Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Lustiges’ Category

Was antwortet man da?

Kam grad per Mail. Laut E-Mail-Adresse handelt es sich wirklich um einen deutschen Mitbürger, zumindest nutzt er eine .de-Adresse.

Ich habe eine frage zum Zeitlichen Termin der GC 08. Wirt dise auch 2008 im zeitraum vom 23. bis zum 26. Augsut stadt finden. den ich muss jetzt schon mein urlaub abgeben und würde gernene einer der nesten 184.000 Besucher der GC sien! Bitte hirmit um schnelt mögliche beantwortung diser E-mail, Dancke!

Soll ich antworten: “Tschau auv dei Wäbseit, dan waist du äs” ?

Spitze Federn in der Amtsstube

Gemeinsam mit meinem Kollegen Frank Döring habe ich einen Artikel über die witzigen Pressemeldungen der Polizei Leipzig geschrieben. Der Artikel erschien heute, am 13. Oktober 2007, in der Leipziger Volkszeitung. Die Links im Text habe ich hinzugefügt.

Pressemitteilungen von Behörden und Institutionen zählen nicht unbedingt zu jener Art Lektüre, die junge Menschen üblicherweise verschlingen. Dröge und kryptisch ist noch das Freundlichste, was man der gemeinen Amtsprosa nachsagt. Nicht so im Fall der täglichen Pressemitteilungen der Polizeidirektion Leipzig. Diese sind mittlerweile unter Leipziger Bloggern Kult geworden, werden im Internet in Weblogs rege zitiert und verlinkt.

Sturmhaube macht nicht unsichtbar“, „Honda jetzt HonWeg“, oder „Cannabis als Vogelfutter“ – mit solchen Schlagzeilen machen die Mitarbeiter der Pressestelle täglich ihre Berichte auf, die nicht nur per E-Mail an einen riesigen Presseverteiler versandt werden, sondern auch im Internet nachzulesen sind. Dort ist dann etwa von einem „warm angezogenen“ Dieb die Rede, der gleich zwei Anzüge unter seiner Bekleidung aus einem Geschäft tragen wollte. Oder von Wildschweinen, die sich „pflichtwidrig von der Unfallstelle entfernten.“ Auch „friedliche Gartenzwerge“, die „attackiert“ wurden, waren schon Gegenstand der Berichterstattung.

Die saloppe Schreibe sprach sich unter Betreibern von Weblogs schnell rum. Marcel Nowicki beispielsweise empfahl seinen Lesern bereits im Januar die humorige Website. „Diese unfreiwillige Komik hat mich fasziniert, das musste ich einfach weiterverbreiten“, so der 26-jährige Systemadministrator. Auch Florian Treiß, Leipziger Journalist und Blogger, amüsierte sich köstlich über die „Polizeiprosa“ und schrieb: „Subtil formulieren sie eine Mischung aus bestem Amtsdeutsch und hübschen Kalauern. Wer kennt bitteschön eine Polizeipressestelle, die sprachgewandter ist als die Leipziger?“ Die Macher von Heldenstadt.de, einem Leipzig-Blog mussten ebenso schmunzeln und veröffentlichten Auszüge aus den witzigen Pressemitteilungen. Betreiber Guido Corleone: „Wenn die Polizei nun noch anfängt zu reimen, hätte das fast schon Wilhelm Busch’sche Qualitäten.“

Ein Kult war geboren. Was fehlte, war ein so genannter RSS-Feed. Der ermöglicht es, Artikel auf Websites auch über das Mailprogramm oder spezielle Reader zu lesen, ohne die jeweilige Internetseite anzusteuern. Das veranlasste Torsten Baldes von der Medienagentur Medienfreunde, für die statische Website einen solchen Service anzubieten. „Ich habe den Dienst eines Fremdanbieters dazu genutzt, weil mich die Nachrichten interessiert haben. Die saloppe Formulierung der ernsten Themen ist sehr unterhaltsam“, sagt er.

