von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
02. 01. 2008 10:54

Überraschung in der Silvesternacht: Nachdem in den vergangenen Jahren Leipzigs Krankenhäuser im gegenseitigen Wettbewerb zu stehen schienen, wer das schnellste Neujahrsbaby präsentieren kann, verlief der Jahreswechsel diesmal eher ruhig. Nicht bereits um 0.04 Uhr wie im Vorjahr, sondern erst um 1.19 Uhr erblickte der erste Neu-Leipziger das Licht der Welt.
Nick heißt er, wurde im neuen Zentrum für Frauen- und Kindermedizin der Universität geboren und war bei der Geburt 4230 Gramm schwer und 51 Zentimeter groß. „Ein gesunder und kräftiger Junge“, freute sich Mama Kathleen Rüb, für die es das zweite Kind ist. Ihr Erstgeborener ist ebenfalls ein Junge, heißt Ben und wurde vor zwei Jahren geboren.
02. 01. 2008 10:40
Taucha. Bei Kinofilmen ist der dritte Teil oftmals eine schlechte, langatmige Kopie der Fortsetzung. Auf die dritte Silvesterparty des Tauchaer Heimatvereins lässt sich diese Regel ganz und gar nicht anwenden. Denn nachdem die zweite Auflage zum Jahreswechsel auf 2007 viele Gäste zur Kritik veranlasste, stimmte diesmal fast alles.
Das Motto der diesjährigen Feier war „Wild Wild Taucha“. Im Westernstil wurden die Mehrzweckhalle eingerichtet und die Speisen arrangiert. René Werner, Vorsitzender des Heimatvereins, freute sich zu Beginn auf eine „kleine, aber ordentliche Veranstaltung“. Klein deshalb, weil statt der anvisierten 450 Karten nur 220 verkauft wurden. Diese gewisse Intimität tat der Party aber keinen Abbruch – im Gegenteil. Durch eine Neuordnung der Tische wurde alles etwas kompakter und die Gäste kamen leichter untereinander ins Gespräch. Verwirrend war lediglich der auf den Eintrittskarten für 19 Uhr versprochene Start der Feier. Denn damit war nicht der Beginn, sondern offenbar die Einlasszeit gemeint. Entsprechend zeitig standen die ersten Gäste vor der Tür. Die Situation wurde aber von den Veranstaltern souverän entschärft, indem bereits 18.30 Uhr die Begrüßungsgetränke gereicht wurden. René Werner ließ es sich danach nicht nehmen, jede Gruppe persönlich zu ihrem Platz zu begleiten.
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02. 01. 2008 10:33
Taucha. Er gehört für zahlreiche Tauchaer mittlerweile zur Silvesternacht dazu, der Spaziergang zum Aussichtssturm im Stadtpark. Dort lockt alljährlich das Jahresabschlusskonzert der Tauchaer Jagd- und Parforcehornbläser, das sich zu einer ernst zu nehmenden Kulturveranstaltung gemausert hat.
Auch am letzten Tag des Jahres 2007 versammelten sich mehrere hundert Tauchaer und ihre Gäste, um den Klängen der Hörner zu lauschen. Bei Glühwein und Punsch konnte man aber auch den Worten von Jörg Frotscher folgen. Der Hornmeister des Vereins begrüßte die Anwesenden und gedachte „denen, die den Jahreswechsel nicht bei ihrer Familie feiern können, weil sie im Ausland im Kriegs- oder humanitären Einsatz tätig sind. Wir hoffen, dass alle wohlbehalten zurückkommen.“
Zwischen den kurzen musikalischen Einlagen der Hornbläser gab es auch amüsante Texte, etwa von Loriot, zu hören. Detlef Porzig, Tauchaer Urgestein, Autor und begeisterter Historiker erinnerte an schöne Ereignisse, die 2007 prägten. „Wir konnten unser schönes Stadtbad wieder eröffnen, den Grundstein für die neue Kita an der Klebendorfer Straße legen und den zehnten Geburtstag der Grundschule am Park feiern“, zählte er auf. Auch recherchierte Porzig einige wissenswerte Fakten und Jubiläen, die in diesem Jahr im Zusammenhang mit der Parthestadt stehen. „Vor 475 Jahren brannte Wilhelm von Haugwitz wahrscheinlich an dieser Stelle sein Schloss nieder und vor 200 Jahren war Taucha Durchzugsort für russische Soldaten.“ Auch die Post spielte eine Rolle, denn vor 185 Jahren wurde das erste Postamt in Taucha eröffnet. Für Porzig ein „besonders trauriges Kapitel, wenn man hört, dass die Zukunft der Postagentur ungewiss ist.“ Weitere Jubiläen, die dieses Jahr anstehen: Die Gründung des ersten Tauchaer Gewerbevereins vor 150 Jahren, der Beginn des Autobahnbaus nach Halle vor 75 Jahren und die Gründung der PGH Figaro vor 50 Jahren.
Diese Mischung aus Information und musikalischer Unterhaltung gefiel den Besuchern. Gisela und Horst Herold kommen jedes Jahr auf den Weinberg, um den Hornbläsern zu lauschen. „Das ist einfach eine schöne Art, Silvester zu begehen und gehört mittlerweile dazu“, so Gisela Herold. Auch Tochter Anita war begeistert. Sie kam zusammen mit Freund Stefan Lautner. „Ich glaube, der Trend weg von Disco und lauten Partys hin zu ruhigeren Veranstaltungen wird weiter zunehmen“, vermutete der 29-Jährige.
Erschien am 2. Januar 2008 in der Leipziger Volkszeitung.