von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
18. 09. 2009 08:55
“Deutschlands bester Aktfotograf 2009″ – dieser Titel klingt gewaltig. Anheften darf ihn sich Corwin von Kuhwede, Fotograf aus Leipzig. Die älteren meiner Leser werden sich noch dunkel an seinen Bildbald “Leipzig verfällt” erinnern, den ich hier vor längerer Zeit anpries.
Jetzt also sind es Akte, die es dem “Lichtmaler & Bildermacher”, wie er sich selbst bezeichnet, angetan haben. Und so bewarb sich Corwin beim zweiten Fotowettbewerb “Deutschlands bester Fotograf“, den Sigma und das Springer-Blatt “Audio Video Foto Bild” auslobten. Hundert Fotos in mehreren Kategorien kamen in die Endauswahl – der Leipziger siegte mit seinem Bild “Das gefallene Kind” in der Kategorie “Ästhetischer Akt”. Den Preis durfte er im Rahmen des Großen Preises von Italien in Monza entgegennehmen, wo er mit anderen Gewinnern den Porsche-Cup und die Formel 1 verfolgen durfte.
Und warum schreib ich das alles? Natürlich, weil ich das sehr gelungene Gewinnerfoto zeigen will. Darf ich vorstellen: Julia, 20 Jahre, Studentin in Leipzig.
Klick auf das Bild bringt das Bild in Originalgröße.
Gefunden hat Corwin die Hübsche in einem Internetforum. “Sie wollte sich eigentlich niemals von einem anderen fotografieren lassen und fand sich selbst auch schrecklich unfotogen”, sagt der Künstler. Auf Schloss Wrodow fand schließlich doch das Shooting statt. Ein Foto aus der Serie wurde unter anderem auch auf stern.de zu den schönsten Aktbildern gewählt.
14. 09. 2009 11:06
Abermals ein schön animiertes und erschreckend detailreiches Video von Alexander Lehmann. Nach “Du bist Terrorist” rät er nun: “Rette Deine Freiheit“. Unbedingt die Hinweise auf der Website lesen und den Links folgen, um die Argumente nachvollziehen zu können.
Am 27. September ist Bundestagswahl.
10. 09. 2009 12:30
Der Iraker Hayder Mohammed Kadhim absolvierte für acht Wochen ein Praktikum in Leipzig.
Wer an den Irak denkt, dem kommen die Bilder aus dem Fernsehen in den Kopf. Krieg, ein zerstörtes Land und jede Menge Leid. Aber auch ein gestürzter Diktator und die Chance auf einen Neubeginn. Diese Chance nutzte auch Hayder Mohammed Kadhim. Der 29-Jährige stammt aus dem Irak und weilte für ein Praktikum in Leipzig. Er gehörte zu 20 irakischen Bürgern, die in Deutschland arbeiten.
Eingeladen wurden sie vom Projekt „Irak-Horizonte 2015: Heute säen, morgen ernten“, das vom Goethe-Institut, der deutschen Botschaft in Bagdad, dem Bundesverband der Deutschen Industrie und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag initiiert wurde. Ziel ist die Weiterbildung junger Hochschulabsolventen, um im Irak qualifizierte Entscheidungsträger in der Regierung und Unternehmen aufzubauen.

Hayder Mohammed Kadhim verbrachte seine Zeit bei der Leipziger Messe und arbeitete im Auslandsmarketing. Abteilungsleiter Thomas Stenzel hat bereits seit längerem Kontakt in das arabische Land in Vorderasien. „Wir hatten vor anderthalb Jahren mit dem Verein Midan zu tun. Das ist die Deutsch-irakische Mittelstandsvereinigung. Deren Leiter erzählte uns von seinen Erlebnissen. Dass die Menschen dort vorankommen und wieder arbeiten wollen“, so Stenzel. Zudem sei der Irak ein wirtschaftlich interessantes Land mit viel Wachstumspotenzial. Das derzeitige Wirtschaftsvolumen betrage nur zehn Prozent von der ursprünglichen Kraft vor dem Krieg.
