von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
25. 05. 2009 09:41
Folgende Mail schrieb ich heute an Tommy Jaud, den meiner Meinung nach besten Comedyautor Deutschlands. Die Mail werden nur diejenigen wirklich verstehen, die Jauds 2007 erschienenes Werk “Millionär” auch gelesen haben, was mir aber mal herzlich egal ist.
Sehr geehrter Herr Jaud,
ich möchte nicht aufgenommen werden zu Schulungszwecken. Und ich möchte mich beschweren.Der Grund: Das Lesen Ihres Buches “Millionär” macht einsam. Als ich mir am Samstagnachmittag Ihr Buch kaufte, ahnte ich noch nicht, dass ich damit den Rest des Tages und die Hälfte der Nacht zubringen würde. Bereits im Laden las ich die erste Seite und vergaß so fast, das Buch zu bezahlen. Die Kasse sieht man ja nicht, so mit einem Buch vor den Augen. Zu Hause verschlang ich dann weitere Seiten – sehr zum Leidwesen meiner Frau, denn das Lesen Ihrer Bücher geht nie leise von statten. Nach jedem dritten Satz muss man lachen. Und ich lache sehr laut beim Lesen.
Am Abend, ich hatte das Buch noch immer vor den Augen, versuchte meine Frau dann etwas aberwitziges: Sie setzte sich neben mich, um auch ihrerseits ein Buch zu lesen. Sie werden sich denken, was passierte: Sie hielt es neben mir lachendem und vor Freude zappelndem Menschen nicht lange aus. Und ging ins Bett.
Da saß ich nun. Einsam. Bis 2.45 Uhr morgens. Zu diesem Zeitpunkt ging gerade der Summer von Annabelles alter WG. Und ich stellte mit Erschrecken fest: Ich war gar nicht müde. Hier entstand das zweite Problem: Um diese Uhrzeit noch etwas sinnvolles anzustellen ist schwer – außer man liest Ihr Buch noch einmal. Oder den Vollidioten. Oder den Resturlaub, der sich irgendwie nicht so leicht runterliest. Ich entschied mich für den Fernseher. Dummerweise kamen aber keine Dokus mehr, nicht mal eine Kochsendung. Und daran sind nur Sie schuld!
So, das war’s – ich muss jetzt auch schnell auf spiegel.de schauen, ich glaub, es ist was passiert.
Also, machen Sie’s gut! Sie sind echt Welt!
Viele Grüße,
Daniel Große
Bereits 2007 war ich von Tommy Jauds Vollidiot begeistert. Den “Millionär” habe ich schon lange mal kaufen und lesen wollen, bin nun eigentlich viel zu spät dran – habs aber nicht bereut. Unnötig zu sagen, dass ich das Buch jedem Mann empfehle. Ja, jedem Mann. Für Frauen ist das nix.
30. 04. 2009 10:48
Im Mai soll das erste Leipziger Twitter-Grillen stattfinden. Nein, nicht Twitterer sollen gegrillt werden, auch keine Spatzen. Höchstens schon der Failwhale. So er denn kommt. Aber erstmal müsst Ihr kommen, Ihr Leipziger Twitterer! In Leben gerufen hat die Idee der gute Martin aka @ritman77 (Er ist viel netter als sein Twitter-Background aussieht). Wann wird gegrillt? Das liegt an Euch! Martin hat dazu eine Umfrage gestartet. Also: Mitgemacht und dann ran an den Grill! Und ich bin mir sicher, bis zum Termin bekommt Martin noch ein schönes Logo hin. Sollte doch kein Problem sein für einen Mediengestalter…
21. 04. 2009 13:23
Folgende Geschichte muss ich einfach in einem längeren Text loswerden als nur in einem Tweet. Es geht um die Telekom, bei der ich seit den 90ern Kunde bin. Ohne Unterbrechung. Ein treudoofer treuer Kunde. Seit Mitte 2006 lasse ich alle Rechnungen per Lastschrift einziehen. Bislang klappte das ach reibungslos. Rechnung kam, etwa 10 Tage später wird abgebucht. Haut alles hin.
