Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Lokales’ Category

Kalt- und Warmphasen einer Frau

Der Tauchaer Christian Pörtzel arbeitet seit 2008 hauptberuflich als Flirt-Coach und hilft Männern, ihre Scheu vor Frauen abzulegen und den ersten Schritt zu gehen. Jetzt hat er sein Wissen in Buchform veröffentlicht. „Liebe erarbeiten“ heißt es und will ein unterhaltsamer Beziehungsratgeber sein. „Ich ziele auf junge Männer ab, die Anfänger sind und nicht wissen, wie man eine Frau kennenlernt“, so der 33-Jährige. Das Buch sei keine Anleitung für das weibliche Geschlecht, das wäre aufgrund der Komplexität der Frau auch nicht möglich. „Aber es enthält eine Fehlervermeidungstaktik und ist ein Ratgeber, den man Stück für Stück abarbeiten kann, sich die Liebe erarbeitet“, so Pörtzel. Das mag für manche skurril klingen, für den Flirtlehrer ist das aber ganz normal.



Entsprechend provokant fällt sein Buch aus. So spricht Pörtzel von Kalt- und Warmphasen einer Frau. „Die Kaltphase ist, wenn eine Frau noch nicht Notiz von einem Mann genommen hat. Die Warmphase dagegen beschreibt den Zustand, wenn sie prinzipiell interessiert ist“, meint er. Zudem kategorisiert Pörtzel die Frauen in verschiedene Altersgruppen und klärt auf, was beim weiblichen Geschlecht verschiedenen Alters erreichbar ist. „Ja, das polarisiert, manche könnten das schon für diskriminierend halten. Aber das Buch soll auch unterhaltsam sein. Viele meiner Leser sagten mir, sie hätten das amüsiert gelesen“, berichtet er.

Unter anderem erklärt er den ersten Kuss. „Das kann man für banal halten, aber ich bekomme von meinen Kunden oft die Frage gestellt, wie man richtig küsst und wie man das üben kann“, sagt er. Außerdem behandelt das rund 100 Seiten starke Nachschlagewerk die körperliche Annäherung, den ersten Sex mit der Frau und die Weiterführung der Beziehung. Wer den Kinofilm „Hitch“ mit Will Smith kennt, wird hier einige Facetten erkennen. Es gäbe aber einen entscheidenden Unterschied: „Während ‘Hitch’ Männer mit bestimmten Frauen verkuppelt, bringe ich die Männer dazu, überhaupt den ersten Schritt zu gehen. Meine Kunden haben meist noch gar keine Auserwählte, sondern generell Scheu vor Frauen“, sagt er.

Anekdoten aus seiner täglichen Arbeit mit männlichen Problemfällen hat er dezent eingearbeitet. Etwa die Frage, ob Mundgeruch beim Küssen stören könnte, oder wie verschiedene Sexualpraktiken funktionieren. „Ich komme mir manchmal wie der Dr. Sommer aus der Bravo vor“, lacht er. Generell wünscht sich Christian Pörtzel mehr Kreativität bei den Männern. „Es ist manchmal erschreckend, wie einseitig sie an die Frau herangehen, etwa bei der Frage der Freizeitgestaltung. Kino und Billard, da hörts meist schon auf. Das sollte sich ändern.“

Christian Pörtzel: „Liebe erarbeiten“, Hardcover. Für 18.90 Euro im Buchhandel. ISBN: 978-3844804690

Text erschien am 7. Januar 2012 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Kommunen strotzen vor Energie – Volldampf voraus

    Nachfolgender Text erschien in “WERTE” – Kundenmagazin der Sachsen Bank Nr. 3/2011

    Der Ausstieg aus der Atomenergie stellt Politik, Energieversorger und -erzeuger vor große Herausforderungen. Kommunale Stadtwerke in Mitteldeutschland nutzen den Wandel als Chance und investieren kräftig.

