von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
15. 06. 2007 17:21
Ich weiß ja nicht, woher die Deutsche Public Relations Gesellschaft die Weisheit nimmt:
Nach einer populären Ansicht wird der Redeerfolg vor allem durch das Auftreten des Redners bestimmt, weniger durch den Inhalt der Rede.
Häh? Mir ist doch egal, ob der Redner auf dem Podium besonders schick aussieht oder charismatisch rüberkommt. Was zählt ist der Inhalt. Wenn ein noch so redegewandter Mensch nur Blödsinn und Halbwahrheiten spricht oder von Dingen erzählt, von denen er nachweislich keine Ahnung hat, dann ist mir seine Persönlichkeit piepegal.
Und jetzt? Jetzt bestätigt das eine Studie.
Eine neue wissenschaftliche Studie widerlegt diesen Irrglauben. [...] Ein wesentliches Ergebnis: stets bestimmte der Inhalt des Redetextes die Reaktion des Publikums, trotz betonter oder unbetonter Stimme beim Vortrag oder lebhafter oder sparsamer Gestik des Redners. Der Wirkung eines starken Redeinhalts konnte eine gute Darbietung nur wenig hinzufügen.
Ach. Als ob es dieser Studie bedurft hätte. Manche müssen Zeit haben…
15. 06. 2007 13:12
Ist es frech von mir, wenn ich behaupte, der neue Programmdirektor von Hit-Radio Antenne hat eine ungesunde Hautfarbe? Trotzdem alles Gute und beim nächsten Sonnenbad etwas mehr aufpassen.
14. 06. 2007 19:05
Die Sache mit der Sperrfrist ist immer wieder belustigend. Pressestellen verbreiten ihre Pressemitteilungen über den Original-Text-Service (ots) der dpa. Und um auch alle Medien von der Wichtigkeit ihrer Mitteilung zu überzeugen, wird eine Sperrfrist verhängt. “Oooohhh, das muss ja wichtig sein!”, soll sich wohl der geneigte Redakteur denken und die Meldung sogleich für die Tags darauf erscheinende Zeitung einbauen.
D’rauf geschissen. Warum? Weil Sperrfristen in Zeiten des Internets sinnlos sind. Vor allem dann, wenn man das Internet zur Verbreitung der besperrfristeten Meldung nutzt. Wie die ARD. Die hat Infratest dimap für das ARD-Morgenmagazin am 12. und 13. Juni “die Bürger” (1000 Menschen) befragen lassen, welche Parteien denn am besten die Interessen von Arbeitnehmern vertreten. Und das kam raus.
43% der Befragten meinen, dass sich keine Partei richtig um die Belange der Arbeitnehmer kümmert. 28% halten die SPD für eine arbeitnehmerfreundliche Partei. 16% denken dies von der Union, 8% von den Linken, 3% von der FDP und 1% von den Grünen.
Steht im Internet. Und morgen werden die Ergebnisse dieser hochwichtigen und unheimlich interessanten Umfrage nochmal vorgelesen. Nachdem sie im Internet standen und bereits von den Zeitungen gedruckt wurden. Wenn sie es denn für interessant halten.
14. 06. 2007 12:55
Ganz kurz und ganz schnell: ich habe drei Karten für “Kult der 80er” am Sonnabend in der Windbergarena Freital. Eigentlich wollte ich selbst hin, bin nun aber verhindert. Wer die Karten haben will, meldet sich bitte per Mail (findet man im Impressum) bei mir. Bedingung: Die Karten müssen morgen (Freitag) persönlich bei mir abgeholt werden, da eine Versendung per Post im Zweifelsfall nicht rechtzeitig klappt. Alles weitere dann mit dem Gewinner.
Update: Will keiner? Dann eben nicht. Ist jetzt eh zu spät.
