von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
01. 04. 2008 12:33
Thomas Gigold als Veranstalter des BarCamps Leipzig gab heute die Standortentscheidung zur Veranstaltung bekannt. Demnach wechselt das Event von der Pleiße an den Rhein. Noch in der Planungsphase sei klar gewesen, dass das europäische Camp in Leipzig an seine Grenzen stoßen werde.
“Mit dem Standortwechsel sichern wir die Zukunft des internationalen BarCamp-Konzept als europäische Leitveranstaltung”, kommentierte VdBCL-Chef Thomas Gigold die Entscheidung zur Zukunft der deutschen Veranstaltung. “Die Entscheidung für Köln ist eine Entscheidung für Deutschland und nicht gegen Leipzig. Nur wenn wir eine internationale Wachstumsperspektive eröffnen, werden wir das europäischen Ansehen für Deutschland halten können.”
Mehr in seinem Blog.
Das Ganze war natürlich ein Aprilscherz. Thomas steht nach wie vor zu Leipzig.
01. 02. 2008 10:43
31. 01. 2008 09:04

Das war mir neu, dass Kontoauszugsmappen (was für ein Wort) eine Seele haben. Haben sie aber offenbar, wenn die Dinger “gern zur Verfügung” stehen, wie bei uns in Taucha.
Übrigens scheinen diese Kontoterminals tierisch zu strahlen. Habe ich bemerkt, als ich das Handy zückte, um dieses Foto zu machen. Das gab auch in zwei Metern Entfernung noch schlimme Interferenzen in Form von Streifen, so als ob ich direkt den Monitor fotografieren würde.
20. 01. 2008 11:41
Sehr geil, diese Studie. Nur wenige Kunden sind mit Windows Vista “sehr zufrieden” – etwa 13 Prozent der Befragten. Dafür sind mehr als die Hälfte mit Windows XP nach wie vor “sehr zufrieden”. Und: Mit über 80 Prozent “sehr zufriedener” Kunden hängt OSX Leopard von Apple die Betriebssysteme aus Redmond glasklar ab.
Dieser Blog-Eintrag wurde auf einem Mac geschrieben.
12. 01. 2008 07:29
Taucha. Es fällt auf, es ist ein richtig großer Blickfang und es sorgt für Stirnrunzeln: das mächtige Transparent an der historischen Fassade des Modehaus-Gebäudes an der Ecke Portitzer-/Lindnerstraße in Taucha. Die mannshohen roten Buchstaben, die das Wort Sale bilden, sind nicht jedermanns Geschmack. Denn so mancher weiß gar nicht, was das heißt.
Bei vielen Passanten erzeugt eine entsprechende Frage nur Schulterzucken. „Ich käme nie auf die Idee, dass hier günstige Waren angeboten werden. Das ist doch eigentlich schlimm, dass heutzutage alles unbedingt englisch sein muss. Die jungen Leute lernen das, aber wir kommen damit nicht klar“, meint beispielsweise eine 74-Jährige, die lieber anonym bleiben will. Auch eine andere vorübergehende 75-jährige Tauchaerin will ihren Namen nicht verraten, bedauert aber den Verfall der deutschen Sprache. „Wir sind doch Deutsche und sollten dementsprechend auch genügend Nationalstolz besitzen, diese Sprache zu leben. Es gibt so viele schöne deutsche Wörter“, sagt sie. Aber auch jüngere Menschen haben offenbar Probleme mit dem Wort Sale. Peggy Preiß beispielsweise. „Das heißt sicher Ausverkauf“, glaubt die 26-Jährige, die anfügt: „Ältere Leute könnten das aber auch für den neuen Namen des Geschäftes halten.“
Ausverkauf oder ein neuer Name – beides wäre sicher fatal für das Traditionsunternehmen Fischer, das im vergangenen Jahr seinen 175. Geburtstag feierte. Denn von Ausverkauf kann keine Rede sein. Sale steht im Handel für den Abverkauf von Saisonware, vergleichbar also mit dem Winter- und Sommerschlussverkauf. Das Modehaus Fischer allerdings definiert den Begriff anders: „Sale umfasst bei uns einen zeitlich begrenzten reduzierten Verkauf, also auch den Schlussverkauf, der eigentlich erst am 21. Januar beginnt“, so Geschäftsführer Axel Fischer. Er selbst liebe auch eher deutsche Begriffe, müsse sich aber dem Markt anpassen. „Schauen Sie mal in die Stadt oder auch in Zeitungsanzeigen, überall wird der Begriff verwendet. Wenn wir das nicht tun, gelten wir vielleicht als altmodisch“, vermutet er. Dass seine Kunden das Wort nicht verstehen, glaubt er nicht: „Das ist doch mittlerweile üblich.“ Ein treffendes deutsches Wort zu finden sei schwierig, denn „praktisch alle reduzierten Verkäufe unterliegen gesetzlichen Regelungen. Wenn wir etwa Sonderverkauf schreiben, müssen wir das womöglich begründen und bestimmte Bedingungen einhalten“, erklärt Fischer.