    Im Frühjahr hielt die Welt den Atem an. Auf das Erdbeben in Japan folgte ein Tsunami, der die größte atomare Katastrophe seit Tschernobyl auslöste – und einen Bewusstseinswandel der deutschen Bundesregierung bewirkte. Der Ausstieg aus der Kernkraft bis 2022 wurde verkündet. Die abrupte politische Kehrtwende stellt nicht nur die privatwirtschaftlichen Energieversorger vor Herausforderungen, sondern verlangt auch von den kommunalen Stadtwerken ein Umdenken. Doch die öffentlichen Anbieter sind gut vorbereitet. Seit Jahren bereits verfolgen sie mit der Errichtung von Windparks, Solar- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen einen zielstrebigen Weg in Richtung ökologische Energieerzeugung. (more…)

    Wie der “Kreuzer” Anzeigenkunden akquiriert

    Gestern nachmittag erhielt ich eine E-Mail. “Information der kreuzer-Anzeigenabteilung” stand im Betreff. Das Leipziger Stadtmagazin informierte in blumigen Worten über ein Hochzeits-Spezial in der Februar-Ausgabe.

    Ein Auszug:

    Das kommende Hochzeits-Spezial der kreuzer-Redaktion gibt Ihnen die Möglichkeit, diese oder auch eine der vielen weiteren sich aufdrängenden Fragen zu beantworten. Eine mehrseitige Zusammenstellung aus interessanten Beiträgen zu Hochzeits-Themen wie Fotografie, Frisuren oder Maßanfertigungen bietet das optimale Umfeld für Ihre Anzeige zum schönsten Tag im Leben.

    Auch ein Link zu den Mediadaten war dabei. Wenn man Fragen hätte, dann würde man die am Besten persönlich klären. Am Telefon oder “an Deck im Verlag”.

    Ein wenig wunderte ich mich schon, warum ich diese Mail bekam. Als ich dann sah, dass die Mail ursprünglich an einen Kunden von mir gerichtet war (dessen Mails ich aber im Rahmen unserer Zusammenarbeit empfange), kam zur Verwunderung auch Verärgerung dazu. Diese Mailadresse ist recht frisch, die Website existiert erst seit 1. November, die Mailadresse steht nur auf der Website im Impressum zu lesen.

    Der Kreuzer akquiriert also Anzeigenkunden per E-Mail auf Adressen, die er vorher im Internet zusammengesucht hat. Kurz: Er spamt. Und ist damit nicht besser als die Pillen-, Uhren- und Euro-Lotto-Spammer, die täglich die Mailaccounts verstopfen.

    Besonders viel Professionalität bewies die kreuzer-Anzeigenabteilung auch bei der Wahl des Mailprogramms. Unter der Mail stand zu lesen:

    Dieses E-Mail wurde mit einer unregistrierten Version von MaxBulk Mailer versandt. MaxBulk Mailer ist ein neues einfach zu bedienendes Serien-E-Mail Programm für den Macintosh.

    Ich wusste nicht, dass der Kreuzer nicht mal 60 Euro für ein Programm übrig hat, das immerhin die ehrenvolle Aufgabe hat, Anzeigenkunden zu generieren. Zudem scheint die Kreuzer-Anzeigenabteilung die Anleitung nicht richtig gelesen zu haben. Wäre das so, wäre vielleicht wenigstens die Ansprache persönlich ausgefallen. Stattdessen begnügte man sich mit der allgemein gültigen Ansprache “Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Hochzeitshelfer und Trauungsfreunde”.

    Entsprechend verärgert fragte ich per Mail zurück, ob diese Art und Weise der Neukundengewinnung denn zielführend wäre. Die Antwort überraschte mich dann doch sehr. Es wäre “durchaus branchenüblich, Serienmails – auch unpersonalisiert – zu verschicken”. Außerdem würde man davon Abstand nehmen, wenn “diese Form des Anzeigenmarketings uneffektiv” wäre. Dem sei aber zum Glück nicht so. Wenn ich Fragen zur Anzeigenschaltung hätte, könnte ich mich ja melden.
    Extrem flaches Fahrwasser, auf dem der Kreuzer da schippert. Auf diese Frechheit antwortete ich ziemlich spitz zurück: “Wunderbar, wenn Spamming für Sie sogar lukrativ ist. Weiter so! Dann löschen Sie aber bitte die Mailadresse xyz aus Ihrem Verteiler.” Selbiges wurde bestätigt, allerdings mit dem Hinweis, dass man meine Kommunikation doch “sehr bedenklich” finde und hoffe, dass ich mit meinen Kunden charmanter umgehen würde.

    Nun, darüber müssen sich die Serienmailer des Kreuzers nicht ihre Köpfe zerbrechen. Wohl aber über die Rechtslage in Deutschland. Ich könnte jetzt diverse Urteile und Grundsätzlichkeiten dazu posten. Oder anmerken, dass bereits das Speichern der Mailadresse meines Kunden ohne dessen Einwilligung oder Information strafbar ist. Aber vielleicht ist das ja in den Augen des Kreuzers auch “branchenüblich”.

