von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
28. 02. 2009 09:49
Sehr erheiternd, was man manchmal im Spam-Ordner findet: Eine Mail, die vorgibt, von Peter Kielbassa alias Peter Bond, dem Ex-Porno-Darsteller, Ex-Glücksrad-Moderator, Ex-Dschungelcamp-Y-Promi zu sein.
In der Mail heißt es:
Sie haben sich beim Anbieter Junkload angemeldet und sind nun verpflichtet, eine Anmeldegebuehr zu bezahlen. Auch wenn Sie moeglicherweise nichts von dieser Anmeldung wissen, weil Sie vielleicht aus Versehen auf dieser Seite waren, sind Sie trotzdem verpflichtet zu zahlen.
Nee, iss klar. Junkload? Nie gehört. Und dort hab ich mich “angemeldet” und muss zahlen? Und schon beim bloßen Betrachten der Seite muss ich auch zahlen? Die Rechtsgrundlage dafür würde ich gern mal sehen.
Weiter im Text:
Junkload ist ein Service von TV-Star Peter Bond, welcher fuer die Firma Electronic Arts arbeitet und Sims-Spiele online verkauft. Die Anmeldegebuer betraegt 100 Euro, was Sie den AGB entnehmen koennen. Da Sie die Anmeldegebuehr nicht rechtzeitig bezahlt haben, muessen wir Ihnen zusaetzlich 50 Euro Strafgebuehr berechnen, sodass Sie jetzt insgesamt 150 Euro zahlen muessen.
Muhahaha, wie das schon formuliert ist – wer bitte soll das ernst nehmen?
Wir bitten Sie, den geforderten Betrag inklusive Strafgebuehr zu bezahlen, da wir ansonsten rechtlich gegen Sie vorgehen werden. Es wird im Fall einer Zahlungsverweigerung ein polizeiliches Ermittlungsverfahren wegen Betrug gegen Sie eingeleitet werden, und Ihnen drohen ausserdem Eintraege bei der Schufa.
Schufa? Wegen 150 Euro, die wegen Nichts erhoben werden? Hallo? Welches Zeug nehmt Ihr?
Wir haben Ihre IP-Adresse 85.xxx.48.xxx gespeichert und koennen Sie damit eindeutig identifizieren und rechtlich verfolgen.
Interessant. Auf der Website von Junkload steht nichts dergleichen, dass IP-Adressen gespeichert werden. Nichtmal ein Impressum gibt’s dort. Das angegebene deutsche Betreiber, so es ihn denn gibt, könnte allein dessen sicher abgemahnt werden.
Und dann der Brüller:
Also zahlen Sie jetzt bitte 150 Euro und ersparen Sie sich Aerger, denn Peter Bond hat gute Anwaelte!
Sorry Jungs, aber ich lieg flach…
Kommt aber noch besser:
Ihre Zahlung entrichten Sie bitte innerhalb von 7 Tagen per Barscheck an die unten genannte Adresse. Sollten Sie nicht zahlungsfaehig sein, senden Sie bitte eine schriftliche Begruendung an die unten genannte Adresse.
Sollten Sie nicht reagieren, werden wir Sie rechtlich verfolgen, was im schlimmsten Fall sogar mit einer Gefaengnisstrafe enden kann.
Wir bitten Sie auch davon abzusehen, uns zu drohen, denn das werden wir ebenfalls strafrechtlich verfolgen. Die Fernsehsendung Akte bei Sat 1 und sonstige Verbraucherschuetzer (BooCompany und co.) werden Ihnen nicht helfen koennen, denn wir sind im Recht!
Vermeiden Sie bitte auch negative Eintraege ueber uns in Internetforen und Blogs, denn gegen diese werden wir gerichtlich klagen!
Sehr geil. Negative Einträge habt Ihr ja schon fast von selbst verhindert, denn die Mail landet bereits im Spam, wie gesagt. Sicher auch wegen der bereits seit einiger Zeit durchs Netz schwappenden Junkload-Mails mit ähnlich dümmlichen Texten.
Und dass sich Lanu von der BooCompany einschüchtern lässt… sorry…. ich muss schon wieder vor Lachen unter den Tisch fallen.
Achso, den Rest der Mail noch:
Mit freundlichen Gruesse
Joerg Krahn
Junkload OHG
Fasanenstr. 7
33607 Bielefeld
www.peterbond.webs.com
www.junkload.orgIn Zusammenarbeit mit:
Peter Bond
c/o Streamtaiment Inc.
