GROSSE WORTE

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for August, 2008

Auf der Suche nach einer E-Mail-Adresse im Netz bin ich gerade über komische Dinge gestolpert. Da existieren Listen auf einer Website, die nicht für Jedermann bestimmt sind: Kundendaten von Beate Uhse.

Konkret geht es um die Website lustkatalog.de, offenbar eine Website zur direkten Bestellung von Artikeln aus dem Beate-Uhse-Shop. Innerhalb dieser Website gibt es die Möglichkeit, ganz offen und frei in den Verzeichnissen spazieren zu gehen, wenn man die Deeplinks kennt. Google kennt einen davon – und was für einen: eine .csv-Datei mit einigen hundert Mailadressen von Kunden des Shops.

Offenbar handelt es sich dabei um die Logdatei zum Online-Adventskalender 2006 des Versandhauses. Innerhalb der .csv-Datei – und den anderen 25 frei zugänglichen Listen – finden sich aber auch neuere Einträge, etwa von Ende 2007, Mai 2008 oder ganz aktuell aus dem August 2008. Mitgeschnitten wurden das Datum und die Zeit des Einloggens, sowie die Mailadresse des Empfängers, der offenbar einen Newsletter von Beate Uhse bekam und dort einen Link klickte. Nicht nur .de-Adressen wurden geloggt, auch die Mailadressen von Kunden aus Frankreich, Großbritannien oder Belgien sind zu sehen. In einer Datei finden sich 1860 @-Zeichen – wobei fairerweise gesagt werden muss, dass diverse Mailadressen doppelt und dreifach eingetragen sind.

Nun fragt man sich, wer für solch eine Schlamperei verantwortlich ist. Auch dazu finden sich in den Listen Hinweise. Wie es scheint, wurde das CRM-System, das hier versagt hat, im Oktober und Anfang November 2007 ausgiebig von der betreuenden Agentur getestet. Wenn man mal von den vielen Logins einiger Mitarbeiter in den genannten Zeiträumen ausgeht. Exitec heißt die Agentur, die seit Oktober 2001 eine Tochter von Beate Uhse ist und auch andere große Namen als Referenzen anführt. Kundenpflege und Communitylösungen hat sich das Flensburger Unternehmen auf die Fahnen geschrieben. Dass die gesammelten Daten dann an die Öffentlichkeit gelangen und so für einen kleinen Datenschutzskandal sorgen, war sicher nicht gedacht.

Dummerweise geht das Versäumnis des Dienstleisters weiter, denn lustkatalog.de beherbergt offenbar auch die Websites pabo.at, einem Beate-Uhse-Erotikshop für Österreich. Auch dort finden sich so genannte Clips: Excel-Dateien mit Mailadressen von Kunden. Ungeschützt und frei zugänglich für Jeden, der erstmal einen Einstieg jenseits der normalen Index-Datei hat. Einen solchen zu finden, ist nicht schwer. Ich will trotzdem Exitec die Möglichkeit geben, sich zu äußern und vor allem die Website sicher zu machen. Daher gibt’s an dieser Stelle keinen Deeplink zu den Listen.

Update 1.9. 9.43 Uhr: Nach kurzer Rücksprache mit einer Mitarbeiterin von Exitec soll es sich nicht um Kundendaten handeln, auch nicht um Empfänger von Newslettern. Es sei “etwas anderes”. Allerdings sei die Mitarbeiterin keine Technikerin, der Fall werde geprüft, man will sich wieder melden. Diese Aussage wirkt so stümperhaft wie falsch, wenn man sich die Mailadressen mal so anschaut. Was für Daten sollen es sonst sein? Alles persönliche Bekannte des Dienstleisters? Wohl eher nicht.

Update 10.34 Uhr: Die Verzeichnisse sind nunmehr geschützt. Trotzdem wird es Monate dauern, bis die Seiten aus Google und Co. verschwunden sind.

Update 19.45 Uhr: Nachdem nun die Website wieder freigeschalten ist (Hosteurope hatte sie gesperrt, weil angeblich zu viele Zugriffe erfolgten; werde wohl wechseln müssen) noch ein paar Hinweise:

– Nein, ich habe nicht, wie manche User bei heise.de vermuten, nach meiner eigenen Mailadresse gesucht. Wenn das so wäre, würd ich das sagen, bin ja nicht prüde. – Zu keiner Zeit waren Bestelldaten oder Adressen von Kunden einsehbar. – Die Beate Uhse AG hat mittlerweile per Mail den Fehler eingeräumt. Es lag wohl am Upgrade des Shopsystems. Das erscheint unlogisch, ist aber die offizielle Antwort darauf. Das Shopsystem möchte ich sehen, das selbständig die Zugriffsrechte von sämtlichen auf dem Server befindlichen Verzeichnissen ändert. Nungut, man muss ja nicht alles verstehen. Ein Wort des Bedauerns findet sich in der Mail nicht. – Ein Artikel von mir soll noch bei stern.de erscheinen.

