von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
27. 03. 2008 12:15
Taucha. Sabine Müller war sichtlich aufgeregt. Die Leiterin des Hortes Tauchsches Spielhaus, der in der Regenbogenschule untergebracht ist, erwartete Besuch von der Geschäftsstelle des Trägers. Wolfgang Ewald, verantwortlich für Kindertagesstätten und Horte der Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental hatte sich angekündigt. „Hoffentlich kommt er mit einer frohen Botschaft“, so Müller, die auf ein Zertifikat für besondere pädagogische Qualität hoffte. In den vergangenen Wochen waren Ewald und einige Kolleginnen immer wieder in der Einrichtung, beobachteten Erzieherinnen und Kinder, verschafften sich einen Überblick über die Gestaltung der Freizeit und waren auch in den Ferien zugegen.
„Hier in dieser Einrichtung haben wir das Problem der Doppelnutzung. Die Hortzimmer sind in erster Linie Klassenzimmer. Das verhindert teilweise eine individuelle Gestaltung und erfordert eine gute Zusammenarbeit mit der Schule“, so Ewald. Allerdings funktioniere dies sehr gut. „Die Kinder wissen genau, wann Hausaufgaben zu machen sind und – soweit wir das überblicken konnten – klappt auch die Überwachung der Schularbeiten durch das Hortpersonal reibungslos“, lobte der Mitarbeiter der Volkssolidarität. Die Erzieherinnen hätten einen guten Tagesrhythmus gefunden, von dem auch die Kinder eine positive Meinung hätten. Besonders die Gestaltung der Ferienspiele beeindruckte Ewald und seine Kolleginnen. „Wir fanden die Aufteilung der Zimmer großartig. da wurde in einem Raum ein aufwendiges Frühstücksbüfett aufgebaut, in einem anderen konnten die Kinder den Computerführerschein machen und sich danach in einem dritten bei leiser Musik und gedämpfter Beleuchtung entspannen“, zählte Wolfgang Ewald auf, dem nur ein Fazit blieb: „Das Team unternimmt große Anstrengungen, um den Hortkindern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.“ Kurzum: Das Qualitätssiegel war Sabine Müller und ihren Kolleginnen sicher.
(more…)26. 03. 2008 14:47
Taucha. Realschüler der siebten Klasse haben alles Mögliche im Kopf. Ein konkreter Berufswunsch gehört nur in seltenen Fällen dazu. Ein Umstand, dem die Mittelschule Taucha seit Jahren mit einer gezielten Berufsvorbereitung entgegenwirkt. „Haben wir zuerst nur punktuell angesetzt, entwickelten wir im Laufe der Zeit ein ganzes Konzept, wie Schüler bereits ab der siebten Klasse langsam an die Berufswahl herangeführt werden können“, erzählt Christine Simon, stellvertretende Schulleiterin. Bereits im dritten Jahr wird dieses Konzept durch den Berufswahlpass ergänzt, den die Schüler vor den Ferien erhielten.
(more…)10. 03. 2008 15:05
Die Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig lädt regelmäßig zu öffentlichen Sonntagsvorlesungen ein. So auch gestern, als rund 400 Studenten, Physikinteressierte und sogar Kinder in den großen Hörsaal fanden. Professor Jörg Kärger zeigte dort auf anschauliche und teilweise erheiternde Weise, wie einfach und allgegenwärtig die Naturwissenschaft sein kann. Mittels Schwingungen erzeugte er beispielsweise Muster oder mit einem Kreisel Töne. Auch Helium kam zum Einsatz, das des Professors Stimme kurzzeitig wie Micky Mouse klingen ließ.
Den Abschluss und Höhepunkt des spielerischen Vormittags mit physikalischem Anspruch bildete ein Weltrekordversuch. Mittels Flaschen sollten Töne erzeugt werden. 500 Mitspieler wurden erwartet, am Ende zählten die Organisatoren 303. Mittels der von ihnen zustande gebrachten Töne wurden dann die „Schläger“ des Video-Tennisspiels Pong bewegt. „Die haben wir gesponsert bekommen von einem Unternehmen, das begeistert war von unserer Schnapsidee“, schmunzelte Kärger. „Wir haben zwei Flaschentypen: flache und hohe. Mit denen erzeugt man Töne in unterschiedlichen Frequenzen, die etwa 140 Hertz auseinander liegen“, erklärte Axel Märcker, technischer Angestellter der Fakultät. Gemeinsam mit seinem Kollegen Jens Gabke baute er den Versuch auf. „Grundlage war das altbekannte Pong. Wir haben dieses um eine Frequenzerkennung mit Mikrofonen erweitert. Sobald die auf den Flaschen geblasenen Töne eine bestimmte Lautstärke erreichen, bewegen sich die Schläger der jeweiligen Mannschaft nach oben“, erklärte Märcker.
Was sich kompliziert anhört, funktionierte erstaunlich gut. Nach einer Test- und Aufwärmrunde begann das Spiel. Ein regelrechtes Konzert aus hohen und tieferen Tönen erschallte im Hörsaal. Immer, wenn der Ball ins Aus gehen zu drohte, bliesen die Mitspieler in ihre Flaschen. Auf diese Weise wanderte der Schläger schnell nach oben und spielte den Ball zurück ins Feld der gegnerischen
Mannschaft.

