von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
14. 07. 2010 08:09
Nachbetrachtungen zur sächsischen MA 2010 Radio II
Zweimal im Jahr gibt es für Radiomacher “Zeugnisse”. Konkreter: Zahlen, anhand derer nachgewiesen werden soll, wie hart man gearbeitet habe, um dem Hörer ein gutes Programm zu bieten. Die Mediaanalyse im Juli gilt dabei als preisbildend, weil anhand dieser Zahlen die Werbepreise festgelegt werden.
Insofern dürfte vor allem Energy Sachsen freuen, was die Arbeitsgemeinschaft Mediaanalyse (AG.MA) diesmal errechnet hat: Der Sender gewann demnach 25.000 Hörer in der Durchschnittsstunde dazu und liegt nun bei 56.000 Hörern, nachdem man zur MA 2010 Radio I nur 31.000 Hörer vorweisen konnte. Das entspricht einem Plus von 81,6 Prozent (alle Zahlen bezogen auf Sachsen, Gesamtzielgruppe). Bezogen auf den gesamtdeutschen Markt liegt die Steigerung gar bei 87,7 Prozent. Schaut man sich die Zielgruppe 14-49 Jahre an, gewinnt das kleine Energy 97 Prozent hinzu, bei den 14-19-Jährigen sind es knapp 102 Prozent und bei den 20-29-Jährigen 115 Prozent.
Bei derart großen Zugewinnen liegt die Frage nahe, wie diese zustande kommen. Geburtenknick passé? Bei der AG.MA erklärt man das so: “Bei so kleinen Sendern in kleinen Bundesländern sind die Schwankungen normal und im Bereich der Schwankungsbreiten durchaus zulässig. Das ist normale Statistik. Bei der vergangenen MA hatte Energy Sachsen stark verloren, nun gewinnen sie eben wieder. Das lässt sich nicht näher erklären und wir enthalten uns einer Stellungnahme, warum die Zahlen nun besser ausgefallen sind”, so ein Sprecher der AG.MA.
Bei Energy Sachsen sieht man die Sache erwartungsgemäß klarer. Nico Nickel, Sprecher des Medienzentrums Leipzig am Markt, in dem Energy zusammen mit Radio PSR und R.SA sitzt, sagt: “Die neue Mannschaft, die im August 2009 mit Programmchefin Carola Jung aufgestellt wurde, bekommt nun ihr erstes Zeugnis. Diese MA betrachtet ja den Herbst und das Frühjahr und zeigt, dass Energy ein junges Radio macht. Die klare Ausrichtung auf “Hit Music only” wird von der Zielgruppe goutiert. Die Hörer bekommen nun wieder das, was ihnen Trailer und Programm versprechen”, sagt er. Diese Kontinuität herrsche nun ein Jahr vor und würde sich auszahlen. Einen Anstieg der Hörerzahlen habe man bei Energy bereits vorausgesehen. “Das hatten wir bereits mit der im Blick und konnten erahnen, dass es wieder besser wird. Überraschend ist natürlich die Höhe des Anstieges, die nun aber die Vermarktung wieder etwas leichter macht”, so Nickel.
Bei aller Freude zeigen die Zahlen und die starken Zuwächse von rund 100 Prozent aber vor allem eines auf: Die Fehler in der Methodik der Mediaanalyse. Wie sollen Sender und vor allem Werbetreibende vernünftig langfristig planen, wenn einem die März-MA katastrophale Ergebnisse und die Juli-MA passend zum Wetter eitel Sonnenschein beschert? Vor allem Jugend- und kleine Sender klagen seit Jahren über die Methodik. Zur Erhebung der Einschaltquoten werden von den beauftragten Callcentern nur Festnetzanschlüsse angerufen. In Zeiten günstiger Prepaid-Angebote und einer Zielgruppe, die so mobil wie nie ist, gleicht die Abfrage für Jugendwellen einem Kampf Davids gegen Goliath. Während die eigenen Eltern und Großeltern am Festnetz befragt werden, welchen Sender sie hören, geht die MA an den meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen schlichtweg vorbei.
30. 05. 2010 20:57
Mölkauer Verein schult Kinder / Spenden für neues Gelände gesucht
Um Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen, lernen Schüler beim Hundesportverein Leipzig-Mölkau den richtigen Umgang mit Hunden. Und erfüllen damit zugleich einen Teil ihres offiziellen Lehrplans.
