von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
04. 07. 2011 09:20
Taucha. Wer ein Sommerfest veranstalten will, kann für alles sorgen: Ein Festzelt, gute Musik, Essen und Trinken. Was man nicht planen kann, ist das Wetter. Und so fiel das Sommerfest auf dem Gut Graßdorf am Freitag herbstlichen Temperaturen und am Sonnabend dem Regen zum Opfer. Echte Partystimmung wollte daher nicht aufkommen.
Dabei hatte Veranstalter Carsten Wulf im Vorfeld alle Voraussetzungen getroffen: Mit Olaf Schliebe holte er am Freitag abermals den in Taucha mittlerweile bekannten DJ in die Stadt. Als „DJ O-Punkt S-Punkt“ ging Schliebe in den 1990ern mit seiner Sendung „High Energy“ bei Energy Sachsen in die Radiogeschichte ein, moderierte später bei oldie.fm, dem heutigen R.SA. Wer dem quirligen DJ zuschaut, kann kaum glauben, dass er bereits 57 Jahre alt ist. „Hand drauf, ich scherze nicht“, lächelte er, als er die Skepsis bemerkte. Seit 35 Jahren legt er bei Festen, Privatpartys und anderen Veranstaltungen auf, unter anderem auch im Tauchaer Club Einigkeit. „Von dort kennen mich viele und wissen, dass ich eigentlich der Oldies-Mann bin. Da gibt es dann bei manchen Partys wie dieser hier enttäuschte Gesichter, wenn ich eher Querbeet auflege, aber ich versuche, die Mischung zu wahren“, so der Leipziger.

Am Sonnabend unterhielt dann der Ausnahmegitarrist Tino Standhaft das Festzelt vor der Reithalle. „Der Dauerregen war natürlich hinderlich, da bewegte es nicht viele nach Draußen“, resümierte Carsten Wulf. „Das Zelt war trotzdem recht voll, Tino hat wunderbar gespielt und viel Applaus eingeheimst“, so der Veranstalter.
Sorgen machen ihm die zunehmenden Beschwerden der Anwohner über die Lautstärke seiner Events. „Trotz Ankündigung und Genehmigung stehen immer wieder Leute hier, die um Ruhe bitten“, so Wulf. „Wir können das ja verstehen und wollen auch niemanden mit Absicht verärgern. Aber wir planen für die Zukunft und können nur auf Verständnis hoffen“, sagt Wulfs Lebensgefährtin Margot Witt. Als Kompromiss werde ab 22 Uhr die Lautstärke bereits gedrosselt. Ein wenig Besserung könnte nach dem Umbau eintreten, der derzeit in vollem Gange ist. Direkt im Gut entsteht neben der Reiterklause ein Veranstaltungssaal, der für etwa 200 Gäste ausgelegt ist und in dem dann auch Disco stattfinden könnte.
Erschien am 4. Juli 2011 in der Leipziger Volkszeitung.
09. 06. 2011 09:08
Beethovens 9. Sinfonie wird am Pfingstmontag im Gewandhaus aufgeführt. Zu dem Konzert laden die Deutsch-Japanische Gesellschaft Leipzig und die Kampfkunstschule Yoseikan. Es musizieren der Metropolitan Freude Chor Tokio und der Festchor für 150 Jahre Freundschaft Deutschland-Japan. Das Konzert beginnt 15 Uhr im Großen Saal, bereits ab 12 Uhr findet im Hauptfoyer eine Erlebnisausstellung zu japanischen Themen statt. Die Einnahmen kommen einem Kinderheim im von der Reaktor-Katastrophe betroffenen Gebiet Japans zugute.
