Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Persönliches’ Category

Sprachlos

Es passiert nicht oft, dass ich sprachlos bin. Oder nicht weiß, wie ich einen Text beginnen soll. Bei diesem Text hier ist es so. Wie beginnt man einen Text, in dem man beschreiben wird, wie es ist, wenn direkt vor den eigenen Augen jemand stirbt? Wie beschreibt man, was man gar nicht beschreiben kann? Die Ohnmacht? Das Unfassbare, das erst langsam in einem hochkriecht und dann plötzlich umschlägt in die Gewissheit, dass das Ganze, was man gerade erlebt hat, wirklich passiert ist…

Freitagabend. Wir sind mit guten Freunden beim Passagenfest. Vor Specks Hof bleiben wir stehen. Von gegenüber wird mit dem Beamer die Hauswand angestrahlt. Gegen 22.50 Uhr beginnt eine effektvolle Show. Mit Musik unterlegt werden 3D-Bilder an die Fassade gestrahlt. Die Jahreszahl 1924 wird eingeblendet. Von unten steigen blaue Blubberblasen nach oben. Auf einmal beginnt ein Saxofonist zu spielen, angestrahlt von einem Spot. Fast ganz oben sitzt er auf einer Balkonbrüstung. Etwas mehr als eine Minute spielt er ein Lied. Dann ist es zu Ende, der Spot geht aus, die Zuschauer applaudieren.

Unmittelbar danach passiert das, was so unbegreiflich ist und wohl auch eine Weile bleibt. Etwas Großes fällt zu Boden. In den letzten Millisekunden sehe ich noch, dass es sich dabei um einen Mann handeln muss. Er rudert mit den Händen. Danach folgt ein Geräusch, von dem ich niemandem wünsche, dass er es jemals hören muss. Stille. Gefühlt 10 Sekunden ist totale Stille vor dem Gebäude. Bis die ersten begreifen: Hier ist keine Puppe runtergefallen, das gehörte nicht zur Show. Erste Menschen laufen hin, schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Manche weinen. Schlagartig werde ich kreidebleich, mir wird heiß, auf der Stirn bildet sich kalter Schweiß. Auch meiner Familie und unseren Freunden geht es nicht besser. Wir müssen uns setzen. Ich habe mit Sicherheit einen leichten Schock.

Etwa 15 Minuten dauert es, bis der Notarzt kommt. Eigentlich ein Unding, mitten in der Innenstadt und während eines Festes. Der Arzt kann nichts mehr tun. Wir sitzen immer noch in der Nähe dieser unbegreiflichen Szenerie. Später wechseln wir in ein Restaurant, trinken einen Kaffee, versuchen das Ganze zu verarbeiten, zu begreifen. Inzwischen habe ich die Kollegen bei LVZ-Online mit den ersten Informationen versorgt. Zum selbst Schreiben habe ich keine Kraft.

Die Nacht ist schlimm. Mehrfach wache ich auf, merke, dass ich davon geträumt habe. Meiner Familie geht es nicht anders. Auch der Freund, der wie ich den Sturz komplett mitbekommen hatte, berichtet am nächsten Tag von einer grausamen Nacht. Rund 20 Mal, schätzt er, habe er den Mann im Traum fallen sehen.

Am nächsten Tag liegen Blumen vor dem Haus. Gegen Mittag zieht ein indischer Wagen durch die City, begleitet von dutzenden Sängern in bunten Gewändern. Direkt vor dem Unglücksort wird einem gewissen Krishna gehuldigt. Krishna – eine hinduistische Form des Göttlichen. Ein Gott, der Mensch geworden ist. Wie grotesk. Ein bunter Wagen mit laut plärrender Musik und wild hüpfenden Menschen zieht an den Blumen und dem Grablicht vorbei.

Nein, es gibt keinen Gott. Nicht an diesem Wochenende. Und auch sonst nicht.

