Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Lokales’ Category

Dem Silbermond ganz nah

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So nah sind Silbermond-Fans ihrer Band nur selten. Am Mittwoch durften 100 Hörer von Radio PSR in einem Konferenzraum des Senders am Leipziger Markt die Bautzener Musiker live und unplugged erleben. Sängerin Stefanie Kloß und ihre Mannen gingen auf Tuchfühlung mit dem Publikum, immer wieder preschte die 24-jährige Frontfrau ganz nach vorn, forderte La-Ola-Wellen oder hielt das Mikro in Richtung ihrer Fans, die begeistert und lautstark mitsangen. Zu Hören gab es Kracher der Formation, die kürzlich erst den MTV Europe Music Award in der Kategorie Bester deutscher Act gewann, wie „Tanz aus der Reihe“ und „Nicht mein Problem“, aber auch die sanften Balladen „Das Beste“, „Irgendwas bleibt“ und „Symphonie“.

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Unter den Zuhörern in dem kleinen und durch die Scheinwerfer sehr heißen Raum waren auch Nadine und Martin Faßhauer. Das junge Ehepaar hatte die Karten für das Konzert in der LVZ gewonnen. „Wir sind keine Hardcore-Fans, hören die Lieder aber sehr gern“, sagte Martin Faßhauer. „Ja, vor allem die ruhigen Stücke gehen unter die Haut, es war sehr schön“, stimmte Nadine zu, die bereits die finnische Band Sunrise Avenue in einem ähnlichen Clubkonzert hautnah erleben durfte.

Romantisch wurde es bereits vor dem Konzert. Michael Arping aus Weißenborn machte seiner Freundin Claudia Faßke vor den versammelten Gewinnern des Exklusivkonzertes einen Heiratsantrag. „Wir sind nun vier Jahre zusammen und ich hab mir überlegt, wie ich es Dir sagen soll. Darum hier ganz kurz die Frage: Willst Du mich heiraten?“, sprach der 39-Jährige souverän ins Mikro. Seine überraschte 31-jährige Freundin hauchte: „Oh ja, sehr gern“ zurück. Erst nach einem kurzen Wortwechsel mit Moderatorin Miss Peggy Schmidt bemerkte Michael Arping, dass er ja das Wichtigste vergessen hatte: den Verlobungsring. Dafür gab es nochmal einen Extra-Kuss von seiner Claudia.

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Erschien am 23. Oktober 2009 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Goldener Ruhestand

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    Taucha. Ende des Jahres verliert die Parthestadt ein bekanntes Geschäft. Goldschmiedemeister Siegfried Mäckel schließt seinen Laden in der Leipziger Straße gegenüber des Schöppenteiches. „Ich gehe in den Ruhestand“, so der freundliche 75-Jährige.
    Seit 16 Jahren ist der Juwelier mit seiner Werkstatt in Taucha ein Begriff, die Kunden besuchten ihn zuletzt etwa für Anpassungen von Ringen und Ketten oder Reparaturen. Seine goldenen Jahre hatte Mäckel zu DDR-Zeiten, wie er erzählt: „Damals gab es ja nichts, es musste viel angefertigt werden.“ Hier waren die geschickten Hände und der scharfe Blick des Goldschmieds gefragt, der zu Spitzenzeiten drei Gesellen beschäftigte. Heute steht ihm seine Frau Gertraud zur Seite, hilft vor allem beim Verkauf mit.

    Bevor er nach Taucha kam, hatte Mäckel sein Geschäft am Dittrichring in Leipzig. 33 Jahre lang. „Dann musste ich aus dem Haus raus und fand den Laden hier, der vielen Einwohnern heute noch als Gemüse-Lehmann bekannt ist“, erinnert er sich. Bevor er eröffnen konnte, musste er zahlreiche Umbauten vornehmen. Der Verkaufsraum wurde umgestaltet, Panzerglas eingebaut. Was Ganoven nicht beeindruckte. Zwölf Mal versuchten Einbrecher im ersten Jahr, die Scheiben einzuwerfen, schafften es auch einmal und räumten den Laden leer. Seitdem hat Mäckel Rollläden vor den Fenstern. „Sonst hätte ich wohl Ärger mit der Versicherung bekommen“, meint er. Konkurrenz zu den Uhrmachern der Stadt habe nie bestanden. „Unsere Geschäftsfelder sind ja doch unterschiedlich“, erklärt der ruhige Mann. Probleme bereitete ihm dafür die Eröffnung des Paunsdorf Centers 1994. „Danach wurde es schwerer“, sagt er.

