von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
03. 05. 2010 12:10
Taucha. Europaweit wird in der Walpurgisnacht in den Mai gefeiert – auch in Taucha. Zum bereits achten Mal lud der 1. Tauchaer Hundesportverein am Freitag auf das Trainingsgelände an der Graßdorfer Straße ein. Hier gab es neben der obligatorischen Hexenverbrennung ein Kinderprogramm, eine Feuershow und ein Feuerwerk, das seinesgleichen sucht.
Beim Hundesportverein beginnt die Walpurgisnacht traditionell schon am Nachmittag. Ab 15 Uhr waren die Kinder zum Ponyreiten eingeladen, an sportlichen Wettkämpfen wie dem Torwandschießen teilzunehmen, oder auf der Hüpfburg zu tollen. Kraft brauchten die Kids beim Gummistiefelweitwurf, auf Geschick kam es dagegen beim Teebeutelweitwurf an: Mit dem Faden im Mund musste der mit Wasser vollgesogene Teebeutel über den Kopf und so möglichst weit hinter sich katapultiert werden. Mit 7,86 Metern ging ein 13-jähriger Junge am Abend als Champion hervor, der nur von Dirk Keller, dem Vorsitzenden des Vereins getoppt wurde.
Jener hatte am Abend allerdings andere Sorgen, denn zeitweise war der Strom weg. „Hier springt immer wieder eine Phase raus, wir suchen den Fehler“, sagte Keller. Moderator Hendrik Zellmann aus Gordemitz saß in der Ladefläche seines gemieteten LKW, wartete darauf, endlich wieder Musik spielen zu können und beschwichtigte: „Das passiert in jeder Gartenkneipe zweimal im Jahr.“
Überbrückt wurde die Ruhe auf dem Platz vom Spielmannszug Taucha, der für die zünftige Untermalung des Lampionumzuges sorgte. Für das leibliche Wohl wurde ausreichend gesorgt: „Wir haben in diesem Jahr fünf Grills besorgt, weil zwei im vergangenen Jahr nicht ausreichten“, erzählte Dirk Keller. Lange Schlangen bildeten sich zeitweise nur an den Getränkewagen – was wohl auch an den sehr moderaten Preisen lag.
Das Anzünden des großen Lagerfeuers, auf dem eine Hexe aus Holz und Stoff angebracht war, verzögerte sich diesmal bis zum Einbruch der Dunkelheit. Schuld daran war auch der Stromausfall, der Daniel Hoyer und seinen Kollegen von der Feuer- und Lichtshow „Project Fire“ aus Chemnitz zu schaffen machte. Als diese dann aber startete, wurden die Zuschauer mit wunderschönen Lichteffekten und einer körperlich einwandfreien Feuerakrobatik belohnt. Zum Ende der Show regnete es brennende Tropfen, die das Hexenfeuer entzündeten.
Für den perfekten Abschluss des Abends sorgte wenig später ein Feuerwerk der Extraklasse. Daniel Schlinker aus Zweenfurth arrangierte Effekte, die auf dem Boden begonnen und sich Stück für Stück zu einem gewaltigen Höhenfeuerwerk entluden. Tosender Applaus und Jubelpfiffe des Publikums waren der Lohn dafür. „Sowas hab ich noch nicht gesehen“, sagte dann auch Moderator Hendrik Zellmann, der dem Verein dankte und appellierte: „Denkt daran, das hier haben keine Profis organisiert. Wenn also etwas nicht perfekt klappte, so ist das sicher zu entschuldigen.“ Worauf wieder Applaus der laut Veranstalterangaben rund 1500 Besucher folgte. Auch Karin Kirchner und Peter Heitmann aus Taucha waren dabei und lobten: „Es war ein schöner Abend, das Ganze hier hat immer Volksfestcharakter und ist super organisiert.“ Für Dirk Keller waren solche Sätze „der schönste Dank, den man sich wünschen kann. Genau darum machen wir das.“ Bis 1.30 Uhr wurde friedlich und ohne Zwischenfälle in den Mai gefeiert. „Auch dafür einen herzlichen Dank an unsere Gäste“, so Keller.
