Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Kulturelles’ Category

Osterfeuer Taucha: Buntes Treiben auf der Festwiese

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Taucha. Das Osterfeuer zog am Gründonnerstag wieder jede Menge Besucher auf die Festwiese. Tauchaer Vereine und Stadtverwaltung hatten eingeladen, in geselliger Atmosphäre den Winter endgültig zu verabschieden. Ab dem späten Nachmittag gab es für Kinder die Möglichkeit, kleine Ostergeschenke zu basteln oder sich am Knüppelkuchen zu laben. Pünktlich um 19 Uhr entzündete Bürgermeister Holger Schirmbeck das Osterfeuer. „Wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut, die besten Brandstifter der Stadt zu engagieren“, sagte er – um daraufhin selbst, wie andere Helfer auch, seine brennende Fackel an den Holzstapel zu halten. Selbiger schien ein wenig kleiner als in den Vorjahren zu sein. Trotzdem reichte er, um den Besuchern bis kurz vor 21 Uhr wohlige Wärme zu spenden.

Am Feuer standen auch die Plösitzer Jana und Falk Lorenz nebst Sohn Tobias. „Wir kommen jedes Jahr her, weil wir Tauchaer sind. Das ist eine schöne Tradition“, meinte Jana Lorenz. Und ihr Mann ergänzte: „Außerdem wollen wir sehen, ob sich die Organisation verbessert hat, denn wir finden, es geht immer besser.“ Womit er auf den Getränkeausschank anspielte. Dort verbreitete sich einiger Unmut unter den Durstigen, die teilweise bis zu 25 Minuten auf ein Bier warten mussten.

Erschien in der Leipziger Volkszeitung am 11. April 2009.

Alte “Computer-Schwarten” auf Leipziger Buchmesse

Wenn es um Computerspiele geht, führt in Leipzig kein Weg an René Meyer vorbei. Auf der Games Convention stellte der 38-Jährige schon zweimal Teile seiner Spielkonsolen-Sammlung aus. Jetzt ist er bei der Buchmesse dabei – und zeigt Schätze seiner Sammlung von Computermagazinen. Was viele nicht nachvollziehen können, der Journalist und Autor sammelt leidenschaftlich gern „alte Schinken“. In 20 Jahren hat er etliche Raritäten zusammengetragen, so besitzt er das weltweit bedeutendste Magazin der Computergeschichte, die Januar-Ausgabe der „Popular Electronics“. Der Hobbysammler: „Die Studenten Paul Allen und Bill Gates lasen darin vom ersten Home-Computer der Welt, dem Altair 8800. Dieser Moment gilt als ausschlaggebend für die Gründung von Microsoft. Es ist also wirklich Weltgeschichte, die sich in den unscheinbaren Blättern verbirgt.“ Außerdem ist Meyer stolzer Besitzer der Erstausgabe von „Happy Computer“. Das Heft sei darum so wertvoll, weil es zuerst unter dem Namen „Hobby Computer“ erschien. Aus rechtlichen Gründen wurde es ab der zweiten Ausgabe umbenannt. Während der Buchmesse (12. bis 15. März) sind diese und viel mehr Schätze, die René Meyer sonst fein säuberlich geordnet und abgeheftet hat, in der Glashalle zu sehen. Hinter Glas, wie wertvolle Kunstwerke.

Erschien am 26. Februar 2009 in der Leipziger Volkszeitung.

Heinz Rudolf Kunze in Leipzig


Seine Freunde nennen ihn nur Heinz und wenn es ganz schnell gehen muss, ist er auch mit HRK zufrieden. Heinz Rudolf Kunze weilte am Dienstag (3. Februar) für wenige Stunden in der Stadt, besuchte unter anderem Radio Leipzig und warb für sein neues Album „Protest“.
Das erschien Ende Januar und ist, wie der 52-Jährige sagte, kein „genereller Protest gegen irgendetwas. Ich fasse den Begriff sehr weit. Bob Dylan hat mal gesagt, jeder Song kann ein Protestsong sein. Wenn ich also ein Liebeslied schreibe, protestiere ich damit gegen die allgemeine Lieblosigkeit“, sagte Kunze. Bezug auf sein Idol Dylan finden sich auch auf dem aktuellen Album. Das Lied „Möglich“ beispielsweise sei seine Übersetzung des Titels „Death is not the end“. So singt er auch „Es ist möglich, dass es mehr gibt als den Tod.“ Sterben sei auch etwas, wogegen HRK protestiere. „Ich finde es unglaublich, dass ich irgendwann nicht mehr lebe, denn ich halte mich für unentbehrlich“, meinte er. Moderator Jan Lüdtke überzeugte diese Äußerung. „Er ist ein Mensch, der weiß, was er will. Trotz allem ist er nicht überheblich, höchstens sehr bestimmt.“

