GROSSE WORTE

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for May, 2009

Tipptresor, Gewinnkomet, Ptak und Konsorten

Kleines Update zu bereits getätigter Warnung vor Tipptresor. Wie vermutet scheint das Imperium von Daniela Ptak und Konsorten mittlerweile den Projektnamen geändert bzw. parallel zweite und dritte Namen erfunden zu haben. Aktuell wird wohl auch versucht, unter dem Namen Gewinnkomet abzuzocken. Die Masche ist gleich. Angeblich soll man auf einen Anruf hin Gewinnspiele verlängern oder kündigen, dafür werden persönliche Angaben, unter anderem auch Kontonummern verglichen. Ist man so dumm, und gibt die Nummer raus, ist man später mindestens 55 Euro ärmer.

Hinter den genannten “Projekten” steckt die FAB Management AG aus Cham in der Schweiz. Sowohl tipptresor.com als auch gewinnkomet.com sind auf dieses Unternehmen registriert. Die Schreibfehler im Ortsnamen sind mutmaßlich mit Absicht dort drin. Interessant ist die Angabe des administrativen Kontaktes: Daniela Ptak bei Service & Solution. Wir erinnern uns: Die Service & Solution GmbH & Co. KG mit Sitz in Paderborn ist zu 50 Prozent beteiligt an der Novamedia Marketing GmbH mit exakt gleichem Firmensitz in Paderborn. Es fällt immer schwerer zu glauben, was Geschäftsführer Thorsten Sucker sagte. Nämlich, dass er sich nicht erklären könne, wer da bei den ahnungslosen Leuten anruft.

gewinnkomet.com und tipptresor.com teilen sich im übrigen das DNS lwpn.net. Eben diesen Nameserver nutzen auch weitere Domains – etwa luck24.de sowie luck24.at, luck24.com und luck24.net. Luck24 sitzt in Wien und beschäftigt sich laut eigenen Angaben mit IT-Service und “Fulfillment“, also der Vertragsnachbearbeitung, unter anderem Rechnungsstellung und Mahnung. Auch das Geschäftsfeld “Lotto u. Gaming” wird angegeben – eigenen Angaben zufolge erstellt man Flash-Spiele. Insgesamt wirkt die Website recht alibihaft – ähnlich wie die von Service & Solution. Konkrete Projekte oder Referenzen finden sich nicht.

Kurzer, weiterer Exkurs noch: Im Forum von Sat.1 wird davon ausgegangen, dass Novamedia Marketing aus Paderborn ein Callcenter auf Mallorca unterhält. Dies bestritt Thorsten Sucker im Telefonat mit mir. Sicher ist es dann auch nur ein Zufall, dass ich noch am Tag meines ersten Postings zu Tipptresor Zugriffe über Google auf mein Blog hatte, die aus Mallorca kamen. Gesucht wurde nach “Daniela Ptak”. Am nächsten Tag kamen dann von der gleichen IP Suchanfragen nach eben diesem Namen, einige Stunden später wurde auch nach “Thorsten Sucker” gesucht. Aber was heißt das schon…

Update 2. Juni 2009:
Bei mir haben sich ehemalige Mitarbeiter von Novamedia Marketing gemeldet. Den Ausführungen zufolge betreibt das Unternehmen ein Callcenter in Lippstadt. Von dort aus verkauft es die Produkte Spielfox, Sunny Tipp, Tipptresor und Gewinnkomet. Angeblich wird der Chef aus Paderborn – meine Informanten vermuten, dass es sich um Thorsten Sucker handelt – von zwei Bodyguards begleitet. Es soll aber auch noch einen Herrn Koch in der Leitungsebene geben. Pro “Abschluss” bekäme Novamedia 165 Euro. Wobei mir nicht klar ist, von wem die Firma dieses Geld bekommt. Pro Tag sollen um die 100 Abschlüsse erzielt werden, die Stornorate läge bei etwa 45 Prozent. Das würde bedeuten, allein das Callcenter Lippstadt macht einen Wochenumsatz von 45.000 Euro, im Monat also um die 180.000 Euro. Angeblich gibt es in Paderborn ein weiteres Callcenter, das noch mehr schafft.
Ob diese Angaben stimmen, kann ich nicht nachvollziehen.

