Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Wirtschaftliches’ Category

O2 will keine Kunden mehr

Anders als in der Überschrift dargestellt kann ich mir nicht erklären, wieso O2 plant, die Kopplung von Handy und Notebook – neuerdings “Tethering” genannt – zu verbieten. Damit schickt O2, wie René von mobiflip.de es so schön ausdrückt, seinen eigenen Datentarif in die Steinzeit.

Kann denn keiner der Netzbetreiber mehr zuhören und einfach das machen, was der Kunde will? Gerade Mobilfunkanbieter leiden nun wirklich an allem, aber nicht an Geldnot. Was also bitte soll der Mist? Nehmt Euer vieles Geld, investiert es in zuverlässige Technik und freut Euch über zufriedene Kunden. Ist das so schwer?

Und vor allem: Was heißt das nun für FONIC? Wird man dort künftig auch derart geknebelt? Ich hoffe doch sehr auf die Vernunft von O2.

Wie Attack2net eine Newsplattform pushen will

Hinweis: Dieser Blogeintrag wurde geändert. Die Attack2net Inc. aus Chicago verbietet mir, die Mails, die ich von ihnen erhalten habe, als Spam zu bezeichnen. Entsprechend wurden einzelne Sätze dieses Eintrages geändert.

Der Schutz Deiner persönlichen Daten ist NewsPush sehr wichtig und somit halten wir uns strikt an die Regeln des Datenschutzes der Vereinigten Staaten von Amerika.

Dieser fast schon ironische Satz steht in den Datenschutz-Bestimmungen der News-Plattform NewsPush. Einer Plattform, die seit Tagen Mails durch die Lande schickt, um auf den Start der ach so tollen Website hinzuweisen, auf der man selbst Pressemitteilungen und andere News einstellen kann. Da gibt’s ja auch kaum welche.

Heute wurde die Strategie geändert. Nachdem man mir in den letzten Tagen eine “Einladung zu Newspush” sandte, bin ich nun plötzlich Mitglied:

HINWEIS: Du erhälst diese Mail als registrierter Benutzer von NewsPush.
Bitte lese diese Mail aufmerksam !
Sie enthält wichtige Nachrichten zur Nutzung von NewsPush !

Das Holperdeutsch setzt sich in der Mail, die mich über die Sensation informiert, dass alle News aus Newspush nun auch bei Google News mitlaufen, weiter fort.

Weiterhin dürfen wir Euch darüber informieren, dass die Probleme mit dem Mailservern nun behoben sein sollten. Sorry, für eventuell entstandene Probleme. Registrierungs-Emails und Systemnachrichten solltet Ihr alle somit nun wieder uneingeschränkt erhalten können. Wer sich von Euch jedoch bereits registriert hat un noch keine Bestätigungsmail bekommen hat, möge bitte unseren Support unter [...] kontaktieren.

Nee, danke, funktioniert alles super. Selbst die, die gar nicht registriert sind, erhalten Registrierungsmails.

Verantwortlich für NewsPush ist die Attack2Net Inc. aus Chigaco, USA. Bis vor wenigen Tagen versuchte das Unternehmen noch, mit einer Wikipedia-Alternative namens WikiBay auf sich aufmerksam zu machen.

Mittel gegen die unverlangt erhaltenen Mails von NewsPush hat man offenbar keine, einen Abmeldelink in der Mail gibt es nicht – zumal man solche Links in zweifelhaften Mails solcher meiner Meinung nach zweifelhaften Unternehmenskonstrukten ohnehin nicht klicken soll. Was bleibt ist der “Mark as Spam”-Button.

