Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for May, 2007

Erkenntnis: Konzerte und Feuerwerke sind laut

Mir tun die Anwohner rund um das Zentralstadion sehr leid. Da ziehen sie an den Brennpunkt der Stadt, an dem Konzerte und andere Open-Air-Veranstaltungen stattfinden und dann regen sie sich über “Lärmbelästigung” auf. Wie jetzt wieder in den Kommentaren bei heldenstadt.de. Herbert Grönemeyer oder seine Mannen haben es sich doch glatt erlaubt, einen Soundcheck zu machen. Und – oh welch Erkenntnis – bereits der war laut. Genervt fühle man sich jetzt. Wahnsinn. Ich frage mich manchmal, ob wir wirklich die Großstadt sind, die wir vorgeben sein zu wollen. Da kommen große Künstler in unsere Stadt, starten hier ihre Deutschlandtournee und dann haben wir uns mimosenhaft, wenn ein paar Tage mal Krach ist. Sofern man ein Konzert als Krach bezeichnen kann. Da gibts sicher schlimmeren Krach.

Anderes Beispiel, gleiches Problem: die Kleinmesse und ihre sonnabendlichen Feuerwerke. Seit Jahrzehnten finden die statt. Jetzt, im 21. Jahrhundert muss man sich plötzlich drüber aufregen und erwirken, dass diese nicht mehr an allen Sonnabenden während des Volksfestes stattfinden dürfen. Ergebnis: die Schausteller, die sich ohnehin schon eher mit sich selbst beschäftigen, als Gäste zu bespaßen, schauen an dem Sonnabend in die Röhre.

Irgendwie müssen sich einige Leute mal entscheiden, was sie wollen. Entweder in einer Stadt wohnen, die sich immer mehr zum positiven entwickelt und das Potenzial hat, zur Weltstadt zu werden oder in einer nichtssagenden ostdeutschen Provinz ihr kleines Leben mit ihren Paragraphen und Verordnungen zu leben.

Radiosender zünden weiter

Warum muss man denn den Start eines weiteren Programmbestandteils immer mit dem Synonym “zünden” verbinden? Erst Radio PSR, heute Sputnik. Gut, bei denen passt es noch eher als damals bei den Leipzigern. War im übrigen ein netter Pressebrunch heute in der neuen Multimedia-Redaktion der Sputniker. Locker und gemütlich. Und ringsrum: Technik im Wert von einer knappen Million. Private könnten sich sowas durchaus auch leisten, meinte MDR-Hörfunkdirektor Johann Michael Möller. Sie würden es nur nicht wollen, stattdessen lieber – und das hat er wirklich so gesagt – “die Million für irgendwelche Gewinnspiele ausgeben”. Womit wir wieder beim Ursprung wären, PSR nämlich.

psr_taucha1.jpgDer Sender war heute in Taucha auf dem Marktplatz. Von 19 bis 20 Uhr wurde live gesendet, bereits ab 15.15 Uhr versuchte ein Warm-Upper mit Toasterverlosungen und anderen Aktionen die eintrudelnden Leute zu bespaßen. Bin kurz nach 19 Uhr nochmal vorbeigefahren. Ja, man muss schon zugeben, dass Steffen Lukas es versteht, die Menge zu begeistern. Und der Grundgedanke, in die Pampa zu fahren, um dort Stimmung zu machen und darauf hinzuweisen, dass man 15 Jahre alt geworden ist, ist sicher kein falscher.

Sehr schön finde ich die Idee, die Einwohner der Nester Städte und Gemeinden direkt mit einzubeziehen. Da lesen Gymnasiastinnen die Nachrichten, die natürlich direkt auf den Ort zugeschnitten sind, da spielt ein ansässiger DJ die Musik und der Pfarrer aus der unweit gelegenen Kirche darf einige Worte in der Rubrik “Augenblick mal” sagen. Wirklich schön, doch. Die Stunde aus Taucha kann man sich dann hier anhören. Wird sicher grad noch zurechtgeschnippelt.

Ihr seht, liebe Kollegen, ich gebe mir wirklich Mühe, Euch alle zu mögen. Irgendwie. ;-)

Wohnfinder jetzt bei Springer

Die Leipziger Wohnfinder AG hat sich vom zur Springer-Gruppe gehörenden immonet.de schlucken lassen. Die Wohnungsangebote von Wohnfinder werden damit direkt bei Immonet eingepflegt. Wohnfinder selbst will sich nun ausschließlich auf das Kerngeschäft der Entwicklung von Software für die Immobilienwirtschaft, Kreditinstitute und Kommunen konzentrieren, heißt es. Was in der offiziellen Pressemitteilung als Erfolg für beide Seiten sowie Makler und Wohnungssuchende verkauft wird, dürfte unter dem inoffiziellen Label Marktbereinigung laufen.