Das nächste Mal ist Kunze mit seiner Verstärkung am 30. April in Leipzig. In seinem „Stammlokal“, dem Haus Auensee, wie er es ausdrückte. „In Leipzig haben wir schon viele schöne Konzerte und Lesungen gehabt. Im Herbst 1987 gaben wir unser erstes Konzert bei strömendem Regen. Und zwei Monate vor der Wende spielten wir für 50 000 Menschen. Das war faszinierend, man spürte regelrecht, dass etwas passieren würde. Dass die Mauer fällt, war für uns dann doch sehr überraschend.“

Wer an Kunzes Wirken in Buchform will, kann das tun – im Dezember erschien das neueste Buch des Macherner Autoren Holger Zürch. In „Woran man mit mir war“ dokumentiert er Kunzes Schaffen der vergangenen Jahr.

Erschien in kürzerer Form am 4. Februar 2009 in der Leipziger Volkszeitung und in dieser Version auf der Website von Radio Leipzig.

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  • Wer die Games Convention kaputt gemacht hat

    gco.jpgSeit etwas mehr als einer Woche wissen Thomas und ich, wie es mit der Games Convention weitergeht. Zur Vorbereitung auf die GAMES CONVENTION ONLINE, wie die neue Messe heißt, die vom 31. Juli bis 2. August in Leipzig stattfinden soll, erklärte uns das Projektteam bereits eine Woche vor der Pressekonferenz das Konzept. Ein Konzept, von dem wir überzeugt sind, weil Onlinegames ein Wachstumspotenzial haben wie der gesamte Computerspielemarkt um das Jahr 2002 herum. Schnellere Breitbandzugänge, die quasi ständige Verfügbarkeit des Internets an nahezu jedem Standort sind Gründe dafür, dass sich immer mehr Spieler für Browsergames oder Client-basierte Onlinespiele interessieren. Ebenso ist der Markt für Handyspiele ein riesiger, nicht nur wegen des iPhones.

    Dass das neue Konzept nicht jedem gefällt, darüber waren wir und darüber war sich das Projektteam von Anfang an klar. Trotz rund 65 Millionen registrierter Nutzer bei Gameforge und knapp 50 Millionen User bei Bigpoint ist das Thema noch nicht bei allen Gamern angekommen. Das ist logisch, denn der Markt für Onlinespiele funktioniert anders. Hier liegt der Hype nicht auf den neuesten Knallern der ganz großen Studios, hier gibt es kein Nintendo, kein EA, kein Microsoft, Ubisoft und wie sie alle heißen. Es sind die kleinen Nebenbeispiele, aber auch die strategischen Piraten- und Aufbauspiele, die hier die Nutzer fesseln. Und das oft komplett gratis und ohne Zugangsbeschränkungen.

    Es ist schön zu lesen, dass es offenbar doch einige gibt, die das Konzept verstanden haben und die sich freuen auf die neue GCO. Doch manchmal möchte man am liebsten aus der Haut fahren, wenn man den Blödsinn liest, den manche schreiben. Leipzig hätte die Games Convention kaputt gemacht, die Leipziger Messe hätte erst große Töne gespuckt und dann den Rückzieher gemacht, die GC hätte so bleiben sollen wie sie war.

    Wie sie war? Dann müsste der BIU eine komplette Kehrtwende hinlegen und wieder zum bewährten Messestandort Leipzig stehen. Doch davon sind wir ungefähr so weit entfernt wie von einem Leben auf dem Mars. Um das nochmal klar zu sagen, auch wenn ich mir vorgenommen habe, diese emotionale Komponente aus der Diskussion rauszulassen, es war nicht die Leipziger Messe, die sich entschieden hat, die Games Convention kaputt zu machen. Es war der BIU, der sich von Versprechungen der Koelnmesse hat leiten lassen, der meinte, Leipzig sei zu provinziell. Es war der Verband, der alle großen Aussteller an den nahezu äußersten linken Rand der Republik mitgenommen hat, um eine komplett neue Messe aufzubauen, die weitgehend das Konzept der Leipziger GC kopiert.

