von Daniel Große, freier Journalist Leipzig
25. 02. 2008 22:46
Fragt man Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), und Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse, nach dem Konzept und Inhalt der neuen Spielemesse, erntet man nur leere Phrasen. Um dann ernüchtert festzustellen, dass das Konzept der GAMESCom, so der wenig kreative Name der neuen Messe, einzig und allein darauf zu fußen scheint, dass die Veranstaltung künftig in Köln stattfindet. Das mag polemisch klingen, doch große Veränderungen gegenüber der Games Convention sind in Köln nicht zu erwarten.
Zwar wolle man sich stärker nach Südeuropa öffnen – dazu soll mehr Fachpublikum angesprochen werden. Trotzdem soll es auch Angebote für Familien und natürlich den üblichen Publikumsbereich mit Spielstationen und den bekannten Ständen geben. Zur weiteren Konzeption schwiegen heute beide Parteien. Auch die Vertragslaufzeit sei geheim und gehe niemanden etwas an. Einzig, dass der BIU konzeptionell am Tisch sitze, war Kuhrt zu entlocken. Also wie in Leipzig.
Eine ausgeschriebene Langfassung für den Namen GAMESCom gebe es auch nicht. Auf eine entsprechende Frage reagierte Kölnmesse-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt ausweichend. Man habe die Marke bereits 2004 registriert und sich intensiv seit Jahren mit der Branche beschäftigt. Heißt wahrscheinlich: Gemeinsam mit dem BIU überlegt, wie man die Messe aus dem Osten in den Westen verlagern kann. Weiterentwickeln nennt das der BIU. Branchenriese Electronic Arts, meine Damen und Herren, habe mit der Verlagerung der Messe natürlich überhaupt nichts zu tun. Auch sei kein Geld geflossen. Hatte nur ich das Gefühl, oder wurde es Wolters bei dieser Frage plötzlich etwas heiß? Zumindest färbte sich sein Kopf.
Als europäische Leitmesse wolle der BIU die GAMESCom ausrichten. Auf die Frage einiger Journalisten, ob nicht die GC bereits diesen Anspruch hatte, antwortete Wolters: “Wir haben die GC 2002 als regionale Messe aufgebaut. Dass die Leipziger Messe neuerdings von einer europäischen Messe sprach, haben wir immer kritisch gesehen.”
Innerhalb der zwölf Mitgliedsunternehmen des BIU herrsche Einigkeit darüber, dass ein Wechsel des Standortes unvermeidlich war. Nicht alle sprachen sich für Köln aus, aber die Mehrheit, so Wolters.
Den endgültigen Schlag in die Magengrube bekam Leipzig von Kölnmesse-Chef Kuhrt. “Wir haben heute den Oscar verliehen bekommen”, sagte er in Bezug auf die Verleihung der Academy Awards. Worauf es sich Andreas Dunte, Wirtschaftsredakteur der LVZ, nicht nehmen ließ zu sagen: “Aha, dann hat Leipzig wohl heute die Goldene Himbeere bekommen?”
In diesem Jahr findet die GC - Games Convention vom 21. bis 24. August statt. Was darüberhinaus passiert, wird die Zeit zeigen. Am Rande der Pressekonferenz heute in Leipzig hörte man, es werde natürlich überlegt, wie ein neues Konzept aussehen könnte.
20. 02. 2008 15:39
Es wurde viel spekuliert, viel diskutiert in den vergangenen Tagen über die Zukunft der GC. Worauf alle gewartet haben, war eine Stellungnahme des Branchenverbandes BIU. Selbiger wird am Montag sprechen. In Berlin, auf einer Pressekonferenz. Überschrieben ist diese mit: “Zukunft der deutschen Branchenmesse für interaktive Unterhaltungssoftware”.
Man kann nun rätseln über die Gründe, warum dort nicht steht “Zukunft der GC”. Oder man lässt es einfach und beantwortet sich die Frage selbst. Um sich dann seinem Schmerz hinzugeben.
Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach vor Ort sein. (“Wir” meint in dem Falle Thomas und mich, um für Heldenstadt.de zu berichten, wo dieser Eintrag auch erschien.)
30. 01. 2008 18:13
Ich fasses nicht, die Eiermaler aus dem Kaufland haben schon Ostern ausgerufen. Ende Januar. Der Wahnsinn. Also: Wem nach Küken, Schokoeiern und Hasen ist, der möge bitte zugreifen. Wir hatten ja lange keine Hohlkörper. Steht ja nur eine riesengroße Dose mit Schokomännern in der Küche. Und wird von Kind, Mama und mir eher mit Verachtung denn mit Wollust angeschaut.