Scheich Hiam Darwiche
31/F The Center
99 Queens Road Central
Hong Kong
Ob ich nun auch weitere Mails mit haltlosen Drohungen bekomme? Was mich nur interessieren würde: Da das Netz scheinbar voll ist mit Geschichten über die Spam-Mails von Junkload: Gibt es diesen Haufen eigentlich wirklich oder ist das ganze Ding von vorn bis hinten erlogen? Ich mag nicht glauben, dass der “TV-Star” und “erfolgreiche Geschäftsmann” Peter Bond dahintersteckt. Und wissen Electronic Arts, die BBC und wer noch alles von dieser angeblichen Zusammenarbeit? Und warum stoppt Electronic Arts nicht solche Websites?
Rat an alle, die auch diese Mail bekommen haben: Ausdrucken, dann als Spam markieren und löschen. Warum ausdrucken? Nun, zum ins-Büro-hängen und immer wieder lesen, wenn man mal mies drauf ist. Ist einfach zu lustig…
27. 02. 2009 17:02
Am 23. Januar 2009 erschien nachfolgender Artikel von mir in der Leipziger Volkszeitung. Auf die Geschichte hin meldete sich der MDR bei mir, um Protagonistin Irma Berger in die Talkshow “Unter uns” einzuladen. Heute, am 27. Februar 2009, ist die 77-Jährige, die nicht aufhören will, zu arbeiten, zu Gast in eben jener Sendung. 22 Uhr im MDR-Fernsehen.

Taucha/Leipzig. Am 8. Januar feierte Irma Berger ihren 77. Geburtstag. An diesem Donnerstag ruhte sich die Tauchaerin aber nicht zu Hause aus, sondern ging auf Arbeit. „Das war doch nicht so wichtig, soll ich nur wegen meines Geburtstages die wichtige Schulung sausen lassen?“, fragt sie. „Meine Gäste kamen eh erst abends, darum konnte ich vormittags genau wie alle anderen zur Arbeit gehen“, sagt die rüstige Frau. Seit über drei Jahren arbeitet sie begleitend zur Rente im Callcenter der TAS Telemarketing AG in Leipzig. Und denkt noch lange nicht ans Aufhören.
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26. 02. 2009 22:50

Bloß gut, dass es Jubelpreise sind, die Selgros da im aktuellen Newsletter ankündigt. Für den regulären Preis würde ich solch grauen Broccoli nicht kaufen. Wobei ich grad überlege, was man mit grauem Gemüse überhaupt anfängt. Würde ich nichtmal dem Hase oder dem Meerschweinchen hier geben….
26. 02. 2009 10:20
Wenn es um Computerspiele geht, führt in Leipzig kein Weg an René Meyer vorbei. Auf der Games Convention stellte der 38-Jährige schon zweimal Teile seiner Spielkonsolen-Sammlung aus. Jetzt ist er bei der Buchmesse dabei – und zeigt Schätze seiner Sammlung von Computermagazinen. Was viele nicht nachvollziehen können, der Journalist und Autor sammelt leidenschaftlich gern „alte Schinken“. In 20 Jahren hat er etliche Raritäten zusammengetragen, so besitzt er das weltweit bedeutendste Magazin der Computergeschichte, die Januar-Ausgabe der „Popular Electronics“. Der Hobbysammler: „Die Studenten Paul Allen und Bill Gates lasen darin vom ersten Home-Computer der Welt, dem Altair 8800. Dieser Moment gilt als ausschlaggebend für die Gründung von Microsoft. Es ist also wirklich Weltgeschichte, die sich in den unscheinbaren Blättern verbirgt.“ Außerdem ist Meyer stolzer Besitzer der Erstausgabe von „Happy Computer“. Das Heft sei darum so wertvoll, weil es zuerst unter dem Namen „Hobby Computer“ erschien. Aus rechtlichen Gründen wurde es ab der zweiten Ausgabe umbenannt. Während der Buchmesse (12. bis 15. März) sind diese und viel mehr Schätze, die René Meyer sonst fein säuberlich geordnet und abgeheftet hat, in der Glashalle zu sehen. Hinter Glas, wie wertvolle Kunstwerke.
Erschien am 26. Februar 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
23. 02. 2009 09:27
Damit man mir nicht wieder unterstellt, ich sei parteiisch oder nicht objektiv genug, sei hier kurz darauf hingewiesen, dass offenbar auch die Sächsischen Stadtradios jegliches Feingefühl und ihre Bodenständigkeit verloren haben. Das aktuelle MA-Gewinnspiel “Ohrenbohren” wird mit “das weltweit erste akustische Bilderrätsel” angekündigt. Was Quatsch ist, denn die Geräuscheraterei gibts schon etwas länger. Da ist es egal, mit welchem ausgedachten Wort man das Spiel umschreibt…
16. 02. 2009 09:43
Am Freitagabend erlebten tausende Fernsehzuschauer bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest einen Skandal. BigFM-Morgenhans grabschte seiner “schönen Tschechin” an den Busen. Gut, dass der Skandal inszeniert war, kapierte sicher jeder, der die schlecht gespielte Empörung von Suzanka sah und daraufhin der Morgenhans noch schlechter meinte “War doch nur Spass” (mit 5 “s” am Ende).
