von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
16. 10. 2007 10:56
Taucha. In Zeiten von Internet, Computerspielen und einem allumfassenden Fernsehprogramm muss sich ein Zirkus jede Menge einfallen lassen, um Publikum zu finden und zu unterhalten. Noch viel zu tun für den Circus Constanze Busch, der am Wochenende in Taucha gastierte. Denn die Elemente, die einen Zirkus ausmachen, fehlten nahezu komplett oder wurden nur halbherzig umgesetzt. Die Erwartungen vieler Tauchaer wurden daher nicht erfüllt.
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13. 10. 2007 18:52

Gesendet per Handy von Axt. Muss irgendwo hinter dem Lindenauer Hafen sein, sagt er. Genau lokalisieren ließ sich das nicht. Weiß jemand genaueres? Sieht jedenfalls verschärft aus…
Update: Danke an die Hinweisgeber. LVZ-Online hat was dazu – auch noch mehr Fotos. Und bei Heldenstadt.de habe ich noch mehr Fotos verlinkt.
13. 10. 2007 10:11
Gemeinsam mit meinem Kollegen Frank Döring habe ich einen Artikel über die witzigen Pressemeldungen der Polizei Leipzig geschrieben. Der Artikel erschien heute, am 13. Oktober 2007, in der Leipziger Volkszeitung. Die Links im Text habe ich hinzugefügt.
Pressemitteilungen von Behörden und Institutionen zählen nicht unbedingt zu jener Art Lektüre, die junge Menschen üblicherweise verschlingen. Dröge und kryptisch ist noch das Freundlichste, was man der gemeinen Amtsprosa nachsagt. Nicht so im Fall der täglichen Pressemitteilungen der Polizeidirektion Leipzig. Diese sind mittlerweile unter Leipziger Bloggern Kult geworden, werden im Internet in Weblogs rege zitiert und verlinkt.
„Sturmhaube macht nicht unsichtbar“, „Honda jetzt HonWeg“, oder „Cannabis als Vogelfutter“ – mit solchen Schlagzeilen machen die Mitarbeiter der Pressestelle täglich ihre Berichte auf, die nicht nur per E-Mail an einen riesigen Presseverteiler versandt werden, sondern auch im Internet nachzulesen sind. Dort ist dann etwa von einem „warm angezogenen“ Dieb die Rede, der gleich zwei Anzüge unter seiner Bekleidung aus einem Geschäft tragen wollte. Oder von Wildschweinen, die sich „pflichtwidrig von der Unfallstelle entfernten.“ Auch „friedliche Gartenzwerge“, die „attackiert“ wurden, waren schon Gegenstand der Berichterstattung.
Die saloppe Schreibe sprach sich unter Betreibern von Weblogs schnell rum. Marcel Nowicki beispielsweise empfahl seinen Lesern bereits im Januar die humorige Website. „Diese unfreiwillige Komik hat mich fasziniert, das musste ich einfach weiterverbreiten“, so der 26-jährige Systemadministrator. Auch Florian Treiß, Leipziger Journalist und Blogger, amüsierte sich köstlich über die „Polizeiprosa“ und schrieb: „Subtil formulieren sie eine Mischung aus bestem Amtsdeutsch und hübschen Kalauern. Wer kennt bitteschön eine Polizeipressestelle, die sprachgewandter ist als die Leipziger?“ Die Macher von Heldenstadt.de, einem Leipzig-Blog mussten ebenso schmunzeln und veröffentlichten Auszüge aus den witzigen Pressemitteilungen. Betreiber Guido Corleone: „Wenn die Polizei nun noch anfängt zu reimen, hätte das fast schon Wilhelm Busch’sche Qualitäten.“
Ein Kult war geboren. Was fehlte, war ein so genannter RSS-Feed. Der ermöglicht es, Artikel auf Websites auch über das Mailprogramm oder spezielle Reader zu lesen, ohne die jeweilige Internetseite anzusteuern. Das veranlasste Torsten Baldes von der Medienagentur Medienfreunde, für die statische Website einen solchen Service anzubieten. „Ich habe den Dienst eines Fremdanbieters dazu genutzt, weil mich die Nachrichten interessiert haben. Die saloppe Formulierung der ernsten Themen ist sehr unterhaltsam“, sagt er.
Die unverhofften Kultstars in der Pressestelle der Polizeidirektion zeigen sich hocherfreut über die Resonanz auf ihre Schaffenskraft. „Es ist doch schön, wenn dies auffällt“, sagt etwa Polizeikommissar Andreas Loepki. „Deshalb lassen wir uns ja auch jeden Tag etwas Originelles einfallen.“ Sein Kollege Andreas de Parade pflichtet bei. „Mit einer lockeren Schreibweise und einer knackigen Überschrift kann man auch eine Geschichte interessant machen, die auf den ersten Blick eher banal erscheinen mag“, hat der Polizeioberkommissar festgestellt. Polizeioberkommissarin Silvaine Reiche berichtet: „Das ist schon manchmal ein richtiger Wettstreit unter uns, wer die beste Überschrift hat. Natürlich wägen wir jedes Mal sehr genau ab, bei welchem Fall Ironie oder eine flotte Schreibe angebracht sind.“ Denn Berichte über Unfälle mit Verletzten beispielsweise oder über Opfer von schweren Straftaten werden bei allem Bemühen um Originalität weiterhin in der gebotenen Ernsthaftigkeit verfasst.
