von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
16. 06. 2010 11:40
Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt, nicht vom Bürger. Ginge es nach den Deutschen, hätte Joachim Gauck aber wohl bereits das Rennen gemacht. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man sich die Aktivitäten um seine Person im Internet anschaut. So entstehen immer mehr Gruppen und Websites, die mit zum Teil kreativen Mitteln klar Stellung beziehen für den DDR-Bürgerrechtler.
Eine Zusammenfassung der Netz-Aktionen von Gauck-Fans für LVZ-Online.
Am morgigen Donnerstag ist Gauck um 18 Uhr in der Kuppelhalle des LVZ-Gebäudes zu Gast. Ich werde von dort über den Twitter-Account lvzonline berichten. Wer Fragen hat, kann diese mit dem Hashtag #gauckLVZ versehen stellen. Wir leiten diese dann weiter.
26. 10. 2009 12:54

Taucha. Wenn ein Bundestagsabgeordneter wie Manfred Kolbe (CDU) zur Feier eines Entenhauses auf dem kleinen Schöppenteich in Taucha kommt, darf die Frage erlaubt sein, warum ihm das so wichtig ist. „Ich finde es gut, wenn private Unternehmer durch Sponsoring solche Maßnahmen umzusetzen helfen“, begründete er bei der gestrigen „Enthüllung“ der neuen Unterkunft für das liebe Federvieh. Selbiges war ob des ungewohnten Trubels mit Musik, Gulaschkanone und rund 50 Menschen auf die benachbarte Parthe geflüchtet. Nur drei Nutrias harrten am Teichrand aus – und verpassten so auch nicht, wie Bernd Rossa und Norman Imm die Plane vom Haus zogen und den Spruch „Ein Herz für Taucha“ nebst Name und Logo des Heimatvereins freigaben.
Unternehmer René Werner, selbst Mitglied im Verein, hatte das Haus im Mai 2003 errichtet, es mit der Werbung für seine Firma versehen und damit ein monatelanges, groteskes Politikum ausgelöst. Die neue Behausung, die Werner gemeinsam mit André Hamann, Hersteller von Spielhäusern, gestaltete, gehört nun offiziell dem Heimatverein. Damit ist das Quartier offenbar so politisch korrekt, dass Kolbe zum Mikrofon griff und sich zu waghalsigen Vergleichen hingezogen fühlte: „Das neue Entenhaus ist fast so schön wie der Bundestag. Ich wünsche ihm alles Gute“, sprach er, während aus den Lautsprechern von Diskjockey Roland der „Ententanz“ von Frank Zander und den Schlümpfen tönte.
Erschien am 26. Oktober 2009 in der Leipziger Volkszeitung.
14. 09. 2009 11:06
Abermals ein schön animiertes und erschreckend detailreiches Video von Alexander Lehmann. Nach “Du bist Terrorist” rät er nun: “Rette Deine Freiheit“. Unbedingt die Hinweise auf der Website lesen und den Links folgen, um die Argumente nachvollziehen zu können.
Am 27. September ist Bundestagswahl.
23. 05. 2009 11:26
Für alle, die meinem Twitter-Account nicht folgen, sei hier nochmal drauf hingewiesen: Heute, 14 Uhr findet auf dem Augustusplatz vor der Oper ein “Flashmob” statt. Anlässlich des 60. Jahrestages des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland – und seiner aktuell immer stärker zunehmenden Gefährdung – soll aus dem Grundgesetz gelesen werden.
Derweil beweist eine deutsche Werbeagentur ihr fehlendes Feingefühl in der aktuellen Debatte. Weil der Spot “Du bist Terrorist” für KemperTrautmann an die von ihr erdachte Kampagne “Du bist Deutschland“, tschuldigung, “Du bist Deutschland” erinnert, wurde Designstudent Alexander Lehmann dafür abgemahnt. Halt – noch nicht abgemahnt, es wurde ihm bislang nur angedroht. Was soll das denn? Eine Art Warnschuss? Weil man sich selbst nicht sicher ist, ob man hier überhaupt abmahnen darf? Oder weil man dem armen Mann nicht gleich sein komplettes Geld abnehmen will? Weil sich Alexander, genau wie die Deutschland-Kampagne mit seinem Land auseinandersetzte? Ich könnte verstehen, wenn sich KemperTrautmann gegen das offensichtliche Plagiat der Website wehrt – das war vielleicht etwas unklug von Alexander. Aber das Video und die Website ansich? Diese Forderung dürfte unhaltbar sein. Zudem fragt man sich, ob KemperTrautmann bislang geschlafen und all die Adaptionen und Verarschungen nicht mitbekommen hat.