Kurzer Nachtrag, weil ich darauf angesprochen wurde: Natürlich gestehe ich jedem seine Religion und die Ausübung selbiger zu. Das oben beschriebene bezog sich lediglich auf die unwirkliche Szenerie eines bunten, lauten Wagens mit fröhlichen Menschen, die an den Blumen vorüberzogen – und sicherlich gar nicht wussten, was sich da wenige Stunden vorher abspielte.

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  • Für Dich, Paps

    Wir wünschten, Du könntest nach Hause kommen.

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  • Zwei Blogger zwischen Leipzig und Dortmund

    (Reklame) Leipzig und Dortmund werden bis April meinen und den Rhythmus von Thomas bestimmen. Wie in den Vorjahren auch bloggen wir für die Motorrad Messe Leipzig (Februar) und die Motorräder Dortmund (März). Das Blog gibts hier, die Facebook-Seite hier. Eine Pressemitteilung dazu gibt’s hier (PDF).

    zweiradmessen.jpg

    Und weil einmal Dortmund nicht genug ist, sind wir Mitte März und Mitte April gleich noch mal dort. Für die Westfalenhallen Dortmund bloggen wir von der CREATIVA und der INTERMODELLBAU. Begleitet werden beide Messen auch bei Facebook. Die Blogs starten bald, die Facebook-Seite für die CREATIVA ist bereits gestartet.

    (Reklame off)

    Egotrip

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  • Vergeben, vergessen, löschen

    Wenn die eigene Arbeit Früchte trägt, man bei Kollegen und Lesern “erkannt” wird, einem Aufträge angetragen werden, weil Kollegen und Kunden wissen, dass dies genau das Richtige für einen ist, dann macht das einen Journalisten stolz. Mich eingeschlossen. Ebenso, wenn positive Rückmeldungen der Leser oder des direkten Auftraggebers bzw. Redakteurs kommen. So etwas gibt Kraft. Etwa wie die zahlreichen Dankes-Mails und Anrufe, die ich seit Oktober bekomme, weil ich Unternehmer offenbar gut vor den gelben Abzockern warne oder zumindest Neues berichte.

    Stefan Niggemeier kennt das Gefühl sicher auch. Und ich kann es gut verstehen, wenn er es “ein gutes Gefühl” nennt, wenn “die eigene Arbeit Wirkung zeigt”. Trotz allem bin ich mir nicht sicher, ob der Anlass diesmal wirklich geeignet ist.

    Konkret geht es in Stefans Blogbeitrag um einen BILD-Journalisten, der vor zwei Jahren einen fremden Artikel als seinen eigenen ausgab. Das BILDblog berichtete darüber und nannte auch den Namen des Kollegen. Der Journalist arbeitet nun frei und hat offenbar Probleme, Aufträge zu bekommen, da er in jedem Gespräch auf den BILDblog-Eintrag angesprochen wird. Folglich bat er Stefan Niggemeier um Löschung seines Namens.

    In seinem langen Artikel wägt Niggemeier das Für und Wider ab, erklärt ähnliche Fälle und schreibt am Ende des Textes:

    Eine grundsätzliche und allgemeingültige moralische Antwort, wie mit Löschwünschen zu verfahren sei, habe ich nicht. Wenn man weder gnadenlos sein noch seine Arbeit pauschal mit einem Verfallsdatum versehen will, bleibt wenig übrig, als sich in jedem einzelnen Fall ein Urteil zu bilden, das einem gerecht erscheint.

    Im Fall des ehemaligen „Bild”-Journalisten vom Anfang haben wir uns dafür entschieden, seinen Namen nicht zu löschen.

