von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
15. 07. 2009 22:30
Man weiß nicht recht, ob man lachen oder weinen soll. Heute ist in Dresden etwas passiert, von dem ich nicht dachte, dass es technisch überhaupt geht. Ab etwa 15.30 Uhr wurden R.SA und Energy Sachsen in der sächsischen Landeshauptstadt faktisch abgeschalten. Stattdessen hörte man auf der R.SA-Frequenz 89,2 MHz nun Hitradio RTL. Und auf der 100,2, die eigentlich Energy gehört, konnte man erstmals in Dresden die Jingles und Moderatoren von Radio Lausitz vernehmen. Was ein Spaß!

Verzapft hat’s die Media Broadcast, bis Januar 2008 noch zur Telekom-Tochter T-Systems zugehörig und seitdem Tochter der französischen TDF-Grupppe. Die Media Broadcast ist für die Abstrahlung der Sender zuständig. Sprecher Wolfgang Speer bestätigt, dass es einen Fehler gegeben hat, sagt allerdings: „Betroffen waren Radio Energy und Radio R.SA, die beiden Programme wurden vertauscht.“
Diese Einschätzung ist als falsch zu bewerten. Nico Nickel, Sprecher des Medienzentrums Leipzig, von wo aus R.SA und Energy senden, dementiert etwa: „Es lief definitiv auf der Energy-Frequenz Radio Lausitz, wir haben das ja selbst gehört“, sagt er. Zudem hätte es diverse verdutzte Anrufe von Hörern gegeben, die statt ihrer Böttcher-und-Fischer-Welle R.SA nun Hitradio RTL hörten. „Der Fehler war in Dresden relativ schnell behoben, in Hoyerswerda und Wilthen dauerte er bis zum frühen Abend an“, so Nico Nickel. Tatsächlich meldete die Media Broadcast gegen 17.55 Uhr den Schaltfehler für beseitigt.
Bei der BCS, Muttergesellschaft der Stadtradios und Hitradio RTL, ist man über den Fehler ebenfalls nicht sonderlich erbaut. „Auch bei uns riefen Hörer an und fragten sich, warum wir nun auf zwei Frequenzen senden. Lustig finden wir das nicht, denn es hätte ja auch uns treffen können“, so Sprecher Rocco Reichel.
Warum der Fehler überhaupt zustande kam, konnte auch Media Broadcast nicht klären. „Solche Schaltungen werden heutzutage nicht mehr manuell vorgenommen sondern per Computer. Es kann sein, dass hier etwas falsch programmiert wurde. Das ist aber ein Einzelfall und sollte auch nicht wieder vorkommen“, sagt er. Ein offizieller Fehlerbericht gehe den Sendern frühestens am Donnerstag zu.
Das Foto ist übrigens ein Symbolfoto. Es zeigt ein Detail im Inneren des Funkturmes Holzhausen bei Leipzig.
14. 07. 2009 17:50
Die heutige Bekanntgabe der Radio-MA-Zahlen lässt zumindest in Sachsen aufhorchen, denn die Verluste der Sender sind so massiv wie schon lange nicht mehr. Radio PSR verliert 20.000 Hörer, die Lokalradios verlieren 22.000 Hörer, Hitradio RTL Sachsen verliert gar 41.000 Hörer, Energy 7.000 Hörer. Das tut weh, vor allem weil die Sommer-MA die preisbildende MA ist, also die, nach der die Werbezeitenpreise festgelegt werden. Gewinner ist R.SA mit 5.000 Hörern mehr. Der gebührenfinanzierte Sender MDR 1 Radio Sachsen gewinnt 27.000 Hörer.
Und genau bei MDR 1 Radio Sachsen beginnt das Merkwürdige. Wie kommt der hohe Gewinn zustande? Ist plötzlich die Mehrheit der Stadtradio-Hörer zur volksmusikschunkelnden GEZ-Konkurrenz gewandert? Hören Sachsen, die vorher Hitradio RTL mochten, plötzlich nur MDR 1? Sind Steffen-Lukas-Fans plötzlich abgeschreckt und hören statt PSR auf einmal MDR? Wohl eher nicht.
