von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
30. 06. 2007 13:37
Merkwitz. Ein sicherer Arbeitsplatz, eine intakte Familie, vielleicht ein eigenes Haus – solche oder ähnliche Ziele für die Zukunft hat wohl jeder für sich definiert. Nur wenige blicken dabei in die Vergangenheit und ergründen, woher sie kamen und warum sie so sind, wie sie jetzt sind. Der Merkwitzer Achim von Feilitzsch allerdings hat das getan. Und vermag darum allerlei Geschichten zu erzählen. Von Rittern, Martin Luther und Freiherren.
Ein schlichtes Einfamilienhaus im Tauchaer Ortsteil Merkwitz. Ein Mittelklassewagen parkt in der Einfahrt. Dahinter ein gepflegter Garten. Dass hier ein Freiherr mit seiner Frau residiert, ahnt wohl keiner, der an dem Grundstück an der Seegeritzer Straße vorbei läuft. Achim von Feilitzsch trägt den Adelstitel auch nicht aktiv. „Das erzeugt doch nur Neid. Außerdem werden dadurch irgendwelche Erwartungen aufgebaut, die man gar nicht erfüllen kann“, so der 80-Jährige.
Dabei ist der Familienstamm derer von Feilitzschs nicht irgendeiner. Überspitzt könnte man sagen, dass es ohne die Feilitzschs keine Reformation gegeben hätte. Denn Fabian von Feilitzsch, der zu Lebzeiten Martin Luthers Ritter und dessen Beschützer war, rettete dem späteren Reformator zwei Mal das Leben. Achim von Feilitzsch besitzt Abschriften von Briefen Luthers, in denen dieser sich lobend über seinen Freund Fabian äußert: „Er ist ein einfacher Mensch, der aber Dinge gut erklären kann, besser als ein Studierter.“
In der Schlosskirche Wittenberg, direkt über Luthers Grab, ist das Wappen Fabian von Feilitzschs angebracht, was auf eine enge freundschaftliche und ideelle Verbundenheit schließen lässt. Auch sein Cousin Phillip von Feilitzsch war mit Luther verbunden: Er war Rat des Kurfürsten und bei der Hochzeit Luthers 1525 dabei.
(more…)
30. 06. 2007 13:28
Die Sendung ist laut, schrill und ihre Hörer sind „Patienten“. Die Partysendung Maxi-Mal bei den Sächsischen Stadtradios (u. a. Radio Leipzig 91 Punkt 3, Radio Dresden 103 Punkt 5) ist alles andere als normgerecht. Regelmäßig darf Moderator DJ Happy Vibes alias Andreas Hofmann die strengen Regeln des Formatradios brechen, Maxi-Versionen spielen und lange Hörertalks führen. Seine Fans lieben das. Obwohl sie als Patienten tituliert werden. Heute feiert die Sendung den 10. Geburtstag und ist damit Sachsens beständigste Radioshow – und wohl auch die längste. Acht Stunden darf Hofmann senden, live oder vorproduziert. In den Sommermonaten sucht Happy Vibes aber auch den Kontakt mit den Hörern und überträgt von Veranstaltungen, bei denen er auftritt.
(more…)
29. 06. 2007 17:31
Wenn einem nichts einfällt, klaut man einfach. Die Strategie ist nicht neu. Aber wie einfallslos muss man sein, um die “Maus” aus der “Sendung mit der Maus” zum Maskottchen für einen Grabsteinkipptester zu machen? Ich glaube nicht, dass der WDR dem zugestimmt hat. Zumal es auch ein Video gibt, in dem sich die Maus – die übrigens “Kippi” heißen muss – hinter einen Grabstein fallen lässt. Wie makarber und schlecht ist das denn bitteschön?
Danke an Karen
Update 05.07.:Einsicht oder Druck vom WDR? Die blaue Friedhofsmaus ist nun nicht mehr auf der Website zu finden, auch das Video ist gelöscht.
29. 06. 2007 14:37
So, der grüne Knopf ist gedrückt, das neue Theme für das GC-Blog installiert. Ab sofort glänzt das GC-Blog im gleichen Layout wie die bereits seit einigen Tagen fertige neue GC-Website. Beim reinkommen bitte Vorsicht an den Wänden, die sind noch frisch! Wer noch lose Tapete findet oder meint, der eine oder andere Schrank könnte noch ein wenig weiter weg von der Wand, bitte melden. Will sagen: wenn irgendwo noch was hakt oder nicht so schick aussieht, sagt bitte Bescheid.
