Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Musikalisches’ Category

O-Punkt S-Punkt, Tino Standhaft und viel Regen beim Sommerfest

Taucha. Wer ein Sommerfest veranstalten will, kann für alles sorgen: Ein Festzelt, gute Musik, Essen und Trinken. Was man nicht planen kann, ist das Wetter. Und so fiel das Sommerfest auf dem Gut Graßdorf am Freitag herbstlichen Temperaturen und am Sonnabend dem Regen zum Opfer. Echte Partystimmung wollte daher nicht aufkommen.

Dabei hatte Veranstalter Carsten Wulf im Vorfeld alle Voraussetzungen getroffen: Mit Olaf Schliebe holte er am Freitag abermals den in Taucha mittlerweile bekannten DJ in die Stadt. Als „DJ O-Punkt S-Punkt“ ging Schliebe in den 1990ern mit seiner Sendung „High Energy“ bei Energy Sachsen in die Radiogeschichte ein, moderierte später bei oldie.fm, dem heutigen R.SA. Wer dem quirligen DJ zuschaut, kann kaum glauben, dass er bereits 57 Jahre alt ist. „Hand drauf, ich scherze nicht“, lächelte er, als er die Skepsis bemerkte. Seit 35 Jahren legt er bei Festen, Privatpartys und anderen Veranstaltungen auf, unter anderem auch im Tauchaer Club Einigkeit. „Von dort kennen mich viele und wissen, dass ich eigentlich der Oldies-Mann bin. Da gibt es dann bei manchen Partys wie dieser hier enttäuschte Gesichter, wenn ich eher Querbeet auflege, aber ich versuche, die Mischung zu wahren“, so der Leipziger.

Olaf schliebe 2

Am Sonnabend unterhielt dann der Ausnahmegitarrist Tino Standhaft das Festzelt vor der Reithalle. „Der Dauerregen war natürlich hinderlich, da bewegte es nicht viele nach Draußen“, resümierte Carsten Wulf. „Das Zelt war trotzdem recht voll, Tino hat wunderbar gespielt und viel Applaus eingeheimst“, so der Veranstalter.

Sorgen machen ihm die zunehmenden Beschwerden der Anwohner über die Lautstärke seiner Events. „Trotz Ankündigung und Genehmigung stehen immer wieder Leute hier, die um Ruhe bitten“, so Wulf. „Wir können das ja verstehen und wollen auch niemanden mit Absicht verärgern. Aber wir planen für die Zukunft und können nur auf Verständnis hoffen“, sagt Wulfs Lebensgefährtin Margot Witt. Als Kompromiss werde ab 22 Uhr die Lautstärke bereits gedrosselt. Ein wenig Besserung könnte nach dem Umbau eintreten, der derzeit in vollem Gange ist. Direkt im Gut entsteht neben der Reiterklause ein Veranstaltungssaal, der für etwa 200 Gäste ausgelegt ist und in dem dann auch Disco stattfinden könnte.

Erschien am 4. Juli 2011 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Computerspielemusik gleich zwei Mal in den Klassik-Charts

    Wenn ein Album voll mit Computerspielemusik in den Klassik-Charts Größen wie Pavarotti oder Anna Netrebko schlägt, dann muss das was heißen. Und wenn dann ein zweites Album mit Klängen aus Videospielen in den Top 20 ist, darf man das durchaus eine Sensation nennen.

    Heute wurden die Oktober-Charts im Klassikbereich veröffentlicht. Neu auf Platz 20 ist ein Album, das seit einem Monat auf dem Markt ist: “Benyamin Nuss plays Uematsu” heißt es. Zu hören ist darauf Benyamin Nuss, ein 21-jähriger Bergisch-Gladbacher, der den Soundtrack von “Final Fantasy” (von Komponist Nobuo Uematsu) spielt wie ein junger Gott. Am Sonnabend dieser Woche ist Nuss übrigens im Leipziger Gewandhaus zu hören. Damit führt der Pianist auf gewisse Weise die erfolgreichen Spielemusikkonzerte in Leipzig fort, die 2008 für die Laserkrachshow “Video Games Live” geopfert wurden. Diesmal zwar nur im kleinen Mendelssohn-Saal, aber immerhin. Am heutigen Abend spielt Benyamin Nuss in Berlin übrigens unter anderem vor Bundeskanzlerin Angela Merkel.