“Millionär” macht einsam

Folgende Mail schrieb ich heute an Tommy Jaud, den meiner Meinung nach besten Comedyautor Deutschlands. Die Mail werden nur diejenigen wirklich verstehen, die Jauds 2007 erschienenes Werk “Millionär” auch gelesen haben, was mir aber mal herzlich egal ist. ;-)

Sehr geehrter Herr Jaud,
ich möchte nicht aufgenommen werden zu Schulungszwecken. Und ich möchte mich beschweren.

Der Grund: Das Lesen Ihres Buches “Millionär” macht einsam. Als ich mir am Samstagnachmittag Ihr Buch kaufte, ahnte ich noch nicht, dass ich damit den Rest des Tages und die Hälfte der Nacht zubringen würde. Bereits im Laden las ich die erste Seite und vergaß so fast, das Buch zu bezahlen. Die Kasse sieht man ja nicht, so mit einem Buch vor den Augen. Zu Hause verschlang ich dann weitere Seiten – sehr zum Leidwesen meiner Frau, denn das Lesen Ihrer Bücher geht nie leise von statten. Nach jedem dritten Satz muss man lachen. Und ich lache sehr laut beim Lesen.

Am Abend, ich hatte das Buch noch immer vor den Augen, versuchte meine Frau dann etwas aberwitziges: Sie setzte sich neben mich, um auch ihrerseits ein Buch zu lesen. Sie werden sich denken, was passierte: Sie hielt es neben mir lachendem und vor Freude zappelndem Menschen nicht lange aus. Und ging ins Bett.

Da saß ich nun. Einsam. Bis 2.45 Uhr morgens. Zu diesem Zeitpunkt ging gerade der Summer von Annabelles alter WG. Und ich stellte mit Erschrecken fest: Ich war gar nicht müde. Hier entstand das zweite Problem: Um diese Uhrzeit noch etwas sinnvolles anzustellen ist schwer – außer man liest Ihr Buch noch einmal. Oder den Vollidioten. Oder den Resturlaub, der sich irgendwie nicht so leicht runterliest. Ich entschied mich für den Fernseher. Dummerweise kamen aber keine Dokus mehr, nicht mal eine Kochsendung. Und daran sind nur Sie schuld!

So, das war’s – ich muss jetzt auch schnell auf spiegel.de schauen, ich glaub, es ist was passiert.

Also, machen Sie’s gut! Sie sind echt Welt!

Viele Grüße,
Daniel Große

Bereits 2007 war ich von Tommy Jauds Vollidiot begeistert. Den “Millionär” habe ich schon lange mal kaufen und lesen wollen, bin nun eigentlich viel zu spät dran – habs aber nicht bereut. Unnötig zu sagen, dass ich das Buch jedem Mann empfehle. Ja, jedem Mann. Für Frauen ist das nix.

SMS für dich – und für Dich!

Gestern bekam ich vom Rowohlt Taschenbuch Verlag ein unangekündigtes Päckchen. Darin: Zwei Exemplare von “SMS für dich” und “Frucht der Sünde“. Beides hatte ich nicht angefordert, trotzdem soll hier zumindest ein Buch davon kurz rezensiert werden.