    Um es gleich vorweg zu nehmen. Ja, ich bin auch freier Mitarbeiter der LVZ bzw. des LVDG und veröffentliche ab und zu in den Medien des Verlages Texte und Fotos. Aber nein, dieses Posting steht dazu in keinem Verhältnis.

    Radio PSR: Veränderte Morningshow ab Montag (Update)

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    Ursprünglich war hier die Rede davon, die Steffen-Lukas-Show bei Radio PSR würde ab Montag nicht mehr existieren. Dem ist nach Senderangaben nicht so. Vielmehr werde das Konzept der Sendung verändert.

    Am 21. November übernahm der “alte Ami” Rik De Lisle den Posten des Programmchefs bei Radio PSR. Ab Montag sind die Auswirkungen der Übernahme durch den erfahrenen Radiomann bereits zu hören – mit einer veränderten Morningshow. Die Steffen-Lukas-Show wird um weitere Moderatoren bereichert.

    Bereits heute Morgen konnte man hören, wer ab Montag die Sachsen wecken soll: Gleich fünf Stimmen leistet sich Radio PSR künftig bei der Morgensendung: Neben Steffen Lukas sind dann auch Stefan Große und Kati Huhn zu hören. Das Wetter präsentiert Claudia Schier, den Verkehr spricht Karolin Ficiolka.

    Auf der Facebook-Seite des Senders wurde heute Morgen bereits bestätigt, dass es die veränderte Show ab sofort von 5 bis 10 geben wird.


    Mittlerweile ist die Bestätigung seitens Radio PSR wieder gelöscht.

    Bislang sieht es nicht so aus, als ob Ulrich “Uli” Müller zurückkommt. In der Pressemitteilung zu Rik De Lisles Antritt hatte es geheißen, er müsse aus “persönlichen Gründen eine Auszeit nehmen”. Glaubt man Insidern, herrsche bei Radio PSR intern seit De Lisles Amtsantritt eine gedrückte Stimmung. Sendersprecher Nico Nickel dementiert das. Im Radiozentrum herrsche eine super Stimmung, es gäbe keinen Grund für schlechte Laune.

    Update, 5. Dezember 2011:
    Nachdem der Anteil von Steffen Lukas in der so genannten Steffen-Lukas-Show auf die Rollen des Opa Unger und Harry Werner reduziert worden ist, ist es glaube ich nicht ganz falsch, wenn ich diese Grafik des ursprünglichen Beitrages wieder einfüge:



    Sehr merkwürdig auch, dass das neue Team auf der Seite zur Show nicht erwähnt wird. Moderatorin Kati Huhn taucht zudem auch noch nicht auf den Team-Seiten auf. Langsame Online-Redaktion?

    Hochaktuell ist dagegen die Facebook-Seite von Radio PSR. Allerdings nicht durch den Sender selbst, sondern durch die Hörer. Die Reaktionen dort auf die neue Morningshow gleichen ein wenig denen, die es nach dem Mini-Relaunch von JUMP, pardon MDR JUMP auf der dortigen Facebook-Seite gab.

    So schreibt ein Fan etwa:

    Kritisch anzumerken wäre jedoch, dass man diese “Renovierung” den Hörern einfach so, ohne jede Ankünding und Information “vor die Füße wirft”. Wäre es wirklich ein Problem gewesen, das Steffen am Freitag oder heute morgen ein paar Sätze dazu verloren hätte? Die Morningshowmoderatoren sind für die meisten Hörer wie ein Teil der Famile, und da gebietet es einfach der Anstand, das man sich verabschiedet, bzw. sich die neue Mornincrew auch als solche Neue vorstellt, bzw. dass man nicht so tut, als wäre alles immer schon so gewesen…

    Ein weiblicher Fan kommentiert:

    Gut, dass im Radio immer mal der Name “Radio PSR” erwähnt wird, sonst könnte man echt denken, einer hat den Sender verstellt….. ich bin enttäuscht!