    Das zweite Album in den aktuellen Klassik-Charts ist “Symphonic Fantasies“, der Mitschnitt des gleichnamigen Konzerts, das im September 2009 in Köln die vornehmlich jungen Zuhörer begeisterte. Und auch Winfried Fechner, Manager des WDR Rundfunkorchesters, welches das Konzert spielte, war nicht zu bremsen: “Junge Zuhörer aus allen Teilen der Welt, die lachten, die weinten, die atemlos beobachteten, die 17 Minuten lange Partituren mit unglaublicher Konzentration erlauschten. Von solchen Zuhörern träumt ein Konzertveranstalter! Und wenn ich dann heute noch einmal die vielen Mails lese, die Fans mir schickten: Immer wieder tauchen die Worte Gänsehaut, weinen und Kindheit auf. Diese stark emotionalen Begriffe sind für mich das größte Dankeschön überhaupt und ich kann nur bekennen: Ich bin ein Fan dieser Fans, und ich bin so froh, dass wir jetzt die CD der Symphonic Fantasies fertiggestellt haben!” Wer sich das Video hier ansieht und anhört, wird verstehen, wovon Fechner spricht.

    “Schuldig” an diesem Erfolg der beiden Spielemusik-Alben ist der Dresdner Thomas Böcker. Jener, der 2003 das erste Spielemusikkonzert außerhalb Japans im Leipziger Gewandhaus organisierte und dies bis 2007 immer zur Games Convention tat. Und der seit 2008 solche Konzerte mit dem WDR Rundfunkorchester und dessen Chor umsetzt. Einer, der sein Handwerk versteht und nun unter anderem als Berater für Universal Music arbeitet. Zurecht.

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  • Niemann singt traurig: “Wir sind das Volk”

    “Wir sind das Volk”. Dieser Ausruf war 1989 ein Ausspruch, der mit voller Stolz gerufen wurde. Lautstark. Voller Überzeugung. Mit dem Ziel, etwas zu verändern.

    niemann_wir_sind_das_volkHeute, 20 Jahre nach dem Fall der Mauer, zumindest der aus Steinen, veröffentlicht Kai Niemann eine Single, die sicher gut gemeint ist. Mich dann aber doch etwas irritiert. Kai Niemann? Na der, der damals sang, “Im Osten” gäbe es die hübscheren Mädels und hier würden sich die Kinder auch über kleine Sachen freuen.
    Dieser Kai Niemann also, der mit “Im Osten” einen Achtungserfolg landen konnte, kommt nun mit “Wir sind das Volk”, jenem selbstbewussten Ausspruch von damals. Allerdings frage ich mich, warum der Sprechgesang erstens klingen muss wie eine Mischung aus And One und Peter Heppner. Und zweitens, warum “Wir sind das Volk” plötzlich so leise und traurig klingt. Depressiv geradezu. Ist das jetzt, 20 Jahre danach, die Weiterentwicklung des einstigen lautstarken Ausrufs? Die Wandlung vom Machtbekenntnis zur nüchternen Erkenntnis, dass wir zwar nun das Volk, aber sonst nichts sind? Könnte sein, wenn ich mir das Cover anschaue, auf dem das “Volk” als Marionetten dargestellt ist.

    Ich habe den Song heute gehört, darf ihn aber leider auch nicht ausschnittsweise online stellen. Bei Radio PSR läuft er seit heute in der Rotation; Kai Niemann wird auch auf dem Tag der Sachsen auftreten. Auch weder auf Niemanns myspace-Profil ist der Song aktuell zu hören, noch auf seiner Website. Im Radio sollte man ihn aber nun öfter hören können, vermute ich. Und vielleicht erklärt Niemann ja auf PSR oder dem Tag der Sachsen, warum sein Song so traurig klingt. Verlegt wird die Platte übrigens bei Cäsar Music, dem Label von “Cäsar”-Legende Peter Gläser.

    Update: Mittlerweile gibt es auf der Website von Radio PSR eine Hörprobe des Songs.

    Update 2: Und mittlerweile gibts den Song auch bei Youtube. (Offizielle Version nachgereicht).