Eine Mutmaßung: Ist es nicht möglich, dass in der Abfrage etwas nicht stimmt? Dass womöglich die Zahlen falsch sind? Ist es nicht denkbar, dass die Mehrheit “Radio Sachsen” sagte, aber eigentlich “RTL Sachsen” meinte? Oder dass gar viele Daten einfach nicht eingerechnet wurden? Wie sonst ist zu erklären, dass MDR 1 Radio Sachsen in der Zielgruppe der 14- bis 19-Jährigen in Sachsen eine 269-prozentige Steigerung von 3.000 auf 13.000 Hörer verzeichnet? Haben die Teenager plötzlich aufgehört, selbst zu denken? Oder leben die plötzlich alle bei Oma und Opa und müssen einfach MDR 1 hören?
Dass die Hördauer zurückgeht, ist normal. Dass etablierte Sender wie Radio PSR aber auf einmal 20.000 Hörer verlieren, nachdem sie bei der letzten MA noch 1000 gewannen, ist nicht nachvollziehbar. Bei Hitradio RTL Sachsen ist es noch gravierender. Bei der letzten MA gewann der Sender 23.000 Hörer dazu – und soll nun fast das Doppelte verloren haben? Irgendwas stimmt doch da nicht.
In den Funkhäusern in Leipzig und Dresden herrscht Ratlosigkeit. PSR-Sprecher Nico Nickel sagt beispielsweise: “Wir schauen mit großer Sorge und Verwunderung auf 70.000 verlorene Hörer im Gesamtmarkt Sachsen, nachdem die sächsischen Sender im Frühjahr 50.000 Hörer gewinnen konnten. Erklären können wir uns diese Entwicklung nicht.” Und Uwe Schneider, Programmchef von Hitradio RTL Sachsen, sagte gegenüber Radiowoche: “Im März belegten wir mit 140 000 Hörern pro Durchschnittsstunde einen Spitzenplatz in der sächsischen Radiolandschaft und heute gehören wir, ohne grundlegende Veränderungen im Programm vorgenommen zu haben, zu den Verlierern. Das sorgt bei uns für große Verwunderung, denn unsere eigene Marktforschung, deren Methoden mit der Media-Analyse identisch sind, hat diese Reichweitenveränderungen nicht angezeigt. Auch liegen im sächsischen Radiomarkt generell andere Marktforschungsergebnisse vor. Wir haben deshalb die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse gebeten, die vorliegenden Ergebnisse nach allen Kriterien noch einmal zu prüfen.”
Auch Inge Seibel-Müller von hoerfunker.de fragt sich über Twitter: “Kann das stimmen?“. Ebenso meint Tim Natzschka: “…wird wohl Rechenfehler gegeben haben.”
Die Methodik der MA ist seit Jahren umstritten. Wenn sie allerdings wirklich Fehler produzieren sollte, wird es Zeit, den Abfragemechanismus zu überdenken. So lange allerdings Sender wie Antenne Bayern auf diese Weise über eine Million Hörer generieren, wird der Druck auf die ag.ma wohl nicht kräftg genug ausfallen….
Uodate 15.7.: Wie ich jetzt erst sah, hat auch Horst Müller von blogmedien gestern einen Kommentar zur “Wackel-Währung” MA geschrieben.
14. 07. 2009 09:48
Heute wurde die Media Analyse 2009 Radio II veröffentlicht. Und es sieht übel aus in Radiosachsen, zumindest was die meisten Privatradiostationen angeht. Fragt sich, wo die Hörer sind. Zudem gibt es einige Ungereimtheiten in den Zahlen, dazu vielleicht später mehr.