  • 3 Comments
  • Filed under: Lokales
  • Sexy Maus wartet auf Deine starken Hände!

    Anzeige

    sexy-maus1.jpgOkay, der Titel ist reißerisch. Aber wenn Tim von sexy-mauspad.de hier schon so schön Werbung macht, soll er auch bezahlen. Mit einem kostenlosen Mauspad für mich. Aber der Reihe nach:

    Nach Aufklebern und anderen Aktionen diverser Firmen verschenkt die Keding & Becker GbR nun ihre Mauspads. Tim und Timm (heißt ihr wirklich so?) betreiben die Website sexy-mauspad.de, auf der man sich ein schickes Pad mit Ge(i)l-Auflage bestellen kann. Seit März haben die beiden auch ein Blog. Und wie das so ist bei Startups: Werbung ist teuer, Pressearbeit lohnt für ein geiles Pad sicher nicht wirklich. Also geht man die Blogger an, vielleichts klappts ja. Mancher mag da jetzt schwer atmen und seufzen ob der Einfallslosigkeit der beiden Jungunternehmer. Allerdings dürfte ihre Aktion Erfolg haben. Denn ihr Produkt scheint die Zielgruppe zu treffen: die meisten Blogger sind männlich und stehen auf große Hupen brauchen eine weiche Auflage für ihre gestressten Handflächen.

    Also, Jungs: her mit dem geilen Teil. Ein ultimativer Test der dicken Kissen erfolgt dann umgehend. Und einen Link spendiere ich doch gern. Gut, einen Haken hat die Sache: nur jeder zehnte bekommt ein Mauspad. Aber ich rechne jetzt einfach mal fest damit. Bei so vielen Links und freundlicher Erwähnung bei yigg sollte das doch klappen, oder? Aber Links kann man ja auch wieder entfernen, hüstel.

    Und wenn Tim und Timm dann mal ein paar Euro übrig haben, sollten sie sich mal melden und ihre Webtexte überarbeiten lassen. Die strotzen leider vor Fehlern.

    Regierungspräsidium Leipzig mit neuer Website

    rpleipzig_crap.jpgDas Regierungspräsidium Leipzig hat eine neue Website. Barrierefrei, wie das RP schreibt. Stimmt nur nicht. Zumindest, wenn man mit Firefox die Seiten ansteuert. Dann sieht die neue Website schlimm aus. Okay, bei Benutzung von Opera oder IE wird die Site zumindest nicht zerschossen, wirklich schöner macht sie das aber nicht.

    In der Pressemitteilung zum Start der neuen Website schreibt Sprecher Stefan Barton:

    Das Regierungspräsidium würde sich über ein reges Interesse an seinem neuen Internet – Auftritt freuen und ist gern bereit und interessiert, Anregungen, Hinweise, Empfehlungen oder auch Kritiken über die Nutzung der bereit gestellten kommunikativen Elemente entgegen zu nehmen.

    ‘tschuldigung Kollege, aber das klingt so steif wie die Website aussieht. Und “die kommunikativen Elemente” funktionieren nur bedingt. Schauen wir uns mal den Quelltext an.

    Eines kann man mit Sicherheit sagen: an Meta-Tags mangelt es nicht. Teilweise werden die gleich doppelt vergeben, teils sind Meta-Tags vergeben, die es gar nicht gibt. Am besten gefällt mir meta name=”task” content=”Nein”. Oder meta name=”key-words” ist auch nicht schlecht. Die Keywords für die Website des RP sind übrigens Internetauftritt und Internet. Glückwunsch.

    Der verschwenderische Umgang mit falschen und unsinnigen Bindestrichen zieht sich bis in die Presseabteilung, die (siehe oben) den Internetauftritt trennt und mit Leerzeichen zwischen den Bindestrichen versieht. Wenn ich sowas sehe, drehen sich bei mir Zehen- und Fußnägel nach oben. Wo habt ihr das her? Wo wart ihr auf der Schule? Wart ihr doch, oder? Gruslig, echt. Genauso wie WEB kein Eigenname ist, dass man es dauernd groß schreiben muss. Bis ins Impressum zieht sich das. WEB-Master und WEB-Seiten stehen da. Herrlich. Wie auf einer Vereinswebsite oder einer privaten Seite, auf der man seinen Skatkumpels mal die neuesten Urlaubsfotos zeigt.

