Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for September, 2009

Corwin und das gefallene Mädchen

“Deutschlands bester Aktfotograf 2009″ – dieser Titel klingt gewaltig. Anheften darf ihn sich Corwin von Kuhwede, Fotograf aus Leipzig. Die älteren meiner Leser werden sich noch dunkel an seinen Bildbald “Leipzig verfällt” erinnern, den ich hier vor längerer Zeit anpries.

Jetzt also sind es Akte, die es dem “Lichtmaler & Bildermacher”, wie er sich selbst bezeichnet, angetan haben. Und so bewarb sich Corwin beim zweiten Fotowettbewerb “Deutschlands bester Fotograf“, den Sigma und das Springer-Blatt “Audio Video Foto Bild” auslobten. Hundert Fotos in mehreren Kategorien kamen in die Endauswahl – der Leipziger siegte mit seinem Bild “Das gefallene Kind” in der Kategorie “Ästhetischer Akt”. Den Preis durfte er im Rahmen des Großen Preises von Italien in Monza entgegennehmen, wo er mit anderen Gewinnern den Porsche-Cup und die Formel 1 verfolgen durfte.

Und warum schreib ich das alles? Natürlich, weil ich das sehr gelungene Gewinnerfoto zeigen will. Darf ich vorstellen: Julia, 20 Jahre, Studentin in Leipzig.

dasgefallenekind

Klick auf das Bild bringt das Bild in Originalgröße.

Gefunden hat Corwin die Hübsche in einem Internetforum. “Sie wollte sich eigentlich niemals von einem anderen fotografieren lassen und fand sich selbst auch schrecklich unfotogen”, sagt der Künstler. Auf Schloss Wrodow fand schließlich doch das Shooting statt. Ein Foto aus der Serie wurde unter anderem auch auf stern.de zu den schönsten Aktbildern gewählt.

Falscher Intendant reite(r)t die Twitterwelle

Ja, zugegeben, die Überschrift ist verbesserungswürdig. Worauf ich hinaus will: Udo Reiter, seines Zeichens Intendant des MDR, wird derzeit von seinem gefälschten Alter Ego geärgert. Auf Twitter richtete ein Unbekannter den Usernamen udoreiter ein und schrieb allerlei lustige Dinge. Etwa, dass er viel lieber ein Bier trinke, als abends das eigene Fernsehprogramm zu schauen. Was natürlich nicht die öffentliche Meinung Udo Reiters war, sondern die des Fälschers. Die Reaktion des Gebührenriesen kam umgehend: Man wandte sich an Twitter und ließ den Fake-Account sperren.

Offenbar keinen halben Tag nachdem dies getan war, wurde der Account udo_reiter eingerichtet. Natürlich wieder nicht vom MDR, wie mir Sprecher Dirk Thärichen heute bestätigte:

“Auch dieser twitter ist nicht von Professor Udo Reiter. Aber wir sind gespannt, was dieser Fake dem MDR-Intendanten diesmal in den Mund legen möchte. Dann mailen wir eben noch einmal an twitter Inc.

Auf der anderen Seite: Das, was der neue Account so vom Stapel lässt, ist noch einen Zacken schärfer (und lustiger).

Ich habe Dirk Thärichen um die Beantwortung weiterer Fragen gebeten, was sich allerdings noch etwas hinziehen kann. Unter anderem interessiert mich, warum sich der MDR nicht einfach die offenbar wichtigen Usernamen sichert. Und ob der MDR eine Social-Media-Strategie besitzt. Bin gespannt.

  • 2 Comments
  • Filed under: Mediales
  • Rette Deine Freiheit!

    Abermals ein schön animiertes und erschreckend detailreiches Video von Alexander Lehmann. Nach “Du bist Terrorist” rät er nun: “Rette Deine Freiheit“. Unbedingt die Hinweise auf der Website lesen und den Links folgen, um die Argumente nachvollziehen zu können.

    Am 27. September ist Bundestagswahl.

    Die Sprache als Schlüssel zum Herzen

    Der Iraker Hayder Mohammed Kadhim absolvierte für acht Wochen ein Praktikum in Leipzig.

    Wer an den Irak denkt, dem kommen die Bilder aus dem Fernsehen in den Kopf. Krieg, ein zerstörtes Land und jede Menge Leid. Aber auch ein gestürzter Diktator und die Chance auf einen Neubeginn. Diese Chance nutzte auch Hayder Mohammed Kadhim. Der 29-Jährige stammt aus dem Irak und weilte für ein Praktikum in Leipzig. Er gehörte zu 20 irakischen Bürgern, die in Deutschland arbeiten.

    Eingeladen wurden sie vom Projekt „Irak-Horizonte 2015: Heute säen, morgen ernten“, das vom Goethe-Institut, der deutschen Botschaft in Bagdad, dem Bundesverband der Deutschen Industrie und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag initiiert wurde. Ziel ist die Weiterbildung junger Hochschulabsolventen, um im Irak qualifizierte Entscheidungsträger in der Regierung und Unternehmen aufzubauen.