„Ursprünglich war geplant, den Erlös für unser zukünftiges deutsch-japanisches Kulturzentrum zu nutzen“, so Jörg Schiffner, Inhaber der Kampfkunstschule Yoseikan. In Großzschocher wollen er und Thomas Schulze von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Leipzig der Entwicklung Rechnung tragen, dass sich in der Stadt immer mehr Menschen für die japanische Kultur interessieren würden. Für das Projekt begeistern konnten sie Akio Takano, Pressesprecher des Bach-Archives. „Er war im Frühjahr Teil einer Leipzig-Delegation in Tokio. Dort hat er vor hochrangigen Managern der japanischen Wirtschaft für das Projekt geworben. Leider wackelte drei Tage später die Erde – mit den bekannten Konsequenzen“, berichtet Jörg Schiffner. Als die ersten Bilder aus der Katastrophenregion eintrafen, war für die Organisatoren des Konzertes klar, dass die Bestimmung des Erlöses umgewidmet wird. „Wir wollen ein Kinderheim unterstützen, das von drei deutschen Franziskaner-Schwestern betreut wird. Nach dem Erdbeben ist es unbrauchbar geworden, die Kinder leben derzeit in einer Turnhalle“, so Schiffner.
Die Idee vom Kulturzentrum ist trotz aller Rückschläge auf der Suche nach einer Finanzierung nicht gestorben. Ein Dreiseitenhof in Großzschocher befindet sich bereits in Schiffners Besitz, in dieser Woche soll die Bauvoranfrage an die Ämter verschickt werden. „Wir wollen Kampfkunst mit anderen japanischen Kunstformen kombinieren“, kündigt Jörg Schiffner an. Durch die Verbindung mit Kaligraphie, Tuschmalerei, japanischer Druckkunst, Origami und Gesundheitsdisziplin basierend auf Yoga könne ein Ort entstehen, an dem man die fernöstliche Kultur erleben könne. Die Baukosten schätzt er auf vier Millionen Euro – die Finanzierung ist ungeklärt. Sponsoren werden gesucht. In einem ersten Schritt soll ein Trainingsraum gebaut werden.
Benefizkonzert für Japan, Ludwig van Beethoven: 9. Sinfonie d-Moll op. 125, Karten ab 25 Euro. Beginn: 15 Uhr, ab 12 Uhr japanische Erlebnisausstellung im Foyer, nur für Besucher des Konzerts.
Erschien am 9. Juni 2010 in der Leipziger Volkszeitung, Kultur
04. 12. 2010 10:34
Taucha. Anlässlich der vierten ARD-Radionacht für Kinder gab es am Freitagabend in der Grundschule Am Park eine Wachbleibeparty und Lesenacht. Der Bücherabend begann mit einem gemeinsamen Abendessen in der Schule. Anschließend gings in den Lichthof, wo der Radionacht gelauscht wurde.
„Querweltein“ war diesmal das Thema. Reportagen aus Chile, New York oder Shanghai hörten die Kinder der Klassen 3a und 4b. Anschließend stellten die Klassenlehrerinnen Karin Al Abri und Juliane Flatau Fragen zu den akustischen Reisen. Unterstützt wird die ARD-Radionacht für Kinder vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – im Vordergrund steht das Zuhören und Erleben, aber eben auch das selbst lesen. So griffen auch die Lehrerinnen zum Buch. Karin Al Abri las die Geschichte vom Schneemann, der eine Frau sucht. Gespannt und interessiert lauschten die Kinder, die aber sichtlich aufgeregt waren, denn übernachtet wurde zum ersten Mal in der Schule. Ausgerüstet mit Nachthemd, Schlafsack, Lieblingskuscheltier und Knabbergebäck waren auch Carmen, Isabel, Lisanne, Natalie und Sarah aus der 3a. Und jedes der Mädchen hatte ein Buch dabei. Von den „wilden Kerlen“ über Fischgeschichten, den traditionellen „Sieben Geißlein“, „Der kleine Vampir“ oder „Sternenschweif“ – so unterschiedlich die Interessen der Schüler war, so vielseitig auch die Buchgenres. Da kam es auch vor, dass sich inmitten von Jungs in Schlafsäcken so manches Mädchen fand, um einen neugierigen Blick über die Schulter zu werfen.
Bis früh um 1 ging die Radionacht – so lange hielten die Grundschüler allerdings nicht aus, einigen fielen bereits beim Lesen die Augen zu. Und weil’s im Lichthof so gemütlich war, entschieden die Lehrerinnen, dass gleich dort anstatt in den Klassenzimmern geschlafen werden darf. Alle Beiträge der ARD-Korrespondenten gibt es nochmal zum Nachhören.
Erschien am 3. Dezember 2010 in der Leipziger Volkszeitung.
