von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
24. 07. 2009 13:54
Es ist ruhig hier geworden, ich weiß das. Bis Anfang August wird sich das auch nicht ändern. Stattdessen lade ich Euch ein, im Blog der GAMES CONVENTION ONLINE vorbeizuschauen. Dort bloggen Thomas und ich bereits seit mehreren Monaten. Jetzt wird’s so langsam richtig spannend, denn die weltweit erste Messe für Browser-, Client-, und Mobilegames steigt vom 31. Juli bis 2. August. Danach gehts hier wieder weiter.
Also: Bitte drüben weiterlesen.
15. 07. 2009 22:30
Man weiß nicht recht, ob man lachen oder weinen soll. Heute ist in Dresden etwas passiert, von dem ich nicht dachte, dass es technisch überhaupt geht. Ab etwa 15.30 Uhr wurden R.SA und Energy Sachsen in der sächsischen Landeshauptstadt faktisch abgeschalten. Stattdessen hörte man auf der R.SA-Frequenz 89,2 MHz nun Hitradio RTL. Und auf der 100,2, die eigentlich Energy gehört, konnte man erstmals in Dresden die Jingles und Moderatoren von Radio Lausitz vernehmen. Was ein Spaß!

Verzapft hat’s die Media Broadcast, bis Januar 2008 noch zur Telekom-Tochter T-Systems zugehörig und seitdem Tochter der französischen TDF-Grupppe. Die Media Broadcast ist für die Abstrahlung der Sender zuständig. Sprecher Wolfgang Speer bestätigt, dass es einen Fehler gegeben hat, sagt allerdings: „Betroffen waren Radio Energy und Radio R.SA, die beiden Programme wurden vertauscht.“
Diese Einschätzung ist als falsch zu bewerten. Nico Nickel, Sprecher des Medienzentrums Leipzig, von wo aus R.SA und Energy senden, dementiert etwa: „Es lief definitiv auf der Energy-Frequenz Radio Lausitz, wir haben das ja selbst gehört“, sagt er. Zudem hätte es diverse verdutzte Anrufe von Hörern gegeben, die statt ihrer Böttcher-und-Fischer-Welle R.SA nun Hitradio RTL hörten. „Der Fehler war in Dresden relativ schnell behoben, in Hoyerswerda und Wilthen dauerte er bis zum frühen Abend an“, so Nico Nickel. Tatsächlich meldete die Media Broadcast gegen 17.55 Uhr den Schaltfehler für beseitigt.
Bei der BCS, Muttergesellschaft der Stadtradios und Hitradio RTL, ist man über den Fehler ebenfalls nicht sonderlich erbaut. „Auch bei uns riefen Hörer an und fragten sich, warum wir nun auf zwei Frequenzen senden. Lustig finden wir das nicht, denn es hätte ja auch uns treffen können“, so Sprecher Rocco Reichel.
Warum der Fehler überhaupt zustande kam, konnte auch Media Broadcast nicht klären. „Solche Schaltungen werden heutzutage nicht mehr manuell vorgenommen sondern per Computer. Es kann sein, dass hier etwas falsch programmiert wurde. Das ist aber ein Einzelfall und sollte auch nicht wieder vorkommen“, sagt er. Ein offizieller Fehlerbericht gehe den Sendern frühestens am Donnerstag zu.
Das Foto ist übrigens ein Symbolfoto. Es zeigt ein Detail im Inneren des Funkturmes Holzhausen bei Leipzig.
15. 07. 2009 10:20
Etwa seit dem Jahre 750 nach Christus gibt es die deutsche Sprache. Um 1450 erfindet der Mainzer Drucker den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern und ermöglicht dadurch den massenhaften Druck. 1717 wird in Preußen die Schulpflicht eingeführt. 1722 stellt Hieronymus Freyer vier orthographische Leitprinzipien auf: Aussprache, Abstammung, Analogie und Schreibgebrauch. 1872 veröffentlicht Gymnasialdirektor Konrad Duden “Die deutsche Rechtschreibung.”
Diese (auszugsweisen) Stationen aus der Geschichte der deutschen Orthografie stehen im neuen Duden, der am 21. Juli in der 25. Auflage erscheint. Ich darf ihn, wie andere Pressekollegen, schon vorher haben und drin blättern.
