osterfeuer tauchaIch erwarte wirklich nicht viel, wenn ich zu einem Fest in Taucha gehe, wirklich nicht. Trotzdem gibt es einiges zu meckern, was das Osterfeuer angeht, das derzeit wahrscheinlich nur noch weiß dampft. Wie in jedem Jahr war die gastronomische Versorgung einfach nur schlecht. Wie gesagt, ich erwarte nicht viel. Was ich aber erwarte sind mindestens zwei Bratwürste und ein Bier. Das Bier gab es, nachdem man an dem einen verfügbaren Bierwagen mehr als 10 Minuten stehen musste. Die erste Wurst gabs in etwa gleichem Zeitraum. Immerhin hatte man hier für zwei Stände gesorgt.

Die zweite Wurst – so lernte ich – gab es auch in diesem Jahr nicht. In den Vorjahren hatte ich noch meine Klappe gehalten, diesmal ging das nicht. Wenn ein Bratwurstmann, der davon lebt, auf Festen Bratwürste zu verkaufen, vor dir steht, dich doof anguckt und dann sagt, er habe nicht mit so viel Andrang gerechnet, ballt sich bei mir die Faust. Die verbale. Überhaupt sei noch nie so viel los gewesen, er wurde regelrecht überrascht. Der Arme. Was es noch gab – natürlich so lange, bis ich an der Reihe war – war Erbsensuppe mit Bockwurst aus der Gulaschkanone. Zwei Leute vor mir wollten die auch und ich hörte bereits, wie der Bratwurstissleiderausgibtnurnocherbsensuppemann mit der Kelle auf dem Boden rumkratzte. Immerhin waren die letzten Teller dann gratis. Am Ende hatte der Bratwurstunderbsensuppesindleiderausmann nur noch Glühwein. Den kannste einem hungrigen Kind, das mittlerweile vor mir stand, aber schlecht geben. Also doch zu Hause nochwas essen.

Das Osterfeuer selbst brannte in diesem Jahr sogar. So gut, dass die Feuerwehr vorsorglich ein Zelt halb abbaute, weil die Kameraden wohl Angst hatten, es könne in Mitleidenschaft gezogen werden. Da hat wohl einer falsch gemessen.

Was bleibt? Die Erinnerung an einen trotzdem schönen Abend. Denn das, warum eigentlich halb Taucha auf der Festwiese ist, kann einem kein Bratwurstmann mies machen: die Unterhaltung mit Freunden und Bekannten von den Nachbarn über Kollegen bis zur Klassenlehrerin der Tochter. Und im nächsten Jahr beantrage ich einen Stand dort. Mit Bratwürsten bis 24 Uhr.