GROSSE WORTE

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for November, 2005

Belantis auf Modelsuche

Der Belantis Vergnügungspark ist wieder auf Modelsuche. Genauer gesagt werden Kinder gesucht, die künftig auf Plakaten und Anzeigen für den Freizeitpark werben wollen „Im nächsten Jahr verändern wir unseren Markenauftritt“, sagt Sprecherin Maret Hellwig. Der Park wolle die Bildsprache „Kleine Schwester, großer Bruder“ verwenden. Zu diesem Zweck müssten die jetzigen Kinder Anny Helbig aus Markranstädt und Markus Reichert aus Bautzen ausgetauscht werden. „Markus ist leider zu jung, Anny geht aber noch mal mit ins Rennen“, so die Sprecherin.

Mädchen, die sich bewerben wollen, sollten zwischen fünf und acht Jahren alt sein. Jungen haben im Alter von 13 bis 16 eine Chance, das Belantis-Gesicht zu werden. Gewünscht werden nach Angaben von Maret Hellwig jeweils ein Porträt- und ein Ganzkörperfoto sowie Angaben zu Adresse, Alter und Größe. Auch eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten sei von Nöten.

„Aus den eingesandten Bewerbungen werden mindestens fünf Kinder und Jugendliche zum Fotoshooting eingeladen. Anhand der entstandenen Fotos wählen wir dann letztendlich unsere neuen Werbeträger“, erklärt Maret Hellwig, die auf viele Zuschriften von Leipziger Kindern hofft. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: Bewerbungsschluss ist bereits der 21. November, das Shooting soll schon Ende November stattfinden. Für ihren Aufwand werden die Kids finanziell entschädigt, in welcher Höhe ist noch nicht bekannt.

Erschien am 19. November 2005 in der Leipziger Volkszeitung.

Dirtbiker fliegen bald unter Vereinsflagge

Der Dirtpark in Leipzig-Knauthain. Seit gut drei Jahren haben wagemutige Radsportler am Rande der Thomas-Müntzer-Siedlung eine Adresse für ihr Hobby (die LVZ berichtete im vergangenen Jahr.) Bisher agierten die Jugendlichen dort ohne Genehmigung der Stadt. Jetzt wollen sich die „Dirtbiker“ an einen Verein angliedern und ihre Freizeitbeschäftigung auf sicheren Boden stellen.

Um ihren Traum von der eigenen Renn- und Springstrecke zu verwirklichen, packten etwa zehn Mann kräftig an. Sie häuften Erde zu Sprungschanzen auf, errichteten eine so genannte Wallride, eine schiefe Ebene aus Holz, die mit dem Fahrrad angesprungen werden kann. Sogar eine kleine Hütte und einen Unterstand gibt es.
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Herrenloses Pferd läuft Polizisten vors Auto

Taucha. Nicht schlecht staunte am Donnerstagabend gegen 20 Uhr der Tauchaer Jens Peter. Auf dem Weg nach Hause lief auf der Sommerfelder Straße plötzlich ein herrenloses Pferd vor seinem Auto. „Ich war regelrecht erschrocken, als das Tier von rechts nach links über die Straße lief“, so der Polizeibeamte, der als Bürgerpolizist in Engelsdorf tätig ist. Weil auch nach mehreren Minuten kein Besitzer auszumachen war, zögerte Peter nicht lange, band sein Abschleppseil ans Halfter des Kaltblüters und rief die Tauchaer Kollegen. Diese übernahmen das Pferd und holten die Mobile Tierhilfe zur Unterstützung. Die wiederum führte das Pferd auf ihr Gelände an der Matthias-Erzberger-Straße.

Wie sich später herausstellte, gehörte das Pferd – eine Stute – dem 40-Jährigen Steffen Unger aus Panitzsch. „Mir ist Susi in einem unbemerkten Augenblick wohl vom Grundstück entwischt“, gibt er zu. Normalerweise würde das Tier nach seinem Spaziergang auf dem Grundstück von selbst in den Stall zurückkehren. „Diesmal war das scheinbar nicht so“, so der frühere Fuhrunternehmer, der für den Einsatz der Tierrettung 160 Euro löhnen musste.

Der Alleingang von Stute Susi war nicht der erste Zwischenfall mit Ungers Pferden. Erst Anfang August starb Pony Max auf einer Leipziger Straße. Ursache war damals eine Hirnblutung.

Erschien (gekürzt) in der Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung vom 19.November 2005

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  • Offener Brief an die Polizei Elmshorn

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    als Vater einer Tochter danke ich Ihnen für die schnelle Aufklärung im Fall Tim (2). Es hat sich gezeigt, dass die deutsche Polizei stark, klug und schnell ist. Dafür bewundere ich Sie und spreche Ihnen meinen größten Dank aus.

    Gleichzeitig wünsche ich mir im Namen aller Eltern dieses Staates eine gerechte Bestrafung für den Täter. Das kann und soll – nachdem es in Deutschland leider keine Todesstrafe mehr gibt – nur die Höchststrafe sein. Lebenslänglich ohne Anspruch auf vorzeitige Entlassung oder irgendwelche Vergünstigungen.