Subway Taucha: Montag Eröffnung

Ab Montag wird’s in Taucha lecker – und McDonalds muss sich mit seinen Labber-Brötchen warm anziehen. Subway öffnet. Seit Ende der Woche hängt die Werbung am neu gebauten Restaurant, die Mitarbeiter sind bereits vor Ort und werden eingewiesen. Scheint allerdings kein Traumjob zu sein – so von den Modalitäten her. Nun – solange es lecker ist und die Angestellten freundlich und kompetent sind, solls mir als Kunden recht egal sein.

Fehlt jetzt nur noch eine High-Speed-Verbindung in die Leipziger City zu Starbucks. Aber ich hab gehört, da soll’s so ne Tunnellösung geben. Mal dem Tauchaer Bürgermeister vorschlagen.

GC 2009 - Next level

Aktuelle Berichterstattung zur Minute im GC-Blog.

Sachsen auf der GC

Auf der Games Convention zeigen sich nicht nur die großen, namhaften Firmen. Auch Sachsen ist vertreten. Zwei der Aussteller habe ich für saxxess.com vorgestellt: das Dresdner Unternehmen Public Solutions und die HTWK Leipzig.

gamescom: Logo und Website veröffentlicht

Pünktlich vor dem Start der Games Convention in Leipzig hat die Kölnmesse heute die Website zur Gamescom überarbeitet, die nun erste Inhalte bietet. Wie bekannt ist, will der Branchenverband BIU im September 2009 eine neue Messe in der Domstadt etablieren und die Games Convention in Leipzig nicht mehr unterstützen.

Das Logo reißt mich persönlich nicht vom Hocker. Die Kleinschreibung ist aber schon mal etwas, das sich von Leipzig unterscheidet. Und die Kombination lila-babyblau gibt’s wohl auch nur in Köln. Informationen gibt es auf der Website nur für Aussteller, Fachbesucher und Presse. Dafür aber ein Herz zerreißendes Video über den Standort Köln. Für die “Privatbesucher”, wie das Fußvolk Publikum dort genannt wird, soll es eine eigene Website geben. “Celebrate the Games” heißt es auf dieser. Hier kann man vorerst nur seine Mailadresse hinterlassen. Weitere Informationen finden sich noch nicht.

Disclaimer: Ich bin derzeitig freier Mitarbeiter der Leipziger Messe.

Logo: koelnmesse

Die Neuheiten der Games Convention

Die Sächsische Zeitung veröffentlichte am 13. August einen Artikel von mir, der einen Überblick zu geben versucht, was sich auf der diesjährigen GC lohnt.

Die Games Convention (GC) gilt als Europas Leitmesse für die Video- und Computerspiele-Branche. Alle Höhepunkte aufzuzählen ist unmöglich. Dennoch wollen wir einen kleinen Überblick geben.

Die Trends

Während man in den vergangenen Jahren eher auf die Gelegenheitsspieler setzte, stehen nun wieder die Kenner im Mittelpunkt. Der japanische Entwickler Capcom bringt für solche Coregamer unter anderem „Bionic Commando“ mit. Das Spiel erschien 1987 für das Nintendo Entertainment System und war ein grafischer Meilenstein. Das Remake soll an den Erfolg anknüpfen. Dazu gibt es Titel wie „Street Fighter IV“ oder „MotoGP 08“.

Zu spät auf die Gelegenheitsspieler setzt Microsoft. Nachdem sich die Xbox 360 nicht mehr so gut verkauft, versucht das Redmonder Unternehmen gegenzusteuern. Partyspiele sollen das Publikum locken, das eher selten die Konsole einschaltet. Eine Politik, für die Nintendo bereits Schelte erntet, weil Kritiker eine Vernachlässigung der eingefleischten Spieler sehen. Nintendo selbst wird in diesem Jahr nicht auf der GC vertreten sein. Man verfolge eine andere Marketingstrategie und wolle Messeauftritte generell überdenken. Dabei kann „big N“ durchaus zufrieden sein: Die Konsole Wii verkauft sich besser als die Konkurrenzprodukte von Microsoft und Sony.