    Ich gebe Stefan insofern recht, als dass er schreibt, man müsse sich in jedem einzelnen Fall ein Urteil bilden. Und im Fall des BILD-Journalisten hätte ich mich dafür entschieden, seinen Namen zu löschen. Warum? Der Fall liegt zwei Jahre zurück. Der Sachverhalt, nämlich dass bei BILD offenbar Texte ohne Kontrolle durch eine wie auch immer geartete Instanz geprüft werden, hat auch ohne Nennung des Namens Relevanz. Und der Journalist will weiter als solcher arbeiten. Seinen Fehler hat er wohl nicht zugegeben oder sich gar dafür entschuldigt, zumindest nicht in der Mail an Niggemeier. Die öffentliche Zurschaustellung und die ständige Möglichkeit, dass ihm bei ähnlichen Fehlern wieder ein solcher Pranger droht, sind allerdings groß.

    Vor einiger Zeit berichtete ich hier von Unternehmen, die ungefragt bei Menschen in ganz Deutschland abbuchen, weil sie sich angeblich für eine Leistung registriert hatten. Viele bemerkten die Abbuchungen, ließen das Geld zurückbuchen und bekamen daraufhin Post von einem Anwalt. Jenen Anwalt ließ ich zum einen hier zu Wort kommen, zum anderen stellte ich sein Treiben und seine offenkundige Naivität, das Richtige zu tun, an den Pranger. Im Nachhinein bescheinigte er mir einen fairen Umgang mit seiner Person. Persönlich und beruflich war für ihn allerdings der Ofen aus. Nachdem die betrügerischen Machenschaften seines Mandanten bekannt wurden, verlor er diesen Auftrag. Und bekam, weil sein Name im Internet verbrannt war, keine neuen Aufträge mehr. Bewerbungen bei Unternehmern blieben unbeantwortet oder im Bewerbungsgespräch fiel sofort dieser eine Sachverhalt – mit entsprechendem negativem Ausgang.

    Ich habe mich damals auch gefragt, ob mich das stolz machen sollte. Natürlich ist es ein gutes Gefühl, wenn man weiß, man hat geholfen, eine Sache aufzuklären. Immerhin wussten damals viele Betroffene nicht, ob es diesen Anwalt tatsächlich gibt. Hier fanden viele überhaupt erst Antworten auf ihre Fragen. Und für viele ging die Geschichte glimpflich aus, sie wurden nicht wieder belästigt und die angeblichen Forderungen fallen gelassen. Darum entschied ich mich damals auch, nach einem klärenden Gespräch mit besagtem Anwalt in Anwesenheit meines Anwaltes, seinen Namen aus den Artikeln (und Kommentaren) zu entfernen.
    Natürlich entspricht das nicht dem Wesen eines Blogs und natürlich gibt es nach wie vor weitere Stellen im Netz, an dem der Sachverhalt nebst Name auftaucht. Allerdings war mein mir selbst auferlegter Auftrag erledigt, ich hatte geholfen, den Betroffenen eine Richtung zu geben und ihnen erste Infos zukommen zu lassen, die sie sonst nicht hätten. Ich bin, wie Stefan Niggemeier das auch schreibt, nicht verpflichtet, solch einem Menschen bei der Resozialisierung zu helfen. Trotz allem habe ich mich in besagtem Fall dafür entschieden. Inzwischen habe ich die Artikel komplett gelöscht, weil der Fall vorbei ist und die Hintermänner verurteilt.

    Mich hat der Anwalt damals gefragt: “Muss ich ein Leben lang dafür büßen, dass ich einmal einen Fehler gemacht habe?” Das ist eine gute Frage. Büßen muss er, wenn überhaupt, nur vor sich selbst. Er muss sich den Rest seines Lebens den Vorwurf machen, mit besserer Vor-Recherche über seinen Mandanten ziemlich schnell auf dessen Machenschaften gekommen zu sein. Er muss damit leben, dass teilweise systematisch Konten von Menschen leergeräumt wurden, die dann ihre Miete nicht mehr zahlen konnten. Einen Zustand, den der Anwalt laut eigenem Bekunden mittlerweile selbst gut kennt. Weil der digitale Radiergummi nur bedingt wirkt.

