plant der Lüneburger Jüngling, analog wie bei den Vorgängervarianten zu verfahren. Nämlich erst dann Inhalte einzupflegen, wenn tatsächlich jemand das Spam-Fax, das er am 5. Januar 2012 versendete, zurückschickt und damit einen Auftrag auslöst.

    Beim Fax hat sich der im Kommen befindliche Julian Weiner diesmal etwas mehr Mühe gegeben. Es ist augenscheinlich nicht einfach nur ein kopiertes Fax eines anderen Branchenbuch-Betrügers, sondern offenbar ein eigenes. Aber wer weiß das schon so genau bei den vielen Varianten, die da draußen rumschwirren.

    Der Inhalt des Faxes liest sich wie immer. Eine “Grundlistung” sei “selbstverständlich kostenfrei”. Dass die Eintragung auf der Website das-branchen-buch.info erfolgen wird, ist explizit nicht zu lesen. Im Gegenteil: Es ist mehrfach von “Das Branchenbuch” die Rede. Im Kleingedruckten steht zu lesen: “Für die Eintragung erweiterter Kontaktdaten berechnen wir insgesamt 797 Euro netto für zwei Jahre.” Durch seine Aufmachung und die Textgestaltung dürfte das Werbefax unter das kürzlich vom BGH gesprochenen Urteil fallen.

    Auf keinen Fall sollte dieses Fax ausgefüllt und an die Faxnummer zurückgesendet werden. Unter Umständen wertet Weiner das als Auftrag, für den er bezahlt werden will.

    Wieso Julian Weiner?
    Achso, wie ich auf Julian Weiner komme? Er ist Teilhaber der so genannten 1. EMA Verwaltungs Ltd., die als Absender des Faxes und im Impressum der Website als Herausgeber genannt wird. Gegründet wurde die Limited am 25.11.2011. Als Teilhaber sind eine gewisse SL24 Limited eingetragen – und eben auch Julian Weiner, Wilschenbrucher Weg 20, 21335 Lüneburg. Die Kopie der Limited-Anmeldung kann hier heruntergeladen werden. Das eine britische Pfund schenke ich Euch, Jungs.

    Im Übrigen versucht Julian Weiner wohl, die Spur auf eine falsche Fährte zu lenken. In den “FAQ” auf das-branchen-buch.info ist in manchen Texten von gelbes-branchenbuch.info (Das Projekt von Florian Wilk) die Rede. Denkbar ist aber auch, dass hier einfach schlampig kopiert wurde, ohne die Texte auf das eigene Projekt anzupassen. (Update 6. Januar: Mittlerweile wurde dies korrigiert.) Ich halte es eher für unwahrscheinlich, dass sich Wilk, Weiner und Shahrasbi kennen. Dafür arbeiten Weiner und Shahrasbi einfach zu dilletantisch.

    Noch ein wenig Technik-Blahblah:
    Die Domain das-branchen-buch.info wurde am 2. Januar erstmalig registriert und wird in Deutschland über Revido.de in Freital gehostet. Als technischen Dienstleister scheint Revido die HL-Komm aus Leipzig zu nutzen, wenn ich das richtig interpretiere.

    Auffällig: Revido selbst ist auch eine Limited, die ebenso wie die 1. EMA auch in Wakefield ihren Sitz hat. Das muss aber nichts heißen, Wakefield ist bekannt als Limited-Standort. Die erste Version von gelbes-branchenbuch.info hatte auch seinen offiziellen Firmensitz in Wakefield. Das muss eine Art Paradies für Limited-Gründer sein.

    Als Mailadresse wird im Domain-Whois ema-verwaltung@gmx.com angegeben.

    Auf dem gleichen Webspace wie das-branchen-buch.info liegt noch die Domain ema-verwaltung.eu. Diese zeigt auch auf das Branchenbuch. Registrant der Domain ist der gleiche wie bei das-branchen-buch.info: ein gewisser Thomas Wood in London. Registriert wurde diese Domain bei United Domains.

    Es zeigen sich Parallelen zu regionales-branchenbuch.info: Auch diese Domain wurde bei United Domains registriert und gehostet wird das Angebot ebenso bei Revido in Freital.