Offiziell starten werden wir mit dem GC-Blog am 16.7. Bereits in den nächsten Tagen wird’s aber noch die eine oder andere Meldung geben. Also ab jetzt bitte den Feed wieder in Euren RSS-Reader packen und schonmal freuen auf das, was da kommen wird. Wir sind jedenfalls schon hippelig…
29. 06. 2007 10:03
Die öffentliche Zurschaustellung der eigenen Person geht weiter. Nach Twitter und seinen unzähligen Clones, bei denen man in Form von Kurznachrichten der Welt mitteilen kann, was man gerade tut, kommt jetzt eine neue Art des Microbloggings. “Habs gekauft” nennt sich das Ganze und zielt darauf ab, anderen Usern mitzuteilen, was man sich gerade gekauft hat. Viel hat die Website noch nicht zu bieten. Von Computertowern, SonyEricsson-Handys oder einem Top von H&M kann man dort lesen. Auch ein belegtes Brötchen und ein Magnum Mandel haben sich die User gekauft. Wahnsinn, was man alles kaufen kann. Laut Blog soll die Website helfen, anderen Leuten zu zeigen, welche coolen Produkte man besitzt. Wer hinter der unschlagbar genialen Idee steckt, wird nicht verraten – ein Impressum gibt’s auf der Website bislang nicht.
Bin gespannt, wann weitere dieser nützlichen Portale entstehen. habsverkauft.de, habsverschenkt.de oder habszertreten.de sind noch frei. Da geht also noch einiges… Wer will?
29. 06. 2007 08:57
Die schönsten E-Mails sind immer die, die man nicht erwartet. Wie in dieser Woche eine Mail von meinem alten Schulkumpel Michael. Der arbeitet als Inbetriebnehmer und ist derzeit in der Verfahrenstechnik tätig. Ganz kurz erklärt: Inbetriebnehmer rücken an, wenn eine Industrieanlage montiert wurde. Nach Prüfung der Anlage wird diese stufenweise angefahren und die Leistung optimiert. Im Idealfall wird dann beispielsweise Raps-, Soja- oder Palmöl zu Biodiesel verarbeitet.
Seit Mitte Mai ist Micha nun mit seinen Kollegen für eine Anlage in Cuenca in Spanien zuständig. Von seinen Erlebnissen und Eindrücken berichtet er in seiner Mail, die ich für so interessant halte, dass ich sie Euch nicht vorenthalten will.
Arbeiten in Spanien – ein Gastbeitrag von Michael Bergner.
(more…)
28. 06. 2007 08:37
Eigentlich sollte man es ja wissen, trotzdem sind wir reingefallen. Sonntagabend riefen wir bei Sonnenklar.TV an, um uns nach einer Reise zu erkundigen, die gerade on Air vorgestellt wurde. Das komische daran war, und das war auch Grund unseres Anrufes: in der Sendung und auch online stand, dass zwei Kinder gratis reisen. Gab man aber in der Anfragemaske den gewünschten Zeitraum ein, wurden auf einmal Kosten für das Kind angezeigt. Also riefen wir an, um nachzufragen. Man wolle sich kümmern, die Teamleiterin fragen und uns zurückrufen. Passierte aber nichts.
Heute riefen wir nochmal an, um nachzufragen. Plötzlich sei unsere Reservierungsnummer eine Buchungsnummer. Hallo?! Man hätte uns versucht, zu erreichen, natürlich reise das Kind gratis, das wäre ein Systemfehler gewesen und die Reise “wie gewünscht” gebucht. Sorry, nein. Unter diesen Umständen nicht mehr. Buchen ohne Rücksprache zu halten? Die Dame wolle nun sehen, was sie machen kann und ob die Buchung ohne Kosten storniert werden kann. Ich möchte sehr für sie hoffen, dass sie das kann….
Update: Nur der Vollständigkeit halber: Hat sich geklärt, alles storniert. Ob es auch so leicht gegangen wäre, hätte ich nicht die Pressestelle damit belästigt, weiß ich nicht. Danke an die Kollegen.
27. 06. 2007 19:36
27. 06. 2007 09:33
Der erste Sportartikelhersteller, die erste Automarke, der erste Radiosender – es scheint, als gäbe es in Bezug auf Second Life kein Ende der “wir waren die Ersten und sind obercool”-Chartliste. Nun hat die erste Chipsfabrik in der virtuellen Welt geöffnet. Intersnack, das Unternehmen hinter “funny frisch”, hat in Second Life eine komplette Fertigungsstraße gebaut.