Ob die 303 Teilnehmer am Ende reichten, um den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde zu sichern, wusste Professor Kärger nicht. „Das wird erst entschieden und dauert seine Zeit.„ Zeuge des Spektakels waren der Leipziger Computerspiel-Experte und Buchautor René Meyer und Gerald Diesener, Chef des Universitätsverlages. Diese Zeugen waren nötig, um den Rekordversuch zu beurkunden.
Einen Eintrag hat Kärger bereits sicher: 2003 gelang es ihm, 503 Menschen zu animieren, auf Fahrradklingeln zu musizieren. „Nach dem Versuch dauerte es zehn Monate, bis wir Gewissheit hatten, dass wir Rekordhalter sind“, erinnert sich Kärger.
Erschien am 10. März 2008 in der Leipziger Volkszeitung.
25. 02. 2008 22:46
Fragt man Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), und Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse, nach dem Konzept und Inhalt der neuen Spielemesse, erntet man nur leere Phrasen. Um dann ernüchtert festzustellen, dass das Konzept der GAMESCom, so der wenig kreative Name der neuen Messe, einzig und allein darauf zu fußen scheint, dass die Veranstaltung künftig in Köln stattfindet. Das mag polemisch klingen, doch große Veränderungen gegenüber der Games Convention sind in Köln nicht zu erwarten.
Zwar wolle man sich stärker nach Südeuropa öffnen – dazu soll mehr Fachpublikum angesprochen werden. Trotzdem soll es auch Angebote für Familien und natürlich den üblichen Publikumsbereich mit Spielstationen und den bekannten Ständen geben. Zur weiteren Konzeption schwiegen heute beide Parteien. Auch die Vertragslaufzeit sei geheim und gehe niemanden etwas an. Einzig, dass der BIU konzeptionell am Tisch sitze, war Kuhrt zu entlocken. Also wie in Leipzig.
Eine ausgeschriebene Langfassung für den Namen GAMESCom gebe es auch nicht. Auf eine entsprechende Frage reagierte Kölnmesse-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt ausweichend. Man habe die Marke bereits 2004 registriert und sich intensiv seit Jahren mit der Branche beschäftigt. Heißt wahrscheinlich: Gemeinsam mit dem BIU überlegt, wie man die Messe aus dem Osten in den Westen verlagern kann. Weiterentwickeln nennt das der BIU. Branchenriese Electronic Arts, meine Damen und Herren, habe mit der Verlagerung der Messe natürlich überhaupt nichts zu tun. Auch sei kein Geld geflossen. Hatte nur ich das Gefühl, oder wurde es Wolters bei dieser Frage plötzlich etwas heiß? Zumindest färbte sich sein Kopf.
Als europäische Leitmesse wolle der BIU die GAMESCom ausrichten. Auf die Frage einiger Journalisten, ob nicht die GC bereits diesen Anspruch hatte, antwortete Wolters: “Wir haben die GC 2002 als regionale Messe aufgebaut. Dass die Leipziger Messe neuerdings von einer europäischen Messe sprach, haben wir immer kritisch gesehen.”
Innerhalb der zwölf Mitgliedsunternehmen des BIU herrsche Einigkeit darüber, dass ein Wechsel des Standortes unvermeidlich war. Nicht alle sprachen sich für Köln aus, aber die Mehrheit, so Wolters.
Den endgültigen Schlag in die Magengrube bekam Leipzig von Kölnmesse-Chef Kuhrt. “Wir haben heute den Oscar verliehen bekommen”, sagte er in Bezug auf die Verleihung der Academy Awards. Worauf es sich Andreas Dunte, Wirtschaftsredakteur der LVZ, nicht nehmen ließ zu sagen: “Aha, dann hat Leipzig wohl heute die Goldene Himbeere bekommen?”
In diesem Jahr findet die GC - Games Convention vom 21. bis 24. August statt. Was darüberhinaus passiert, wird die Zeit zeigen. Am Rande der Pressekonferenz heute in Leipzig hörte man, es werde natürlich überlegt, wie ein neues Konzept aussehen könnte.
20. 02. 2008 15:39
Es wurde viel spekuliert, viel diskutiert in den vergangenen Tagen über die Zukunft der GC. Worauf alle gewartet haben, war eine Stellungnahme des Branchenverbandes BIU. Selbiger wird am Montag sprechen. In Berlin, auf einer Pressekonferenz. Überschrieben ist diese mit: “Zukunft der deutschen Branchenmesse für interaktive Unterhaltungssoftware”.
Man kann nun rätseln über die Gründe, warum dort nicht steht “Zukunft der GC”. Oder man lässt es einfach und beantwortet sich die Frage selbst. Um sich dann seinem Schmerz hinzugeben.
Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach vor Ort sein. (“Wir” meint in dem Falle Thomas und mich, um für Heldenstadt.de zu berichten, wo dieser Eintrag auch erschien.)