    Vorbeugend noch einmal die Warnung: Auf keinen Fall das Werbefax ausfüllen und zurückschicken. Das Ganze ist ein Nepp und keinesfalls ein kostenloses, geschweige denn ein ernstzunehmendes Verzeichnis. Wer hier unterschreibt, geht wohl nach Julian Weiners Einschätzung einen Vertrag ein, für den er Geld sehen will. Im Kleingedruckten ist die Rede von “797 Euro netto für zwei Jahre”.

    Update, 19. Januar
    Inzwischen sind die ersten Rechnungen bei Geschädigten eingetroffen. Zahlungen sind auf das Konto 8801774400 bei der Allianz Bank, Bankleitzahl 70035000 zu leisten. Das ist neu, ebenso wie die erst am 23.12.2011 gegründete (PDF) EMA Deutschland Ltd. & Co. KG. Selbige ist wohl für den Einzug der Rechnungen zuständig, die Komplementärin, die bereits hier angesprochene 1. EMA Verwaltungs Ltd. von Julian Weiner, erstellt offiziell die Website und schafft die Kunden ran. Dass die EMA Deutschland Ltd. & Co. KG auch Julian Weiner gehört, überrascht nicht. Er ist der einzige Kommandatist und mit 1000 Euro an der Ltd. & Co. KG beteiligt. Die Wahl der Rechtsform soll wohl eine gewisse Größe vortäuschen. Oder irgendjemand hat Weiner erzählt, dass damit die Geschäftsführerhaftung abnimmt. Das ist jedoch laut Auskunft meines Anwaltes ein Trugschluss.

    Die EMA Deutschland ist aber nicht das einzige Unternehmen, das Julian Weiner in Deutschland angemeldet hat. Neben der hier auch schon thematisierten AWS Investment UG ist er ebenso Geschäftsführer der Accersita Payment UG. Selbige wurde am 14.12.2011 als 1st European Marketing Agency UG gegründet (PDF) und bereits am 23.12.2011, also zeitgleich mit Gründung der EMA Deutschland Ltd. & Co. KG, in Accersita Payment UG umbenannt. War der Unternehmensgegenstand vorher noch Webdesign, so soll die Accersita Payment nun “die Erbringung von Abrechnungsserviceleistungen, Onlineabrechnungen sowie erlaubnisfreies Inkasso für verbundene Unternehmen gemäß § 2 Abs. 3 Ziffer 6 RDG, § 15 AktG und der Einzug von angekauften Forderungen von verbundenen Unternehmen im Sinne von § 15 AktG” leisten. Kurz gesagt: Julian Weiner plant also, säumigen und zahlungsunwilligen “Kunden” seines wertlosen und unbekannten Branchenverzeichnisses, mittels eines selbst gegründeten “Inkassounternehmens” die Hölle heiß zu machen. Wichtig dabei ist die Formulierung “erlaubnisfreies Inkasso”. Dies besagt, dass die Accersita Payment nur eigene Forderungen inkassieren darf, mit einem wirklichen Inkassobüro also nicht zu vergleichen ist. Trotz aller Bemühungen Julian Weiners bleibt sein Geschäftsmodell, was es ist: gewerbsmäßiger Betrug.

    Update, 27. Januar 2012:
    Mittlerweile ging zwischen vermeintlichen “Kunden” und der EMA Deutschland Ltd. & Co. KG diverser Brief-, bzw. Faxwechsel hin und her. Eine Geschädigte leitete mir ein Schreiben weiter, in dem man “nicht nachvollziehen” könne, “weshalb Sie nun meinen, diese Gebühr nicht zahlen zu müssen.” Danach folgt ein Auszug aus dem Kleingedruckten des ursprünglichen Werbefaxes. Um die Forderung zu untermauern, wird “ein aktuelles Urteil in gleicher Angelegenheit” beigelegt. Hier handelt es sich um das bei den Branchenbuch-Abzockern sehr beliebtes Urteil des Amtsgerichtes Münster (Aktenzeichen: 3 C 2811/10), das vom Oktober 2010 ist und damit alles andere als “aktuell”, wie es die EMA Deutschland Ltd. & Co. KG bezeichnet. Was von diesem Urteil zu halten ist, steht unter anderem hier.

    Update, 17. Februar 2012
    Mit Datum vom 10.2. wird unterdessen eine “Letzte außergerichtliche Mahnung vor Abtretung” verschickt. Die Zahlung soll bis 20.2. auf das Konto bei der Allianz Bank erfolgen. Ich vermute, dass Julian Weiner bei weiterer Zahlungsverweigerung seiner “Kunden” sein Unternehmen Accersita Payment UG bemüht, um die Zahlungen einzufordern.

