von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
22. 02. 2010 10:30
Taucha. Der Verein Lasergame Leipzig will ein von ihm gepachtetes Areal in Taucha als Trainingsgelände nutzen, stößt aber auf behördlichen Widerstand. Es geht um eine fehlende Baugenehmigung und den Flächennutzungsplan der Stadt. Während das Landratsamt Nordsachsen immer wieder Ablehnungsbescheide verschickt, läuft dem Verein die Zeit davon.
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18. 12. 2009 09:50
Jetzt ist das Familienglück für Friederike „Freddy“ Holzapfel (ehemals Lippold) perfekt. Nachdem die einstige Morgenmoderatorin von Energy Sachsen am 24. Oktober ihren Freund Tilo heiratete, kam am 15. Dezember das gemeinsame Kind zur Welt. Es ist ein Junge, der Ferdinand heißt. Die wichtigsten Zahlen: 8.05 Uhr, 3740 Gramm und 54 Zentimenter. Die treffendsten Adjektive: hundemüde, rotbäckig und zuckersüß. Papa Tilo war bei der Geburt dabei. „Was man da sieht, ist ein absolutes Wunder, ich war sehr ergriffen“, sagt er. Seiner Friederike leistet er auch jetzt im Krankenhaus St. Elisabeth Gesellschaft. In einem Elternzimmer schläft er im Bett direkt neben Mama Freddy, Ferdinand liegt im Babybettchen daneben. Bei der Namensgebung waren sie die jungen Eltern sofort einig. „Es sollte was klassisches sein. Tilo wollte etwas mehrsilbiges, das gut zu Holzapfel passt“, erzählt Freddy. Auf der Favoritenliste sei lange Zeit auch Anton gewesen, Ferdinand habe sich dann aber durchgesetzt.

Was Friederike jetzt vor allem vermisst, ist das Schwanger sein. „Ich habe die Schwangerschaft sehr genossen, das war wirklich super. Ich hatte keine Beschwerden, alle waren nett zu mir und haben sich über meine Riesenmurmel gefreut“, lächelt sie. Den ersten Monat bekommt sie Unterstützung von ihrem Ehemann. „Ich habe jetzt erstmal vier Wochen Elternzeit, insgesamt will ich vier Monate nehmen“, so Tilo. In ihrer gemeinsamen Wohnung sei für Ferdinand alles fertig. „Das Bett und die Wickelkommode stehen und wir haben ein wenig umgebaut, zusätzliche Wände eingezogen, die es bislang nicht gab“, zählt Freddy auf. Weihnachten soll in diesem Jahr ganz ruhig verlaufen. Trotzdem fährt die kleine Familie nach Bad Düben zu Mama Lippold. „Wir werden uns unter anderem das Krippenspiel anschauen. Die vergangenen Jahre war ich immer die Jungfrau Maria, aber jetzt hab ich ja selbst ein Kind zu versorgen“, lächelt sie.
Erschien in ähnlicher Form am 18. Dezember 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
07. 10. 2009 08:59
Taucha. Es war ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Sieben Schülerinnen der Tauchaer Mittelschule waren über ein Wochenende die „Mütter“ von Babysimulatoren. Lebensgroße, an Puppen erinnernde Hightech-Wunder, die zum einen so schwer wie ein echtes Baby sind und sich zum anderen auch genau so verhalten. Inklusive Schreien, Lachen, Atemgeräuschen beim Schlafen und einem Köpfchen, das immer gehalten werden will. Und einem internen Speicher, der genau aufzeichnet, wie sich die jungen Mütter auf Zeit um ihr Kind kümmern. „Elternbedenkzeit“ heißt das Projekt, das an mehreren Schulen stattfindet und das pädagogische Ziel verfolgt, heranwachsenden Mädchen die Verantwortung für die Mutterrolle näher zu bringen. Jetzt wurden die Daten ausgewertet.
