von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
07. 10. 2007 22:49
Ich musste heute mein Handy begraben. Es war ein gutes Handy. Glaub ich.
Gut, ganz so weit ist es noch nicht. Dennoch: mein gutes SonyEricsson K750i wollte heute nicht mehr. Lässt sich nicht mehr anschalten. Ich weiß auch, warum. Es ist gekränkt. Weil ich es kurz vorher mit einem Motorola via Bluetooth verbunden hatte. Hat ihm wohl nicht bekommen. Und als das Motorola dann noch die Annahme eines MP3-Files von meiner Speicherkarte verweigerte, verabschiedete sich mein K750i. Akku rausnehmen und wieder einsetzen half nichts. Auch mit Ersatz-Akku (Frau hat jetzt auch ein SE) das gleiche Spiel. Ein kurzes Aufleuchten des Displays, danach ist es sofort wieder aus.
Werd ich wohl morgen zu den Mannen von EPlus wackeln müssen. Mal schau’n….
01. 10. 2007 10:02
„Tag der Tränen, Tag der Wehen“ – Was im sechsten Text Lacrimosa der Totenmesse beschrieben wird, traf am Freitagabend nicht auf die Aufführung des Stücks von Wolfgang Amadeus Mozart zu. Diese, vorgetragen in der Tauchaer Kirche St. Moritz, begeisterte mit stimmgewaltigen Chören, exzellenten Solisten und einem kraft- und gleichzeitig gefühlvollen Orchester.
Eingeladen zum Requiem, Mozarts letztem Stück, an dem er nur zu zwei Dritteln mitwirkte, hatten das Vocalensemble Borinzi und der Männerchor Taucha. Um dem anspruchsvollen Werk gerecht zu werden holten sich die Chöre Unterstützung weiterer Laien- und Hobbymusiker: Der Männerchor Ermlitz, der Lehrerchor und das Leipziger Lehrerorchester sorgten zusätzlich dafür, dass die Empore des Gotteshauses so voll wie wohl noch nie war. In der herbstlich geschmückten Kirche lauschten Tauchaer und ihre Gäste den Klängen des Ensembles. Dass es Amateure waren, die dort ihre Stimmen und Instrumente zum Besten gaben, konnte man kaum glauben. Zwar merkte man einigen Mitgliedern ihre Anspannung an. Der Gesamteindruck überzeugte aber. Harmonisch war das Zusammenwirken der Chöre und des Orchesters. Punktgenau kamen die Einsätze von Pauken und Posaunen. Zart bis mitreißend glitten die Streicher über ihre Saiten. Nicht weniger perfekt die vier Solisten. Marina Scharnberg, Klaudia Zeiner, Kristian Sörensen und Gun Wook-Lee waren bis auf wenige Ausnahmen im Orchester die einzigen professionellen Musiker des Abends.
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28. 09. 2007 22:29
Dieser Ausschnitt eines Fotos der heutigen Aufführung von Mozarts “Requiem” in der Tauchaer Kirche beweist: Posaunisten sind coole Säue.
27. 09. 2007 21:01
Ich mag Taucha. Wirklich. Eine sympathische Kleinstadt mit sympathischen Einwohnern und kurzen Wegen. Aber manchmal, da flucht man über diese Stadt und benutzt böse Wörter. “Kaff” oder “Provinz” zum Beispiel. Heute war wieder so ein Tag. Problem: Briefe zur Post bringen. Ja, das ist ein Problem. Unser Postamt heißt nämlich nur noch so, ohne die Funktion einer Post zu erfüllen. Weil es das ständig expandierende Weltunternehmen wohl für besser hält, Gewerbetreibende und Privatleute nicht zu ihren Kunden zählen zu wollen. Und weil unser toller Bürgermeister nicht den Arsch in der Hose hatte, die Schließung der Post zu verhinden. Was er sicherlich hätte tun können, auch wenn die Post ein Privatunternehmen ist. Das Gute allerdings: Am Gebäude hängt noch ein Briefmarkenautomat, gleich daneben ist ein Briefkasten. Nur müsste dieser Automat auch mein Geld wollen. Wollte er nicht, egal, was man reinsteckte. So wie das Geld im gelben Roboter verschwand, spuckte dieser es wieder aus. “Geh halt woanders hin”, hörte ich ihn dabei sagen. Zumindest hab ich das so verstanden.
Also weitergefahren zum Quelle-Shop. Dieser darf seit vergangenem Jahr auch Postagentur spielen. Dort drin stehen zwei meist miesgelaunte Damen, die in gelangweilter Routine, ohne diese Routine wirklich zu besitzen, Pakete und Briefe annehmen. Nur heute nicht. Denn Donnerstagnachmittags ist dieser Quelle-Annahmeladen einfach mal zu. Weil’s eben so ist. Und Taucha ja eh ein Kaff ist. Oder wie soll man das werten? Natürlich weiß ich, dass dort jeden Donnerstag Nachmittag geschlossen ist. Aber ich weigere mich strikt, mich vor meinem Gang zur so genannten Post vom korrekten Tag und der korrekten Zeit zu überzeugen und darüber nachzudenken, ob man wohl gewillt ist, mein Geld anzunehmen. Also stand ich heute zum zweiten Mal vor dem Eisengitter, das man wohl dort angebracht hat, im Glauben, man könnte aus dem Quelle-Ramsch was wertvolles klauen wollen.