Die unverhofften Kultstars in der Pressestelle der Polizeidirektion zeigen sich hocherfreut über die Resonanz auf ihre Schaffenskraft. „Es ist doch schön, wenn dies auffällt“, sagt etwa Polizeikommissar Andreas Loepki. „Deshalb lassen wir uns ja auch jeden Tag etwas Originelles einfallen.“ Sein Kollege Andreas de Parade pflichtet bei. „Mit einer lockeren Schreibweise und einer knackigen Überschrift kann man auch eine Geschichte interessant machen, die auf den ersten Blick eher banal erscheinen mag“, hat der Polizeioberkommissar festgestellt. Polizeioberkommissarin Silvaine Reiche berichtet: „Das ist schon manchmal ein richtiger Wettstreit unter uns, wer die beste Überschrift hat. Natürlich wägen wir jedes Mal sehr genau ab, bei welchem Fall Ironie oder eine flotte Schreibe angebracht sind.“ Denn Berichte über Unfälle mit Verletzten beispielsweise oder über Opfer von schweren Straftaten werden bei allem Bemühen um Originalität weiterhin in der gebotenen Ernsthaftigkeit verfasst.

Im Mittelpunkt der Pressearbeit stehe stets die Information, betont Mario Luda, der als Leiter des Direktionsbüros die Öffentlichkeitsarbeit betreut. „Als bürgernahe Polizei wollen wir diese Mitteilungen auch klar und deutlich artikulieren“, erklärt der Polizeirat. Die bei Polizeidienststellen normalerweise gepflegten Begrifflichkeiten seien da „nicht immer verständlich“. Mithin bemühe man sich inzwischen um eine „junge und frische Art“ der Präsentation. Luda nennt dies „proaktive Pressearbeit“ – ganz ironiefrei.

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  • Call-In-TV zum Kotzen

    Keine Ahnung, was sie hatte, ich kann kein dänisch. Entweder sie leidet unter Bulimie, hatte einfach nur Magenprobleme oder wollte ihrem Chef mal die Meinung sagen…

    Kommentare im echten Leben

    Wie würde es sich anhören, wenn geistreiche Kommentare – so wie im Heise-Forum etwa – zum Leben erweckt würden. Und beispielsweise bei einer Sitzung ihren Senf abgeben würden? Dann kämen Rufe wie “Erster!” oder “Fake!”. Und ab und zu würde einer reinplatzen und Spam erzählen.

    Einfach göttlich.

    via Daves Blog

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  • Das kommt davon…

    space2moonwalk.jpg
    … wenn man dauernd von sich behauptet, ein UFO-Fan zu sein und zugibt, dass man sich für den Weltraum interessiert. Vielen Dank, axt! Aber eine Taucha-Flagge würde ich sicher nicht gleich hissen, da oben.

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  • “Familien”-Komödie

    Ja, scheint nett zu sein, diese “Familien”-Komödie, die seit knapp einer Woche in den Kinos flimmert. Ich frag mich nur: Ist es normal, dass in einem Film, der ab 12 ist, derart oft das Wort “ficken” oder dessen Synonyme verwendet werden? Nein, ich bin nicht prüde und wahrscheinlich haben Kids diesen Alters bereits das erste Mal hinter sich. Trotzdem find ich’s etwas daneben.

    Trailer “Beim ersten Mal”:

    Aus die Maus GC!

    Schön war’s wieder. Lustig, informativ, unterhaltsam, stressig. So mag ich das. Ganz vorbei ist es für Thomas und mich noch nicht. Bis Ende des Monats läuft das GC-Blog mindestens noch. Und wie ich uns kenne, werden wir auch danach nicht die Finger davon lassen können. Ein großes Dankeschön an die Leipziger Messe, die uns abermals ein sauguter Partner war. Und Danke auch an Soundproducer Mario Timmler und Sprecher Stefan Barth, die bereits zum zweiten Mal für die akustische Untermalung unserer Podcasts sorgten.

    sexy-mauspad.jpgApropos Maus: Mitten im GC-Trubel kam mein Sexy Mauspad. Ich hatte ja gewonnen bei diesem Blogger-Contest. Seit ein paar Tagen ruht mein rechtes Handgelenk also auf zwei festen, aber trotzdem weichen “Brüsten”. Nicht schlecht, wirklich. Schade nur, dass man mit der Maus ständig das Gesicht der Dame verdeckt. Das hat sie nicht verdient.