Meine Frau schnappte sich sofort “SMS für dich“. Wer dem Link gefolgt ist, wird an der Covergestaltung sehen: Es ist kein Männerbuch. Nein, eher eine Schnulze, ein Liebesroman. Kurzer Abriss: Clara und Ben streiten sich, Ben haut ab – und kommt bei einem Unglück ums Leben. Ben wird beerdigt, Clara gibt ihm später sein Handy mit ins Grab (sie buddelt ein Loch mit ihrer Freundin; ich sag ja, kein Männerbuch). Um den Tod zu verarbeiten beginnt sie, ihrem Freund ins Grab SMS zu schreiben. Natürlich. Mittlerweile ist die Nummer aber wieder vergeben – an einen gewissen Sven. Dieser ist “junger Journalist” (oha) und sehr berührt von den persönlichen Nachrichten der einsamen Clara. Also beginnt Sven, Clara zu suchen.

“Zwischendrin wird’s sehr langatmig, bevor wieder etwas passiert”, urteilte meine Frau gerade. Was sie trotzdem nicht davon abgehalten hat, die 239 Seiten an einem Abend durchzulesen. Irgendwann erfährt man wohl noch, dass Bens Abschied aus dem Leben gewollt war. Und bekommen sich Sven und Clara? Das soll hier nicht verraten werden. Nur so viel: Es ist kein Männerbuch.

Und jetzt? Jetzt verlose ich das zweite Exemplar “SMS für dich”, das hier noch unangetastet rumliegt. An alle Frauen, die mir in den Kommentaren sagen, von wem sie gern mal eine SMS bekommen würden. Ausgelost wird dann nach dem Zufallsprinzip. Mitmachen könnt Ihr bis zum 1. Juni 12 Uhr. Viel Glück!

Heute 14 Uhr in Leipzig: Grundgesetz lesen

Für alle, die meinem Twitter-Account nicht folgen, sei hier nochmal drauf hingewiesen: Heute, 14 Uhr findet auf dem Augustusplatz vor der Oper ein “Flashmob” statt. Anlässlich des 60. Jahrestages des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland – und seiner aktuell immer stärker zunehmenden Gefährdung – soll aus dem Grundgesetz gelesen werden.

Derweil beweist eine deutsche Werbeagentur ihr fehlendes Feingefühl in der aktuellen Debatte. Weil der Spot “Du bist Terrorist” für KemperTrautmann an die von ihr erdachte Kampagne “Du bist Deutschland“, tschuldigung, “Du bist Deutschland” erinnert, wurde Designstudent Alexander Lehmann dafür abgemahnt. Halt – noch nicht abgemahnt, es wurde ihm bislang nur angedroht. Was soll das denn? Eine Art Warnschuss? Weil man sich selbst nicht sicher ist, ob man hier überhaupt abmahnen darf? Oder weil man dem armen Mann nicht gleich sein komplettes Geld abnehmen will? Weil sich Alexander, genau wie die Deutschland-Kampagne mit seinem Land auseinandersetzte? Ich könnte verstehen, wenn sich KemperTrautmann gegen das offensichtliche Plagiat der Website wehrt – das war vielleicht etwas unklug von Alexander. Aber das Video und die Website ansich? Diese Forderung dürfte unhaltbar sein. Zudem fragt man sich, ob KemperTrautmann bislang geschlafen und all die Adaptionen und Verarschungen nicht mitbekommen hat.

Darum: Heute Grundgesetz lesen gehen – für mehr Meinungs- und Pressefreiheit.

Update: Viel war nicht los. Einige wenige Fotos in meinem Flickr-Account.

Update 2: Im Falle der angedrohten Abmahnung an Alexander Lehmann scheinen sich die Wogen geglättet zu haben. Die Verwendung von “Du bist…” wurde nicht bemängelt, sondern die Nutzung der Fotos der Website “Du bist Deutschland.” Alle Details bei Alexander im Blog.

Auch DU!

Ja, DU! Ganz genau DU! Du bist Terrorist. Beweise?

Du bist Terrorist from lexela on Vimeo.

