GROSSE WORTE

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Erlebtes’ Category

Ready to launch oder: Huracan – der Selbsttest

Ich bin kein großer Karussell-Fan. Ich mag es nicht, wenn sich alles dreht, ich nicht mehr weiß, wohin ich schauen soll und ich nur noch hoffe, dass es schnell vorbei ist. Aber ich mag Achterbahnen. Als kürzlich der 5fach-Looping auf der Kleinmesse war, bin ich mehrfach gefahren. Der Adrenalin-Kick und das Dauergrinsen danach sind nicht zu beschreiben. Überschläge, Drehungen, Ruckeln oder sonstiges machen mir nichts aus.


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Heute bot sich wieder die Gelegenheit dafür. Bei Belantis wird seit April eine neue Achterbahn gebaut. Huracan ist der Name der neuen, großen Achterbahn, die ab Sonnabend für jeden zugänglich ist. Der rote Rollercoaster steht gleich am Anfang des Freizeitparks. Er ist die erste Attraktion der achten Themenwelt, die in den nächsten Jahren entsteht. Das “Reich der Sonnentempel” soll das Land Südamerika repräsentieren, zehn bis zwölf Millionen Euro will Belantis in diese Welt investieren. Huracan allein wird mit etwa fünf Millionen Euro zu Buche schlagen, heißt es.

32 Meter hoch, fünf Überschläge, maximal 85 Kilometer pro Stunde. Soweit die Fakten. Jetzt zum Selbsttest, denn ich wollte unbedingt mitfahren. Zuerst allerdings durften sechs mehr oder weniger bebuste Mädels erst den Fotografen und Kameramännern schöne Augen machen und danach die Achterbahn einweihen. Mit gellenden Schreien und fröhlich winkenden Armen.

Danach, endlich, die Gelegenheit, Huracan auszuprobieren. Schön groß sind die Wagen, in die jeweils sechs Personen passen. Das so genannte “Cinema-Seating” sorgt dafür, dass auch die hinteren Passagiere alles sehen – sie sitzen leicht höher als ihre Vordermänner. In den schick angemalten Wagen fühlt man sich gleich wohl. Die Sitze sind weich, der große Haltebügel, den man selbst von oben vor den Körper ziehen muss, fühlt sich ebenfalls gut an und gibt ein Gefühl von Sicherheit. Dann fährt der Wagen aus dem Bahnhof. Eine kleine Rechtskurve und schon steht man kurz vor dem 32 Meter hohen Liftturm.

Beeindruckend und erhaben steht er da. Und wartet darauf, einen mit hinauf zu nehmen. Ganz langsam bewegt sich das Kettenband, plötzlich ein Ruck. Der Wagen wird angezogen und neigt sich in die Senkrechte. Wir liegen und blicken in den Himmel. So in etwa müssen sich Astronauten fühlen. Wissend, dass sie gleich tausende Kilometer von daheim entfernt und der Technik ausgeliefert sind, nicht mehr zurück können. Etwa fünf Sekunden später neigt sich der Wagen wieder in die normale Position. Für einen kurzen Moment genieße ich die Aussicht über Belantis. Doch ich komme nicht dazu – der Wagen stürzt in die Tiefe. Schreie, Panik, Adrenalinausstoß, ein breites Grinsen im Gesicht. 95 Grad beträgt die Neigung, mit der es abwärts geht, steiler als Senkrecht. Danach folgen Überschläge, Rollen, Schrauben. Bevor man es richtig realisiert, ist alles schon wieder vorbei.

“Nochmal, nochmal”, schreit das Adrenalin im Körper. “Muss nicht unbedingt”, sagt der Kopf, der während der Fahrt mehrfach an den Gummi des Haltebügels prallte. Doch nicht ganz so weich. Okay, noch einmal also. Wieder rauf, Aussicht, runter, schreien, überschlagen, drehen, rollen, schrauben. Als der Wagen im Bahnhof ankam, fühlte ich etwas flaues im Magen, bekam für einen Moment Kopfschmerzen und mir wurde plötzlich warm. Nach dem Aussteigen musste ich einige Sekunden das Laufen wieder üben. Aber: Es hat Spaß gemacht und ich bin sicher nicht das letzte Mal gefahren.