    Eine weitere Wortmeldung lautet:

    Uli weg, Steffen weg!!! Alles mal so, ohne Wort!!!! Für wie blöde haltet Ihr uns. Als Antwort dann dieses Standard blabla…. Warum werden wir denn für so dumm verkauft??? Haben wir kein Recht auf die Wahrheit, damit könnten viele Hörer besser leben. —- Steffen melde Dich, wenn Du im Haus bist. —-

    Darauf antwortet Radio PSR:

    Liebe Eva, wir wollen euch nicht für dumm verkaufen und tun das auch nicht. Zu Uli haben wir in den letzten zwei Wochen wiederholt Auskunft gegeben. Im Moment gibt es da nicht mehr zu zu sagen. Und auch in Sachen Steffen sind wir offen: Steffen ist weiter im Team, ist weiter zu hören. Da wir aber momentan ein wenig renovieren, ist Steffen manchmal mehr und manchmal weniger zu hören. Veränderungen gehören dazu, das werdet Ihr Verstehen. Aber noch einmal: Steffen bleibt!

    Klingt wie ein bockiges Kind…

    Als Standard-Antwort bekommen Hörer, die nach Steffen Lukas fragen, derzeit reihenweise folgende Aussage präsentiert:

    Hallo, Steffen ist da und kümmert sich gerade besonders darum, dass Deine Lachmuskeln etwas zu tun bekommen. Er heckt neue Telefonstreiche aus und hält Opa Unger und Harry Werner bei Laune. Also dran bleiben und Spaß haben! Dein Team der Steffen Lukas-Show

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  • Filed under: Lokales, Mediales
  • Branchenbuch-Abzocke: Aktuelle Rechtssprechung gegen Betreiber

    Das Amtsgericht München hat entschieden, dass das Formular eines Adressbuchverlags dann täuschend ist, wenn es die Begründung einer Entgeltpflicht und die Laufzeit des Vertrages nicht mit der erforderlichen Deutlichkeit erkennen lässt.

    Im vorliegenden Fall hatte das Unternehmen seinen Irrtum bemerkt und den Vertrag wegen arglistiger Täuschung angefochten. Dies zeigt einmal mehr, dass man durchaus reagieren sollte, wenn man Rechnungen eines windigen Branchenbuch-Abzockers bekommt.

    Mehr dazu auf juris

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  • Kosmetische Anpassungen bei MDR JUMP ab Montag

    Am Montag, den 29. August soll JUMP, die Popwelle des MDR anders klingen. In der Radioszene kursieren angeblich seit Monaten Gerüchte um die Neuausrichtung des Senders, der im Jahr 2000 mit viel Elan und schönen Ideen startete, um danach sehr schnell abzubauen. Heute wurden in einer Pressemitteilung die Details mitgeteilt. Eines wird danach klar: Es sind eher kosmetische Änderungen. Und Innovationen kann man wohl nicht erwarten.

    Wichtigste Neuerungen: Die Zugehörigkeit zur Dreiländeranstalt MDR wird wieder deutlicher hervorgehoben. Aus JUMP wird MDR JUMP. Und der Sender wird “erwachsener”, wie es Sprecherin Susanne Odenthal formulierte. Künftig werde der Hörer verstärkt mit “Sie” angesprochen.

    Morningshow. Wie alle anderen.
    Die Morgenschiene übernehmen Sarah von Neuburg und Lars-Christian Karde, die von RPR1 kommen.
    Inhaltlich sind keine Überraschungen zu erwarten – die Pressemitteilung spricht von “gut gelaunten und bestens informierten” Moderatoren. Neben den Themen des Tages gebe es Comedy, Musik und viel Service, halbstündlich ausführliche Nachrichten mit einem hohen Anteil regionaler Meldungen. Alle 15 Minuten will man Wetter und Verkehrs-Updates bieten. Und prominente Gäste sollen auch zu Wort kommen. Also genau das, was alle anderen Sender morgens auch bieten.

    Entsprechend grotesk wirkt da das Zitat von Hörfunkdirektor Jörg-Michael Möller: „Das ganze Redaktionsteam hat in den letzten Wochen und Monaten hart und mit großer Begeisterung an den Veränderungen gearbeitet. Mit dem neuen MDR JUMP haben wir ein Radioprogramm weiterentwickelt, das eine echte Abwechslung bieten soll. Es ist ein klar erkennbar öffentlich- rechtliches Unterhaltungsprogramm für die 20-49-Jährigen. MDR JUMP will der Soundtrack Mitteldeutschlands werden.“

    Okay, vielleicht bietet ja der Rest des neuen MDR JUMP etwas, das diesem Zitat gerecht wird.

