Große Worte

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Archive for the ‘Wirtschaftliches’ Category

Sachsen Bank über Clusterprozess Mitteldeutschland

werteDie LBBW und damit auch die Sachsen Bank hat ein neues Kundenmagazin. “WERTE” heißt es und wird von FACTS & FIGURES, der Corporate Publishing-Division der FTD produziert. Im Auftrag von Chefredakteurin Sabine Schlosser habe ich einen längeren Artikel zur Vernetzung der mitteldeutschen Wirtschaft geschrieben. Unter der Überschrift “Wachstumstreiber Mitteldeutschland” ist von innovativen Clustern zu lesen, die die Wirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stärken.

Ein kurzer Auszug:

In Mitteldeutschland steckt mehr, als mancher Außenstehende vermutet. Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung überflügelt die Region sogar die bundesdeutsche Produktivitätssteigerung. Preisbereinigt ist das Bruttoinlandsprodukt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zwischen den Jahren 2000 und 2008 um 13,4 Prozent gewachsen. In Gesamtdeutschland lag das Plus dagegen nur bei 10,1 Prozent.

Beim Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem konnte Sachsen-Anhalt 2008 sogar den höchsten Zuwachs verbuchen: 52.790 Euro wurden pro Kopf erwirtschaftet – das Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr toppt deutlich die bundesweite Steigerungsquote von 1,4 Prozent. Ein überdurchschnittliches Wachstum erzielten auch die Thüringer mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent auf 48.491 Euro pro Erwerbstätigem. Sachsen liegt mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 48.518 Euro ebenfalls über dem bundesweiten Durchschnitt.

Absolut betrachtet hat Mitteldeutschland mit seinen 8,9 Millionen Einwohnern jedoch noch Nachholbedarf: Die Produktivität der drei Bundesländer liegt rund ein Viertel unter dem gesamtdeutschen Niveau. Die Region ist jedoch stark im Export: Die Ausfuhren stiegen zwischen 2000 und 2006 um das Doppelte. Im Jahr 2008 wurden durch Exporte in Mitteldeutschland 47 Milliarden Euro erwirtschaftet.

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  • Anruf von Tipptresor erhalten? Einige Hintergründe

    Heute rief eine Dame bei mir an, die vorgab, “aus dem Hause Tipptresor” anzurufen. Ich würde im August meine “zwei Monate Gratis-Teilnahme am Gewinnspiel” aufgebraucht haben und ob ich danach verlängern lassen wolle, fragte sie. Ich gab ihr zu verstehen, dass ich ihr Unternehmen nicht kenne und ließ mir noch zweimal den Namen “Tipptresor” nennen. Nochmals sagte ich ihr, dass ich nie an einem Gewinnspiel teilgenommen habe und keine solche Firma kenne. “Doch, haben Sie, definitiv!” maulte die Dame, die eben noch freundlich war – und legte auf.

    Tipptresor? Gewinnspiele? Das kam mir doch gleich bekannt vor – die Freunde vom “Alpenkönig” sollen aber angeblich nicht dahinterstecken, meinte die Dame noch auf meine Frage. Wer dann? Im Anti-Spam-Forum geht Benutzer “asd” davon aus, dass hinter den Anrufen die Firma Novamedia Marketing GmbH aus Paderborn steckt. Allerdings ist der Benutzer “asd” auch noch sehr neu im Forum und daher schlecht einzuschätzen. Denkbar ist auch, dass hier eine falsche Fährte gelegt werden soll. Auch im Forum von Sat.1 geht Userin “lara2188″ davon aus, dass die Firma Novamedia für die Anrufe verantwortlich ist. Auf telefonische Anfrage sagte mir Geschäftsführer Thorsten Sucker, er wisse nichts von Gewinnspielen und schloss definitiv aus, dass diese Anrufe von seinem Unternehmen kommen. Er bedankte sich aber und wollte recherchieren, was im Netz da so über ihn geschrieben stehe.

    Worum geht es eigentlich? Offenbar ruft ein Unternehmen, dass nahezu wöchentlich anders heißt, bei Menschen an, deren kompletter Namen dem Unternehmen bekannt ist. Daraufhin wird gefragt, ob man das Gewinnspiel, bei dem man registriert sei, verlängern lassen möchte. Entschließt man sich dazu, werden nach Abgleich der Kontodaten 55 Euro abgebucht. Eine Gegenleistung ist nicht ersichtlich. Es scheint auch Fälle zu geben, in denen die Kontodaten dem Unternehmen bereits bekannt sind. Tipp: Niemandem, aber auch wirklich niemandem, die eigenen Kontodaten per Telefon durchgeben. Das sollte eigentlich klar sein, ich bin jedesmal trotzdem immer wieder geschockt, wie oft das scheinbar passiert. Das Beste wird sein, den Anruf zu ignorieren und aufzulegen – allerdings danach das Konto trotzdem im Auge zu behalten.