Update: Wie oben beschrieben, möchte Attack2Net nicht, dass ihre Mails, die mich unverlangt erreichten, als Spam bezeichnet werden. Nach Rücksprache mit meinem Leipziger Anwalt Markus Heinker habe ich mich entschieden, dieses Wort zu streichen. Ob die unverlangte Zusendung von vier Mails an mich bereits als Spam zu bezeichnen ist, muss jeder für sich selbst entscheiden und kann aufgrund der kurzen Frist, die mir Attack2Net zur Entfernung des Wortes Spam gestellt hat (bis heute 16 Uhr), nicht abschließend bewertet werden. Die Attack2Net teilte mir per Mail mit: (Originalzitat) “Fakt und nachwerisbar ist: Attack2net Inc. “WILL” auf gar keinen Fall eine “Newsplattform mit Spam pushen!”

Zudem will mir die Attack2Net die Verbreitung meiner Meinung, das Unternehmen sei ein zweifelhaftes Unternehmenskonstrukt, verbieten. Dieser Forderung komme ich nicht nach, da es sich hierbei um freie Meinungsäußerung und eine persönliche Bewertung handelt.

Weiterhin teilt mir die Attack2Net mit, meine Behauptungen wären “nachweislich laut $ 1083 BGB unwahr und damit
strafbar”
. Ich nehme an, mit “$ 1083″ war §1083 des BGB gemeint. Was dieser mit vorliegendem Fall zu tun hat, erschließt sich mir allerdings nicht.

Auch teilt mir die Attack2Net per Mail mit, ich hätte fragliche Mailadresse, an die das Unternehmen mir die unverlangten Mails schickte, bei “top-nachrichten24″ eingetragen. Den Inhalt des Portals hätte Attack2Net gekauft. “Insofern handelt es sich um eine einzige E-Mail zum geschäftlichen Kontakt und die ist ausdrücklich auch nach letzter BGH-Entscheidung bei ihnen in Deutschland zulässig !”, schreibt mir Rodney Hold von Attack2Net. Hierzu erkläre ich: Ich kenne dieses Portal nicht, habe es noch nie für den Versand von Pressemitteilungen genutzt und bin dort auch nicht registriert.

Dass ich nicht nur nur “eine einzige Mail zum geschäftlichen Kontakt” erhalten habe, sondern mehrere, sei einem technischen Fehler geschuldet, den Attack2Net in einer weiteren Mail mit “HAck auf den Mailserver” bzw. “ein Fehler in den MailQUerys” beschrieb.

Laubitz: Eine echte Taxi-Familie

Taucha. Ein Lada und ein Moskwitsch halfen, Tauchaer Unternehmergeschichte zu schreiben. Im Jahr 1990 wurde der Fuhr- und Taxibetrieb Laubitz gegründet – mit eben jenen beiden russischen Autos als erste Transportmittel. Vor wenigen Tagen wurde das 20-jährige Bestehen des Familienbetriebes gefeiert.

Michael Laubitz sitzt in der Werkstatt seiner Firma und schaut auf den Monitor seines Computers. “Hier kann ich immer sehen, wo meine Fahrzeuge gerade sind”, sagt er und zeigt auf eine Karte, auf der grüne und rote Punkte zu sehen sind. “Die grünen sind Taxen, die frei sind, die roten fahren gerade eine bestellte Tour oder sind auf dem Weg dahin”, erklärt er die Piktogramme. Möglich machen diese Überwachung moderne GPS-Geräte, die in den Fahrzeugen verbaut sind. (more…)

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  • Filed under: Lokales, Wirtschaftliches
  • Langsames UMTS? E-Plus rät: Schalten Sie es ab!

    Seit 1999 besitze ich einen Mobilfunkvertrag. Damals, kurz vor Geburt unserer Tochter, wollte ich sichergehen, dass ich jederzeit von Arbeit schnell zu meiner Frau (damals noch Lebensgefährtin) eilen kann, wenn “es” soweit ist. Seit 1999 bin ich bei E-Plus. Und eigentlich immer gut gefahren mit dem Anbieter. Seitdem ein Mobiltelefon aber weit mehr ist, als nur ein Anrufknochen, werden die Nachteile sichtbar. UMTS beispielsweise ist in vielen Regionen Deutschlands entweder gar nicht vorhanden oder viel zu langsam. Connecte ich mich mit dem Telefon via Bluetooth zum Macbook und von dort ins Internet, kommt es zu Verbindungsabbrüchen oder ich warte ewig auf eine Website oder den Abruf von Mails. Aber auch normale Anrufe werden neuerdings unterbrochen. Mitten im Gespräch ist – mitten in Leipzig – einfach die Verbindung weg. Schaue ich dann aufs Handy, weiss ich, warum: Von eben noch 5 Balken ist plötzlich keiner mehr da. Echt ätzend.

