von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
07. 02. 2009 13:45
In den 80ern zitterte die Cracker- und Raubkopiererszene vor ihm, heute sind es vor allem Betreiber von Websites. Jetzt muss er selbst hinter Gitter. Wegen Betrugs an der “taz”. Ich glaube nicht, dass ihn viele Leute bemitleiden.
06. 02. 2009 16:20
Es gibt sie noch, die echten Innovationen im Radiomarkt. Doch, wirklich. Radio PSR hat es erfunden, das ultimative Radiogewinnspiel. Gab’s noch nie! War noch nie da!
Gut, zumindest macht uns das der aktuelle Newsletter der Leipziger Funker glauben:
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Wahnsinn. Der Bargeldanruf. Dass da nicht früher mal jemand drauf gekommen ist.
Auf die Marktführerschaft!
05. 02. 2009 09:47

Seine Freunde nennen ihn nur Heinz und wenn es ganz schnell gehen muss, ist er auch mit HRK zufrieden. Heinz Rudolf Kunze weilte am Dienstag (3. Februar) für wenige Stunden in der Stadt, besuchte unter anderem Radio Leipzig und warb für sein neues Album „Protest“.
Das erschien Ende Januar und ist, wie der 52-Jährige sagte, kein „genereller Protest gegen irgendetwas. Ich fasse den Begriff sehr weit. Bob Dylan hat mal gesagt, jeder Song kann ein Protestsong sein. Wenn ich also ein Liebeslied schreibe, protestiere ich damit gegen die allgemeine Lieblosigkeit“, sagte Kunze. Bezug auf sein Idol Dylan finden sich auch auf dem aktuellen Album. Das Lied „Möglich“ beispielsweise sei seine Übersetzung des Titels „Death is not the end“. So singt er auch „Es ist möglich, dass es mehr gibt als den Tod.“ Sterben sei auch etwas, wogegen HRK protestiere. „Ich finde es unglaublich, dass ich irgendwann nicht mehr lebe, denn ich halte mich für unentbehrlich“, meinte er. Moderator Jan Lüdtke überzeugte diese Äußerung. „Er ist ein Mensch, der weiß, was er will. Trotz allem ist er nicht überheblich, höchstens sehr bestimmt.“
Das nächste Mal ist Kunze mit seiner Verstärkung am 30. April in Leipzig. In seinem „Stammlokal“, dem Haus Auensee, wie er es ausdrückte. „In Leipzig haben wir schon viele schöne Konzerte und Lesungen gehabt. Im Herbst 1987 gaben wir unser erstes Konzert bei strömendem Regen. Und zwei Monate vor der Wende spielten wir für 50 000 Menschen. Das war faszinierend, man spürte regelrecht, dass etwas passieren würde. Dass die Mauer fällt, war für uns dann doch sehr überraschend.“
Wer an Kunzes Wirken in Buchform will, kann das tun – im Dezember erschien das neueste Buch des Macherner Autoren Holger Zürch. In „Woran man mit mir war“ dokumentiert er Kunzes Schaffen der vergangenen Jahr.
Erschien in kürzerer Form am 4. Februar 2009 in der Leipziger Volkszeitung und in dieser Version auf der Website von Radio Leipzig.
01. 02. 2009 12:33
Seit etwas mehr als einer Woche wissen Thomas und ich, wie es mit der Games Convention weitergeht. Zur Vorbereitung auf die GAMES CONVENTION ONLINE, wie die neue Messe heißt, die vom 31. Juli bis 2. August in Leipzig stattfinden soll, erklärte uns das Projektteam bereits eine Woche vor der Pressekonferenz das Konzept. Ein Konzept, von dem wir überzeugt sind, weil Onlinegames ein Wachstumspotenzial haben wie der gesamte Computerspielemarkt um das Jahr 2002 herum. Schnellere Breitbandzugänge, die quasi ständige Verfügbarkeit des Internets an nahezu jedem Standort sind Gründe dafür, dass sich immer mehr Spieler für Browsergames oder Client-basierte Onlinespiele interessieren. Ebenso ist der Markt für Handyspiele ein riesiger, nicht nur wegen des iPhones.