    Zurück zur Novamedia Marketing GmbH in Paderborn. Aber die hat doch damit nichts zu tun, sagt der Geschäftsführer! Wirklich? Schauen wir mal:
    Das Unternehmen wurde laut Handelsregisterauszug Ende 1989 in Paderborn gegründet und hatte mit Stand 2008 einen Mitarbeiter. Gesellschafter und mit genau 50 Prozent beteiligt an der Ein-Mann-GmbH ist die S & S Service & Solution GmbH & Co. KG mit gleichem Firmensitz. Als Geschäftsgegenstand der Novamedia ist “Telemarketing und Unternehmensberatung” verzeichnet. Ein Callcenter, so sagte mir Geschäftsführer Thorsten Sucker, unterhalte das Unternehmen aber nicht.

    Die S & S Service & Solution GmbH & Co. KG wurde Ende 2005 gegründet. Geschäftsführerin ist Daniela Ptak. Geschäftsgegenstand hier: “Erbringung von sonstigen persönlichen Dienstleistungen”. Als aktuellste “News” auf der Website der S & S ist ein Eintrag vom 15. Dezember 2006 zu finden. Dort wird ein “ganzspezieller” Partner vorgestellt: Die Time for Holiday AG. Der Name Time for Holiday fiel in einer Berichterstattung des Schweizer Verbraucherportals ktipp.ch. Im Jahr 2006 wurden offenbar Schweizer Bürger von einer deutschen Werbeagentur angerufen. Man hätte Traumferien gewonnen hieß es, später stellte sich heraus, dass die Gratis-Reisen nicht gratis waren. Als “einer der Reiseveranstalter” wurde hier die Time for Holiday AG genannt, Daniela Ptak wurde als “Mitarbeiterin” zitiert.

    Time for Holiday und S & S Service & Solution sind also offenbar miteinander “verwandt”. Und haben wohl doch etwas mit Gewinnspielen zu tun. Wir spulen kurz zurück: Im Forum von Antispam heißt es, hinter SunnyTipp, Sunwin oder Tipptresor stecke die Euro Lotto Tipp AG aus der Schweiz. Schaut man sich die Gesellschafter- bzw. die ehemalige Gesellschafterstruktur an, erkennt man schnell, dass Markus Waldvogel sowohl bei Euro Lotto Tipp als auch bei Time for Holiday im Verwaltungsrat sitzt oder saß. In der Vergangenheit fiel das Unternehmen immer wieder durch Verkaufsshows auf, auf denen laut Teilnehmern eher minderwertige Waren zu überhöhten Preisen angeboten wurden.

    Zusammengefasst: Am Unternehmen Novamedia Marketing aus Paderborn ist ein Unternehmen beteiligt, das offenbar in ein weit reichendes Unternehmensgeflecht gehört, das immer wieder im Zusammenhang mit dubiosem Telefonmarketing und unerlaubten Abbuchungen auftaucht. Was Novamedia Marketing genau macht, wollte mir der Geschäftsführer nicht sagen, er bestreitet jedoch wie gesagt, etwas mit den Anrufen zu tun zu haben.

    Bislang scheint es recht wenige Geschädigte von SunnyTipp, Spielfox oder Tipptresor zu geben. Möglich aber, dass die Firma bzw. das Projekt bereits unter anderem Namen versucht, Kasse zu machen.
    Bitte auch das Update beachten: Gewinnkomet, Tipptresor etc..

    Energy-Mitarbeiter stehen hinter Thomas Wetzel

    Energy Sachsen hat, wie viele andere auch, eine Webcam, die den Moderator bei der Arbeit zeigt. Das Besondere ist aber eine Tafel, auf der entweder lustige Sprüche stehen, den Hörern und Websitebesuchern ein schönes Wochenende gewünscht wird und so weiter. Aktuell steht auf der Tafel das hier:

    nrj_studio_webcam

    Nur eine von vielen Gesten, wie man seinem ehemaligen Chef zeigen kann, dass man hinter ihm steht.