    Seit Jahren verspricht E-Plus, den Netzausbau. Seit Jahren passiert nur wenig. Zwar ist in Leipzig mittlerweile HSDPA möglich, allerdings eben – zumindest ist das meine Erfahrung – noch immer sehr lahm und wenig zuverlässig. Das nimmt in Leipzig und anderen Städten solch groteske Züge an, dass ich mit E-Plus quasi keinen Empfang habe, Handys mit O2 oder Vodafone neben mir aber vollen Ausschlag haben. Das geht einfach nicht.

    Nach elf Jahren werde ich darum Anfang Juni meinen Mobilfunkanbieter wechseln. Und von E-Plus zu O2, bzw. deren Discount-Tochter Fonic wechseln. Weil ich es langsam satt habe.
    Seit neuestem bietet nun auch Fonic die Mitnahme der Rufnummer an. Wer dies tut, darf sogar einen Monat lang gratis telefonieren. Das Procedere soll einfach gehen: Man kauft bei Fonic eine SIM-Karte, kündigt seinen alten Vertrag und beantragt bei Fonic die Rufnummernmitnahme. Um sicherzugehen, dass E-Plus dann auch die Nummer rausrückt, rief ich beim Kundenservice an, um Details zu erfragen. Ja, kein Problem, das sei ohne weiteres möglich. Natürlich würde E-Plus mich aber gern als Kunden halten. Woran es denn läge, dass ich wechsle. “Weil der Netzausbau grottig ist”, sagte ich der Dame, die daraufhin nur sinngemäss meinte, dagegen hätte sie keine Argumente. Allerdings riet sie mir ernsthaft, wenn ich mit UMTS Probleme hätte, doch UMTS auszuschalten. Sie persönlich hätte mit GPRS ganz gute Geschwindigkeiten. Zum eben mal schnell was recherchieren im Netz würde das ausreichen. Das hat mich in meiner Entscheidung, zu wechseln, nur noch mehr bestätigt. Ehrlich E-Plus, wenn ihr Kunden ernsthaft ratet, ins Steinzeitalter zu wechseln, nur weil eure UMTS-Stationen nicht in der Lage sind, genügend Teilnehmer aufzunehmen, tuts mir leid.

    Die Zeit wird zeigen, ob ich mit Prepaid wirklich besser fahre als mit meinem derzeitigen Journalistentarif bei E-Plus, der eigentlich eine super Sache war. Aber was nützt mir der, wenn ich dafür mit einem minderwertigen Netz leben muss…

    Gelbes Branchenbuch: Aktuelle Klageandrohungen

    In Sachen Gelbes Branchenbuch scheinen sich neue Entwicklungen abzuzeichnen. Heute erhielt ich einen Anruf eines Münchner Anwaltes. Er habe erfahren, die Firmen hinter dem zweifelhaften Angebot würden aktuell zahlungsunwilligen Unternehmern Klagen androhen. Bislang sei jedoch nicht bekannt dass diese Klagen wirklich eingereicht wurden.

    Das heimtückische daran: Die MCP Holding Ltd., die GBB Limited oder die Ucalegon Ltd. würden die Klage (laut Androhung) in Prag einreichen. “Wer sich hier nicht zur Wehr setzt, muss damit rechnen, womöglich die Forderung nebst Gerichtskosten zahlen zu müssen”, sagte mir der Anwalt. In Deutschland heiße das wohl “Versäumnisurteil”. Wem tatsächlich eine Klage des Gelben Branchenbuchs ins Haus flattert, der sollte also keineswegs den Kopf in den Sand stecken. “Eventuell können die Betroffenen sich koordinieren, um gemeinsam einen Anwalt in Prag zu beauftragen, der sie vertritt”, rät er.