Im Mittelpunkt der Pressearbeit stehe stets die Information, betont Mario Luda, der als Leiter des Direktionsbüros die Öffentlichkeitsarbeit betreut. „Als bürgernahe Polizei wollen wir diese Mitteilungen auch klar und deutlich artikulieren“, erklärt der Polizeirat. Die bei Polizeidienststellen normalerweise gepflegten Begrifflichkeiten seien da „nicht immer verständlich“. Mithin bemühe man sich inzwischen um eine „junge und frische Art“ der Präsentation. Luda nennt dies „proaktive Pressearbeit“ – ganz ironiefrei.
12. 10. 2007 13:11
Na huch. Dass man meinen Namen ständig falsch schreibt, daran habe ich mich bei der täglichen Werbeflut gewöhnt. Aber dass ich jetzt ein Taxiunternehmen bin, war mir neu.
War übrigens Werbung vom smart Center Leipzig. Meine Adresse hätten sie aus Klicktel, hieß es da. Doll. Aber als Taximensch stehe ich dort nicht drin. Was ein Taxibetrieb mit einem smart soll, ist mir auch etwas schleierhaft. Geht denen wohl vor allem darum, die Elefantenrollschuhe gleich mit angeklebter Werbung zu verkaufen.
Der eigentliche Witz aber ist die Überschrift: “Es sind die kleinen Dinge, die eine Firma am Laufen halten.” Eben. Am Laufen.
12. 10. 2007 10:56
Kann mir mal einer sagen, was hier los ist? Ich recherchiere gerade für einen LVZ-Artikel und hole Meinungen ein. Was dabei auffällt: Zu dem Problem, das ich anspreche, hat jeder eine Meinung. Meist eine sehr überzeugte, die die Befragten auch mit deutlichen Worten zum Ausdruck bringen. Wenn es allerdings darum geht, den Namen in der Zeitung zu nennen, ziehen ausnahmslos alle den Schwanz ein. Aus Angst vor Konsequenzen. Das verstehe ich nicht. Wo ist der Mut der Leute geblieben? Wenn ich eine Meinung vertrete – und vor allem mit solchem Nachdruck – dann stehe ich doch dazu, egal, was kommt. Oder nicht? Und wir sprechen hier nicht von Themen wie Familienwerte und Autobahnen, sondern von mietrechtlichen Dingen.
12. 10. 2007 08:05

Taucha. In seinem Arbeitsvertrag ist im Absatz der ausgeübten Tätigkeit „Raubtierdompteur“ vermerkt. Was dort nicht steht, ist, dass Franceso DaCapo der jüngste Dompteur Europas ist, der mit großen Katzen arbeitet. Ab heute und noch bis Sonntag will der 24-Jährige, der auf den bürgerlichen Namen Rolf Cramer hört, mit seinen fünf sibirischen Tigern die Tauchaer und ihre Gäste beeindrucken. So lange gastiert der Circus Constanze Busch auf dem Parkplatz an der Wurzner Straße.
„Angefangen habe ich mit Pferden und Hunden, mich dann Schritt für Schritt an größere Tiere gewagt“, sagt Francesco, der ein typisches Zirkuskind ist. Seine Eltern hatten einen eigenen Zirkus, von Beginn an ist er gemeinsam mit ihnen durch die Lande gefahren, lernte so das Leben und Arbeiten mit den Tieren. Darum ist es für ihn heute ganz normal, in den Käfig zu steigen und die Raubtiere nah an sich heran zu lassen.
„Natürlich ist es gefährlicher als ein Bürojob. Aber wenn man weiß, wie man mit Tigern umzugehen hat, ist es eigentlich ganz einfach“, meint er. Bei Shadow und Bagira, den beiden jüngsten großen „Miezekatzen“ des Circus Busch hätte Rolf aber leichtes Spiel. „Sie sind zwei Jahre alt und haben eine ruhige Mutter, was sich auch auf die Kinder überträgt. Ich arbeite gern mit ihnen, sie sind gelehrig und hören auf mich. Meistens jedenfalls“, schmunzelt er. Tiger zu dressieren sei eine Herausforderung. „Von 1000 Tieren hat man zwei, die wirklich richtig gut sind“, so der Dompteur.