“Schaut euch mal den Hund hier an. Will der spielen?”, fragt Dagmar Apitz, während sie auf eine Zeichnung eines Schäferhundes zeigt. “Nein, der hat die Ohren nach vorn gelegt und fletscht die Zähne, der ist wütend”, ruft ein Junge und wird für seine richtige Erklärung gelobt. Rund 50 Schüler der Klassen 2a und 2b der Theodor-Körner-Schule aus Paunsdorf sind an diesem Vormittag zu Gast beim Hundesportverein Leipzig-Mölkau. Der Verein ist, wie viele andere Ortsgruppen in ganz Deutschland, dem Verein für Deutsche Schäferhunde angeschlossen und bildet nicht nur seine Vierbeiner aus, sondern schult auch Kinder im Umgang mit den Fellträgern.
(more…)
01. 04. 2010 17:20
Einfach nur glücklich als Mutter ist Friederike “Freddy” Holzapfel, vormals Lippold. Die langjährige Energy-Morgenmoderatorin ist seit 15. Dezember stolze Mama von Sohn Ferdinand. Mit Engelsgeduld erträgt sie das Quengeln ihres Babys, bei dem sich langsam die ersten Zähnchen melden. “Ich habe mich noch nie so gut gefühlt. Nach der fantastischen Schwangerschaft bin ich jetzt noch glücklicher und genieße die Zeit”, sagt die 31-Jährige. Regelmäßig geht sie mit Ferdinand zur Babymassage, will bald auch mit Babyschwimmen beginnen. “Außerdem sind wir jeden Tag mehrere Stunden draußen, bei Wind und Wetter. Ich habe noch nie so viel Zeit an der frischen Luft verbracht”, lacht Freddy.

Als der Kleine sieben Wochen alt war, musste ihr Mann Tilo Holzapfel (Kameramann beim MDR) zu den Olympischen Winterspielen nach Vancouver. “Wir haben jeden Tag zweimal übers Internet telefoniert, das war schwierig für uns beide”, so Friederike. Über ihr Facebook-Profil lässt sie die Welt an ihrem Glück teilhaben. Schreibt vom Abendbrot auf dem Balkon, dem Besuch im Café und veröffentlicht jede Menge Familienfotos. Über die Planungen für Kind Nummer zwei wird auch schon öffentlich gesprochen.
Erschien am 1. April 2010 in der Leipziger Volkszeitung.
01. 04. 2010 17:15
Amüsant und ergreifend: Geschwister-Scholl-Abend ist kultureller Höhepunkt im Gymnasium Taucha
Taucha. Er ist jedes Jahr aufs Neue eine beeindruckende und ergreifende Veranstaltung, der Geschwister-Scholl-Abend im Gymnasium Taucha. In diesem Jahr widmete er sich ganz der Danksagung an den Förderverein. Dieser feiert in diesem Monat sein 15-jähriges Bestehen.
Die Anspannung bei Schülern und Lehrern, aber auch bei Eltern und Großeltern im Publikum war am Dienstag bereits vor Beginn zu spüren. Aufgeregt rannten die Gymnasiasten umher, probten ihre Lieder, sprachen letzte Details ab. Dann wurde das Licht gedimmt und sofort war sie da, diese ganz besondere Atmosphäre, die sich jedes Mal zu diesem Anlass über die Aula legt.
weiter bei LVZ-Online.
22. 02. 2010 10:30
Taucha. Der Verein Lasergame Leipzig will ein von ihm gepachtetes Areal in Taucha als Trainingsgelände nutzen, stößt aber auf behördlichen Widerstand. Es geht um eine fehlende Baugenehmigung und den Flächennutzungsplan der Stadt. Während das Landratsamt Nordsachsen immer wieder Ablehnungsbescheide verschickt, läuft dem Verein die Zeit davon.