Dass das neue Konzept nicht jedem gefällt, darüber waren wir und darüber war sich das Projektteam von Anfang an klar. Trotz rund 65 Millionen registrierter Nutzer bei Gameforge und knapp 50 Millionen User bei Bigpoint ist das Thema noch nicht bei allen Gamern angekommen. Das ist logisch, denn der Markt für Onlinespiele funktioniert anders. Hier liegt der Hype nicht auf den neuesten Knallern der ganz großen Studios, hier gibt es kein Nintendo, kein EA, kein Microsoft, Ubisoft und wie sie alle heißen. Es sind die kleinen Nebenbeispiele, aber auch die strategischen Piraten- und Aufbauspiele, die hier die Nutzer fesseln. Und das oft komplett gratis und ohne Zugangsbeschränkungen.
Es ist schön zu lesen, dass es offenbar doch einige gibt, die das Konzept verstanden haben und die sich freuen auf die neue GCO. Doch manchmal möchte man am liebsten aus der Haut fahren, wenn man den Blödsinn liest, den manche schreiben. Leipzig hätte die Games Convention kaputt gemacht, die Leipziger Messe hätte erst große Töne gespuckt und dann den Rückzieher gemacht, die GC hätte so bleiben sollen wie sie war.
Wie sie war? Dann müsste der BIU eine komplette Kehrtwende hinlegen und wieder zum bewährten Messestandort Leipzig stehen. Doch davon sind wir ungefähr so weit entfernt wie von einem Leben auf dem Mars. Um das nochmal klar zu sagen, auch wenn ich mir vorgenommen habe, diese emotionale Komponente aus der Diskussion rauszulassen, es war nicht die Leipziger Messe, die sich entschieden hat, die Games Convention kaputt zu machen. Es war der BIU, der sich von Versprechungen der Koelnmesse hat leiten lassen, der meinte, Leipzig sei zu provinziell. Es war der Verband, der alle großen Aussteller an den nahezu äußersten linken Rand der Republik mitgenommen hat, um eine komplett neue Messe aufzubauen, die weitgehend das Konzept der Leipziger GC kopiert.
Was also blieb der Leipziger Messe übrig? Entweder die Messe komplett abzusagen. Doch das wäre zu einfach gewesen. Stattdessen stützt man sich, wie bereits zu Beginn der GC im Jahr 2002, auf einen Wachstumsmarkt. Eine Spezialisierung in der Spezialisierung. Ob Onlinegames eine eigene Messe rechtfertigen, wird man sehen. Natürlich wird die Ausstellungsfläche kleiner, natürlich werden weit weniger Besucher da sein. Dafür hat man hier die Chance – und es ist wirklich eine Chance – eine Messe zu schaffen, die echte Wachstumspotenziale hat. Wachstumspotenziale, die der normale Spielemarkt längst ausgereizt hat, dazu muss man sich nur mal die stagnierenden Verkäufe und Entwicklungen für PC-Spiele anschauen.
Ich wünsche mir für Leipzig, für die Gamesbranche und vor allem für das wirklich engagierte Projektteam der GAMES CONVENTION ONLINE, dass die Messe ein Erfolg wird. Dass die Leipziger Messe in der Lage ist, geile Publikumsmessen zu organisieren, hat sie in der Vergangenheit mehr als bewiesen. Ob es auf der GCO auch wieder so spektakuläre Messestände und eine so unbeschreibliche Atmosphäre geben wird, weiß ich nicht. Aber allein die Chance darauf ist es wert, für diese Messe zu kämpfen und hinter ihr zu stehen.
Thomas und ich tun das bloggenderweise. Denn auch für die neue GCO sind wir die offiziellen Messeblogger. Die versuchen werden, den interessierten Gamern die Themen der Messe schmackhaft zu machen.