    Sport am Samstag. Wie alle anderen.
    Nein, leider nicht. Als weitere Neuerung habe man den Fußball in der Sendung MDR JUMP AM WOCHENENDE (ja, das schreit wirklich so in der Pressemeldung) entdeckt. Ab 16.55 Uhr gibt es die “legendäre ARD-Schlusskonferenz” live und in voller Länge mit allen Spielen der 1. Bundesliga. Vielleicht interessiere ich mich zu wenig für den Ballsport, um jetzt vor lauter Begeisterung durch die Decke zu gehen. Aber ist es außerdem nicht so, dass MDR Info und andere MDR-Wellen ohnehin schon Fußball live bringen? Mal davon abgesehen, dass Fußball im Radio so ziemlich das nervigste ist, was es geben kann. Und auch davon abgesehen, dass quasi alle anderen Radiostationen am Wochenende außer dem Thema Sport nichts weiter kennen. Innovation am Samstag beim “neuen” MDR JUMP also auch Fehlanzeige.

    Seichtes am Vormittag. Wie alle anderen.
    Belanglos Ungefährlich soll der Vormittag werden. Bernadette Hirschfelder kommt von 9 bis 12 Uhr mit Stars und Sternchen, Lifestyle, Ratgeber und Service. Und einem “guten Mix aus Infotainment und Musik.” Also der perfekte Dudelfunk, den andere auch am Vormittag bieten. Das mag verlässlich und erprobt sein. Man fragt sich allerdings, wo hier die “harte Arbeit” ist, von der Möller spricht.

    Aufgebohrtes “JUMP weltweit”
    Mit ein wenig Wohlwollen könnte man das neue Mittagsmagazin MDR JUMP AM MITTAG als Neuerung bezeichnen. Von 12 bis 14 Uhr wollen Matthias Rohrschneider und Marko Ramm (im 14-tägigen Wechsel) von Montag bis Freitag Informationen aus der Region und die wichtigsten Ereignisse in Deutschland und der Welt bieten. Dafür wird das ARD-Korrespondenten-Netzwerk genutzt, wie man das schon von den bisherigen 12-Uhr und 18-Uhr-Nachrichten “JUMP weltweit” kannte. Jetzt eben aufgebohrt auf zwei Stunden. So ähnlich hatte das Sputnik ja schon mal im Programm. Ein Musikstück, ein Korri, ein Musikstück, ein Korri – ein MDR Info mit Musik.

    Doppelmoderation am Nachmittag.
    Von 14 bis 18 Uhr moderieren dann Miriam Schittek und Chris Derer MDR JUMP AM NACHMITTAG. Die Doppelmoderation hat man sich vielleicht von Sputnik abgeguckt, das vor einigen Jahren damit begonnen hatte, quasi jede Sendung mit zwei Moderatoren auszustatten. Inhaltlich sind keine Überraschungen feszustellen: “Die beliebten und bekannten Moderatoren informieren unterhaltsam, geben Updates zu den Themen des Tages und sind intensiv mit ihren Hörern im Gespräch. Außerdem gibt’s Veranstaltungstipps für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – und wie gewohnt den verlässlichen Verkehrsservice von MDR JUMP.”

    Rockenberg jetzt am Abend
    In die Abendschiene hat man Jörg Spranger alias Tino Rockenberg, den bisherigen Morgenmann, versteckt. Montags bis freitags von 18 bis 22 Uhr will er sich auf die Musik und die Stars konzentrieren. “Es geht um Musik!”, ruft die Pressemitteilung. “Starnews aus aller Welt” wolle man bieten, dazu das “Album der Woche” (hey, genau wie Energy!) und vieles mehr. Außerdem soll es Donnerstags eine “interaktive Radioshow mit spannenden Themen und Gästen geben”. Was ein bisschen klingt wie “Eine Stunde mit…”, das einst Julia Janke bei Energy moderierte.

    Warum?
    So. Und warum nun dieser launige Blogbeitrag? Weil ich es nicht verstehe. Man versucht aus JUMP, das seit Jahren bei um die 110.000 Hörer dahindümpelt (und das bei DER Reichweite), wieder etwas zu machen und spricht vom “neuen” MDR JUMP. Letztlich sind es aber kosmetische Änderungen, von denen die Pressemitteilung spricht. Innovationen, wie es sie einst bei Sputnik gab, sind Fehlanzeige. Stattdessen springt man auf das, was alle machen, auf und bietet Dudelfunk mit seichten Informationen vom Feinsten. Ja nicht auffallen, der Hörer hat sich doch grad so schön dran gewöhnt, dass Radio nur ein Begleit- und kein Einschaltmedium ist.