    Mit Dank an “Info Rmant”, der/die mir das Bild per Mail schickte. Als Betreff der Mail wählte er/sie “miese, niedergeschlagene Stimmung in der MG” (Mediengruppe)

    Energy Sachsen ohne Programmchef Thomas Wetzel (Update II)

    “Thomas Wetzel ist ein erfahrener Radiomacher, der sich in der Branche bestens auskennt und weiß, was junge Hörer wollen. Es war nicht einfach, einen so zielstrebigen, durchsetzungsfähigen und disziplinierten Profi mit frischen Ideen und ehrgeizigen Zielen zu bekommen. Er war mein absoluter Wunschkandidat und ich freue mich, künftig gemeinsam mit Thomas Wetzel arbeiten und das Beste für den Ausbau unserer Marktposition tun zu können.”

    (Volker Schwarzenberg, damaliger Geschäftsführer von Energy Sachsen im Januar 2008.)

    „Carola Jung besitzt langjährige Radioerfahrung. In der Zusammenarbeit mit ihr sehen wir langfristiges Entwicklungspotenzial, das für den zukünftigen Erfolg der Radiobranche so wichtig ist. Thomas Wetzel, der die Programmverantwortung in einer schwierigen Übergangsphase übernommen hatte, möchten die Gesellschafter an dieser Stelle ganz herzlich für die geleistete Arbeit danken.“

    (Christopher Franzen, Geschäftsführer von Energy Sachsen am 22. April 2009.)

    Bei Energy Sachsen herrscht weiter Unruhe. Nachdem Anfang des Jahres Geschäftsführer Volker Schwarzenberg gehen musste und Christopher Franzen, rechte Hand von Mehrheitsgesellschafter (56 Prozent) Frank Otto, diese Geschäfte übernahm, wurde nun Programmchef Thomas Wetzel entsorgt. Nach etwas mehr als einem Jahr im Amt. Und das von jetzt auf gleich. In der heute versandten Pressemitteilung heißt es lapidar, Wetzel verlasse das Unternehmen, um sich neuen Aufgaben zuzuwenden. So wird das immer ausgedrückt, wenn jemand gegangen wird. Für diesen Schluss spricht unter anderem auch, dass Wetzel nicht einmal ein Zitat in der Pressemitteilung bekam. Da muss es ordentlich gekracht haben. Update: Nach Informationen von Christopher Franzen ging Wetzel auf eigenen Wunsch (siehe Updates am Ende des Textes; Überschrift entsprechend geändert)

    Der erfolgreiche Programmchef und Chefredakteur Wetzel hatte große Pläne mit Energy Sachsen. Der 37-jährige kam von Radio Top40 in Thüringen, baute den Sender zu einer Marke aus. Gleiches wollte er mit Energy Sachsen erreichen. Mehr “Griffigkeit” sollte der Jugendsender bekommen. “Was fehlt, ist der gehobene Zeigefinger, der uns unverwechselbarer macht. Aus Bekanntheit muss wieder Kult werden”, sagte er mir nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr. Mit Schwarzenberg war er auf einer Wellenlänge, wie auch obiges Zitat des damaligen Geschäftsführers beweist. Jetzt, wo Christopher Franzen die Geschicke des Senders (mutmaßlich von Hamburg aus) leitet, scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Vielleicht gaben die internen Trackings aber auch schon eine katastrophale Richtung der MA-Zahlen vor. Die MA Radio 2009/I bescheinigte Energy Sachsen einen Zugewinn von 2000 Hörern gesamt, in der Zielgruppe der 20- bis 29-jährigen verlor der Sender aber diese 2000 Hörer.

    Was der wirkliche Grund für Wetzels Rausschmiss ist, wird wohl offiziell nicht geklärt werden können. Thomas Wetzel war heute Abend nicht zu erreichen und Christopher Franzen von der Frank Otto Mediengruppe rief mich schon für diesen Artikel nie zurück, trotz mehrmaligen Anrufs bei der Sekretärin, die wohl nur als Wachhund, der Anrufer verbellen soll, eingestellt wurde. Mehr als diese Pressemitteilung wird wohl nicht kommen.

