Cora und Swetlana von dem Bottlenberg„Komm, wir fahren nach Amsterdam!“ – diese gesungene Aufforderung kennen mittlerweile tausende Deutsche jeden Alters. Vorgetragen wird sie vom Duo Cora und Swetlana von dem Bottlenberg. Die beiden Musikerinnen mit eingetragener Lebenspartnerschaft schrieben den Titel in den 80ern, seit 1984 ist er bekannt und mittlerweile Kult. „Vor drei Jahren bemerkten wir, dass der Song wieder aktuell ist“, berichtete Sängerin Swetlana bei ihrem Leipzig-Besuch vergangene Woche. Ein Discobetreiber habe damals die beiden eingeladen. „Er erzählte etwas von einer 2000-Mann-Halle und einer Zielgruppe von 13 bis 30. Das konnten wir nicht glauben“, sagte Cora. Überzeugt wurden die beiden dann, als hunderte Teenies ihre Titel mitsingen konnten. „Die kannten alle Texte, das war gigantisch“, erzählten die beiden 54-Jährigen begeistert.

Jetzt erschien ein Best Of Doppel-Album mit den größten Hits aber auch 15 neuen Titeln. „Viele haben den typischen Amsterdam-Rhythmus, es sind aber auch Balladen dabei“, erzählte Swetlana am Freitag bei „hier ab vier“ im MDR-Fernsehen. In Leipzig sind die beiden übrigens in letzter Zeit recht oft. „Das hat sich irgendwie so eingependelt. Mal sind es Autogrammstunden, Auftritte oder TV-Termine“, zählte Cora auf. Wenn es die Zeit zulässt, besuchen die Frauen, die in Potsdam wohnen und dort ein Hotel betreiben, die Nicolaikirche. „Die finden wir so einzigartig, nicht so bedrohlich wie andere Kirchen. Man spürt wirklich den offenen Geist, der dort lebt, meinte Swetlana, die bereits als vierjährige mit ihrem Papa in Auerbachs Keller gespeist hat. „Er war dort mit Freunden von der Berliner Oper und ich durfte mit. Ich weiß auch noch, was es gab: Schnitzel mit Leipziger Allerlei“, schmunzelte sie.

Heute besuchen die beiden die Mädlerpassage auch zum Shoppen. „Ich kaufe mir hier immer meine Jeans, kein Witz!“, beteuerte Cora. Am Sonnabend ist das Duo bereits wieder in Leipzig. Im Allee-Center signieren sie um 15 Uhr bei Saturn Autogramme und stellen ihr neues Album vor. Und in die Nicolaikirche wollen sie auch wieder.

Erschienen am 28.02.2006 in der Leipziger Volkszeitung (“Leute in Leipzig”)