Das Grauen in Zahlen:
Quelle: RMS, Angebote für Sachsen, Hörer pro Durchschnittsstunde
Radio PSR:
171.000 (minus 20.000 / minus 10,7 Prozent)
R.SA:
119.000 (plus 5.000 / plus 4,8 Prozent)
Sachsen Funkpaket (Sächsische Lokalradios):
111.000 (minus 22.000 / minus 16,6 Prozent)
Hitradio RTL Sachsen:
75.000 (minus 41.000 / minus 35,2 Prozent)
Energy Sachsen:
40.000 (minus 7.000 / minus 14,9 Prozent)
MDR 1 Radio Sachsen:
352.000 (plus 27.000 / plus 8,4 Prozent)
In der werberelevanten Zielgruppe sieht es nochmals deutlich schlechter aus. Hier kommt Energy Sachsen etwa nur auf 34.000 Hörer, Hitradio RTL Sachsen nur auf 50.000 Hörer. Damit zählt die Dresdner RTL-Station zu den Sendern, die bundesweit am meisten Hörer verlieren.
01. 07. 2009 10:10
Nein, ich stottere nicht. Denn sooo eine dolle Neuigkeit war es Ende Mai auch wieder nicht, als ich hörte, Nadine Kallenbach, Morgenshow-Sidekick von “Tino Rockenberg” (der eigentlich Jörg Spranger heißt) bei MDR Jump sei nun nicht mehr für die Popwelle tätig.
Jetzt allerdings wird’s doch interessant. Denn Nadine soll Freddy bei Energy Sachsen ersetzen beerben, schreibt heute BILD und bestätigte mir gerade Sprecher Nico Nickel. Freddy ist, auch das wurde vor einigen Tagen bestätigt, schwanger. Das Kind soll zu Weihnachten kommen. Ergo klafft bald bei der beliebten Morningshow “Knallwach” eine Lücke. Energy Sachsen bemühte sich rechtzeitig um Ersatz – und warb bereits Ende Mai Nadine von JUMP ab. Mitte des Monats soll Nadine im Leipziger Medienzentrum anfangen. Wann sie die Morningshow übernimmt und wie die Inhalte sein werden, steht noch nicht fest.
Insgesamt scheint sich gerade mal wieder das Moderatorenkarussell in Mitteldeutschland zu drehen. Mandy Engel wechselte vor kurzem von Energy Sachsen zu JUMP. Sputnik-Moderator Marco Wanski wechselt zu 89.0 RTL und soll dort bald die neue Morningshow übernehmen. Von 89.0 zu Jump wechselt dafür Bernadette Hirschfelder, die dort wohl auch die Morningshow übernehmen soll. Ob mit oder ohne “Rockenberg” ist noch nicht klar.
Insgesamt recht spannende Geschichten. Allerdings, und das meine ich jetzt nicht böse, sind solche Bäumchen-wechsel-dich-Geschichten beim Radio nichts Neues. Und insgesamt hat aus meiner Sicht keiner der eben genannten Moderatoren die Personality, dass der Wechsel zu einem anderen Sender die große Masse interessieren könnte. Die einzige mit Personality geht nun bald in den Mutterschutz. Nadine muss sich die Aufmerksamkeit erst erarbeiten. Leicht wird das nicht.
29. 06. 2009 16:14
Taucha. Sie ist mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden, die Tauchaer Rocknacht. Zum bereits siebten Mal unterhielten Live-Bands mit handgemachtem Rock die Besucher vor der urigen Kulisse des historischen Ritterguts. Besucher und Veranstalter zogen ein weitgehend positives Fazit.
