GROSSE WORTE

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Sentimentales’ Category

Vom Abschied nehmen

Heinz Rudolf Kunze hat mal gesagt und gesungen “Abschied muss man üben“. Doch wie soll man etwas so endgültiges üben? Wie soll man etwas üben, das man nicht versteht? Oder akzeptieren will. Abschied kann man nicht üben. Man kann ihn nur hinnehmen. Und zurückdenken. An die schöne Zeit, die man gemeinsam hatte.

Das hier, Paps, ist für Dich.

Am 16. August 2009 starb mein Vater.
Heute wäre er 59 Jahre alt geworden.

Zweiohrküken

Ich sage es sehr oft und bei jeder Gelegenheit: Ich bin verknallt in einen Film: Keinohrhasen. Ja, natürlich wegen Nora Tschirner, aber auch wegen Matthias Schweighöfer und Til Schweiger, von dem ich bis zu diesem Film nicht viel hielt. Dieser Film versprüht so viel Lebensgefühl, Ironie, Witz und Traurigkeit, wie es kaum ein Film schafft. Zudem ist der Soundtrack dazu ganz groß.

Am 17 2. Dezember findet Keinohrhasen seine Fortsetzung. Zweiohrküken heißt er. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass ich mich abermals verlieben werde. Verlieben in ein Gesamtkunstwerk, das bitte endlich mal mit diversen Preisen gewürdigt, nein überschüttet werden sollte.

Dies ist der 1000. Eintrag in dieses Blog. Danke an durchschnittlich 7000 echte Leser pro Monat. Dieser 1000. Blogeintrag ist meinem Vater gewidmet. Bitte komm schnell wieder auf die Beine. Wir lieben und brauchen Dich!

Zweiohrküken Soundtrack:
Bei Amazon kaufen (Affilate-Link)

SMS für dich – und für Dich!

Gestern bekam ich vom Rowohlt Taschenbuch Verlag ein unangekündigtes Päckchen. Darin: Zwei Exemplare von “SMS für dich” und “Frucht der Sünde“. Beides hatte ich nicht angefordert, trotzdem soll hier zumindest ein Buch davon kurz rezensiert werden.

Meine Frau schnappte sich sofort “SMS für dich“. Wer dem Link gefolgt ist, wird an der Covergestaltung sehen: Es ist kein Männerbuch. Nein, eher eine Schnulze, ein Liebesroman. Kurzer Abriss: Clara und Ben streiten sich, Ben haut ab – und kommt bei einem Unglück ums Leben. Ben wird beerdigt, Clara gibt ihm später sein Handy mit ins Grab (sie buddelt ein Loch mit ihrer Freundin; ich sag ja, kein Männerbuch). Um den Tod zu verarbeiten beginnt sie, ihrem Freund ins Grab SMS zu schreiben. Natürlich. Mittlerweile ist die Nummer aber wieder vergeben – an einen gewissen Sven. Dieser ist “junger Journalist” (oha) und sehr berührt von den persönlichen Nachrichten der einsamen Clara. Also beginnt Sven, Clara zu suchen.

“Zwischendrin wird’s sehr langatmig, bevor wieder etwas passiert”, urteilte meine Frau gerade. Was sie trotzdem nicht davon abgehalten hat, die 239 Seiten an einem Abend durchzulesen. Irgendwann erfährt man wohl noch, dass Bens Abschied aus dem Leben gewollt war. Und bekommen sich Sven und Clara? Das soll hier nicht verraten werden. Nur so viel: Es ist kein Männerbuch.

Und jetzt? Jetzt verlose ich das zweite Exemplar “SMS für dich”, das hier noch unangetastet rumliegt. An alle Frauen, die mir in den Kommentaren sagen, von wem sie gern mal eine SMS bekommen würden. Ausgelost wird dann nach dem Zufallsprinzip. Mitmachen könnt Ihr bis zum 1. Juni 12 Uhr. Viel Glück!