Immerhin: Um Verwirrungen bei den Kunden zu vermeiden, hat das Unternehmen unter das Wort Sale in Deutsch „reduziert“ geschrieben. Was aber einem Wortwitz gleichkommt – der Schlussverkauf ist dieses Jahr also offenbar reduziert worden. Und legt man die französische Bedeutung des Wortes zugrunde, so heißt Sale ins Deutsche übersetzt „schmutzig“ oder „schmuddelig“. Für ein Modehaus, egal welches, wäre diese wortwörtliche Übersetzung allerdings alles andere als eine verkaufsfördernde Werbung.
Erschien am 12. Januar 2008 in der Leipziger Volkszeitung.
09. 01. 2008 12:43
Sehr nett, die neue Single von Fettes Brot. “Bettina” heißt sie und rechnet ab mit den Quizshows. Ob die Brote auch Niggemeier lesen?
02. 01. 2008 10:54

Überraschung in der Silvesternacht: Nachdem in den vergangenen Jahren Leipzigs Krankenhäuser im gegenseitigen Wettbewerb zu stehen schienen, wer das schnellste Neujahrsbaby präsentieren kann, verlief der Jahreswechsel diesmal eher ruhig. Nicht bereits um 0.04 Uhr wie im Vorjahr, sondern erst um 1.19 Uhr erblickte der erste Neu-Leipziger das Licht der Welt.
Nick heißt er, wurde im neuen Zentrum für Frauen- und Kindermedizin der Universität geboren und war bei der Geburt 4230 Gramm schwer und 51 Zentimeter groß. „Ein gesunder und kräftiger Junge“, freute sich Mama Kathleen Rüb, für die es das zweite Kind ist. Ihr Erstgeborener ist ebenfalls ein Junge, heißt Ben und wurde vor zwei Jahren geboren.
(more…)22. 12. 2007 09:08
Neulich, bei der allabendlichen Gutenachtgeschichte für meine Tochter, musste ich schmunzeln. In dem Buch, aus dem ich las, ging es um Weihnachten und darum, dass böse Nussknacker alle Rentiere in Salami verwandelt hätten. Lecker, dachte ich so bei mir. Und wünschte mir gleichzeitig, man könnte die ganze ach so besinnliche Adventszeit in irgendetwas verwandeln. In einen Badeurlaub. In viel freie Zeit. Oder in Ostern. Wie bitte? Unromantischer, unsensibler Weihnachtsmuffel, sagen Sie? Richtig. Und wissen Sie was – ich stehe dazu. Weil ich es kann. Und weil ich es leid bin. Na ist doch wahr. Weihnachtsfeiern hier, Theater- und Musikschulauftritte da, Geschenke- und Lebensmitteleinkäufe dort. Zusätzlich zum Alltagsstress. Das nennt sich dann Besinnlichkeit.
Überhaupt, Einkäufe: Ist Ihnen auch aufgefallen, dass die Preise im Supermarkt gerade jetzt exorbitant in die Höhe schnellen, und zwar umgekehrt proportional zu den noch verbleibenden Tagen bis Heiligabend? Natürlich ist das so. Ich glaube, das ist Absicht. Um es denen heimzuzahlen, die nicht schon im September ihren Stollen, die Lebkuchen und den Fress-, pardon, Naschbeutel für die Kinder besorgt haben. Solchen Muffeln wie mir, die zu Weihnachten und in der wenigen Zeit davor eigentlich Ruhe suchen. Und keine Menschenmassen an Marktständen, die Bratwürste am laufenden halben Meter kaufen. Mit Reisebussen fallen die über uns her. Wegen einer 50-Zentimeter-Wurst! Mitten in Deutschland! Da stapeln sie sich dann reihenweise und reiben ihre dicken Bäuche an denen, die eigentlich nur wegen des Geschenkekaufs zwischen all den Verrückten unterwegs sind.