Gestern nun folgte das, was nach so einem angeblichen Skandal immer folgt. Der Verursacher entschuldigte sich und die Begrapschte sagt, sie hätte das tun müssen, weil eine Grenze überschritten worden sei. Braucht man nur noch eine Zeitung, die den Fake frisst… Wer könnte das sein…?!

Na bitte.
Foto: Scan aus “BILD”
15. 02. 2009 23:49
Taucha. Seit mehreren Jahren beschäftigt Tauchas Stadtrat ein Wortkonstrukt, das es in sich hat. Am Donnerstagabend nun stand der „Beschluss der Satzung über die Erhebung von Beiträgen für straßenbauliche Maßnahmen der Stadt Taucha“, oder kurz: die Straßenausbaubeitragssatzung, zur Abstimmung.
Das Thema ist hochsensibel und insofern hatte Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) eigentlich mehr interessierte Tauchaer erwartet, die der Stadtratssitzung folgen würden. Doch die Besucherplätze waren nicht mehr gefüllt als bei anderen Sitzungen auch. Dafür bezeichnete er die Zahl der anwesenden Stadträte als „rekordverdächtig“. Nur einer der 23 Mitglieder fehlte – Falk Porzig (CDU) ließ sich entschuldigen. Die Beschlussfähigkeit war also locker erreicht und darum bat Schirmbeck auch, „nach der umfangreichen Tätigkeit der vergangenen Jahre nun zum Ab- und Beschluss zu kommen.“
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13. 02. 2009 23:39
Die “Sachsen-Schande”, wie es Freddy von Energy Sachsen ausdrückte, ist vorbei: Endlich, endlich wurde unser Freistaat würdig vertreten bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest. Ein fantastischer 2. Platz für einen fantastischen Sound von Polarkreis 18. Danke für den Fisch!
Achso: Sieger wurde Peter Fox mit seinem.. nunja, Liebeslied an Berlin. Oder was auch immer das sein soll.
13. 02. 2009 00:47
Es ist kaum vorstellbar, dass deutsche Radiomacher im Nebenberuf “Hütchenspieler” sind und solche Aktionen initiieren oder auch tatsächlich umsetzen. Schließlich gibt es doch Gesetze, Verordnungen, ethische Regeln – und nicht zuletzt die Landesmedienanstalten, die im Interesse der Hörer sofort eingreifen, wenn auch nur der geringste Verdacht auf Unregelmäßigkeiten im Radio aufkommt – oder etwa nicht?
blogmedien.de schreibt über die Mechanik von Radiogewinnspielen. Vom geheimnisvollen Geräusch über verlorene Wörter bis zum Geldscheinspiel und dem Bargeldanruf.
Beim Geräuscheraten gibt es stets mindestens ein Dutzend richtiger Antworten, der Gewinner wird natürlich stets in der Morningshow zur besten Sendezeit gezogen und “Live”-Gespräche sind vorher aufgezeichnet.
Also rein hypothetisch gesprochen. In Wirklichkeit macht das natürlich kein Radiosender auf der Welt. Und schon gar nicht in Deutschland…
08. 02. 2009 11:15
Chris von F!XMBR spricht mir in seinem Blog auf dem neuen Freitag aus der Seele:
Die Blogger, die wirklich bloggen, mit Herz und auch Verstand, um des Bloggens willen, sich mitteilen wollen, Spaß an den Diskussion und Reaktionen haben, schreiben weiterhin das Blog. Glücksritter (da fehlt ein “s” im Original-Eintrag), Traffic-Abstauber, SEOs oder auch so genannte Problogger sprechen von der Blog, nicht selten auch die Verlage, die um des Hypes Willen mit auf den Zug springen.
Seiner Meinung nach kam der Blog in Mode, als die “ersten Glücksritter das Internet eroberten”. Ich möchte das ergänzen um den Fakt, dass vor allem diejenigen der Blog sagen, die davon am wenigsten verstehen. Eben Verlage, Menschen, die nicht in die Szene reingewachsen sind und leider auch Agenturen, die vorgeben, etwas von der Materie zu verstehen.
Aber diese Diskussion wird wohl auf immer und ewig Bestandteil der Blogosphäre sein. Da habens die englischsprachigen Länder einfacher. “The” kann man auslegen wie man will. Der, die, das…