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  • Sachsen Bank über Clusterprozess Mitteldeutschland

    werteDie LBBW und damit auch die Sachsen Bank hat ein neues Kundenmagazin. “WERTE” heißt es und wird von FACTS & FIGURES, der Corporate Publishing-Division der FTD produziert. Im Auftrag von Chefredakteurin Sabine Schlosser habe ich einen längeren Artikel zur Vernetzung der mitteldeutschen Wirtschaft geschrieben. Unter der Überschrift “Wachstumstreiber Mitteldeutschland” ist von innovativen Clustern zu lesen, die die Wirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stärken.

    Ein kurzer Auszug:

    In Mitteldeutschland steckt mehr, als mancher Außenstehende vermutet. Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung überflügelt die Region sogar die bundesdeutsche Produktivitätssteigerung. Preisbereinigt ist das Bruttoinlandsprodukt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zwischen den Jahren 2000 und 2008 um 13,4 Prozent gewachsen. In Gesamtdeutschland lag das Plus dagegen nur bei 10,1 Prozent.

    Beim Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem konnte Sachsen-Anhalt 2008 sogar den höchsten Zuwachs verbuchen: 52.790 Euro wurden pro Kopf erwirtschaftet – das Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr toppt deutlich die bundesweite Steigerungsquote von 1,4 Prozent. Ein überdurchschnittliches Wachstum erzielten auch die Thüringer mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent auf 48.491 Euro pro Erwerbstätigem. Sachsen liegt mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 48.518 Euro ebenfalls über dem bundesweiten Durchschnitt.

    Absolut betrachtet hat Mitteldeutschland mit seinen 8,9 Millionen Einwohnern jedoch noch Nachholbedarf: Die Produktivität der drei Bundesländer liegt rund ein Viertel unter dem gesamtdeutschen Niveau. Die Region ist jedoch stark im Export: Die Ausfuhren stiegen zwischen 2000 und 2006 um das Doppelte. Im Jahr 2008 wurden durch Exporte in Mitteldeutschland 47 Milliarden Euro erwirtschaftet.

    Anruf von Tipptresor erhalten? Einige Hintergründe

    Heute rief eine Dame bei mir an, die vorgab, “aus dem Hause Tipptresor” anzurufen. Ich würde im August meine “zwei Monate Gratis-Teilnahme am Gewinnspiel” aufgebraucht haben und ob ich danach verlängern lassen wolle, fragte sie. Ich gab ihr zu verstehen, dass ich ihr Unternehmen nicht kenne und ließ mir noch zweimal den Namen “Tipptresor” nennen. Nochmals sagte ich ihr, dass ich nie an einem Gewinnspiel teilgenommen habe und keine solche Firma kenne. “Doch, haben Sie, definitiv!” maulte die Dame, die eben noch freundlich war – und legte auf.

    Tipptresor? Gewinnspiele? Das kam mir doch gleich bekannt vor – die Freunde vom “Alpenkönig” sollen aber angeblich nicht dahinterstecken, meinte die Dame noch auf meine Frage. Wer dann? Im Anti-Spam-Forum geht Benutzer “asd” davon aus, dass hinter den Anrufen die Firma Novamedia Marketing GmbH aus Paderborn steckt. Allerdings ist der Benutzer “asd” auch noch sehr neu im Forum und daher schlecht einzuschätzen. Denkbar ist auch, dass hier eine falsche Fährte gelegt werden soll. Auch im Forum von Sat.1 geht Userin “lara2188″ davon aus, dass die Firma Novamedia für die Anrufe verantwortlich ist. Auf telefonische Anfrage sagte mir Geschäftsführer Thorsten Sucker, er wisse nichts von Gewinnspielen und schloss definitiv aus, dass diese Anrufe von seinem Unternehmen kommen. Er bedankte sich aber und wollte recherchieren, was im Netz da so über ihn geschrieben stehe.