Bis auf den jetzigen Monat. Am 15. April zieht die Telekom einen Betrag ein, der geringer ist als der eigentliche Rechnungsbetrag. Das habe ich aufgrund meines Urlaubs nicht sofort mitbekommen. Heute bucht die Telekom nochmals einen Betrag ab, der rund 15 Euro höher ist als der eigentliche aktuelle Rechnungsbetrag. Sprich, es wurde zweimal im April abgebucht. Ich vermute natürlich einen Fehler bei der Telekom und rufe an. Gelandet bin ich in einem Callcenter in Halle/Saale, habe einen extrem freundlichen und sehr kompetenten Mann dran, der sich ebenso wie ich wundert und während des Gesprächs eine zweite Kollegin hinzuzieht. Kurzfassung: Ein anderer Kunde habe wohl einen Zahlendreher bei der Überweisung der Rechnung im März gehabt, so dass das Geld auf meinem Buchungskonto verbucht wurde. Darum wurde im März nicht bei mir abgebucht, dafür dann im April der Restbetrag abgezogen, am Ende wieder was verrechnet. Was genau und wie das zustande kam, konnte der Hallenser Telekom-Mitarbeiter auch nicht sagen und meinte, der Vorfall würde zur Kontenprüfung geleitet. Ich soll zurückgerufen werden.
Der Rückruf kam recht schnell. Dran war diesmal eine Mitarbeiterin, die mir den Vorfall erklärte, wild mit Zahlen um sich warf, etwas von Guthaben und Verrechnung faselte und damit die Sache geklärt sah. Das nütze mir nichts, sagte ich ihr, denn aus Steuergründen müssen Rechnungsbetrag und Abbuchung einfach mal zusammenpassen. Darum verlangte ich von ihr, dass sie mir das schriftlich erklärt, um die Verrechnungen und merkwürdigen Abbuchungen meiner Steuerberaterin erklären zu können. Das sei kein Problem, hieß es. Das müsse ich aber schriftlich beantragen, es ginge hier ja auch um Kosten, die für die Kontenklärung entstehen.
Bitte was? Ja, das sei kostenpflichtig. Keine Ahnung, wie viel, das war mir aber auch egal. Die Deutsche Telekom bucht also wild hin und her, ordnet Überweisungen anderer Kunden falsch zu und wenn der Kunde diese Praxis, der ich nicht zugestimmt habe dann bemängelt, wird die Hand aufgehalten? Das kann unmöglich sein. Habe der Dame nun erklärt, dass ich auf keinen Fall irgendwas zahle und auch die Kontenklärung nicht nochmals schriftlich beantrage. Ein Anruf und ein Rückruf von denen sollten zur Legitimation eigentlich genügen. Bin gespannt, wie es weitergeht. Im Zweifelsfall muss ich halt die Einzugsermächtigung widerrufen. Ich dachte eigentlich, die Telekomiker haben in den vergangenen Jahren dazugelernt. Wäre schade, wenn ich eines besseren belehrt würde.
03. 04. 2009 10:35
Verdammt ruhig hier, ich weiss. Während der AMI kommt man quasi zu nichts, außer zum Bloggen.
Trotzdem werde ich mir heute Abend die Zeit nehmen und noch nach Chemnitz fahren. Dort finden die Studentischen Medientage der TU statt. Und ich soll neben namhaften Kollegen die Zukunft der Medien diskutieren bzw. zum Einsatz von Blogs und Twitter etwas sagen. Freue mich auf eine interessante Diskussion.
27. 02. 2009 17:02
Am 23. Januar 2009 erschien nachfolgender Artikel von mir in der Leipziger Volkszeitung. Auf die Geschichte hin meldete sich der MDR bei mir, um Protagonistin Irma Berger in die Talkshow “Unter uns” einzuladen. Heute, am 27. Februar 2009, ist die 77-Jährige, die nicht aufhören will, zu arbeiten, zu Gast in eben jener Sendung. 22 Uhr im MDR-Fernsehen.

