GROSSE WORTE

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for February, 2008

Tuten und Blasen

Mensch, ich dachte ja schon, dpa sei schlimm. Aber was sich die Agentur GlobalPress hier ausgedacht hat, ist ja noch grausamer.

Die Computerspiele-Messe “GamesCom” zieht 2009 von Leipzig nach Köln.

Autsch. Auf der Website des “Computer-Informations-Dienstes” von GlobalPress gibt’s den Artikel für 99 Cent zu kaufen. Selbst das wäre zu viel.

600 000 Fördermittel in Gefahr

wohnpark_1.jpgTaucha. Weil es in Tauchas „Ökologischem Wohn- und Gewerbepark“ nicht wie geplant voran geht, zog der Stadtrat jetzt die Notbremse. In der Februar-Sitzung wurde die Beendigung der öffentlichen Erschließung beschlossen. Das hat womöglich weitreichende Folgen: Immerhin geht es um Fördermittel in Höhe von rund 460000 Euro, die jetzt an das Regierungspräsidium Leipzig zurückgezahlt werden müssten. Verantwortlich für das Projekt an der B87, Am Steinbruch 2, ist Hans-Jochen Schneider. Der Geschäftsfüher der Umweltschutz- und Entsorgungsgesellschaft mbH & Co. KG (UWE) will die Rückgabe der Fördermittel noch verhindern und seinen Verpflichtungen nachkommen.

Um zu verstehen, was beschlossen wurde und worum es geht, ist ein Rückblick notwendig. Bereits im Jahr 1991 beschäftigten sich die Stadt Taucha und Schneider mit der Erschließung des Areals. Eine ruhige Wohngegend und ein Steinbruchsee direkt vor dem Haus schienen optimale Bedingungen zu sein, um private Bauherren zu finden. Darüber hinaus sollte das davor befindliche Gewerbe-Gelände an der B87 für weitere Firmen attraktiv gemacht werden. „Weil der Grund und Boden dort nicht der Stadt gehört, war eine private Erschließung angedacht. Die zu bauenden Straßen sollten also nicht in das Eigentum der Kommune übergehen“, erklärt Bürgermeister Holger Schirmbeck die Hintergründe. Eine entsprechende Bebauungsplansatzung wurde erarbeitet, nach der an dieser Stelle die Erschließung hätte erfolgen können.

Allerdings kam es anders. (more…)

Domains für GAMESCom registriert

Die Domains für die Website der neuen Computerspielmesse des BIU scheinen festzustehen. In der Denic sind die Domains gamescom-koeln.de und gamescom-cologne.de eingetragen worden. Beide gehören der Koelnmesse GmbH und wurden am 14.2. bzw. am 22.2. 2008 eingetragen. Auch die entsprechenden .com-Domains sind registriert.

Unterdessen verbreitete ddp kurzzeitig Unfug. Glücklicherweise gibt es nette Kollegen, die einen über so etwas informieren.

Liebe Heise-Redakteure,

ich störe mich an Eurer Berichterstattung zur GC. Warum? Ihr schreibt:

Die Games Convention findet in diesem Jahr vom 21. bis 24. August zum letzten Mal in Leipzig statt. Von 2009 an wird sie unter dem Namen GamesCom in Köln veranstaltet – im kommenden Jahr vom 9. bis 13. September.

Dem ist nicht so. Ab 2009 wird nicht die GC unter dem Namen GamesCom in Köln veranstaltet. Das, was da in Köln veranstaltet wird, ist eine andere Messe. Von einem anderen Team in einer anderen Stadt mit anderem Geld und anderen Hintermännern. Das solltet ihr eigentlich wissen. Aber vielleicht habt ihr nur treudoof brav die dpa zitiert, so wie andere auch.

Und ob es 2009 doch noch so etwas wie eine GC in Leipzig geben wird, ist ja noch gar nicht raus.

Institut für Informationsaustausch

Gerade einen Anruf vom Institut für Informationsaustausch bekommen. Habe alle Fragen abgewimmelt und Gegenfragen gestellt, worauf man auflegte. Dieser Link hier dürfte alle Fragen zu diesem “Institut” beantworten.

Wie ich Cold Calls liebe…

Fragt man Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), und Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse, nach dem Konzept und Inhalt der neuen Spielemesse, erntet man nur leere Phrasen. Um dann ernüchtert festzustellen, dass das Konzept der GAMESCom, so der wenig kreative Name der neuen Messe, einzig und allein darauf zu fußen scheint, dass die Veranstaltung künftig in Köln stattfindet. Das mag polemisch klingen, doch große Veränderungen gegenüber der Games Convention sind in Köln nicht zu erwarten.

Zwar wolle man sich stärker nach Südeuropa öffnen – dazu soll mehr Fachpublikum angesprochen werden. Trotzdem soll es auch Angebote für Familien und natürlich den üblichen Publikumsbereich mit Spielstationen und den bekannten Ständen geben. Zur weiteren Konzeption schwiegen heute beide Parteien. Auch die Vertragslaufzeit sei geheim und gehe niemanden etwas an. Einzig, dass der BIU konzeptionell am Tisch sitze, war Kuhrt zu entlocken. Also wie in Leipzig.