Martina Fritzsche und Melanie Burkhardt vom Kreisverband Nordsachsen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) waren größtenteils zufrieden: „Die Ergebnisse sind im üblichen Rahmen für dieses Projekt“, so Fritzsche. Nahezu alle Schülerinnen erreichten 92 Prozent oder mehr. Nahezu perfekt waren Vivian und Clarissa mit 99 Prozent. „Mist, eigentlich wären 100 Prozent drin gewesen, aber beim Weitergeben meines Sebastians an eine Bekannte haben wir einmal die Kopfstütze vergessen“, sagte Vivian, die sich rührend um „ihren“ Sohn kümmerte. Bei Clarissa kam zur Kopfstütze ein vergessenes Füttern hinzu. „Der Computer im Simulator zeichnet gnadenlos alle Verstöße auf. Und wenn das Baby registriert, dass auf sein Schreien nicht die Flasche an den Mund geführt wurde, gibt das einen Minuspunkt. Insgesamt ist das aber nicht schlimm“, sagte Melanie Burkhardt.
Wirklich schlimm erging es allerdings einem Kind. Wäre es ein richtiges Baby gewesen, wäre es jetzt entweder behindert oder tot. Diagnose: Schütteltrauma. Ein Schock für die junge Mutter, die hier nicht erwähnt werden soll. „Ich habe mein Kind an einen Bekannten gegeben, weil ich weg musste“, so die Schülerin. Offenbar war sich der Bekannte der Ernsthaftigkeit des Experimentes nicht bewusst und wollte den schreienden Simulator durch Schütteln zur Ruhe bringen. Mit Erfolg – das „Baby“ stellte sich tot und reagierte für mehrere Stunden gar nicht mehr. Wie ein echter Säugling, der eine solche Folter durchmachen muss. Immerhin wählte die Schülerin die Notfallnummern, quasi die technische Hotline für die Simulatoren und vertraute sich am Montag der Schulsozialarbeiterin Ulrike Denkiger an, die das Projekt begleitete. „Wichtig ist, dass du dir jetzt im Klaren darüber bist, dass ein Neugeborenes nicht Bekannten anvertraut werden darf“, mahnte Martina Fritzsche und erntete heftiges Kopfnicken der noch immer kreideweißen Probemutter.
Trotz oder gerade wegen dieses Vorfalls und nur wenigen Stunden Schlaf bezeichneten die sieben Schülerinnen das Projekt als durchweg gelungen und sehr schön. „Wir hatten am Montag, als wir die Babys wieder abgeben mussten, schon Entzugserscheinungen. Und im Unterbewusstsein hörte man immer ein leises Schreien. Bei manchen ging es sogar so weit, dass sie Nachts das leise Atmen neben sich vermissten“, beschrieb Svenja die Gefühle. Negative Auswirkungen auf die Kinderwünsche, die fast alle mit „zwei bis drei“ angaben, hatte das Wochenende als Mütter auf Zeit kaum. Spätestens mit 25 Jahren soll bei den Mädchen, Ausbildung und Arbeit vorausgesetzt, die Familienplanung abgeschlossen sein.
Erschien am 5. Oktober 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
14. 09. 2009 11:06
Abermals ein schön animiertes und erschreckend detailreiches Video von Alexander Lehmann. Nach “Du bist Terrorist” rät er nun: “Rette Deine Freiheit“. Unbedingt die Hinweise auf der Website lesen und den Links folgen, um die Argumente nachvollziehen zu können.
Am 27. September ist Bundestagswahl.
19. 08. 2009 11:15
Energy Sachsen erfindet sich ab heute neu. Morgenmoderatorin Friederike Lippold alias Freddy Ende hatte sich Juli nach neun Jahren tränenreich von der Morningshow Knallwach verabschiedet. Darum bezieht heute Nadine Kallenbach „Die Energy Sachsen Aufsteh-WG“. Als Mitbewohner wurden Melanie Dlamini, verantwortlich für das Wetter, und David Mannheim, künftiger Mann für den Service und Verkehr, verpflichtet. Nadine Kallenbach kam im Juli von der MDR-Popwelle JUMP zu Energy Sachsen. Melanie Dlamini stammt aus Österreich und war zuletzt als DJane und Autorin beschäftigt. David Mannheim ist bereits seit längerer Zeit Produzent der Morgensendung „Knallwach mit Freddy“ gewesen und wird diese Tätigkeit auch fortführen. Inhaltlich sollen laut Morgenmoderatorin Nadine Service und Tipps im Vordergrund stehen. „Wir bieten ganz klar auf die Zielgruppe zugeschnittene Infos“, sagt sie. Unter anderem soll es Rubriken wie „WG-Schnorrer“, „WG-Aufreger“ und „Netz-WG“ geben.