Ich legte mein Leben in Deine kleine Welt

Was schreibt der da? Na ein Zitat von Selig. Selig, diese Hamburger Combo, die mit “Ohne Dich” den wohl zugleich schönsten und schrägsten Liebeskummer-Herzschmerz-Song dieses Planeten ablieferte. Genau diese seligen Rocker kommen jetzt wieder, lese ich gerade bei Arno. Das wird groß, da bin ich mir sicher. Ich freu mich schon auf neues Material, gern wieder in diesem Stil.

Und wer immer noch nicht weiß, wovon der alte Mann da schreibt: Hier, bitteschön, die wohl besten und schönsten Lieder von Selig:

Ohja, was hab ich gelitten zu diesem Lied. Damals. ;-)

Terabithia!

Vor ein paar Tagen bin ich beim Zappen zufällig auf “Die Brücke nach Terabithia” gestoßen. Der Film lief bei Premiere, das mir neuerdings immer öfter den Fernsehabend rettet, weil im Werbefernsehen nur noch Unterschichten-Niveau geboten wird. Dieser Film zog mich und auch meine Tochter sofort in seinen Bann. Ein wunderschönes modernes Märchen, in dem es um die Kraft der Phantasie geht. Mit zwei beeindruckenden Kindern in den Hauptrollen. Vor allem von AnnaSophie Robb war ich echt beeindruckt. Man nimmt ihr die unbeschwerte, leicht durchgeknallte Art sofort ab und hat während des Filmes eigentlich nur ein Lächeln auf dem Gesicht. Bis zu dem Ereignis, das alles verändern sollte.

Wer kann, unbedingt bei Premiere sehen oder aufzeichnen (lassen) oder auf DVD besorgen.

“Schließ die Augen, dann siehst Du noch viel mehr” – ein Satz, den sich Erwachsene in der heutigen, eher sachlichen Zeit wieder mehr zu Herzen nehmen sollten.

Klassentreffen ohne Nasenbluten

Als ich noch in der Schule war, hatte ich dort einen ganz speziellen “Freund”. Dirk hieß er und ich konnte ihn nicht leiden. Was auf Gegenseitigkeit beruhte. Den Grund dafür kennen wir beide wohl nicht. Jedenfalls kam es auf der Hofpause oder nach der Schule öfter vor, dass wir uns rauften – bis hin zum Nasenbluten. Pro Woche gab es zwei, drei Einträge ins Hausaufgabenheft für jeden von uns. Was ein Spaß für uns und unsere Eltern. :lol:

Am Sonnabend hatten wir Klassentreffen. Und was soll ich sagen – der Typ von damals ist ein angenehmer Zeitgenosse geworden. :mrgreen: Wir haben uns prächtig unterhalten, mit den anderen aus der Klasse natürlich auch. War ein wirklich sehr lustiger Abend mit vielen Erinnerungen. Und natürlich saß ich neben meiner “Sandkastenfreundin” Katrin. Die, wie alle anderen Mädels aus der Klasse, eine sehr hübsche Frau geworden ist. Schön war es, zu sehen, dass aus jedem etwas geworden ist. Viele haben Kinder, sogar schon ein Haus und stehen beruflich mitten im Leben.

Übrigens war ich sehr positiv überrascht, wie relativ schnell die Planung und Organisation ging. Im Januar habe ich mit zwei Schulkameraden aktiv begonnen, die ersten Kontakte zu knüpfen. Im Februar gingen wir durch unseren alten Stadtteil Mockau, bereits wenige Wochen später hatten wir schon recht viele Mitschüler gefunden. Kommuniziert haben wir (auch) über eine Google-Mailingliste. Ein kleines Blog zum Treffen gibt’s auch. Gesiegt haben am Ende aber doch die gute alte SMS und der direkte Anruf. Was aber auch okay ist, muss ja nicht alles zwonullig ablaufen. :-)

Danke, Katie!

Danke für diesen Abend, danke für die Songs, danke für die Gänsehaut. (Katie Melua war heute mit ihrer großartigen Band in der Leipziger Arena.)

