GROSSE WORTE

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for June, 2008

Glasgow: Unspektakulär

Am Donnerstag vergangener Woche war ich in Glasgow, um mir “Video Games Live” anzusehen. Die Mischung aus Computerspielemusikkonzert, Licht- und Videoshow kommt zur GC Games Convention erstmals nach Deutschland und ich war, zusammen mit Kollege Gregor Wildermann, schonmal vorab schauen. Meine Konzertkritik gibt’s dann demnächst in der LVZ und im GC-Blog, die von Gregor im August im Intro-Magazin.

Das Konzert fand in der Glasgow Royal Concert Hall statt, dem wohl einzigen Highlight dieser – sorry, ich muss das so sagen – grottenhässlichen Stadt.


Neben Fastfood-Ketten, die wir natürlich mit einem Besuch beehrt haben, finden sich in Glagow (zumindest in diesem Stadtteil, in dem wir waren) so ziemlich alle Baustile wieder, die man von hier kennt. Verfallene kleine Altbauten, daneben aber gleich wieder das weltweit höchste Kino. Mitten in einem Wohngebiet stand plötzlich eine Kirche, gleich daneben wieder alte Häuser. Kaum Grün, dafür viele Industriehallen, ganz viele Busse und Taxis. Und Möwen. Dicke, fette Möwen. Die nachts über das Hotel fliegen und mit spitzer Stimme hämisch “hahahahaha” rufen.

War trotzdem nett, mal so relativ weit weg von daheim. Mein Koffer übrigens durfte noch einen Tag länger in Glasgow bleiben. Den hat Easyjet mal eben vergessen. Jetzt steht er in Berlin-Tegel und wird per Post gebracht. Hatte ichs wenigstens nicht so schwer, als ich auf dem Leipziger Hauptbahnhof aus dem verspäteten ICE gesprungen bin, um nach der Regionalbahn nach Taucha zu rennen…

Mehr Flexibilität für Holland-Domains

co.nlIch weiß zwar nicht, wie ich in den Presseverteiler der ICANN komme, aber die Vergabestelle für Domains schickt direkt mal lustige News durch. Ab September sei es möglich, internationale Domains mit “niederländischem Aroma” zu registrieren. Jaha, richtig gelesen – es gibt dann co.nl-Domains. Laut ICANN ist diese Endung für internationale User geeignet, die die Endung .nl mögen, aber sich mehr Flexibilität erhalten wollen. Bislang konnten nur Niederländer auch .nl-Domains registrieren Mit der neuen .co.nl soll nun auch Nicht-Holländern eine .nl-Domain ermöglicht werden. Wozu immer man die braucht.

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  • Filed under: Mediales
  • Hitradio RTL bäumt sich nochmals auf

    Die Geschichte von Hitradio RTL in Sachsen ist keine gute. Nach dem Relaunch im Juli 2004, als aus Hitradio Antenne Sachsen der RTL-Sender wurde, ging es mit den Zahlen zwar bergauf. Seit zwei Mediaanalysen fallen diese allerdings wieder und die Station dümpelt mit 1000 Hörern weniger als R.SA vor sich hin – bei einer größeren technischen Reichweite. Seit heute morgen klingt Hitradio RTL Sachsen ein wenig anders. Ein neues Jinglepaket wird verwendet und die Musikfarbe hat sich leicht verjüngt. Zudem heißt es in den Jingles und Trailern nun: “Sachsens neuer Musikmix”. Dazu gibt es “Sachsens besten Verkehrsservice”. Zudem wurde Karsten Brandt von Donnerwetter.de als Wetterexperte ins Studio geholt. Ob dieses Feintuning hilft, die verlorenen Hörer zurückzugewinnen, wird die Zeit zeigen. Wirkliche Innovationen sind im Radiogeschäft wohl eher nicht mehr zu erwarten.

    Energy Sachsen: 15 Jahre auf und ab

    Nachfolgender Text erschien am 21. Juni 2008 in der Leipziger Volkszeitung. 15 Jahre nach der Gründung von Energy Sachsen. Glückwunsch in die Marktgalerie und ein freundliches “Hallo” an die Ex-Kollegen und Noch-Mitarbeiter.