Sony ist einer der größten Aussteller der GC und glänzt vor allem durch die Playstation 3, die wieder Boden gut machen konnte. Für die High-Tech-Konsole mit Blu-Ray-Laufwerk und der besten derzeit erhältlichen Grafik gibt es auf der Leipziger Messe die beliebte Reihe „Singstar“ in der Version 2 zum Testen. Erfahrungsgemäß wird dem Karaoke-Spiel ein eigener Bereich innerhalb des riesigen Standes in Halle 3 eingerichtet. Mit Details zum Messeauftritt hält sich Sony vornehm zurück, lediglich von „großen, globalen Ankündigungen“ ist die Rede.

Die Premieren

Standesgemäß lebt die GC von ihren Premieren. Über 250 Welt-, Europa- und Deutschlandperemieren sollen das Spielefieber anheizen. Ubisoft etwa lädt im Rahmen eines Gewinnspieles zehn Fans bereits am Pressetag ein, den Shooter „Far Cry 2“ zu testen. Die Programmierer werden dazu eigens aus Montreal eingeflogen. An den Messetagen darf dann jeder die Fortsetzung des Actionspieles zocken. Experimentell wird es bei „Tom Clancy’s End War“, denn es ist das erste Spiel, das komplett per Sprache gesteuert werden kann.

Der deutsche Entwickler Frogster bringt das kostenlose Online-Rollenspiel „Runes of Magic“ mit. Interessierte können sich in der ersten Region bewegen. Direkt nach der Messe geht Frogster in die geschlossene Beta-Phase, um die Entwicklung voranzutreiben.

Sehnsüchtig erwartet wird von der Spielergemeinde „Spore“ aus dem Hause Electronic Arts. Das Werk von Entwickler Will Wright, der seiner Kreativität auch für „Sim City“ und „Die Sims“ freien Lauf ließ, steht kurz vor der Fertigstellung. Auf der Messe gibt es die finale Version als Weltpremiere zu spielen, bevor sie im September in den Handel kommt.

Neben Wright gelten vor allem die japanischen Entwickler als Legenden. Konami weiß das und holt Hideo Kojima, Schöpfer der „Metal-Gear-Solid“-Serie nach Leipzig. Nicht minder beliebt ist Koji Igarashi, der für die „Castlevania“-Serie verantwortlich zeichnet. Auch die Entwickler von „Silent Hill Homecoming“ und „Rock Revolution“, Thomas Hulett und Niasis Taylor“, sind zugegen.

Die neuen Technologien

Im technologischen Bereich wird es auf der GC auch einiges zu sehen geben, wenn auch teilweise nur für Pressevertreter. So will der Hamburger Entwickler Bigpoint erstmals ein browserbasiertes Onlinespiel auf der Playstation 3 vorführen. Diese Art von Spielen laufen im normalen Internetbrowser, ohne Bestandteile herunterladen zu müssen. Heiko Hubertz, Gründer von Bigpoint, sagt Browserspielen eine große Zukunft voraus.

Interaktiv wird es bei VR Space Theatres. Das Unternehmen lässt 3D-Kino und Games verschmelzen. Hochauflösende Bildinhalte können von den Spielern mit Gamepads gesteuert werden. Jeder einzelne beeinflusst dabei den Fortgang der Geschichte. Erstmals wird diese Technologie Journalisten vorgestellt. Für alle Besucher auszuprobieren gibt es den „Neural Impulse Actuator“ von OCZ Technology. Das System wird per USB-Anschluss an Windows-Rechner angesteckt und erlaubt es, Spiele nur mit Kraft der Gedanken zu steuern. Dabei hat der Spieler einen Hirnstrommesser auf dem Kopf, der aussieht wie ein Haarreif. Der Messer scannt die elektrischen Aktivitäten des Gehirns und wandelt diese als Tastenanschläge um.

Die Unterhaltung

Neben zahlreichen Shows und Gewinnspielen an den Ständen gibt es hinter der Halle 4 einen Strand. Zig Tonnen Sand wurden dafür herangefahren, Palmen, Relax-Liegen und Hängematten vermitteln Urlaubsflair. Auf der Bühne des Zubehörherstellers Speed-Link treten Bands wie „Die Happy“, „Aloha from Hell“ oder „Van Canto“ auf.

Bereits am 20. August gibt es mit Video Games Live das offizielle Konzert zur GC, das in der Arena Leipzig Musiken aus bekannten Computerspielen präsentiert.

Im „GC Freestyle – Gamer Camp“ auf der Leipziger Festwiese am Zentralstadion können die Fans campen und chillen. Ab 20. August finden hier über 5000 Zelte Platz.