(more…)
18. 12. 2009 09:50
Jetzt ist das Familienglück für Friederike „Freddy“ Holzapfel (ehemals Lippold) perfekt. Nachdem die einstige Morgenmoderatorin von Energy Sachsen am 24. Oktober ihren Freund Tilo heiratete, kam am 15. Dezember das gemeinsame Kind zur Welt. Es ist ein Junge, der Ferdinand heißt. Die wichtigsten Zahlen: 8.05 Uhr, 3740 Gramm und 54 Zentimenter. Die treffendsten Adjektive: hundemüde, rotbäckig und zuckersüß. Papa Tilo war bei der Geburt dabei. „Was man da sieht, ist ein absolutes Wunder, ich war sehr ergriffen“, sagt er. Seiner Friederike leistet er auch jetzt im Krankenhaus St. Elisabeth Gesellschaft. In einem Elternzimmer schläft er im Bett direkt neben Mama Freddy, Ferdinand liegt im Babybettchen daneben. Bei der Namensgebung waren sie die jungen Eltern sofort einig. „Es sollte was klassisches sein. Tilo wollte etwas mehrsilbiges, das gut zu Holzapfel passt“, erzählt Freddy. Auf der Favoritenliste sei lange Zeit auch Anton gewesen, Ferdinand habe sich dann aber durchgesetzt.

Was Friederike jetzt vor allem vermisst, ist das Schwanger sein. „Ich habe die Schwangerschaft sehr genossen, das war wirklich super. Ich hatte keine Beschwerden, alle waren nett zu mir und haben sich über meine Riesenmurmel gefreut“, lächelt sie. Den ersten Monat bekommt sie Unterstützung von ihrem Ehemann. „Ich habe jetzt erstmal vier Wochen Elternzeit, insgesamt will ich vier Monate nehmen“, so Tilo. In ihrer gemeinsamen Wohnung sei für Ferdinand alles fertig. „Das Bett und die Wickelkommode stehen und wir haben ein wenig umgebaut, zusätzliche Wände eingezogen, die es bislang nicht gab“, zählt Freddy auf. Weihnachten soll in diesem Jahr ganz ruhig verlaufen. Trotzdem fährt die kleine Familie nach Bad Düben zu Mama Lippold. „Wir werden uns unter anderem das Krippenspiel anschauen. Die vergangenen Jahre war ich immer die Jungfrau Maria, aber jetzt hab ich ja selbst ein Kind zu versorgen“, lächelt sie.
Erschien in ähnlicher Form am 18. Dezember 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
07. 10. 2009 08:59
Taucha. Es war ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Sieben Schülerinnen der Tauchaer Mittelschule waren über ein Wochenende die „Mütter“ von Babysimulatoren. Lebensgroße, an Puppen erinnernde Hightech-Wunder, die zum einen so schwer wie ein echtes Baby sind und sich zum anderen auch genau so verhalten. Inklusive Schreien, Lachen, Atemgeräuschen beim Schlafen und einem Köpfchen, das immer gehalten werden will. Und einem internen Speicher, der genau aufzeichnet, wie sich die jungen Mütter auf Zeit um ihr Kind kümmern. „Elternbedenkzeit“ heißt das Projekt, das an mehreren Schulen stattfindet und das pädagogische Ziel verfolgt, heranwachsenden Mädchen die Verantwortung für die Mutterrolle näher zu bringen. Jetzt wurden die Daten ausgewertet.
Martina Fritzsche und Melanie Burkhardt vom Kreisverband Nordsachsen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) waren größtenteils zufrieden: „Die Ergebnisse sind im üblichen Rahmen für dieses Projekt“, so Fritzsche. Nahezu alle Schülerinnen erreichten 92 Prozent oder mehr. Nahezu perfekt waren Vivian und Clarissa mit 99 Prozent. „Mist, eigentlich wären 100 Prozent drin gewesen, aber beim Weitergeben meines Sebastians an eine Bekannte haben wir einmal die Kopfstütze vergessen“, sagte Vivian, die sich rührend um „ihren“ Sohn kümmerte. Bei Clarissa kam zur Kopfstütze ein vergessenes Füttern hinzu. „Der Computer im Simulator zeichnet gnadenlos alle Verstöße auf. Und wenn das Baby registriert, dass auf sein Schreien nicht die Flasche an den Mund geführt wurde, gibt das einen Minuspunkt. Insgesamt ist das aber nicht schlimm“, sagte Melanie Burkhardt.