    Man kann Stefan Niggemeiers Handeln verurteilen, ihn beschimpfen, wie Robert Basic das tut. Trotz allem finde ich, dass er Recht hat, wenn er sagt, dass man sich in jedem einzelnen Fall ein Urteil bilden muss, das einem gerecht erscheint. Stefans Urteil kann ich nachvollziehen. Auch wenn ich anders gehandelt hätte.

    Aufs Hirn

    Stefan Raab und BILD sind nicht die besten Freude, um das mal vorsichtig auszudrücken. Entweder berichtet BILD gar nicht oder schlecht recherchiert bis falsch über das, was Raab treibt. Mit entsprechender Antwort Raabs: einer Gegendarstellung, wie es das Presserecht vorsieht. Wie glücklich für BILD also, wenn andere über Raab schreiben und man anschließend darüber schreiben kann. So macht man sich nicht selbst die Hände dreckig und kann Raab heute zum Verlierer erklären sowie ganz locker und leicht behaupten: “Erfolg schlägt offenbar aufs Hirn!”

    Dass der Redaktionsalltag bei BILD offenbar aufs Hirn – und da vor allem auf das Großhirn – schlägt, beweist die Tatsache, wie die Gegendarstellung, die der Focus drucken musste und über die sich BILD heute lustig macht, zustande kam. Denn nicht Raab hat irgendwas aufs Hirn geschlagen, sondern die Kollegen des Focus haben offensichtlich falsch recherchiert – oder die falschen Leute gefragt. Die Ahnungslosigkeit von BILD wird noch untermauert, indem sie schreibt, Focus habe ein “Porträt” gedruckt. Ein “Porträt”, bei dem der Focus offenbar nicht mit Raab selbst gesprochen hat – und zu dem Raab auch nie sein Einverständnis erklärte. Allenfalls ist das “Porträt”, das Focus da zeichnet, eine angestrengt lustig wirken wollende Aufzählung von Hörensagen über den Künstler und Falschinterpretationen oder Mutmaßungen über den Sendeablauf und das, was hinter den Kulissen von Brainpool und ProSieben stattfindet.

    Allzu verständlich, dass Stefan Raab da eine Gegendarstellung erwirkt. Und ja, auch ein Detail wie Gurkenscheiben auf Mettbrötchen darf da richtig gestellt werden. “Peinlich”, wie BILD findet, ist das Ganze nicht für Raab, sondern nur für den Focus, der die 20 Punkte umfassende Gegendarstellung drucken musste – und so seinen Lesern offenlegt, wie sauber recherchiert die Geschichte war, in der sich jeder Absatz so liest, als hätten die drei Autoren den Auftrag gehabt, unbedingt einen Verriss abliefern zu müssen. Was dann zu solch verkrampften und merkwürdigen Sätzen, Halbsätzen, Abgeschriebenem aus Wikipedia und konstruierten Zusammenhängen führt:

    “Einen, der Humor betreibt wie eine Fleischerei. Grundsatz: Es darf immer noch ein bisschen mehr sein.” [Willkommen in Kalau.]

    “Die Öffentlichkeit, die ihn mehr denn je feiert, sie ist der Gegner, vor dem Raab flüchtet.”

    “Stefan Raab ist Stefan Raab.” [Ach...]

    “Raab bleibt Raab.” [Achso...]

    “Umgeben von Dönerbuden und inmitten einer Bevölkerung, in der der Kölner Metzgersjunge wie ein Migrant wirkt, sitzt das
    Medienunter nehmen[sic!] Brainpool.” [Ja, so wie mindestens 22 andere (deutsche) Unternehmen auch. Außerdem, was haben die Autoren gegen die "Bevölkerung", in der Raab wie ein Migrant wirkt? Kann man umgeben von Multikulti schlechter arbeiten? Oder war auch dieser Satz einfach nur nicht zu Ende gedacht?]

    “Sein erstes größeres Geld, gemacht mit dem Komponieren von Werbe-Jingles für Punica, Burger King oder Blenda-med, steckt Raab ins eigene Tonstudio im Haus der Eltern. [Absatz] Dort sind heute die Fenster erneuert.” [Wenn die Fenster von dem Jingle-Geld bezahlt wurden, sind sie heute nahezu 20 Jahre alt...]

