Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Jugendliches’ Category

Fragt man Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), und Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse, nach dem Konzept und Inhalt der neuen Spielemesse, erntet man nur leere Phrasen. Um dann ernüchtert festzustellen, dass das Konzept der GAMESCom, so der wenig kreative Name der neuen Messe, einzig und allein darauf zu fußen scheint, dass die Veranstaltung künftig in Köln stattfindet. Das mag polemisch klingen, doch große Veränderungen gegenüber der Games Convention sind in Köln nicht zu erwarten.

Zwar wolle man sich stärker nach Südeuropa öffnen – dazu soll mehr Fachpublikum angesprochen werden. Trotzdem soll es auch Angebote für Familien und natürlich den üblichen Publikumsbereich mit Spielstationen und den bekannten Ständen geben. Zur weiteren Konzeption schwiegen heute beide Parteien. Auch die Vertragslaufzeit sei geheim und gehe niemanden etwas an. Einzig, dass der BIU konzeptionell am Tisch sitze, war Kuhrt zu entlocken. Also wie in Leipzig.

Eine ausgeschriebene Langfassung für den Namen GAMESCom gebe es auch nicht. Auf eine entsprechende Frage reagierte Kölnmesse-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt ausweichend. Man habe die Marke bereits 2004 registriert und sich intensiv seit Jahren mit der Branche beschäftigt. Heißt wahrscheinlich: Gemeinsam mit dem BIU überlegt, wie man die Messe aus dem Osten in den Westen verlagern kann. Weiterentwickeln nennt das der BIU. Branchenriese Electronic Arts, meine Damen und Herren, habe mit der Verlagerung der Messe natürlich überhaupt nichts zu tun. Auch sei kein Geld geflossen. Hatte nur ich das Gefühl, oder wurde es Wolters bei dieser Frage plötzlich etwas heiß? Zumindest färbte sich sein Kopf.

Als europäische Leitmesse wolle der BIU die GAMESCom ausrichten. Auf die Frage einiger Journalisten, ob nicht die GC bereits diesen Anspruch hatte, antwortete Wolters: “Wir haben die GC 2002 als regionale Messe aufgebaut. Dass die Leipziger Messe neuerdings von einer europäischen Messe sprach, haben wir immer kritisch gesehen.”

Innerhalb der zwölf Mitgliedsunternehmen des BIU herrsche Einigkeit darüber, dass ein Wechsel des Standortes unvermeidlich war. Nicht alle sprachen sich für Köln aus, aber die Mehrheit, so Wolters.

Den endgültigen Schlag in die Magengrube bekam Leipzig von Kölnmesse-Chef Kuhrt. “Wir haben heute den Oscar verliehen bekommen”, sagte er in Bezug auf die Verleihung der Academy Awards. Worauf es sich Andreas Dunte, Wirtschaftsredakteur der LVZ, nicht nehmen ließ zu sagen: “Aha, dann hat Leipzig wohl heute die Goldene Himbeere bekommen?”

In diesem Jahr findet die GC – Games Convention vom 21. bis 24. August statt. Was darüberhinaus passiert, wird die Zeit zeigen. Am Rande der Pressekonferenz heute in Leipzig hörte man, es werde natürlich überlegt, wie ein neues Konzept aussehen könnte.

Endgültiges Aus für die GC in Leipzig?

Es wurde viel spekuliert, viel diskutiert in den vergangenen Tagen über die Zukunft der GC. Worauf alle gewartet haben, war eine Stellungnahme des Branchenverbandes BIU. Selbiger wird am Montag sprechen. In Berlin, auf einer Pressekonferenz. Überschrieben ist diese mit: “Zukunft der deutschen Branchenmesse für interaktive Unterhaltungssoftware”.

Man kann nun rätseln über die Gründe, warum dort nicht steht “Zukunft der GC”. Oder man lässt es einfach und beantwortet sich die Frage selbst. Um sich dann seinem Schmerz hinzugeben.

Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach vor Ort sein. (“Wir” meint in dem Falle Thomas und mich, um für Heldenstadt.de zu berichten, wo dieser Eintrag auch erschien.)