    Worum geht es eigentlich? Offenbar ruft ein Unternehmen, dass nahezu wöchentlich anders heißt, bei Menschen an, deren kompletter Namen dem Unternehmen bekannt ist. Daraufhin wird gefragt, ob man das Gewinnspiel, bei dem man registriert sei, verlängern lassen möchte. Entschließt man sich dazu, werden nach Abgleich der Kontodaten 55 Euro abgebucht. Eine Gegenleistung ist nicht ersichtlich. Es scheint auch Fälle zu geben, in denen die Kontodaten dem Unternehmen bereits bekannt sind. Tipp: Niemandem, aber auch wirklich niemandem, die eigenen Kontodaten per Telefon durchgeben. Das sollte eigentlich klar sein, ich bin jedesmal trotzdem immer wieder geschockt, wie oft das scheinbar passiert. Das Beste wird sein, den Anruf zu ignorieren und aufzulegen – allerdings danach das Konto trotzdem im Auge zu behalten.

    Zurück zur Novamedia Marketing GmbH in Paderborn. Aber die hat doch damit nichts zu tun, sagt der Geschäftsführer! Wirklich? Schauen wir mal:
    Das Unternehmen wurde laut Handelsregisterauszug Ende 1989 in Paderborn gegründet und hatte mit Stand 2008 einen Mitarbeiter. Gesellschafter und mit genau 50 Prozent beteiligt an der Ein-Mann-GmbH ist die S & S Service & Solution GmbH & Co. KG mit gleichem Firmensitz. Als Geschäftsgegenstand der Novamedia ist “Telemarketing und Unternehmensberatung” verzeichnet. Ein Callcenter, so sagte mir Geschäftsführer Thorsten Sucker, unterhalte das Unternehmen aber nicht.

    Die S & S Service & Solution GmbH & Co. KG wurde Ende 2005 gegründet. Geschäftsführerin ist Daniela Ptak. Geschäftsgegenstand hier: “Erbringung von sonstigen persönlichen Dienstleistungen”. Als aktuellste “News” auf der Website der S & S ist ein Eintrag vom 15. Dezember 2006 zu finden. Dort wird ein “ganzspezieller” Partner vorgestellt: Die Time for Holiday AG. Der Name Time for Holiday fiel in einer Berichterstattung des Schweizer Verbraucherportals ktipp.ch. Im Jahr 2006 wurden offenbar Schweizer Bürger von einer deutschen Werbeagentur angerufen. Man hätte Traumferien gewonnen hieß es, später stellte sich heraus, dass die Gratis-Reisen nicht gratis waren. Als “einer der Reiseveranstalter” wurde hier die Time for Holiday AG genannt, Daniela Ptak wurde als “Mitarbeiterin” zitiert.

    Time for Holiday und S & S Service & Solution sind also offenbar miteinander “verwandt”. Und haben wohl doch etwas mit Gewinnspielen zu tun. Wir spulen kurz zurück: Im Forum von Antispam heißt es, hinter SunnyTipp, Sunwin oder Tipptresor stecke die Euro Lotto Tipp AG aus der Schweiz. Schaut man sich die Gesellschafter- bzw. die ehemalige Gesellschafterstruktur an, erkennt man schnell, dass Markus Waldvogel sowohl bei Euro Lotto Tipp als auch bei Time for Holiday im Verwaltungsrat sitzt oder saß. In der Vergangenheit fiel das Unternehmen immer wieder durch Verkaufsshows auf, auf denen laut Teilnehmern eher minderwertige Waren zu überhöhten Preisen angeboten wurden.

    Zusammengefasst: Am Unternehmen Novamedia Marketing aus Paderborn ist ein Unternehmen beteiligt, das offenbar in ein weit reichendes Unternehmensgeflecht gehört, das immer wieder im Zusammenhang mit dubiosem Telefonmarketing und unerlaubten Abbuchungen auftaucht. Was Novamedia Marketing genau macht, wollte mir der Geschäftsführer nicht sagen, er bestreitet jedoch wie gesagt, etwas mit den Anrufen zu tun zu haben.