Und jetzt für Euch alle:

Der MDR macht sich endgültig lächerlich

Die Website des MDR ist abermals down. Jetzt sind es laut Seitentitel Wartungsarbeiten. Natürlich. Auf der Website ist derzeit zu lesen:

MDR.DE – Dokument kann nicht übertragen werden

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer von MDR.DE,
leider kann die angeforderte Seite derzeit nicht übermittelt werden.

Das kann verschiedene Ursachen haben:

* Unser Angebot ist im Moment durch eine hohe Zahl von Zugriffen überlastet.
* Aufgrund technischer Probleme können momentan keine Seiten übermittelt werden.

Haben Sie bitte Verständnis und versuchen Sie es in einigen Minuten erneut.

Ihr MDR.DE-Team

Diesmal ist auch die Website des Radiosenders JUMP betroffen. Liebe öffentlich-rechtlichen Kollegen: Es wird lächerlich, sehr sogar. Bitte nehmt endlich einen großen Batzen des Geldes, das ihr monatlich für’s Nichtstun bekommt, und beauftragt Leute, die sich mit Servertechnik auskennen. Oder tut ihr dies vielleicht sogar in diesem Moment? So ein Funke Resthoffnung besteht ja noch…

Update 21.20 Uhr Okay, scheint nur mal wieder ein Schluckauf gewesen zu sein. Erst kam mdr.de wieder, dann auch jumpradio.de.

Post aus Tralien

Ritman aka Martin hat es wahrgemacht. Er hat mir eine Karte geschickt. Aus Tralien. :-) Nein, im Ernst: Martin ist derzeit im Land meiner Träume – und ich beneide ihn sehr. Danke für die Karte, auch wenn nicht viel draufstand. Allein die gestrichelt eingezeichnete Route, die er dort unten absolviert, reicht mir, um mir vorzustellen, wie schön es dort ist. Und es gibt ja noch seine Blogeinträge, in denen er uns zeigt, was er dort erlebt. Und Zeit zum Nachdenken hat Martin offenbar auch.

Ritman Australien

Viel Spaß noch, Martin! Und leg mal eine Australien-Kategorie an oder verrat mir die Tags, damit man ordentlich auf Deine Einträge verlinken kann. :-)

Energy Sachsen: 15 Jahre auf und ab

Nachfolgender Text erschien am 21. Juni 2008 in der Leipziger Volkszeitung. 15 Jahre nach der Gründung von Energy Sachsen. Glückwunsch in die Marktgalerie und ein freundliches “Hallo” an die Ex-Kollegen und Noch-Mitarbeiter.

Heute vor 15 Jahren startete Energy Sachsen sein Programm in Leipzig, Dresden und Chemnitz. Punkt 12 Uhr sprach am 21. Juni 1993 Moderator Bert Braito als erster zu den Hörern. Danach erklang „Somebody to love“ von Queen. Ein Programm, das „Wirbel machen wird“, versprach Programmchef Adam Hahne. Drei Monate später wechselte er zu delta Radio in Kiel und Wortchef Arno Köster rückte nach. Dieser erinnert sich gut an die Anfänge: „Es war abenteuerlich. Eine Woche vor Sendestart wussten wir nicht, womit wir senden werden. Dann kam gebrauchte Technik vom Lizenzgeber NRJ aus Frankreich, die in Windeseile installiert wurde. Parallel bauten wir alle Tische auf und schlossen Computer an.“ Auch Diana Holtorff, die heute bei R.SA sendet, war eine der ersten. Ihre Zeit beim Sender beschreibt sie als „puren Patriotismus. Es war ein großes Abenteuer, ein bisschen wie Zeltlager und nichts zum reich werden.“