    Wer tatsächlich eine Klage des Gelben Branchenbuchs erhalten hat, kann sich ja mal hier in den Kommentaren melden.

    Recht weit vorn

    “Beim Thema blöde Witze bin ich ja recht weit vorn”, schreibt Freund und Kollege Thomas Gigold im AMI-Blog-Artikel über den Dacia Duster. Es ist einer der ersten Artikel für die AMI Auto Mobil International, die wir mittlerweile im vierten Jahr mit einem Weblog betreuen. Thomas’ Artikel zeigt eins ganz deutlich: Wir leben Blogs. Und nehmen uns selbst gern auf die Schippe. Trotzdem bleiben wir immer dem Thema treu und sind nah am Leser. Ich glaube, in von uns betreuten Messeblogs spürt man dies ganz deutlich.

    In diesem Jahr wollen wir von Autobloggern und Persönlichkeiten wissen, welches Auto ihr erstes war. Denn im Jubliäumsjahr – die AMI wird 20 – dreht sich alles um die Liebe zum Auto. Den Anfang habe ich mit einem Artikel über meinen Toyota Starlet und dessen tragisches Ende gemacht. Außerdem wollen wir zurückblicken auf 20 Jahre AMI und 20 Jahr automobile Geschichte. Unter anderem werden die besten Autos 1991 in einer Umfrage ermittelt. Und wir wollen die schönsten und verrücktesten Fotos der AMI-Besucher aus den letzten 20 Jahren sehen. Dazu gibt’s natürlich alle Premieren und das wichtigste rund um AMI, die Werkstattmesse AMITEC und die neue AMICOM, die sich der Elektronik im Auto widmet.

    Und wenn’s passt, werden wir auch weiter blöde Witze reißen.

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  • Teurer Eintrag ins Branchenbuch

    Zum Gelben Branchenbuch habe ich nun auch einen Artikel in der Leipziger Volkszeitung veröffentlich. Neben bereits bekannten Fakten finden sich hier auch Zitate der IHK Leipzig und von DeTeMedien.

    Teurer Eintrag ins Branchenbuch

    IHK Leipzig warnt vor Angebot einer ausländischen Firma / Gelbe-Seiten-Herausgeber prüft rechtliche Schritte

    Zahlreiche Unternehmer haben in den vergangenen Tagen eine E-Mail erhalten, die teure Folgen haben kann. Unter dem Betreff “Ihr Eintrag im Branchenbuch 2010/2011″ bittet eine Firma um Bestätigung der Daten und Rücksendung an eine Frankfurter Faxnummer. Wer dieser Bitte nachkommt, dessen Unternehmensangaben stehen dann allerdings nicht in den bekannten Gelben Seiten der Deutschen Telekom, sondern auf einer weitgehend unbekannten Internetseite. Kostenpunkt: 780 Euro jährlich bei einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren.

    Die Industrie- und Handelskammer Leipzig (IHK) beurteilt das Angebot skeptisch. Hauptgeschäftsführer Thomas Hofmann spricht von “dubiosen und unseriösen Eintragungsofferten”. Zahlreiche Mitgliedsunternehmen hätten sich über das Branchenbuch und die Verantwortlichen beschwert.

    Wer bereits unterschrieben hat, dürfte den geschlossenen Vertrag mit der GBB Limited, die laut eigenen Angaben auf den Marshallinseln sitzt, nur schwer wieder los werden. Die GBB gibt als Gerichtsstand Prag an. Auf der Internetseite finden sich weder Impressum noch Kontaktmöglichkeit. Wer genau hinter dem Angebot steckt, lässt sich nicht herausfinden.
    Vor zwei Jahren war die Ucalegon Limited aus Bangkok Anbieter des Gelben Branchenbuchs. In den aktuell versendeten Schreiben findet sich dieses Unternehmen wieder: Als Autor des PDF-Dokumentes ist die Ucalegon vermerkt. Zudem bestehen laut Aussage geschädigter Unternehmer Verbindungen zu einem internationalen Inkassobüro mit Geschäftsstellen in Hongkong, Prag, Panama und Johannesburg.