Feuerwehr plagen Nachwuchssorgen

Taucha. Ehrenamtliche Tätigkeit ist mit Geld nicht aufzuwiegen. So die einhellige Meinung der anwesenden Ehrengäste bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren Taucha und Merkwitz am vergangenen Sonnabend. Angelika Stoye, Dezernentin für Ordnung im Landratsamt Delitzsch, Tauchas Bürgermeister Holger Schirmbeck, Ordnungsamtsleiter Albrecht Walther, der erste Beigeordnete Michael König und Vertreter der Stadtratsfraktionen waren gekommen, um dem Jahresbericht von Tauchas Stadtwehrleiter Wolfgang Pauli zu lauschen.

Dieser hatte allerhand Statistik mitgebracht: Im Jahr 2007 rückten die Wehren zu 88 Einsätzen aus. Der Großteil davon waren technische Hilfseinsätze. Brände wurden 18 Mal bekämpft, sechsmal handelte es sich um Fehlalarme. Zusammengerechnet waren dabei 866 Kameraden tätig, die 1002 Stunden ihrer Freizeit opferten. „Nicht eingerechnet sind hier die Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten nach den Einsätzen sowie die ständigen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten der Geräte und Fahrzeuge“, so Pauli. Nochmals 1700 Stunden wurden dafür aufgewendet.
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Markus Heinker zurück im Radio – als Höreranwalt

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Markus Heinker, ehemaliger Programmdirektor von Energy Sachsen, kehrt zurück ins Radio – zumindest für eine tägliche Rubrik auf seinem einstigen Sender. Der Entdecker von Friederike „Freddy“ Lippold ist mittlerweile Rechtsanwalt und hat seit 2007 eine eigene Kanzlei. „Was also würde besser passen, als die rechtlichen Dinge mit dem Radiomachen zu verbinden?“, so Heinker.

Seit dieser Woche ist er Höreranwalt bei Energy. „Recht haste“ heißt die Serie, die immer um 9.25 Uhr gesendet wird. Dort erklärt der Fachmann Rechtsirrtümer, erzählt von unglaublichen Gesetzen und gibt allgemeine Rechtstipps. „Thematisiert wird alles, was sich die Hörer wünschen“, sagt der 37-Jährige. So erklärt er beispielsweise, warum von kopiergeschützten CDs keine Privatkopien gefertigt werden dürfen, die Fahrtkosten zu einem Vorstellungsgespräch vom künftigen Arbeitgeber übernommen werden müssen oder der Supermarkt verpflichtet ist, pro Kunde 50 einzelne Münzen anzunehmen. „Wir wollen zeigen, dass Anwälte nicht immer die drögen Rechtsverdreher sind, sondern auch cool sein können“, so Lippold. Alltagsprobleme ohne Fachchinesisch zu erklären, ist das Ziel. „Uns erreichen immer öfter Fragen, bei denen wir einfach die Hilfe eines Experten benötigen“, so die 29-Jährige.

Lippold weiß, wovon sie spricht, denn Heinker half ihr kürzlich aus der Patsche. „Ich bin ein wenig zu schnell gefahren und sollte eigentlich den Führerschein abgeben. Markus hat’s aber hingebogen.“

Erschien am 9. Februar in der Leipziger Volkszeitung.

Spur der Steine

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Der Lego-Baustein wird 50 Jahre. Google feiert das mit einem schicken Logo, die Zeitungen mit Rückblicken und unsere Familie mit … äähmmm… dem Einfamilienhaus von Playmobil das bei Töchterchen im Zimmer steht. Hüstel. Nein, aber ich freu mich ja mit. Auch wenn ich als gelernter DDR-Bürger ja eher mit PEBE gespielt habe. Das ging mindestens genauso gut. Abends, wenn man eigentlich schlafen sollte. Da hat man mal schnell noch eine Stadt vor dem Bett aufgebaut. Hachja…

Bettina, the next Emanuela

Sehr nett, die neue Single von Fettes Brot. “Bettina” heißt sie und rechnet ab mit den Quizshows. Ob die Brote auch Niggemeier lesen? :-)