     
    Update, 26. April 2012
    Nachdem nun monatelang nichts passierte, lässt Julian Weiner, bzw. die EMA Deutschland Ltd & Co KG bei säumigen “Kunden” die Forderung über ein Inkassobüro einziehen.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    unser Auftraggeber, Ema-Deutschland Ltd. & Co KG in 40210 Düsseldorf, hat uns mit dem Einzug der unten bezeichneten Forderung beauftragt.

    Dies schreibt ein Unternehmen namens “Inkasso Consulting Stumpf e.K.”
    aus St.Leon-Rot. Neben der Hauptforderung verlangt das Inkasso-Unternehmen 239,06 Euro zusätzliche Gebühren. Wie mir Inhaber Horst Stumpf auf Rückfrage mitteilte, sieht er sich von seinem Auftraggeber getäuscht. “Wir haben in unseren Geschäftsbedingungen ganz klar vermerkt, dass wir nur unbestrittene Forderungen inkassieren.
    Nachdem wir nun vermehrt Beschwerden von Schuldnern erhalten haben, die sich betrogen fühlen, kommen wir zu dem Schluss, dass wir die Zusammenarbeit mit unserem Kunden wohl beenden werden”, sagt er. Rund
    200 Schreiben seien an Schuldner der EMA Deutschland Ltd. Co KG versandt worden. Empfängern seiner Briefe rät er, sich telefonisch bei ihm zu melden. “Damit ist das Thema dann für uns erledigt”, so Stumpf.

    Update, 2. Mai 2012
    Wie mir zwei Unternehmer unabhängig voneinander mitteilen, trifft die Aussage des Herrn Stumpf wohl nicht so zu. Beiden Unternehmern teilte er mit, dass sie zur Zahlung verpflichtet wären. Und weiter: Wenn das Unternehmen nicht zahlen würde, würde man zivilrechtlich gegen den Mitarbeiter vorgehen, der das Schreiben unterschrieben hat. Einer Einschaltung eines Anwaltes sah er gelassen entgegen. Update dazu: Horst Stumpf meldete sich noch einmal bei mir und versicherte, dass der Vertrag mit der EMA in Person Julian Weiner gekündigt wäre; Forderungen seitens Inkasso Consulting Stumpf würden nicht mehr bestehen.

    Unterdessen mahnt nun auch die hier oben bereits erwähnte Accersita Payment UG die Beträge der 1. EMA Verwaltungs Ltd. an. Dass die Accersita Payment eine UG (haftungsbeschränkt” ist, verschweigt sie auf ihren Schreiben – obwohl eine Unternehmergesellschaft (UG) als Form dazu verpflichtet ist. Das Mahnschreiben der Accersita Payment kann zur Ansicht hier heruntergeladen werden. Als Bankverbindung ist schon wieder eine neue Bank eingetragen, diesmal sollen die Zahlungen auf ein Konto der GLS Bank eingehen.
    Die Accersita Payment, in Person Julian Weiner, hat eine Website bereit gestellt, auf der er meint, dass die betroffenen Unternehmen nun zahlen müssen. Telefon- oder Faxdaten zur Klärung werden nicht genannt. Diverse Gerichtsurteile werden aufgelistet, die wohl aber durch gegenteilige Urteile aufgehoben werden dürften. Ob hier tatsächlich ein Vertrag zustande kam, muss wohl ein Gericht im Einzelfall prüfen.

    BGH: Wettbewerbswidriges Angebotsschreiben für Eintrag in ein Branchenverzeichnis – Eindruck beim flüchtigen Lesen ist entscheidend

    Angebotsschreiben für den Eintrag in ein Branchenverzeichnis sind sowohl unter dem Gesichtspunkt der Verschleierung und auch der Irreführung wettbewerbswidrig. Dies gelte für Eintragsangebote in ein Branchenverzeichnis, welche beim flüchtigen Lesen den Eindruck erwecken, dass es sich lediglich um die Aktualisierung eines bestehenden Eintrags handele.