Doch nicht nur die Morgensendung ist neu. Seit April verantwortet Carola Jung als Programmchefin den Sender inhaltlich. „Wir haben sehr viel gearbeitet und das Programm neu ausgerichtet“, sagt sie. Die Mittagssendung von 10 bis 14 Uhr ist thematisch auf das Internet zugeschnitten. Oli Harrington, der mit Unterbrechung seit vielen Jahren für Energy moderiert, informiert in „Online mit Oli“ zu Communities, bringt Netzfundstücke oder erzählt, was im Internet derzeit Trend ist. Nutzen wolle der Sender dabei auch seine Präsenzen in den Netzwerken Facebook und Twitter. Eine echte Vernetzung mit der Internetgemeinde über eine eigene Plattform, etwa wie bei MDR Sputnik, sei aber nicht geplant. Der Nachmittag von 14 bis 18 Uhr wird von Marie Possehl moderiert. Die 25-Jährige war zuletzt bei Stationen in Berlin tätig und soll in ihrer Sendung vor allem „Hits am laufenden Band“ spielen. Musikkompetenz soll auch Eric Mickan beweisen, der von 18 bis 21 Uhr Neuvorstellungen, das Album der Woche und Newcomer-Bands spielen will. In der Musikfarbe soll sich nichts ändern. „Hit Music only“ bleibe nach wie vor der Slogan.
Programmchefin Carola Jung setzt in das junge Team große Hoffnungen. „Wir müssen uns allesamt nicht erst in die Zielgruppe hineindenken – wir sind selbst Zielgruppe und wissen, was uns interessiert oder langweilt. Alle sind mit 100 Prozent dabei“, sagt sie. Was vielleicht auch wieder der Quote hilft. Nach einer kurzen Erholungsphase sanken die Hörerzahlen wieder. Die Mediaanalyse im Juli wies für Energy Sachsen nur noch 40.000 Hörer in der Durchschnittsstunde aus. Zahlen, mit denen sich ab September auch Freddy nochmals plagen muss. Nach ihrem Urlaub will sie bis etwa Mitte Oktober, wahrscheinlich am Wochenende, weitersenden. Der errechnete Geburtstermin für ihren Sohn ist Heiligabend.
Erschien am 19. August 2009 in der Leipziger Volkszeitung, der Freien Presse und auf radioszene.de
17. 08. 2009 11:23
Leipzig. Die meisten kennen sich gut. Aber nicht persönlich und nicht mit ihren richtigen Namen. Frau_Biene, zumpe, roonie_14, laila99, feechen, outist, ritman77, Konni, Bascht oder auch Koze sind Leipziger, die sich über das Internet kennen gelernt haben. Sie unterhalten sich bei Twitter, dem Internetdienst, bei dem man Kurzmitteilungen an wildfremde Leute schicken kann. Die Website Twittermap geht davon aus, dass mindestens 500 Messestädter regelmäßig Dinge wie “Sitze beim Frühstück auf dem Balkon”, “Fahre Straßenbahn” oder “Blödes Wetter heute” in die Welt zwitschern.
Daraus entstand der Wunsch, sich mal persönlich kennen zu lernen. Am Freitagabend trafen sich rund 40 Benutzer im Rosental zum Twitgrillen, einem Grillfest der Twitterer. “Es ist bereits das zweite Treffen, das erste fand im Mai statt”, sagt Organisator Martin Neuhof, 24-jähriger Mediengestalter, der unter dem Pseudonym ritman77 zu erreichen ist. “Es gibt in Deutschland und Österreich bereits mehrere Twitgrillen, so kam ich auf die Idee, das auch in Leipzig zu etablieren”, sagt er. Der Termin wurde im Netz mittels einer Umfrage von den Teilnehmern bestimmt. “Das erste Treffen lief schon sehr gut ab, alle Leute waren sehr nett, so wie man es von Twitterern her gewöhnt war. Darum wollten wir das unbedingt wiederholen”, sagt Martin Neuhofs Freundin Linda Meier , die als LIinLE twittert.