    Was also blieb der Leipziger Messe übrig? Entweder die Messe komplett abzusagen. Doch das wäre zu einfach gewesen. Stattdessen stützt man sich, wie bereits zu Beginn der GC im Jahr 2002, auf einen Wachstumsmarkt. Eine Spezialisierung in der Spezialisierung. Ob Onlinegames eine eigene Messe rechtfertigen, wird man sehen. Natürlich wird die Ausstellungsfläche kleiner, natürlich werden weit weniger Besucher da sein. Dafür hat man hier die Chance – und es ist wirklich eine Chance – eine Messe zu schaffen, die echte Wachstumspotenziale hat. Wachstumspotenziale, die der normale Spielemarkt längst ausgereizt hat, dazu muss man sich nur mal die stagnierenden Verkäufe und Entwicklungen für PC-Spiele anschauen.

    Ich wünsche mir für Leipzig, für die Gamesbranche und vor allem für das wirklich engagierte Projektteam der GAMES CONVENTION ONLINE, dass die Messe ein Erfolg wird. Dass die Leipziger Messe in der Lage ist, geile Publikumsmessen zu organisieren, hat sie in der Vergangenheit mehr als bewiesen. Ob es auf der GCO auch wieder so spektakuläre Messestände und eine so unbeschreibliche Atmosphäre geben wird, weiß ich nicht. Aber allein die Chance darauf ist es wert, für diese Messe zu kämpfen und hinter ihr zu stehen.

    Thomas und ich tun das bloggenderweise. Denn auch für die neue GCO sind wir die offiziellen Messeblogger. Die versuchen werden, den interessierten Gamern die Themen der Messe schmackhaft zu machen.

    Schnitzeljagd auf Französisch

    Taucha. Kinder und Jugendliche lernen, so heißt es oft, im Spiel am schnellsten. Insofern waren die beiden Veranstaltungen am Montag im Tauchaer Geschwister-Scholl-Gymnasium ausgezeichneter Lernstoff. Doch zum Spiel kam auch harte Arbeit bei den Aktionen in der Bildungseinrichtung. Das war zum einen das Jolkafest der Russisch-Schüler, das bereits zum vierten Mal durchgeführt wurde. Und zum anderen kam als Premiere eine Schnitzeljagd der Französisch-Schüler hinzu. Quer durch Taucha führte diese, auf dem Weg mussten Fragen beantwortet werden.
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  • Ich legte mein Leben in Deine kleine Welt

    Was schreibt der da? Na ein Zitat von Selig. Selig, diese Hamburger Combo, die mit “Ohne Dich” den wohl zugleich schönsten und schrägsten Liebeskummer-Herzschmerz-Song dieses Planeten ablieferte. Genau diese seligen Rocker kommen jetzt wieder, lese ich gerade bei Arno. Das wird groß, da bin ich mir sicher. Ich freu mich schon auf neues Material, gern wieder in diesem Stil.

    Und wer immer noch nicht weiß, wovon der alte Mann da schreibt: Hier, bitteschön, die wohl besten und schönsten Lieder von Selig:

    Ohja, was hab ich gelitten zu diesem Lied. Damals. ;-)

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  • Keine Gebühren für Plakate (Update)


    Es ist doch immer wieder schön zu sehen, wofür die Rundfunkgebühr eingesetzt wird. Besonders jetzt, da wir alle 24 Cent pro Radio und 95 Cent für Radio und Fernsehen mehr ausgeben müssen. Da tut so ein Plakat doch richtig gut. Ein Plakat, das uns mit all seiner Wärme, die das Rot im Kontrast zum weißen Schnee ausstrahlt, mitteilt, dass es ohne die Gebühren auch kein gutes Radio gäbe. Das überzeugt, echt.

