Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Spam macht keinen Spaß’ Category

Es reicht, Diwe-Media!

Ich mag sie ja, diese Agenturen, die vorgeben, etwas vom Netz zu verstehen. Diese Agenturen, die losziehen und potentiellen Kunden vorgaukeln, sie könnten Suchmaschinenoptimierung anbieten. Diwe-Media ist so eine Agentur. Die offenbar – reine Mutmaßung von mir – im Kundenauftrag seit mehreren Monaten die Blogwelt mit ihren Spamkommentaren zuscheißt. Sorry für diesen Ausdruck, aber was da rauskommt ist mehr als Dünnpfiff.

Auf mehreren von mir betreuten Blogs laufen seit geraumer Zeit Kommentare auf, die als Absendermail comments@diwe-media.de oder kommentar@diwe-media.de und ähnliches tragen. Die verlinkte Webadresse ist meist unterschiedlich, der abgelassene Kommentar tut häufig so, als habe er mit der Sache zu tun. Meist sieht man aber, dass sich mit der wirklichen Thematik nicht beschäftigt wurde.

Im November 2008 entschuldigte sich Geschäftsführer Dirk Wehrshofen noch bei Mike Schnoor und gelobte Besserung. Seitdem scheint die Spamkommentarmaschinerie aber erstmal richtig angelaufen zu sein. Zumindest in den von mir betreuten Blogs tauchen täglich mehrere neue Kommentare mit Adressen von Diwe-Media auf.

Daher eine Bitte, nein, eher eine Aufforderung an die großartigen Suchmaschinenoptimierer aus Bad Neuenahr: Hört umgehend mit diesem Käse auf! Diverse Blogbetreiber greifen inzwischen zu harten Bandagen: Sie markieren die Kommentare der Diwe-Spammer als eben solchen Spam – in der Hoffnung, Akismet würde, wenn noch mehr Blogbetreiber dies tun, die IP- und Mailadressen der Diwe-Media in die Blacklist aufnehmen. Eine gute Idee, wie ich finde.

Interessant übrigens, wie Diwe-Media auf ihren Seiten für die Optimierung wirbt: (natürlich verzichte ich an dieser Stelle auf eine Verlinkung, ihr seid alle selbst schlau genug..)

DiWe-Media hat sich auf dieses Gebiet spezialisiert und weiß genau worauf es bei der Suchmaschinenoptimierung für Google ankommt. Mit legalen Mittel verhilft Ihnen DiWe-Media ein dauerhaftes, gutes Ranking bei Google zu erreichen – ohne Spam und anderen unseriösen Mitteln.

Nee, iss klar…

Im GC-Blog umgehen wir seit einigen Monaten die nervige Backlink-Löscherei, indem wir einfach keine Links mehr auf dem Namen des Kommentargebers zulassen. Das mag dem allgemeinen Sinn von Blogs widersprechen, schont aber die Nerven.

Nachtrag: Im Blog von Diwe-Media übrigens ist die Kommentarfunktion gesperrt. Die werden schon wissen, warum…

Spam-Masche: “Ihre Email wird wegen Missbrauch gesperrt”

Neue Masche der Spam- und Trojaner-Versender: Man bekommt eine Mail in überraschend gutem Deutsch, die vor der Sperrung der E-Mail-Adresse warnt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihre Email “xx@yy.de” wird wegen Missbrauch innerhalb der naechsten 24 Stunden gesperrt. Es sind 93 Beschwerden wegen Spamversand bei uns eingegangen.

Details und moegliche Schritte zur Entsperrung finden Sie im Anhang.

Im Anhang befindet sich ein “Hinweis.zip”, den man natürlich nicht öffnen sollte. Im Archiv befindet sich eine “Hinweis.exe”. Ein Check des Archivs mit Kaspersky brachte bislang keine Warnung auf einen Trojaner. Es ist aber davon auszugehen, dass dies einer ist. Unter anderem wird die advapi32.dll geladen, die über ihre API-Schnittstelle womöglich Kontakt zu einer anderen Website aufnehmen soll.

Gesendet wurde die Mail über die IP 85.172.62.58. Diese gehört der Public Joint Stock Company “Southern Telecommunication Company” in Krasnodar, Russland. Der Absender der Mail war hier akstcvremcomnsdgs@vremco.com, der einschlägig bekannt ist, auch Spam mit anderen Betreffzeilen zu verschicken.

Also: Vorsicht walten lassen und natürlich die .exe niemals ausführen.

Update 14.35 Uhr: Mittlerweile erkennt Kaspersky in der Datei einen Trojan-Downloader.Win32.Agent.aspn, also jene Form des Trojaners, der beliebig Dateien nachladen kann und etwa PINs und TANs ausspioniert. Infos auch hier.