Erschien am 3. Mai 2010 in der Leipziger Volkszeitung. Viele Fotos von der Veranstaltung bei LVZ-Online.de
01. 04. 2010 17:20
Einfach nur glücklich als Mutter ist Friederike “Freddy” Holzapfel, vormals Lippold. Die langjährige Energy-Morgenmoderatorin ist seit 15. Dezember stolze Mama von Sohn Ferdinand. Mit Engelsgeduld erträgt sie das Quengeln ihres Babys, bei dem sich langsam die ersten Zähnchen melden. “Ich habe mich noch nie so gut gefühlt. Nach der fantastischen Schwangerschaft bin ich jetzt noch glücklicher und genieße die Zeit”, sagt die 31-Jährige. Regelmäßig geht sie mit Ferdinand zur Babymassage, will bald auch mit Babyschwimmen beginnen. “Außerdem sind wir jeden Tag mehrere Stunden draußen, bei Wind und Wetter. Ich habe noch nie so viel Zeit an der frischen Luft verbracht”, lacht Freddy.

Als der Kleine sieben Wochen alt war, musste ihr Mann Tilo Holzapfel (Kameramann beim MDR) zu den Olympischen Winterspielen nach Vancouver. “Wir haben jeden Tag zweimal übers Internet telefoniert, das war schwierig für uns beide”, so Friederike. Über ihr Facebook-Profil lässt sie die Welt an ihrem Glück teilhaben. Schreibt vom Abendbrot auf dem Balkon, dem Besuch im Café und veröffentlicht jede Menge Familienfotos. Über die Planungen für Kind Nummer zwei wird auch schon öffentlich gesprochen.
Erschien am 1. April 2010 in der Leipziger Volkszeitung.
01. 04. 2010 17:15
Amüsant und ergreifend: Geschwister-Scholl-Abend ist kultureller Höhepunkt im Gymnasium Taucha
Taucha. Er ist jedes Jahr aufs Neue eine beeindruckende und ergreifende Veranstaltung, der Geschwister-Scholl-Abend im Gymnasium Taucha. In diesem Jahr widmete er sich ganz der Danksagung an den Förderverein. Dieser feiert in diesem Monat sein 15-jähriges Bestehen.
Die Anspannung bei Schülern und Lehrern, aber auch bei Eltern und Großeltern im Publikum war am Dienstag bereits vor Beginn zu spüren. Aufgeregt rannten die Gymnasiasten umher, probten ihre Lieder, sprachen letzte Details ab. Dann wurde das Licht gedimmt und sofort war sie da, diese ganz besondere Atmosphäre, die sich jedes Mal zu diesem Anlass über die Aula legt.
weiter bei LVZ-Online.
22. 02. 2010 10:30
Taucha. Der Verein Lasergame Leipzig will ein von ihm gepachtetes Areal in Taucha als Trainingsgelände nutzen, stößt aber auf behördlichen Widerstand. Es geht um eine fehlende Baugenehmigung und den Flächennutzungsplan der Stadt. Während das Landratsamt Nordsachsen immer wieder Ablehnungsbescheide verschickt, läuft dem Verein die Zeit davon.
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07. 01. 2010 09:36
Nachfolgender Artikel erschien am 7. Januar 2010 in der Leipziger Volkszeitung und bei LVZ-Online
Taucha. „Sammler sind glückliche Menschen“, soll Goethe mal gesagt haben. Auch wenn ihm dieses Zitat nicht hundertprozentig nachgewiesen werden kann, lässt sich an der Richtigkeit dieser Feststellung nicht zweifeln – wenn man Dietmar Bock kennt. Der Tauchaer sammelt alles zum Thema Bockbier. Und ist damit nicht nur glücklich, sondern bleibt auch ganz gelassen.
„Deutschlands erstes privates Bockbiermuseum“ steht an der Tür des ausgebauten Kellers eines Tauchaer Einfamilienhauses. Hinter dieser Tür mit dem unscheinbaren Satz verbirgt er sich, der Bockbier-Schatz von Dietmar Bock. Weiterlesen bei LVZ-Online…
03. 01. 2010 13:10
Update 15. Januar: Die Liste der Leipziger Rodelberge hat ein neues zu Hause. Bitte folgt dem Link. Unten stehende Liste wird nicht weiter aktualisiert. Kommentare sind geschlossen.
