von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
01. 12. 2007 08:09
Taucha. „Na hallo meine Hübschen!“, begrüßt Antje Schmidt zwei schneeweiße Hunde in der Tauchaer Tierauffangstation. Die beiden Vierbeiner erwidern dies sofort mit aufgeregtem Bellen und heftigem Schwanzwedeln. Tierpfleger Klaus-Dieter Jacob öffnet den Zwinger und sofort stürmen die Tiere raus, springen an der Frau hoch, um dann quer durch den Eingangsbereich des Tierheims zu laufen und sich zu raufen.
Die pure Lebensfreude der Samojeden – so der Name der Rasse – ist leicht erklärbar: „Tizia und Pepe sind quasi dem Tod von der Schippe gesprungen, sie waren auf einer Tötungsstation in Spanien“, sagt Antje Schmidt. Die 43-Jährige ist Mitglied der Organisation „Samojede in Not“, die regelmäßig Hunde aus Spanien und anderen Ländern vor dem sicheren Tod bewahrt. „Die Tiere lebten ursprünglich auf der Straße oder wurden von ihren Besitzern ausgesetzt. Danach kommen sie meist in die Stationen. Holt sie dort keiner innerhalb von 21 Tagen ab, werden die Hunde oft bestialisch getötet, da es um den Tierschutz in Spanien schlecht bestellt ist“, so die Tierschützerin.
Im Falle von Pepe verhielt es sich anders – er war über drei Monate in der Station, weil seine ehemalige Besitzerin ihn nicht eher frei gab. Nach langem Kampf der Organisation konnte Pepe dann aber schließlich mit Samojede-Mischlings-Dame Tizia nach Deutschland geflogen werden. Dass die beiden Hunde ausgerechnet nach Taucha kamen, hat Antje Schmidt einer Freundin zu verdanken. „Die kannte Steffen Greiser, den Chef der Mobilen Tierhilfe“, teilt sie mit. Seit rund einer Woche sind die „Sammys“ nun in der Vermittlungsstation in der Matthias-Erzberger-Straße.