von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
17. 12. 2007 21:40
Montagnachmittag. Leipzig, Innenstadt. LVB-Tower. Frohen Mutes betrat ich die als “Mobilitätszentrum” benannte Service-Oase der Leipziger Verkehrsbetriebe. Stolz war ich, dass ich doch diese Pressemitteilung in der Redaktion abgefangen hatte, auf der das Unternehmen frohlockte, nun auch Zugtickets verkaufen zu können. Von Leipzig nach Oberwiesenthal soll meine Reise gehen, mit Sack und Pack Familie bitteschön. Sagte ich der serviceorientierten Dame in hellgelber Bluse, blauem Sakko und übergeworfener blauer Strickjacke. Natürlich sei das kein Problem, lächelte sie zurück. Da müsse sie nur mal die Tickets holen. Sprach’s, verschwand hinter einer Tür, die sich langsam genug schloss, dass noch zu sehen war, dass die Dame offenbar in den Keller hinabstieg. So, als hätte ich gerade nicht “Fichtelbergexpress” sondern “Kartoffeln, zwei Zentner bitte!” gesagt.
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08. 12. 2007 09:00
Einem ungewöhnlichen Vortrag lauschten jetzt die Mitglieder der CKV Business Group im Da Capo. Der Verbund von Händlern für Kassensysteme feierte sein 30-jähriges Bestehen im Plagwitzer Oldtimermuseum. Die betreuende Leipziger Agentur Heimrich & Hannot hatte einen Experten vom Rationalisierungs- und Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft eingeladen. Was die 100 Gäste dann von Thomas Fraps zu hören bekamen, war ein staubtrockener Vortrag zum Kassenwesen. Der Doktor zeigte vollgepackte Diagramme, verwendete wirre Fachbegriffe und war kurz davor, seine Zuhörer einzuschläfern.
Eine Wendung bekam seine Rede allerdings, als das Mikrofon aussetzte und Funken schlug. Plötzlich wandelte sich Fraps’ Vortrag zur Zaubershow mit komödiantischen Einlagen. Und schnell war klar: Der angebliche Doktor ist keiner. In Wirklichkeit tourt Fraps als falscher Experte mit seinem Zauberprogramm durch Deutschland und unterhält sein Publikum auf stets die gleiche Weise. „Ich zaubere seit meinem 16. Lebensjahr und wollte schon immer etwas anderes machen als diese bloße Abfolge von Tricks, die jeder schon kennt“, so der 40-Jährige. Völlig unbeleckt im Bereich der Technik ist er aber nicht – immerhin hat Fraps ein Diplom in Physik vorzuweisen. „Ich weiß halt gern, welche Gesetze ich da jeden Abend auf der Bühne außer Kraft setze.“
Erschien in der Leipziger Volkszeitung vom 08. Dezember 2007.
06. 12. 2007 20:00
Heute mal ein Rezept: Wir bereiten uns was leckeres mit Percanat. Man nehme: Twitter, ein wenig Zeit, viele Blogger und das Wort Percanat. Einmal in den Twitter geworfen, vermehrt sich das Wort zusehends. Am Ende kommen solche schmackhaften Dinge raus*:
Fahre gerade am kölner wahrzeichen vorbei: dem st. percanatsdom (tknuewer)
Der Einsatz von Percanat im Winterdienst ist aus umweltpolitischer Sicht verhängnisvoll. (joschaefers)
Und natürlich:
Die Domain “percanat.de” ist bereits registriert. (gigold)
Und nächste Woche: Was tun bei Percanat-Vergiftung? Soll ja nicht gut sein, so viel Percanat, gerade jetzt in der Weihnachtszeit.
*) Auszug
21. 11. 2007 20:20
Einfach nur genial.
via bwlzweinull
20. 11. 2007 20:38
Sorry, aber das muss einfach sein.
Soooo cute!
19. 11. 2007 17:28
Eigentlich ist das doch ganz einfach mit diesem Streik. Die Bahn will 10 Prozent mehr Gehalt geben, die Lokführer verlangen aber 30 Prozent. Warum also nicht auf der Mitte treffen? 20 Prozent mehr und alle sind glücklich. Oder nicht?
Der kleine Nils hat sich mal Gedanken dazu gemacht und vor allem das getan, wozu Bahn und GDL offenbar nicht in der Lage sind: Mit den jeweiligen Parteien gesprochen.
Morgen ist das Ergebnis auf Deutschlands Radiosendern zu hören – oder jetzt schon hier, in einer Radio-Hamburg-Variante.
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Sehr geil, Oli! hupps…
15. 11. 2007 20:33
Meine Frau aus dem Wohnzimmer, ins Macbook vertieft:
Du, wir können doch auch mal in die Sternwarte gehen, da kann man sich den Weihnachtsstern anschauen!
Ich im Arbeitszimmer:
Da kannste auch in den Blumenladen gehen.
Erwähnte ich schonmal, dass Weihnachten nicht so meins ist? Gut.
15. 11. 2007 20:27
Schön aufpassen beim Kondensmilch öffnen!
via e-mail.
14. 11. 2007 14:18

Entdeckt im Sekretariat des Gymnasiums Taucha.
02. 11. 2007 21:59
Man muss sich als Wirt heutzutage gar nicht viel einfallen lassen, um seine Gäste zu unterhalten. Manchmal reicht schon eine widerspenstige WC-Tür, um das gesamte Lokal mitfiebern zu lassen.
Eben geschehen in einem Tauchaer Restaurant: Ein Mann betritt das stille Örtchen, verrichtet sein Geschäft und will zurück zu seiner Frau an den Tisch. Geht aber nicht, denn die WC-Tür ist zu. Und bleibt zu. Rütteln, am Schließmechanismus, wackeln oder dagegen wummern nützt nichts. Das Personal wird unruhig, zwei Kellner versuchen, die Tür einzutreten. Was natürlich höllischen Lärm macht. Jeder Gast schaut jetzt in Richtung WC-Tür. Schraubendreher werden geholt. Dicke, schwere. Dann ein Stechbeitel. Und ein Hammer. Klopfen, drücken, fluchen. Noch ein Tritt. Dann lehnen sich vier Männer gegen die Tür, drücken rhythmisch dagegen. Bis die Tür schließlich unter Knarzen und Knacken nachgibt. Der ganze Saal klatscht und johlt. Der eben noch eingeschlossene Mann kommt reichlich bedeppert raus. “Irgendeinen trifft es immer, heute bist Du es”, meint einer der Kellner, legt ihm kumpelhaft den Arm über die Schulter und spendiert einen Ouzo.
War echt witzig anzusehen. Schade, dass schon so früh Schluss war. .