    Bislang scheint es recht wenige Geschädigte von SunnyTipp, Spielfox oder Tipptresor zu geben. Möglich aber, dass die Firma bzw. das Projekt bereits unter anderem Namen versucht, Kasse zu machen.
    Bitte auch das Update beachten: Gewinnkomet, Tipptresor etc..

    Guttenberg und die Internetsperren

    Die Petition gegen die Indizierung und Sperrung von Websites zum angeblichen Schutz vor der Verbreitung von Kinderpornographie hat die nötigen 50.000 Unterstützer-Stimmen gesammelt. Das war abzusehen und angesichts des Tempos von nur vier Tagen ist ablesbar, dass es in Deutschland offenbar viele Menschen gibt, die dieses Vorhaben für Populismus, Aktionismus oder kurz einfach pure Dummheit halten. Mich eingeschlossen.

    Nun muss also demnächst der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags ran und erneut über das Thema sprechen. Bis dahin wird die Petition wohl das doppelte an Unterstützern haben. In der 14-Uhr-Tagesschau von heute äußerte sich Wirtschaftsminister Guttenberg dazu so:

    Halten wir das nochmal fest: Herr von und zu sagt:

    “Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”

    Das muss man mehrmals lesen. Man könnte meinen, Guttenberg meine damit, ihn würde es betroffen machen, wenn der Eindruck entstünde, alle Unterzeichner wären gegen die Sperrung von Kinderpornographie – und unterschwellig kriminalisiert er damit alle Unterzeichner. Es ist richtig, dass sich jeder der 50.000+ gegen die Sperrung richtet – aber nicht gegen Kinderpornographie selbst. Dass deren Verbreitung bzw, die bloße Existenz verboten und verfolgt werden muss, ist klar. Dass ein Stoppschild, das man einfach umfahren kann, helfen soll, nicht. “Eines der wichtigsten Vorhaben” muss darum nicht sein, die Augen zu schließen und so zu tun, als existiere sie im Netz nicht. Sondern Kinderpornographie wirksam zu bekämpfen. Alles andere ist Zensur. Zensur, die nicht nachvollziehbar ist, weil die Mechanismen dahinter nicht kommuniziert werden.

    Was also will Guttenberg mit seinem Schachtel- und Stolpersatz sagen? Dass es ihn betroffen macht, dass so viele Menschen dagegen sind, was sich die Köpfe dort in Berlin zusammenreimen? Dass so viele Menschen hinterfragen, was in den Politikerköpfen vorgeht? Tschuldigung, Herr Guttenberg – das heißt Demokratie. Aber das werden Sie spätestens nach den Wahlen noch lernen.

    Mehr dazu auch beim Don.

    Die eigene Stimme als stärkste Waffe

    Taucha. Thomas läuft auf dem Fußweg. Ein Auto hält neben dem Neunjährigen. Drinnen sitzt ein Mann und fragt nach dem Weg. Thomas schaut kurz, zuckt mit den Achseln, sagt schnell „Tut mir leid, ich kann ihnen nicht helfen, bitte fragen sie einen Erwachsenen“ und geht weiter. Plötzlich reißt der Mann die Autotür auf, rennt hinter dem Jungen her und ruft „Warte, bleib doch mal stehen“. Thomas schreit ganz laut, rennt weg, klammert sich an einen Erwachsenen und erzählt ihm, was passiert ist. „Sehr gut, genau so ist es richtig“, sagt der Mann, der eben noch ein vermeintlicher Kinderschänder war. Ist er aber nicht – glücklicherweise. Denn das Ganze ist nur eine Übung und der angebliche Kriminelle ein Sicherheitsausbilder.