    Bedauerlich ist der Rauswurf Wetzels, weil ihm bereits vor seinem Antritt bei Energy Sachsen von ehemaligen Mitarbeitern gute Führungsqualitäten und Charaktereigenschaften nachgesagt wurden. Sein Weggang bei Top40 veranlasste so manchen Insider, dem Sender das Ende seiner erfolgreichen Tage vorauszusagen. Bei Energy Sachsen war Wetzel beliebt. Morgenmoderatorin Friederike “Freddy” Lippold sagte kürzlich zu mir, unter Wetzels Führung blühe sie neu auf, sie könne endlich wieder sie selbst sein. Wetzel glaubte an die Stärke und den Erfolg von Freddy, wollte die Marke weiter ausbauen. Ich hoffe nicht, dass Sie nun Bewerbungen schreiben muss.

    Update:
    So schnell geht das: Kaum geschrieben, melden sich Insider und Kenner der Szene bei mir, die sagen, Thomas Wetzel hätte zu viel gekostet. Und noch krasser: Angeblich soll Carola Jung den in Leipzig beheimateten Sender Energy Sachsen von Berlin aus lenken. Na herzlichen Glückwunsch zu dieser hervorragenden Entscheidung. Scheint, als müsste ich doch nochmal bei Otto/Franzen nachhaken.

    Update 23. April 11.35 Uhr:
    Wie mir Christopher Franzen auf Anfrage eben mitteilte, war es Thomas Wetzels Wunsch, bei Energy Sachsen auszuscheiden. “Er hat darum gebeten, weil er andere Pläne hat. Er hat einen ordentlichen Job geleistet, die Situation hat sich deutlich verbessert, die MA ist ordentlich verlaufen”, so Franzen. Carola Jung, die in Berlin lebe, werde nun täglich zwischen Leipzig und der Hauptstadt pendeln. “Von Berlin aus kann man diesen Job nicht erledigen, das weiß jeder, der sich im Radiogeschäft auskennt.”

    Update 23. April 19.50 Uhr:
    Energy-Mitarbeiter bedanken sich bei ihrem Programmchef.

    Lachen mit der Telekom

    Folgende Geschichte muss ich einfach in einem längeren Text loswerden als nur in einem Tweet. Es geht um die Telekom, bei der ich seit den 90ern Kunde bin. Ohne Unterbrechung. Ein treudoofer treuer Kunde. Seit Mitte 2006 lasse ich alle Rechnungen per Lastschrift einziehen. Bislang klappte das ach reibungslos. Rechnung kam, etwa 10 Tage später wird abgebucht. Haut alles hin.

    Bis auf den jetzigen Monat. Am 15. April zieht die Telekom einen Betrag ein, der geringer ist als der eigentliche Rechnungsbetrag. Das habe ich aufgrund meines Urlaubs nicht sofort mitbekommen. Heute bucht die Telekom nochmals einen Betrag ab, der rund 15 Euro höher ist als der eigentliche aktuelle Rechnungsbetrag. Sprich, es wurde zweimal im April abgebucht. Ich vermute natürlich einen Fehler bei der Telekom und rufe an. Gelandet bin ich in einem Callcenter in Halle/Saale, habe einen extrem freundlichen und sehr kompetenten Mann dran, der sich ebenso wie ich wundert und während des Gesprächs eine zweite Kollegin hinzuzieht. Kurzfassung: Ein anderer Kunde habe wohl einen Zahlendreher bei der Überweisung der Rechnung im März gehabt, so dass das Geld auf meinem Buchungskonto verbucht wurde. Darum wurde im März nicht bei mir abgebucht, dafür dann im April der Restbetrag abgezogen, am Ende wieder was verrechnet. Was genau und wie das zustande kam, konnte der Hallenser Telekom-Mitarbeiter auch nicht sagen und meinte, der Vorfall würde zur Kontenprüfung geleitet. Ich soll zurückgerufen werden.

    Der Rückruf kam recht schnell. Dran war diesmal eine Mitarbeiterin, die mir den Vorfall erklärte, wild mit Zahlen um sich warf, etwas von Guthaben und Verrechnung faselte und damit die Sache geklärt sah. Das nütze mir nichts, sagte ich ihr, denn aus Steuergründen müssen Rechnungsbetrag und Abbuchung einfach mal zusammenpassen. Darum verlangte ich von ihr, dass sie mir das schriftlich erklärt, um die Verrechnungen und merkwürdigen Abbuchungen meiner Steuerberaterin erklären zu können. Das sei kein Problem, hieß es. Das müsse ich aber schriftlich beantragen, es ginge hier ja auch um Kosten, die für die Kontenklärung entstehen.