    messe_hayder_2

    Hayder Mohammed Kadhim verbrachte seine Zeit bei der Leipziger Messe und arbeitete im Auslandsmarketing. Abteilungsleiter Thomas Stenzel hat bereits seit längerem Kontakt in das arabische Land in Vorderasien. „Wir hatten vor anderthalb Jahren mit dem Verein Midan zu tun. Das ist die Deutsch-irakische Mittelstandsvereinigung. Deren Leiter erzählte uns von seinen Erlebnissen. Dass die Menschen dort vorankommen und wieder arbeiten wollen“, so Stenzel. Zudem sei der Irak ein wirtschaftlich interessantes Land mit viel Wachstumspotenzial. Das derzeitige Wirtschaftsvolumen betrage nur zehn Prozent von der ursprünglichen Kraft vor dem Krieg.
    Als Hayder vor wenigen Wochen nach Deutschland kam, wurde er zum ersten Mal mit der deutschen Sprache und Mentalität konfrontiert. Deutsch kann er trotz eines Sprachkurses nach der kurzen Zeit natürlich noch nicht. Aber sehr gut Englisch, was wichtig ist, gerade bei Auslandsbeziehungen einer Messegesellschaft. „Ich will alles wissen über den Handel und professionelles Messegeschäft. Es ist doch spannend, wenn Firmen für eine Messe nach Deutschland kommen, um hier Fuß zu fassen oder einfach nur um ihr Land zu präsentieren“, meinte er.
    (more…)

  • Comments Off
  • Filed under: Kulturelles, Lokales, Persönliches, Wirtschaftliches
  • Niemann singt traurig: “Wir sind das Volk”

    “Wir sind das Volk”. Dieser Ausruf war 1989 ein Ausspruch, der mit voller Stolz gerufen wurde. Lautstark. Voller Überzeugung. Mit dem Ziel, etwas zu verändern.

    niemann_wir_sind_das_volkHeute, 20 Jahre nach dem Fall der Mauer, zumindest der aus Steinen, veröffentlicht Kai Niemann eine Single, die sicher gut gemeint ist. Mich dann aber doch etwas irritiert. Kai Niemann? Na der, der damals sang, “Im Osten” gäbe es die hübscheren Mädels und hier würden sich die Kinder auch über kleine Sachen freuen.
    Dieser Kai Niemann also, der mit “Im Osten” einen Achtungserfolg landen konnte, kommt nun mit “Wir sind das Volk”, jenem selbstbewussten Ausspruch von damals. Allerdings frage ich mich, warum der Sprechgesang erstens klingen muss wie eine Mischung aus And One und Peter Heppner. Und zweitens, warum “Wir sind das Volk” plötzlich so leise und traurig klingt. Depressiv geradezu. Ist das jetzt, 20 Jahre danach, die Weiterentwicklung des einstigen lautstarken Ausrufs? Die Wandlung vom Machtbekenntnis zur nüchternen Erkenntnis, dass wir zwar nun das Volk, aber sonst nichts sind? Könnte sein, wenn ich mir das Cover anschaue, auf dem das “Volk” als Marionetten dargestellt ist.

    Ich habe den Song heute gehört, darf ihn aber leider auch nicht ausschnittsweise online stellen. Bei Radio PSR läuft er seit heute in der Rotation; Kai Niemann wird auch auf dem Tag der Sachsen auftreten. Auch weder auf Niemanns myspace-Profil ist der Song aktuell zu hören, noch auf seiner Website. Im Radio sollte man ihn aber nun öfter hören können, vermute ich. Und vielleicht erklärt Niemann ja auf PSR oder dem Tag der Sachsen, warum sein Song so traurig klingt. Verlegt wird die Platte übrigens bei Cäsar Music, dem Label von “Cäsar”-Legende Peter Gläser.

    Update: Mittlerweile gibt es auf der Website von Radio PSR eine Hörprobe des Songs.

    Update 2: Und mittlerweile gibts den Song auch bei Youtube. (Offizielle Version nachgereicht).

    Mehr Zeit für Tochter und PR

    Jahrelang leitete Susanne Tenzler-Heusler die Pressearbeit für die Leipziger Buchmesse und die Games Convention, ab heute ist sie ihr eigener Chef. „Man soll gehen, wenn viele noch ‘Schade’ sagen. Es waren sieben interessante Jahre, in denen ich viel gelernt und erreicht habe. Darauf bin ich stolz“, sagt sie. Mit ihrer Selbstständigkeit – sie gründete die Agentur brandvorwerk_pr – schlägt sie nun laut eigenen Aussageen zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen könne sie sich endlich um eigene Projekte kümmern. Zum anderen profitiert Töchterchen Emma (2) von der neuen Unabhängigkeit ihrer Mutter. „Ich kann nun ganz entspannt neben dem Sandkasten Texte schreiben, während sie spielt, das finde ich prima“, so Susanne Tenzler-Heusler, die mit Thomas Tenzler, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Leipziger Messe verheiratet ist. Erste Projekte gibt es auch, unter anderem bleibt sie dem Thema Buch treu. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Initiative Buchkinder e.V. Dort werde ich Kurse geben und die Pressearbeit betreuen“, sagt die 33-Jährige. Außerdem plant sie mit Fotograf Rainer Justen das Projekt „Siebzigtausend in Leipzig“, bei dem wie zur Montagsdemo am 9. Oktober vor 20 Jahren 70 000 Menschen ihr Gesicht zeigen sollen.

    tenzler-justen
    Susanne Tenzler-Heusler mit Tochter Emma und Fotograf Rainer Justen.

    Erschien am 1. September 2009 in der Leipziger Volkszeitung.

  • Comments Off
  • Filed under: Kulturelles, Lokales, Mediales, Werbliches

  • Empfehlungen



              


    Nachrichten
    Hochzeitsauto Leipzig
    Friseur Leipzig
    Fotomodel Leipzig

    Kategorien


    Archiv


    Dauerbrenner

    Über

    Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Vorrangig geht es um Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien, Unternehmen und das Leben an sich. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.
    Projekte & Kontakt

    Großes Netz

    Die neuesten Artikel in meinem Blog auf LVZ-Online:


    Meta


    bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis
    Bloggeramt.de