    Wer kifft, hat mehr Geld

    Wer regelmäßig raucht, trinkt und illegale Drogen konsumiert, hat mehr Taschengeld.Ja, es stimmt. Wenn man eine neue Studie so betrachtet wie die Freizeit-Revue (nein, ich kaufe sowas nicht, das Blättchen hab ich bei meinen Eltern gelesen).

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  • Mentos und Cola war gestern

    Heute werfen junge Leute das süße Bonbon in Bier. Und was dann passiert….

    Macht man ja auch nicht.. Das schöne Bier so zu verunstalten.

    via

    Durch und durch einfach witzig und völlig anders

    clarice-bean.jpgDas abendliche Vorleseritual am Bett unserer Tochter war heute überraschend anders. Weil “Hexe Lilli” gestern zu Ende ging, griff ich zu einem Buch, das sie von unserer Freundin geschenkt bekam. Und das war in der Tat eine Überraschung. Denn es kommt nicht oft vor, dass man von einem Kinderbuch derart fasziniert ist und selbst lachen muss. Bei “Durch und durch Clarice Bean” von Lauren Child war das aber so.

    Clarice Bean ist ein Schulmädchen, das viel lieber Detektivin wäre, so wie Ruby Redfort, die Heldin in ihrem Lieblingsbuch. Und wie das so ist bei Schulmädchen: sie haben keinen Bock auf Schule und ihre Lehrer.

    Mrs Wilberton behauptet, ich besäße durch und durch auch nicht einen Funken Konzentration. Ich versuche, ihr das Gegenteil zu beweisen, und deshalb darf ich nicht vergessen, mich zu konzentrieren. Ich denke die ganze Zeit daran. Ich versuche verzweifelt, mich nicht nicht zu konzentrieren, und ich sage mir immer wieder: “Nicht in Gedanken versinken, so wie gestern.” Und dann denke ich daran, wie ich gestern in Gedanken versunken bin und wie ich mir dabei überlegt habe, dass ich Mrs. Wilbeton zuhören muss, weil sie mir doch so viel zu erzählen hat.

    Und dann frage ich mich, wie soll ich den ganzen Kram, den sie mir erzählen will, überhaupt in meinem Kopf unterbringen? Und dann frage ich mich, ob ich alles rausschmeißen sollte, was ich nicht mehr brauche – ihr wisst schon, wie damals, als mein Dad den Dachboden entrümpelt hat, nur haben wir dann beschlossen, dass wir nichts entbehren können und deshalb musste er den ganzen Kram wieder zurückbringen. Aber vielleicht wird in meinem Kopf ja wertvoller Raum blockiert von den nicht wichtigen Dingen und deshalb kann ich mich nicht k o n z e n t r i e r e n, weil mein Konzentrationsraum voll gepackt ist mit Sachen wie “Ellbogen vom Tisch” und “Du darfst deinen Bruder nicht kneifen” [...]

    Ja, ein Buch nahezu ohne Punkt und Komma*, das in etwa so geschrieben ist, wie Mädchen im Alter von 10 wirklich reden. Witzig dazu ist die Typographie, die ich hier nur schwerlich übernehmen kann. Auch die Illustrationen, die schon fast Karikaturen sind, lassen einen herzhaft lachen. Glücklicherweise ist die Geschichte in Kapitel aufgeteilt, sonst hätte ich vor lauter Begeisterung alle 180 Seiten vorgelesen…

    Kurzum: unbedingt empfehlenswert! Und die kleinen Bücher mit nur 32 Seiten schauen wir uns auch mal genauer an.

    *) Die Satzzeichen sind wirklich komisch gesetzt, ist wohl bei der Übersetzung passiert. Stört aber nur ein kleines bisschen.


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    Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Vorrangig geht es um Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien, Unternehmen und das Leben an sich. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.
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