    “…verriegelt ein Garagentor aus schwerem Holz. Es lässt sich per Elektromotor und Fernbedienung öffnen.” [Wie ungewöhnlich!]

    “… kann er direkt mit dem Wagen ins Reich seiner Kindheit einfahren.” [Wow. Was die Technik heute alles zu leisten vermag.]

    “Gleich um die Ecke sprießt der Blumenladen…” [Würd' ich gern sehen, einen sprießenden Laden.]

    “Die Juristerei bricht Raab im fünften Semester ab. Seine Metzgerlehre krönt er mit der Note „sehr gut“. Den Gesellenbrief bekommt er als Bezirksbester.” [Was Wikipedia so alles weiß...]

    “„Er war ein ganz normaler Wurstverkäufer“, sagt die Floristin. „Wenn ich ihn heute im Fernsehen sehe, ist das ein komisches Gefühl.“” [Ein Gefühl, an das man sich nach 17 Jahren, seit denen Raab im TV zu sehen ist, langsam gewöhnt haben sollte.]

    “Der Straßenbelag ist feiner verlegt, extraglatt. So ruhig liebt es Raab privat.”

    “Raabs Aufstiegswille ist seit der Schulzeit zementiert.” [Klingt wie ein Vorwurf, dabei ist es doch erstrebenswert, oder zählt so etwas in der Welt der Focus-Redakteure nicht?]

    Interessant wäre nun mal, ein wirkliches Porträt von Raab zu lesen. Ein ehrliches – von beiden Seiten.

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  • BILD macht Dieter Nuhr zu Sahra Wagenknecht

    Im “Mini-Klatsch” der heutigen BILD kann man direkt unter dem Hinterteil von Michelle Hunziker lesen, dass Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht ihren Namen ändern ließ. Was uns BILD verschweigt, aber dennoch mittels eines Fotos zum Ausdruck bringt: Offenbar hat Wagenknecht nicht nur ihren Vornamen, sondern auch ihr Aussehen verändert. Irgendwie sieht sie nun aus wie Dieter Nuhr. Ob das Taktik ist, um als Politikerin ernster genommen zu werden, ist nicht bekannt.


    Wie wertvoll das Leben ist

    Wir sind bei Dir, Paps. Jeden Tag. Und heute ganz besonders.

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  • Langsames UMTS? E-Plus rät: Schalten Sie es ab!

    Seit 1999 besitze ich einen Mobilfunkvertrag. Damals, kurz vor Geburt unserer Tochter, wollte ich sichergehen, dass ich jederzeit von Arbeit schnell zu meiner Frau (damals noch Lebensgefährtin) eilen kann, wenn “es” soweit ist. Seit 1999 bin ich bei E-Plus. Und eigentlich immer gut gefahren mit dem Anbieter. Seitdem ein Mobiltelefon aber weit mehr ist, als nur ein Anrufknochen, werden die Nachteile sichtbar. UMTS beispielsweise ist in vielen Regionen Deutschlands entweder gar nicht vorhanden oder viel zu langsam. Connecte ich mich mit dem Telefon via Bluetooth zum Macbook und von dort ins Internet, kommt es zu Verbindungsabbrüchen oder ich warte ewig auf eine Website oder den Abruf von Mails. Aber auch normale Anrufe werden neuerdings unterbrochen. Mitten im Gespräch ist – mitten in Leipzig – einfach die Verbindung weg. Schaue ich dann aufs Handy, weiss ich, warum: Von eben noch 5 Balken ist plötzlich keiner mehr da. Echt ätzend.