Darum: Heute Grundgesetz lesen gehen – für mehr Meinungs- und Pressefreiheit.
Update: Viel war nicht los. Einige wenige Fotos in meinem Flickr-Account.
Update 2: Im Falle der angedrohten Abmahnung an Alexander Lehmann scheinen sich die Wogen geglättet zu haben. Die Verwendung von “Du bist…” wurde nicht bemängelt, sondern die Nutzung der Fotos der Website “Du bist Deutschland.” Alle Details bei Alexander im Blog.
08. 05. 2009 15:50
Die Petition gegen die Indizierung und Sperrung von Websites zum angeblichen Schutz vor der Verbreitung von Kinderpornographie hat die nötigen 50.000 Unterstützer-Stimmen gesammelt. Das war abzusehen und angesichts des Tempos von nur vier Tagen ist ablesbar, dass es in Deutschland offenbar viele Menschen gibt, die dieses Vorhaben für Populismus, Aktionismus oder kurz einfach pure Dummheit halten. Mich eingeschlossen.
Nun muss also demnächst der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags ran und erneut über das Thema sprechen. Bis dahin wird die Petition wohl das doppelte an Unterstützern haben. In der 14-Uhr-Tagesschau von heute äußerte sich Wirtschaftsminister Guttenberg dazu so:
Halten wir das nochmal fest: Herr von und zu sagt:
“Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”
Das muss man mehrmals lesen. Man könnte meinen, Guttenberg meine damit, ihn würde es betroffen machen, wenn der Eindruck entstünde, alle Unterzeichner wären gegen die Sperrung von Kinderpornographie – und unterschwellig kriminalisiert er damit alle Unterzeichner. Es ist richtig, dass sich jeder der 50.000+ gegen die Sperrung richtet – aber nicht gegen Kinderpornographie selbst. Dass deren Verbreitung bzw, die bloße Existenz verboten und verfolgt werden muss, ist klar. Dass ein Stoppschild, das man einfach umfahren kann, helfen soll, nicht. “Eines der wichtigsten Vorhaben” muss darum nicht sein, die Augen zu schließen und so zu tun, als existiere sie im Netz nicht. Sondern Kinderpornographie wirksam zu bekämpfen. Alles andere ist Zensur. Zensur, die nicht nachvollziehbar ist, weil die Mechanismen dahinter nicht kommuniziert werden.
Was also will Guttenberg mit seinem Schachtel- und Stolpersatz sagen? Dass es ihn betroffen macht, dass so viele Menschen dagegen sind, was sich die Köpfe dort in Berlin zusammenreimen? Dass so viele Menschen hinterfragen, was in den Politikerköpfen vorgeht? Tschuldigung, Herr Guttenberg – das heißt Demokratie. Aber das werden Sie spätestens nach den Wahlen noch lernen.
Mehr dazu auch beim Don.
01. 02. 2009 12:33
Seit etwas mehr als einer Woche wissen Thomas und ich, wie es mit der Games Convention weitergeht. Zur Vorbereitung auf die GAMES CONVENTION ONLINE, wie die neue Messe heißt, die vom 31. Juli bis 2. August in Leipzig stattfinden soll, erklärte uns das Projektteam bereits eine Woche vor der Pressekonferenz das Konzept. Ein Konzept, von dem wir überzeugt sind, weil Onlinegames ein Wachstumspotenzial haben wie der gesamte Computerspielemarkt um das Jahr 2002 herum. Schnellere Breitbandzugänge, die quasi ständige Verfügbarkeit des Internets an nahezu jedem Standort sind Gründe dafür, dass sich immer mehr Spieler für Browsergames oder Client-basierte Onlinespiele interessieren. Ebenso ist der Markt für Handyspiele ein riesiger, nicht nur wegen des iPhones.