19. 10. 2010 21:54
Wenn ein Album voll mit Computerspielemusik in den Klassik-Charts Größen wie Pavarotti oder Anna Netrebko schlägt, dann muss das was heißen. Und wenn dann ein zweites Album mit Klängen aus Videospielen in den Top 20 ist, darf man das durchaus eine Sensation nennen.
Heute wurden die Oktober-Charts im Klassikbereich veröffentlicht. Neu auf Platz 20 ist ein Album, das seit einem Monat auf dem Markt ist: “Benyamin Nuss plays Uematsu” heißt es. Zu hören ist darauf Benyamin Nuss, ein 21-jähriger Bergisch-Gladbacher, der den Soundtrack von “Final Fantasy” (von Komponist Nobuo Uematsu) spielt wie ein junger Gott. Am Sonnabend dieser Woche ist Nuss übrigens im Leipziger Gewandhaus zu hören. Damit führt der Pianist auf gewisse Weise die erfolgreichen Spielemusikkonzerte in Leipzig fort, die 2008 für die Laserkrachshow “Video Games Live” geopfert wurden. Diesmal zwar nur im kleinen Mendelssohn-Saal, aber immerhin. Am heutigen Abend spielt Benyamin Nuss in Berlin übrigens unter anderem vor Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Das zweite Album in den aktuellen Klassik-Charts ist “Symphonic Fantasies“, der Mitschnitt des gleichnamigen Konzerts, das im September 2009 in Köln die vornehmlich jungen Zuhörer begeisterte. Und auch Winfried Fechner, Manager des WDR Rundfunkorchesters, welches das Konzert spielte, war nicht zu bremsen: “Junge Zuhörer aus allen Teilen der Welt, die lachten, die weinten, die atemlos beobachteten, die 17 Minuten lange Partituren mit unglaublicher Konzentration erlauschten. Von solchen Zuhörern träumt ein Konzertveranstalter! Und wenn ich dann heute noch einmal die vielen Mails lese, die Fans mir schickten: Immer wieder tauchen die Worte Gänsehaut, weinen und Kindheit auf. Diese stark emotionalen Begriffe sind für mich das größte Dankeschön überhaupt und ich kann nur bekennen: Ich bin ein Fan dieser Fans, und ich bin so froh, dass wir jetzt die CD der Symphonic Fantasies fertiggestellt haben!” Wer sich das Video hier ansieht und anhört, wird verstehen, wovon Fechner spricht.
“Schuldig” an diesem Erfolg der beiden Spielemusik-Alben ist der Dresdner Thomas Böcker. Jener, der 2003 das erste Spielemusikkonzert außerhalb Japans im Leipziger Gewandhaus organisierte und dies bis 2007 immer zur Games Convention tat. Und der seit 2008 solche Konzerte mit dem WDR Rundfunkorchester und dessen Chor umsetzt. Einer, der sein Handwerk versteht und nun unter anderem als Berater für Universal Music arbeitet. Zurecht.
06. 10. 2010 10:57

Taucha. Die Parksituation am Kino in der Karl-Große-Straße entschärft sich. Wie berichtet, hatte die Eigentümergemeinschaft um Axel Fischer, Inhaber der gleichnamigen Modehäuser, die Fläche an eine private Firma verpachtet. Diese ließ Falschparker abschleppen oder verhängte „Vertragsstrafen“. Jetzt entspannt sich die Lage: Neun Unternehmer und Ärzte haben den gesamten Parkplatz für ihre Kunden angemietet. (more…)
26. 09. 2010 22:39
Zwei Personality-Geschichten vom Wochenende: In der LVZ erschien auf der Szene-Seite am Sonnabend mein Artikel über Martin Neuhofs Projekt 101 Helden. Einen ähnlich lautenden Text habe ich in meinem Blog auf LVZ-Online veröffentlicht.