    Seit Jahren verspricht E-Plus, den Netzausbau. Seit Jahren passiert nur wenig. Zwar ist in Leipzig mittlerweile HSDPA möglich, allerdings eben – zumindest ist das meine Erfahrung – noch immer sehr lahm und wenig zuverlässig. Das nimmt in Leipzig und anderen Städten solch groteske Züge an, dass ich mit E-Plus quasi keinen Empfang habe, Handys mit O2 oder Vodafone neben mir aber vollen Ausschlag haben. Das geht einfach nicht.

    Nach elf Jahren werde ich darum Anfang Juni meinen Mobilfunkanbieter wechseln. Und von E-Plus zu O2, bzw. deren Discount-Tochter Fonic wechseln. Weil ich es langsam satt habe.
    Seit neuestem bietet nun auch Fonic die Mitnahme der Rufnummer an. Wer dies tut, darf sogar einen Monat lang gratis telefonieren. Das Procedere soll einfach gehen: Man kauft bei Fonic eine SIM-Karte, kündigt seinen alten Vertrag und beantragt bei Fonic die Rufnummernmitnahme. Um sicherzugehen, dass E-Plus dann auch die Nummer rausrückt, rief ich beim Kundenservice an, um Details zu erfragen. Ja, kein Problem, das sei ohne weiteres möglich. Natürlich würde E-Plus mich aber gern als Kunden halten. Woran es denn läge, dass ich wechsle. “Weil der Netzausbau grottig ist”, sagte ich der Dame, die daraufhin nur sinngemäss meinte, dagegen hätte sie keine Argumente. Allerdings riet sie mir ernsthaft, wenn ich mit UMTS Probleme hätte, doch UMTS auszuschalten. Sie persönlich hätte mit GPRS ganz gute Geschwindigkeiten. Zum eben mal schnell was recherchieren im Netz würde das ausreichen. Das hat mich in meiner Entscheidung, zu wechseln, nur noch mehr bestätigt. Ehrlich E-Plus, wenn ihr Kunden ernsthaft ratet, ins Steinzeitalter zu wechseln, nur weil eure UMTS-Stationen nicht in der Lage sind, genügend Teilnehmer aufzunehmen, tuts mir leid.

    Die Zeit wird zeigen, ob ich mit Prepaid wirklich besser fahre als mit meinem derzeitigen Journalistentarif bei E-Plus, der eigentlich eine super Sache war. Aber was nützt mir der, wenn ich dafür mit einem minderwertigen Netz leben muss…

    Recht weit vorn

    “Beim Thema blöde Witze bin ich ja recht weit vorn”, schreibt Freund und Kollege Thomas Gigold im AMI-Blog-Artikel über den Dacia Duster. Es ist einer der ersten Artikel für die AMI Auto Mobil International, die wir mittlerweile im vierten Jahr mit einem Weblog betreuen. Thomas’ Artikel zeigt eins ganz deutlich: Wir leben Blogs. Und nehmen uns selbst gern auf die Schippe. Trotzdem bleiben wir immer dem Thema treu und sind nah am Leser. Ich glaube, in von uns betreuten Messeblogs spürt man dies ganz deutlich.

    In diesem Jahr wollen wir von Autobloggern und Persönlichkeiten wissen, welches Auto ihr erstes war. Denn im Jubliäumsjahr – die AMI wird 20 – dreht sich alles um die Liebe zum Auto. Den Anfang habe ich mit einem Artikel über meinen Toyota Starlet und dessen tragisches Ende gemacht. Außerdem wollen wir zurückblicken auf 20 Jahre AMI und 20 Jahr automobile Geschichte. Unter anderem werden die besten Autos 1991 in einer Umfrage ermittelt. Und wir wollen die schönsten und verrücktesten Fotos der AMI-Besucher aus den letzten 20 Jahren sehen. Dazu gibt’s natürlich alle Premieren und das wichtigste rund um AMI, die Werkstattmesse AMITEC und die neue AMICOM, die sich der Elektronik im Auto widmet.

    Und wenn’s passt, werden wir auch weiter blöde Witze reißen.

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    Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Vorrangig geht es um Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien, Unternehmen und das Leben an sich. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.
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