    Seit 1959 ist Mäckel im Besitz des Meistertitels. Am vergangenen Sonnabend wurde er gemeinsam mit weiteren Handwerkern im Leipziger Gewandhaus geehrt und erhielt den Goldenen Meisterbrief. Diese 50 Jahre wollte Siegfried Mäckel wohl noch voll machen, bevor er sich zur Ruhe setzt. Bis Jahresende findet nun ein Ausverkauf statt. Eine Nachfolgersuche blieb trotz zahlreicher Bemühungen, etwa bei der Innung oder im privaten und beruflichen Umfeld erfolglos.

    Erschien am 22. Oktober 2009 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Rekord-Weinlese am Tauchaer Schlossberg

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    Taucha. Bei kühlen Temperaturen und Sonnenschein stehen die Mitglieder des Schlossvereins Klaus Arnoldt, Harry Hoffmann, Elke Kabelitz und Hartmut Kreyßig am Tauchaer Schlossberg. Mitgebracht haben sie Gartenscheren und jede Menge blauer Stapelkisten. „Hier sollen die Reben rein, wir hoffen auf eine gute Ernte“, so Klaus Arnoldt, der sich mit Harry Hoffmann seit 2002 um die Pflege der Anlage kümmert. Fachlich beraten werden sie von Winzer Armin Galler. „In diesem Jahr sind wir vom Mehltau verschont geblieben“, sagt Arnoldt. Schäden hätte es nur durch Vögel gegeben – trotz zahlreicher Netze. „Die wissen eben auch, was gut schmeckt“, lächelt Elke Kabelitz. Seit diesem Jahr unterstützt sie die beiden Männer, die eigentlich schon lange die ehrenamtliche Tätigkeit aufgeben wollten. Die Lese jedoch lassen sie sich nicht nehmen, zeugt sie doch von guter Arbeit über das gesamte Jahr.

    Große blaue Trauben ernten die Hobby-Weinbauer, die Plastekisten werden rappelvoll. „Um die neun Kilogramm sind jeweils drin“, liest Klaus Arnoldt von der Waage ab. Jede Kiste wird genau gewogen und das Ergebnis aufgeschrieben. Am Ende steht die Summe von 470 Kilogramm, so viel wie noch nie. „Aus einem Kilo bekommen wir eine Flasche Wein“, hofft er.

    Der Jahrgang 2008 brachte wegen des Mehltaus nur 53 Flaschen. Am 13. November sollen diese im Rahmen einer Veranstaltung an die Vereinsmitglieder freigegeben werden. Denn getrunken werden darf der Wein laut gesetzlicher Vorgaben nur vom Verein. Wie in den Vorjahren wird aus den Trauben nun trockener, roter Dornfelder. „Es gibt zwar seit einiger Zeit den Trend, aus blauen Trauben auch Weißwein herzustellen, aber diesen Quatsch machen wir nicht mit“, sagt Harry Hoffmann. Gekeltert wird der Tropfen im Weingut Rollsdorfer Mühle im Mansfelder Land. „Dort, wo das berühmte Saale-Unstrut-Anbaugebiet beginnt“, erklärt Arnoldt, der sich mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung für den Tauchaer Weinberg wünscht.

    Erschien am 21. Oktober 2009 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Baby-Simulator “stirbt” durch Schütteln

    Taucha. Es war ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Sieben Schülerinnen der Tauchaer Mittelschule waren über ein Wochenende die „Mütter“ von Babysimulatoren. Lebensgroße, an Puppen erinnernde Hightech-Wunder, die zum einen so schwer wie ein echtes Baby sind und sich zum anderen auch genau so verhalten. Inklusive Schreien, Lachen, Atemgeräuschen beim Schlafen und einem Köpfchen, das immer gehalten werden will. Und einem internen Speicher, der genau aufzeichnet, wie sich die jungen Mütter auf Zeit um ihr Kind kümmern. „Elternbedenkzeit“ heißt das Projekt, das an mehreren Schulen stattfindet und das pädagogische Ziel verfolgt, heranwachsenden Mädchen die Verantwortung für die Mutterrolle näher zu bringen. Jetzt wurden die Daten ausgewertet.

