GROSSE WORTE

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for November, 2009

Großes Kino für Literaturpreis

Taucha. Am Sonntag fand der diesjährige Literaturwettbewerb der Stadt Taucha seinen festlichen Abschluss. Bei einer Gala wurden die nominierten Werke in drei Kategorien verlesen und anschließend die Gewinner ausgezeichnet. Die Veranstalter lobten die hohe Qualität der Einsendungen im Nachwuchsbereich.

Es gehört einiges dazu, an einem Sonntagnachmittag den Lichthof der Grundschule Am Park mit kulturinteressierten Menschen zu füllen. Dem Kunst- und Kulturverein Taucha (Kukuta) gelang dies zur Literaturgala ohne Weiteres. Insofern deckte sich das Interesse mit den Einsendungen zum Literaturpreis. Das Motto dieses Mal: „Das Leben ist ein großes Kino“. Genau 232 Werke, so viele wie nie zuvor, erreichten den Kukuta und die Stadt Taucha, die gemeinsam mit dem Tauchaer Verlag als Veranstalter fungierten. „Wir haben Geschichten und Gedichte aus allen Bundesländern erhalten, aber auch aus Österreich, der Schweiz, der Türkei und Norwegen. Natürlich alle in deutscher Sprache“, so Kukuta-Mitglied Tobias Meier, der als Moderator durch den Abend führte.
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Twitter, Krise & Co. und was für die PR daraus resultiert

Heute Abend fand in Leipzig die erste PR-Konferenz der Hugin Group statt. Unter dem etwas sperrigen Namen “Twitter, Krise & Co. Public Relations 2009. Der Beginn einer neuen Ära?” wurde über Twitter und die möglicherweise daraus resultierende Veränderung der PR von Unternehmen diskutiert. Ich führe sonst nicht gern Protokoll, aber ich finde die Ansichten der Personen des Podiums recht interessant und will sie gern mit Euch teilen.

Eingeladen waren Silvana Kürschner, Strategy Director Games Convention Global, Alexander Witt, Geschäftsführer der pioneer pr aus Leipzig, Andreas Milles, Brand Evangelist bei spreadshirt, Dr. Stephan Dahl von der University Middlesex London, Klaus Feldgen, Online-Redakteur beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und Bernhard Kellner, Pressechef bei der Langenscheidt Verlagsgruppe.

Dass Twitter, Blogs und Co. kein Teufelszeug sind, sondern vor allem Chancen bietet, wissen wir alle, die wir praktisch im Netz und mit all diesem Kram täglich leben. Für alle anderen veranschaulichte Stephan Dahl die Möglichkeiten in seinem lebhaften Kurzvortrag. So verglich er das Web 1.0 mit dem Web “two point o”, wie der in London lebende gebürtige Deutsche sagte. “Wer heute etwas im Web sucht, bekommt vor allem zuerst die Social-Media-Plattformen als Ergebnisse präsentiert”, meinte er und bewies es mit einer Suchanfrage nach seinem Namen, die neben dem Twitter- auch das Facebook-Profil und die Wikipedia-Seite zeigte. Gerade für Unternehmen böten sich aus diesem Fakt heraus viele Chancen.

Bernhard Keller von Langenscheidt brachte ein plastisches Praxisbeispiel mit. Mit dem Projekt jugendwort.de sei in der Vergangenheit experimentiert worden, was mit ein bisschen Twitter, Youtube-Vernetzung und Unterstützung von myspace möglich ist. Laut Kellner hätte sich die Akzeptanz der Website durch den Einsatz der zweinulligen Angebote deutlich gesteigert. Es wurden mehr Vorschläge eingereicht und die Abverkäufe des Buches hätten sich auch gesteigert.

Klaus Feldgen vom Bundespresseamt – der Mann vom Amt, wie er sich selbst mehfach nannte – überzeugte durch einen Humor, den sich mancher Stand-Up-Comedian abschauen sollte. Nicht oder nur halb ausgesprochene Pointen und ein verschmitztes Lächeln ließen fast vergessen, dass Feldgen immerhin direkt für die Bundeskanzlerin arbeitet. “Angela Merkel als Bundeskanzlerin twittert nicht”, stellte er von Anfang an klar.
Insgesamt hielten sich die “interaktiven Features” der Online-Kommunikation des Bundespresseamtes sehr in Grenzen. Anfangs waren es moderierte Foren. “Immer dann, wenn es etwas zu diskutieren gab. Das war meist zeitlich und auf ein Thema begrenzt”, so Feldgen. Ein Beispiel war der Amoklauf von Erfurt. Außerdem gab es 2003 ein mobiles TV-Studio, das Wünsche und Visionen der Bürger für ein Leben in 2010 einfing. Seit 2006 gibt es mit direktzurkanzlerin.de eine Website, die zumindest ein wenig Nutzerbeteiligung bietet. Jede Woche können die Nutzer über drei Fragen an die Kanzlerin abstimmen, die dann direkt zu Merkel finden und von ihr beantwortet werden.
Für das Bundespresseamt steht in Sachen Web 2.0 eines fest: Keine Interaktivität ohne Moderation, keine Einladung zur Partizipation ohne strategische Zielsetzung und interaktive Features nur mit Planung der personellen Ressourcen. Denn eines sei klar: Aktivitäten im Social Web kosten nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit. Für seine Sechs-Mann-Abteilung sei das derzeit nicht umsetzbar.