14. 07. 2009 17:50
Die heutige Bekanntgabe der Radio-MA-Zahlen lässt zumindest in Sachsen aufhorchen, denn die Verluste der Sender sind so massiv wie schon lange nicht mehr. Radio PSR verliert 20.000 Hörer, die Lokalradios verlieren 22.000 Hörer, Hitradio RTL Sachsen verliert gar 41.000 Hörer, Energy 7.000 Hörer. Das tut weh, vor allem weil die Sommer-MA die preisbildende MA ist, also die, nach der die Werbezeitenpreise festgelegt werden. Gewinner ist R.SA mit 5.000 Hörern mehr. Der gebührenfinanzierte Sender MDR 1 Radio Sachsen gewinnt 27.000 Hörer.
Und genau bei MDR 1 Radio Sachsen beginnt das Merkwürdige. Wie kommt der hohe Gewinn zustande? Ist plötzlich die Mehrheit der Stadtradio-Hörer zur volksmusikschunkelnden GEZ-Konkurrenz gewandert? Hören Sachsen, die vorher Hitradio RTL mochten, plötzlich nur MDR 1? Sind Steffen-Lukas-Fans plötzlich abgeschreckt und hören statt PSR auf einmal MDR? Wohl eher nicht.
Eine Mutmaßung: Ist es nicht möglich, dass in der Abfrage etwas nicht stimmt? Dass womöglich die Zahlen falsch sind? Ist es nicht denkbar, dass die Mehrheit “Radio Sachsen” sagte, aber eigentlich “RTL Sachsen” meinte? Oder dass gar viele Daten einfach nicht eingerechnet wurden? Wie sonst ist zu erklären, dass MDR 1 Radio Sachsen in der Zielgruppe der 14- bis 19-Jährigen in Sachsen eine 269-prozentige Steigerung von 3.000 auf 13.000 Hörer verzeichnet? Haben die Teenager plötzlich aufgehört, selbst zu denken? Oder leben die plötzlich alle bei Oma und Opa und müssen einfach MDR 1 hören?
Dass die Hördauer zurückgeht, ist normal. Dass etablierte Sender wie Radio PSR aber auf einmal 20.000 Hörer verlieren, nachdem sie bei der letzten MA noch 1000 gewannen, ist nicht nachvollziehbar. Bei Hitradio RTL Sachsen ist es noch gravierender. Bei der letzten MA gewann der Sender 23.000 Hörer dazu – und soll nun fast das Doppelte verloren haben? Irgendwas stimmt doch da nicht.
In den Funkhäusern in Leipzig und Dresden herrscht Ratlosigkeit. PSR-Sprecher Nico Nickel sagt beispielsweise: “Wir schauen mit großer Sorge und Verwunderung auf 70.000 verlorene Hörer im Gesamtmarkt Sachsen, nachdem die sächsischen Sender im Frühjahr 50.000 Hörer gewinnen konnten. Erklären können wir uns diese Entwicklung nicht.” Und Uwe Schneider, Programmchef von Hitradio RTL Sachsen, sagte gegenüber Radiowoche: “Im März belegten wir mit 140 000 Hörern pro Durchschnittsstunde einen Spitzenplatz in der sächsischen Radiolandschaft und heute gehören wir, ohne grundlegende Veränderungen im Programm vorgenommen zu haben, zu den Verlierern. Das sorgt bei uns für große Verwunderung, denn unsere eigene Marktforschung, deren Methoden mit der Media-Analyse identisch sind, hat diese Reichweitenveränderungen nicht angezeigt. Auch liegen im sächsischen Radiomarkt generell andere Marktforschungsergebnisse vor. Wir haben deshalb die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse gebeten, die vorliegenden Ergebnisse nach allen Kriterien noch einmal zu prüfen.”
Auch Inge Seibel-Müller von hoerfunker.de fragt sich über Twitter: “Kann das stimmen?“. Ebenso meint Tim Natzschka: “…wird wohl Rechenfehler gegeben haben.”
Die Methodik der MA ist seit Jahren umstritten. Wenn sie allerdings wirklich Fehler produzieren sollte, wird es Zeit, den Abfragemechanismus zu überdenken. So lange allerdings Sender wie Antenne Bayern auf diese Weise über eine Million Hörer generieren, wird der Druck auf die ag.ma wohl nicht kräftg genug ausfallen….
Uodate 15.7.: Wie ich jetzt erst sah, hat auch Horst Müller von blogmedien gestern einen Kommentar zur “Wackel-Währung” MA geschrieben.
14. 07. 2009 09:48
Heute wurde die Media Analyse 2009 Radio II veröffentlicht. Und es sieht übel aus in Radiosachsen, zumindest was die meisten Privatradiostationen angeht. Fragt sich, wo die Hörer sind. Zudem gibt es einige Ungereimtheiten in den Zahlen, dazu vielleicht später mehr.
