von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
11. 02. 2007 20:04
Wie viel muss man über Leipzig wissen, um ein Buch zu schreiben? Offenbar nicht viel.
Christian Moser, Comiczeichner und Buchautor aus München, stellte am Donnerstag in der Moritzbastei sein Buch „Goethe – Die ganze Wahrheit“ vor, das zur Buchmesse erscheint. Zuvor kehrte er im Restaurant Zentralapotheke ein. „Das ist gleich gegenüber einer großen Kirche, das muss wohl der Dom sein“, mutmaßte Moser – worauf er von den Besuchern zurechtgewiesen wurde, dass es sich um die Thomaskirche handelt. Ein Kellner habe ihm erzählt, dass er den jungen Goethe im Wasserwerke-Film „Mein Herz schlägt für Leipzig“ gespielt hat. Was Moser verwunderte: „Der Kellner erzählte von einer Liaison Goethes mit einer Dame hier in Leipzig. Davon wusste ich nichts.“ Goethe habe angeblich bei Treffen mit seiner Holden den Wein mit Wasser aus der Saale vermischt. Zum zweiten Mal erhob das Publikum Einspruch: „Pleiße, nicht Saale.“
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07. 02. 2007 12:24
Der Amtsschimmel wiehert gewaltig. Nur ganz kurz: Ich habe im Dezember in Dresden falsch geparkt. Knöllchen am Scheibenwischer. Kann passieren, kein Problem. Bis Weihnachten war kein Verwarnungsschreiben im Briefkasten, ich wunderte mich, hatte aber gedacht, da wird schon noch was kommen.
Heute kam was: Ein Bussgeldbescheid. Über 15 Euro Verwarnungsgeld plus 20 Euro Gebühr plus 2,51 Euro Auslagen. Kurzer Anruf bei der zuständigen Sachbearbeiterin: “Das Schreiben ist zugegangen und gilt als zugestellt, wenn es hier raus ist. Einen Nachweis darüber müssen wir nicht erbringen.” Wahnsinn. Wenn ich arbeite, muss ich immer einen Nachweis erbringen. Städtische Angestellte offenbar nicht. Ich habe die Frist zur Einzahlung des Verwarngeldes verstreichen lassen, darum jetzt der Bussgeldbescheid.
Lange Rede, kurzer Sinn: ich bin bereit, die 15 Euro einzuzahlen, was allerdings eine Mahnung über den Restbetrag nach sich ziehen würde. Ich könne ja in Einspruch gehen. Habe ich getan. Wegen 37,51 Euro beschäftigt sich jetzt also die Sachbearbeiterin und – wie sie mir sagte – ein Richter mit meinem “Fall”. Abbau der Bürokratie? Wozu denn, ist doch alles herrlich, so wie es ist. Bin sehr gespannt.
29. 01. 2007 14:15
“Guten Tag, mein Name ist hastenichgesehen von der Redaktion Karriere! Wir geben ein Buch heraus, die ‘Enzyklopädie des Erfolges’ und wollten fragen, ob unser Redakteur mal am xx.Februar vorbeikommen könnte.”
Redaktion Karriere? Oha, die Verlagsgruppe Handelsblatt. Und die verlegt diese Enzyklopädie des Erfolges? Noch nie gehört. Nach mehrmaligem Nachfragen stellte sich dann heraus, dass die gute Frau, die hier eben ungefragt anrief, für einen Delitzscher Verlag arbeitet und wohl die Akquise für die Firma Algoprint betreibt. Diese gibt diese Enzyklopädie heraus und befragt wohl Leute aus allen Schichten des Lebens nach ihrem Erfolg. (more…)
07. 01. 2007 17:54
Der Applaus gehört ihm nicht. Denn er hat das Buch nicht geschrieben, aus dem er liest. „Vollidiot“ ist von Tommy Jaud, nicht von Christoph Maria Herbst. Und trotzdem beklatscht ihn das ausverkaufte Steintor Varieté in Halle.
Zu Recht. Denn Herbst liest nicht, er spielt geradezu. Und gibt so jeder Figur des Buches ihren ganz eigenen Charakter. Simon Peters, dem 30-Jährigen T-Punkt-Verkäufer, der sich selbst nicht annimmt. Dem IKEA-Verkäufer, der ihm den Single-Sessel Jennylund verkauft. Lala, Simons kroatischer Putzfrau. Marcia P. Garcia, der Milch aufschäumenden Schönheit aus dem Starbucks, die sich später als Zicke entpuppt. Und so weiter.
Die urkomischen Situationen, etwa als Simon im Starbucks steht „wie ein Ossi beim ersten McDonalds-Besuch fünf Minuten nach Öffnung der Mauer“, bringt der Schauspieler blendend rüber. Und als ob er sich für die Formulierung entschuldigen wolle, zeigt er immer wieder auf das Blatt, von dem er abliest und zuckt dabei mit den Schultern.