Abseits des Käfigs beäugt Claudia Becher, Freundin von Rolf Cramer, das Geschehen. „Na klar bewundere ich ihn darum, aber ich habe ständig Angst um ihn“, sagt die Buchhalterin aus Lößnitz. Mit dem Zirkusleben hat sie nicht viel am Hut. „Nur am Wochenende oder im Urlaub fahre ich hinter Rolf her.“
Außer den fünf Tigern gibt es im Circus Busch noch rund 70 weitere Tiere bei ihren artistischen Einlagen zu bestaunen. Kamele, Büffel, Pferde, Zebras, Lamas und Kaninchen beispielsweise. Auch eine Feuershow und den ältesten noch aktiven Jongleur Deutschlands. Egon ElGano nennt sich der 70-jährige Zwickauer, der eigentlich Kunzmann mit Nachname heißt.
Vorstellungen sind heute und morgen um 15.30 und 19 Uhr, Sonntag um 15 Uhr. Täglich von 10 bis 12.30 Uhr dürfen die Tiere angeschaut werden. Karten für zehn bis 28 Euro gibt’s täglich von 10 bis 12.30 Uhr und eine halbe Stunde vor jeder Vorstellung.
Erschien am 12. Oktober 2007 in der Leipziger Volkszeitung.
11. 10. 2007 23:22
Gibt es Computerprogramme, die ich wirklich liebe? Diese Frage stelle ich mir gerade, während ich mir die neueste Pressemitteilung von Quark durchlese. Das Unternehmen startete soeben eine Kampagne, die Usern dazu verhelfen soll, die eventuell eingerostete Liebe zu QuarkXPress neu aufflammen zu lassen.
Programme, die ich liebe – je länger ich darüber nachdenke, desto weniger Beispiele fallen mir ein. Das neue Winamp 5.5 gehört mit Sicherheit nicht dazu, nach den Bugs, die ich bereits nach zwei Tagen Benutzung feststellte. Dazu vielleicht später mehr. Auf dem Amiga gab es Programme, die ich wirklich liebte. Term, das ultimative Terminalprogramm etwa. Eine Gattung von Software, die man heutzutage gar nicht mehr benötigt. Oder MUI, ein Programm, mit dem man die komplette Oberfläche, die Workbench, des Amiga optisch und haptisch verändern konnte. Toolmanager gehört ebenso dazu. Oder CNet BBS – ein wundervolles Programm zum Betrieb einer eigenen Mailbox. Schon alleine die Erklärung, was eine Mailbox damals war, würde heute zu weit führen. Aber damals – damals hat man diese Programme geliebt.
Und heute? Heute versucht eine Firma wie Quark einem Quasi-Standard neues Leben einzuhauen, indem es emotionalisiert wird. “Verlieben Sie sich in QuarkXPress”, steht auf der zur Kampagne gehörenden MicroSite. Liebe Quarkser – macht Euch bitte nichts vor. Wer Quark nutzt, tut das vor allem, weil er es muss. In der Zeitungsredaktion, in der Agentur, im Journalistenbüro. Weil es eben der Standard ist und Zulieferer oder Kunden ebenso damit arbeiten. Lieben wird Quark niemand. Ich kenne jedenfalls keinen Layouter, der das tut, auch wenn er Shortcuts verinnerlicht hat und im Schlaf runterbeten kann.
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11. 10. 2007 20:53
Wohl um der Diskussion um Zweitjobs von vornherein aus dem Wege zu gehen, hängt Michael Sagurna seinen Job als PR-Berater an den Nagel, bevor er Chef der Sächsischen Staatskanzlei wird. In einer E-Mail schreibt er heute Abend:
Zum 15. Oktober werde ich meine Beratungstätigkeit in Dresden einstellen. Ebenso wird im Oktober die Dresdner Firma MICHAEL SAGURNA AGENTUR ihr aktives Geschäft beenden, da ich ein Ministeramt in Sachsen antreten werde. Die Weiterführung der privatwirtschaftlichen Tätigkeit ist mit einem solchen Amt nicht vereinbar.
[...]
Unsere Kunden wurden von diesen Veränderungen schon im September unterrichtet und haben den damit für Sie verbundenen besonderen Aufwand (vorzeitige Vertragsbeendigungen, Weitergabe von Aufträgen an Dritte, Gewöhnung an neue Partner etc.) klaglos auf sich genommen, wofür meine Mitarbeiter und ich uns herzlich bedanken. Ebenso danke ich für die in den letzten Tagen überbrachten vielen freundlichen Rückblicke auf unsere Zusammenarbeit und für die guten Wünsche, die Sie mir für die neue Aufgabe zugerufen haben.
Dass ich nun für einige Zeit wieder in die Politik wechsle, war nicht geplant, wie diejenigen, die mich näher kennen, wissen. Ich werde mich mühen, in dem neuen Amt für den Freistaat Sachsen so nützlich und wirksam zu sein wie möglich.
Klingt irgendwie traurig…
(Links von mir)
11. 10. 2007 17:45
… wenn ich hier “Tittenmonster” statt “Tintenmonster” gelesen habe?
11. 10. 2007 13:51
Keine Ahnung, was sie hatte, ich kann kein dänisch. Entweder sie leidet unter Bulimie, hatte einfach nur Magenprobleme oder wollte ihrem Chef mal die Meinung sagen…