In diesem Jahr begann die Rocknacht bereits vormittags. Ab 9 Uhr standen junge Nachwuchsbands auf der Bühne, die um den Sieg im regionalen Vorausscheid zum Deutschen Rock & Pop Preis kämpften. Organisiert vom Deutschen Rock & Pop Verband dient dieser Leistungsvergleich der Nachwuchsgewinnung. „Den Bandcontest gibt es bereits seit 1983“, so Landessprecher Michael Weber. Heute erfolgreiche Bands wie Juli oder Pur seien aus diesem Wettbewerb hervorgegangen oder danach bekannt geworden. Acht Rockgruppen standen auf der Bühne. Zum Sieg reichte es für Audio Appeal aus Leipzig, die ihre Musik selbst als „basslastigen, melodischen Rock“ bezeichnen. Platz zwei ging an die Ostfront Crew aus Taucha, die zu Gitarrenmusik aus der Konserve rappten. „Wir sind normalerweise mit einer Band unterwegs, bei den Mitgliedern gab es aber heute Terminprobleme“, so Rapper Nick Veit. Auf Platz drei landete mit Smashed ebenfalls eine Tauchaer Band.

Die Tauchaer Band Ostfront Crew
11. 06. 2009 11:20

Update: Das Kinderland Leipzig hat seit 17.06.2009 geöffnet.
Taucha. Eigentlich sollte im Inneren der Spielhalle an der Jubischstraße bereits alles fertiggestellt sein. Doch zu sehen ist von dem, was am Freitag dieser Woche als Erlebnisspielplatz öffnen sollte, noch nicht viel. “Es gab bauliche Verzögerungen und auch der Aufbau der Spielgeräte geht nicht so schnell voran wie gedacht”, sagt Günter Mohr, künftiger Betreiber des Hallenspielplatzes. Lediglich ein großes Kletterlabyrinth ist teilweise aufgebaut. Von Klettervulkan mit Rutsche, Ballkanonen und einer Elektro-Kartbahn fehlt noch jede Spur. Insofern ist der Geschäftsmann aus der Nähe von Rostock vom eigentlichen Termin abgerückt und skizziert nun nur noch vorsichtig: “Noch im Juni wollen wir öffnen.”
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10. 06. 2009 10:08
Taucha. Zum mittlerweile 9. Traumberufetag am Geschwister-Scholl-Gymnasium gab es gestern wieder für alle Schüler der neunten bis zwölften Klasse die Gelegenheit der Berufsorientierung. Aus etwa 50 verschiedenen Veranstaltungen mit 65 Referenten aus ganz Mitteldeutschland konnten die Schüler wählen. Unter anderem stellten sich Studieneinrichtungen und Organisationen vor, wurden Bewerbertraining und Vorstellungsgespräche durchgeführt. Den Kern der Veranstaltung bildeten aber Eltern der Gymnasiasten und Ehemalige, die von ihrem Beruf erzählten. „Es ist uns wichtig, Leute aus der Praxis da zu haben, denn wir wollen ja nicht Inhalte von Hochglanzbroschüren vermitteln, sondern es soll aus dem Alltag berichtet werden“, sagte Christian Krusemark, verantwortlich für die Studien- und Berufsberatung an der Schule.
Etwa 30 Eltern und ehemalige Schüler hätten sich dafür gefunden. Wie auch Erik Fengler, der im vergangenen Jahr sein Abitur machte und seitdem viel in der Welt rumkommt: als Pilotenschüler bei Austrian Airlines. „Es gibt ein Auswahlverfahren, das relativ hart ist. Nur sechs Prozent der Bewerber kommen so weit, dass sie zur medizinischen Untersuchung zugelassen werden. Das sollte aber niemanden entmutigen, sondern eher anspornen, zu eben diesen sechs Prozent zu gehören“, meinte der künftige Pilot. „Abwechslungsreich und hart sowie psychisch anstrengend ist der Beruf“, schilderte Erik. Dafür werde man mit einem Einstiegsgehalt ab 4000 Euro brutto belohnt, das je nach Dienstjahr und -grad auf bis zu 12 000 Euro steigen kann.