Als Hayder vor wenigen Wochen nach Deutschland kam, wurde er zum ersten Mal mit der deutschen Sprache und Mentalität konfrontiert. Deutsch kann er trotz eines Sprachkurses nach der kurzen Zeit natürlich noch nicht. Aber sehr gut Englisch, was wichtig ist, gerade bei Auslandsbeziehungen einer Messegesellschaft. „Ich will alles wissen über den Handel und professionelles Messegeschäft. Es ist doch spannend, wenn Firmen für eine Messe nach Deutschland kommen, um hier Fuß zu fassen oder einfach nur um ihr Land zu präsentieren“, meinte er.
(more…)
01. 09. 2009 11:06
Jahrelang leitete Susanne Tenzler-Heusler die Pressearbeit für die Leipziger Buchmesse und die Games Convention, ab heute ist sie ihr eigener Chef. „Man soll gehen, wenn viele noch ‘Schade’ sagen. Es waren sieben interessante Jahre, in denen ich viel gelernt und erreicht habe. Darauf bin ich stolz“, sagt sie. Mit ihrer Selbstständigkeit – sie gründete die Agentur brandvorwerk_pr – schlägt sie nun laut eigenen Aussageen zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen könne sie sich endlich um eigene Projekte kümmern. Zum anderen profitiert Töchterchen Emma (2) von der neuen Unabhängigkeit ihrer Mutter. „Ich kann nun ganz entspannt neben dem Sandkasten Texte schreiben, während sie spielt, das finde ich prima“, so Susanne Tenzler-Heusler, die mit Thomas Tenzler, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Leipziger Messe verheiratet ist. Erste Projekte gibt es auch, unter anderem bleibt sie dem Thema Buch treu. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Initiative Buchkinder e.V. Dort werde ich Kurse geben und die Pressearbeit betreuen“, sagt die 33-Jährige. Außerdem plant sie mit Fotograf Rainer Justen das Projekt „Siebzigtausend in Leipzig“, bei dem wie zur Montagsdemo am 9. Oktober vor 20 Jahren 70 000 Menschen ihr Gesicht zeigen sollen.

Susanne Tenzler-Heusler mit Tochter Emma und Fotograf Rainer Justen.
Erschien am 1. September 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
17. 08. 2009 11:23
Leipzig. Die meisten kennen sich gut. Aber nicht persönlich und nicht mit ihren richtigen Namen. Frau_Biene, zumpe, roonie_14, laila99, feechen, outist, ritman77, Konni, Bascht oder auch Koze sind Leipziger, die sich über das Internet kennen gelernt haben. Sie unterhalten sich bei Twitter, dem Internetdienst, bei dem man Kurzmitteilungen an wildfremde Leute schicken kann. Die Website Twittermap geht davon aus, dass mindestens 500 Messestädter regelmäßig Dinge wie “Sitze beim Frühstück auf dem Balkon”, “Fahre Straßenbahn” oder “Blödes Wetter heute” in die Welt zwitschern.
Daraus entstand der Wunsch, sich mal persönlich kennen zu lernen. Am Freitagabend trafen sich rund 40 Benutzer im Rosental zum Twitgrillen, einem Grillfest der Twitterer. “Es ist bereits das zweite Treffen, das erste fand im Mai statt”, sagt Organisator Martin Neuhof, 24-jähriger Mediengestalter, der unter dem Pseudonym ritman77 zu erreichen ist. “Es gibt in Deutschland und Österreich bereits mehrere Twitgrillen, so kam ich auf die Idee, das auch in Leipzig zu etablieren”, sagt er. Der Termin wurde im Netz mittels einer Umfrage von den Teilnehmern bestimmt. “Das erste Treffen lief schon sehr gut ab, alle Leute waren sehr nett, so wie man es von Twitterern her gewöhnt war. Darum wollten wir das unbedingt wiederholen”, sagt Martin Neuhofs Freundin Linda Meier , die als LIinLE twittert.
Damit sich alle erkennen, trugen sie große Namensschilder. Was teilweise zu verwirrenden Sätzen wie “Willst du noch eine Bratwurst, Frau dolmetschen_LE?” führte. “Ja, wir haben wirklich Probleme, die echten Namen der Leute zu sagen”, schmunzelte auch Andreas Krüger alias zumpe und Sabine Lau alias Frau_Biene. So blieb es meist bei den Pseudonymen. Noch während des Treffens wurden via Handy Sätze wie “Gerade großes Gruppenfoto beim Twitgrillen” oder “Nett hier” in die Welt geschickt. Am Ende waren sich alle einig, dass dies nicht das letzte Treffen war.
