GROSSE WORTE

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for November, 2007

Gesprächstherapeuten wollen Ballerspiele verbieten

Heute erreichte mich ein Brief von der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie e.V. Was es alles gibt. Die dort versammelten Experten Psychotherapeuten fordern ein Verbot von Computerspielen (unterstrichen), in denen Jugendliche für das Töten und Foltern von Menschen belohnt werden. Solche Spiele würden zunehmend verharmlosend als “Ballerspiele” vermarktet. Die Psychos meinen, der Begriff “Medienkompetenz” würde als Deckmantel dafür herhalten. Darum fordern sie eine “Medienbildung” für Kinder Jugendliche. Erreicht werden soll ein gesetzliches Verbot gewaltverherrlichender Spiele, damit “der Grundkonsens einer humanen Gesellschaft erhalten” bleibe.

Zu Wort kommt in der leseunfreundlichen fünfseitigen Pressemitteilung eine gewisse Elke Ostbomk-Fischer. Die ist immerhin Hochschul-Dozentin und Mitglied in diesem Psycho-Verein. Diese wirft jungen Menschen vor, mittlerweile eine “Medienverwahrlosung” entschreckendes Ausmaßes erreicht zu haben. Politischen Verantwortlichen rät sie, umgehend zu handeln, “bevor eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen vom Strudel der Gewalt mitgezogen wird.” Boah, liebe Elke, haben Sie im Nebenfach Theatralik studiert?

Konkret wird die dolle Dozentin nicht. So nennt sie weder Beispiele für solche Spiele, die unsere Kinder in einen Gewaltstrudel ziehen würden, noch, was sie konkret an diesen bösen Spielen stört. Wahrscheinlich kennt Frau Ostbomk-Fischer nicht ein einziges. Stattdessen wird die “Bundesratdrucksache 2007-0001-0100/76-07” zitiert, in der Killerspiele so beschrieben werden: “Spielprogramme, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnlichen Wesen darstellen und dem Spieler die Beteiligung an dargestellten Gewalttätigkeiten solcher Art ermöglichen.”

Ein absoluter Lacher ist die Checkliste, mit deren Hilfe man ein Computerspiel selbst beurteilen soll. Zu finden, wie auch die komplette Pressemitteilung, auf der Website des merkwürdigen Vereins ohne Sachkompetenz.

Aber vielleicht sollte ich nicht so hart ins Gericht gehen mit Frau Elke. Denn immerhin hatte sie eine schwere Kindheit, wie in ihrer Vita zu lesen ist:

Frühe Begegnung mit sozialen Problemlagen durch den Beruf der Mutter als Leiterin einer Kindertagesstätte im Sozialen Brennpunkt.

Machen Sie sich nichts draus – alles wird gut…

Der Inquirer hat auch was dazu. Inklusive Links zu Studien in den Kommentaren.

Jack this out!

Der Lottojackpot, er steigt immer weiter. Am Sonnabend sind 38 Millionen drin. Ich habe am Mittwoch eine richtige Zahl bei Super 6 gehabt, den Sonnabend davor einen Dreier. Soll man das Glück nochmal herausfordern? Oder ist das genug Lottoglück gewesen, zweimal hintereinander wenigstens einen Kleingewinn abzuräumen? Die Chance, zu gewinnen, wird ja nicht größer, nur weil der Jackpot jetzt höher ist. Hmm.. Naja, ein bisschen Zeit zum Überlegen hab ich ja noch. :-)

Den Vogel zum Thema schießt übrigens n-tv.de ab – mit einer Bilderserie, die – Trommelwirbel – 49 Seiten (und einige mehr für Vor- und Abspann) beinhaltet. Richtig, 49 Zahlen, die eindrucksvoll abgebildet werden. Für den Fall, dass man grad nicht weiß, wie 3, 17, 20 etc. geschrieben werden….

  • 2 Comments
  • Filed under: Anderes
  • Herr der Konsolen plant Museum in Leipzig

    Herr der Konsolen plant Museum in LeipzigWenn es in Deutschland einen Experten für Spielkonsolen gibt, dann dürfte es der Leipziger René Meyer sein. Der Journalist und Buchautor ist den Geräten hoffnungslos verfallen, hat hunderte alte und die neuesten Exemplare in seiner Stötteritzer Wohnung aufgetürmt. Im August bekam er für seine Sammelleidenschaft einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Kein Wunder also, dass der 37-Jährige auch bei den Medien ein gefragter Experte ist. Jetzt besuchte ein Kamerateam des Nachrichtensenders n-tv den Herrn der Konsolen.

