von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
19.
12.
2008
12:34
Die Gerüchteküche brodelt schon länger, bestätigt wurden bislang vier Kündigungen, mehr sollen es dem Vernehmen nach auch nicht sein. Für die Leipziger Volkszeitung habe ich vor zwei Wochen einen Artikel geschrieben, der nun heute erschien.
Energy Sachsen muss 2009 mit weniger Personal auskommen. Vier Mitarbeiter des Senders wurden im November darüber informiert, dass sie künftig nicht mehr benötigt werden. „Ja, es stimmt, dass mit einigen Personen für das kommende Jahr nicht mehr geplant wird“, bestätigt Pressesprecher Nico Nickel auf Anfrage. Unter anderem betrifft es on Air die Stimme von Stefan Große, bislang Co-Moderator von Morgenmoderatorin Freddy. Da wirkt es fast schon sarkastisch, wenn Nickel sagt: „Die bekannten Moderatoren werden weiterhin zu hören sein. Was sich bislang programmlich getan hat, wird fortgeführt.“
Die Kündigungen wären Ausdruck einer internen Umstrukturierung und würden nichts über die wirtschaftliche Situation des Senders aussagen. „Das ist eine rein strategische Entscheidung. Wir wollen, nachdem wir in den letzten Mediaanalysen unsere Hörerzahlen festigen konnten, nun wieder den spürbaren Aufwärtstrend schaffen und unsere Mannschaft besser aufstellen“, begründet Nickel den Wegfall der Stellen. Wie das inhaltlich funktionieren soll, wenn etwa der Programmchef nicht mehr auf seine Chefredakteurin zählen kann, dazu gibt es keine Verlautbarung. Programmchef Thomas Wetzel lässt auf die Pressestelle verweisen und Christopher Franzen, der ab nächstem Jahr Volker Schwarzenberg als Geschäftsführer ablöst, war auf mehrmalige Anfrage nicht zu erreichen. Sprecher Nico Nickel sagt aber, dass die Aufgaben der gekündigten Personen künftig andere Mitarbeiter übernehmen werden. Neueinstellungen auf den genannten Positionen werde es nicht geben.
Das klingt nach Einsparungen, auch wenn sie offiziell nicht so heißen dürfen. Eine personelle Vermischung mit Radio PSR oder R.SA sei trotz der räumlichen Nähe ausgeschlossen. „Das dürfen wir aufgrund der Gesellschafterstruktur nicht“, so Nickel. Im Bereich der Nachrichten gibt es allerdings bereits eine Zusammenarbeit – die Nachrichtensprecher der drei Sender sind beim PSR-Tochterunternehmen SachsenNewsNet angestellt.
Mit dem personellen Umbruch bei Energy Deutschland – hier gibt es seit Anfang November eine neue Führungsriege – stünde die Neuordnung im Leipziger Medienzentrum nicht im Zusammenhang, betont Nico Nickel. Vielmehr sei dies eine Entscheidung des Hauptgesellschafters Frank Otto, der zu 56 Prozent an Energy Sachsen beteiligt ist. Der künftige Geschäftsführer Christopher Franzen, Investmentbanker aus Hamburg, ist auch bei den übrigen Mehrheitsbeteiligungen der Frank Otto Mediengruppe, KISS FM in Berlin und Oldie 95 in Hamburg, in dieser Position eingesetzt. Ob dem viel beschäftigten Franzen da genug Zeit für seine gut aufgestellte Leipziger Mannschaft bleibt?
3 Kommentare für "Energy Sachsen baut Personal ab"
Wiedermal ein toller Beitrag und ein tolles Jahr zu Ende! Ich wollte mich bei Dir für die unterhaltsamen aber auch informativen Beiträge bedanken und wünsche dir ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich fahre jetzt erstmal in Urlaub! Bis denne…
[...] Energy Sachsen auftauchten, bestätigt der Leipziger Journalist und Blogger Daniel Große heute mit einem Bericht für die “Leipziger Volkszeitung” die [...]
[...] Geschäftsführers beweist. Jetzt, wo Christopher Franzen die Geschicke des Senders (mutmaßlich von Hamburg aus) leitet, scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Vielleicht gaben die internen Trackings aber [...]
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