    “Leider kann man derartiger Machenschaften nur schwer habhaft werden”, sagt Hofmann. “Wir können nur immer wieder an die Unternehmen appellieren, derartige Angebote mit Angaben wie einem exotischen Firmensitz oder einem fehlenden Impressum vor Unterschriftsleistung genau unter die Lupe zu nehmen und bei Zweifeln nach der Prüfung die Finger davon zu lassen.”

    Tatsächlich lohnt sich ein genauer Blick. Wie Stichproben dieser Zeitung ergaben, sind die Suchergebnisse auf der Internetseite www.gelbesbranchenbuch.com veraltet oder fehlerhaft. In Großstädten werden in vielen Branchen nur sehr wenige Einträge gefunden. Zudem ist die Internetseite entweder sehr langsam oder nicht zu erreichen. Bei der Recherche nach Einträgen werden dem Nutzer sehr oft kryptische Fehlermeldungen präsentiert.

    Die Deutsche Telekom Medien (DeTeMedien), die in Deutschland Telefon- und Branchenbücher herausgibt, sieht die Branchenbuch-E-Mails als Verletzung der Markenrechte an “Gelbe Seiten” und der Farbe Gelb, wie Markenmanager Michael Hein sagt. “Leider sehen wir uns häufig damit konfrontiert, dass dritte Unternehmen sich an die Bekanntheit und den guten Ruf unseres Produktes anzulehnen versuchen. Er kündigte an, dass die Telekom “alle gebotenen rechtlichen Schritte” einleiten werde, “um die entsprechenden Aussendungen zu stoppen”.

    Fachleute raten Firmeninhabern, die sich dennoch für einen kostenpflichtigen Eintrag interessieren, dass sie Reichweite und Zielgruppe eines Branchenverzeichnisses klären sowie den Herausgeber fragen, ob die Auflistung auch in gedruckter Form erscheint. Leipziger Unternehmer, die sich unsicher sind, können sich an die Rechtsabteilung der IHK Leipzig wenden.

    Erschien am 5. März 2010 in der Leipziger Volkszeitung.

    Gelbes Branchenbuch: Neue Abzock-Welle

    ACHTUNG! Sie suchen Infos über die Proformarechnung von gelbes-branchenbuch.info? Dann bitte hier entlang.

    Update 15.Februar 2011: Und noch eine neue Welle. Wieder wird ungefragt per E-Mail ein PDF mit dem Namen “offerte” und einer Zahlenkombination verschickt. Im PDF ist abermals die GBB Ltd. mit Sitz “Trust Company Complex, Ajeltake Rd., Ajeltake Island, Majuro, Marshall Islands, MH 96960″ eingetragen. 65 Euro monatlich will die GBB Ltd. für den Eintrag auf gelbesbranchenbuch.com bei einer Laufzeit von zwei Jahren. In Summe ist man also 1560 Euro zzgl. MwSt. los für eine Eintragung auf einer durchweg schlecht bewerteten Website, die wohl niemand zur Suche nach Brancheneinträgen nutzen würde.
    Neu ist diesmal die Absenderadresse. Die Mail wird von info@mktmaster.net verschickt. Die Domain mktmaster.net ist registriert auf einen Honig Fernando, mktmaster.net, office #3068186, c/o OwO, BP80157, 59053, Roubaix Cedex 1 in Frankreich. Der Server mktmaster.net steht in Scranton, Pennsylvania (USA). Registriert wurde die Domain erst am 9.2.2011, offenbar nur zu dem Zweck, die Werbemails zu versenden.
    Ich rate dringend davon ab, den Link in der Mail zum Download des PDF zu klicken. Womöglich wird dadurch die E-Mail-Adresse des Empfängers bestätigt, was weitere Spam-Mails und andere unnütze und überteuerte Angebote nach sich ziehen dürfte.

