GROSSE WORTE

von Daniel Große, freier Journalist Leipzig

Vergangene Woche startete Radio PSR einen überarbeiteten Internetauftritt mit hohen eigenen Ansprüchen. Die Pressemitteilung (PDF) spricht von „multimedialen Service-Angeboten“, die „klar auf die eigenen Kernkompetenzen“ des Senders setzen würden.

Als Beispiel dafür werden auch Künstlerinformationen genannt. Aber mit eben diesem Künstler-ABC unterstreicht PSR nur bedingt die eigene Kompetenz. Große Teile des Inhaltes stammen vom Muttersender R.SH in Schleswig-Holstein und aus der Wikipedia. Eine korrekte Quellenangabe jedoch fehlt. Beispiel: Der Artikel zur Rockband Queen, der sich komplett aus Bausteinen des dazugehörigen Wikipedia-Eintrages zusammensetzt. Nach meinen Nachfragen an den Pressesprecher wurde bei diesem Artikel eiligst “Quelle: wikipedia” am Ende des Textes eingefügt, was aber nicht ausreicht.

Ebenso wurde in weiteren Fällen aus der freien Enzyklopädie kopiert, wie Stichproben ergaben. Etwa bei der Beschreibung der deutschen Band 2raumwohnung, dem weißen Rapper Vanilla Ice, dem Duo Everything but the Girl und der US-Sängerin Suzanne Vega. Dies verwundert, sollte ein Radiosender doch eigentlich durch Kontakte zu Plattenfirmen über genug eigene Informationen verfügen.

Auf die Plagiate angesprochen bestätigt PSR-Sprecher Nico Nickel diese und sagt: „Ja, da ist uns definitiv ein Fehler unterlaufen, den wir bislang noch nicht einmal bemerkt hatten. Allerdings betrifft es nur eine Minderzahl der Einträge.“

Generell verboten ist die Übernahme aus der Wikipedia nicht. Mathias Schindler, Mitglied im Vorstand des Vereins Wikimedia Deutschland, der als Förderverein für die Wikipedia fungiert, erklärt: „Wer Inhalte aus der Enzyklopädie nutzen will, kann dies gern tun, solange er sich an die Lizenzbestimmungen hält. Hier gibt es für gerade für den Onlinebereich praktikable Wege.“

Die Inhalte der Wikipedia stehen unter der so genannten GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Diese gestattet zwar auch die Vervielfältigung und Veränderung der Texte für kommerzielle Zwecke. Im Gegenzug müssen veränderte Werke aber unter die selbe Lizenz gestellt und auf diese hingewiesen werden. Bei PSR ist nichts davon geschehen.

Auf welcher Seite der Senderkette die Fehler passierten, konnte Nico Nickel nicht sagen. Fest steht aber, dass auf der Website von R.SH das Künstler-ABC schon seit längerem eingebunden wird. An beiden Standorten, in Kiel und Leipzig, seien jeweils eine Handvoll Musik- und Onlineredakteure mit der Pflege betraut.

Dass Wikipedia-Inhalte unter Verletzung der Lizenzbestimmungen in andere Website eingebunden werden, erlebt Mathias Schindler oft. “Das passiert aber meist nicht absichtlich, sondern häufig aus Unkenntnis. Manchmal wird auch das Plagiieren als Kavaliersdelikt angesehen. Solange schnell Besserung erfolgt, dürfte das die meisten Autoren zufriedenstellen.”

Im Falle von Radio PSR ist die Einsicht gegeben. Man arbeite, so Nickel, bereits an der Beseitigung der Verstöße. Eine Aufgabe, bei der dann wirklich die „eigenen Kernkompetenzen“ gefragt sind. Teilweise ist dies bereits geschehen, offenbar hat man sich aber nur auf Satzumstellungen und – etwa bei Vanilla Ice vor allem auf die Zeitformen beschränkt.

Erscheint in ähnlicher Form am 26. April 2008 in der Leipziger Volkszeitung.

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  • Taucha. Oldtimer werden nicht gekauft, sie werden vor allem „gefunden“. In Scheunen, verfallenen Garagen oder sogar im Wald. Diese Antworten hörte, wer gestern beim Oldtimer- und Teilemarkt bei Möbel Höffner in Taucha mit den Besitzern alter Karossen ins Gespräch kam.