Die GC wird 2008 zum letzten Mal ideell vom Branchenverband BIU getragen. Im nächsten Jahr plant dieser eine neue Messe in Köln. Die Leipziger Messe betont, dass sie nach wie vor zur Verfügung steht. Ob auch 2009 eine GC in Leipzig stattfinden wird, ließ Messechef Wolfgang Marzin offen.

Disclaimer:
Ich bin freier Journalist und als solcher auch in die Games Convention involviert. Gemeinsam mit Thomas Gigold verantworte ich das GC-Blog.

Schwarzarbeit: Organisator des Bikertreffens kassiert Anzeige

Taucha. Ab Freitag und bis Sonntag lädt Rainer Klöpsch wieder zum Country- und Bikertreffen auf den Schlosshof ein. Zum dritten Mal organisiert der Privatmann das Fest komplett allein und finanziert einen nicht unerheblichen Teil vor. Auch die Bewerbung der Veranstaltung obliegt ihm. Neben dem Banner über der Leipziger Straße, das der Rentner von der Stadtverwaltung aus kostenlos hängen darf, kündet seit vergangener Woche auch ein rustikales Werbeschild am Parkplatz gegenüber dem Rathaus von diesem Ereignis.

Doch mit eben jener Tafel hatte Klöpsch so seine Probleme: „Sage und schreibe 14 Monate vergingen vom Bauantrag bis zur Genehmigung“, erzählt der 65-Jährige. Das Bauamt hatte ihm einen schmalen Streifen am Rand des Parkplatzes zugewiesen. „Perfekt, weil man dann mit einem Pfeil rüber zum Schloss weisen kann“, so Klöpsch. Der Zimmermeister fertigte die Holztafel aus massiven Balken. In diese kann eine Plane eingehangen werden, die auf die jeweiligen Feste in der Stadt hinweist. „Ich sponsere die Werbetafel, die mich rund 800 Euro gekostet hat, den Tauchaer Vereinen. Wer immer hier eine Veranstaltung plant, kann seine Plane dort anbringen“, sagt er. Am Montag vergangener Woche installierte Klöpsch gemeinsam mit einem Freund die Tafel. „Plötzlich standen drei Männer hinter uns, die sagten, sie wären vom Zoll aus Dresden und es läge eine Anzeige wegen Schwarzarbeit vor. Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht, war mir ja keiner Schuld bewusst“, berichtet der rührige Rentner. „Ich musste meinen Ausweis holen und ein Protokoll ausfüllen. Am Ende sagten mir die Beamten, es wäre alles okay. Die haben sich sogar noch entschuldigt. Natürlich durften sie mir nicht erzählen, wer mich angezeigt hatte, fragten aber, ob ich spezielle Freunde im Rathaus hätte“, führt Klöpsch weiter aus.

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Deutsch-amerikanische Trauung

Taucha. Sieben Eheschließungen fanden gestern am bei Paaren offenbar beliebten magischen Datum, dem 8.8.08, statt. Jede war auf ihre Weise etwas Besonderes, dennoch stach eine heraus. Denn mit der Hochzeit von Kristie und Tom Döhler aus Leipzig wurden eine Amerikanerin und ein Deutscher amtlich zu Mann und Frau erklärt.

Uta Schneider vom Tauchaer Standesamt war schon seit Tagen aufgeregt, musste sie ihre Rede doch angesichts von etwa 25 amerikanischen Gästen zweisprachig abhalten. Dazu übersetzte eine Dolmetscherin die Ansprache ins Italienische, da auch aus diesem Land Besuch anreiste. Und: Am Rathaus hängte die Stadtverwaltung ein „Welcome-Banner“ und die Flaggen von Deutschland und den USA auf. „Ist doch klar, dass wir da unkompliziert sind, wann hat man das schon in Taucha“, meinte Bürgermeister Holger Schirmbeck.

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  • Filed under: Lokales
  • Besuch vom Nerdpol

    Einer meiner ersten Artikel hier im Blog war eine Kurzkurzkurz-Fassung eines Artikels für die LVZ über Joscha Sauer, dem Mann hinter den “Nicht Lustig”-Cartoons. Jetzt, drei Jahre später, wird’s mal wieder Zeit, ihn zu erwähnen. Erstens ist Joscha in diesem Jahr wieder besonders aktiv – seine Cartoons erscheinen in Welt kompakt und das vierte Buch ist fertig – und zweitens hat er mich grad wieder zum laut Lachen gebracht. Nerdpol – darauf muss man erstmal kommen.

    Google-Übersetzung zu nichts in der Lage

    Mensch, das muss doch hinzukriegen sein…

    Bisher sind wir noch nicht in der Lage, von Deutsch nach Deutsch zu übersetzen.

    Pfff – dann eben nich. ;-)

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