Selbst zum Held machte sich in dieser Woche Roman Knoblauch, Moderator von Radio Leipzig. Am Donnerstag wurde ihm ein Stück des Miniskus entfernt, bereits am heutigen Sonntag humpelte er aber schon wieder ins Paunsdorf-Center, um dort neun der zehn Finalistinnen von “So sexy ist Leipzig” vorzustellen. Dazu erschien dieser Text inklusive Foto in der Rubrik “BouL.E.vard” derLeipziger Volkszeitung:
Also gesund ist das bestimmt nicht! Roman Knoblauch, geschätzter Kollege von Radio Leipzig, hat Knieweh, und zwar heftig. Am Donnerstag musste er sich im Elisabeth-Krankenhaus zur Operation auf den Tisch legen. Heute will er das Krankenhaus auf eigenen Wunsch verlassen und am morgigen Sonntag schon wieder moderieren – an Krücken, notfalls auch im Rollstuhl. Im Paunsdorf Center will er ab 13 Uhr die zehn Finalistinnen der Aktion “So sexy ist Leipzig” vorstellen, dafür verlässt der kranke Held liebend gern das Bett. Seit einem Jahr plagten ihn Schmerzen im rechten Knie. Trotzdem zog der Triathlet sein tägliches Training durch, bereitete sich auf den Ironman in Frankfurt/Main vor. Dort ist er im Juli eisenhart gelaufen, geschwommen und Rad gefahren. Bei der Operation wurde ihm jetzt ein Teil vom Meniskus entfernt und festgestellt, dass das Knorpelgewebe stark geschädigt ist. “Der Arzt meinte, das sei überfällig gewesen und es sei ihm ein Rätsel, wie ich damit noch Ironman laufen konnte”, gesteht der 41-Jährige. Nach dem Eingriff hatte der “Eisenmann” zunächst höllische Schmerzen, griff sich aber bald wieder seinen Laptop, versendete per Facebook Lebenszeichen und bereitete sich auf die Veranstaltung am Sonntag vor. Seine Tochter Marie (11) geht kurioserweise auch gerade an Krücken, darf wegen einer Bänderdehnung den rechten Fuß nicht belasten.

13. 09. 2010 11:49
Die Medienwelten wachsen zusammen. Print kommt heute ohne Online nicht mehr aus, Internet kann über den Fernseher gesehen werden und Mobiltelefone haben die Telefon-Option höchstens noch als App an Bord. Das ist nichts Neues, wird in diesen Tagen aber mal wieder besonders deutlich. Apples iPad will Retter der Verlage und Spielgerät zugleich sein. Android-Mobiltelefone sind dabei, das iPhone zu verdrängen oder ihm zumindest Marktanteile streitig zu machen, was sich auch auf die Bedeutung von Android als Spieleplattform auswirken dürfte. Spätestens dann, wenn iPad-Klone nicht mehr nur lächerliche Versuche zu überhöhten Preisen sondern echte Konkurrenten werden.
Und auch in der Welt der Messen tut sich was. (more…)
09. 09. 2010 10:44
Kinder wieder für den Zirkus begeistern und auf diese Weise auch die Erwachsenen ködern. Keine leichte Aufgabe für eine Branche wie den Zirkus, der seit Jahren den Zauber von einst verloren hat. Bernhard Paul versucht es mit Hörspielen. Obwohl Paul es nicht nötig hätte, denn er ist Gründer, Direktor und Seele des Circus Roncalli. Jenem Roncalli, der im Mai 1976 den fahrenden Tierdressur- und Akrobatik-Familien zeigte, was Zirkus wirklich bedeutet. „Ich will keine Kollegenschelte betreiben. Dennoch ist es auch heute noch so, dass sich viele berufen fühlen, nur wenige sind wirklich auserwählt“, sagt er. Ein Greuel seien ihm die kleinen Zirkusse. „In unserem Geschäft darf man alle Emotionen bedienen. Nur kein Mitleid. Und leider ist das bei vielen der Fall“, meint Paul. Und weil für ihn Zirkus sowohl Kunst- als auch Kulturform ist, will er nun mit Hörspielen die Kinderzimmer erobern. (more…)
09. 09. 2010 10:38
Die Kultur- und Kreativschaffenden der Stadt haben ein Problem: Die vielen Unternehmen mit maximal zwei Angestellten werden nicht wahrgenommen. Diese Einzelkämpfer zu bündeln, zu vernetzen und gemeinsam nach außen sichtbar zu machen, dieses Ziel verfolgt ab sofort der Verein Kreatives Leipzig. Gestern fand die Auftaktveranstaltung im Kulturtreff Nochbesserleben statt. Weiter bei LVZ-Online…
03. 05. 2010 12:10
Taucha. Europaweit wird in der Walpurgisnacht in den Mai gefeiert – auch in Taucha. Zum bereits achten Mal lud der 1. Tauchaer Hundesportverein am Freitag auf das Trainingsgelände an der Graßdorfer Straße ein. Hier gab es neben der obligatorischen Hexenverbrennung ein Kinderprogramm, eine Feuershow und ein Feuerwerk, das seinesgleichen sucht.