Ich habe mit Weihnachten für dieses Jahr bereits abgeschlossen. Der Baum steht im Keller, um das Schmücken kümmern sich Frau und Kind. Die haben ein Händchen dafür. Die Geschenke sind geholt und eingepackt. Der Rest ist Routine. Bescherung, freuen, auspacken, Gäste bewirten, darauf warten, dass die Gäste gehen. Und dann: hoffentlich Ruhe. Denn sind wir doch ehrlich: So richtig gemütlich wird’s erst, wenn die ganze „Besinnlichkeit“ vorbei ist. Wenigstens ein paar Wochen, bis die Schokohasen schmunzelnd in den Regalen stehen. Und uns abermals ein schlechtes Gewissen einreden, viel zu spät dran zu sein mit den Geschenken.
So, jetzt muss ich aber los. Salami kaufen.
Erschien am 22. Dezember 2007 in der Leipziger Volkszeitung (Delitzsch/Eilenburg)
17. 12. 2007 21:40
Montagnachmittag. Leipzig, Innenstadt. LVB-Tower. Frohen Mutes betrat ich die als “Mobilitätszentrum” benannte Service-Oase der Leipziger Verkehrsbetriebe. Stolz war ich, dass ich doch diese Pressemitteilung in der Redaktion abgefangen hatte, auf der das Unternehmen frohlockte, nun auch Zugtickets verkaufen zu können. Von Leipzig nach Oberwiesenthal soll meine Reise gehen, mit Sack und Pack Familie bitteschön. Sagte ich der serviceorientierten Dame in hellgelber Bluse, blauem Sakko und übergeworfener blauer Strickjacke. Natürlich sei das kein Problem, lächelte sie zurück. Da müsse sie nur mal die Tickets holen. Sprach’s, verschwand hinter einer Tür, die sich langsam genug schloss, dass noch zu sehen war, dass die Dame offenbar in den Keller hinabstieg. So, als hätte ich gerade nicht “Fichtelbergexpress” sondern “Kartoffeln, zwei Zentner bitte!” gesagt.
Weiterlesen... (bei heldenstadt.de)
08. 12. 2007 09:00
Einem ungewöhnlichen Vortrag lauschten jetzt die Mitglieder der CKV Business Group im Da Capo. Der Verbund von Händlern für Kassensysteme feierte sein 30-jähriges Bestehen im Plagwitzer Oldtimermuseum. Die betreuende Leipziger Agentur Heimrich & Hannot hatte einen Experten vom Rationalisierungs- und Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft eingeladen. Was die 100 Gäste dann von Thomas Fraps zu hören bekamen, war ein staubtrockener Vortrag zum Kassenwesen. Der Doktor zeigte vollgepackte Diagramme, verwendete wirre Fachbegriffe und war kurz davor, seine Zuhörer einzuschläfern.
Eine Wendung bekam seine Rede allerdings, als das Mikrofon aussetzte und Funken schlug. Plötzlich wandelte sich Fraps’ Vortrag zur Zaubershow mit komödiantischen Einlagen. Und schnell war klar: Der angebliche Doktor ist keiner. In Wirklichkeit tourt Fraps als falscher Experte mit seinem Zauberprogramm durch Deutschland und unterhält sein Publikum auf stets die gleiche Weise. „Ich zaubere seit meinem 16. Lebensjahr und wollte schon immer etwas anderes machen als diese bloße Abfolge von Tricks, die jeder schon kennt“, so der 40-Jährige. Völlig unbeleckt im Bereich der Technik ist er aber nicht – immerhin hat Fraps ein Diplom in Physik vorzuweisen. „Ich weiß halt gern, welche Gesetze ich da jeden Abend auf der Bühne außer Kraft setze.“
Erschien in der Leipziger Volkszeitung vom 08. Dezember 2007.