Was blieb? Die nächste Postagentur im Portitz-Treff. Dort ist man nett und hat täglich bis 19 Uhr geöffnet. Erste Wahl ab sofort – und ich werde mich trotzdem mal bei der privaten Konkurrenz umschauen.
19. 09. 2007 09:38
Taucha. Geschäftiges Treiben herrschte jüngst im Hort Tauchsches Spielhaus. Allerhand Herren der sieben Weltmeere, Piratenbräute und exotische Bauchtänzerinnen bevölkerten den Spielplatz. Die Einrichtung der Volkssolidarität hatte zum Piratenfest geladen und rund 300 Gäste waren dieser Einladung gefolgt. „Das Fest bildet den Abschluss unseres Piratenprojektes, das in den Sommerferien begann“, erklärte Hortleiterin Sabine Müller. Auf Wunsch der Kinder wurde das Thema gewählt. So lernten die kleinen Seeräuber alles über die Fahrt auf großen Schiffen, bekamen erklärt, wo Steuer- und wo Backbord liegt, studierten ein Piratenlied ein und fuhren beispielsweise in Pouch in Sachsen-Anhalt mit einem Piratenschiff. Über die Aktionen führten die Kinder – ganz in Seefahrermanier – peinlich genau Logbuch. Dieses und allerhand Fotos konnten die Eltern während des Piratenfestes bestaunen.

Noch viel mehr staunten aber große und kleine Leute über „Pirat Kervolin“. Der heißt eigentlich Volker Gödde und zieht als Unterhaltungskünstler mit verschiedenen Programmen durchs Land. „Mein Team und ich haben Shows für Kinder, Hochzeiten, Familienfeiern und vieles mehr im Angebot. Passend zu jedem Anlass schlüpfen wir in die Rolle eines Clowns, Ritters oder eben – wie heute – in die eines Piraten“, sagte er. Die Gäste beeindruckte er unter anderem mit seinen Jonglierkünsten und einer Feuershow. Der Höhepunkt war das Heben eines Schatzes, der vorher in der Weitsprunggrube der Regenbogengrundschule verbuddelt worden war. Darin befand sich allerlei Gold – in Form von Bonbon-Talern, die „Kervolin“ freigiebig verteilte.
Die Einnahmen aus Eintritt, Tombola und verkaufter Verpflegung sollen für den Kauf eines Schuppens verwendet werden. „Dort wollen wir dann unsere Spielgeräte und Fahrzeuge unterstellen“, so Sabine Müller.
Erschien am 19.09.2007 in der Leipziger Volkszeitung
Passend dazu ist der heutige 19. September der “Look like a pirate day“. (Gefunden bei JoJo)
13. 08. 2007 22:14
Ab wann ist man eigentlich alt? Ja, ich weiss: man ist so alt wie man sich fühlt. Von daher bin ich so um die 18. Dachte ich bislang.
Gestern nachmittag erwischte ich mich im Schwimmbad dabei, wie ich zu zwei Jugendlichen, die wohl so um die 18 waren, sagte: “Dafür bin ich zu alt!” Tja, da steht man nun und guckt bedröppelt. Ich fühlte mich zu alt, ins Wasser zu springen und dabei so galant wie die beiden jungen Herren die Füße aufs Geländer zu werfen. Das kennt man von Skateboardern, die auf diese Art mit ihrem Board an Geländern runterrutschen. Das machten die Jungs im Flug, bevor sie dann seitlich ins Wasser stürzten. Sah cool aus. Und ich traute mich nicht.
In solchen Momenten denkt man an seine Jugendzeit, die doch eigentlich so lange noch nicht vorbei ist. Man erinnert sich, wie man aus geschätzten 10 Metern in den Steinbruch Klinga gesprungen ist. Oder beim Trampolinspringen diverse Salti machte. Vorwärts, rückwärts – in die Schaumgummigrube, in der DHfK. Und jetzt? Jetzt steht man da am Beckenrand. Mit 31. Und überlegt. Ich hab’s trotzdem gelassen.