Taucha/Leipzig. Am 8. Januar feierte Irma Berger ihren 77. Geburtstag. An diesem Donnerstag ruhte sich die Tauchaerin aber nicht zu Hause aus, sondern ging auf Arbeit. „Das war doch nicht so wichtig, soll ich nur wegen meines Geburtstages die wichtige Schulung sausen lassen?“, fragt sie. „Meine Gäste kamen eh erst abends, darum konnte ich vormittags genau wie alle anderen zur Arbeit gehen“, sagt die rüstige Frau. Seit über drei Jahren arbeitet sie begleitend zur Rente im Callcenter der TAS Telemarketing AG in Leipzig. Und denkt noch lange nicht ans Aufhören.
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08. 02. 2009 11:15
Chris von F!XMBR spricht mir in seinem Blog auf dem neuen Freitag aus der Seele:
Die Blogger, die wirklich bloggen, mit Herz und auch Verstand, um des Bloggens willen, sich mitteilen wollen, Spaß an den Diskussion und Reaktionen haben, schreiben weiterhin das Blog. Glücksritter (da fehlt ein “s” im Original-Eintrag), Traffic-Abstauber, SEOs oder auch so genannte Problogger sprechen von der Blog, nicht selten auch die Verlage, die um des Hypes Willen mit auf den Zug springen.
Seiner Meinung nach kam der Blog in Mode, als die “ersten Glücksritter das Internet eroberten”. Ich möchte das ergänzen um den Fakt, dass vor allem diejenigen der Blog sagen, die davon am wenigsten verstehen. Eben Verlage, Menschen, die nicht in die Szene reingewachsen sind und leider auch Agenturen, die vorgeben, etwas von der Materie zu verstehen.
Aber diese Diskussion wird wohl auf immer und ewig Bestandteil der Blogosphäre sein. Da habens die englischsprachigen Länder einfacher. “The” kann man auslegen wie man will. Der, die, das…
15. 01. 2009 09:57
Was schreibt der da? Na ein Zitat von Selig. Selig, diese Hamburger Combo, die mit “Ohne Dich” den wohl zugleich schönsten und schrägsten Liebeskummer-Herzschmerz-Song dieses Planeten ablieferte. Genau diese seligen Rocker kommen jetzt wieder, lese ich gerade bei Arno. Das wird groß, da bin ich mir sicher. Ich freu mich schon auf neues Material, gern wieder in diesem Stil.
Und wer immer noch nicht weiß, wovon der alte Mann da schreibt: Hier, bitteschön, die wohl besten und schönsten Lieder von Selig:
Ohja, was hab ich gelitten zu diesem Lied. Damals.
01. 01. 2009 00:01
Möge all das, was Ihr Euch wünscht, in Erfüllung gehen. Maximale Erfolge in 2009!
31. 12. 2008 10:30
Tauchaer arbeitet als Flirt-Coach
Taucha. Es klingt wie eine Stammtisch-Idee, doch Christian Pörtzel meint es ernst und verdient nach eigenem Bekunden bereits gutes Geld mit seinem Geschäftskonzept. Der 30-Jährige hilft hauptberuflich Männern beim Flirten. Und sagt: „Jeder kann die Frau bekommen, die er will. Denn Liebe kann man sich auch erarbeiten.“

Er ist kein typischer Frauenschwarm. Das weiß Pörtzel – und behauptet von sich trotzdem, das weibliche Geschlecht sehr gut zu kennen. „Ich wollte wissen, warum manch hübsche Frau mit einem eher hässlichen Mann zusammen ist und ob es stimmt, dass die inneren Werte zählen“, sagt er. Vor acht Jahren verabredete er sich aus Interesse mit zahlreichen Frauen, die er über das Internet fand. Zwei Monate lang hatte er jeden Tag zwei so genannte Blind Dates (Verabredung mit Unbekannten) und führte über die Treffen penibel Buch. „Es ging mir um die Reaktion der Damen auf mein Verhalten. Also habe ich drei typische Charaktere gespielt, den Schüchternen, den Normalo und den Draufgänger“, berichtet er. Am besten kam beim schwachen Geschlecht der dominante Typ an. „Ich glaube, Frauen wollen nicht auf Händen getragen und wie eine Göttin verehrt werden. Männer, die so sind, könnten als zu weich und wenig geeignet für eine Partnerschaft wirken“, meint der Flirt-Coach. Seine Beobachtungen schrieb er auf und gewichtete sie nach Relevanz für ein gemeinsames Zusammenleben. Auf diese Weise fand er seine Christiane, die Frau fürs Leben, mit der er seit dieser Zeit zusammen ist. „Sie war es, die anhand des Entscheidungsbaumes am ehesten zu mir passte. Anschließend habe ich mich auch in sie verliebt“, sagt Pörtzel. Natürlich klinge das hart, aber in Sachen Liebe ginge es nicht nur um die ersten paar Sekunden, den viel beschworenen ersten Blick.