    Heute vor 15 Jahren startete Energy Sachsen sein Programm in Leipzig, Dresden und Chemnitz. Punkt 12 Uhr sprach am 21. Juni 1993 Moderator Bert Braito als erster zu den Hörern. Danach erklang „Somebody to love“ von Queen. Ein Programm, das „Wirbel machen wird“, versprach Programmchef Adam Hahne. Drei Monate später wechselte er zu delta Radio in Kiel und Wortchef Arno Köster rückte nach. Dieser erinnert sich gut an die Anfänge: „Es war abenteuerlich. Eine Woche vor Sendestart wussten wir nicht, womit wir senden werden. Dann kam gebrauchte Technik vom Lizenzgeber NRJ aus Frankreich, die in Windeseile installiert wurde. Parallel bauten wir alle Tische auf und schlossen Computer an.“ Auch Diana Holtorff, die heute bei R.SA sendet, war eine der ersten. Ihre Zeit beim Sender beschreibt sie als „puren Patriotismus. Es war ein großes Abenteuer, ein bisschen wie Zeltlager und nichts zum reich werden.“

    Köster setzte auf Personalities, bewies mit Spezialsendungen wie „Nur Deutsch“ und „Kommunikation und Krach“ die eigene Musikkompetenz. Die Leipziger DJs Raik E und Milk schufen die Techno-Sendung „Stunde Null“, Olaf Schliebe machte sich als O-Punkt S-Punkt mit der Chartshow „High Energy“ einen Namen und zahlreiche Fans. Die Partysendung „ExtraBrait-O“ mit Bert Braito wurde etabliert und sendete in direkter Konkurrenz zu „Maxi-Mal“ auf den Sächsischen Lokalradios (Radio Leipzig, Dresden usw.) Letztere Show existiert noch heute. Seinerzeit gründete sich auch das Comedyduo Stefan Barth und Tilo Liebsch, das perfekt harmonierte. Später auch bei MDR life. Barth ist heute Radioberater und Comedyautor. Rückblickend sagt er: „Wir waren damals alle sehr kreativ. Ich glaube, das lag auch am geringen Budget.“ Doch trotz aller Kreativität und dem Silvestercountdown von 1995 auf 1996 mit nie dagewesener Hörerbeteiligung – in Quoten schlug sich das nicht nieder. Weder zur Mediaanalyse (MA) 1995 noch ein Jahr später konnten Zahlen nachgewiesen werden. In der Konsequenz musste Arno Köster gehen. Mit Nachfolger Markus Käkenmeister konnten sich nur wenige anfreunden. „Er war Verwalter statt Gestalter“, so Jan Schlegel, der 1996 mit Kollege Oliver Döhring in der Morningshow den „Kleinen Nils“ entwickelte. Heute läuft das Format bundesweit im Radio.

    Die Nacht vom 1. zum 2. Januar 1997 war rabenschwarz: Der Sender in der Leipziger Nonnenstraße brannte. Nach einer Übergangszeit, in der aus Dresden gefunkt wurde, begann am 17. Februar in den ehemaligen Buntgarnwerken eine neue Ära mit moderner Digitaltechnik. Das Jahr 2000 läutete den „großen Wechsel“ ein, eine Aktion, die endgültig für mehr Quote sorgen sollte. Friederike Lippold alias Freddy ging auf Sendung – entdeckt vom damaligen Programmchef Markus Heinker. Am Freitag, den 13. Juli 2001 gab Frank Wilkat als neuer Mann auf diesem Posten einen beeindruckenden Einstand: Er entließ neun Mitarbeiter. Am Montag darauf fingen zwölf neue Praktikanten an. „Das Radio verliert an Emotionalität“, kommentierte damals der gekündigte Moderator Alex Huth die Entscheidung Wilkats. 2002 wurde Anja Schulze die erste weibliche Programmverantwortliche, 2004 hatte Energy sieben Prozent mehr Hörer. Zwei Jahre später musste sie trotzdem gehen.

    Ende 2006 zog der Sender ins Medienzentrum zur PSR-Mediengruppe. Seit April dieses Jahres ist Thomas Wetzel Programmchef. Dieser will wieder auf Personalities setzen, die Marke Freddy ausbauen und Energy zum Kultstatus verhelfen. Ein Ziel, das bei derzeitig 57000 Hörern in der Stunde schwer werden dürfte.