Was ich derzeit noch als Problem sehe: Wenn man im Bahnhof ankommt, stehen mindestens zwei Wagen vor einem. Deren Passagiere müssen erst aussteigen und neue zusteigen, bevor man selbst aussteigen kann. Das könnte sich als Staufalle erweisen, gerade wenn großer Andrang herrscht. Was mit Sicherheit passieren wird, wenn am Sonnabend die Attraktion offiziell eröffnet. Um keinen Frust bei den Besuchern aufkommen zu lassen, soll es ein Ticketsystem geben: Das so genannte Fastride-System funktioniert wie das Nummern ziehen beim Amt. Jeder Gast kann täglich einmal kostenfrei einen Zeitpunkt bestimmen, an dem er ohne Anstehen über einen gesonderten Eingang fahren darf. Das System stamme aus den USA, wo es meist mit Zusatzkosten verbunden sei.

Noch mehr Fotos gibt es im Flickr-Account von Belantis.

Friedliche Hexenverbrennung

Taucha. Europaweit wird in der Walpurgisnacht in den Mai gefeiert – auch in Taucha. Zum bereits achten Mal lud der 1. Tauchaer Hundesportverein am Freitag auf das Trainingsgelände an der Graßdorfer Straße ein. Hier gab es neben der obligatorischen Hexenverbrennung ein Kinderprogramm, eine Feuershow und ein Feuerwerk, das seinesgleichen sucht.

Beim Hundesportverein beginnt die Walpurgisnacht traditionell schon am Nachmittag. Ab 15 Uhr waren die Kinder zum Ponyreiten eingeladen, an sportlichen Wettkämpfen wie dem Torwandschießen teilzunehmen, oder auf der Hüpfburg zu tollen. Kraft brauchten die Kids beim Gummistiefelweitwurf, auf Geschick kam es dagegen beim Teebeutelweitwurf an: Mit dem Faden im Mund musste der mit Wasser vollgesogene Teebeutel über den Kopf und so möglichst weit hinter sich katapultiert werden. Mit 7,86 Metern ging ein 13-jähriger Junge am Abend als Champion hervor, der nur von Dirk Keller, dem Vorsitzenden des Vereins getoppt wurde.

Jener hatte am Abend allerdings andere Sorgen, denn zeitweise war der Strom weg. „Hier springt immer wieder eine Phase raus, wir suchen den Fehler“, sagte Keller. Moderator Hendrik Zellmann aus Gordemitz saß in der Ladefläche seines gemieteten LKW, wartete darauf, endlich wieder Musik spielen zu können und beschwichtigte: „Das passiert in jeder Gartenkneipe zweimal im Jahr.“

Überbrückt wurde die Ruhe auf dem Platz vom Spielmannszug Taucha, der für die zünftige Untermalung des Lampionumzuges sorgte. Für das leibliche Wohl wurde ausreichend gesorgt: „Wir haben in diesem Jahr fünf Grills besorgt, weil zwei im vergangenen Jahr nicht ausreichten“, erzählte Dirk Keller. Lange Schlangen bildeten sich zeitweise nur an den Getränkewagen – was wohl auch an den sehr moderaten Preisen lag.

Das Anzünden des großen Lagerfeuers, auf dem eine Hexe aus Holz und Stoff angebracht war, verzögerte sich diesmal bis zum Einbruch der Dunkelheit. Schuld daran war auch der Stromausfall, der Daniel Hoyer und seinen Kollegen von der Feuer- und Lichtshow „Project Fire“ aus Chemnitz zu schaffen machte. Als diese dann aber startete, wurden die Zuschauer mit wunderschönen Lichteffekten und einer körperlich einwandfreien Feuerakrobatik belohnt. Zum Ende der Show regnete es brennende Tropfen, die das Hexenfeuer entzündeten.