Beim Hundesportverein beginnt die Walpurgisnacht traditionell schon am Nachmittag. Ab 15 Uhr waren die Kinder zum Ponyreiten eingeladen, an sportlichen Wettkämpfen wie dem Torwandschießen teilzunehmen, oder auf der Hüpfburg zu tollen. Kraft brauchten die Kids beim Gummistiefelweitwurf, auf Geschick kam es dagegen beim Teebeutelweitwurf an: Mit dem Faden im Mund musste der mit Wasser vollgesogene Teebeutel über den Kopf und so möglichst weit hinter sich katapultiert werden. Mit 7,86 Metern ging ein 13-jähriger Junge am Abend als Champion hervor, der nur von Dirk Keller, dem Vorsitzenden des Vereins getoppt wurde.
Jener hatte am Abend allerdings andere Sorgen, denn zeitweise war der Strom weg. „Hier springt immer wieder eine Phase raus, wir suchen den Fehler“, sagte Keller. Moderator Hendrik Zellmann aus Gordemitz saß in der Ladefläche seines gemieteten LKW, wartete darauf, endlich wieder Musik spielen zu können und beschwichtigte: „Das passiert in jeder Gartenkneipe zweimal im Jahr.“
Überbrückt wurde die Ruhe auf dem Platz vom Spielmannszug Taucha, der für die zünftige Untermalung des Lampionumzuges sorgte. Für das leibliche Wohl wurde ausreichend gesorgt: „Wir haben in diesem Jahr fünf Grills besorgt, weil zwei im vergangenen Jahr nicht ausreichten“, erzählte Dirk Keller. Lange Schlangen bildeten sich zeitweise nur an den Getränkewagen – was wohl auch an den sehr moderaten Preisen lag.
Das Anzünden des großen Lagerfeuers, auf dem eine Hexe aus Holz und Stoff angebracht war, verzögerte sich diesmal bis zum Einbruch der Dunkelheit. Schuld daran war auch der Stromausfall, der Daniel Hoyer und seinen Kollegen von der Feuer- und Lichtshow „Project Fire“ aus Chemnitz zu schaffen machte. Als diese dann aber startete, wurden die Zuschauer mit wunderschönen Lichteffekten und einer körperlich einwandfreien Feuerakrobatik belohnt. Zum Ende der Show regnete es brennende Tropfen, die das Hexenfeuer entzündeten.
Für den perfekten Abschluss des Abends sorgte wenig später ein Feuerwerk der Extraklasse. Daniel Schlinker aus Zweenfurth arrangierte Effekte, die auf dem Boden begonnen und sich Stück für Stück zu einem gewaltigen Höhenfeuerwerk entluden. Tosender Applaus und Jubelpfiffe des Publikums waren der Lohn dafür. „Sowas hab ich noch nicht gesehen“, sagte dann auch Moderator Hendrik Zellmann, der dem Verein dankte und appellierte: „Denkt daran, das hier haben keine Profis organisiert. Wenn also etwas nicht perfekt klappte, so ist das sicher zu entschuldigen.“ Worauf wieder Applaus der laut Veranstalterangaben rund 1500 Besucher folgte. Auch Karin Kirchner und Peter Heitmann aus Taucha waren dabei und lobten: „Es war ein schöner Abend, das Ganze hier hat immer Volksfestcharakter und ist super organisiert.“ Für Dirk Keller waren solche Sätze „der schönste Dank, den man sich wünschen kann. Genau darum machen wir das.“ Bis 1.30 Uhr wurde friedlich und ohne Zwischenfälle in den Mai gefeiert. „Auch dafür einen herzlichen Dank an unsere Gäste“, so Keller.
Erschien am 3. Mai 2010 in der Leipziger Volkszeitung. Viele Fotos von der Veranstaltung bei LVZ-Online.de