    Redakteurin Stephanie Wätjen interessierte sich vor allem für die neueste Technik. Mit Meyer spielte sie an Nintendos Wii. „Die Konsole ist vor allem etwas für Familien, die Spielspaß suchen. Da kommt man teilweise ganz schön ins Schwitzen“, so der Journalist. Auch zur Playstation 3 sowie zur Xbox 360 und den kleinen Geräten Nintendo DS und Playstation Portable gab er Auskunft. Der Vergleichstest soll am 3. Dezember um 18.30 Uhr bei n-tv im Rahmen einer Spezialsendung laufen.

    Seine Konsolensammlung, die nach der Games Convention nochmals um weitere 100 Geräte anwuchs, will Meyer zukünftig am liebsten in ein kleines Museum umsiedeln. „Es gibt bereits Anfragen verschiedener Städte, ich will die Ausstellung aber in Leipzig etablieren“, sagt er. Jetzt sucht er nach Möglichkeiten und Partnern für die Finanzierung.

    Erschien am 29.11.2007 in der Leipziger Volkszeitung.

    GC bekommt Leipziger Tourismuspreis 2007

    Na es geht doch. Die GC hat den Leipziger Tourismuspreis 2007 bekommen. Alle Infos und weiterführende Links im GC-Blog.

    Kulturelles Dingsda

    Das Netz als “kulturelles Dingsda” zu begreifen, hat also mit Blogberatung zu tun? Ja, nee, iss klar. Aber ist ja momentan eh nur Blindtext wahrscheinlich. Bin gespannt, was uns Markus Biedermann (Blog) so zu erzählen hat. Demnächst. Der Testeintrag steht laut Feed allerdings schon seit 10. Januar 2007 dort. Würdsch mal ändern. Oder die Website löschen. So jedenfalls wirkt es wenig glaubwürdig.

    Hatte ich schon erwähnt, dass wir die BlogSolution-Website erweitert haben?

  • 4 Comments
  • Filed under: Mediales
  • Interessenten rennen offene Türen ein

    Taucha. Gedränge herrschte am Sonnabend in den vollsanierten Wohnungen in der Friedrich-Engels-Straße 51. Tauchas städtische Wohnungsgesellschaft Immobilienbetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH (IBV) hatte am Sonnabend zum Tag der offenen Tür eingeladen. Doch nicht nur die beiden vor kurzem fertig sanierten Quartiere konnten besichtigt werden, auch andere Objekte wurden vorgestellt – die Hausmeister begleiteten jeden in die gewünschte Wohnung.

    „Wir wollen hier die Vorzüge des Wohnens in Taucha zeigen“, erzählte Reinhard Müller, kaufmännischer Geschäftsführer des Unternehmens. So informierten die Beraterinnen nicht nur über die Wohnungsangebote, sondern auch etwa über die Jubisch- und die Mehrzweckhalle, über das Parthebad und die Infrastruktur wie Straßenanbindungen und Autobahn, Kindergärten und Schulen. „Es geht darum, zu zeigen, dass Taucha kein eingeschlafenes Dorf ist“, so Müller, der sich vor allem über Leipziger Interessenten freute. „Wir haben Leute aus Paunsdorf, Schönefeld und Thekla hier gehabt“, informierte er. Die Wota-Kampagne (Wohnen in Taucha) weckt offenbar die Neugier auf die Parthestadt. Der überwiegende Teil der Besucher kam aber aus Taucha selbst, was Müller ebenso freute: „Da wir auch weiterhin sanieren wollen, sind wir daran interessiert, die Mieter aus unsanierten Gebieten schnell in neue Wohnungen zu bringen.“

    Unter den Schaulustigen waren auch Karl-Heinz Mai und seine Familie. Die Wohnungen in der Friedrich-Engels-Straße konnten ihn aber nicht reizen. „Das ist alles viel zu klein hier, das Schlafzimmer zu eng, die Küche ebenso. Ich glaube, das ist mehr für alte Leute oder junge Paare als Übergang“, urteilte er. Den einzigen Vorteil der städtischen Wohnungsgesellschaft machte er in der Höhe der Miete aus. „Die erhöhen vielleicht nicht so schnell wie ein privater Vermieter. Bei uns steht demnächst eventuell ein Wechsel des Hausbesitzers an, darum schaue ich mich schon einmal um. Eine gute Wohnung zu finden, ist aber schwer.“ Anderen gefielen die vorgestellten Unterkünfte schon recht gut.