    Es mag ja sein, dass die Pressemitteilung nicht alles verrät und wir am Montag vollkommen überrascht werden. Was aber wohl eher unwahrscheinlich ist. JUMP soll laut der Sprecherin übrigens auch kein neues Logo bekommen, auch wusste sie nichts von einer neuen Verpackung. Und von der Musik steht auch nichts in der Pressemitteilung.

    Da hofft man ja irgendwie, dass das Ganze nicht so klingen wird wie dieser informationsleere Trailer:
    Trailer für die neue JUMP Morningshow by radiowoche

    Update, 29.August, 8.54 Uhr:
    Der erste Eindruck bestätigt die obigen Interpretationen der Pressemitteilung. Das Jinglepaket wurde ein wenig angepasst, die neue Station-Voice Jan Garcia bzw. die Jingles sind viel zu leise und kraftlos. Die Musikbetten plätschern vor sich hin. Die neuen Morgenmoderatoren Sarah von Neuburg und Lars-Christian Karde sagen in gefühlt jedem Take, dass sie die Neuen seien, klatschnass geschwitzt sind (wie appetitlich am Morgen) und man sich wohl erstmal an sie gewöhnen muss. Souverän ist etwas anderes. Als Claim, oder besser gesagt Floskel, wurde “Echte Abwechslung für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen” auserkoren. Die Sie-Ansprache klingt ungewohnt, aber das war zu erwarten.
    Im Gesamtbild mit der Musikmischung aus Aktuellem, 80ern und deutscher Musik ergibt das “neue MDR JUMP”, für das das Team laut Hörfunkdirektor Möller so lange und hart gearbeitet habe, genau das, was bereits auf anderen Wellen aus dem Äther kommt. Nur eine Spur langweiliger. Auch auf der Facebook-Seite des Senders machen Hörer ihrer Verwunderung bis Verärgerung Luft und drohen mit Senderwechsel. Außerdem scheint sich ein Kommunikationsproblem abzuzeichnen. Diverse Hörer sind verwundert, welche Stimmen sie da seit heute begrüßen und warum ihr Sender so sehr anders klingt als vorher. Rockenberg mag mit seiner teils rotzigen Art umstritten, aber eben doch mehr geliebt zu sein. Und das “Sie” verstehen nur wenige. Hier hätte man womöglich statt auf den Überraschungseffekt doch auf Aufklärung im Vorfeld setzen müssen. Dafür gibts jetzt Erklärungsversuche und Durchhalte-Parolen der Moderatoren.
    Das einzige, was wirklich schick ist, ist die neue Website. Klar strukturiert, sehr aufgeräumt. Gefällt.

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  • ma 2011 Radio II in Sachsen: Gewinne und böse Verluste

    Die aktuelle Radio-MA ist durch. Nach den Methodenveränderungen bei der ma 2011 Radio I gab es diesmal keine Veränderungen. Die Zahlen spiegeln die Ergebnisse der Befragungen von Januar bis April 2011 wider und sind uneingeschränkt mit der ersten ma 2011 vergleichbar. Hier die trockenen Zahlen für Sachsen mit sehr guten Gewinnen und bösen Verlusten.

    JUMP: 113.000 (plus 2000)
    Energy Sachsen: 48.000 (minus 19.000)
    Hitradio RTL Sachsen: 181.000 (plus 49.000)
    MDR 1 Radio Sachsen: 416.000 (plus 42.000)
    R.SA: 153.000 (plus 12.000)
    Radio PSR: 215.000 (plus 9.000)
    Sachsen-Funkpaket (Radio Leipzig usw.): 159.000 (minus 12.000)
    Quelle: reichweiten.de, Basis: Gesamt, Angebote: Sachsen, Zielgruppe: Sachsen. Hörer pro Durchschnittsstunde Mo-Fr, 14-49 Jahre

    Damit ist Hitradio RTL in Sachsen zum zweiten Mal in Folge der absolute Gewinner, was die Zuwächse angeht. Erstmals ist Hitradio RTL auch wieder vor R.SA. Das Minus für Energy ist bedauerlich. Im Radiozentrum gibt man sich wirklich Mühe, ein passgenaues Programm für die Zielgruppe zu erarbeiten. Die Schwankung bei den Lokalradios in Leipzig, Dresden usw. ist auf normalem Niveau und nicht kritisch. Nachdem es für MDR 1 Radio Sachsen beim letzten Mal nach unten ging, konnten nun wieder mehr Hörer begeistert werden.