    Der Bundesgerichtshof entschied dazu:
    Ein formularmäßig aufgemachtes Angebotsschreiben für einen Eintrag in ein Branchenverzeichnis, das nach seiner Gestaltung und seinem Inhalt darauf angelegt ist, bei einem flüchtigen Leser den Eindruck hervorzurufen, mit der Unterzeichnung und Rücksendung des Schreibens werde lediglich eine Aktualisierung von Eintragungsdaten im Rahmen eines bereits bestehenden Vertragsverhältnisses vorgenommen, verstößt gegen das Verschleierungsverbot des § 4 Nr. 3 UWG sowie gegen das Irreführungsverbot des § 5 Abs. 1 UWG.

    Im vorliegenden Fall hatte die DeTeMedien (Gelbe Seiten) die Neue Branchenbuch AG verklagt.

    Auf das Urteil des BGH können sich Empfänger von Rechnungen für Einträge in nutzlose, unbekannte und überteuerte Online-Branchenverzeichnisse künftig stützen, um ihre Rechte geltend zu machen. Wichtig ist, mit Bekanntwerden der Forderung einen Widerspruch wegen arglistiger Täuschung gegen den Anbieter zu erklären.

    Den kompletten Text des Urteils kann man hier einsehen.

    Quelle

    Im November und Dezember durfte ich mit und für Thomas Gigold vier besondere Wochenenden erleben. Für BMW waren wir jeweils auf unterschiedlichen “Missionen” unterwegs. Ziel war es, den neuen BMW 1er bekannt zu machen und zu zeigen, was der kleinste BMW zu leisten vermag.

    Aus diesem Grund wurden acht Missionen ins Leben gerufen, für die man sich bewerben konnte. Wurde man für eine Mission gezogen, bekam man nicht nur einen BMW 1er für ein Wochenende, sondern durfte auch noch in schicken Hotels wohnen und lecker essen. Die eigentliche Arbeit gab es immer am Samstag.

    Jeweils vier dieser Missionen haben wir in Text, Foto und Video begleitet. Das hieß für jeden von uns: Vier Wochenenden mit eigentlich fremden Menschen zu verbringen. Fremde Menschen, an die man sich sehr schnell gewöhnte. Und denen man allen den Hauptpreis gönnen würde: Den neuen BMW 1er.

    Allerdings: nur einen gibt es zu gewinnen. Darum heißt es jetzt: Auf zur Abstimmung. Jeder darf und soll seinen Favoriten wählen. “Meine” Kandidaten empfehle ich Euch besonders. Da hätten wir zum einen Michael, der den BMW 1er im Drift und Slalom über ein Kasernengelände gepeitscht hat. Oder Tanja, die noch einmal die Fahrschule in Theorie und Praxis bestehen musste. Oder wie wäre es mit Ingrid, die den BMW 1er mit Hilfe einer Handy-App im Großstadtdschungel suchen musste. Oder vielleicht doch Stefan, der drei Mitglieder einer Band in München einladen und ins Studio fahren sollte – inklusive eines Privatkonzerts im Auto und im Studio?

    So, und wer soll nun Euer Herzblatt, ääh, Mission-Gewinner sein? Zu gewinnen gibt’s für die, die abstimmen auch etwas: Eine Reise nach Kalifornien.

    Danke an Thomas und das gesamte Team, das hat echt Spaß gemacht. Bin gespannt, ob einer meiner Kandidaten das Rennen macht…

    Nachfolgender Text erschien in “WERTE” – Kundenmagazin der Sachsen Bank Nr. 3/2011

    Der Ausstieg aus der Atomenergie stellt Politik, Energieversorger und -erzeuger vor große Herausforderungen. Kommunale Stadtwerke in Mitteldeutschland nutzen den Wandel als Chance und investieren kräftig.

    Im Frühjahr hielt die Welt den Atem an. Auf das Erdbeben in Japan folgte ein Tsunami, der die größte atomare Katastrophe seit Tschernobyl auslöste – und einen Bewusstseinswandel der deutschen Bundesregierung bewirkte. Der Ausstieg aus der Kernkraft bis 2022 wurde verkündet. Die abrupte politische Kehrtwende stellt nicht nur die privatwirtschaftlichen Energieversorger vor Herausforderungen, sondern verlangt auch von den kommunalen Stadtwerken ein Umdenken. Doch die öffentlichen Anbieter sind gut vorbereitet. Seit Jahren bereits verfolgen sie mit der Errichtung von Windparks, Solar- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen einen zielstrebigen Weg in Richtung ökologische Energieerzeugung. Weiterlesen »

    Gestern nachmittag erhielt ich eine E-Mail. “Information der kreuzer-Anzeigenabteilung” stand im Betreff. Das Leipziger Stadtmagazin informierte in blumigen Worten über ein Hochzeits-Spezial in der Februar-Ausgabe.