Aber vielleicht sind wir auch zu intellektuell. Denn seit der neuesten “Verzehrstudie” wissen wir: Wer dick ist, hat nüscht in der Birne. Und andersherum.
Und wer im Januar sein Geschäft mit Osterkram befüllt, fällt sowieso aus der Wertung raus. Dem ist eh nicht mehr zu helfen.
11. 09. 2007 08:33
06. 09. 2007 08:44
“Ein Hahn legt in der Stunde drei Eier. Wie viele Eier legen 14 Hähne in drei Stunden?”
Nein, liebe Leser, ich möchte Euch nicht verarschen. Wohl aber will das jener Dienstleister, der im Auftrag von Hitradio RTL Sachsen die abendliche “Spielshow” veranstaltet. Was das ist? Die 1:1-Hörfunk-Abbildung von solch “erfolgreichen” Konzepten, wie sie Callactive und 9Live umsetzen. Call-In im Radio funktioniert ähnlich der Shows im Fernsehen. Eine scheinbar leichte, weil saudämliche Frage wird gestellt und der Hörer darf eine 50-Cent-Hotline anrufen, um diese Frage zu beantworten. Wenn er denn durchkommt. Das gelang gestern bei dieser Frage rund 15 Minuten lang niemandem. Von anfangs 100 Euro wurde der zu gewinnende Geldbetrag immer wieder erhöht. Bei 300 Euro wurde ein Anrufer durchgestellt. Der allerdings legte wieder auf. Was den Moderator veranlasste, nochmal die Mitmachregeln zu verlesen. Also ganz wie im TV.
Ich weiss nicht, ob und wann diese Frage gelöst wurde, ich habe umgeschalten bzw. war an meinem Fahrziel angekommen. Ich weiß nur, was hinter dem Konzept steckt. Die systematische Abzocke der Hörer, die fortschreitende Degeneration selbiger und der weitere Verfall des Mediums Radio. Und da wundern sich Programm-Macher über zurückgehende Hördauer? Lachhaft, wirklich!
Der Autor ist Mitglied der Initiative FAIR RADIO
05. 06. 2007 20:48
Irgendwo da draußen bist Du jetzt. Und irgendwann kommst Du wieder, das weiss ich. Warst ein guter Mensch, all die 94 Jahre lang. Wir vermissen Dich.
Shall I go, shall I stay
107 light years away
many times, so many doubts
But no reason to talk about
Mission is over, mission is done
I will miss you, children of the sun
Now it’s time to go away
Goodbye, goodbye milky way
10. 04. 2007 21:18
Spam per Mail ist lästig. Noch lästiger aber ist Faxwerbung, die ungefragt meine Tinte und mein Papier verbraucht. Das hatte ich hier bereits vor längerer Zeit mal geschildert.
Heute wieder so ein Kandidat. Eine gewisse Firma namens www.pkv-ost.de schickte gleich zwei Seiten Spam durch die Leitung. Ich könne bis zu 50 Prozent sparen. Das Schreiben verrät mir, dass im Januar die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen um bis zu 1,6 Prozent im Januar 2007 steigen werden. Achnee. Ich könne jetzt mit der Faxantwort auf Seite 2 ein Gespräch mit dem “Versorgungsberater” vereinbaren.
Nö, mach ich nicht. Ich schreibe erstmal ne Rechnung.
Und dann schauen wir doch mal, was das für eine Firma ist. Die URL www.pkv-ost.de greift ins Leere. Die Denic sagt zu der Domain das hier:
Domaininhaber:
Trendstocks Gmbh
Hansering 1
D-06108 Halle (Saale)
Germany
Trendstocks, das sagt alles und nichts. Man findet aber das hier raus:
Trendstocks GmbH
Branchen: Textilwaren
Textilwaren? Gibt man Trendstocks und Halle in die Google-Maschine, kommt man recht schnell zur Domain www.inshopping.de, die auch inaktiv ist. Allerdings hängt im Cache noch eine Seite, die verrät, dass eine gewisse Claudia Lowke dort Geschäftsführerin ist oder war. Wenn sie nicht wieder in ihre Modeboutique zurück ist.
Das gute alte Internet-Archiv verrät noch, dass im Jahr 2000 die Website pkv-ost.de mal Tarife des Münchner Vereins beworben hat. Im Jahr 2001 gehörte die Domain einem Herren aus Dresden. Im Juni 2002 hat archive.org dann aufgehört, die Site zu indizieren. Hat wohl auch seinen Stolz, der Bot.