    Update: Arno Köster ergänzt in seinem Blog:
    Anmerkung: Richtig ist, dass es 1995 und 1996 keine MA-Zahlen gab. Dies war jedoch der Tatsache geschuldet, dass die Analyse für das Bundesland Sachsen durchgeführt wurde. Energy hatte damals nur Stationen in Leipzig, Dresden und Chemnitz, wodurch schon die für die Ausweisung nötige “Fallzahl” nicht erreicht wurde. Von daher wurde erstmals 1994 und dann auch 1995 – in Kooperation mit der SLP – eine eigene Umfrage durchgeführt – damals unter der Bezeichnung “EMA Ost”. Darin wurde Energy Sachsen in den drei großen sächsischen Städten als Marktführer bei den 14 -29jährigen ausgewiesen. Insofern darf spekuliert werden, dass der Sender Mitte der 90er mehr Hörer hatte als heute …(ak)

    Fachkräftemangel: Wirtschaft hilft sich mit Absolventenmesse

    Zur ersten Absolventenmesse Mitteldeutschland, die am 24. Juni im Congress Center Leipzig an der Neuen Messe stattfindet, veröffentlichte ich am 20. Juni einen Text in der Leipziger Volkszeitung. Eine Langversion des Textes steht seit heute bei der Leipziger Internet Zeitung.

    Abwanderung, demographische Entwicklung, zu schlechte oder ungeeignete Ausbildung. So lauten die Gründe, die Unternehmen immer wieder hervorbringen, wenn sie auf den bevorstehenden oder bereits einsetzenden Fachkräftemangel hinweisen. Glaubt man der Wirtschaft, können schon jetzt durch altersbedingt ausgeschiedene Arbeitnehmer entstehende Lücken nicht mehr durch gut gebildete Fachkräfte besetzt werden. Jetzt wollen sich die Unternehmen selbst helfen – mit einer Absolventenmesse.

    Weiter bei der L-IZ.

    Firefox 3 auf dem Weg zum Massenbrowser

    Das sind doch schöne Nachrichten. Nach der Veröffentlichung von Firefox 3, der rekordverdächtig oft heruntergeladen wurde, scheint nun auch festzustehen, dass die Mehrheit ihn tatsächlich benutzt. Im Statcounter-Blog ist zu lesen, dass sich der Anteil der User, die Firefox 3 einsetzen, innerhalb von zwei Tagen von 7,8 Prozent auf 18,9 Prozent mehr als verdoppelt hat. Und – was noch schöner ist: So langsam gräbt Firefox dem IE die Marktanteile ab. Hoffentlich auch dem IE6, den man ohnehin nicht mehr einsetzen sollte.

    Seegeritzer beklagen Nachtfluglärm

    Taucha. Wenn Peter Sundermann abends zu Bett geht, fragt er sich, wie lange er wohl diesmal schlafen kann. Denn seit der Eröffnung des DHL-Hauptumschlagplatzes, so der Seegeritzer, sei sein Nachtschlaf kürzer als früher. „Ich habe eigentlich einen sehr tiefen Schlaf, da gehört schon einiges dazu, mich zu wecken“, sagt er. Schaffen würden dies „die lauten Frachtmaschinen von DHL und anderen Logistikunternehmen. Die fliegen hier regelmäßig sehr tief über uns. Ich konnte einmal quasi direkt ins Cockpit schauen“.
    (more…)

    m&a-consult bittet: Vernichten Sie diese E-Mail!

    Meine Fresse, jetzt wird schon Spam mit Disclaimer versendet. Dieser unsägliche Rattenschwanz, der an Mails neuerdings hängt, weil er hängen muss:

    Diese E-Mail enthält vertrauliche, rechtlich geschützte Informationen. Wenn Sie nicht der richtige Adressat sind oder diese E-Mail irrtümlich erhalten haben, informieren
    Sie bitte sofort den Absender und vernichten Sie diese Mail. Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Weitergabe dieser Mail ist nicht gestattet.

    Geschickt hat mir die Mail ein gewisser Daniel Schulze von der m&a-consult GmbH. Herr Schulze schreibt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir sind ein dynamisches und stark wachsendes M&A – Beratungshaus. Unsere Kernkompetenz liegt in der Vermittlung von Unternehmen, die eine Nachfolgeregelung oder eine Beteiligung suchen.