Damit sich alle erkennen, trugen sie große Namensschilder. Was teilweise zu verwirrenden Sätzen wie “Willst du noch eine Bratwurst, Frau dolmetschen_LE?” führte. “Ja, wir haben wirklich Probleme, die echten Namen der Leute zu sagen”, schmunzelte auch Andreas Krüger alias zumpe und Sabine Lau alias Frau_Biene. So blieb es meist bei den Pseudonymen. Noch während des Treffens wurden via Handy Sätze wie “Gerade großes Gruppenfoto beim Twitgrillen” oder “Nett hier” in die Welt geschickt. Am Ende waren sich alle einig, dass dies nicht das letzte Treffen war.
Erschien am 17. August 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
01. 07. 2009 10:10
Nein, ich stottere nicht. Denn sooo eine dolle Neuigkeit war es Ende Mai auch wieder nicht, als ich hörte, Nadine Kallenbach, Morgenshow-Sidekick von “Tino Rockenberg” (der eigentlich Jörg Spranger heißt) bei MDR Jump sei nun nicht mehr für die Popwelle tätig.
Jetzt allerdings wird’s doch interessant. Denn Nadine soll Freddy bei Energy Sachsen ersetzen beerben, schreibt heute BILD und bestätigte mir gerade Sprecher Nico Nickel. Freddy ist, auch das wurde vor einigen Tagen bestätigt, schwanger. Das Kind soll zu Weihnachten kommen. Ergo klafft bald bei der beliebten Morningshow “Knallwach” eine Lücke. Energy Sachsen bemühte sich rechtzeitig um Ersatz – und warb bereits Ende Mai Nadine von JUMP ab. Mitte des Monats soll Nadine im Leipziger Medienzentrum anfangen. Wann sie die Morningshow übernimmt und wie die Inhalte sein werden, steht noch nicht fest.
Insgesamt scheint sich gerade mal wieder das Moderatorenkarussell in Mitteldeutschland zu drehen. Mandy Engel wechselte vor kurzem von Energy Sachsen zu JUMP. Sputnik-Moderator Marco Wanski wechselt zu 89.0 RTL und soll dort bald die neue Morningshow übernehmen. Von 89.0 zu Jump wechselt dafür Bernadette Hirschfelder, die dort wohl auch die Morningshow übernehmen soll. Ob mit oder ohne “Rockenberg” ist noch nicht klar.
Insgesamt recht spannende Geschichten. Allerdings, und das meine ich jetzt nicht böse, sind solche Bäumchen-wechsel-dich-Geschichten beim Radio nichts Neues. Und insgesamt hat aus meiner Sicht keiner der eben genannten Moderatoren die Personality, dass der Wechsel zu einem anderen Sender die große Masse interessieren könnte. Die einzige mit Personality geht nun bald in den Mutterschutz. Nadine muss sich die Aufmerksamkeit erst erarbeiten. Leicht wird das nicht.
10. 06. 2009 09:24
Eltern, die ihre Sprösslinge in eine Kindertagesstätte geben, gehen davon aus, dass sie dort in guter Obhut sind. Das „Wolkser Kinderland“ in Liebertwolkwitz kann jetzt diesen Fakt gleich mit zwei Auszeichnungen beweisen. Während des Sommerfestes, das aufgrund strömenden Regens größtenteils im Haus gefeiert werden musste, bekam die Einrichtung zum einen das Zertifikat „Gesunde Kita“ verliehen. Ausgegeben wird es von der Zertifizierungsstelle der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung (SLfG).
„Um diese Auszeichnung zu erhalten, müssen Erzieherinnen und Kita-Leiterin ihre Einrichtung zunächst selbst bewerten. Anhand von acht Kategorien wird dann ein Qualitätsbericht erstellt, der anschließend von unseren Auditoren und Kita-Praktikern in einer Fremdbewertung vor Ort überprüft wird“, erklärt Eileen Reichelt von der SLfG. „Gesund“ bedeutet bei diesem Audit nicht nur, dass etwa das angebotene Essen besonders gut ist. „Unser Verständnis von Gesundheit geht über Bewegung und Ernährung hinaus. Es wird auch die Gesundheit der Erzieherinnen beurteilt, sowie das Verhältnis der Mitarbeiter untereinander“, erklärt Reichelt. Weitere Qualitätsfelder sind die Kindergesundheit, Kinderentwicklung und das Qualitätsmanagement. 82 Kriterien galt es zu beurteilen. Ziel der Zertifizierung, die in Sachsen bislang noch vom BKK Landesverband Ost gefördert wird, ist eine Wertschätzung der bisherigen Arbeit. Drei Jahre gilt das Siegel „Gesunde Kita“, danach können sich Leiterin Dörte Diwisch und ihre Mitarbeiter wieder darum bewerben. Das „Wolkser Kinderland“ ist die dritte Einrichtung in Leipzig mit solch einer Auszeichnung. Im vergangenen Jahr wurde der Kita Bärchenland in der Pistorisstraße und der Kita Marschnerstraße diese Ehrung zuteil. Sachsenweit können sich 22 Kindertagesstätten „gesund“ nennen.