    Bitte was? Ja, das sei kostenpflichtig. Keine Ahnung, wie viel, das war mir aber auch egal. Die Deutsche Telekom bucht also wild hin und her, ordnet Überweisungen anderer Kunden falsch zu und wenn der Kunde diese Praxis, der ich nicht zugestimmt habe dann bemängelt, wird die Hand aufgehalten? Das kann unmöglich sein. Habe der Dame nun erklärt, dass ich auf keinen Fall irgendwas zahle und auch die Kontenklärung nicht nochmals schriftlich beantrage. Ein Anruf und ein Rückruf von denen sollten zur Legitimation eigentlich genügen. Bin gespannt, wie es weitergeht. Im Zweifelsfall muss ich halt die Einzugsermächtigung widerrufen. Ich dachte eigentlich, die Telekomiker haben in den vergangenen Jahren dazugelernt. Wäre schade, wenn ich eines besseren belehrt würde.

    Osterfeuer Taucha: Buntes Treiben auf der Festwiese

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    Taucha. Das Osterfeuer zog am Gründonnerstag wieder jede Menge Besucher auf die Festwiese. Tauchaer Vereine und Stadtverwaltung hatten eingeladen, in geselliger Atmosphäre den Winter endgültig zu verabschieden. Ab dem späten Nachmittag gab es für Kinder die Möglichkeit, kleine Ostergeschenke zu basteln oder sich am Knüppelkuchen zu laben. Pünktlich um 19 Uhr entzündete Bürgermeister Holger Schirmbeck das Osterfeuer. „Wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut, die besten Brandstifter der Stadt zu engagieren“, sagte er – um daraufhin selbst, wie andere Helfer auch, seine brennende Fackel an den Holzstapel zu halten. Selbiger schien ein wenig kleiner als in den Vorjahren zu sein. Trotzdem reichte er, um den Besuchern bis kurz vor 21 Uhr wohlige Wärme zu spenden.

    Am Feuer standen auch die Plösitzer Jana und Falk Lorenz nebst Sohn Tobias. „Wir kommen jedes Jahr her, weil wir Tauchaer sind. Das ist eine schöne Tradition“, meinte Jana Lorenz. Und ihr Mann ergänzte: „Außerdem wollen wir sehen, ob sich die Organisation verbessert hat, denn wir finden, es geht immer besser.“ Womit er auf den Getränkeausschank anspielte. Dort verbreitete sich einiger Unmut unter den Durstigen, die teilweise bis zu 25 Minuten auf ein Bier warten mussten.

    Erschien in der Leipziger Volkszeitung am 11. April 2009.

    MA 2009 Radio I in Sachsen: Gewinne!

    Vorhin prophezeite ich per Twitter noch einen Katastrophentag für Radiomacher. Zumindest für den sächsischen Raum irrte ich mich – alle Sender gewannen im Vergleich zur MA 2008 Radio II dazu. Und im Ranking veränderte sich auch etwas.

    Die Zahlen der Privaten im Einzelnen:

    Bruttokontakte / Hörer pro Durchschnittsstunde

    1) Radio PSR: 191.000
    2) Sachsen Funkpaket (Sächsische Lokalradios): 131.000
    3) Hitradio RTL Sachsen: 115.000
    4) R.SA: 114.000
    5) Energy Sachsen: 47.000

    MDR 1 Radio Sachsen kommt auf 325.000 und ist damit Gesamtsieger in Sachsen.

    Quelle: RMS / Angebote für Sachsen, Vorfilter/Gebiet Sachsen

    Unter den Privaten bleibt PSR damit Nummer eins, gewann 1000 Hörer pro Durchschnittsstunde hinzu. Auf Platz 3 – und das ist erstaunlich – liegt nun Hitradio RTL Sachsen. Zur letzten MA lag RTL noch 19.000 Hörer hinter R.SA und war damit Dritter. Nun machte RTL einen gewaltigen Satz nach oben und ist mit 23.000 neu dazu gewonnen Hörern der klare Gewinner dieser Mediaanalyse – ein Plus von 25 Prozent.

    Der Zugewinn bei Hitradio RTL Sachsen stärkt auch die Sachsen-Hit-Kombi, die Vermarkungsgemeinschaft der Stadtradios und RTL. Diese gewinnt 28.000 Hörer hinzu – der höchste Zuwachs bei den Kombis. Die radiokombi sachsen (umfasst PSR, R.SA und Energy) gewann 2000 Hörer hinzu und kommt nun auf insgesamt 333.000 Hörer.

    Erfreulich der Zuwachs für Energy Sachsen. 2000 Hörer gewann die Jugendwelle. Allerdings: In der Zielgruppe der 20- bis 29-Jährigen verlor Energy 2000 Hörer.