Das Grauen in Zahlen:
Quelle: RMS, Angebote für Sachsen, Hörer pro Durchschnittsstunde
Radio PSR:
171.000 (minus 20.000 / minus 10,7 Prozent)
R.SA:
119.000 (plus 5.000 / plus 4,8 Prozent)
Sachsen Funkpaket (Sächsische Lokalradios):
111.000 (minus 22.000 / minus 16,6 Prozent)
Hitradio RTL Sachsen:
75.000 (minus 41.000 / minus 35,2 Prozent)
Energy Sachsen:
40.000 (minus 7.000 / minus 14,9 Prozent)
MDR 1 Radio Sachsen:
352.000 (plus 27.000 / plus 8,4 Prozent)
In der werberelevanten Zielgruppe sieht es nochmals deutlich schlechter aus. Hier kommt Energy Sachsen etwa nur auf 34.000 Hörer, Hitradio RTL Sachsen nur auf 50.000 Hörer. Damit zählt die Dresdner RTL-Station zu den Sendern, die bundesweit am meisten Hörer verlieren.
10. 07. 2009 22:21
Ich sage es sehr oft und bei jeder Gelegenheit: Ich bin verknallt in einen Film: Keinohrhasen. Ja, natürlich wegen Nora Tschirner, aber auch wegen Matthias Schweighöfer und Til Schweiger, von dem ich bis zu diesem Film nicht viel hielt. Dieser Film versprüht so viel Lebensgefühl, Ironie, Witz und Traurigkeit, wie es kaum ein Film schafft. Zudem ist der Soundtrack dazu ganz groß.
Am 17 2. Dezember findet Keinohrhasen seine Fortsetzung. Zweiohrküken heißt er. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass ich mich abermals verlieben werde. Verlieben in ein Gesamtkunstwerk, das bitte endlich mal mit diversen Preisen gewürdigt, nein überschüttet werden sollte.
Dies ist der 1000. Eintrag in dieses Blog. Danke an durchschnittlich 7000 echte Leser pro Monat. Dieser 1000. Blogeintrag ist meinem Vater gewidmet. Bitte komm schnell wieder auf die Beine. Wir lieben und brauchen Dich!
Zweiohrküken Soundtrack:
Bei Amazon kaufen (Affilate-Link)
01. 07. 2009 10:10
Nein, ich stottere nicht. Denn sooo eine dolle Neuigkeit war es Ende Mai auch wieder nicht, als ich hörte, Nadine Kallenbach, Morgenshow-Sidekick von “Tino Rockenberg” (der eigentlich Jörg Spranger heißt) bei MDR Jump sei nun nicht mehr für die Popwelle tätig.
Jetzt allerdings wird’s doch interessant. Denn Nadine soll Freddy bei Energy Sachsen ersetzen beerben, schreibt heute BILD und bestätigte mir gerade Sprecher Nico Nickel. Freddy ist, auch das wurde vor einigen Tagen bestätigt, schwanger. Das Kind soll zu Weihnachten kommen. Ergo klafft bald bei der beliebten Morningshow “Knallwach” eine Lücke. Energy Sachsen bemühte sich rechtzeitig um Ersatz – und warb bereits Ende Mai Nadine von JUMP ab. Mitte des Monats soll Nadine im Leipziger Medienzentrum anfangen. Wann sie die Morningshow übernimmt und wie die Inhalte sein werden, steht noch nicht fest.
Insgesamt scheint sich gerade mal wieder das Moderatorenkarussell in Mitteldeutschland zu drehen. Mandy Engel wechselte vor kurzem von Energy Sachsen zu JUMP. Sputnik-Moderator Marco Wanski wechselt zu 89.0 RTL und soll dort bald die neue Morningshow übernehmen. Von 89.0 zu Jump wechselt dafür Bernadette Hirschfelder, die dort wohl auch die Morningshow übernehmen soll. Ob mit oder ohne “Rockenberg” ist noch nicht klar.
Insgesamt recht spannende Geschichten. Allerdings, und das meine ich jetzt nicht böse, sind solche Bäumchen-wechsel-dich-Geschichten beim Radio nichts Neues. Und insgesamt hat aus meiner Sicht keiner der eben genannten Moderatoren die Personality, dass der Wechsel zu einem anderen Sender die große Masse interessieren könnte. Die einzige mit Personality geht nun bald in den Mutterschutz. Nadine muss sich die Aufmerksamkeit erst erarbeiten. Leicht wird das nicht.