Fassen wir also zusammen: eine Firma, die offensichtlich mal die Website pkv-ost.de betrieb und in der Branche Textilwaren tätig war/ist und deren Websites down sind, will mir eine Krankenversicherung aufschwatzen? “Jetzt bis zu 50 Prozent sparen!” bekommt da eine ganz andere Bedeutung. Wenn ich dort NICHT unterschreibe, spare ich sicher richtig.
Zudem würde ich mit Legasthenikern eh keine Geschäfte machen. “Monatsbeitrag inkl. 10 % gesetzlichen Zuschlag” steht auf Seite 1. Das tut weh, das muss man doch merken.
Wer keine Infos per Fax will, soll übrigens per Mail (ob die wohl geht?) oder Fax abbestellen. Nichts da. Ich hab ja jetzt die Postadresse.
30. 03. 2007 10:52
Kleine Fortsetzung zu diesem Posting: Werner G. Gaede aus der Gemeinde Barleben in Sachsen-Anhalt betreibt das “Blog” ABC der Infos. So nennt er die Website, auf der er täglich mehrere Texte und teils auch Fotos von anderen Websites kopiert. Da finden sich Wikipedia-Einträge, Auszüge aus Artikeln von Tagesschau, SpOn oder faz.net mit Fotos, die Gaede direkt aus dem Webangebot der jeweiligen Anbieter laden lässt, faktisch also Bandbreitenklau begeht oder Einträge aus dem BILDblog.
Letzteres, namentlich Stefan Niggemeier, forderte Gaede nun auf, das Urheberrecht zu beachten, Texte und Fotos also nicht zu kopieren. Doch offenbar ist Gaede nicht nur ein schlechter Blogger sondern auch noch beratungsresistent. Denn statt der freundlichen Bitte Niggemeiers nachzukommen, kopierte der ABC-”Blogger” die E-Mail kurzerhand als Kommentar in sein Blog, schob einen sinnfreien, eigenen Kommentar nach und nannte die Reaktion Niggemeiers eine “künstliche Angelegenheit”. Stefan selbst hat mittlerweile die Links zu den BILD-Ausrissen geändert. Die Texte allerdings stehen noch da.
Natürlich hat es wenig Sinn, sich über “so einen” aufzuregen. Es geht mir auch nicht unbedingt um Gaede in Person sondern allgemein um den Fakt, dass man heutzutage schneller kopiert wird, als einem lieb ist. Wer allerdings so dreist ist wie der ABC-Mann, sich dabei auch noch erwischen zu lassen, weil er einen Trackback setzt, hat nichts anderes verdient, als dass man hämisch über ihn lacht.
26. 03. 2007 08:18
Ich bin zwar nicht das BILDblog, muss mich aber trotzdem mal über dieses Machwerk auslassen, das sich Zeitung nennt. BILD titelt heute mit “Porsche schluckt VW - Exklusives Interview mit Porsche-Chef Wiedeking”. Nanu, dachte ich mir da. Du hast doch heute morgen gegen 1 Uhr auf N24 erst was anderes gesehen und gelesen? Dass eben Wiedeking eine Übernahme VWs ablehnt und maximal 31 Prozent Anteile an VW kaufen will (was schon genug Folgen hätte).
Und siehe da – liest man das “Exklusiv-Interview” mit Wiedeking, wird die reißerische Titelüberschrift “Porsche schluckt VW” sofort entkräftet. Denn da steht dann:
Herr Wiedeking, warum wollen Sie Europas größten Autokonzern Volkswagen schlucken?” Wiedeking: Langsam, langsam. Dieses Ziel verfolgen wir aktuell nicht...
(Hervorhebung von mir)
Bild.T-Online versucht wenigstens, nicht ganz so viele Pferde scheu zu machen und lässt die Titelüberschrift galant weg.
Die Herren Niggemeier und Schultheis mögen bitte übernehmen. Danke.
21. 03. 2007 15:23
Horst Müller, ehemaliger Geschäftsführer und Programmdirektor von Antenne MV erzählte bei Sputnik erstaunlich offen, wie Gewinnspiele im Radio heutzutage funktionieren. Vom “Geheimnisvollen Geräusch” bis zum Geldscheinspiel. Kurzes Fazit: getrickst werden kann immer und gemacht wird es auch.
Besonders schön: “Letztlich muss sich der Hörer entscheiden, ob er sich verklappsen lässt.”
Zur Rettung der Privatradios muss man allerdings sagen: dieser 8-Minuten-Beitrag kann gut und gern auch als Eigenwerbung für Sputnik verstanden werden, auch wenn der Wissens- und Aufklärungsfaktor sicher mehr wiegt.
via Blogmedien
Und ja, der Beitrag ist schon einige Tage alt. Komme grad zu nüscht hier.