Für den perfekten Abschluss des Abends sorgte wenig später ein Feuerwerk der Extraklasse. Daniel Schlinker aus Zweenfurth arrangierte Effekte, die auf dem Boden begonnen und sich Stück für Stück zu einem gewaltigen Höhenfeuerwerk entluden. Tosender Applaus und Jubelpfiffe des Publikums waren der Lohn dafür. „Sowas hab ich noch nicht gesehen“, sagte dann auch Moderator Hendrik Zellmann, der dem Verein dankte und appellierte: „Denkt daran, das hier haben keine Profis organisiert. Wenn also etwas nicht perfekt klappte, so ist das sicher zu entschuldigen.“ Worauf wieder Applaus der laut Veranstalterangaben rund 1500 Besucher folgte. Auch Karin Kirchner und Peter Heitmann aus Taucha waren dabei und lobten: „Es war ein schöner Abend, das Ganze hier hat immer Volksfestcharakter und ist super organisiert.“ Für Dirk Keller waren solche Sätze „der schönste Dank, den man sich wünschen kann. Genau darum machen wir das.“ Bis 1.30 Uhr wurde friedlich und ohne Zwischenfälle in den Mai gefeiert. „Auch dafür einen herzlichen Dank an unsere Gäste“, so Keller.

Erschien am 3. Mai 2010 in der Leipziger Volkszeitung. Viele Fotos von der Veranstaltung bei LVZ-Online.de

Feierstunde voller Dankbarkeit

Amüsant und ergreifend: Geschwister-Scholl-Abend ist kultureller Höhepunkt im Gymnasium Taucha

Taucha. Er ist jedes Jahr aufs Neue eine beeindruckende und ergreifende Veranstaltung, der Geschwister-Scholl-Abend im Gymnasium Taucha. In diesem Jahr widmete er sich ganz der Danksagung an den Förderverein. Dieser feiert in diesem Monat sein 15-jähriges Bestehen.

Die Anspannung bei Schülern und Lehrern, aber auch bei Eltern und Großeltern im Publikum war am Dienstag bereits vor Beginn zu spüren. Aufgeregt rannten die Gymnasiasten umher, probten ihre Lieder, sprachen letzte Details ab. Dann wurde das Licht gedimmt und sofort war sie da, diese ganz besondere Atmosphäre, die sich jedes Mal zu diesem Anlass über die Aula legt.

weiter bei LVZ-Online.

Twitgrillen im Rosental: Treffen mit Fremden

Leipzig. Die meisten kennen sich gut. Aber nicht persönlich und nicht mit ihren richtigen Namen. Frau_Biene, zumpe, roonie_14, laila99, feechen, outist, ritman77, Konni, Bascht oder auch Koze sind Leipziger, die sich über das Internet kennen gelernt haben. Sie unterhalten sich bei Twitter, dem Internetdienst, bei dem man Kurzmitteilungen an wildfremde Leute schicken kann. Die Website Twittermap geht davon aus, dass mindestens 500 Messestädter regelmäßig Dinge wie “Sitze beim Frühstück auf dem Balkon”, “Fahre Straßenbahn” oder “Blödes Wetter heute” in die Welt zwitschern.

Daraus entstand der Wunsch, sich mal persönlich kennen zu lernen. Am Freitagabend trafen sich rund 40 Benutzer im Rosental zum Twitgrillen, einem Grillfest der Twitterer. “Es ist bereits das zweite Treffen, das erste fand im Mai statt”, sagt Organisator Martin Neuhof, 24-jähriger Mediengestalter, der unter dem Pseudonym ritman77 zu erreichen ist. “Es gibt in Deutschland und Österreich bereits mehrere Twitgrillen, so kam ich auf die Idee, das auch in Leipzig zu etablieren”, sagt er. Der Termin wurde im Netz mittels einer Umfrage von den Teilnehmern bestimmt. “Das erste Treffen lief schon sehr gut ab, alle Leute waren sehr nett, so wie man es von Twitterern her gewöhnt war. Darum wollten wir das unbedingt wiederholen”, sagt Martin Neuhofs Freundin Linda Meier , die als LIinLE twittert.

Damit sich alle erkennen, trugen sie große Namensschilder. Was teilweise zu verwirrenden Sätzen wie “Willst du noch eine Bratwurst, Frau dolmetschen_LE?” führte. “Ja, wir haben wirklich Probleme, die echten Namen der Leute zu sagen”, schmunzelte auch Andreas Krüger alias zumpe und Sabine Lau alias Frau_Biene. So blieb es meist bei den Pseudonymen. Noch während des Treffens wurden via Handy Sätze wie “Gerade großes Gruppenfoto beim Twitgrillen” oder “Nett hier” in die Welt geschickt. Am Ende waren sich alle einig, dass dies nicht das letzte Treffen war.