    Ein Auszug:

    Das kommende Hochzeits-Spezial der kreuzer-Redaktion gibt Ihnen die Möglichkeit, diese oder auch eine der vielen weiteren sich aufdrängenden Fragen zu beantworten. Eine mehrseitige Zusammenstellung aus interessanten Beiträgen zu Hochzeits-Themen wie Fotografie, Frisuren oder Maßanfertigungen bietet das optimale Umfeld für Ihre Anzeige zum schönsten Tag im Leben.

    Auch ein Link zu den Mediadaten war dabei. Wenn man Fragen hätte, dann würde man die am Besten persönlich klären. Am Telefon oder “an Deck im Verlag”.

    Ein wenig wunderte ich mich schon, warum ich diese Mail bekam. Als ich dann sah, dass die Mail ursprünglich an einen Kunden von mir gerichtet war (dessen Mails ich aber im Rahmen unserer Zusammenarbeit empfange), kam zur Verwunderung auch Verärgerung dazu. Diese Mailadresse ist recht frisch, die Website existiert erst seit 1. November, die Mailadresse steht nur auf der Website im Impressum zu lesen.

    Der Kreuzer akquiriert also Anzeigenkunden per E-Mail auf Adressen, die er vorher im Internet zusammengesucht hat. Kurz: Er spamt. Und ist damit nicht besser als die Pillen-, Uhren- und Euro-Lotto-Spammer, die täglich die Mailaccounts verstopfen.

    Besonders viel Professionalität bewies die kreuzer-Anzeigenabteilung auch bei der Wahl des Mailprogramms. Unter der Mail stand zu lesen:

    Dieses E-Mail wurde mit einer unregistrierten Version von MaxBulk Mailer versandt. MaxBulk Mailer ist ein neues einfach zu bedienendes Serien-E-Mail Programm für den Macintosh.

    Ich wusste nicht, dass der Kreuzer nicht mal 60 Euro für ein Programm übrig hat, das immerhin die ehrenvolle Aufgabe hat, Anzeigenkunden zu generieren. Zudem scheint die Kreuzer-Anzeigenabteilung die Anleitung nicht richtig gelesen zu haben. Wäre das so, wäre vielleicht wenigstens die Ansprache persönlich ausgefallen. Stattdessen begnügte man sich mit der allgemein gültigen Ansprache “Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Hochzeitshelfer und Trauungsfreunde”.

    Entsprechend verärgert fragte ich per Mail zurück, ob diese Art und Weise der Neukundengewinnung denn zielführend wäre. Die Antwort überraschte mich dann doch sehr. Es wäre “durchaus branchenüblich, Serienmails – auch unpersonalisiert – zu verschicken”. Außerdem würde man davon Abstand nehmen, wenn “diese Form des Anzeigenmarketings uneffektiv” wäre. Dem sei aber zum Glück nicht so. Wenn ich Fragen zur Anzeigenschaltung hätte, könnte ich mich ja melden.
    Extrem flaches Fahrwasser, auf dem der Kreuzer da schippert. Auf diese Frechheit antwortete ich ziemlich spitz zurück: “Wunderbar, wenn Spamming für Sie sogar lukrativ ist. Weiter so! Dann löschen Sie aber bitte die Mailadresse xyz aus Ihrem Verteiler.” Selbiges wurde bestätigt, allerdings mit dem Hinweis, dass man meine Kommunikation doch “sehr bedenklich” finde und hoffe, dass ich mit meinen Kunden charmanter umgehen würde.

    Nun, darüber müssen sich die Serienmailer des Kreuzers nicht ihre Köpfe zerbrechen. Wohl aber über die Rechtslage in Deutschland. Ich könnte jetzt diverse Urteile und Grundsätzlichkeiten dazu posten. Oder anmerken, dass bereits das Speichern der Mailadresse meines Kunden ohne dessen Einwilligung oder Information strafbar ist. Aber vielleicht ist das ja in den Augen des Kreuzers auch “branchenüblich”.

    Um es gleich vorweg zu nehmen. Ja, ich bin auch freier Mitarbeiter der LVZ bzw. des LVDG und veröffentliche ab und zu in den Medien des Verlages Texte und Fotos. Aber nein, dieses Posting steht dazu in keinem Verhältnis.


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