Dass das neue Konzept nicht jedem gefällt, darüber waren wir und darüber war sich das Projektteam von Anfang an klar. Trotz rund 65 Millionen registrierter Nutzer bei Gameforge und knapp 50 Millionen User bei Bigpoint ist das Thema noch nicht bei allen Gamern angekommen. Das ist logisch, denn der Markt für Onlinespiele funktioniert anders. Hier liegt der Hype nicht auf den neuesten Knallern der ganz großen Studios, hier gibt es kein Nintendo, kein EA, kein Microsoft, Ubisoft und wie sie alle heißen. Es sind die kleinen Nebenbeispiele, aber auch die strategischen Piraten- und Aufbauspiele, die hier die Nutzer fesseln. Und das oft komplett gratis und ohne Zugangsbeschränkungen.
Es ist schön zu lesen, dass es offenbar doch einige gibt, die das Konzept verstanden haben und die sich freuen auf die neue GCO. Doch manchmal möchte man am liebsten aus der Haut fahren, wenn man den Blödsinn liest, den manche schreiben. Leipzig hätte die Games Convention kaputt gemacht, die Leipziger Messe hätte erst große Töne gespuckt und dann den Rückzieher gemacht, die GC hätte so bleiben sollen wie sie war.
Wie sie war? Dann müsste der BIU eine komplette Kehrtwende hinlegen und wieder zum bewährten Messestandort Leipzig stehen. Doch davon sind wir ungefähr so weit entfernt wie von einem Leben auf dem Mars. Um das nochmal klar zu sagen, auch wenn ich mir vorgenommen habe, diese emotionale Komponente aus der Diskussion rauszulassen, es war nicht die Leipziger Messe, die sich entschieden hat, die Games Convention kaputt zu machen. Es war der BIU, der sich von Versprechungen der Koelnmesse hat leiten lassen, der meinte, Leipzig sei zu provinziell. Es war der Verband, der alle großen Aussteller an den nahezu äußersten linken Rand der Republik mitgenommen hat, um eine komplett neue Messe aufzubauen, die weitgehend das Konzept der Leipziger GC kopiert.
Was also blieb der Leipziger Messe übrig? Entweder die Messe komplett abzusagen. Doch das wäre zu einfach gewesen. Stattdessen stützt man sich, wie bereits zu Beginn der GC im Jahr 2002, auf einen Wachstumsmarkt. Eine Spezialisierung in der Spezialisierung. Ob Onlinegames eine eigene Messe rechtfertigen, wird man sehen. Natürlich wird die Ausstellungsfläche kleiner, natürlich werden weit weniger Besucher da sein. Dafür hat man hier die Chance – und es ist wirklich eine Chance – eine Messe zu schaffen, die echte Wachstumspotenziale hat. Wachstumspotenziale, die der normale Spielemarkt längst ausgereizt hat, dazu muss man sich nur mal die stagnierenden Verkäufe und Entwicklungen für PC-Spiele anschauen.
Ich wünsche mir für Leipzig, für die Gamesbranche und vor allem für das wirklich engagierte Projektteam der GAMES CONVENTION ONLINE, dass die Messe ein Erfolg wird. Dass die Leipziger Messe in der Lage ist, geile Publikumsmessen zu organisieren, hat sie in der Vergangenheit mehr als bewiesen. Ob es auf der GCO auch wieder so spektakuläre Messestände und eine so unbeschreibliche Atmosphäre geben wird, weiß ich nicht. Aber allein die Chance darauf ist es wert, für diese Messe zu kämpfen und hinter ihr zu stehen.
Thomas und ich tun das bloggenderweise. Denn auch für die neue GCO sind wir die offiziellen Messeblogger. Die versuchen werden, den interessierten Gamern die Themen der Messe schmackhaft zu machen.
27. 10. 2008 12:08
Nach den Merkwürdigkeiten, die bei HostEurope in der vergangenen Zeit auftraten, habe ich mich vor einigen Wochen dazu entschlossen, all meine Domains, einige Auftragsarbeiten und den Webspace dafür bei ALL-INKL hosten zu lassen und HostEurope adé zu sagen – so schön die Anfangszeit auch war. Bei ALL-INKL habe ich jetzt einen Reseller-Vertrag, der es mir ermöglicht, Kundendomains zu verwalten und wie ein Hoster aufzutreten. Ein ganz kleiner.