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  • Filed under: Jugendliches, Lustiges, Mediales, Musikalisches
  • Taucha. Katharina und Natascha Wiegräbe hatten es sich so schön vorgestellt: Eine Adventsrallye sollte die Tauchaer wieder in die Innenstadt und damit in die Geschäfte locken. In 24 Geschäften gilt es, verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Als Dank dafür gibt es einen Stempel auf eine Teilnahmekarte. Eben jene Teilnahmekarten würden auch mitgenommen, sagt Anke Kauffmann, Inhaberin der Buchhandlung Leselaune. Der Rücklauf an abgestempelten Exemplaren lasse aber auf sich warten. „Es kommen immer mal Kinder vorbei, ausgefüllte Karten habe ich aber noch nicht“, sagt sie. Immerhin: Vier selbst gebastelte Weihnachtskarten hängen bereits in ihrem Geschäft. „Das ist die Aufgabe, die es zu bewältigen gilt, wenn man einen Stempel von uns will“, sagt sie und hofft: Vielleicht passiert ja in dieser Woche noch etwas.
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    Ein Herz für Kinder

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    Die Frühgeborenen-Intensivstation der Leipziger Uniklinik. In zwei Brutkästen, so genannten Inkubatoren liegen kleine, zarte menschliche Wesen. Kaum 2000 Gramm schwer. Das Zimmer ist abgedunkelt, nur zwei kleine Lämpchen weisen den Kinderkrankenschwestern den Weg. Wer die Station zum ersten Mal besucht, bleibt wie angewurzelt an der Tür stehen. Zu groß die Sorge, man könnte mit seiner Anwesenheit für Unruhe sorgen. Zu groß der Respekt vor der Arbeit, die hier verrichtet wird.

    Eine, die ihren täglichen Dienst dort absolviert, ist Christin Henri. Die 23-jährige Leipzigerin beendete im August ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. „Früher hieß das Kinderkrankenschwester, aber das Berufsbild und die Aufgaben haben sich gewandelt, daher der neue Name“, erklärt Christin. Zum erweiterten Aufgabenspektrum gehört vor allem die Gesundheitsvorsorge und die Beratung. So ist auch in der Ausbildung vieles anders geworden. „Es gibt keine Unterrichtsfächer mehr, sondern Themenbereiche, die übergreifend behandelt werden“, erklärt die junge Mitarbeiterin. Neben den medizinischen und pflegerischen Dingen werden nun auch Kommunikation, Elternberatung und Entlassungsmanagement gelehrt. Weitere Fachbereiche, die Christin in der Medizinischen Berufsfachschule der Universität vermittelt bekam, sind beispielsweise Anatomie, Physiologie, Arztunterricht, Krankenbeobachtung und Mikrobiologie. Dazu kam der praxisnahe Unterricht, der sich mit der Theorie in etwa die Waage hielt. „Da haben wir an Puppen geübt. Waschen, Sonden legen, Blutentnahmen, Magenspülungen und Einläufe vorgenommen“, sagt sie.
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  • Filed under: Jugendliches, Persönliches
  • Gesprächstherapeuten wollen Ballerspiele verbieten

    Heute erreichte mich ein Brief von der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie e.V. Was es alles gibt. Die dort versammelten Experten Psychotherapeuten fordern ein Verbot von Computerspielen (unterstrichen), in denen Jugendliche für das Töten und Foltern von Menschen belohnt werden. Solche Spiele würden zunehmend verharmlosend als “Ballerspiele” vermarktet. Die Psychos meinen, der Begriff “Medienkompetenz” würde als Deckmantel dafür herhalten. Darum fordern sie eine “Medienbildung” für Kinder Jugendliche. Erreicht werden soll ein gesetzliches Verbot gewaltverherrlichender Spiele, damit “der Grundkonsens einer humanen Gesellschaft erhalten” bleibe.

    Zu Wort kommt in der leseunfreundlichen fünfseitigen Pressemitteilung eine gewisse Elke Ostbomk-Fischer. Die ist immerhin Hochschul-Dozentin und Mitglied in diesem Psycho-Verein. Diese wirft jungen Menschen vor, mittlerweile eine “Medienverwahrlosung” entschreckendes Ausmaßes erreicht zu haben. Politischen Verantwortlichen rät sie, umgehend zu handeln, “bevor eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen vom Strudel der Gewalt mitgezogen wird.” Boah, liebe Elke, haben Sie im Nebenfach Theatralik studiert?