„Wenn man auf seine natürliche Art bei der Herzdame nicht ankommt, muss man eben nachhelfen und sich verstellen. Später kann man das auch wieder zurückfahren und der Frau im Gegenzug Freiheiten lassen“, sagt er und gibt zu: „Ja, das ist im Grunde Betrug an der Frau, weil man am Anfang vorgibt, ganz anders zu sein. Trotzdem bin ich nicht frauenfeindlich, im Gegenteil, ich schätze Frauen sehr.“
Auf die Idee, mit dem Gespür für Frauenwünsche und seinem Menschenverständnis Geld zu verdienen, kam der Tauchaer während seiner Arbeit im öffentlichen Dienst. „Ich habe in der Arge Motivationstrainings für Arbeitslose gegeben und dort extreme Situationen gespielt. Es ging darum, das Selbstvertrauen zu stärken. Das kam richtig gut an. Also vermischte ich das mit meinem Interesse an Frauen. Das Flirt-Coaching ist im Wesentlichen auch ein Selbstbewusstseins-Training“, erklärt er. Dieses laufe je nach Kunde ganz unterschiedlich ab. Mal treffen sich die hilfesuchenden Männer, von denen der Parthestädter meist nur den Vornamen kennt, mit von Pörtzel vermittelten Schauspielerinnen, mal geht der Trainer mit den Kunden in die Disco oder auf eine Veranstaltung und gibt Tipps zum Verhalten und Ansprechen. Nur eines könne er nicht: „Dem Mann eine Frau suchen. Das muss er schon selbst tun.“
Erschien am 31.12.2008 in der Leipziger Volkszeitung.
18. 12. 2008 20:30
Ein Test: Ich habe an der Wand meines Arbeitszimmers stets einen großen Jahreskalender hängen, so in etwa 80×60 Zentimeter groß. Ist für mich die praktischste Art, das ganze Jahr im Überblick zu haben und gleich dort täglich meine Termine einzutragen. Nun ist das Jahr bald zu Ende und der Kunde, dessen Kalender ich dort sonst immer hängen habe, hat mir dieses Jahr keinen geschickt. Dreist!
Aber: Ihr könnt das ändern. Ich missbrauche das Mitmachweb kurzerhand zum Wünsch-Dir-was-Web. Also: Firmen, Privatmenschen und wer Ihr auch sonst immer seid: Ich hätte gern einen schicken und praktischen Kalender im nächsten Jahr an der Wand. Alle Einsendungen stelle ich hier im Blog natürlich vor, inklusive Verlinkung zum Blog oder zur Website des edlen Spenders. Ob dann am Ende ich entscheide, welchen Kalender ich nehme oder ob Ihr das dürft, muss ich noch überlegen und hängt von der Anzahl der geschickten Kalender ab. Meine Adresse gibt’s hier. Ich danke Euch schon jetzt und bin sehr gespannt.
Und: Natürlich ist das keine neue Idee. Sowas gab’s schon an anderer Stelle.