von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
10. 10. 2006 21:54
Jedes Jahr das Gleiche – in den Supermärkten schmelzen seit Anfang September die Lebkuchen und Zimtschokoladen. Und im Fernsehen beginnt die ach so tolle Weihnachtszeit auch immer früher. Ich möchte am 10.10. noch nicht “Jingle Bells” aus der Glotze vernehmen. Meine Frau leider schon. Ein netter Film, doch. Aber nicht im Oktober. Der einzige Grund, den zu sehen ist der, dass Whitney “Ich lass mich seit Jahren von meinem besoffenen Mann verprügeln” Houston da noch gut aussah und wirklich charmant rüberkam. Aber sonst…
Mist, hab ich wieder die anheimelnde Atmosphäre zerstört. Hupps!
07. 10. 2006 12:34

Sie hat in 19 Ländern Chartplatzierungen, verkauft derzeit mehr CDs als Madonna und sang erst am Montag in 369 Metern Tiefe. Katie Melua heißt die 22-Jährige Sängerin, die derzeit ordentlich Gas gibt. Am Mittwochabend war die zierliche Britin mit den braunen Augen und den Korkenzieherlocken in der Leipziger Moritzbastei. Die MDR-Popwelle Jump lud 75 Pärchen zu einem Kuschelkonzert in den Oberkeller ein. Auf Plüschsesseln und Kissen erlebten diese eine sehr gut gelaunte und professionelle Katie Melua, die eine Stunde lang nicht nur die männlichen Gäste verzauberte. „Ich freue mich, hier zu sein“, sagte sie dem Publikum auf Englisch, wenngleich sie nach dem Konzert zugeben musste, von der Stadt nicht viel gesehen zu haben. „Ich war zwar im März schon mal hier, aber damals wie heute habe ich leider nicht viel Zeit, mir irgendwas anzuschauen“, bedauerte Katie, die in Tiflis/Georgien geboren wurde. So konnte sie nur von den Gewölben der MB schwärmen und anfügen, dass sie wisse, Leipzig habe eine bewegende Geschichte hinter sich.
Bewegend war auch, was sie am Montag unter Wasser erlebte. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Betreibers Statoil sang Katie am Fuß der größten europäischen Gasplattform in der Nordsee vor Norwegen zwei Songs. Es war mit 369 Metern das tiefste Unterwasserkonzert, das je stattfand – was direkt zu einem Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde führte. „Ich wusste gar nicht, dass es so tief ist, sondern habe mich einfach aufs Singen konzentriert“, lächelte Katie. Das tat sie auch in Leipzig – und schenkte den Fans in der MB so manche Textzeile: so wurde aus „London Town“ im Song „Crawling up a hill“ einfach „Leipzig Town“, was den Gästen trotz der Hitze im Oberkeller eine Gänsehaut auf die Arme malte.
Erschien in veränderter Form am 07.10.2006 in der Leipziger Volkszeitung (Leute in Leipzig)
04. 10. 2006 16:22
Ich sag es immer wieder gern: Pressemitteilungen von Radiosendern sind witzig. Fritz vom RBB erklärte heute, es werde zum “Ministerium für geile-das-denns“. Bitte was? Ja, so hab ich auch geguckt. Was uns das Jugendradio sagen will: Fritz erfüllt Wünsche seiner Hörer, die denen ein “Wie geil ist das denn?” entlocken. Pizza essen mit der Lieblingsband beispielsweise. Aha. Wie schlecht ist das denn?
Dann schon lieber so Aktionen wie heute in der MB. JUMP vom MDR holt heute Katie Melua in die Leipziger Moritzbastei und nur Hörer dürfen hin. Und Pressefuzzies. Gut, Katie scheint das mit diversen regionalen Radiosendern zu machen. Aber schick wirds trotzdem. Da frag ich sie gleich, wie das denn war, 369 Meter unter dem Meeresspiegel zu singen. Und ob das nicht blubbert. Und ob sie nachgezählt hat in Peking. Gespannt sei.