Trotz anstrengender Suche im Netz hab ich noch keine Liste der Rodelhügel in Leipzig gefunden. Sicher, auf Anhieb fallen einem drei, vier Plätze ein, die man noch aus Kinderzeiten kennt oder wo man schonmal war. Aber eine richtige Liste scheint nicht zu existieren.
Darum hier ein Experiment: Lasst uns doch einfach gemeinsam eine solche Liste aufstellen. Ich fange mal an mit einigen Rodelbergen Leipzigs, die ich gefunden hab. Und Ihr ergänzt einfach per Kommentar oder Twitter an @dg_4und20. Einige Vorschläge meiner Follower sind bereits eingearbeitet. Vielleicht entsteht ja im Laufe der Zeit eine richtige Liste mit Suchfunktion und Google-Maps-Anbindung.
Update 15. Januar: Die Liste der Leipziger Rodelberge hat ein neues zu Hause. Bitte folgt dem Link. Unten stehende Liste wird nicht weiter aktualisiert. Kommentare sind geschlossen.
Rodeln in Leipzig und Umgebung:
Bienitz:
Engelsdorf:
Gohlis:
Großzschocher
Grünau:
Knauthain:
Lößnig:
Markkleeberg/Auenhain:
Markranstädt:
Messegelände (Leipzig-Nordost):
Meusdorf:
Paunsdorf/Heiterblick
Rückmarsdorf
Schleußig:
Schönefeld:
Stötteritz:
Südvorstadt:
Taucha:
Thekla:
Zentrum:
Zentrum-Nord:
Zentrum-Südost:
Zentrum-West:
Update 7.1. 15.30 Uhr: Die Online-Redaktion der Stadt Leipzig fragte heute an, ob Teile der Liste für die Website verwendet werden dürfen. Dieser Bitte kam ich gern nach und so steht nun dieser Newseintrag auf leipzig.de. Vielen Dank und viele Grüße an die Kollegen.
17. 11. 2009 19:46
Taucha. Am Sonntag fand der diesjährige Literaturwettbewerb der Stadt Taucha seinen festlichen Abschluss. Bei einer Gala wurden die nominierten Werke in drei Kategorien verlesen und anschließend die Gewinner ausgezeichnet. Die Veranstalter lobten die hohe Qualität der Einsendungen im Nachwuchsbereich.
Es gehört einiges dazu, an einem Sonntagnachmittag den Lichthof der Grundschule Am Park mit kulturinteressierten Menschen zu füllen. Dem Kunst- und Kulturverein Taucha (Kukuta) gelang dies zur Literaturgala ohne Weiteres. Insofern deckte sich das Interesse mit den Einsendungen zum Literaturpreis. Das Motto dieses Mal: „Das Leben ist ein großes Kino“. Genau 232 Werke, so viele wie nie zuvor, erreichten den Kukuta und die Stadt Taucha, die gemeinsam mit dem Tauchaer Verlag als Veranstalter fungierten. „Wir haben Geschichten und Gedichte aus allen Bundesländern erhalten, aber auch aus Österreich, der Schweiz, der Türkei und Norwegen. Natürlich alle in deutscher Sprache“, so Kukuta-Mitglied Tobias Meier, der als Moderator durch den Abend führte.
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25. 10. 2009 10:54

So nah sind Silbermond-Fans ihrer Band nur selten. Am Mittwoch durften 100 Hörer von Radio PSR in einem Konferenzraum des Senders am Leipziger Markt die Bautzener Musiker live und unplugged erleben. Sängerin Stefanie Kloß und ihre Mannen gingen auf Tuchfühlung mit dem Publikum, immer wieder preschte die 24-jährige Frontfrau ganz nach vorn, forderte La-Ola-Wellen oder hielt das Mikro in Richtung ihrer Fans, die begeistert und lautstark mitsangen. Zu Hören gab es Kracher der Formation, die kürzlich erst den MTV Europe Music Award in der Kategorie Bester deutscher Act gewann, wie „Tanz aus der Reihe“ und „Nicht mein Problem“, aber auch die sanften Balladen „Das Beste“, „Irgendwas bleibt“ und „Symphonie“.