Erschien am 17. August 2009 in der Leipziger Volkszeitung.

Rocknacht Taucha begeistert hunderte Besucher

Taucha. Sie ist mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden, die Tauchaer Rocknacht. Zum bereits siebten Mal unterhielten Live-Bands mit handgemachtem Rock die Besucher vor der urigen Kulisse des historischen Ritterguts. Besucher und Veranstalter zogen ein weitgehend positives Fazit.

In diesem Jahr begann die Rocknacht bereits vormittags. Ab 9 Uhr standen junge Nachwuchsbands auf der Bühne, die um den Sieg im regionalen Vorausscheid zum Deutschen Rock & Pop Preis kämpften. Organisiert vom Deutschen Rock & Pop Verband dient dieser Leistungsvergleich der Nachwuchsgewinnung. „Den Bandcontest gibt es bereits seit 1983“, so Landessprecher Michael Weber. Heute erfolgreiche Bands wie Juli oder Pur seien aus diesem Wettbewerb hervorgegangen oder danach bekannt geworden. Acht Rockgruppen standen auf der Bühne. Zum Sieg reichte es für Audio Appeal aus Leipzig, die ihre Musik selbst als „basslastigen, melodischen Rock“ bezeichnen. Platz zwei ging an die Ostfront Crew aus Taucha, die zu Gitarrenmusik aus der Konserve rappten. „Wir sind normalerweise mit einer Band unterwegs, bei den Mitgliedern gab es aber heute Terminprobleme“, so Rapper Nick Veit. Auf Platz drei landete mit Smashed ebenfalls eine Tauchaer Band.

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Die Tauchaer Band Ostfront Crew

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“Millionär” macht einsam

Folgende Mail schrieb ich heute an Tommy Jaud, den meiner Meinung nach besten Comedyautor Deutschlands. Die Mail werden nur diejenigen wirklich verstehen, die Jauds 2007 erschienenes Werk “Millionär” auch gelesen haben, was mir aber mal herzlich egal ist. ;-)

Sehr geehrter Herr Jaud,
ich möchte nicht aufgenommen werden zu Schulungszwecken. Und ich möchte mich beschweren.

Der Grund: Das Lesen Ihres Buches “Millionär” macht einsam. Als ich mir am Samstagnachmittag Ihr Buch kaufte, ahnte ich noch nicht, dass ich damit den Rest des Tages und die Hälfte der Nacht zubringen würde. Bereits im Laden las ich die erste Seite und vergaß so fast, das Buch zu bezahlen. Die Kasse sieht man ja nicht, so mit einem Buch vor den Augen. Zu Hause verschlang ich dann weitere Seiten – sehr zum Leidwesen meiner Frau, denn das Lesen Ihrer Bücher geht nie leise von statten. Nach jedem dritten Satz muss man lachen. Und ich lache sehr laut beim Lesen.

Am Abend, ich hatte das Buch noch immer vor den Augen, versuchte meine Frau dann etwas aberwitziges: Sie setzte sich neben mich, um auch ihrerseits ein Buch zu lesen. Sie werden sich denken, was passierte: Sie hielt es neben mir lachendem und vor Freude zappelndem Menschen nicht lange aus. Und ging ins Bett.

Da saß ich nun. Einsam. Bis 2.45 Uhr morgens. Zu diesem Zeitpunkt ging gerade der Summer von Annabelles alter WG. Und ich stellte mit Erschrecken fest: Ich war gar nicht müde. Hier entstand das zweite Problem: Um diese Uhrzeit noch etwas sinnvolles anzustellen ist schwer – außer man liest Ihr Buch noch einmal. Oder den Vollidioten. Oder den Resturlaub, der sich irgendwie nicht so leicht runterliest. Ich entschied mich für den Fernseher. Dummerweise kamen aber keine Dokus mehr, nicht mal eine Kochsendung. Und daran sind nur Sie schuld!