    Martina Fritzsche und Melanie Burkhardt vom Kreisverband Nordsachsen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) waren größtenteils zufrieden: „Die Ergebnisse sind im üblichen Rahmen für dieses Projekt“, so Fritzsche. Nahezu alle Schülerinnen erreichten 92 Prozent oder mehr. Nahezu perfekt waren Vivian und Clarissa mit 99 Prozent. „Mist, eigentlich wären 100 Prozent drin gewesen, aber beim Weitergeben meines Sebastians an eine Bekannte haben wir einmal die Kopfstütze vergessen“, sagte Vivian, die sich rührend um „ihren“ Sohn kümmerte. Bei Clarissa kam zur Kopfstütze ein vergessenes Füttern hinzu. „Der Computer im Simulator zeichnet gnadenlos alle Verstöße auf. Und wenn das Baby registriert, dass auf sein Schreien nicht die Flasche an den Mund geführt wurde, gibt das einen Minuspunkt. Insgesamt ist das aber nicht schlimm“, sagte Melanie Burkhardt.

    Wirklich schlimm erging es allerdings einem Kind. Wäre es ein richtiges Baby gewesen, wäre es jetzt entweder behindert oder tot. Diagnose: Schütteltrauma. Ein Schock für die junge Mutter, die hier nicht erwähnt werden soll. „Ich habe mein Kind an einen Bekannten gegeben, weil ich weg musste“, so die Schülerin. Offenbar war sich der Bekannte der Ernsthaftigkeit des Experimentes nicht bewusst und wollte den schreienden Simulator durch Schütteln zur Ruhe bringen. Mit Erfolg – das „Baby“ stellte sich tot und reagierte für mehrere Stunden gar nicht mehr. Wie ein echter Säugling, der eine solche Folter durchmachen muss. Immerhin wählte die Schülerin die Notfallnummern, quasi die technische Hotline für die Simulatoren und vertraute sich am Montag der Schulsozialarbeiterin Ulrike Denkiger an, die das Projekt begleitete. „Wichtig ist, dass du dir jetzt im Klaren darüber bist, dass ein Neugeborenes nicht Bekannten anvertraut werden darf“, mahnte Martina Fritzsche und erntete heftiges Kopfnicken der noch immer kreideweißen Probemutter.

    Trotz oder gerade wegen dieses Vorfalls und nur wenigen Stunden Schlaf bezeichneten die sieben Schülerinnen das Projekt als durchweg gelungen und sehr schön. „Wir hatten am Montag, als wir die Babys wieder abgeben mussten, schon Entzugserscheinungen. Und im Unterbewusstsein hörte man immer ein leises Schreien. Bei manchen ging es sogar so weit, dass sie Nachts das leise Atmen neben sich vermissten“, beschrieb Svenja die Gefühle. Negative Auswirkungen auf die Kinderwünsche, die fast alle mit „zwei bis drei“ angaben, hatte das Wochenende als Mütter auf Zeit kaum. Spätestens mit 25 Jahren soll bei den Mädchen, Ausbildung und Arbeit vorausgesetzt, die Familienplanung abgeschlossen sein.

    Erschien am 5. Oktober 2009 in der Leipziger Volkszeitung.

    Corwin und das gefallene Mädchen

    “Deutschlands bester Aktfotograf 2009″ – dieser Titel klingt gewaltig. Anheften darf ihn sich Corwin von Kuhwede, Fotograf aus Leipzig. Die älteren meiner Leser werden sich noch dunkel an seinen Bildbald “Leipzig verfällt” erinnern, den ich hier vor längerer Zeit anpries.