    Konkret wird die dolle Dozentin nicht. So nennt sie weder Beispiele für solche Spiele, die unsere Kinder in einen Gewaltstrudel ziehen würden, noch, was sie konkret an diesen bösen Spielen stört. Wahrscheinlich kennt Frau Ostbomk-Fischer nicht ein einziges. Stattdessen wird die “Bundesratdrucksache 2007-0001-0100/76-07″ zitiert, in der Killerspiele so beschrieben werden: “Spielprogramme, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnlichen Wesen darstellen und dem Spieler die Beteiligung an dargestellten Gewalttätigkeiten solcher Art ermöglichen.”

    Ein absoluter Lacher ist die Checkliste, mit deren Hilfe man ein Computerspiel selbst beurteilen soll. Zu finden, wie auch die komplette Pressemitteilung, auf der Website des merkwürdigen Vereins ohne Sachkompetenz.

    Aber vielleicht sollte ich nicht so hart ins Gericht gehen mit Frau Elke. Denn immerhin hatte sie eine schwere Kindheit, wie in ihrer Vita zu lesen ist:

    Frühe Begegnung mit sozialen Problemlagen durch den Beruf der Mutter als Leiterin einer Kindertagesstätte im Sozialen Brennpunkt.

    Machen Sie sich nichts draus – alles wird gut…

    Der Inquirer hat auch was dazu. Inklusive Links zu Studien in den Kommentaren.

    Tauchaerin überzeugt Fraunhofer-Institut

    tina_zellen_1.jpgTaucha. Eine Krebszelle breitet sich im Körper aus. Doch eine Killerzelle ist schon auf dem Weg. Sie dockt an der Krebszelle an und sendet einen Botenstoff. Daraufhin bekommt die bösartige Zelle den Impuls, sich selbst zu zerstören. Noch ist dieses Szenario Utopie, eines Tages könnte die Vorstellung von Tina Kupetzky aber Wirklichkeit werden. Die 17-jährige Gymnasiastin brachte ihre Gedanken zur Medizin der Zukunft mit Acrylfarbe auf Leinwand. Jetzt ist sie Gewinnerin eines Wettbewerbes des Leipziger Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI). Und sichtlich stolz darauf.

    „Das IZI hat Schüler in Leipzig und Umgebung aufgerufen, sich Gedanken zur regenerativen Medizin im Jahr 2050 zu machen und wollte künstlerische Beiträge dazu haben“, erklärt Tina. Da die Zwölftklässlerin in ihrer Freizeit gern malt, nahm sie die Herausforderung an. „Eigentlich male ich lieber Landschaften, aber weil ich mich auch sehr für Biologie interessiere, hab ich es einfach versucht. Ich fand die Idee gut, Bio und Kunst zu verbinden“, sagt sie. „Leben durch Selbstmord“ hat sie ihr Werk genannt. Weil sich die Krebszelle selbst richtet, überlebt der von ihr befallene Mensch. Dass ausgerechnet ihr Bild den ersten Platz machen würde, hätte Tina nicht gedacht. „Ich wurde zum 3. Weltkongress für regenerative Medizin im Oktober eingeladen . Dort wurde mein Bild auf einer Staffelei ausgestellt. Das stand direkt vor wissenschaftlichen Postern, direkt im Blickfeld, ein schönes Gefühl!“
    Neben diesem Ruhm gewann Tina auch ein zweiwöchiges Praktikum im Fraunhofer-Institut, das sie wahrscheinlich in den Winterferien absolvieren will. Dieses Praktikum könnte ihr später helfen. „Ich will auf jeden Fall in Richtung Biologie studieren, da kommt ein wenig praktische Vorbelastung gerade recht“, meint Tina. Das Malen soll aber auch weiterhin ihr Hobby bleiben.

    Der Schülerwettbewerb des IZI indes geht noch weiter. Bis Ende Januar können Projekte im biologisch-technischen Bereich eingereicht werden, die sich mit dem Thema der regenerativen Medizin beschäftigen.

    Erschienen am 23.11.2007 in der Leipziger Volkszeitung.

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