    „Ich biete Kurse für Menschen an, die in gefährlichen Berufen arbeiten, aber auch für Schüler und Eltern“, sagt Bernd Mattausch. Vergangene Woche probte er mit Kindern der Klasse 3b der Regenbogengrundschule Taucha den Ernstfall. „Ich bin klein, aber nicht wehrlos“ nennt sich das Sicherheitstraining, das in Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion Westsachsen und der Kampfkunstschule Mattausch angeboten wird. Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahr 2008 in Sachsen 3053 Kinder Opfer von Straftaten. Zwar sind die Fälle von sexuellem Missbrauch bei Kindern rückläufig – „sie für das Thema zu sensibilisieren, ist dennoch wichtig.“ Dieser Meinung ist Sonja Kleine, dreifache Mutter, die den Termin arrangierte. An drei Tagen wurde in und vor der Jubisch-Sporthalle trainiert.

    „Es geht darum, Kinder für Gefahrensituationen zu sensibilisieren“, so Bernd Mattausch. Eine Regel lautet dabei: Abstand halten. „Mindestens zwei Meter zu Fremden“, weiß Lisa. Fremd, so lernten die Grundschüler von Kriminalhauptkommissarin Nicole Salomon, sind Menschen, die nicht zur Familie gehören. „Natürlich sollt ihr nicht vor jedem wegrennen, da ist Bauchgefühl nötig“, erklärt sie. Befindet sich ein Kind jedoch in einer Gefahrensituation, gilt es, schnell zu handeln. Bernd Mattausch schlüpft dazu in die Rolle des Kriminellen und versucht, Kinder in ein Auto zu zerren. „Wichtig ist: Schlagt um euch, tretet den Fremden und schreit, so laut ihr könnt“, rät er den Schülern, bevor er jeden Einzelnen scheinbar entführt. Fast alle Kinder können sich losreißen. Nur mit dem Schreien – man glaubt es kaum – klappt es nicht bei allen. „Da existiert oft eine Hemmschwelle, dabei ist die Stimme die stärkste Waffe, die wir haben“, so Mattausch. Am Ende des dreitägigen Kurses wurden alle Kinder auf ihr Wissen geprüft.
    Unterstützt wurde das Projekt von der Regenbogengrundschule und der Stadt Taucha.

    Erschienen in der Leipziger Volkszeitung vom 4. Mai 2009.

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  • Gelungener Start in Freibadsaison

    Taucha. Das Herz der Stadt schlägt wieder. Bei der Eröffnung der Freibadsaison im Parthebad gestern war die Liebe der Tauchaer für ihr kulturelles und sportliches Kleinod deutlich zu spüren. Kein Wunder, dass das Bad schnell gefüllt war.

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    Bei strahlendem Sonnenschein begann das Familienprogramm bereits um 8.30 Uhr. Rund 50 Kinder trafen sich an der Sparkasse, um mit Eltern und Mitgliedern des Parthebadvereins durch die Innenstadt zu ziehen. Ihr Auftrag: Parthelino, das Maskottchen des Bades, zu finden. „Der ist uns leider nach dem Ostereiersuchen abhanden gekommen“, meinte Heike Meyer, Vorsitzende des Vereins. Und damit auch jedes Kind weiß, wie der rundliche Sympathieträger mit dem breiten Lächeln aussieht, durfte er gemalt werden. Beim Kunst- und Kulturverein (KuKuTa) im Café Esprit gab es eigens für diesen Zweck ein etwas anderes Pflastermalen. Nicht auf das Straßen-, sondern auf Wundpflaster wurde hier gemalt. Mit diesem Bild vor Augen ging’s auf den Schlosshof. Dort warteten Mitglieder des Fördervereins Schloss Taucha auf die Kinder. Der Schlossvogt und die Schlossgeister erzählten eine Geschichte – von Parthelino jedoch keine Spur. Fündig wurden die kleinen Badbesucher schließlich in der Badergasse. Das Maskottchen saß in einem Feuerwehrauto und rasselte mit dem Schlüssel. Kurz vor 10 Uhr war es dann soweit: Das Absperrband wurde zerschnitten und Parthelino öffnete, begleitet vom Spielmannszug Taucha, das Tor. (more…)


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