Den Rückwärtssalto vom Startblock konnte ich mir aber nicht verkneifen. Tat fast nicht weh, beim Aufklatschen des Rückens…
Foto: photocase.com
09. 08. 2007 21:13

Riesenandrang vorhin an wohl vielen Tankstellen Leipzigs. Nicht etwa, weil der Sprit billig geworden ist, sondern weil es aus quasi heiterem Himmel hagelte. Auch wir – auf dem Weg zum amerikanisch-königlichen Spezialitätenrestaurant – suchten schnell Unterschlupf unter dem schützenden Dach. Der Hagel war nur kurz und die Körner glücklicherweise nicht sehr groß. Als es dann aufhörte, dauerte es einige Minuten, bis sich der Knoten löste…
16. 07. 2007 10:30
Und was sonst noch so dazu gehört. Das alles und noch mehr wird Thomas und mich ab heute wieder mehr beschäftigen als sonst auch schon. In dieser Nacht haben wir das GC-Blog aus seinem quasi nicht vorhandenen Schlaf gerüttelt und offiziell gestartet. Frisch angepinselt, wie kürzlich schon erwähnt, informiert es nun wieder über die Games Convention, die beste, größte, lauteste, schweißtreibendste, spaßigste und frechste Messe dieses Universums.
Mehr bei Thomas, der schonmal verrät, dass wir ab August nicht nur das GC-Blog sondern ein weiteres betreuen dürfen. Was genau es ist, sagen wir, wenns los geht. Viel zu tun für uns als Blogdienstleister. Könnte man sich dran gewöhnen.
16. 07. 2007 10:01
Eilenburg. Lag es an den hohen Temperaturen, an weiteren Veranstaltungen in Eilenburg oder am Veranstalter? Das erste Strandbadfest im Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ) mag gut gemeint gewesen sein. Ein Erfolg war es wohl eher nicht.
„Es könnte mehr los sein“, sagte Georg Mohry, Betreiber der Strandklause, am Sonnabendnachmittag. Seit diesem Jahr sind er und Geschäftspartnerin Mandy Frenzel für den Kiosk verantwortlich. Das „Doppel-M, bestehend aus Mandy und Mohry“, wie der Unternehmer aus Muldenstein die Vereinigung nennt, organisierte gemeinsam mit dem Camperverein und dem FEZ das Fest. Es sollte für alle etwas bieten. Die Hälfte der angekündigten Höhepunkte fielen allerdings schlichtweg ins Wasser. Die Ponykutschfahrten für Kinder wurden aufgrund der Wärme abgesagt, der angekündigte Korbflechter kam nicht und Dirk W. Kunze alias Stimmungskunze aus Delitzsch reiste zu spät an. Auch die als „Ballonfiesta“ angekündigten Ballonstarts gab es nur zur Hälfte. Von ursprünglich vier Ballonen kamen zwei, die zum abendlichen Ballonglühen aber laut Georg Mohry nicht geeignet gewesen wären. Also entfiel auch dieses.
Glücklicherweise bekamen die Eilenburger davon nicht viel mit, denn echte Gäste fehlten fast ganz. Wären auf dem Gelände des FEZ nicht die Dauercamper beheimatet, hätte das Team der Strandklause womöglich Däumchen drehen müssen. So verirrten sich wenigstens einige Besucher in die Nähe des Festzeltes und beobachteten etwa Frank Müller beim Schnitzen von Holzfiguren mittels Kettensägen. „Das ist ein Hobby von mir“, so der Dachklempner aus Doberschütz. Hat er beruflich eher mit Blech zu tun, verarbeitet er in seiner Freizeit dicke Baumstämme. „Das hier wird ein Holzmichel. Da fräse ich noch die Pfeife raus und hier zwischen den Beinen hat er eine Axt“, erklärte Müller. Die Ideen für die Figuren hat er im Kopf, Skizzen gibt es nicht. „Ich kann gar nicht zeichnen, fange einfach an“, sagte er. Interessiert verfolgten den Flug der Holzspäne auch Petra Richter und ihre Familie. „Sieht gut aus. Schade, dass so wenig Leute hier sind“, so die Camperin aus Leipzig. „Vielleicht muss sich das auch erst rumsprechen“, vermutete ein anderer Besucher.
Tatsächlich bezeichnete Georg Mohry das Strandbadfest am Sonntagmorgen als „ausbaufähig.“ Pläne für nächstes Jahr gebe es bereits. Woran es nun lag, dass die Besucher weitgehend ausblieben, vermochte Mohry nicht zu sagen. „Es ist schwer, die Leute in Gang zu bringen“, lautete sein Resümee.
Erschien am 16.07.2007 in der Leipziger Volkszeitung (Ausgabe Delitzsch-Eilenburg)
13. 07. 2007 11:48
Politisch wurde es beim Donnerstalk am 12. Juli in der Spargos-Bar des Radisson SAS Hotels am Augustusplatz. Heinz Eggert, CDU-Landtagsabgeordneter und Sächsischer Innenminister a.D. unterhielt sich mit Moderator Falko Maiwald und Gästen. Es ging um die sächsische Wirtschaft, die Politik im Allgemeinen und die Korruptionsaffäre.
Text und Foto dazu von mir auf der Website von Radio Leipzig.