Wirklich schlimm erging es allerdings einem Kind. Wäre es ein richtiges Baby gewesen, wäre es jetzt entweder behindert oder tot. Diagnose: Schütteltrauma. Ein Schock für die junge Mutter, die hier nicht erwähnt werden soll. „Ich habe mein Kind an einen Bekannten gegeben, weil ich weg musste“, so die Schülerin. Offenbar war sich der Bekannte der Ernsthaftigkeit des Experimentes nicht bewusst und wollte den schreienden Simulator durch Schütteln zur Ruhe bringen. Mit Erfolg – das „Baby“ stellte sich tot und reagierte für mehrere Stunden gar nicht mehr. Wie ein echter Säugling, der eine solche Folter durchmachen muss. Immerhin wählte die Schülerin die Notfallnummern, quasi die technische Hotline für die Simulatoren und vertraute sich am Montag der Schulsozialarbeiterin Ulrike Denkiger an, die das Projekt begleitete. „Wichtig ist, dass du dir jetzt im Klaren darüber bist, dass ein Neugeborenes nicht Bekannten anvertraut werden darf“, mahnte Martina Fritzsche und erntete heftiges Kopfnicken der noch immer kreideweißen Probemutter.
Trotz oder gerade wegen dieses Vorfalls und nur wenigen Stunden Schlaf bezeichneten die sieben Schülerinnen das Projekt als durchweg gelungen und sehr schön. „Wir hatten am Montag, als wir die Babys wieder abgeben mussten, schon Entzugserscheinungen. Und im Unterbewusstsein hörte man immer ein leises Schreien. Bei manchen ging es sogar so weit, dass sie Nachts das leise Atmen neben sich vermissten“, beschrieb Svenja die Gefühle. Negative Auswirkungen auf die Kinderwünsche, die fast alle mit „zwei bis drei“ angaben, hatte das Wochenende als Mütter auf Zeit kaum. Spätestens mit 25 Jahren soll bei den Mädchen, Ausbildung und Arbeit vorausgesetzt, die Familienplanung abgeschlossen sein.
Erschien am 5. Oktober 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
14. 09. 2009 11:06
Abermals ein schön animiertes und erschreckend detailreiches Video von Alexander Lehmann. Nach “Du bist Terrorist” rät er nun: “Rette Deine Freiheit“. Unbedingt die Hinweise auf der Website lesen und den Links folgen, um die Argumente nachvollziehen zu können.
Am 27. September ist Bundestagswahl.
19. 08. 2009 11:15
Energy Sachsen erfindet sich ab heute neu. Morgenmoderatorin Friederike Lippold alias Freddy Ende hatte sich Juli nach neun Jahren tränenreich von der Morningshow Knallwach verabschiedet. Darum bezieht heute Nadine Kallenbach „Die Energy Sachsen Aufsteh-WG“. Als Mitbewohner wurden Melanie Dlamini, verantwortlich für das Wetter, und David Mannheim, künftiger Mann für den Service und Verkehr, verpflichtet. Nadine Kallenbach kam im Juli von der MDR-Popwelle JUMP zu Energy Sachsen. Melanie Dlamini stammt aus Österreich und war zuletzt als DJane und Autorin beschäftigt. David Mannheim ist bereits seit längerer Zeit Produzent der Morgensendung „Knallwach mit Freddy“ gewesen und wird diese Tätigkeit auch fortführen. Inhaltlich sollen laut Morgenmoderatorin Nadine Service und Tipps im Vordergrund stehen. „Wir bieten ganz klar auf die Zielgruppe zugeschnittene Infos“, sagt sie. Unter anderem soll es Rubriken wie „WG-Schnorrer“, „WG-Aufreger“ und „Netz-WG“ geben.