Eine ausgeschriebene Langfassung für den Namen GAMESCom gebe es auch nicht. Auf eine entsprechende Frage reagierte Kölnmesse-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt ausweichend. Man habe die Marke bereits 2004 registriert und sich intensiv seit Jahren mit der Branche beschäftigt. Heißt wahrscheinlich: Gemeinsam mit dem BIU überlegt, wie man die Messe aus dem Osten in den Westen verlagern kann. Weiterentwickeln nennt das der BIU. Branchenriese Electronic Arts, meine Damen und Herren, habe mit der Verlagerung der Messe natürlich überhaupt nichts zu tun. Auch sei kein Geld geflossen. Hatte nur ich das Gefühl, oder wurde es Wolters bei dieser Frage plötzlich etwas heiß? Zumindest färbte sich sein Kopf.

Als europäische Leitmesse wolle der BIU die GAMESCom ausrichten. Auf die Frage einiger Journalisten, ob nicht die GC bereits diesen Anspruch hatte, antwortete Wolters: “Wir haben die GC 2002 als regionale Messe aufgebaut. Dass die Leipziger Messe neuerdings von einer europäischen Messe sprach, haben wir immer kritisch gesehen.”

Innerhalb der zwölf Mitgliedsunternehmen des BIU herrsche Einigkeit darüber, dass ein Wechsel des Standortes unvermeidlich war. Nicht alle sprachen sich für Köln aus, aber die Mehrheit, so Wolters.

Den endgültigen Schlag in die Magengrube bekam Leipzig von Kölnmesse-Chef Kuhrt. “Wir haben heute den Oscar verliehen bekommen”, sagte er in Bezug auf die Verleihung der Academy Awards. Worauf es sich Andreas Dunte, Wirtschaftsredakteur der LVZ, nicht nehmen ließ zu sagen: “Aha, dann hat Leipzig wohl heute die Goldene Himbeere bekommen?”

In diesem Jahr findet die GC – Games Convention vom 21. bis 24. August statt. Was darüberhinaus passiert, wird die Zeit zeigen. Am Rande der Pressekonferenz heute in Leipzig hörte man, es werde natürlich überlegt, wie ein neues Konzept aussehen könnte.

Endgültiges Aus für die GC in Leipzig?

Es wurde viel spekuliert, viel diskutiert in den vergangenen Tagen über die Zukunft der GC. Worauf alle gewartet haben, war eine Stellungnahme des Branchenverbandes BIU. Selbiger wird am Montag sprechen. In Berlin, auf einer Pressekonferenz. Überschrieben ist diese mit: “Zukunft der deutschen Branchenmesse für interaktive Unterhaltungssoftware”.

Man kann nun rätseln über die Gründe, warum dort nicht steht “Zukunft der GC”. Oder man lässt es einfach und beantwortet sich die Frage selbst. Um sich dann seinem Schmerz hinzugeben.

Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach vor Ort sein. (“Wir” meint in dem Falle Thomas und mich, um für Heldenstadt.de zu berichten, wo dieser Eintrag auch erschien.)

Gewerbeverein Taucha: Vorsitzender tritt aus

Taucha. Tauchas Gewerbeverein feiert dieses Jahr seinen 15. Geburtstag. Allerdings ohne seinen bisherigen Vorsitzenden Carsten Ulbricht. Wie der freie Finanzmakler jetzt auf LVZ-Anfrage mitteilte, ist er bereits zum 1. Januar von seinem Amt zurückgetreten. „Viel mehr noch, ich bin komplett aus dem Verein ausgetreten“, so der 46-Jährige. Seine Entscheidung habe berufliche und vor allem Zeitgründe. „Ich habe meine geschäftliche Entwicklung stark vorangetrieben und so langsam bringt das Früchte. Da bleibt einfach kaum noch Zeit, um mich so für den Verein zu engagieren, wie ich das wollte“, begründete Ulbricht seine Entscheidung. Vor allem die Vorbereitungen für Feste wie den Tauchschen, aber auch die übrige Vereinsarbeit würden der Ausübung des Berufes im Weg stehen. „Es gibt also keine schmutzige Wäsche zu waschen“, betonte der Ex-Vorsitzende.
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Friedensrichter bietet Hilfe bei Lappalien an

Taucha. Nachbarschaftsstreitigkeiten, Ärger mit dem Vermieter oder Sachbeschädigung. Die „Lappalien des Alltags“ beschäftigen viel zu oft Gerichte. Um das zu vermeiden, gibt es auch in Taucha einen Friedensrichter. Der versucht, gemeinsam mit den Beteiligten eines Streits, diesen friedlich und ohne Anwalt oder Gerichte beizulegen. In der Parthestadt ist Hans-Joachim Gremm mit dieser Aufgabe betraut. Vergangene Woche stellte er seinen Jahresbericht vor. Demnach suchten den Ehrenamtler im vergangenen Jahr 25 Personen auf. Dreimal musste Gremm in einer Verhandlung schlichten, alle endeten mit einem Vergleich. Viermal besichtigte Gremm die Lage vor Ort, und bei drei so genannten Tür- und Angelfällen half er kurzfristig. Dabei handelt es sich um Fälle, bei denen es nicht zum Antrag auf Verfahrenseinleitung kommt, sondern der Friedensrichter mit einem Hinweis helfen kann – quasi zwischen Tür und Angel.
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Arbeiterkammer Kärnten warnt vor Almkönig

An dieser Stelle stand ein Text, der auf die Firmen Alpenkönig GmbH und Almkönig GmbH hinwies. Das betreffende Unternehmen hat mich gebeten, diesen Artikel zu löschen, da er laut Unternehmensangaben Fehler enthielt. In Kürze erscheint ein längeres Interview zu dieser Thematik.


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Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Außerdem übe ich Kritik an Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien oder mache mich schamlos über missglückte Pressemitteilungen und eigenartige Unternehmens-PR lustig. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.

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