Unter den Zuhörern in dem kleinen und durch die Scheinwerfer sehr heißen Raum waren auch Nadine und Martin Faßhauer. Das junge Ehepaar hatte die Karten für das Konzert in der LVZ gewonnen. „Wir sind keine Hardcore-Fans, hören die Lieder aber sehr gern“, sagte Martin Faßhauer. „Ja, vor allem die ruhigen Stücke gehen unter die Haut, es war sehr schön“, stimmte Nadine zu, die bereits die finnische Band Sunrise Avenue in einem ähnlichen Clubkonzert hautnah erleben durfte.
Romantisch wurde es bereits vor dem Konzert. Michael Arping aus Weißenborn machte seiner Freundin Claudia Faßke vor den versammelten Gewinnern des Exklusivkonzertes einen Heiratsantrag. „Wir sind nun vier Jahre zusammen und ich hab mir überlegt, wie ich es Dir sagen soll. Darum hier ganz kurz die Frage: Willst Du mich heiraten?“, sprach der 39-Jährige souverän ins Mikro. Seine überraschte 31-jährige Freundin hauchte: „Oh ja, sehr gern“ zurück. Erst nach einem kurzen Wortwechsel mit Moderatorin Miss Peggy Schmidt bemerkte Michael Arping, dass er ja das Wichtigste vergessen hatte: den Verlobungsring. Dafür gab es nochmal einen Extra-Kuss von seiner Claudia.

Erschien am 23. Oktober 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
25. 10. 2009 10:44

Taucha. Bei kühlen Temperaturen und Sonnenschein stehen die Mitglieder des Schlossvereins Klaus Arnoldt, Harry Hoffmann, Elke Kabelitz und Hartmut Kreyßig am Tauchaer Schlossberg. Mitgebracht haben sie Gartenscheren und jede Menge blauer Stapelkisten. „Hier sollen die Reben rein, wir hoffen auf eine gute Ernte“, so Klaus Arnoldt, der sich mit Harry Hoffmann seit 2002 um die Pflege der Anlage kümmert. Fachlich beraten werden sie von Winzer Armin Galler. „In diesem Jahr sind wir vom Mehltau verschont geblieben“, sagt Arnoldt. Schäden hätte es nur durch Vögel gegeben – trotz zahlreicher Netze. „Die wissen eben auch, was gut schmeckt“, lächelt Elke Kabelitz. Seit diesem Jahr unterstützt sie die beiden Männer, die eigentlich schon lange die ehrenamtliche Tätigkeit aufgeben wollten. Die Lese jedoch lassen sie sich nicht nehmen, zeugt sie doch von guter Arbeit über das gesamte Jahr.
Große blaue Trauben ernten die Hobby-Weinbauer, die Plastekisten werden rappelvoll. „Um die neun Kilogramm sind jeweils drin“, liest Klaus Arnoldt von der Waage ab. Jede Kiste wird genau gewogen und das Ergebnis aufgeschrieben. Am Ende steht die Summe von 470 Kilogramm, so viel wie noch nie. „Aus einem Kilo bekommen wir eine Flasche Wein“, hofft er.
Der Jahrgang 2008 brachte wegen des Mehltaus nur 53 Flaschen. Am 13. November sollen diese im Rahmen einer Veranstaltung an die Vereinsmitglieder freigegeben werden. Denn getrunken werden darf der Wein laut gesetzlicher Vorgaben nur vom Verein. Wie in den Vorjahren wird aus den Trauben nun trockener, roter Dornfelder. „Es gibt zwar seit einiger Zeit den Trend, aus blauen Trauben auch Weißwein herzustellen, aber diesen Quatsch machen wir nicht mit“, sagt Harry Hoffmann. Gekeltert wird der Tropfen im Weingut Rollsdorfer Mühle im Mansfelder Land. „Dort, wo das berühmte Saale-Unstrut-Anbaugebiet beginnt“, erklärt Arnoldt, der sich mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung für den Tauchaer Weinberg wünscht.