Silvana Kürschner von der Leipziger Messe schilderte in ihrem kurzen Vortrag, mit welchen Maßnahmen eine Messe wie die Games Convention und ihre Nachfolgeveranstaltung Games Convention Online im Web 2.0 unterwegs ist. Maßnahmen, an denen ich nicht ganz unschuldig bin. Seit 2006 hat die Games Convention ein Blog, das ich mit Thomas Gigold verantworte. 2008 kam zum Blog ein Twitter-Account hinzu, der sich thematisch am Blog orientiert. Mittlerweile betreibt die Leipziger Messe mit unserer Hilfe weitere Blogs und wird von uns in Sachen Social Media beraten. “Wir wollten in den Dialog mit der Zielgruppe treten. Das geht mit einem Blog am Besten. Und die externen Partner sichern uns eine schnelle Reaktion auf Anfragen”, sagte Silvana Kürschner. Letztlich sei die Etablierung von Blogs und die Ansprache via Twitter aber auch ein Kostenfaktor. Die Generierung von 20.000 Klicks auf eine Website innerhalb eines Monats würde mittels Google-Adwords- oder Display-Kampagnen um einiges teurer als die Beauftragung eines Dienstleisters. Allerdings warnte sie vor Kommentaren: “Nur rund fünf Prozent der User sagen wirklich, was sie denken und wollen. Seien Sie also nicht so euphorisch”, meinte sie.

Alexander Witt von pioneer pr stellte ähnlich wie Stephan Dahl fest, dass sich für Unternehmen im Social-Media-Bereich viele Potenziale bieten. Zuhören, was die Zielgruppe will, sei allerdings ganz wichtig. “Die Grenzen verschwimmen. Kommunizierten PR-Abteilungen früher nur mit Journalisten, wird nun zunehmend mit den Kunden direkt gesprochen. Für viele Firmen ist das erstmal ein Schock”, sagte er. Trotzdem sollten sich Unternehmen trauen, etwa Twitter einzusetzen. “Es dauert gewisse Zeit, bis sich Erfolge einstellen. Das wird kein Sprint, sondern eher ein Marathon. Und es macht Arbeit, unterstützt aber die Kommunikation”, so Witt.

Andreas Milles, der vor allem in Leipzig durch seine Arbeit für spreadshirt und sein häufiges Auftauchen auf diversen Events, Konferenzen, Barcamps etc. kein Unbekannter ist, plauderte gewohnt locker und mit Händen in den Hosentaschen über das richtige Zuhören und zeigte anhand von Netvibes, wie einfach Monitoring und Konkurrenzbeobachtung dank des Web 2.0 heutzutage ist.

Bei der anschließenden Diskussionsrunde wurde vor allem eines klar: Insgesamt war sich das Podium einig: Ein klares Bekenntnis zu Social Media. Allerdings immer unter der Maßgabe, dann erst recht darauf zu hören, was die Zielgruppe will.

Insgesamt eine schöne Veranstaltung mit gut ausgesuchten Referenten und guten Gesprächen danach.

Unternehmensnachfolge: Notstand in Mitteldeutschland

Die Oktober-Ausgabe des Magazins WERTE, das die Sachsen Bank an ihre Kunden verschickt, behandelt als Titelthema die Unternehmensnachfolge in Mitteldeutschland. Auf vier Seiten kommen Unternehmer, Politiker und Experten für die Nachfolge zu Wort. Der längere Artikel ist die zweite Zulieferung meinerseits für das qualitativ hochwertige Produkt aus dem Hause Facts & Figures. Vielen Dank abermals an Chefredakteurin Sabine Schlosser für die angenehme Zusammenarbeit. Die Recherchen für die nächste Auusgabe, die im Februar 2010 erscheinen soll, laufen bereits.

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Hier ein Auszug aus dem aktuellen Artikel:

Nirgends ist das Thema Unternehmensnachfolge im Mittelstand so akut wie in den neuen Bundesländern. Doch die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich in Mitteldeutschland oft schwierig. Nur wer rechtzeitig vorsorgt, weiß sein Lebenswerk in guten Händen.

Nach der politischen Wende wagten vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen viele Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Jetzt, 20 Jahre danach, befindet sich ein Großteil der mutigen Gründer von damals im Vorruhestandsalter und denkt ans Aufhören. Doch ein Unternehmen in die Hände eines Nachfolgers zu legen, ist alles andere als leicht. Das Loslassen im Alter fällt schwer, wenn man ein hohes Risiko auf sich genommen, ein Unternehmen gegründet und Arbeitsplätze geschaffen hat. Zu groß scheint die Gefahr, dass das Werk der vergangenen Jahre zunichte gemacht werden könnte, die mühevoll geschaffenen Arbeitsplätze vielleicht nicht mehr sicher sind.

[...]

Familienexterne Nachfolgelösungen gewinnen im Freistaat Sachsen nach einer Analyse des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Unterschiedlichen Schätzungen zufolge stehen pro Jahr zwischen 1700 und 2700 Unternehmensübergaben in sächsischen Familienunternehmen an – die höchste Zahl in den neuen Bundesländern. Keine leichte Aufgabe, konstatiert das IfM, vor allem aufgrund der Abwanderung qualifizierter junger Menschen in den 1990er Jahren. Ein vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass im Freistaat Übernahmen durch Mitarbeiter die häufigste familienexterne Nachfolgelösung in den neuen Bundesländern ist. Allerdings sei diese Variante nicht von allen Unternehmen favorisiert: Nur ein Viertel plant von vornherein dieses Szenario ein.


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Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Außerdem übe ich Kritik an Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien oder mache mich schamlos über missglückte Pressemitteilungen und eigenartige Unternehmens-PR lustig. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.

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