So, das war’s – ich muss jetzt auch schnell auf spiegel.de schauen, ich glaub, es ist was passiert.

Also, machen Sie’s gut! Sie sind echt Welt!

Viele Grüße,
Daniel Große

Bereits 2007 war ich von Tommy Jauds Vollidiot begeistert. Den “Millionär” habe ich schon lange mal kaufen und lesen wollen, bin nun eigentlich viel zu spät dran – habs aber nicht bereut. Unnötig zu sagen, dass ich das Buch jedem Mann empfehle. Ja, jedem Mann. Für Frauen ist das nix.

Gelungener Start in Freibadsaison

Taucha. Das Herz der Stadt schlägt wieder. Bei der Eröffnung der Freibadsaison im Parthebad gestern war die Liebe der Tauchaer für ihr kulturelles und sportliches Kleinod deutlich zu spüren. Kein Wunder, dass das Bad schnell gefüllt war.

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Bei strahlendem Sonnenschein begann das Familienprogramm bereits um 8.30 Uhr. Rund 50 Kinder trafen sich an der Sparkasse, um mit Eltern und Mitgliedern des Parthebadvereins durch die Innenstadt zu ziehen. Ihr Auftrag: Parthelino, das Maskottchen des Bades, zu finden. „Der ist uns leider nach dem Ostereiersuchen abhanden gekommen“, meinte Heike Meyer, Vorsitzende des Vereins. Und damit auch jedes Kind weiß, wie der rundliche Sympathieträger mit dem breiten Lächeln aussieht, durfte er gemalt werden. Beim Kunst- und Kulturverein (KuKuTa) im Café Esprit gab es eigens für diesen Zweck ein etwas anderes Pflastermalen. Nicht auf das Straßen-, sondern auf Wundpflaster wurde hier gemalt. Mit diesem Bild vor Augen ging’s auf den Schlosshof. Dort warteten Mitglieder des Fördervereins Schloss Taucha auf die Kinder. Der Schlossvogt und die Schlossgeister erzählten eine Geschichte – von Parthelino jedoch keine Spur. Fündig wurden die kleinen Badbesucher schließlich in der Badergasse. Das Maskottchen saß in einem Feuerwehrauto und rasselte mit dem Schlüssel. Kurz vor 10 Uhr war es dann soweit: Das Absperrband wurde zerschnitten und Parthelino öffnete, begleitet vom Spielmannszug Taucha, das Tor. (more…)

Lachen mit der Telekom

Folgende Geschichte muss ich einfach in einem längeren Text loswerden als nur in einem Tweet. Es geht um die Telekom, bei der ich seit den 90ern Kunde bin. Ohne Unterbrechung. Ein treudoofer treuer Kunde. Seit Mitte 2006 lasse ich alle Rechnungen per Lastschrift einziehen. Bislang klappte das ach reibungslos. Rechnung kam, etwa 10 Tage später wird abgebucht. Haut alles hin.

Bis auf den jetzigen Monat. Am 15. April zieht die Telekom einen Betrag ein, der geringer ist als der eigentliche Rechnungsbetrag. Das habe ich aufgrund meines Urlaubs nicht sofort mitbekommen. Heute bucht die Telekom nochmals einen Betrag ab, der rund 15 Euro höher ist als der eigentliche aktuelle Rechnungsbetrag. Sprich, es wurde zweimal im April abgebucht. Ich vermute natürlich einen Fehler bei der Telekom und rufe an. Gelandet bin ich in einem Callcenter in Halle/Saale, habe einen extrem freundlichen und sehr kompetenten Mann dran, der sich ebenso wie ich wundert und während des Gesprächs eine zweite Kollegin hinzuzieht. Kurzfassung: Ein anderer Kunde habe wohl einen Zahlendreher bei der Überweisung der Rechnung im März gehabt, so dass das Geld auf meinem Buchungskonto verbucht wurde. Darum wurde im März nicht bei mir abgebucht, dafür dann im April der Restbetrag abgezogen, am Ende wieder was verrechnet. Was genau und wie das zustande kam, konnte der Hallenser Telekom-Mitarbeiter auch nicht sagen und meinte, der Vorfall würde zur Kontenprüfung geleitet. Ich soll zurückgerufen werden.