    Unserer Brokerabteilung liegen derzeit Anfragen von potentiellen Kaufinteressenten und Investoren für Unternehmen Ihrer Branche sowie Ihrer Region vor. Diesbezüglich sind wir auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden.
    Sollten Sie den Verkauf Ihres Unternehmens planen oder eine Beteiligung suchen, bitten wir um eine kurze Nachricht per E-Mail oder Telefon.

    Wird ein Verkauf oder eine Beteiligung angestrebt?
    Welche(n) Verkaufspreis/Beteiligungssumme möchten Sie erzielen?
    Grund für Ihr Vorhaben?
    Bis wann wollen Sie Ihr Vorhaben umgesetzt haben?

    Unsere Spezialisten werden sich nach Ihrer Rückmeldung unverbindlich mit Ihnen in Verbindung setzen.
    Selbstverständlich werden alle Informationen und Daten in unserem Haus streng vertraulich behandelt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Schulze
    - Backoffice Account Management -

    Aber bloß nicht weitersagen, der Inhalt der Mail ist ja rechtlich geschützt!
    Ja nee, iss klar.

    Ich werd dann mal tun, wie in der Mail geheißen wird. Selbige vernichten.

    Knirpse bereiten Kinderfest vor

    Merkwitz. Wenn Roland Wagner, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Merkwitz, durch den Park des Tauchaer Stadtteils geht, spürt jeder, dass er hier voll in seinem Element ist. Wie am Sonnabend, als die IG zum fast schon traditionellen Kinderfest eingeladen hatte. Hier konnten sich die Knirpse aus Merkwitz und der Umgebung sportlich beim Torwandschießen und Federball betätigen oder sich per Ponykutsche durch den Ort chauffieren lassen. Auch die Polizei war mit einem Einsatzwagen vor Ort, der von einigen Kindern genau begutachtet wurde.

    Im Mittelpunkt aber standen die Vorbereitungen für das Dorffest am 5. und 6. Juli. „Unser großes Motto lautet dann ,Wild-West in Merkwitz‘ und steht ganz im Zeichen von Indianern & Co.“, kündigte der Vereinschef an, der verriet, dass er dieser Tage sogar mit „Oberindianer“ Gojko Mitic telefonierte. „Der wollte aber leider nicht zu unserem Fest kommen, hat sicher anderes zu tun.“ Kommen werden aber zahlreiche Indianergruppen. Damit sich die so richtig wohl fühlen können, durften die Kinder schon mal die typischen Zelte der Rothäute, die Tipis, gestalten. Mit Farbspraydosen machte sich auch der neunjährige Torsten Neth an einem weißen Laken zu schaffen. „Das macht Spaß, ich hab’ vorher noch nie so eine Spraydose in der Hand gehalten“, sagte er begeistert und malte viele bunte Kreise auf das Laken. Zwischendurch reichte Wagner Kuchen und Schokomilch, allein finanziert – wie auch der Rest des Festes – von der IG, die von der Freiwilligen Feuerwehr und der Frauensportgruppe Merkwitz unterstützt wird. Und zwischen all dem Trubel fand Wagner trotzdem die Zeit, den Park so richtig zu genießen: „Schauen Sie nur, wie gepflegt und aufgeräumt hier alles ist. Vergangenes Wochenende haben 35 Leute vollen Einsatz gezeigt. Das macht uns schon stolz“, sagte er.

    Nahtlos über ging das Kinderfest am Nachmittag dann in das Parkkonzert. Hier spielte die „Happy Junior Band“ der Musikschule Fröhlich, ein großes Akkordeonorchester, das so manchem eine Gänsehaut zauberte.

    Erschien am 16. Juni 2008 in der Leipziger Volkszeitung.

    Erste MML-Studenten exmatrikuliert

    Am Mittwochabend wurden die ersten Studenten des Masterprogramms Medien Leipzig exmatrikuliert. Gefeiert wurde auf dem Mediencampus Villa Ida. Dessen Neubau war anfangs umstritten, die Kritik ebbe aber mittlerweile ab, wie Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig sagt.

    Der ganze Text steht bei der Leipziger Internet Zeitung und beim MML selbst.


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    Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Außerdem übe ich Kritik an Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien oder mache mich schamlos über missglückte Pressemitteilungen und eigenartige Unternehmens-PR lustig. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.
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