Gespannt hörte auch Dennis Schneider zu. „Ich bin bereits Segelflieger, habe mich auch schon bei der Lufthansa beworben. Allerdings muss ich nun fast ein Jahr warten, um zur ersten Prüfung zugelassen zu werden“, sagte er. Zuerst wolle er daher seinen Wehrdienst absolvieren. „Und wenn mir das zu lange dauert mit dem Piloten, fange ich bei der Bundespolizei an, da habe ich mich auch schon beworben“, so Dennis.
Auf dem Weg zum Traumberuf braucht es gute Noten, insofern passte die Würdigung zweier Schüler für ihre herausragenden Leistungen zu diesem Tag: Sarah Künast und Sebastian Hörl wurden gewürdigt und bekamen vom Sponsor IKK Sachsen zwei VIP-Tickets für die Summer Opening Party im Belantis Vergnügungspark Leipzig überreicht.
Erschien am 10. Juni 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
10. 06. 2009 09:24
Eltern, die ihre Sprösslinge in eine Kindertagesstätte geben, gehen davon aus, dass sie dort in guter Obhut sind. Das „Wolkser Kinderland“ in Liebertwolkwitz kann jetzt diesen Fakt gleich mit zwei Auszeichnungen beweisen. Während des Sommerfestes, das aufgrund strömenden Regens größtenteils im Haus gefeiert werden musste, bekam die Einrichtung zum einen das Zertifikat „Gesunde Kita“ verliehen. Ausgegeben wird es von der Zertifizierungsstelle der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung (SLfG).
„Um diese Auszeichnung zu erhalten, müssen Erzieherinnen und Kita-Leiterin ihre Einrichtung zunächst selbst bewerten. Anhand von acht Kategorien wird dann ein Qualitätsbericht erstellt, der anschließend von unseren Auditoren und Kita-Praktikern in einer Fremdbewertung vor Ort überprüft wird“, erklärt Eileen Reichelt von der SLfG. „Gesund“ bedeutet bei diesem Audit nicht nur, dass etwa das angebotene Essen besonders gut ist. „Unser Verständnis von Gesundheit geht über Bewegung und Ernährung hinaus. Es wird auch die Gesundheit der Erzieherinnen beurteilt, sowie das Verhältnis der Mitarbeiter untereinander“, erklärt Reichelt. Weitere Qualitätsfelder sind die Kindergesundheit, Kinderentwicklung und das Qualitätsmanagement. 82 Kriterien galt es zu beurteilen. Ziel der Zertifizierung, die in Sachsen bislang noch vom BKK Landesverband Ost gefördert wird, ist eine Wertschätzung der bisherigen Arbeit. Drei Jahre gilt das Siegel „Gesunde Kita“, danach können sich Leiterin Dörte Diwisch und ihre Mitarbeiter wieder darum bewerben. Das „Wolkser Kinderland“ ist die dritte Einrichtung in Leipzig mit solch einer Auszeichnung. Im vergangenen Jahr wurde der Kita Bärchenland in der Pistorisstraße und der Kita Marschnerstraße diese Ehrung zuteil. Sachsenweit können sich 22 Kindertagesstätten „gesund“ nennen.
Die zweite Auszeichnung, die Dörte Wiwisch stolz entgegen nahm, war das Qualitätssiegel der Volkssolidarität, dem Träger der Kita. Auch hierbei geht es um ein gutes Miteinander von Erzieherinnen und Kindern, das anhand eines Katalogs von 500 Kriterien beurteilt wird.
Erschien am 10. Juni 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
08. 06. 2009 09:12
Taucha. Das Eiscafé Galerie unweit des Marktplatzes ist von jeher Ausstellungsort professioneller und ambitionierter Künstler. Seit Donnerstagabend hängen dort aber ganz besondere Werke: Die Hobbykünstler des Malkurses der Tauchaer Außenstelle der Kreisvolkshochschule Delitzsch zeigen ihre Bilder.