12. 02. 2008 10:37
Taucha. Ehrenamtliche Tätigkeit ist mit Geld nicht aufzuwiegen. So die einhellige Meinung der anwesenden Ehrengäste bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren Taucha und Merkwitz am vergangenen Sonnabend. Angelika Stoye, Dezernentin für Ordnung im Landratsamt Delitzsch, Tauchas Bürgermeister Holger Schirmbeck, Ordnungsamtsleiter Albrecht Walther, der erste Beigeordnete Michael König und Vertreter der Stadtratsfraktionen waren gekommen, um dem Jahresbericht von Tauchas Stadtwehrleiter Wolfgang Pauli zu lauschen.
Dieser hatte allerhand Statistik mitgebracht: Im Jahr 2007 rückten die Wehren zu 88 Einsätzen aus. Der Großteil davon waren technische Hilfseinsätze. Brände wurden 18 Mal bekämpft, sechsmal handelte es sich um Fehlalarme. Zusammengerechnet waren dabei 866 Kameraden tätig, die 1002 Stunden ihrer Freizeit opferten. „Nicht eingerechnet sind hier die Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten nach den Einsätzen sowie die ständigen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten der Geräte und Fahrzeuge“, so Pauli. Nochmals 1700 Stunden wurden dafür aufgewendet.
(more…)09. 02. 2008 12:27

Markus Heinker, ehemaliger Programmdirektor von Energy Sachsen, kehrt zurück ins Radio – zumindest für eine tägliche Rubrik auf seinem einstigen Sender. Der Entdecker von Friederike „Freddy“ Lippold ist mittlerweile Rechtsanwalt und hat seit 2007 eine eigene Kanzlei. „Was also würde besser passen, als die rechtlichen Dinge mit dem Radiomachen zu verbinden?“, so Heinker.
Seit dieser Woche ist er Höreranwalt bei Energy. „Recht haste“ heißt die Serie, die immer um 9.25 Uhr gesendet wird. Dort erklärt der Fachmann Rechtsirrtümer, erzählt von unglaublichen Gesetzen und gibt allgemeine Rechtstipps. „Thematisiert wird alles, was sich die Hörer wünschen“, sagt der 37-Jährige. So erklärt er beispielsweise, warum von kopiergeschützten CDs keine Privatkopien gefertigt werden dürfen, die Fahrtkosten zu einem Vorstellungsgespräch vom künftigen Arbeitgeber übernommen werden müssen oder der Supermarkt verpflichtet ist, pro Kunde 50 einzelne Münzen anzunehmen. „Wir wollen zeigen, dass Anwälte nicht immer die drögen Rechtsverdreher sind, sondern auch cool sein können“, so Lippold. Alltagsprobleme ohne Fachchinesisch zu erklären, ist das Ziel. „Uns erreichen immer öfter Fragen, bei denen wir einfach die Hilfe eines Experten benötigen“, so die 29-Jährige.
Lippold weiß, wovon sie spricht, denn Heinker half ihr kürzlich aus der Patsche. „Ich bin ein wenig zu schnell gefahren und sollte eigentlich den Führerschein abgeben. Markus hat’s aber hingebogen.“
Erschien am 9. Februar in der Leipziger Volkszeitung.
28. 01. 2008 08:37

Der Lego-Baustein wird 50 Jahre. Google feiert das mit einem schicken Logo, die Zeitungen mit Rückblicken und unsere Familie mit … äähmmm… dem Einfamilienhaus von Playmobil, das bei Töchterchen im Zimmer steht. Hüstel. Nein, aber ich freu mich ja mit. Auch wenn ich als gelernter DDR-Bürger ja eher mit PEBE gespielt habe. Das ging mindestens genauso gut. Abends, wenn man eigentlich schlafen sollte. Da hat man mal schnell noch eine Stadt vor dem Bett aufgebaut. Hachja…
09. 01. 2008 12:43
Sehr nett, die neue Single von Fettes Brot. “Bettina” heißt sie und rechnet ab mit den Quizshows. Ob die Brote auch Niggemeier lesen?
19. 12. 2007 21:17
Taucha. Katharina und Natascha Wiegräbe hatten es sich so schön vorgestellt: Eine Adventsrallye sollte die Tauchaer wieder in die Innenstadt und damit in die Geschäfte locken. In 24 Geschäften gilt es, verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Als Dank dafür gibt es einen Stempel auf eine Teilnahmekarte. Eben jene Teilnahmekarten würden auch mitgenommen, sagt Anke Kauffmann, Inhaberin der Buchhandlung Leselaune. Der Rücklauf an abgestempelten Exemplaren lasse aber auf sich warten. „Es kommen immer mal Kinder vorbei, ausgefüllte Karten habe ich aber noch nicht“, sagt sie. Immerhin: Vier selbst gebastelte Weihnachtskarten hängen bereits in ihrem Geschäft. „Das ist die Aufgabe, die es zu bewältigen gilt, wenn man einen Stempel von uns will“, sagt sie und hofft: Vielleicht passiert ja in dieser Woche noch etwas.
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