    Ich kann nicht nachvollziehen, wie ein erwachsener Mann ein zweijähriges Kind erschlagen kann. Wenn ich bei spiegel.de und stern.de lese, der Kleine habe “schwerste Kopfverletzungen erlitten”, wird mir übel. Dieser Mann gehört für immer weggesperrt. Auch wenn dies angesichts ohnehin leerer Staatskassen noch wie eine Belobigung aussieht. Manchmal wünscht man sich das Mittelalter zurück. Dort wurden solche Typen wenigstens noch richtig bestraft.

    (Ging soeben an die Polizei Pinneberg, Revier Elmshorn per Mail raus.)

    Nachtrag: Massive Gewaltanwendung gegen den Kopf” hat mir gerade die Tränen in die Augen schießen lassen.

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  • Mehrkosten für Vereine

    Das Thema Kinder und Jugendliche dominierte die 16. Stadtratssitzung am Donnerstag. Zu Beginn trug die 15-jährige Isabell Tschirschnitz ihr Anliegen zum Spielplatz Linderplatz vor. Diesen nutzt seit einiger Zeit eine Gruppe Jugendlicher als Treffpunkt. Die Schülerin machte auf den schlechten Zustand aufmerksam und forderte neue Spielmöglichkeiten für kleine Kinder sowie Unterstellmöglichkeiten für Heranwachsende. Bürgermeister Dr. Holger Schirmbeck waren die Umstände bereits bekannt. „Die Sicherheit der Spielgeräte ist nicht mehr gewährleistet. Aus diesem Grund werden diese demnächst abgebaut.“ Im Frühjahr würden Ersatzgeräte für kleine und große Kinder aufgestellt, so lange der Finanzausschuss nichts Gegenteiliges beschließe.
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    Fragen statt Botschaften

    Laith al DeenDeutschpop. Das klingt unspektakulär, beschreibt aber genau die Kategorie, in die Laith al Deen seine Musik einordnet. Und Pop ist das, wofür er lebt. “So lange es Musik bleibt”, meint er und zielt damit auf so manchen Versuch plastisch-künstlicher Castingteilnehmer. Die deutsche Sprache ist für ihn sehr wichtig.

    “Englisch baut Sprachbarrieren auf. In meiner Muttersprache kann ich mich immer noch am besten ausdrücken”, so Laith, der halb Iraker, aber in Karlsruhe geboren ist. Die derzeitige Schwemme von deutschsprachigen Bands und deren Erfolg freut ihn. “Das zeigt doch, dass der Bedarf da ist. Ich hoffe nur, dass das keine vorübergehende perfekte Welle bleibt”, sinniert er, der am 19. November das Haus Auensee beschallen wird.
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    Nobel essen beim Edelkarossenbauer

    Zu einem nicht alltäglichen Abendessen lud am Sonntag das Porsche Werk Leipzig. „Gourmetkultur“ nannte sich das exklusive Treffen von etwa 120 Gästen. Diese erlebten zu musikalischer Umrahmung vom Titanic-Orchester Leipzig ein Sieben-Gang-Menü. Unter anderem zergingen eine Terrine von der Entenleber mit marinierten Steinpilzen, Seezunge mit Jakobsmuscheln und Rehrücken mit Spitzkohl und Sellerie auf den Gaumen der in Abendgarderobe gekleideten Teilnehmer.

    Gekocht haben Detlef Schlegel, Inhaber des 1-Stern-Restaurants Stadtpfeiffer und Norbert Ritzmann, Leiter der Gastronomie im Autowerk. „Früher kam man mit dem Auto zum Essen, heute kommt das Essen zum Auto“, scherzte Schlegel, bevor der erste Gang serviert wurde. Schmecken ließen es sich unter anderem Peter Peters, Geschäftsführer von Juwelier Wempe, Rüdiger Pusch, Geschäftsführer des Krystallpalast Varieté und Andreas Kube, Hausherr von Nova Eventis.

    Anwesend waren auch 35 Mitglieder des ältesten Bruderschaft der Welt. Die Chaîne des Rôtisseurs lebt die gehobene Kochkunst und Tafelkultur und ist in 123 Ländern vertreten. Mitglieder sind Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Und auch Porsche Leipzig Geschäftsführer Siegfried Bühlow wurde am Sonntag Mitglied im „Bund der Besseresser.“

    Erschienen am Dienstag, 07.November 2005 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • “Wird alles im Kamin verfeuert”

    Ein Fest um und im Wald wurde am Sonnabend im Oberholz in Großpösna gefeiert. Das Sächsische Forstamt lud zum Dritten Leipziger Brennholzmarkt mit Unterhaltung für die ganze Familie. Wer schlammigen Waldboden und zeitweiligen Regen nicht scheute, konnte so einiges erleben und lernen.
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    Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Außerdem übe ich Kritik an Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien oder mache mich schamlos über missglückte Pressemitteilungen und eigenartige Unternehmens-PR lustig. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.

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