von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
20. 12. 2005 20:57
Wiedersehen mit dem Ex: Sängerin Deborah Sasson traf in Leipzig ihren ersten Ehemann Michel Sasson, dessen Namen sie behielt – auch während ihrer zweiten Ehe mit Tenor Peter Hofmann. Michel kam extra wegen ihr, als sie bei der José-Carreras-Gala auftrat.
Die junge Amerikanerin lernte mit 18 Jahren – damals hieß sie noch O’Brian – den 13 Jahre älteren Dirigenten in Boston kennen. “„Ich hatte gerade für Carmina Burana vorgesungen“, erinnert sie sich. Ein Jahr später heirateten sie.
Einige Jahre später dann die Trennung. „Wir hatten uns einfach auseinander gelebt“, so Deborah. Und er selbst: „Ich war damals wie heute viel in der Welt unterwegs, ihre Karriere begann gerade. Da verlor man sich aus den Augen“, so der berühmte Dirigent, der unter anderem erster Geiger des Boston Symphony Orchestra war, das jetzt auch von Kurt Masur dirigiert wird. Danach folgten Engagements in der ganzen Welt, wie 14 Jahre an der Mailänder Scala, in Japan oder China.
Trotz des Stresses haben sich Michel und Deborah nie aus den Augen verloren. „Mir liegt noch viel an ihr. Aber nur als Freund und Kollege“, schmunzelt er. So wird Michel Sasson im Sommer 2006 einzelne Gastspiele von Deborahs Europatournee von „Phantom der Oper“ dirigieren. Und von Mitte Februar bis Mitte März ist er zusammen mit der Künstlerin und ihrem Lebensgefährten und Manager Dieter Tings auf der MS Europa, quer durch die Südsee.
Eifersüchtig ist Dieter Tings nicht, wie er sagt: „Michel ist der beste Freund, den wir haben. Wann immer es geht, treffen wir uns.“ An Weihnachten geht’s aber nicht – Heiligabend kommt das Paar erst nachmittags von einem Auftritt zurück, am 25. und 26. Dezember folgen weitere Konzerte. Gefeiert wird darum nur im kleinen Kreis – bei Dieters Eltern in Lorsch, nur wenige Kilometer vom Heimatort Bensheim entfernt.
Erschienen am 20.12.2005 in der Leipziger Volkszeitung.
Foto: 4und20.net / Andreas Weihs
12. 11. 2005 09:53
Deutschpop. Das klingt unspektakulär, beschreibt aber genau die Kategorie, in die Laith al Deen seine Musik einordnet. Und Pop ist das, wofür er lebt. “So lange es Musik bleibt”, meint er und zielt damit auf so manchen Versuch plastisch-künstlicher Castingteilnehmer. Die deutsche Sprache ist für ihn sehr wichtig.
“Englisch baut Sprachbarrieren auf. In meiner Muttersprache kann ich mich immer noch am besten ausdrücken”, so Laith, der halb Iraker, aber in Karlsruhe geboren ist. Die derzeitige Schwemme von deutschsprachigen Bands und deren Erfolg freut ihn. “Das zeigt doch, dass der Bedarf da ist. Ich hoffe nur, dass das keine vorübergehende perfekte Welle bleibt”, sinniert er, der am 19. November das Haus Auensee beschallen wird.
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19. 10. 2005 07:40
„Das ist ein Superstar, in spätestens zwei Jahren wird das jeder wissen.“ Wenn schon Journalistenkollegen während der Pressekonferenz über einen Sänger so reden, muss etwas dran sein. Und tatsächlich ist die steile Karriere des Tenors Rolando Villazón mit seiner musischen Gabe zu erklären. Erst 1999 wurde er bekannt. Damals trat der Mexikaner als „Des Grieux“ in der Oper „Manon“ vom französischen Komponisten Julies Massenet auf. Nur sechs Jahre später gehört Rolando Villazón mit gefeierten Auftritten in den Opernhäusern von Paris, Berlin, Hamburg, Rom, New York, Los Angeles und Salzburg zu dem, was man Weltelite der Klassik nennt.
Am 1. November kommt der neue Liebling der Feuilletons nach Leipzig ins Gewandhaus, begeleitet vom Philharmonischen Orchester Halle. Die Solotournee im Herbst soll eine „Umarmung des Publikums“ werden, kündigte er kürzlich in Berlin an. „Ein Konzert ist immer etwas Besonderes für mich. Hier habe ich direkten Kontakt mit meinen Gästen, ganz anderes als bei einer Oper“, sagte Villazón. Und er macht es spannend: „Ich bin mir sicher, dass es einen Moment geben wird, über den sich alle freuen und sie diesen Abend nicht vergessen.“ Ein großes Fest mit Arien aus berühmten Opern soll es werden, das Liebhaber der Musik ebenso anziehen soll wie ernannte Fans des Tenors.
Nach Leipzig folgen Auftritte in Berlin und Frankfurt. Diese sollen aber nur der Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen in Deutschland sein. „Es sind weitere Produktionen geplant, unter anderem an der Staatsoper Berlin oder in München“, erzählte Villazón in passablem Deutsch. Kein Wunder – der „Tenor, auf den wir alle gewartet haben“, wie die New York Times schrieb, besuchte in Mexiko neun Jahre lang eine deutsche Schule. Ein Wunsch seiner Ur-Großmutter, die aus Österreich kam. Die europäische Kultur habe Einfluss auf sein musikalisches Wirken gehabt. „Jetzt singe ich auf Französisch, Italienisch, Deutsch und im nächsten Jahr auf Russisch.“ Und noch eine Sprache beherrscht Rolando Villazón: die Körpersprache. Seine Ballett-Ausbildung habe er aber frühzeitig aufgegeben – das gesungene Wort lag ihm mehr.
Erschien heute mit Material von dpa in der Leipziger Volkszeitung