13. 06. 2007 09:08
Unter dem Namen DIGITAL 5 starten heuten die privaten Hörfunksender HIT RADIO FFH, Hit-Radio Antenne, radio ffn, Antenne Bayern und Radio Hamburg neue digitale Programme im Internet. Man wolle die Aktivitäten bündeln, heißt es in einer Pressemitteilung. Was so nicht ganz stimmt. Denn von einer Kooperation ist nur wenig zu spüren. So vermochten es die fünf Sender offenbar nicht, sich auf EINE Pressestelle für DIGITAL 5 zu einigen. So schickt munter jeder Sender seine eigene Mitteilung inklusive einer Standardmeldung, die für alle fünf gilt, durch die Lande. Wäre vielleicht zu einfach gewesen, alle digitalen Stationen in EINE PM zu packen und zentral von EINEM Account aus an alle Medien in den jeweiligen Sendegebieten zu verschicken. Stattdessen werden alle Presseansprechpartner der fünf Sender aufgeführt.
Einige Sender scheinen auch das Internet nicht wirklich verstanden zu haben. HIT RADIO FFH spricht von neuen Sendern für Hessen – als wenn die Streams nur in Hessen erreichbar wären. Unverständlich auch, wieso es für die angeblich so wegweisende Kooperation keine gemeinsame Website gibt. digital5.de und digital-5.de sind noch frei, ebenso digital-5.com. Auf digital5.com findet sich ein Roulette-Blog. Liebe Domaingrabber, Eure Chance ist gekommen! Vielleicht lohnt es sich ja doch mal und die DIGITAL 5 erkennen irgendwann, dass es für potenzielle Hörer schick sein könnte, ALLE der angebotenen Streams zentral über eine Website anwählen zu können. Aber vielleicht geht die Kooperation am Ende ja doch nicht so weit. Eventuell hat man Angst, das eigene Angebot könnte nicht beachtet werden, wenn es auf einer gemeinsamen Kooperationswebsite auftaucht.
Die neuen digitalen Sender sind ein Schritt in die richtige Richtung. Von einer Kooperation zu sprechen ist allerdings wohl verfrüht. Bitte nochmal hinsetzen und GEMEINSAM überlegen.
12. 06. 2007 16:02
Schwule gelten als kreativ, liebevoll, geschmackvoll und stilbewusst. Das ist nichts Neues und eigentlich sollte man es vermeiden, Schwule und Lesben überhaupt noch zu erklären. Ich zähle mindestens fünf Homosexuelle zu meinen Freunden. Einige von denen bezeichnen sich als “Tunte”, “Tucke” oder “Tante”. Sprich: sie nehmen sich selbst nicht so ernst.
Warum muss dann ein Radiosender, ausgerechnet ein Radiosender, wo erwiesenermaßen vor allem in Funk und Fernsehen Schwule arbeiten, warum muss also ein Radiosender, der vom Christopher Street Day berichtet, sich den Beinamen “Die warme Welle” geben? Sind es nicht gerade solche Sprüche wie “Na, Du warmer Bruder” oder “Ganz schön warm hier!”, die Schwule immer wieder zu hören kriegen? Oder sehe ich das zu verbissen und auch diese Formulierung ist eine, über die man lachen kann?
12. 06. 2007 14:01
Na, wer fühlt sich jetzt angesprochen? Sicher die richtigen….
Worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist das hier: Männerfreundschaften beispielsweise. Ist es nicht rührend, wie sehr sich Dieter Bohlen und Mark Medlock verstehen?
“Er muss einfach aufpassen, was er sagt, damit man ihn nicht falsch versteht. Bei ihm heißt ‘Ey, du Drecksack’ eben ‘Du bist mein Freund’. Zu mir sagt er dauernd ‘Drecksack’.”
Nun, wer tut das nicht. Vielleicht ist das der Grund, dass Herr Medlock so einsam ist, wie Bohlen sagt. Obwohl Medlock drei Katzen hat. Aber immerhin scheint Mark dem Dieter wieder die Lust zum Schreiben zurückzugeben. Dem Schreiben von richtig guten Texten:
Eine Zeile habe ich gefühlte 600-mal geändert, die von ‘You Can Get It’. Da habe ich vier Nächte nicht geschlafen, weil ich nicht wusste, ob ich ‘Get It’, ‘Want It’, ‘Do It’ oder sonst was nehme. Darum geht es doch: Die Worte zu finden, die passen und auch noch gut klingen.