Erschien am 21. Oktober 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
07. 10. 2009 08:59
Taucha. Es war ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Sieben Schülerinnen der Tauchaer Mittelschule waren über ein Wochenende die „Mütter“ von Babysimulatoren. Lebensgroße, an Puppen erinnernde Hightech-Wunder, die zum einen so schwer wie ein echtes Baby sind und sich zum anderen auch genau so verhalten. Inklusive Schreien, Lachen, Atemgeräuschen beim Schlafen und einem Köpfchen, das immer gehalten werden will. Und einem internen Speicher, der genau aufzeichnet, wie sich die jungen Mütter auf Zeit um ihr Kind kümmern. „Elternbedenkzeit“ heißt das Projekt, das an mehreren Schulen stattfindet und das pädagogische Ziel verfolgt, heranwachsenden Mädchen die Verantwortung für die Mutterrolle näher zu bringen. Jetzt wurden die Daten ausgewertet.
Martina Fritzsche und Melanie Burkhardt vom Kreisverband Nordsachsen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) waren größtenteils zufrieden: „Die Ergebnisse sind im üblichen Rahmen für dieses Projekt“, so Fritzsche. Nahezu alle Schülerinnen erreichten 92 Prozent oder mehr. Nahezu perfekt waren Vivian und Clarissa mit 99 Prozent. „Mist, eigentlich wären 100 Prozent drin gewesen, aber beim Weitergeben meines Sebastians an eine Bekannte haben wir einmal die Kopfstütze vergessen“, sagte Vivian, die sich rührend um „ihren“ Sohn kümmerte. Bei Clarissa kam zur Kopfstütze ein vergessenes Füttern hinzu. „Der Computer im Simulator zeichnet gnadenlos alle Verstöße auf. Und wenn das Baby registriert, dass auf sein Schreien nicht die Flasche an den Mund geführt wurde, gibt das einen Minuspunkt. Insgesamt ist das aber nicht schlimm“, sagte Melanie Burkhardt.
Wirklich schlimm erging es allerdings einem Kind. Wäre es ein richtiges Baby gewesen, wäre es jetzt entweder behindert oder tot. Diagnose: Schütteltrauma. Ein Schock für die junge Mutter, die hier nicht erwähnt werden soll. „Ich habe mein Kind an einen Bekannten gegeben, weil ich weg musste“, so die Schülerin. Offenbar war sich der Bekannte der Ernsthaftigkeit des Experimentes nicht bewusst und wollte den schreienden Simulator durch Schütteln zur Ruhe bringen. Mit Erfolg – das „Baby“ stellte sich tot und reagierte für mehrere Stunden gar nicht mehr. Wie ein echter Säugling, der eine solche Folter durchmachen muss. Immerhin wählte die Schülerin die Notfallnummern, quasi die technische Hotline für die Simulatoren und vertraute sich am Montag der Schulsozialarbeiterin Ulrike Denkiger an, die das Projekt begleitete. „Wichtig ist, dass du dir jetzt im Klaren darüber bist, dass ein Neugeborenes nicht Bekannten anvertraut werden darf“, mahnte Martina Fritzsche und erntete heftiges Kopfnicken der noch immer kreideweißen Probemutter.
Trotz oder gerade wegen dieses Vorfalls und nur wenigen Stunden Schlaf bezeichneten die sieben Schülerinnen das Projekt als durchweg gelungen und sehr schön. „Wir hatten am Montag, als wir die Babys wieder abgeben mussten, schon Entzugserscheinungen. Und im Unterbewusstsein hörte man immer ein leises Schreien. Bei manchen ging es sogar so weit, dass sie Nachts das leise Atmen neben sich vermissten“, beschrieb Svenja die Gefühle. Negative Auswirkungen auf die Kinderwünsche, die fast alle mit „zwei bis drei“ angaben, hatte das Wochenende als Mütter auf Zeit kaum. Spätestens mit 25 Jahren soll bei den Mädchen, Ausbildung und Arbeit vorausgesetzt, die Familienplanung abgeschlossen sein.
Erschien am 5. Oktober 2009 in der Leipziger Volkszeitung.