    Nichts für ungut, liebe Sputniker, Ihr macht ein gutes Programm. Aber das habt Ihr nicht nötig. Ist überhaupt verwunderlich, dass Sputnik solche Alleingänge (in diesem Fall mit Studenten) macht, obwohl der MDR doch die Gebührenkampagne abgesagt hat. Das knallrote Motiv scheint Sputnik ja gratis bekommen zu haben, den Druck, das Papier und die Miete auf den Plakatwänden zahlen aber wir alle. Obwohl doch eigentlich “gutes Programm” damit gemacht werden sollte…

    Gesehen in der Riesaer Straße in Leipzig. In Leipzig – obwohl Sputnik hier gar keine Frequenz besitzt und lediglich die Hallenser Welle durchdrückt. Rauschen und Kratzen inklusive.

    Update: Laut diversen Hinweisen in den Kommentaren wurden für Gestaltung, Druck und Miete keine Rundfunkgebühren verwendet.

    Heute: Leipzigerin sammelt für Brasilien


    Deutsch-Brasilianerin veranstaltet Benefizkonzert zu Gunsten einer Blinden- und Sehbehindertenstiftung in Brasilien

    Die Leipzigerin Lina Maria Kotschedoff hat eine Vision: Sie will, auch weil Weihnachten ist, einer gemeinnützigen Organisation helfen. Allerdings befindet sich diese nicht in Deutschland, sondern in Brasilien. Die Sehbehinderten- und Blindenstiftung Adevis in Novo Hamburgo, zu Deutsch Neu-Hamburg, benötigt ihre Hilfe. Um Geld für die Initiative zu sammeln, veranstaltet die 25-Jährige heute ein Benefiz-Klavierkonzert im Mendelssohnhaus.
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  • Rechtschreibung im Keller

    Der Onlineversender schneider.de schickt dieser Tage Sonderangebote per Newsletter durch die Lande. Das Niveau ist dabei ganz unten im Keller:

    Die Rechtschreibung leider auch.

    Ich sehe in letzter Zeit diesen Fehler mit “das” und “dass” sehr häufig. Warum zum Teufel kann das keiner mehr? Genauso wie es offenbar schick ist, falsche Artikel zu verwenden. “Ich hab da mal ein Tipp für Dich”. Oder “Ich habe mein Schlüssel vergessen”. Sowas findet sich nicht nur im Netz ganz oft, sondern auch zunehmend in Zeitungen. Hilfe! Lernt wieder Deutsch!

    Ach, hier gibt’s den Newsletter auch online.

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  • Filed under: Kulturelles, Mediales
  • Bundesvision Song Contest 2007 und 2009

    Kennt noch jemand Manja Kendler? Die rothaarige Leipzigern trat im vergangenen Jahr bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest an. “Es ist die Liebe”, befand die sympathische DJane im Reggea-Sound.

    Am Ende reichte es nur für Platz 13. Trotzdem sollte noch 2007 ihr erstes Album bei FourMusic erscheinen. Daraus geworden ist nichts und so wie es aussieht, wird es wohl auch nichts – bei FourMusic scheint Manja nicht mehr unter Vertrag zu stehen.

    Dafür kommt jetzt die Download-Version von Manjas erstem Album. “Wenn Du die Zeit hast…?!” heißt es und es sei noch nicht ganz fertig produziert. “Das ganze ist eine Arbeit, die als Kopfhörerversion veröffentlich wird, um in erster Linie die mp3 Geräte Deutschlands mit Seelenfutter zu bestücken”, heißt es. Ab heute, 21 Uhr, gibt es das Album zum kostenlosen Download. Update: Den Download gibt’s hier.

    Im nächsten Jahr nun soll Sachsen viel besser bei Raabs BuViSoCo abschneiden. Polarkreis 18 wollen mit “The Color of Snow” am 13. Februar 2009 den zur Jahreszeit passenden Sound liefern. Der zweifelsohne gut ist – wobei ich mich immer frage, warum der Sänger so winselt. Zum Verständnis seiner Texte trägt das auf keinen Fall bei.

    Unterstützt wird die Band von Energy Sachsen. Per PM ließ der Sender heute verlauten: “Parallel zum Contest veranstaltet ENERGY Sachsen außerdem eine einmalige Party, wie es sie im Freistaat so noch nie gegeben hat. „Wir wollen noch nicht zu viel verraten. Aber an diese Partynacht wird man sich lange erinnern. Das wird garantiert heißkalt“, verspricht Programmchef Thomas Wetzel. Gut, solange es uns dann nicht ebenso den Rücken runterläuft…


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