    Aber zurück zum Quelltext: Wenn schon Javascript eingesetzt wird, sollte man den type bitte auch deklarieren, zumindest wenn man mutigerweise in xhtml schreibt, ohne es wirklich zu können. Dazu kommen noch diverse p, die erst geschlossen werden, bevor sie überhaupt geöffnet wurden und br, die daraufhin auch bloss nicht funktionieren oder Fehler zurückmelden.

    Der HTML-Validator für Firefox meldet 101 Fehler auf der Pressemitteilungs-Seite. Auf der Impressums-Seite sinds bereits 221. Ich hoffe, das sind nur die kleinen Baustellen, von denen die Pressemitteilung spricht:

    Gleichwohl bittet die Behörde um Verständnis für die erforderliche Arbeit an noch kleineren „Baustellen“. Man ist bemüht, diese sehr schnell zum Abschluss zu bringen.

    Dann schauen wir in einigen Tagen nochmal vorbei. War vielleicht auch fies, gleich am dritten Tag der Freischaltung des “Internet – Portals” zu gucken. Kann man sicher nicht verlangen, dass da alles funktioniert bei einem Regierungspräsidium…

    Danke an heldenstadt.de für die Inspiration zur Abendstunde

    Update:Vielleicht sollten sich die Experten des RP mal diese Checkliste anschauen.

    Update 2 vom 23.05.2007: Mittlerweile wird die Website mit Firefox richtig dargestellt. Die merkwürdigen meta-Tags sind geblieben

    Rabiate Volksmusiker

    Marianne und Michael schlagen Heidi Klum

    … schreibt W&V heute in W&V Daily und meint damit natürlich die TV-Quoten. Trotzdem bin ich der Auffassung, dass man bei Überschriften lieber nochmal über Alternativen nachdenken sollte….

  • Comments Off
  • Filed under: Mediales
  • Hilfstransport von Taucha nach Polen

    Taucha. Geschäftiges Treiben herrschte unlängst im Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Veitsberg. Ehrenamtliche Helfer und Mitglieder der Organisation machten einen Hilfstransport startklar. „Wir verladen hier 55 Betten, die ungenutzt im Altbau standen, aber noch voll funktionstüchtig sind“, so Olaf Kühling, Vorsitzender des Vorstandes des DRK-Kreisverbandes Leipzig-Land. Das Ziel der Reise: die Stadt Sieniawka, direkt hinter der deutsch-polnischen Grenze bei Zittau. (more…)

  • Comments Off
  • Filed under: Lokales
  • Mo Krüger und Hans-Jürgen Kliebenstein heiraten im Juni

    Anzeige

    krueger-kliebenstein_2.jpgIn Leipzigs Medienszene steht eine Hochzeit bevor: Hans-Jürgen Kliebenstein, Produzent von TV-Shows wie der José-Carreras-Gala,
    heiratet MDR-Moderatorin Mo Krüger. „Wir haben uns auf der Medienparty in der Moritzbastei im vergangenen Jahr kennengelernt. Das war am 9. Mai, das weiß ich noch ganz genau“, so die 32-Jährige, die für den Sport bei MDR aktuell zuständig ist. Als sie ihn sah, war es sofort passiert: „Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich kannte ihn nicht, wusste nicht, was er macht, obwohl unsere Arbeitsplätze nur wenige Meter Luftlinie entfernt sind.“ Bereits im November zog die studierte Journalistin und ehemalige Energy-Sachsen-Moderatorin zu Hans-Jürgen Kliebenstein in dessen Haus nach Markkleeberg.

    Die Hochzeit soll am 9. Juni auf Schloß Proschwitz bei Meißen stattfinden. „Ich werde ein cremefarbenes Kleid tragen. Das habe ich in Halle bei Angelika Klutz gekauft, die mehrfach ausgezeichnet wurde. Mehr verrate ich aber nicht“, so Mo, die nach eigenen Angaben fantastisch aussehen wird. Um die weitere Planung der Hochzeit kümmert sich Kliebenstein persönlich. „Er hält mir da völlig den Rücken frei, ich habe also einen sehr aufmerksamen Ehemann in spe“, freut sie sich.