    Update: Als einziger Sender in Sachsen verliert übrigens der Dreiländersender JUMP Hörer: 13.000 an der Zahl. Schade für den Sender, der im Jahr 2000 so gut begann und mittlerweile so bedeutungslos geworden ist.

    Bei Fehlern in meiner Interpretation bitte umgehend Mail oder Kommentar – man verguckt sich so leicht bei den Daten. :-)

    Final Edition – Vom Sterben einer Zeitung

    Bei Thomas Knüwer gibt es ein bedrückendes Video zu sehen. Es zeigt die letzten Stunden der “Rocky Mountain News”, die nach 149 Jahren eingestellt wurde. Einen Käufer zu finden – innerhalb eines Monats – war nicht möglich.

    Und Thomas spricht eine bittere Wahrheit gelassen aus:

    Wenn Verlagsmanager und Tageszeitungsjournalisten nicht endlich erkennen, dass sie ihr Produkt den neuen Gegebenheiten im Nachrichtenfluss ihrer Kunden anpassen, dass (das muss “dann” heißen, Thomas) werden wir im Frühjahr 2010 ein ähnliches Video in deutscher Sprache bekommen.

    Das Problem wird nur sein: Die wirkliche Lösung gegen das fehlende Interesse am Medium Zeitung zu finden. Gute Geschichten, tolle Fotos und so weiter werden nur von dem gelesen, der bereit ist, sich eine Zeitung zu kaufen. Und das sind leider immer weniger.

    “Lebensabend? Was soll das sein?”

    Am 23. Januar 2009 erschien nachfolgender Artikel von mir in der Leipziger Volkszeitung. Auf die Geschichte hin meldete sich der MDR bei mir, um Protagonistin Irma Berger in die Talkshow “Unter uns” einzuladen. Heute, am 27. Februar 2009, ist die 77-Jährige, die nicht aufhören will, zu arbeiten, zu Gast in eben jener Sendung. 22 Uhr im MDR-Fernsehen.


    Taucha/Leipzig. Am 8. Januar feierte Irma Berger ihren 77. Geburtstag. An diesem Donnerstag ruhte sich die Tauchaerin aber nicht zu Hause aus, sondern ging auf Arbeit. „Das war doch nicht so wichtig, soll ich nur wegen meines Geburtstages die wichtige Schulung sausen lassen?“, fragt sie. „Meine Gäste kamen eh erst abends, darum konnte ich vormittags genau wie alle anderen zur Arbeit gehen“, sagt die rüstige Frau. Seit über drei Jahren arbeitet sie begleitend zur Rente im Callcenter der TAS Telemarketing AG in Leipzig. Und denkt noch lange nicht ans Aufhören.
    (more…)

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  • Alte “Computer-Schwarten” auf Leipziger Buchmesse

    Wenn es um Computerspiele geht, führt in Leipzig kein Weg an René Meyer vorbei. Auf der Games Convention stellte der 38-Jährige schon zweimal Teile seiner Spielkonsolen-Sammlung aus. Jetzt ist er bei der Buchmesse dabei – und zeigt Schätze seiner Sammlung von Computermagazinen. Was viele nicht nachvollziehen können, der Journalist und Autor sammelt leidenschaftlich gern „alte Schinken“. In 20 Jahren hat er etliche Raritäten zusammengetragen, so besitzt er das weltweit bedeutendste Magazin der Computergeschichte, die Januar-Ausgabe der „Popular Electronics“. Der Hobbysammler: „Die Studenten Paul Allen und Bill Gates lasen darin vom ersten Home-Computer der Welt, dem Altair 8800. Dieser Moment gilt als ausschlaggebend für die Gründung von Microsoft. Es ist also wirklich Weltgeschichte, die sich in den unscheinbaren Blättern verbirgt.“ Außerdem ist Meyer stolzer Besitzer der Erstausgabe von „Happy Computer“. Das Heft sei darum so wertvoll, weil es zuerst unter dem Namen „Hobby Computer“ erschien. Aus rechtlichen Gründen wurde es ab der zweiten Ausgabe umbenannt. Während der Buchmesse (12. bis 15. März) sind diese und viel mehr Schätze, die René Meyer sonst fein säuberlich geordnet und abgeheftet hat, in der Glashalle zu sehen. Hinter Glas, wie wertvolle Kunstwerke.

    Erschien am 26. Februar 2009 in der Leipziger Volkszeitung.


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