Die zweite Auszeichnung, die Dörte Wiwisch stolz entgegen nahm, war das Qualitätssiegel der Volkssolidarität, dem Träger der Kita. Auch hierbei geht es um ein gutes Miteinander von Erzieherinnen und Kindern, das anhand eines Katalogs von 500 Kriterien beurteilt wird.
Erschien am 10. Juni 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
03. 05. 2009 11:55
Taucha. Das Herz der Stadt schlägt wieder. Bei der Eröffnung der Freibadsaison im Parthebad gestern war die Liebe der Tauchaer für ihr kulturelles und sportliches Kleinod deutlich zu spüren. Kein Wunder, dass das Bad schnell gefüllt war.

Bei strahlendem Sonnenschein begann das Familienprogramm bereits um 8.30 Uhr. Rund 50 Kinder trafen sich an der Sparkasse, um mit Eltern und Mitgliedern des Parthebadvereins durch die Innenstadt zu ziehen. Ihr Auftrag: Parthelino, das Maskottchen des Bades, zu finden. „Der ist uns leider nach dem Ostereiersuchen abhanden gekommen“, meinte Heike Meyer, Vorsitzende des Vereins. Und damit auch jedes Kind weiß, wie der rundliche Sympathieträger mit dem breiten Lächeln aussieht, durfte er gemalt werden. Beim Kunst- und Kulturverein (KuKuTa) im Café Esprit gab es eigens für diesen Zweck ein etwas anderes Pflastermalen. Nicht auf das Straßen-, sondern auf Wundpflaster wurde hier gemalt. Mit diesem Bild vor Augen ging’s auf den Schlosshof. Dort warteten Mitglieder des Fördervereins Schloss Taucha auf die Kinder. Der Schlossvogt und die Schlossgeister erzählten eine Geschichte – von Parthelino jedoch keine Spur. Fündig wurden die kleinen Badbesucher schließlich in der Badergasse. Das Maskottchen saß in einem Feuerwehrauto und rasselte mit dem Schlüssel. Kurz vor 10 Uhr war es dann soweit: Das Absperrband wurde zerschnitten und Parthelino öffnete, begleitet vom Spielmannszug Taucha, das Tor. (more…)
22. 04. 2009 20:47
“Thomas Wetzel ist ein erfahrener Radiomacher, der sich in der Branche bestens auskennt und weiß, was junge Hörer wollen. Es war nicht einfach, einen so zielstrebigen, durchsetzungsfähigen und disziplinierten Profi mit frischen Ideen und ehrgeizigen Zielen zu bekommen. Er war mein absoluter Wunschkandidat und ich freue mich, künftig gemeinsam mit Thomas Wetzel arbeiten und das Beste für den Ausbau unserer Marktposition tun zu können.”
(Volker Schwarzenberg, damaliger Geschäftsführer von Energy Sachsen im Januar 2008.)
„Carola Jung besitzt langjährige Radioerfahrung. In der Zusammenarbeit mit ihr sehen wir langfristiges Entwicklungspotenzial, das für den zukünftigen Erfolg der Radiobranche so wichtig ist. Thomas Wetzel, der die Programmverantwortung in einer schwierigen Übergangsphase übernommen hatte, möchten die Gesellschafter an dieser Stelle ganz herzlich für die geleistete Arbeit danken.“
(Christopher Franzen, Geschäftsführer von Energy Sachsen am 22. April 2009.)
