Morgen früh hefte ich meiner Postzustellerin einen Liebesbrief an den Briefkasten:

Liebe Postzustellerin,

mögen Sie Ihre Lieblings-Zeitschrift gern geknittert? Halb zerrissen und dadurch unansehnlich? Sehen Sie, wir auch nicht. Darum wären wir Ihnen sehr verbunden, wenn Sie beim nächsten Mal, bevor Sie teure Fachmagazine in unseren Briefkasten quetschen, einfach kurz vorher überlegen würden.

Darum eine Bitte: Was nicht in den Briefkasten passt, gehört OBEN DRAUF. Zur Not kann man auch bei uns klingeln. Sollte diese Bitte nicht fruchten, müssen wir uns einen Weg suchen, wie wir die entstandenen Kosten für eine zerstörte Zeitschrift bei Ihnen geltend machen können.

Vielen Dank,
Ihre Familie Große

Und weil mein Zorn über so viel Dummheit auch nach Schreiben dieses Briefes nicht abnahm, telefonierte ich eben mit der Post. Und wurde überrascht. Positiv. Der freundliche Herr erfragte meine Adresse und welches Magazin das denn sei. Ich antwortete brav: “Insight”. Meine Kundennummer beim Verlag wollte er wissen, damit er ein neues Heft nachordern kann, das man mir dann knitterfrei zustellen wolle. Hätte ich so nicht erwartet.
Und: Prinzipiell ist es den Zustellern nicht erlaubt, die Post “offen” zuzustellen, also auf den Briefkasten zu stellen. Allerdings habe ich denen bereits mehrfach meine Erlaubnis dafür erteilt. Und irgendjemand im Haus ist immer da, da kann man auch klingeln.

Mal sehen, ob meine Beschwerde, die er weitergeben wollte, und mein Briefchen fruchten…