    Update 12.12.2010: Eine neue Welle wurde nun im Dezember 2010 gestartet. Via Mail, um die man nicht gebeten hat und die vorgibt, nach “§ 33 des deutschen Bundesdatenschutzgesetzes” nötig zu sein, gibt es auch nun wieder Eintragungsangebote. Die Absendermailadresse ist mail@wcrmailings.net. Als Absender im anhängenden PDF ist nach wie vor die GBB Ltd. eingetragen, die auf den Marshall Islands ansässig ist. Gerichtsstand ist Budapest, Ungarn und es gelte ungarisches Recht. Meine Meinung weiterhin: Unnütz und überteuert, da die Website gelbesbranchenbuch.com nicht oder nur eingeschränkt funktioniert (Stand 12.12.2010)

    Achtung! Dieser Eintrag bezieht sich auf gelbesbranchenbuch.com. Sie haben ein Fax von gelbes-branchenbuch.info bekommen? Dann bitte hier entlang.

    Im Mai 2008 warnte ich bereits schon einmal vor dem “Gelben Branchenbuch”, das auf gelbesbranchenbuch.com eine Website bereitstellt, die vorgibt, eine Branchenauskunft zu sein. Um die dort zu findenden Einträge in bezahlte Premium-Einträge zu wandeln, versandte der Betreiber, die Ucalegon Ltd., per E-Mail Korrekturabzüge, die man nur kontrollieren und zurückfaxen solle. Wer hier nicht aufpasste, in der Annahme, es handele sich um einen wirklichen Korrekturabzug der richtigen Gelben Seiten, wurde schnell viel Geld los: 780 Euro jährlich bei einer Laufzeit von zwei Jahren, zahlbar im Voraus. Eine Gegenleistung, die diese Summe rechtfertigen würde, gab es nicht. Im Gegenteil: Die Website ist ständig nicht erreichbar, Suchabfragen führen ins Nichts oder dauern ewig. Die Verantwortlichen haben so ihre Probleme mit dem Zend Framework.

    Jetzt, im Februar 2010, gibt es offenbar eine neue Welle vom Gelben Branchenbuch. Wieder werden mittelständische Firmen, Freiberufler und offenbar, wenn ich meinen Website-Statistiken Glauben schenken darf, auch börsennotierte Unternehmen angeschrieben. Die Masche ist die Gleiche. Das Gelbe Branchenbuch teilt in der Mail mit, man informiere “gemäß §33 des deutschen Bundesdatenschutzgesetzes” über den Eintrag im “Gelben Branchenbuch 2010/2011″. Dass es sich dabei nicht etwa um ein Druckerzeugnis, sondern nur um eine schlecht gemachte Website handelt, darauf geht der Versender in der Mail nicht ein. Danach folgen einige Angaben zur Firma, bei der entweder Faxnummer oder Internetadresse fehlen. Außerdem bittet man um Prüfung des Anhangs, den man “gegebenenfalls retournieren” solle.

    Der Anhang ist ein PDF-Dokument, auf dem unter der Überschrift “Eintragungsantrag” die Daten des einzutragenden Unternehmens wiederholt werden. Außerdem wird rechts daneben eine Laufzeit angegeben, die zwei Jahren entspricht. Auch in der darunter Leistungsbeschreibung ist von zwei Jahren Laufzeit die Rede. Der Preis blieb stabil: 65 Euro im Monat, sprich 780 Euro im Jahr. Eine Kündigung sei drei Monate vor Ablauf des Vertragszeitraumes schriftlich möglich. Außerdem wird hier die Domain gelbesbranchenbuch.com als Veröffentlichungsmedium für den Eintrag genannt. Allerdings kann sich, so ist zu lesen, die “Internetveröffentlichungsdomain” auch ändern. Heißt: Die Firma, die gelbesbranchenbuch.com betreibt, kann von heute auf morgen die Domain dicht machen und die gesammelten Daten unter einer anderen Website veröffentlichen. Auch steht in der Leistungsbeschreibung, dass der Auftragnehmer berechtigt ist, die Forderungen ganz oder teilweise an Dritte abzutreten. Heißt: Wer zahlen muss, bekommt möglicherweise von so genannten Factoring-Firmen seine Rechnung. Zu beachten ist auch: Wie bereits 2008 steht in dem PDF-Dokument, dass tschechisches Recht gilt und der Gerichtsstand Prag ist.