Doch nicht nur die Morgensendung ist neu. Seit April verantwortet Carola Jung als Programmchefin den Sender inhaltlich. „Wir haben sehr viel gearbeitet und das Programm neu ausgerichtet“, sagt sie. Die Mittagssendung von 10 bis 14 Uhr ist thematisch auf das Internet zugeschnitten. Oli Harrington, der mit Unterbrechung seit vielen Jahren für Energy moderiert, informiert in „Online mit Oli“ zu Communities, bringt Netzfundstücke oder erzählt, was im Internet derzeit Trend ist. Nutzen wolle der Sender dabei auch seine Präsenzen in den Netzwerken Facebook und Twitter. Eine echte Vernetzung mit der Internetgemeinde über eine eigene Plattform, etwa wie bei MDR Sputnik, sei aber nicht geplant. Der Nachmittag von 14 bis 18 Uhr wird von Marie Possehl moderiert. Die 25-Jährige war zuletzt bei Stationen in Berlin tätig und soll in ihrer Sendung vor allem „Hits am laufenden Band“ spielen. Musikkompetenz soll auch Eric Mickan beweisen, der von 18 bis 21 Uhr Neuvorstellungen, das Album der Woche und Newcomer-Bands spielen will. In der Musikfarbe soll sich nichts ändern. „Hit Music only“ bleibe nach wie vor der Slogan.
Programmchefin Carola Jung setzt in das junge Team große Hoffnungen. „Wir müssen uns allesamt nicht erst in die Zielgruppe hineindenken – wir sind selbst Zielgruppe und wissen, was uns interessiert oder langweilt. Alle sind mit 100 Prozent dabei“, sagt sie. Was vielleicht auch wieder der Quote hilft. Nach einer kurzen Erholungsphase sanken die Hörerzahlen wieder. Die Mediaanalyse im Juli wies für Energy Sachsen nur noch 40.000 Hörer in der Durchschnittsstunde aus. Zahlen, mit denen sich ab September auch Freddy nochmals plagen muss. Nach ihrem Urlaub will sie bis etwa Mitte Oktober, wahrscheinlich am Wochenende, weitersenden. Der errechnete Geburtstermin für ihren Sohn ist Heiligabend.
Erschien am 19. August 2009 in der Leipziger Volkszeitung, der Freien Presse und auf radioszene.de
17. 08. 2009 11:23
Leipzig. Die meisten kennen sich gut. Aber nicht persönlich und nicht mit ihren richtigen Namen. Frau_Biene, zumpe, roonie_14, laila99, feechen, outist, ritman77, Konni, Bascht oder auch Koze sind Leipziger, die sich über das Internet kennen gelernt haben. Sie unterhalten sich bei Twitter, dem Internetdienst, bei dem man Kurzmitteilungen an wildfremde Leute schicken kann. Die Website Twittermap geht davon aus, dass mindestens 500 Messestädter regelmäßig Dinge wie “Sitze beim Frühstück auf dem Balkon”, “Fahre Straßenbahn” oder “Blödes Wetter heute” in die Welt zwitschern.
Daraus entstand der Wunsch, sich mal persönlich kennen zu lernen. Am Freitagabend trafen sich rund 40 Benutzer im Rosental zum Twitgrillen, einem Grillfest der Twitterer. “Es ist bereits das zweite Treffen, das erste fand im Mai statt”, sagt Organisator Martin Neuhof, 24-jähriger Mediengestalter, der unter dem Pseudonym ritman77 zu erreichen ist. “Es gibt in Deutschland und Österreich bereits mehrere Twitgrillen, so kam ich auf die Idee, das auch in Leipzig zu etablieren”, sagt er. Der Termin wurde im Netz mittels einer Umfrage von den Teilnehmern bestimmt. “Das erste Treffen lief schon sehr gut ab, alle Leute waren sehr nett, so wie man es von Twitterern her gewöhnt war. Darum wollten wir das unbedingt wiederholen”, sagt Martin Neuhofs Freundin Linda Meier , die als LIinLE twittert.
Damit sich alle erkennen, trugen sie große Namensschilder. Was teilweise zu verwirrenden Sätzen wie “Willst du noch eine Bratwurst, Frau dolmetschen_LE?” führte. “Ja, wir haben wirklich Probleme, die echten Namen der Leute zu sagen”, schmunzelte auch Andreas Krüger alias zumpe und Sabine Lau alias Frau_Biene. So blieb es meist bei den Pseudonymen. Noch während des Treffens wurden via Handy Sätze wie “Gerade großes Gruppenfoto beim Twitgrillen” oder “Nett hier” in die Welt geschickt. Am Ende waren sich alle einig, dass dies nicht das letzte Treffen war.
Erschien am 17. August 2009 in der Leipziger Volkszeitung.