Ich weiß nicht so genau, für wen ich eigentlich anrufe

Okay, obigen Satz hat die Dame, die hier grad anrief, nicht gesagt. Aber gemeint. Sie rufe vom “Institut für aktuelle Wirtschaftsthemen” aus Dresden an. Und hätte da mal ein paar Fragen an Arbeitnehmer und Autofahrer, ob ich mal zwei Minuten Zeit hätte. Auf meine Frage, was denn mit den Daten passiere und was das für ein Institut sei, bzw. wer wirklich dahinter stecke, wiederholte sie nur den Namen dieses ominösen Institutes und meinte, mehr könne sie nicht dazu sagen. “Weil Sie es nicht wissen, oder weil Sie es nicht sagen dürfen?”, frug ich. “Weil ich es nicht weiß”, antwortete sie. Sie weiß also gar nicht, für wen sie eigentlich Befragungen durchführt und was dann mit den Daten geschieht. So viel Ahnungslosigkeit im Job ist schon grob fahrlässig, finde ich.

Auf Diskussionen oder noch mehr Fragen hatte sie aber keine Lust, weil sie noch “eine lange Liste vor sich hätte”. Gut, und ich hab auch zu tun – das ist das schöne an Telefongesprächen: Man kann sie beenden, wann man will. Viel Erfolg weiterhin.

Cold Call: “Wirtschaftsumfrage”

“Hallo, Frau hastenichgesehen von der Wirtschaftsumfrage hier. Wir führen derzeit eine Befragung bei Arbeitnehmern…”

“Bitte wer ist da?”

“hastenichgesehen von der Wirtschaftsumfrage. Es geht darum, wir führen derzeit….”

“Ich hab’s immer noch nicht verstanden, wie ist Ihr Name?”

tuut..tuut..tuuut

Schade, dass mich die Anruferin gerade nicht aufklären wollte, wer sie eigentlich ist und für wen sie wirklich anruft. Also ein bisschen mehr Durchhaltevermögen sollte man den Agents doch eigentlich zutrauen, oder? Um’s also kurz zu machen: Derzeit führt irgendein Unternehmen eine angebliche Wirtschaftsumfrage durch. Am Ende kommt sicher irgendein Finanzoptimierer etc. dabei heraus.

Dass die Typen es nie lernen….

“Irgendwie aus’m Internet”

Ist wirklich lustig, dass man immer die gleichen Ausreden präsentiert bekommt, wenn man Drücker fragt, woher sie meine Telefonnummer haben. Wie gerade eine Frau Franke aus dem Leipziger Servicecenter der DKV, wie sie sagte. Die rief gar auf dem Handy an und wollte wissen, ob ich mich mal informieren wolle. Nö, aber wissen, warum sie mich von der Arbeit abhält und woher sie meine Handynummer hat. “Irgendwie aus dem Internet”, antwortete sie. Aha. Und dort stand sicher auch, dass ich Journalist bin, also hätte Frau Franke auch ahnen können, dass ich an der DKV kein Interesse habe.

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  • Vorsicht! Gelbes Branchenbuch will Geld

    Achtung! Neue Welle in 2010. Bitte Hinweise und Updates lesen.

    Am 19. Mai veröffentlichte ich an dieser Stelle einen Artikel über das “Gelbe Branchenbuch” der Ucalegon Ltd. In diesem Artikel kritisierte ich den Versand von E-Mails durch diese Limited. Dabei benutzte ich das Wort “Spam”. Das Unternehmen forderte mich auf, den ursprünglichen Artikel und die URL zu entfernen. Eine Forderung, der ich nachkomme, weil ich rechtlichen Streitigkeiten aus dem Weg gehen will. Ich möchte aber einige Dinge näher erklären:

    Wie die Ucalegon Ltd. in einer Mail an mich mitteilt, versenden weder sie, noch Partnerverlage oder Akquisegesellschaften Spam. Vielmehr würde es sich bei den Mails um Hinweise nach §33 Bundesdatenschutzgesetz handeln, schreibt mir ein Mitarbeiter. Dieser Paragraph regelt die Benachrichtigungspflicht bei Speicherung von Daten durch Dritte, um das Recht auf Auskunft wahrnehmen zu können. Sprich: Das “Gelbe Branchenbuch” teilt mir mit, welche Daten von mir dort gespeichert sind.

    Soweit, so gut. Erstaunlich ist aber, dass der “Eintragungsauftrag”, den die Ucalegon mir schickt, sich nicht deckt mit den Daten, die tatsächlich von mir im “Gelben Branchenbuch” verzeichnet sind. Denn online finden sich sowohl meine Telefon- als auch meine Faxnummer. Auf dem Eintragungsauftrag fehlt meine Telefonnummer allerdings. Zusätzlich steht auf dem Dokument, das ich unterschrieben zurückfaxen soll, der Hinweis: “Wichtig: Bitte ergänzen Sie unbedingt Telefon, Faxnummer und Internetadresse, um bestmögliche Erreichbarkeit zu garantieren.” Danach folgt das Kleingedruckte, in dem unter anderem steht, dass der Eintrag jährlich 780 Euro kostet bei einer Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren, zahlbar jährlich im Voraus.