    Vertragspartner ist die so genannte GBB Ltd., die ihren Sitz in Majuro auf den Marshall Islands im Nordpazifik hat. War mir neu, dass die Marshall Islands zu Tschechien gehören – oder wieso glaubt diese Unternehmen, tschechisches Recht anwenden zu können?

    Wir halten also fest: War es 2008 noch die Ucalegon Ltd. mit Sitz in Bangkok, die diese Schreiben verschickte, ist es heute die GBB Ltd. mit Sitz in der Hauptstadt einer idylischen Inselgruppe im Pazifischen Ozean. Was allerdings verwundert: Im PDF-Dokument sind noch immer Spuren der Ucalegon Ltd. zu finden. Der Firmenname steht in den Meta-Daten bei “Verfasser” bzw. “Author”. Auch wurde offensichtlich vergessen, den Titel des PDFs zu ändern. Hier steht immer noch “Unser Angebot 2009″. Ob das nun heißt, dass die Ucalegon Ltd. noch immer für den Versand der “Angebote” verantwortlich ist, weiß ich nicht.

    Was allerdings sicher ist: Dieses PDF-Dokument sollte man natürlich NICHT an die genannte Faxnummer mit Frankfurter Vorwahl senden. Denn was dann folgt, ist eine Rechnung über die genannten 780 Euro jährlich bei Laufzeit von zwei Jahren, sprich also 1560 Euro bzw. 1856,40 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) bei quasi nicht vorhandener Gegenleistung. Denn selbst, wenn die Website gelbesbranchenbuch.com mal wider Erwarten funktioniert: Die Daten vieler Firmen stehen längst drin, auch ohne Abzock-Eintragung zu überhöhten Preisen.

    Update: Einen guten Eindruck von der Seriosität der Website gelbesbranchenbuch.com bekommt man übrigens auch, wenn man sich den Quelltext der Website anschaut. Dort wird auf eine CSS-Datei gelinkt, die sich offenbar im Verzeichnis “versautesschlafzimmer” befindet.

    Update II: Wenn ich oben schrieb, “die Daten vieler Firmen stehen längst drin”, dann heißt das natürlich nicht, dass das Gelbe Branchenbuch ein ernst zu nehmendes Verzeichnis wäre. Im Gegenteil. Die Suche nach zum Beispiel “Malermeister” in Leipzig bringt gerade mal drei Treffer – bei gelbeseiten.de sind es 128. Ich wollte es gerade gern noch mit “Schlüsseldienst” versuchen, aber gelbesbranchenbuch.com ist schon wieder nicht erreichbar, bzw. produziert PHP-Fehler, so wie auch beim Bestellvorgang eines Premium-Produktes.

    Update III: Auch in Österreich ist das Gelbe Branchenbuch weiterhin aktiv. Dort sind es laut OTS gleich drei Jahre, die man sich binden soll. Schreiben, die an österreichische Firmen gesandt werden, tragen offenbar noch die Ucalegon Ltd. als Absender. Zudem teilt der Herausgeber der Pressemitteilung, die Herold Business Data GmbH, meinen Eindruck, dass das Gelbe Branchenbuch ein fehlerhaftes bzw. unvollständiges Verzeichnis ist.

    Update 23. Februar: Die Ucalegon Ltd. hat auf die Pressemitteilung des “Herold” reagiert. Mit einer launischen Gegenerklärung.