Nachdem ich nun sämtliche Kunden-, Projekt- und Weiterleitungsdomains umgezogen habe (24 an der Zahl), ist in dieser Woche dieses Blog hier dran, inklusive seiner Domains danielgrosse.de und .com. Es kann also zu kurzzeitigen Ausfällen des Blogs kommen, eventuell bin ich auch für einen halben Tag nicht auf den gewohnten Mailadressen erreichbar. Was das Blog betrifft, so werde ich aber vor dem Umzug eine Umbiegung auf eine andere Domain versuchen – so dürfte man den Umzug nicht bemerken. Also: Stay tuned, wir sehen uns wieder.
Ein WordPress-Blog umzuziehen, ist im Übrigen gar nicht schwer. Wer sich dafür interessiert, sollte mal hier nachschauen.
12. 08. 2008 23:48
Taucha. Ab Freitag und bis Sonntag lädt Rainer Klöpsch wieder zum Country- und Bikertreffen auf den Schlosshof ein. Zum dritten Mal organisiert der Privatmann das Fest komplett allein und finanziert einen nicht unerheblichen Teil vor. Auch die Bewerbung der Veranstaltung obliegt ihm. Neben dem Banner über der Leipziger Straße, das der Rentner von der Stadtverwaltung aus kostenlos hängen darf, kündet seit vergangener Woche auch ein rustikales Werbeschild am Parkplatz gegenüber dem Rathaus von diesem Ereignis.
Doch mit eben jener Tafel hatte Klöpsch so seine Probleme: „Sage und schreibe 14 Monate vergingen vom Bauantrag bis zur Genehmigung“, erzählt der 65-Jährige. Das Bauamt hatte ihm einen schmalen Streifen am Rand des Parkplatzes zugewiesen. „Perfekt, weil man dann mit einem Pfeil rüber zum Schloss weisen kann“, so Klöpsch. Der Zimmermeister fertigte die Holztafel aus massiven Balken. In diese kann eine Plane eingehangen werden, die auf die jeweiligen Feste in der Stadt hinweist. „Ich sponsere die Werbetafel, die mich rund 800 Euro gekostet hat, den Tauchaer Vereinen. Wer immer hier eine Veranstaltung plant, kann seine Plane dort anbringen“, sagt er. Am Montag vergangener Woche installierte Klöpsch gemeinsam mit einem Freund die Tafel. „Plötzlich standen drei Männer hinter uns, die sagten, sie wären vom Zoll aus Dresden und es läge eine Anzeige wegen Schwarzarbeit vor. Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht, war mir ja keiner Schuld bewusst“, berichtet der rührige Rentner. „Ich musste meinen Ausweis holen und ein Protokoll ausfüllen. Am Ende sagten mir die Beamten, es wäre alles okay. Die haben sich sogar noch entschuldigt. Natürlich durften sie mir nicht erzählen, wer mich angezeigt hatte, fragten aber, ob ich spezielle Freunde im Rathaus hätte“, führt Klöpsch weiter aus.
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12. 07. 2008 11:53
Sehr netter Kurzfilm zu Sinn oder Unsinn der Videoüberwachung. Möge sich jeder selbst ein Urteil bilden.
Blind spot – Animation Gobelins from tiry_73 on Vimeo.
01. 03. 2008 10:44
Taucha. In Sachen Ladenschluss will die FDP im Sächsischen Landtag den Zustand von vor 2007 wieder herstellen. vorhat. Da mussten Händler ihre Geschäfte nur an drei Feiertagen geschlossen halten. Die derzeitige Situation, dass Läden an 15 Feiertagen geschlossen bleiben müssen, ist eine „völlig weltfremde Entscheidung“, sagte Sven Morlok, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Partei am Donnerstagabend im Tauchaer Ratskeller. Dieses Gesetz zu ändern ist Morloks erklärtes Ziel.
Den Liberalen haben es besonders Blumenhändler angetan, die unter der Regelung massiv leiden würden. Gerade in diesem Jahr. Denn der Muttertag fällt auf den Pfingstsonntag, was erhebliche Umsatzeinbußen mit sich bringe. Darum hatte die FDP zu einer Informations- und Diskussionsrunde geladen. Taucha ist dabei nur eine Station von vielen in Sachsen. „Wir gehen bewusst nicht nur in die großen Städte, sondern wollen auch am Rande und in der Region unseren Standpunkt klarmachen“, so Morlok. Allerdings verhallte dieser bei rund zehn Teilnehmern fast ungehört – Tauchas Blumenhändler nahmen an der Veranstaltung nicht teil.
Dabei teilen sie die Empörung und Befürchtungen durchaus. (more…)