    Jetzt also sind es Akte, die es dem “Lichtmaler & Bildermacher”, wie er sich selbst bezeichnet, angetan haben. Und so bewarb sich Corwin beim zweiten Fotowettbewerb “Deutschlands bester Fotograf“, den Sigma und das Springer-Blatt “Audio Video Foto Bild” auslobten. Hundert Fotos in mehreren Kategorien kamen in die Endauswahl – der Leipziger siegte mit seinem Bild “Das gefallene Kind” in der Kategorie “Ästhetischer Akt”. Den Preis durfte er im Rahmen des Großen Preises von Italien in Monza entgegennehmen, wo er mit anderen Gewinnern den Porsche-Cup und die Formel 1 verfolgen durfte.

    Und warum schreib ich das alles? Natürlich, weil ich das sehr gelungene Gewinnerfoto zeigen will. Darf ich vorstellen: Julia, 20 Jahre, Studentin in Leipzig.

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    Klick auf das Bild bringt das Bild in Originalgröße.

    Gefunden hat Corwin die Hübsche in einem Internetforum. “Sie wollte sich eigentlich niemals von einem anderen fotografieren lassen und fand sich selbst auch schrecklich unfotogen”, sagt der Künstler. Auf Schloss Wrodow fand schließlich doch das Shooting statt. Ein Foto aus der Serie wurde unter anderem auch auf stern.de zu den schönsten Aktbildern gewählt.

    Die Sprache als Schlüssel zum Herzen

    Der Iraker Hayder Mohammed Kadhim absolvierte für acht Wochen ein Praktikum in Leipzig.

    Wer an den Irak denkt, dem kommen die Bilder aus dem Fernsehen in den Kopf. Krieg, ein zerstörtes Land und jede Menge Leid. Aber auch ein gestürzter Diktator und die Chance auf einen Neubeginn. Diese Chance nutzte auch Hayder Mohammed Kadhim. Der 29-Jährige stammt aus dem Irak und weilte für ein Praktikum in Leipzig. Er gehörte zu 20 irakischen Bürgern, die in Deutschland arbeiten.

    Eingeladen wurden sie vom Projekt „Irak-Horizonte 2015: Heute säen, morgen ernten“, das vom Goethe-Institut, der deutschen Botschaft in Bagdad, dem Bundesverband der Deutschen Industrie und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag initiiert wurde. Ziel ist die Weiterbildung junger Hochschulabsolventen, um im Irak qualifizierte Entscheidungsträger in der Regierung und Unternehmen aufzubauen.

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    Hayder Mohammed Kadhim verbrachte seine Zeit bei der Leipziger Messe und arbeitete im Auslandsmarketing. Abteilungsleiter Thomas Stenzel hat bereits seit längerem Kontakt in das arabische Land in Vorderasien. „Wir hatten vor anderthalb Jahren mit dem Verein Midan zu tun. Das ist die Deutsch-irakische Mittelstandsvereinigung. Deren Leiter erzählte uns von seinen Erlebnissen. Dass die Menschen dort vorankommen und wieder arbeiten wollen“, so Stenzel. Zudem sei der Irak ein wirtschaftlich interessantes Land mit viel Wachstumspotenzial. Das derzeitige Wirtschaftsvolumen betrage nur zehn Prozent von der ursprünglichen Kraft vor dem Krieg.
    Als Hayder vor wenigen Wochen nach Deutschland kam, wurde er zum ersten Mal mit der deutschen Sprache und Mentalität konfrontiert. Deutsch kann er trotz eines Sprachkurses nach der kurzen Zeit natürlich noch nicht. Aber sehr gut Englisch, was wichtig ist, gerade bei Auslandsbeziehungen einer Messegesellschaft. „Ich will alles wissen über den Handel und professionelles Messegeschäft. Es ist doch spannend, wenn Firmen für eine Messe nach Deutschland kommen, um hier Fuß zu fassen oder einfach nur um ihr Land zu präsentieren“, meinte er.
    (more…)

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  • Niemann singt traurig: “Wir sind das Volk”

    “Wir sind das Volk”. Dieser Ausruf war 1989 ein Ausspruch, der mit voller Stolz gerufen wurde. Lautstark. Voller Überzeugung. Mit dem Ziel, etwas zu verändern.