Köster setzte auf Personalities, bewies mit Spezialsendungen wie „Nur Deutsch“ und „Kommunikation und Krach“ die eigene Musikkompetenz. Die Leipziger DJs Raik E und Milk schufen die Techno-Sendung „Stunde Null“, Olaf Schliebe machte sich als O-Punkt S-Punkt mit der Chartshow „High Energy“ einen Namen und zahlreiche Fans. Die Partysendung „ExtraBrait-O“ mit Bert Braito wurde etabliert und sendete in direkter Konkurrenz zu „Maxi-Mal“ auf den Sächsischen Lokalradios (Radio Leipzig, Dresden usw.) Letztere Show existiert noch heute. Seinerzeit gründete sich auch das Comedyduo Stefan Barth und Tilo Liebsch, das perfekt harmonierte. Später auch bei MDR life. Barth ist heute Radioberater und Comedyautor. Rückblickend sagt er: „Wir waren damals alle sehr kreativ. Ich glaube, das lag auch am geringen Budget.“ Doch trotz aller Kreativität und dem Silvestercountdown von 1995 auf 1996 mit nie dagewesener Hörerbeteiligung – in Quoten schlug sich das nicht nieder. Weder zur Mediaanalyse (MA) 1995 noch ein Jahr später konnten Zahlen nachgewiesen werden. In der Konsequenz musste Arno Köster gehen. Mit Nachfolger Markus Käkenmeister konnten sich nur wenige anfreunden. „Er war Verwalter statt Gestalter“, so Jan Schlegel, der 1996 mit Kollege Oliver Döhring in der Morningshow den „Kleinen Nils“ entwickelte. Heute läuft das Format bundesweit im Radio.

Die Nacht vom 1. zum 2. Januar 1997 war rabenschwarz: Der Sender in der Leipziger Nonnenstraße brannte. Nach einer Übergangszeit, in der aus Dresden gefunkt wurde, begann am 17. Februar in den ehemaligen Buntgarnwerken eine neue Ära mit moderner Digitaltechnik. Das Jahr 2000 läutete den „großen Wechsel“ ein, eine Aktion, die endgültig für mehr Quote sorgen sollte. Friederike Lippold alias Freddy ging auf Sendung – entdeckt vom damaligen Programmchef Markus Heinker. Am Freitag, den 13. Juli 2001 gab Frank Wilkat als neuer Mann auf diesem Posten einen beeindruckenden Einstand: Er entließ neun Mitarbeiter. Am Montag darauf fingen zwölf neue Praktikanten an. „Das Radio verliert an Emotionalität“, kommentierte damals der gekündigte Moderator Alex Huth die Entscheidung Wilkats. 2002 wurde Anja Schulze die erste weibliche Programmverantwortliche, 2004 hatte Energy sieben Prozent mehr Hörer. Zwei Jahre später musste sie trotzdem gehen.

Ende 2006 zog der Sender ins Medienzentrum zur PSR-Mediengruppe. Seit April dieses Jahres ist Thomas Wetzel Programmchef. Dieser will wieder auf Personalities setzen, die Marke Freddy ausbauen und Energy zum Kultstatus verhelfen. Ein Ziel, das bei derzeitig 57000 Hörern in der Stunde schwer werden dürfte.

Update: Arno Köster ergänzt in seinem Blog:
Anmerkung: Richtig ist, dass es 1995 und 1996 keine MA-Zahlen gab. Dies war jedoch der Tatsache geschuldet, dass die Analyse für das Bundesland Sachsen durchgeführt wurde. Energy hatte damals nur Stationen in Leipzig, Dresden und Chemnitz, wodurch schon die für die Ausweisung nötige “Fallzahl” nicht erreicht wurde. Von daher wurde erstmals 1994 und dann auch 1995 – in Kooperation mit der SLP – eine eigene Umfrage durchgeführt – damals unter der Bezeichnung “EMA Ost”. Darin wurde Energy Sachsen in den drei großen sächsischen Städten als Marktführer bei den 14 -29jährigen ausgewiesen. Insofern darf spekuliert werden, dass der Sender Mitte der 90er mehr Hörer hatte als heute …(ak)


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Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Außerdem übe ich Kritik an Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien oder mache mich schamlos über missglückte Pressemitteilungen und eigenartige Unternehmens-PR lustig. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.
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