    Biker und Musik beim Countrytreffen

    Taucha. Zum vierten Mal fand am Wochenende das Country-Fest und Biker-Treffen auf dem Schlosshof statt. Alleinveranstalter Rainer Klöpsch bot Countrymusik, eine große Ausfahrt für Motorradfahrer und erstmals einen Linedance-Workshop. Die Besucherzahlen waren im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig.
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  • Annemarie Eilfeld: Die pinke Lady Gaga


    Nicht nur die GCO beschäftigte mich Ende Juli, auch bei Radio PSR war ich kurz, um Annemarie Eilfeld zu treffen. Der Artikel erschien am 30. Juli 2009 in der Leipziger Volkszeitung und wird hier nun nachgetragen, der Vollständigkeit halber. :)

    annemarie-eilfeldAnnemarie Eilfeld wurde bei der sechsten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ zwar nur Dritte, aber trotzdem im ganzen Land bekannt. Während der Mottoshows versuchten der Fernsehsender RTL und diverse Boulevardblätter dem Publikum weiß zu machen, die hübsche Blondine sei eine Zicke. Am Montag besuchte die gebürtige Wittenbergerin Radio PSR am Marktplatz. Und war überhaupt nicht zickig. Sehr locker, entspannt und immer ein Lied auf den Lippen lief sie durch den Sender, gab Interviews und plauderte mit Moderator Matthias Müller.

    Im Schlepptau hatte die 19-Jährige drei Musiker, mit denen sie live ihren Titel „Dissappointing Love“ zum Besten gab. „Den Song habe ich vor etwa einem Jahr geschrieben, aus Liebeskummer“, sagte sie nachdenklich. Liebeskummer sei auch der Grund gewesen, warum sie sich damals am Casting beteiligte.

    Trotz ihres dritten Platzes in der RTL-Show hofft Annemarie nun auf den musikalischen Erfolg. „Wenn alles klappt, veröffentliche ich in ein bis zwei Monaten eine Single“, hoffte sie. Welcher Titel das sein wird und wie die Titel ihres vielleicht bald kommenden Albums heißen, durfte sie noch nicht verraten. „Es geht aber wohl größtenteils um Liebe“, meinte sie. Unterstützung bekommt sie von ihrem Vater und befreundeten Musikern, wie Lars Rettkowitz. Mit ihm gründete sie das Projekt LaMie und macht nun Musik, die klingt „wie eine Mischung aus Pink und Lady Gaga“, beschreibt sie. Tatsächlich erinnern Songs wie „Bitch“ und „This Girl“, die man auf ihrem MySpace-Profil hören kann, sehr an diesen Stil.

    Von Leipzig war Annemarie begeistert, ist die Stadt doch für sie fast zweite Heimat. „Mein Onkel wohnt hier, darum bin ich recht oft da.

    annemarie-eilfeld_studio

    Zweiohrküken

    Ich sage es sehr oft und bei jeder Gelegenheit: Ich bin verknallt in einen Film: Keinohrhasen. Ja, natürlich wegen Nora Tschirner, aber auch wegen Matthias Schweighöfer und Til Schweiger, von dem ich bis zu diesem Film nicht viel hielt. Dieser Film versprüht so viel Lebensgefühl, Ironie, Witz und Traurigkeit, wie es kaum ein Film schafft. Zudem ist der Soundtrack dazu ganz groß.

    Am 17 2. Dezember findet Keinohrhasen seine Fortsetzung. Zweiohrküken heißt er. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass ich mich abermals verlieben werde. Verlieben in ein Gesamtkunstwerk, das bitte endlich mal mit diversen Preisen gewürdigt, nein überschüttet werden sollte.

    Dies ist der 1000. Eintrag in dieses Blog. Danke an durchschnittlich 7000 echte Leser pro Monat. Dieser 1000. Blogeintrag ist meinem Vater gewidmet. Bitte komm schnell wieder auf die Beine. Wir lieben und brauchen Dich!

    Zweiohrküken Soundtrack:
    Bei Amazon kaufen (Affilate-Link)

    Rocknacht Taucha begeistert hunderte Besucher

    Taucha. Sie ist mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden, die Tauchaer Rocknacht. Zum bereits siebten Mal unterhielten Live-Bands mit handgemachtem Rock die Besucher vor der urigen Kulisse des historischen Ritterguts. Besucher und Veranstalter zogen ein weitgehend positives Fazit.