Sie heißen „Berge bei Murnau mit See“, „Medusa“ oder „Harlekin“ und es sind durchaus einige Kunstwerke unter den Gemälden, Collagen, Aquarellen oder Tuschezeichnungen. „Diese Vielfalt der eingesetzten Techniken war mir wichtig“, sagt Jürgen Franke. Der Grafiker leitet seit vielen Jahren den Malkurs. „Als ich angefangen habe, hörte ich immer wieder von verschiedenen Seiten, in der Volkshochschule würde man nur Landschaften malen. Das wurmte mich und spornte mich gerade dazu an, eben nicht nur auf Wald, Strand und Flüsse zu setzen“. Und so lernen die Teilnehmer des Kurses beispielsweise auch, wie Porträts entstehen oder Architektur auf Leinwand verewigt werden kann.
Ganz ausgeschlossen sind Landschaften aber nicht, wie die Berge über dem Murnauer Staffelsee von Agnes Kind zeigen. „Die Anregung dafür habe ich von einem Bild von Gabriele Münter“, erzählt sie. Wie Münter habe sie ihr Gemälde im Stil des Expressionismus gemalt. Gleich daneben räkelt sich die Medusa aus der griechischen Mythologie. Sabine Franiel hat sie geschaffen, ebenso wie eine Collage aus Geschenkpapier und Farbe. Seit dem Jahr 2000 – und damit von Anfang an – ist Petra Vetter dabei. „Malen ist gut für die Seele, man kann prima abschalten dabei“, sagt sie und erntet Kopfnicken der anderen Kursteilnehmer.
Für Ingrid Exner, Inhaberin des Eiscafés Galerie, kommt die neue Ausstellung gerade recht zum zehnjährigen Bestehen ihres Ladens. „Es ist schön, bereits so lange für die Tauchaer da sein zu dürfen. Ich freue mich über jeden weiteren Tag“, sagt sie. Die Arbeiten der Volkshochschüler sind etwa zwei Monate lang zu sehen, einige Werke können auch gekauft werden.
Erschien am 6. Juni 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
18. 05. 2009 14:14
Die LBBW und damit auch die Sachsen Bank hat ein neues Kundenmagazin. “WERTE” heißt es und wird von FACTS & FIGURES, der Corporate Publishing-Division der FTD produziert. Im Auftrag von Chefredakteurin Sabine Schlosser habe ich einen längeren Artikel zur Vernetzung der mitteldeutschen Wirtschaft geschrieben. Unter der Überschrift “Wachstumstreiber Mitteldeutschland” ist von innovativen Clustern zu lesen, die die Wirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stärken.
Ein kurzer Auszug:
In Mitteldeutschland steckt mehr, als mancher Außenstehende vermutet. Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung überflügelt die Region sogar die bundesdeutsche Produktivitätssteigerung. Preisbereinigt ist das Bruttoinlandsprodukt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zwischen den Jahren 2000 und 2008 um 13,4 Prozent gewachsen. In Gesamtdeutschland lag das Plus dagegen nur bei 10,1 Prozent.
Beim Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem konnte Sachsen-Anhalt 2008 sogar den höchsten Zuwachs verbuchen: 52.790 Euro wurden pro Kopf erwirtschaftet – das Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr toppt deutlich die bundesweite Steigerungsquote von 1,4 Prozent. Ein überdurchschnittliches Wachstum erzielten auch die Thüringer mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent auf 48.491 Euro pro Erwerbstätigem. Sachsen liegt mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 48.518 Euro ebenfalls über dem bundesweiten Durchschnitt.
Absolut betrachtet hat Mitteldeutschland mit seinen 8,9 Millionen Einwohnern jedoch noch Nachholbedarf: Die Produktivität der drei Bundesländer liegt rund ein Viertel unter dem gesamtdeutschen Niveau. Die Region ist jedoch stark im Export: Die Ausfuhren stiegen zwischen 2000 und 2006 um das Doppelte. Im Jahr 2008 wurden durch Exporte in Mitteldeutschland 47 Milliarden Euro erwirtschaftet.