    Angst, dass die stressigen Medienjobs ihre Beziehung gefährden könnten, haben die beiden nicht. „Das Problem in dem Beruf sind ja die unregelmäßigen Arbeitszeiten. Die werden aber nicht zum Problem, wenn der Partner ebensolche flexiblen Zeiten hat“, sagt Hans-Jürgen Kliebenstein, der zwei Wochen im Monat bis abends halb elf auf seine Mo warten muss, allerdings selbst sehr oft auf Reisen ist. „Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Probleme und Sorgen des anderen leichter versteht, wenn man aus der gleichen Branche kommt. Ich denke, wir ergänzen uns da sehr gut“, so der 58-Jährige.

    Erschien heute, 18.05.2007, in ähnlicher Form in der Leipziger Volkszeitung

    Update 09.07.2007: Zu diesem Eintrag gab es Kommentare, die auf Wunsch der Protagonisten gelöscht wurden

  • Comments Off
  • Filed under: Featured, Kulturelles, Lokales, Mediales
  • iPod und iTunes in Südamerika

    Sehr, sehr schicke Werbung für iPod und iTunes für die Länder mit Rhythmus im Blut:

    [youtube]JvQWkbgWeVc[/youtube]

    Wenn es düster wird in Leipzig

    monumentum2.jpg

    Kleiner Veranstaltungstipp, empfohlen von meiner lieben Kollegin Anne bei Westend. Liebe Heldenstädter: ihr dürft gern abkupfern…

    Zu Pfingsten wird es wieder düster in Leipzig. Das Wave-Gotik-Treffen zieht bereits zum 16. Mal nette Gestalten in schicken schwarzen Kostümen an die Pleiße. Während “Lieschen Müller” mit der Kostümerie und der Musik vielleicht nichts anfangen kann, sollte sie in diesem Jahr aber ans Völkerschlachtdenkmal kommen, vor allem wenn sie Kinder hat. Denn dort steigt “Monumentum II”.

    In einer einzigartigen Synthese aus Licht und Ton nähert sich das Spektakel der Architektur und der Atmosphäre des Denkmals auf künstlerische Weise. Die englische Gruppe „In The Nursery “ hat eigens zu diesem Anlass eine Musik geschaffen, die unter anderem auf markante Themen aus den Werken von Richard Wagner, Gustav Mahler, Franz Liszt und Edvard Grieg zurück greift. All diese Künstler hatten eine ganz besondere Beziehung zu Leipzig, ihre Kompositionen wurden durch die Brüder Klive und Nigel Humberstone – die an diesem Abend auch persönlich musizieren werden – in ihrem ganz eigenen Stil zu einer neuen Einheit verwoben.

    Mit einem so noch nicht erlebten komplexen Lichtarrangement werden in acht dramaturgischen Ebenen, Flächen und Strukturen des Denkmals mit Licht nachgezeichnet, das Bauwerk wird so in Stufen allmählich aus dem Dunkel gerissen und gleichsam zum Leben erweckt.

    Merken: 25.Mai, 23:12 Uhr. Eintritt: frei. Und doch, in diesem Fall dürfen die Knirpse mal so lange aufbleiben!

    Klingt gut? Wird noch besser!

    Auf dem Dach der Moritzbastei und im Heidnischen Dorf am Torhaus Dölitz entsteht das Mittelalter von “Pfingstfreitag” bis Pfingstmontag neu. Das diesjährige Motto am Torhaus heißt: Gotensturm! Dabei gibt es unter anderem täglich mehrere Konzerte von teils international renommierten Mittelalterkünstlern. Die Moritzbastei wird beim traditionellen Wonnemond-Treiben zur Gralsburg. Der Eintrittsobolus ist gering, Kinder bis 12 Jahre zahlen gar nichts – zu erleben, zu sehen und zu kaufen gibt es dafür eine Menge.


    Empfehlungen



              


    Nachrichten
    Hochzeitsauto Leipzig
    Friseur Leipzig
    Fotomodel Leipzig

    Kategorien


    Archiv


    Dauerbrenner

    Über

    Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Vorrangig geht es um Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien, Unternehmen und das Leben an sich. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.
    Projekte & Kontakt

    Großes Netz

    Die neuesten Artikel in meinem Blog auf LVZ-Online:


    Meta


    bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis
    Bloggeramt.de