Der Rückruf kam recht schnell. Dran war diesmal eine Mitarbeiterin, die mir den Vorfall erklärte, wild mit Zahlen um sich warf, etwas von Guthaben und Verrechnung faselte und damit die Sache geklärt sah. Das nütze mir nichts, sagte ich ihr, denn aus Steuergründen müssen Rechnungsbetrag und Abbuchung einfach mal zusammenpassen. Darum verlangte ich von ihr, dass sie mir das schriftlich erklärt, um die Verrechnungen und merkwürdigen Abbuchungen meiner Steuerberaterin erklären zu können. Das sei kein Problem, hieß es. Das müsse ich aber schriftlich beantragen, es ginge hier ja auch um Kosten, die für die Kontenklärung entstehen.

Bitte was? Ja, das sei kostenpflichtig. Keine Ahnung, wie viel, das war mir aber auch egal. Die Deutsche Telekom bucht also wild hin und her, ordnet Überweisungen anderer Kunden falsch zu und wenn der Kunde diese Praxis, der ich nicht zugestimmt habe dann bemängelt, wird die Hand aufgehalten? Das kann unmöglich sein. Habe der Dame nun erklärt, dass ich auf keinen Fall irgendwas zahle und auch die Kontenklärung nicht nochmals schriftlich beantrage. Ein Anruf und ein Rückruf von denen sollten zur Legitimation eigentlich genügen. Bin gespannt, wie es weitergeht. Im Zweifelsfall muss ich halt die Einzugsermächtigung widerrufen. Ich dachte eigentlich, die Telekomiker haben in den vergangenen Jahren dazugelernt. Wäre schade, wenn ich eines besseren belehrt würde.

Osterfeuer Taucha: Buntes Treiben auf der Festwiese

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Taucha. Das Osterfeuer zog am Gründonnerstag wieder jede Menge Besucher auf die Festwiese. Tauchaer Vereine und Stadtverwaltung hatten eingeladen, in geselliger Atmosphäre den Winter endgültig zu verabschieden. Ab dem späten Nachmittag gab es für Kinder die Möglichkeit, kleine Ostergeschenke zu basteln oder sich am Knüppelkuchen zu laben. Pünktlich um 19 Uhr entzündete Bürgermeister Holger Schirmbeck das Osterfeuer. „Wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut, die besten Brandstifter der Stadt zu engagieren“, sagte er – um daraufhin selbst, wie andere Helfer auch, seine brennende Fackel an den Holzstapel zu halten. Selbiger schien ein wenig kleiner als in den Vorjahren zu sein. Trotzdem reichte er, um den Besuchern bis kurz vor 21 Uhr wohlige Wärme zu spenden.

Am Feuer standen auch die Plösitzer Jana und Falk Lorenz nebst Sohn Tobias. „Wir kommen jedes Jahr her, weil wir Tauchaer sind. Das ist eine schöne Tradition“, meinte Jana Lorenz. Und ihr Mann ergänzte: „Außerdem wollen wir sehen, ob sich die Organisation verbessert hat, denn wir finden, es geht immer besser.“ Womit er auf den Getränkeausschank anspielte. Dort verbreitete sich einiger Unmut unter den Durstigen, die teilweise bis zu 25 Minuten auf ein Bier warten mussten.

Erschien in der Leipziger Volkszeitung am 11. April 2009.

Schnitzeljagd auf Französisch

Taucha. Kinder und Jugendliche lernen, so heißt es oft, im Spiel am schnellsten. Insofern waren die beiden Veranstaltungen am Montag im Tauchaer Geschwister-Scholl-Gymnasium ausgezeichneter Lernstoff. Doch zum Spiel kam auch harte Arbeit bei den Aktionen in der Bildungseinrichtung. Das war zum einen das Jolkafest der Russisch-Schüler, das bereits zum vierten Mal durchgeführt wurde. Und zum anderen kam als Premiere eine Schnitzeljagd der Französisch-Schüler hinzu. Quer durch Taucha führte diese, auf dem Weg mussten Fragen beantwortet werden.
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Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Außerdem übe ich Kritik an Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien oder mache mich schamlos über missglückte Pressemitteilungen und eigenartige Unternehmens-PR lustig. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.
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