Bei Energy Sachsen herrscht weiter Unruhe. Nachdem Anfang des Jahres Geschäftsführer Volker Schwarzenberg gehen musste und Christopher Franzen, rechte Hand von Mehrheitsgesellschafter (56 Prozent) Frank Otto, diese Geschäfte übernahm, wurde nun Programmchef Thomas Wetzel entsorgt. Nach etwas mehr als einem Jahr im Amt. Und das von jetzt auf gleich. In der heute versandten Pressemitteilung heißt es lapidar, Wetzel verlasse das Unternehmen, um sich neuen Aufgaben zuzuwenden. So wird das immer ausgedrückt, wenn jemand gegangen wird. Für diesen Schluss spricht unter anderem auch, dass Wetzel nicht einmal ein Zitat in der Pressemitteilung bekam. Da muss es ordentlich gekracht haben. Update: Nach Informationen von Christopher Franzen ging Wetzel auf eigenen Wunsch (siehe Updates am Ende des Textes; Überschrift entsprechend geändert)
Der erfolgreiche Programmchef und Chefredakteur Wetzel hatte große Pläne mit Energy Sachsen. Der 37-jährige kam von Radio Top40 in Thüringen, baute den Sender zu einer Marke aus. Gleiches wollte er mit Energy Sachsen erreichen. Mehr “Griffigkeit” sollte der Jugendsender bekommen. “Was fehlt, ist der gehobene Zeigefinger, der uns unverwechselbarer macht. Aus Bekanntheit muss wieder Kult werden”, sagte er mir nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr. Mit Schwarzenberg war er auf einer Wellenlänge, wie auch obiges Zitat des damaligen Geschäftsführers beweist. Jetzt, wo Christopher Franzen die Geschicke des Senders (mutmaßlich von Hamburg aus) leitet, scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Vielleicht gaben die internen Trackings aber auch schon eine katastrophale Richtung der MA-Zahlen vor. Die MA Radio 2009/I bescheinigte Energy Sachsen einen Zugewinn von 2000 Hörern gesamt, in der Zielgruppe der 20- bis 29-jährigen verlor der Sender aber diese 2000 Hörer.
Was der wirkliche Grund für Wetzels Rausschmiss ist, wird wohl offiziell nicht geklärt werden können. Thomas Wetzel war heute Abend nicht zu erreichen und Christopher Franzen von der Frank Otto Mediengruppe rief mich schon für diesen Artikel nie zurück, trotz mehrmaligen Anrufs bei der Sekretärin, die wohl nur als Wachhund, der Anrufer verbellen soll, eingestellt wurde. Mehr als diese Pressemitteilung wird wohl nicht kommen.
Bedauerlich ist der Rauswurf Wetzels, weil ihm bereits vor seinem Antritt bei Energy Sachsen von ehemaligen Mitarbeitern gute Führungsqualitäten und Charaktereigenschaften nachgesagt wurden. Sein Weggang bei Top40 veranlasste so manchen Insider, dem Sender das Ende seiner erfolgreichen Tage vorauszusagen. Bei Energy Sachsen war Wetzel beliebt. Morgenmoderatorin Friederike “Freddy” Lippold sagte kürzlich zu mir, unter Wetzels Führung blühe sie neu auf, sie könne endlich wieder sie selbst sein. Wetzel glaubte an die Stärke und den Erfolg von Freddy, wollte die Marke weiter ausbauen. Ich hoffe nicht, dass Sie nun Bewerbungen schreiben muss.
Update:
So schnell geht das: Kaum geschrieben, melden sich Insider und Kenner der Szene bei mir, die sagen, Thomas Wetzel hätte zu viel gekostet. Und noch krasser: Angeblich soll Carola Jung den in Leipzig beheimateten Sender Energy Sachsen von Berlin aus lenken. Na herzlichen Glückwunsch zu dieser hervorragenden Entscheidung. Scheint, als müsste ich doch nochmal bei Otto/Franzen nachhaken.
Update 23. April 11.35 Uhr:
Wie mir Christopher Franzen auf Anfrage eben mitteilte, war es Thomas Wetzels Wunsch, bei Energy Sachsen auszuscheiden. “Er hat darum gebeten, weil er andere Pläne hat. Er hat einen ordentlichen Job geleistet, die Situation hat sich deutlich verbessert, die MA ist ordentlich verlaufen”, so Franzen. Carola Jung, die in Berlin lebe, werde nun täglich zwischen Leipzig und der Hauptstadt pendeln. “Von Berlin aus kann man diesen Job nicht erledigen, das weiß jeder, der sich im Radiogeschäft auskennt.”
Update 23. April 19.50 Uhr:
Energy-Mitarbeiter bedanken sich bei ihrem Programmchef.