Erschien am 17. August 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
10. 08. 2009 20:57
Taucha. Zum vierten Mal fand am Wochenende das Country-Fest und Biker-Treffen auf dem Schlosshof statt. Alleinveranstalter Rainer Klöpsch bot Countrymusik, eine große Ausfahrt für Motorradfahrer und erstmals einen Linedance-Workshop. Die Besucherzahlen waren im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig.

(more…)
10. 07. 2009 22:21
Ich sage es sehr oft und bei jeder Gelegenheit: Ich bin verknallt in einen Film: Keinohrhasen. Ja, natürlich wegen Nora Tschirner, aber auch wegen Matthias Schweighöfer und Til Schweiger, von dem ich bis zu diesem Film nicht viel hielt. Dieser Film versprüht so viel Lebensgefühl, Ironie, Witz und Traurigkeit, wie es kaum ein Film schafft. Zudem ist der Soundtrack dazu ganz groß.
Am 17 2. Dezember findet Keinohrhasen seine Fortsetzung. Zweiohrküken heißt er. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass ich mich abermals verlieben werde. Verlieben in ein Gesamtkunstwerk, das bitte endlich mal mit diversen Preisen gewürdigt, nein überschüttet werden sollte.
Dies ist der 1000. Eintrag in dieses Blog. Danke an durchschnittlich 7000 echte Leser pro Monat. Dieser 1000. Blogeintrag ist meinem Vater gewidmet. Bitte komm schnell wieder auf die Beine. Wir lieben und brauchen Dich!
Zweiohrküken Soundtrack:
Bei Amazon kaufen (Affilate-Link)
29. 06. 2009 16:14
Taucha. Sie ist mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden, die Tauchaer Rocknacht. Zum bereits siebten Mal unterhielten Live-Bands mit handgemachtem Rock die Besucher vor der urigen Kulisse des historischen Ritterguts. Besucher und Veranstalter zogen ein weitgehend positives Fazit.
In diesem Jahr begann die Rocknacht bereits vormittags. Ab 9 Uhr standen junge Nachwuchsbands auf der Bühne, die um den Sieg im regionalen Vorausscheid zum Deutschen Rock & Pop Preis kämpften. Organisiert vom Deutschen Rock & Pop Verband dient dieser Leistungsvergleich der Nachwuchsgewinnung. „Den Bandcontest gibt es bereits seit 1983“, so Landessprecher Michael Weber. Heute erfolgreiche Bands wie Juli oder Pur seien aus diesem Wettbewerb hervorgegangen oder danach bekannt geworden. Acht Rockgruppen standen auf der Bühne. Zum Sieg reichte es für Audio Appeal aus Leipzig, die ihre Musik selbst als „basslastigen, melodischen Rock“ bezeichnen. Platz zwei ging an die Ostfront Crew aus Taucha, die zu Gitarrenmusik aus der Konserve rappten. „Wir sind normalerweise mit einer Band unterwegs, bei den Mitgliedern gab es aber heute Terminprobleme“, so Rapper Nick Veit. Auf Platz drei landete mit Smashed ebenfalls eine Tauchaer Band.

Die Tauchaer Band Ostfront Crew
08. 06. 2009 09:12
Taucha. Das Eiscafé Galerie unweit des Marktplatzes ist von jeher Ausstellungsort professioneller und ambitionierter Künstler. Seit Donnerstagabend hängen dort aber ganz besondere Werke: Die Hobbykünstler des Malkurses der Tauchaer Außenstelle der Kreisvolkshochschule Delitzsch zeigen ihre Bilder.
Sie heißen „Berge bei Murnau mit See“, „Medusa“ oder „Harlekin“ und es sind durchaus einige Kunstwerke unter den Gemälden, Collagen, Aquarellen oder Tuschezeichnungen. „Diese Vielfalt der eingesetzten Techniken war mir wichtig“, sagt Jürgen Franke. Der Grafiker leitet seit vielen Jahren den Malkurs. „Als ich angefangen habe, hörte ich immer wieder von verschiedenen Seiten, in der Volkshochschule würde man nur Landschaften malen. Das wurmte mich und spornte mich gerade dazu an, eben nicht nur auf Wald, Strand und Flüsse zu setzen“. Und so lernen die Teilnehmer des Kurses beispielsweise auch, wie Porträts entstehen oder Architektur auf Leinwand verewigt werden kann.