    Laut Radiozentrale ist die Radionutzung in Deutschland auf unverändert hohem Niveau.

    O-Punkt S-Punkt, Tino Standhaft und viel Regen beim Sommerfest

    Taucha. Wer ein Sommerfest veranstalten will, kann für alles sorgen: Ein Festzelt, gute Musik, Essen und Trinken. Was man nicht planen kann, ist das Wetter. Und so fiel das Sommerfest auf dem Gut Graßdorf am Freitag herbstlichen Temperaturen und am Sonnabend dem Regen zum Opfer. Echte Partystimmung wollte daher nicht aufkommen.

    Dabei hatte Veranstalter Carsten Wulf im Vorfeld alle Voraussetzungen getroffen: Mit Olaf Schliebe holte er am Freitag abermals den in Taucha mittlerweile bekannten DJ in die Stadt. Als „DJ O-Punkt S-Punkt“ ging Schliebe in den 1990ern mit seiner Sendung „High Energy“ bei Energy Sachsen in die Radiogeschichte ein, moderierte später bei oldie.fm, dem heutigen R.SA. Wer dem quirligen DJ zuschaut, kann kaum glauben, dass er bereits 57 Jahre alt ist. „Hand drauf, ich scherze nicht“, lächelte er, als er die Skepsis bemerkte. Seit 35 Jahren legt er bei Festen, Privatpartys und anderen Veranstaltungen auf, unter anderem auch im Tauchaer Club Einigkeit. „Von dort kennen mich viele und wissen, dass ich eigentlich der Oldies-Mann bin. Da gibt es dann bei manchen Partys wie dieser hier enttäuschte Gesichter, wenn ich eher Querbeet auflege, aber ich versuche, die Mischung zu wahren“, so der Leipziger.

    Olaf schliebe 2

    Am Sonnabend unterhielt dann der Ausnahmegitarrist Tino Standhaft das Festzelt vor der Reithalle. „Der Dauerregen war natürlich hinderlich, da bewegte es nicht viele nach Draußen“, resümierte Carsten Wulf. „Das Zelt war trotzdem recht voll, Tino hat wunderbar gespielt und viel Applaus eingeheimst“, so der Veranstalter.

    Sorgen machen ihm die zunehmenden Beschwerden der Anwohner über die Lautstärke seiner Events. „Trotz Ankündigung und Genehmigung stehen immer wieder Leute hier, die um Ruhe bitten“, so Wulf. „Wir können das ja verstehen und wollen auch niemanden mit Absicht verärgern. Aber wir planen für die Zukunft und können nur auf Verständnis hoffen“, sagt Wulfs Lebensgefährtin Margot Witt. Als Kompromiss werde ab 22 Uhr die Lautstärke bereits gedrosselt. Ein wenig Besserung könnte nach dem Umbau eintreten, der derzeit in vollem Gange ist. Direkt im Gut entsteht neben der Reiterklause ein Veranstaltungssaal, der für etwa 200 Gäste ausgelegt ist und in dem dann auch Disco stattfinden könnte.

    Erschien am 4. Juli 2011 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Filed under: Kulturelles, Lokales, Musikalisches, Wirtschaftliches
  • Beethovens Neunte für Japan

    Beethovens 9. Sinfonie wird am Pfingstmontag im Gewandhaus aufgeführt. Zu dem Konzert laden die Deutsch-Japanische Gesellschaft Leipzig und die Kampfkunstschule Yoseikan. Es musizieren der Metropolitan Freude Chor Tokio und der Festchor für 150 Jahre Freundschaft Deutschland-Japan. Das Konzert beginnt 15 Uhr im Großen Saal, bereits ab 12 Uhr findet im Hauptfoyer eine Erlebnisausstellung zu japanischen Themen statt. Die Einnahmen kommen einem Kinderheim im von der Reaktor-Katastrophe betroffenen Gebiet Japans zugute.

