Angebote top – Teilnehmerzahl Flop

Taucha. Das Wetter stimmte, die Organisatoren waren hoch motiviert. Diese beiden Faktoren reichten aber nicht, um am Sonntag dem ersten Familientag der Parthestadt zum Erfolg zu verhelfen. Denn es fanden jeweils nur wenige Interessierte den Weg zu den einzelnen Stationen. Was auch an der Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld gelegen haben dürfte, wie Hauptamtsleiterin Elke Müller bereits kurz nach 10 Uhr vermutete. Zu dieser Zeit warteten sie und Lehrer der Mittelschule im Parthebad auf die Teilnehmer des „Triathlons der Generationen“. Dieser sollte mit den Disziplinen Schwimmen, Basketball-Zielwerfen und Laufen eigentlich 10 Uhr starten. Sieben Teilnehmer hatten sich bis dahin in die Listen eingetragen.

Eine viertel Stunde später gab es den ersten Anpfiff – mit eben jenen sieben Teilnehmern. Ein Sieg in den jeweiligen Altersgruppen war darum nicht schwer. In der Kategorie A landeten Lisa-Marie Große und Lena Alshut auf den Plätzen eins und zwei. Marie Wieschollek stand als einzige Sportlerin auf dem Siegertreppchen der Kategorie B. Bei den Erwachsenen gingen ihr Vater Frank sowie Marcel Neubauer, Anja Nietzschmann-Neubauer und Bürgermeisterkandidat Ralph Nietzschmann an den Start. Letzterer wurde Sieger in der Altersklasse über 50 Jahren, stand allerdings als Einziger auf dem Treppchen. Frank Wieschollek belegte in der Kategorie C den ersten Platz vor Anja Nietzschmann-Neubauer und deren Mann Marcel Neubauer. Nietzschmanns waren auch die einzigen Teilnehmer des Familien-Cups. Die Siegerehrung kam so schnell, dass selbst Stadtfotograf Joachim Görlich bei seinem Eintreffen überrascht war, die Wettkämpfe verpasst zu haben.

„Vielleicht muss es sich erst rumsprechen und etablieren“, vermutete Katrin Winter, Sportlehrerin der Mittelschule Taucha, die den Triathlon organisierte. Und auch Elke Müller beriet mit Bürgermeister Holger Schirmbeck, der Pokale und Urkunden überreichte, was künftig zu tun sei. „Es fehlte auf jeden Fall ein Banner über der Leipziger Straße, so wie wir das bei anderen Veranstaltungen auch haben“, sagte Schirmbeck. Auch die Schulen sollen beim nächsten Mal stärker einbezogen werden.
Die geringe Resonanz des Vormittags zog sich durch den kompletten Familientag. Auch vor der Mehrzweckhalle herrschte wenig Betriebsamkeit. Der Kreissportbund Nordsachsen hatte eine Hüpf- und Kletterburg mitgebracht, auf der sich einige Kinder tummelten. Die Geräte aus dem Spielmobil blieben nahezu unbenutzt. Der Modell-Flug-Verein Taucha zeigte einige seiner Schmuckstücke. Schriftführer Andreas Pfuhler bastelte für die Kleinen Fluggleiter aus Holz. „Wir haben den Kindern gezeigt, wie es geht und sicher auch einige dafür interessiert.“ Immerhin knapp 40 Mini-Segelflieger habe er verschenken können. Außerdem präsentierten sich noch die TSG 1861, der Leichtathletik-Club Taucha und die Parthe-Boots-Linedancer.

Am Nachmittag gab es kleine Schachturniere auf dem Rosshof, organisiert von Volker Albrecht von der Schach-Sektion der TSG 1861. Auf dem Hof des Museums wurden die Besten im Pflaumenkernweitspucken ermittelt. Hier setzt sich mit 6,90 Meter bei den Erwachsenen Tarek Simon durch und bei den Kindern mit 3,10 Meter der Drittklässler Philipp Schröter. Tarek Simon wird nun als Pflaumenkernweitspuck-König beim Stadtfest Tauchscher dabei sein, sagte Helmut Köhler vom Heimatverein, der den Wettbewerb organisiert und betreut hatte. Der Schlosshof sollte laut Ankündigung fest in Kinderhand sein. Das Bild, das sich Besuchern gegen 15 Uhr bot, war allerdings eher traurig. Die Pfadfinder waren größtenteils unter sich, der Spielmannszug spielte nur für die eigenen Mitglieder und die Feuerwehr Merkwitz kam auch nicht ins Schwitzen. Nur wenige Kinder wollten sich darin üben, mittels Pumpspritze Blechdosen von einem Brett zu schießen. „Die Stadt ist wie ausgestorben“, analysierte Bürgermeister Schirmbeck, der auf eine Runde mit seinem Hund vorbeischaute.

Ebenso wenig Andrang auch auf der Streuobstwiese unter dem Schloss. Hier hatte die Regionalgruppe Partheland des Naturschutzbundes ein Quiz vorbereitet, bei dem Baum- und Tierarten auf der Wiese erkundet werden konnten. Immerhin: Die Kinder des Pfadfinder-Stammes Ancalagon hatten Spaß daran.