    Mit der Resonanz des Schautages zeigte sich IBV-Geschäftsführer Achim Teichmann am Ende zufrieden. „Unsere Vermittlerinnen und Hausmeister hatten ständig zu tun, zeitweise drängelten sich mehrere Familien in den Wohnungen und wir haben für mehrere Objekte feste Reservierungsanfragen erhalten. Wir sind überwältigt und veranstalten so etwas sicher wieder.“

    Erschien am 27.11.2007 in der Leipziger Volkszeitung.

    Tauchaerin überzeugt Fraunhofer-Institut

    tina_zellen_1.jpgTaucha. Eine Krebszelle breitet sich im Körper aus. Doch eine Killerzelle ist schon auf dem Weg. Sie dockt an der Krebszelle an und sendet einen Botenstoff. Daraufhin bekommt die bösartige Zelle den Impuls, sich selbst zu zerstören. Noch ist dieses Szenario Utopie, eines Tages könnte die Vorstellung von Tina Kupetzky aber Wirklichkeit werden. Die 17-jährige Gymnasiastin brachte ihre Gedanken zur Medizin der Zukunft mit Acrylfarbe auf Leinwand. Jetzt ist sie Gewinnerin eines Wettbewerbes des Leipziger Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI). Und sichtlich stolz darauf.

    „Das IZI hat Schüler in Leipzig und Umgebung aufgerufen, sich Gedanken zur regenerativen Medizin im Jahr 2050 zu machen und wollte künstlerische Beiträge dazu haben“, erklärt Tina. Da die Zwölftklässlerin in ihrer Freizeit gern malt, nahm sie die Herausforderung an. „Eigentlich male ich lieber Landschaften, aber weil ich mich auch sehr für Biologie interessiere, hab ich es einfach versucht. Ich fand die Idee gut, Bio und Kunst zu verbinden“, sagt sie. „Leben durch Selbstmord“ hat sie ihr Werk genannt. Weil sich die Krebszelle selbst richtet, überlebt der von ihr befallene Mensch. Dass ausgerechnet ihr Bild den ersten Platz machen würde, hätte Tina nicht gedacht. „Ich wurde zum 3. Weltkongress für regenerative Medizin im Oktober eingeladen . Dort wurde mein Bild auf einer Staffelei ausgestellt. Das stand direkt vor wissenschaftlichen Postern, direkt im Blickfeld, ein schönes Gefühl!“
    Neben diesem Ruhm gewann Tina auch ein zweiwöchiges Praktikum im Fraunhofer-Institut, das sie wahrscheinlich in den Winterferien absolvieren will. Dieses Praktikum könnte ihr später helfen. „Ich will auf jeden Fall in Richtung Biologie studieren, da kommt ein wenig praktische Vorbelastung gerade recht“, meint Tina. Das Malen soll aber auch weiterhin ihr Hobby bleiben.

    Der Schülerwettbewerb des IZI indes geht noch weiter. Bis Ende Januar können Projekte im biologisch-technischen Bereich eingereicht werden, die sich mit dem Thema der regenerativen Medizin beschäftigen.

    Erschienen am 23.11.2007 in der Leipziger Volkszeitung.

    eBay stirbt langsam - auf schwäbisch

    Einfach nur genial.

    via bwlzweinull

  • 2 Comments
  • Filed under: Lustiges, Mediales
  • Vodafone gegen T-Mobile

    Vodafone wird mir immer sympathischer. Wo ist eigentlich E-Plus? Wollen die nicht mitspielen? Genug Sand und Förmchen gibt’s doch….

    Catcontent

    Sorry, aber das muss einfach sein.

    Soooo cute! :-)

  • 0 Comments
  • Filed under: Lustiges

  • Empfehlungen




    Photos bei flickr

      BarCamp LeipzigBarCamp Leipzig - SessionplanBarCamp Leipzig - SessionplanBarCamp Leipzig - SessionplanBarCamp Leipzig - SessionplanungBarCamp Leipzig - Sessionplanung


    Letzte Kommentare

    Über

    Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Außerdem übe ich Kritik an Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien oder mache mich schamlos über missglückte Pressemitteilungen und eigenartige Unternehmens-PR lustig. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.

    XING

    Twitter & Me


      Projekte & Referenzen

      Event- und Messe-Blogs

      BlogSolution
      GC-Blog
      AMI-Blog

      Mediennetzwerk

      4und20.net
      Gastro-Text
      Deborah Sasson

      Weitere

      Medienrauschen
      Heldenstadt

      Links


      Archiv


      Meta


      bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis
      Bloggeramt.de