Ach Dieter, Du schaffst das! Denn wie heißt es so schön: “You can get it if you really want, but you must try, try and try…” Alles Gute!
Wem nach mehr Belanglosigkeiten dürstet: YAM hat sie alle.
11. 06. 2007 16:25
Und, wie war’s für Dich?
Ochja, danke. Und bei Dir?
Hmmja.
Ja, in Leipzig wird wieder der Verkehr befragt. Vielmehr die Menschen, die sich aktiv beteiligen am Verkehr, weil Sie beispielsweise in Delitzsch wohnen aber in Grünau arbeiten. Oder umgedreht. Oder so. Dazu gab’s hier schonmal was. Erlaubt sei nur der Nachtrag, dass am Donnerstag nun ein Pressegespräch stattfindet, in dem die Hintergründe des künstlich verursachten Staus erklärt werden sollen. “In Kürze” werde die Befragung stattfinden, steht in der Pressemitteilung dazu.
Hoffentlich ist man im Rathaus wenigstens so schlau, noch zu warten, bis sich die Hitze gelegt hat. Sonst können parallel zu den Interviewern auch gleich Promo-Teams von Mineralwasserfirmen ausschwärmen. Oder die Feuerwehr mit Spritzenfahrzeugen. Hei, das wird ein Spaß auf der Maximilianallee!
Wenn ich Zeit hab, schau ich mal hin, ins Rathaus.
10. 06. 2007 00:27
Keine Foto- oder Videokamera, kein Notizbuch, kein Macbook, kein Aufnahmegerät oder sonstiges hatte ich heute dabei, als ich mit Frau und Kind zum World Pyro Award war. Total privat, auch mal schön.
So saßen wir auf dem Hang und schauten uns an, was da so in den Himmel gezaubert wurde.
Und ja, es war gigantisch. Im Kampf um den Titel des weltbesten Pyrotechnikers traten heute die Ukraine gegen Portugal an. Ich möchte nicht in der Jury sitzen. Die Ukraine legte ordentlich vor, ließ es mächtig knallen, malte pyrotechnische rote Herzen in die Luft und ließ beispielsweise weißes Feuerwerk am Boden so drehen, dass man denken konnte, drei Ballerinas vollführten dort ihre Pirouetten. Portugal zog nach, allerdings aus meiner Sicht etwas ruhiger und bedachter. Zu “Bed of Roses” von Bon Jovi gab’s zarte Farben und teilweise 100 Prozent synchrone Elemente. Das Finale knallte und plauzte dann derart, dass ich fast schon ein wenig Mitleid mit den Waldstraßenbewohnern hatte. Aber die waren eh alle auf der Festwiese, wenn man sich den Stau in Richtung Innenstadt dann ansah.
Nee, war wirklich schön. Fotos oder Videos gibt’s von mir keine. Ich finde sowieso, dass so etwas nur im gesamten vor Ort wirkt. Mit Musik, dem “wwwwooooaaaaaauuuu!” der Zuschauer und dem gleißenden Licht, das für Stechen in den Augen und Gänsehaut auf den Armen sorgte.
Nächstes Wochenende gibt’s dann Teil 2: Italien tritt gegen Polen an. Wird doch nochmal gehen, liebe Waldsträßler, oder?
09. 06. 2007 17:20
So schnell kann’s gehen. Da freut man sich erst – und schon verschwindet ein Feature wieder. Lag wohl an den vielen bösen Kommentaren im Blog. Offenbar funktionierten die thematisch passenden Empfehlungen nur bedingt. Diverse User beschwerten sich über Porno-Videos, die in der Dock-Leiste als “related” zu Familienvideos eingeblendet werden.
Standardmässig ist nun das Dock am unteren Bildschirmrand verschwunden. Wer wirklich related Videos sehen will, klickt auf den “Menu”-Button. Wer den gar nicht haben will, muss in der Codezeile ein rel=0 einfügen. Wie’s geht, schreibt das YT-Blog.
Und weil’ thematisch wirklich zum Wetter und überhaupt passt:
[youtube]4o1cs4RtjY8[/youtube]