    „Ursprünglich war geplant, den Erlös für unser zukünftiges deutsch-japanisches Kulturzentrum zu nutzen“, so Jörg Schiffner, Inhaber der Kampfkunstschule Yoseikan. In Großzschocher wollen er und Thomas Schulze von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Leipzig der Entwicklung Rechnung tragen, dass sich in der Stadt immer mehr Menschen für die japanische Kultur interessieren würden. Für das Projekt begeistern konnten sie Akio Takano, Pressesprecher des Bach-Archives. „Er war im Frühjahr Teil einer Leipzig-Delegation in Tokio. Dort hat er vor hochrangigen Managern der japanischen Wirtschaft für das Projekt geworben. Leider wackelte drei Tage später die Erde – mit den bekannten Konsequenzen“, berichtet Jörg Schiffner. Als die ersten Bilder aus der Katastrophenregion eintrafen, war für die Organisatoren des Konzertes klar, dass die Bestimmung des Erlöses umgewidmet wird. „Wir wollen ein Kinderheim unterstützen, das von drei deutschen Franziskaner-Schwestern betreut wird. Nach dem Erdbeben ist es unbrauchbar geworden, die Kinder leben derzeit in einer Turnhalle“, so Schiffner.

    Die Idee vom Kulturzentrum ist trotz aller Rückschläge auf der Suche nach einer Finanzierung nicht gestorben. Ein Dreiseitenhof in Großzschocher befindet sich bereits in Schiffners Besitz, in dieser Woche soll die Bauvoranfrage an die Ämter verschickt werden. „Wir wollen Kampfkunst mit anderen japanischen Kunstformen kombinieren“, kündigt Jörg Schiffner an. Durch die Verbindung mit Kaligraphie, Tuschmalerei, japanischer Druckkunst, Origami und Gesundheitsdisziplin basierend auf Yoga könne ein Ort entstehen, an dem man die fernöstliche Kultur erleben könne. Die Baukosten schätzt er auf vier Millionen Euro – die Finanzierung ist ungeklärt. Sponsoren werden gesucht. In einem ersten Schritt soll ein Trainingsraum gebaut werden.

    Benefizkonzert für Japan, Ludwig van Beethoven: 9. Sinfonie d-Moll op. 125, Karten ab 25 Euro. Beginn: 15 Uhr, ab 12 Uhr japanische Erlebnisausstellung im Foyer, nur für Besucher des Konzerts.

    Erschien am 9. Juni 2010 in der Leipziger Volkszeitung, Kultur

    Die Verbraucherzentrale Sachsen ist eine anbieterunabhängige, überwiegend öffentlich finanzierte, gemeinnützige Organisation. Ziel ihrer Arbeit ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher in Fragen des privaten Konsums zu informieren, zu beraten und zu unterstützen.

    Quelle

    Kurz gesagt: Die Verbraucherzentrale berät ausschließlich Endverbraucher, müsste (und dürfte) sich um solche Dinge wie die neuerdings massiv auftauchenden Branchenbücher im Internet also nicht kümmern. Da aber immer mehr Selbstständige und Freiberufler bei der Verbraucherzentrale bezüglich der verschiedenen Varianten der Eintragsdienste vorsprechen, hat man jetzt reagiert. In einer Pressemitteiung geht man auf verschiedene Abzock-Anbieter ein und rät dann…

    … auch scheinbar kostenlose Offerten genau durchzulesen und auf versteckte Kostenhinweise zu prüfen. Die Kosten können sich auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen finden. Wer darauf reingefallen ist, kann den Vertrag unter Umständen wegen arglistiger Täuschung anfechten. Ein Widerrufsrecht besteht dagegen nur für den so genannten klassischen privaten Endverbraucher, nicht aber für Gewerbetreibende, Selbstständige oder Freiberufler. Diese sollten sich zur Unterstützung an ihre Kammern (IHK, Handwerkskammer oder Verbandskammer) wenden oder einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen.

    Dass die Verbraucherzentralen in Deutschland überhaupt von Unternehmern angerufen oder besucht werden, liegt meiner Meinung nach auch an der Polizei. In Gesprächen mit betroffenen Unternehmern wird immer wieder deutlich, dass viele Polizeireviere offenbar durch Stellenabbau und sonstige Personalnot kaum noch Kapazitäten haben, eine Anzeige aufzunehmen. Stattdessen wird mit fragwürdigem Sach- und Rechtsverständnis die Sache abgewiegelt – und die Unternehmer zur Verbraucherzentrale geschickt. Letzteres hat dann aber meiner Meinung nach nichts mehr mit Personalknappheit zu tun, sondern mit mangelnder Schulung und Aufklärung der Beamten.


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