Wer an diesem Abend fehlt, ist eindeutig der Autor. Ihm würde wohl mancher Besucher gern applaudieren. Am Ende lässt es sich Herbst nicht nehmen, auf den kompletten Roman hinzuweisen. Und das Hörbuch, das er selbst eingelesen habe, sei „auch ganz gut geworden“, schmunzelt er. Zudem wirbt er für „Resturlaub“, das „Zweitbuch“ von Tommy Jaud und verrät abermals, dass Jaud derzeit am dritten Roman arbeiten würde. „In seinem kleinen, unbeheizten Arbeitszimmer in Köln.“
Der Kinofilm startet am 19. April. Wie schon berichtet mit Oliver Pocher als „Vollidiot“. Das mag passen wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Etwas Skepsis bleibt aber dennoch, wenn man Herbst erlebt und weiß, was Pocher so treibt.
Als Leckerli hab ich hier noch einen sehr vielseitigen Stromberg. Viel Spaß!
21. 12. 2006 11:00
Jahresrückblicke sind ja jetzt schick, offenbar. Also habe ich mich auch hinreißen lassen zu einem solchen. Das Jahr 2006, was mich beruflich, privat und am Rande beschäftigte. Lese- und Recherchestoff für graue “Winter”abende. (more…)
19. 12. 2006 10:08
Taucha. „Na komm, Moritz, komm raus!“ Mit ruhiger Stimme lockt Bernd Hoffmann von der Naturschutzstation des Zweckverbandes Parthenaue den großen Wasserbüffel aus dem Gehege am Schmiedehöfchen. Hoffmanns Plan: der Rest der Herde, vier Färsen (Kühe) und drei Kälber, soll dem Bullen ins Winterquartier in Dewitz folgen. In sicherer Entferung: ein gutes Dutzend Schaulustiger, das am Sonntagvormittag das Schauspiel verfolgt, das sich zwei Mal im Jahr abspielt. Dieses Mal kommt es allerdings anders als geplant. (more…)
07. 12. 2006 22:00
Was wir im August 2005 erlebten, mussten wir, bzw. vielmehr Lisa-Marie heute nochmal durchmachen. Seit Oktober hing ein Hagelkorn im oberen Augenlid (beim ersten Mal war’s unten) fest. Salbe und Augentropfen halfen nicht. Also: nochmal in die Augenklinik, nochmal OP. Heute hat sie’s erstaunlich gut verkraftet. Die Narkose war eine andere. Sanfter offenbar für den Körper. Nur soviel: Tee und Zwieback blieben diesmal nach der OP drin.
Kurzum: die kleine Maus hat’s mal wieder überstanden. Zur Ursache der immer wieder auftretenden Hagelkörner kann uns keiner so richtig was sagen. Offenbar baut die Tränendrüse das Sekret nicht schnell oder gut genug ab, was zur Folge hat, dass einiges im Tränensack hängen bleibt. Was mir aber nicht erklärt, warum das dann “hochwandert.” Interessant auch: bei Kindern übernimmt die Entfernung die Krankenkasse. Bei Erwachsenen, so hat man uns gesagt, meistens nicht. Weil’s ja nicht stört, nur unschön aussieht. Allerdings sagen einige Quellen etwas anderes.
Hoffentlich haben wir jetzt Ruhe davor.
02. 12. 2006 14:16
So eine Party mit Radiomenschen ist immer wieder was schönes. Da trifft man Leute, die man bereits länger kennt und die einen bereits viele Jahre begleiten. Und solche, die man vor langer Zeit mal kennen lernte und aus verschiedenen Gründen aus den Augen verlor. Dann stehen diese Menschen vor einem und sagen “einfach mal Hallo!” Und man selbst steht da wie ein begossener Pudel und kennt den Namen des Gegenübers nicht mehr.
Passierte zum Glück nur einmal und wurde mir auch nicht übel genommen.
Der Anlass der Party: Sputnik wird am Montag relauncht. “Hör auf deine Stimme” heißt es dann. Auf der Party konnte man diese manchmal kaum vernehmen – Boris Dlugosch haute mächtig rein. Eindrücke und Fotos bei radionews.de.
24. 11. 2006 19:10
Ich find’s ja toll, dass ich immer (ungefragt) Bewerbungen an die Adresse unseres Mediennetzwerkes bekomme. Heute gleich zwei. Auch von einem 37-Jährigen, der sich demnächst umschulen lässt. In einem Beruf, der mit unserer Branche nicht viel gemein hat. Was aber noch ungewöhnlicher war: ich durfte mir einen Eindruck von seinen schulischen Leistungen machen. Er schickte das Abschlusszeugnis der 10. Klasse mit. Ein 37-Jähriger…
29. 10. 2006 22:32
Da ist man mal eine Woche in einer anderen Welt im Urlaub, da passiert so einiges. Das GC-Blog ist nicht unter den Nominierten für die Blog-Awards der Deutschen Welle gekommen (Sauerei!), der Mediamarkt hat eine SAUdoofe neue Werbekampagne, hier gegenüber im so genannten Lindenpark steht bereits das erste Fertigteilhaus (aber nicht eine Linde, weshalb das ein saudoofer Name ist), ich hab Schwein gehabt und immerhin 12,50 Euro bei der Aktion Mensch gewonnen und der Film zur GC 2006 von Daniel Heinrich ist fertig. Der Server ist schweinelangsam, ich hab den Film selbst noch nicht gesehen aber Thomas und ich sollen drin vorkommen. Bin saumässig gespannt.
UPDATE: Daniel scheint vorschnell gewesen zu sein – der Film zur GC 2006 ist falsch verlinkt. Bin weiterhin gespannt…