    Ich vermute dahinter ein System, um unaufmerksame Unternehmen dazu zu bringen, Geld auszugeben, dass sie sich eigentlich sparen könnten. Bei schnellem Überfliegen könnte man nämlich vermuten, es handelt sich lediglich um eine Korrekturvorlage, die man ergänzen und zurückfaxen soll. Diese Auffassung teilt unter anderem auch die IHK Bielefeld. Ich vermute, das Gelbe Branchenbuch will auf diese Weise normale Einträge in Premium-Einträge verwandeln. Natürlich obliegt es jedem Gewerbetreibenden, Freiberufler und sonstigem Selbständigen, gewissenhaft zu prüfen, was er da eigentlich mit seiner wertvollen Unterschrift besiegelt.

    Halten wir also fest: Die E-Mails, die Ucalegon versendet, sind kein Spam, sondern unvollständige Auszüge aus den Daten, die vom jeweiligen Adressat im “Gelben Branchenbuch” gelistet sind. Wer diese Daten ändern lassen will, kann das beim Betreiber beantragen. Das ist sogar gratis, wie im Kleingedruckten zu lesen ist, eine E-Mail würde genügen.

    Im Übrigen, so teilt Ucalegon mit, sei meine Bewertung, beim “Gelben Branchenbuch” handele es sich um ein unwichtiges Verzeichnis, ebenso falsch wie naiv. Es handele sich vielmehr um das umfangreichste Branchenbuch Deutschlands. In Kürze würde das Angebot sogar noch erweitert. Ich bleibe jedoch bei meiner Einschätzung, dass sich Unternehmen einen Eintrag in einem “Branchenbuch” sparen können, der derart teuer ist. Erst recht, wenn der Gerichtsstand Prag ist und das Unternehmen in Bangkok sitzt. Und die Suchabfrage “Branchenbuch” bei Google die Website nicht unter den ersten zehn Treffern anzeigt. Und auch nicht unter den ersten zwanzig. Oder 30. Oder 40. Und so weiter. Ich schließe allerdings nicht aus, dass es Unternehmen gibt, denen das egal ist. Die sind dann bei diesem Angebot richtig und zahlen sicher gern.

    Ich werde meine Austragung aus den Datenbanken der Ucalegon Ltd. beantragen.

    Update:Wie mir die Ucalegon mitteilt, besteht “keine Rechtsgrundlage” für die Löschung meiner Daten. Wahrscheinlich gilt hier auch tschechisches Recht. Oder taiwanesisches.

    Update 18.2.2009: Offenbar ist das Gelbe Branchenbuch nun in Österreich sehr aktiv auf Kundengewinnung. Die Suchanfragen aus Österreich zu diesem Thema nehmen rapide zu.

    Achtung! Neue Welle in 2010. Bitte Hinweise und Updates lesen.

    Institut für Informationsaustausch

    Gerade einen Anruf vom Institut für Informationsaustausch bekommen. Habe alle Fragen abgewimmelt und Gegenfragen gestellt, worauf man auflegte. Dieser Link hier dürfte alle Fragen zu diesem “Institut” beantworten.

    Wie ich Cold Calls liebe…

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  • Filed under: Erlebtes, Mediales, Spam macht keinen Spaß
  • Arbeiterkammer Kärnten warnt vor Almkönig

    An dieser Stelle stand ein Text, der auf die Firmen Alpenkönig GmbH und Almkönig GmbH hinwies. Das betreffende Unternehmen hat mich gebeten, diesen Artikel zu löschen, da er laut Unternehmensangaben Fehler enthielt. In Kürze erscheint ein längeres Interview zu dieser Thematik.

    Daily Alpenkönig: Hintergründe und Fakten

    An dieser Stelle stand ein Text, der auf die Firmen Alpenkönig GmbH und Almkönig GmbH hinwies. Das betreffende Unternehmen hat mich gebeten, diesen Artikel zu löschen, da er laut Unternehmensangaben Fehler enthielt. In Kürze erscheint ein längeres Interview zu dieser Thematik.

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  • Filed under: Mediales, Spam macht keinen Spaß
  • Alpenkönig, Mercedes, Nokia

    An dieser Stelle stand ein Text, der auf die Firmen Alpenkönig GmbH und Almkönig GmbH hinwies. Das betreffende Unternehmen hat mich gebeten, diesen Artikel zu löschen, da er laut Unternehmensangaben Fehler enthielt. In Kürze erscheint ein längeres Interview zu dieser Thematik.

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    Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Vorrangig geht es um Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien, Unternehmen und das Leben an sich. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.
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