    niemann_wir_sind_das_volkHeute, 20 Jahre nach dem Fall der Mauer, zumindest der aus Steinen, veröffentlicht Kai Niemann eine Single, die sicher gut gemeint ist. Mich dann aber doch etwas irritiert. Kai Niemann? Na der, der damals sang, “Im Osten” gäbe es die hübscheren Mädels und hier würden sich die Kinder auch über kleine Sachen freuen.
    Dieser Kai Niemann also, der mit “Im Osten” einen Achtungserfolg landen konnte, kommt nun mit “Wir sind das Volk”, jenem selbstbewussten Ausspruch von damals. Allerdings frage ich mich, warum der Sprechgesang erstens klingen muss wie eine Mischung aus And One und Peter Heppner. Und zweitens, warum “Wir sind das Volk” plötzlich so leise und traurig klingt. Depressiv geradezu. Ist das jetzt, 20 Jahre danach, die Weiterentwicklung des einstigen lautstarken Ausrufs? Die Wandlung vom Machtbekenntnis zur nüchternen Erkenntnis, dass wir zwar nun das Volk, aber sonst nichts sind? Könnte sein, wenn ich mir das Cover anschaue, auf dem das “Volk” als Marionetten dargestellt ist.

    Ich habe den Song heute gehört, darf ihn aber leider auch nicht ausschnittsweise online stellen. Bei Radio PSR läuft er seit heute in der Rotation; Kai Niemann wird auch auf dem Tag der Sachsen auftreten. Auch weder auf Niemanns myspace-Profil ist der Song aktuell zu hören, noch auf seiner Website. Im Radio sollte man ihn aber nun öfter hören können, vermute ich. Und vielleicht erklärt Niemann ja auf PSR oder dem Tag der Sachsen, warum sein Song so traurig klingt. Verlegt wird die Platte übrigens bei Cäsar Music, dem Label von “Cäsar”-Legende Peter Gläser.

    Update: Mittlerweile gibt es auf der Website von Radio PSR eine Hörprobe des Songs.

    Update 2: Und mittlerweile gibts den Song auch bei Youtube. (Offizielle Version nachgereicht).

    Mehr Zeit für Tochter und PR

    Jahrelang leitete Susanne Tenzler-Heusler die Pressearbeit für die Leipziger Buchmesse und die Games Convention, ab heute ist sie ihr eigener Chef. „Man soll gehen, wenn viele noch ‘Schade’ sagen. Es waren sieben interessante Jahre, in denen ich viel gelernt und erreicht habe. Darauf bin ich stolz“, sagt sie. Mit ihrer Selbstständigkeit – sie gründete die Agentur brandvorwerk_pr – schlägt sie nun laut eigenen Aussageen zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen könne sie sich endlich um eigene Projekte kümmern. Zum anderen profitiert Töchterchen Emma (2) von der neuen Unabhängigkeit ihrer Mutter. „Ich kann nun ganz entspannt neben dem Sandkasten Texte schreiben, während sie spielt, das finde ich prima“, so Susanne Tenzler-Heusler, die mit Thomas Tenzler, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Leipziger Messe verheiratet ist. Erste Projekte gibt es auch, unter anderem bleibt sie dem Thema Buch treu. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Initiative Buchkinder e.V. Dort werde ich Kurse geben und die Pressearbeit betreuen“, sagt die 33-Jährige. Außerdem plant sie mit Fotograf Rainer Justen das Projekt „Siebzigtausend in Leipzig“, bei dem wie zur Montagsdemo am 9. Oktober vor 20 Jahren 70 000 Menschen ihr Gesicht zeigen sollen.

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    Susanne Tenzler-Heusler mit Tochter Emma und Fotograf Rainer Justen.

    Erschien am 1. September 2009 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Saison im Parthebad wird verlängert

    Taucha. Gutes Wetter im August, der Besuch von Schulklassen und zahlreiche Familien bescheren dem Parthebad in dieser Saison einen Besucherrekord. Der 30 000. Gast konnte gestern begrüßt werden.

    Bei 20 Grad Luft- und 23 Grad Wassertemperatur herrschte im Parthebad nur wenig Betrieb. Einige Rentnerinnen zogen eisern ihre Bahnen im Schwimmerbecken. Trotzdem war Ronald Hanns, leitender Schwimmmeister aufgeregt. „Wir erwarten den 30000. Badegast der diesjährigen Saison.