Ganz ausgeschlossen sind Landschaften aber nicht, wie die Berge über dem Murnauer Staffelsee von Agnes Kind zeigen. „Die Anregung dafür habe ich von einem Bild von Gabriele Münter“, erzählt sie. Wie Münter habe sie ihr Gemälde im Stil des Expressionismus gemalt. Gleich daneben räkelt sich die Medusa aus der griechischen Mythologie. Sabine Franiel hat sie geschaffen, ebenso wie eine Collage aus Geschenkpapier und Farbe. Seit dem Jahr 2000 – und damit von Anfang an – ist Petra Vetter dabei. „Malen ist gut für die Seele, man kann prima abschalten dabei“, sagt sie und erntet Kopfnicken der anderen Kursteilnehmer.
Für Ingrid Exner, Inhaberin des Eiscafés Galerie, kommt die neue Ausstellung gerade recht zum zehnjährigen Bestehen ihres Ladens. „Es ist schön, bereits so lange für die Tauchaer da sein zu dürfen. Ich freue mich über jeden weiteren Tag“, sagt sie. Die Arbeiten der Volkshochschüler sind etwa zwei Monate lang zu sehen, einige Werke können auch gekauft werden.
Erschien am 6. Juni 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
25. 05. 2009 09:41
Folgende Mail schrieb ich heute an Tommy Jaud, den meiner Meinung nach besten Comedyautor Deutschlands. Die Mail werden nur diejenigen wirklich verstehen, die Jauds 2007 erschienenes Werk “Millionär” auch gelesen haben, was mir aber mal herzlich egal ist.
Sehr geehrter Herr Jaud,
ich möchte nicht aufgenommen werden zu Schulungszwecken. Und ich möchte mich beschweren.Der Grund: Das Lesen Ihres Buches “Millionär” macht einsam. Als ich mir am Samstagnachmittag Ihr Buch kaufte, ahnte ich noch nicht, dass ich damit den Rest des Tages und die Hälfte der Nacht zubringen würde. Bereits im Laden las ich die erste Seite und vergaß so fast, das Buch zu bezahlen. Die Kasse sieht man ja nicht, so mit einem Buch vor den Augen. Zu Hause verschlang ich dann weitere Seiten – sehr zum Leidwesen meiner Frau, denn das Lesen Ihrer Bücher geht nie leise von statten. Nach jedem dritten Satz muss man lachen. Und ich lache sehr laut beim Lesen.
Am Abend, ich hatte das Buch noch immer vor den Augen, versuchte meine Frau dann etwas aberwitziges: Sie setzte sich neben mich, um auch ihrerseits ein Buch zu lesen. Sie werden sich denken, was passierte: Sie hielt es neben mir lachendem und vor Freude zappelndem Menschen nicht lange aus. Und ging ins Bett.
Da saß ich nun. Einsam. Bis 2.45 Uhr morgens. Zu diesem Zeitpunkt ging gerade der Summer von Annabelles alter WG. Und ich stellte mit Erschrecken fest: Ich war gar nicht müde. Hier entstand das zweite Problem: Um diese Uhrzeit noch etwas sinnvolles anzustellen ist schwer – außer man liest Ihr Buch noch einmal. Oder den Vollidioten. Oder den Resturlaub, der sich irgendwie nicht so leicht runterliest. Ich entschied mich für den Fernseher. Dummerweise kamen aber keine Dokus mehr, nicht mal eine Kochsendung. Und daran sind nur Sie schuld!
So, das war’s – ich muss jetzt auch schnell auf spiegel.de schauen, ich glaub, es ist was passiert.
Also, machen Sie’s gut! Sie sind echt Welt!
Viele Grüße,
Daniel Große
Bereits 2007 war ich von Tommy Jauds Vollidiot begeistert. Den “Millionär” habe ich schon lange mal kaufen und lesen wollen, bin nun eigentlich viel zu spät dran – habs aber nicht bereut. Unnötig zu sagen, dass ich das Buch jedem Mann empfehle. Ja, jedem Mann. Für Frauen ist das nix.