Mir tun die Anwohner rund um das Zentralstadion sehr leid. Da ziehen sie an den Brennpunkt der Stadt, an dem Konzerte und andere Open-Air-Veranstaltungen stattfinden und dann regen sie sich über “Lärmbelästigung” auf. Wie jetzt wieder in den Kommentaren bei heldenstadt.de. Herbert Grönemeyer oder seine Mannen haben es sich doch glatt erlaubt, einen Soundcheck zu machen. Und – oh welch Erkenntnis – bereits der war laut. Genervt fühle man sich jetzt. Wahnsinn. Ich frage mich manchmal, ob wir wirklich die Großstadt sind, die wir vorgeben sein zu wollen. Da kommen große Künstler in unsere Stadt, starten hier ihre Deutschlandtournee und dann haben wir uns mimosenhaft, wenn ein paar Tage mal Krach ist. Sofern man ein Konzert als Krach bezeichnen kann. Da gibts sicher schlimmeren Krach.

Anderes Beispiel, gleiches Problem: die Kleinmesse und ihre sonnabendlichen Feuerwerke. Seit Jahrzehnten finden die statt. Jetzt, im 21. Jahrhundert muss man sich plötzlich drüber aufregen und erwirken, dass diese nicht mehr an allen Sonnabenden während des Volksfestes stattfinden dürfen. Ergebnis: die Schausteller, die sich ohnehin schon eher mit sich selbst beschäftigen, als Gäste zu bespaßen, schauen an dem Sonnabend in die Röhre.

Irgendwie müssen sich einige Leute mal entscheiden, was sie wollen. Entweder in einer Stadt wohnen, die sich immer mehr zum positiven entwickelt und das Potenzial hat, zur Weltstadt zu werden oder in einer nichtssagenden ostdeutschen Provinz ihr kleines Leben mit ihren Paragraphen und Verordnungen zu leben.