Auszug aus der Pressemitteilung:
In den realistisch nachempfundenen Werkshallen werden sämtliche Herstellungsschritte von der Kartoffelanlieferung über das Waschen, Sortieren, Schälen, Frittieren und Würzen bis hin zur Verpackung dargestellt. Der virtuelle Produktionsleiter Snackwell Carter – gesteuert vom „realen“ Produktionsleiter der funny-frisch-Chips – führt zur Eröffnung durch das Werk und erklärt den Besuchern die Produktionsabläufe. [...] Auch in Zukunft werden die Besucher bei regelmäßigen Rundgänge mit Produktionsleiter Snackwell Carter den Produktionsprozess hautnah erleben können.
Snackwell Carter… Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Oder besser nicht, bei dem Glutamat, das die Jungs da reinmischen… Auch die Rechtfertigungen, warum man dem Zug noch hinterher rennt, werden immer skurriler:
“funny-frisch steht für genussvolle Lebensfreude pur und für Party – also gemeinsam erlebten Spaß. Beides Merkmale, die auch Second Life auszeichnen”, erklärt Christopher Ferkinghoff, Chef von Intersnack Deutschland. “Deshalb haben wir uns für einen Auftritt in dieser neuartigen Kommunikationswelt entschieden.”
Passenderweise hat silicon.de die Meldung in die Rubrik “auch das noch” gepackt.
27. 06. 2007 09:12
Taucha. Auch in der Parthestadt wurde im Rahmen des Cooking Cups wieder im Akkord gekocht: Drei Teams zeigten, dass sie sowohl schnell als auch schmackhaft und sauber kochen können. Regionaler Austragungsort des bundesweiten Wettbewerbes war, wie bereits im vergangenen Jahr, der Kochclub bei Küchen Weidner.
Das Thema des diesjährigen Wettbewerbes war mit „Fusion Cuisine“ umschrieben. Diese Art des Kochens lässt sich von Techniken, Zutaten und Gewürzen aus aller Welt inspirieren und vereint diese zu ganz neuen kulinarischen Ergebnissen. So lasen sich die Menüs, bestehend aus einer Haupt- und einer Nachspeise, auch sehr exotisch. Günter und Inge Baum aus Altenbach beispielsweise servierten Tilapia, eine Buntbarschart aus Afrika im Schinkenmantel mit Paprikasabayone, Risotto und Brokkoli. Michael und Waltraud Seiden aus Pobershau kochten live vor Gästen und Kunden des Küchenstudios Kartoffel-Mango-Rösti mit Entenbrust und Garnelenspieß auf Papaya-Kurkuma-Sauce.
Gewonnen hatte am Ende das erste Team des Abends: Iduna Jost und Andreas Müller aus Zwickau. Allerdings klang die Begründung von Jurymitglied und Sternekoch Mario Pattis anfangs gar nicht gut. Der Dresdner Hotelchef bescheinigte den Lebenspartnern zwar ein Kochtalent. Bei der Bezeichnung der Speise müsste allerdings etwas geändert werden. „Ich glaube, wenn ich auf meine Karte ,Duett von Thunfisch in Sesamhülle und Jakobsmuschel auf Drachenfrucht mit Mandel-Couscous und kleinem Salat mit Walnüssen‘ schreiben würde, bliebe ich auf dem Gericht sitzen“, sagte er. Trotzdem waren er und seine Jurykollegen Frank Lehmann und Bernd Lindner vom Herren- und Bio-Kochclub bei Weidner angetan von Geschmack, Zubereitung und Arrangement des Gerichtes. Als Nachspeise reichten die Zwickauer Hobbyköche Ile Flottante, also Eischnee, auf Erdbeercarpaccio in Blutorangenreduktion. Auch das verwöhnte die Gaumen der Jury.
Mit nur einem Punkt weniger und damit Platz zwei mussten sich Günter und Inge Baum zufrieden geben. Ausschlaggebend war laut Mario Pattis, dass das Gelingen des Nachtischs, bestehend aus gratiniertem Ziegenkäse auf Dattelsoße, nicht von der Kochkunst, sondern eher vom Backofen abhängig sei. Sichtlich geknickt und unzufrieden war Günter Baum mit dieser Begründung und versuchte, seine Stellungnahme „So isses halt“ nicht allzu sarkastisch wirken zu lassen. Trotzdem nahmen er und Ehefrau Inge die Entscheidung sportlich und gratulierten dem Siegerteam.
Das darf sich nun auf die Teilnahme am Halbfinale in Traunreut am Chiemsee freuen, wo 30 Siegerteams aus ganz Deutschland gegeneinander antreten. „Keine Ahnung, ob wir dort eine Chance haben. Dort liegt die Messlatte ja nochmal höher“, so Iduna Jost. Lust auf das Finale hätte sie aber schon. Kein Wunder, findet dies doch in Südafrika, dem diesjährigen Partnerland des Cooking Cups statt.
Erschien am 27.06.2007 in der Leipziger Volkszeitung.