    Update 25. Februar: Die genannte Pressemitteilung der Ucalegon ist nicht mehr auf news4press.com und firmenpresse.de zu finden. Offenbar hat der Herold die Löschung verlangt.

    Update 27. Februar: Unglaublich. gelbesbranchenbuch.com hat ein Update erfahren. Ein neues Design, neuer technischer Hintergrund und bessere Suchergebnisse. Nach wie vor aber ohne Impressum und klare Angabe, an welche E-Mail-Adresse das Kontaktformular gesendet wird. Zudem sei nun ein Eintrag zum Null-Tarif möglich. Am Button “Jetzt buchen” ist ein Sternchen zu sehen. Erklärt wird dieses Sternchen nirgends. Dafür scheinen die Programmierer Humor zu haben. Und Ostdeutsche zu sein. Das Hintergrundbild zum “kostenlosen Basiseintrag” wurde nach der DDR-Fernsehserie “Du und Dein Garten” benannt. Nach wie vor muss allerdings gesagt werden: Wie das Gelbe Branchenbuch versucht, an Premium-Kunden zu kommen, ist unlauter und unseriös. Ob 65 oder 99 Euro für die gebotenen Leistungen angemessen sind, muss jeder mit sich selbst ausmachen.

    Update 1. März 2010: Nun gibt es auch ein Impressum. Herausgeber des Gelben Branchenbuches ist demnach eine MCP Holding Ltd. aus Belize in Südamerika. Zudem suchen die Verantwortlichen jetzt nach den fünf besten Antworten auf die Frage, warum ihr Produkt besser ist als die Konkurrenz. Unfassbar, die nehmen sich tatsächlich sehr ernst.

    Update 27. Januar 2012: Derzeit lässt gelbesbranchenbuch.com nicht nur die offenen Rechnungen vom Inkassounternehmen Feigenbaum & Stern einfordern, sondern erlässt auch einen europäischen Zahlungsbefehl. Infos dazu hat Rechtsanwalt Thomas Meier aus Berlin.

    Und App geht’s! LVB jetzt auch für’s Handy

    In den vergangenen Wochen haben wir alle ziemlich geschimpft über die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB). Uns lustig gemacht über die neue Website, das schlimme PR-Sprech des Marketingchefs und des Pressesprechers. Danach folgte ein Webmontag, auf dem man zumindest Besserung gelobte, wenngleich der Großteil der finanziellen Mittel für die Website aufgebraucht seien. Immerhin: Seit wenigen Tagen ist lvb.de ein wenig bunter geworden und die beleidigenden Piktogramme sind zumindest teilweise verschwunden. Ein guter Schritt in die richtige Richtung.

    Und da wir Webworker und Journalisten grundgute Kerle durch und durch sind, gibt’s heute von mir ein weiteres Lob. Seit heute, den 18. Februar, kann man sich die LVB auch aufs Handy holen. Nicht nur aufs iPhone als App, sondern auch als Anwendung auf quasi jedes modernere Mobiltelefon, das Java unterstützt. Nach einer Testphase für nur wenige iPhone-Nutzer ist es ab sofort für jeden möglich, die Anwendung namens easy.go zu verwenden. Warum sollte man das tun? Ganz einfach: Um unterwegs schnell und sicher an seinen Fahrschein für Bus und Bahn zu kommen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit vielen Bildern.
    (more…)

    Auch wieder mit Blog: Motorräder in Dortmund

    Nachdem die Bloggerei für die Motorradmesse Leipzig vorbei ist, wechseln Thomas und ich wie angekündigt nach Dortmund. Dort findet vom 4. bis 7. März die 26. MOTORRÄDER statt. In diesem Jahr zum ersten Mal mit der Mobile Electronics, einer fachspezifischen Messe für Hersteller und Einbauer elektronischer Komponenten für Autos, Zweiräder und Boote. Wenn es die nächsten Tage also etwas ruhiger hier wird, nicht wundern.

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