    In diesem Jahr begann die Rocknacht bereits vormittags. Ab 9 Uhr standen junge Nachwuchsbands auf der Bühne, die um den Sieg im regionalen Vorausscheid zum Deutschen Rock & Pop Preis kämpften. Organisiert vom Deutschen Rock & Pop Verband dient dieser Leistungsvergleich der Nachwuchsgewinnung. „Den Bandcontest gibt es bereits seit 1983“, so Landessprecher Michael Weber. Heute erfolgreiche Bands wie Juli oder Pur seien aus diesem Wettbewerb hervorgegangen oder danach bekannt geworden. Acht Rockgruppen standen auf der Bühne. Zum Sieg reichte es für Audio Appeal aus Leipzig, die ihre Musik selbst als „basslastigen, melodischen Rock“ bezeichnen. Platz zwei ging an die Ostfront Crew aus Taucha, die zu Gitarrenmusik aus der Konserve rappten. „Wir sind normalerweise mit einer Band unterwegs, bei den Mitgliedern gab es aber heute Terminprobleme“, so Rapper Nick Veit. Auf Platz drei landete mit Smashed ebenfalls eine Tauchaer Band.

    ostfront-crew
    Die Tauchaer Band Ostfront Crew

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    Special Announcement

    Der King of Pop, Michael Jackson, wird morgen vor die Presse treten, um eine besondere Ankündigung, a special announcement, zu machen. Angeblich plane er in diesem Jahr 30 Konzerte in der Londoner O2-Arena, heißt es heute in diversen Medien. The King is back! Ob er wirklich nochmal zu solcher Größe wachsen kann, wie er sie einst besaß, wird sich zeigen. Ich wünsche es ihm.

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  • Germanys next Top-Ringtone

    Definitiv der hier: Nom Nom Nom Nom….

    Tipp an alle, die das wirklich als Sound auf dem Handy haben wollen: Die Musik kann man sich aus dem Video extrahieren. Video downloaden, in entsprechende Decoder einladen, als WAV oder MP3 speichern und ab aufs Handy. Das Audiofile hier zu posten würde wohl gegen das Copyright verstoßen, also tu ich das jetzt nicht..

    via otr

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  • Heinz Rudolf Kunze in Leipzig


    Seine Freunde nennen ihn nur Heinz und wenn es ganz schnell gehen muss, ist er auch mit HRK zufrieden. Heinz Rudolf Kunze weilte am Dienstag (3. Februar) für wenige Stunden in der Stadt, besuchte unter anderem Radio Leipzig und warb für sein neues Album „Protest“.
    Das erschien Ende Januar und ist, wie der 52-Jährige sagte, kein „genereller Protest gegen irgendetwas. Ich fasse den Begriff sehr weit. Bob Dylan hat mal gesagt, jeder Song kann ein Protestsong sein. Wenn ich also ein Liebeslied schreibe, protestiere ich damit gegen die allgemeine Lieblosigkeit“, sagte Kunze. Bezug auf sein Idol Dylan finden sich auch auf dem aktuellen Album. Das Lied „Möglich“ beispielsweise sei seine Übersetzung des Titels „Death is not the end“. So singt er auch „Es ist möglich, dass es mehr gibt als den Tod.“ Sterben sei auch etwas, wogegen HRK protestiere. „Ich finde es unglaublich, dass ich irgendwann nicht mehr lebe, denn ich halte mich für unentbehrlich“, meinte er. Moderator Jan Lüdtke überzeugte diese Äußerung. „Er ist ein Mensch, der weiß, was er will. Trotz allem ist er nicht überheblich, höchstens sehr bestimmt.“

    Das nächste Mal ist Kunze mit seiner Verstärkung am 30. April in Leipzig. In seinem „Stammlokal“, dem Haus Auensee, wie er es ausdrückte. „In Leipzig haben wir schon viele schöne Konzerte und Lesungen gehabt. Im Herbst 1987 gaben wir unser erstes Konzert bei strömendem Regen. Und zwei Monate vor der Wende spielten wir für 50 000 Menschen. Das war faszinierend, man spürte regelrecht, dass etwas passieren würde. Dass die Mauer fällt, war für uns dann doch sehr überraschend.“

    Wer an Kunzes Wirken in Buchform will, kann das tun – im Dezember erschien das neueste Buch des Macherner Autoren Holger Zürch. In „Woran man mit mir war“ dokumentiert er Kunzes Schaffen der vergangenen Jahr.

    Erschien in kürzerer Form am 4. Februar 2009 in der Leipziger Volkszeitung und in dieser Version auf der Website von Radio Leipzig.

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