Große Worte » Archive by category "Trauriges"

Posts Categorized: Trauriges

Layout aus der Hölle

Ich frage mich ja wirklich manchmal, wie das in der Redaktion abläuft. Wer entscheidet so etwas? Warum sieht niemand, dass das schlimm aussieht? Da steht ein ICE im Foyer rum, da wird ein Bild wahllos freigestellt und eine Überschrift im Stil des Grußkarten-Generators 2.0 von 1996 angeflanscht. Mensch, LVZ, wer macht sowas mit Dir?

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“Wochenkurier” und “Hallo Leipzig” geben auf

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Bewegung im Leipziger Medienmarkt – allerdings nicht so, wie man sich das wünscht: Die Anzeigenblätter “Wochenkurier” und “Hallo Leipzig” haben ihr Erscheinen eingestellt. Erst vor einigen Jahren übernahm der LWK-Verlag die “Hallo”, zuletzt gab der Verlag auch das Leipziger Amtsblatt heraus.

Auf der Website des Wochenkuriers ist zu lesen:

… entgegen allen Anstrengungen im hart umkämpften Leipziger Print- und Werbemarkt ist es Verlag, Geschäftsführung und MitarbeiterInnen nicht gelungen, den zuletzt deutlichen Verlust unserer Marktanteile auszugleichen.

Die Geschäftsführung hat sich in den letzten Jahren dafür eingesetzt mit neuen Ideen und Geschäftsfeldern die Zukunft des Verlages zu sichern. Leider waren diese Aktivitäten vergeblich; unsere Blätter mit neuem Leben zu erfüllen haben unsere Leser und unsere Anzeigenkunden nicht überzeugt.

Aufgrund des Wandel im Medienmarkt und drohender wirtschaftlicher Schwierigkeiten sieht der „Leipziger WochenKurier“ mit den Ausgaben Leipzig, Döbeln, Grimma, Wurzen, Torgau, Oschatz, Delitzsch, Eilenburg, Borna und Geithain sich gezwungen, zum Mittwoch, den 24.07.2013, sein Erscheinen einzustellen. Ebenfalls erscheint am Samstag, den 27.07.2013 letztmalig unser „Hallo Leipzig“. Die Leistungen, die die Leipziger Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG für die Herausgabe des „Amtsblatt“ erbracht hat obliegen künftig dem Vertragspartner der Stadt Leipzig, der WVD, Chemnitz. Die Zukunft des „Amtsblatt“ ist somit gesichert.

Mein Mitgefühl gilt den Kollegen, die ich in den vergangenen Jahren schätzen gelernt habe, denen man die ein oder andere Geschichte “stecken” konnte, die gern Pressemitteilungen meiner Kunden verarbeitet haben oder einfach nur für einen Plausch unter Kollegen da waren. Ich hoffe, Ihr fallt weich.

In Dresden und Südbrandenburg erscheint der Wochenkurier weiterhin. Online versucht man hier offenbar, mit aktuellen Geschichten zu punkten, selbst an einem Sonntag. Ob diese schnelle Redaktion von einem Anzeigen-Wochenblatt überhaupt erwartet wird, sei dahingestellt. Auch der Leipziger Wochenkurier versuchte mit “Nur-Online”-Geschichten das Interesse auf die Webpräsenz zu lenken. Das Experiment scheint gescheitert, bunte Werbebeilagen der Discounter waren offenbar interessanter für die Leserschaft.

Die Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft (LVDG) ist damit der einzige verbliebene Anbieter, der neben dem Kauf- und Aboprodukt LVZ noch Gratiszeitungen herausbringt: die Leipziger Rundschau und den SachsenSonntag. Jene dürften nun endgültig den Anzeigenmarkt der Tages- und Wochenmedien für sich allein haben – neben der BILD.

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R.I.P. Steve Jobs


Niemand will sterben. Sogar Menschen, die in den Himmel wollen, möchten nicht sterben, um dorthin zu kommen. Und trotzdem: Der Tod ist ein Schicksal, das wir alle teilen. Und so soll es auch sein, denn der Tod ist die beste Erfindung des Lebens. Er ist der Motor des Wandels.

Steve Jobs, Gründer von Apple und Pixar, im Jahr 2005 vor Studenten der Stanford University.

Foto: Screenshot aus diesem Nachruf auf ZDF.de

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Vom Abschied nehmen

Heinz Rudolf Kunze hat mal gesagt und gesungen “Abschied muss man üben“. Doch wie soll man etwas so endgültiges üben? Wie soll man etwas üben, das man nicht versteht? Oder akzeptieren will. Abschied kann man nicht üben. Man kann ihn nur hinnehmen. Und zurückdenken. An die schöne Zeit, die man gemeinsam hatte.

Das hier, Paps, ist für Dich.

Am 16. August 2009 starb mein Vater.
Heute wäre er 59 Jahre alt geworden.

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Guttenberg und die Internetsperren

Die Petition gegen die Indizierung und Sperrung von Websites zum angeblichen Schutz vor der Verbreitung von Kinderpornographie hat die nötigen 50.000 Unterstützer-Stimmen gesammelt. Das war abzusehen und angesichts des Tempos von nur vier Tagen ist ablesbar, dass es in Deutschland offenbar viele Menschen gibt, die dieses Vorhaben für Populismus, Aktionismus oder kurz einfach pure Dummheit halten. Mich eingeschlossen.

Nun muss also demnächst der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags ran und erneut über das Thema sprechen. Bis dahin wird die Petition wohl das doppelte an Unterstützern haben. In der 14-Uhr-Tagesschau von heute äußerte sich Wirtschaftsminister Guttenberg dazu so:

Halten wir das nochmal fest: Herr von und zu sagt:

“Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”

Das muss man mehrmals lesen. Man könnte meinen, Guttenberg meine damit, ihn würde es betroffen machen, wenn der Eindruck entstünde, alle Unterzeichner wären gegen die Sperrung von Kinderpornographie – und unterschwellig kriminalisiert er damit alle Unterzeichner. Es ist richtig, dass sich jeder der 50.000+ gegen die Sperrung richtet – aber nicht gegen Kinderpornographie selbst. Dass deren Verbreitung bzw, die bloße Existenz verboten und verfolgt werden muss, ist klar. Dass ein Stoppschild, das man einfach umfahren kann, helfen soll, nicht. “Eines der wichtigsten Vorhaben” muss darum nicht sein, die Augen zu schließen und so zu tun, als existiere sie im Netz nicht. Sondern Kinderpornographie wirksam zu bekämpfen. Alles andere ist Zensur. Zensur, die nicht nachvollziehbar ist, weil die Mechanismen dahinter nicht kommuniziert werden.

Was also will Guttenberg mit seinem Schachtel- und Stolpersatz sagen? Dass es ihn betroffen macht, dass so viele Menschen dagegen sind, was sich die Köpfe dort in Berlin zusammenreimen? Dass so viele Menschen hinterfragen, was in den Politikerköpfen vorgeht? Tschuldigung, Herr Guttenberg – das heißt Demokratie. Aber das werden Sie spätestens nach den Wahlen noch lernen.

Mehr dazu auch beim Don.

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