    Im Juli hätte ich nicht gedacht, dass wir diese Marke doch noch knacken würden“, sagte er. Doch das heiße Wetter der vergangenen Tage sorgte für einen deutlichen Zuwachs der Badegäste.
    Im vergangenen Jahr fanden 29100 Menschen ins Parthebad. Für die gute Statistik in diesem Jahr sorgte vor allem der August. „Allein diesen Monat hatten wir über 15000 Gäste, das sind sage und schreibe 10000 mehr als im August des Vorjahres“, informierte er. Verändert haben sich seiner Meinung nach auch die Gewohnheiten der Badegäste. „Es werden immer weniger regelmäßige Bader, die hier zum Schwimmen herkommen. Stattdessen kommen die Leute zum Spaß haben und Abkühlen an heißen Tagen. Das heißt, wir sind noch mehr auf schönes Wetter angewiesen“, so Hanns.

    Zu den regelmäßigen Badern zählt Thomas Wiedemann. Der Panitzscher war laut eigenem Bekunden „bestimmt schon zum 75. Mal in diesem Jahr im Bad“. Kein Wunder, denn der 34-jährige Volljurist nimmt sich derzeit eine berufliche Auszeit und versucht, eine Karriere als Profi-Triathlet zu starten. „Darum muss ich viel trainieren und hier im Parthebad finde ich die optimalen Voraussetzungen. Anfang Juni war ich bei sieben Grad Außentemperatur im Neoprenanzug der Einzige im Schwimmerbecken“, berichtete er. Insofern wurde ihm die Ehre als 30000. Besucher „zu Recht“ zu teil, wie Ronald Hanns meinte. Als kleine Anerkennung bekam Thomas Wiedemann eine Zehnerkarte und das Buch über das Parthebad überreicht. „Das kommt mir recht, ich wollte mir ohnehin gerade eine neue Zehnerkarte kaufen“, lächelte Wiedemann.

    Dass die Zehnerkarte noch zum Einsatz kommt und auch ausgenutzt werden kann, davon ist Ronald Hanns überzeugt: „Wenn die Witterung so anhält, werden wir bis 13. September geöffnet haben.“ Ein weiterer Grund, auch für Leipziger, wo bereits am 5. September die Freibadsaison endet, das Bad zu besuchen. Familien würden sich stets über das gepflegte Grün freuen. „Und das, obwohl uns die Wiese gerade an heißen Tagen oft verbrennt. Aber das bekommen wir auch noch in den Griff“, so Hanns.

    Erschien am 27. August 2009 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Er heißt Willkommen

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    Klingt wie ein Witz, ist aber wahr: Am Empfang des Radiozentrums Leipzig am Markt wird man von Dennis Willkommen begrüßt. „Ja, mit diesem Namen bin ich wohl der geborene Mann für den Empfang“, schmunzelt der 27-jährige Dresdner. Ein ewiger Job ist das aber nicht. „Ich studiere in Leipzig Sportmanagement, das hier ist also übergangsweise“, sagt er. Mit seinem Namen hat Dennis Willkommen nur positive Erfahrungen gemacht. „Als Kind wurde ich nicht gehänselt, so wie andere. Nur über den Spruch, warum meine Eltern mir nicht den Vornamen ,Herzlich’ gegeben haben, konnte ich irgendwann nicht mehr lachen.“ Auch im Alltag beweise sich der „einladende Nachname“ als Vorteil. „Man kommt sofort mit Fremden ins Gespräch, sogar auf Ämtern geht alles ein bisschen leichter.“ Woher der Name kommt, weiß Dennis nicht. Nur, dass er in Dresden wohl besonders häufig vorkommt. Auch das Familiennetzwerk verwandt.de geht davon aus, dass im Dresdner Raum und der Sächsischen Schweiz die meisten Willkommens leben – deutschlandweit gebe es etwa 500. Auch Dennis’ dreijähriger Sohn Collin und die einjährige Tochter Emma heißen so. Nur Freundin Franziska Kasparek muss noch überzeugt werden, ihrem Dennis immer „Willkommen“ zu sein.

    Erschien am 19. August in der Leipziger Volkszeitung.

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