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    Wir haben heute eine Auktion zugunsten des Ronald McDonald Hauses in Leipzig gestartet. Hintergrund ist unser Tausch-Versuch, den wir während der AMI durchgeführt haben. An deren Anfang stand ein Chrysler-Briefkasten, am Ende ein Gutschein für eine Auspuffanlage. Eben jene versteigern wir nun – und hoffen auf möglichst große Resonanz.

    Auf dem Nachhauseweg von der AMI am Sonntag lief im Radio “So soll es bleiben” von Ich + Ich. Ein Song, der für mich unheimlichen Optimismus ausstrahlt. Und tatsächlich fühlte ich mich so. Die Messe war für die Macher ein voller Erfolg. Und auch Thomas und ich hatten abermals viel Spaß, das AMI-Blog mit Texten, Fotos, Infos und Emotionen zu füllen.

    So soll es sein / so kann es bleiben. / So hab ich es mir gewünscht. / Alles passt perfekt zusammen, / weil endlich alles stimmt / und mein Herz gefangen nimmt.

    Es passte wirklich alles zusammen. Wie immer bei der Leipziger Messe, die uns nun seit 2006 im Bereich der Event-Blogs ein perfekter Partner ist. Dafür ein dickes Danke von uns. Denn was zählt ist – gerade im Bereich der Blogs – nicht immer das, was unmittelbar am Ende hängen bleibt. Wer durch den Einsatz von Corporate Blogs vorrangig Geld verdienen will, hat’s bereits nicht komplett verstanden. Web2.0 zahlt sich nicht sofort aus, wirkt dafür aber umso nachhaltiger. Für die Leipziger Messe ist der größte Vorteil sicher der umfangreiche Content. Texte und Fotos, die unwiderruflich mit der Messe verbunden sind und die die Kompetenz (hier im Bereich der Automobile) deutlich machen.

    Insofern sind wir wirklich zufrieden. Allerdings wünschen wir uns noch mehr. Denn wie singen Ich + Ich weiter: Bis jetzt fühl ich nur die Hälfte, / von allem was geht. / Ich muss noch weitersuchen, / weil immernoch was fehlt.

    Also, Messeveranstalter Deutschlands: Traut Euch ran und nutzt, was quasi vor Euch liegt.

    Für saxxess.com schrieb ich einen Artikel über Online-Bezahlsysteme. In dieser Woche wurde er veröffentlicht.

    Der Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet erlebte im Jahr 2007 einen erneuten Boom. Laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) haben deutsche Verbraucher 17,2 Milliarden Euro im Netz ausgegeben – zwölf Prozent mehr als im ohnehin starken Jahr 2006. Damit bleibe dieser Vertriebsweg weiterhin derjenige mit der größten Dynamik. Diese Zahl könnte noch weiter ansteigen, meinen Experten. Denn auf dem Gebiet der Zahlungsverfahren seien noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Ideen haben die Anbieter genug, vor allem im Bereich des mobilen Bezahlens. Allein an der Umsetzung und Verbreitung scheiterte es bislang.

    Weiter bei saxxess.com

    Danke, SevenOne!

    DWDL: SevenOne verkauft Uri Geller in die Türkei. Danke!

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  • Tagesguck

    Drüben im AMI-Blog geben Thomas und ich heute einen Ausblick auf den Sonntag. Als Video. Nein, ins Fernsehen wollen wir jetzt nicht gleich.

    Dieser Post wurde ihnen gesponsert von Twitter, das mal wieder seinen Dienst versagt. Aber ich glaube, die Wartungsarbeiten waren angekündigt.

    Aus Spaß habe ich zu unserer Tochter schon ein paar mal gesagt, sie solle doch ihre Schulproblemchen und ihre allgemeinen Gedanken doch in ein Blog tippen. Wohlweißlich, dass das mit allerhand Problemen verbunden sein könnte, vor allem was die Privatsphäre eines Kindes angeht. Darum war’s auch mehr ein Spaß.

    Nun habe ich heute in den Referrern des AMI-Blogs ein Blog entdeckt, von dem ich nicht so recht weiß, was ich halten soll. Da schreibt auf crazzy.de ein Achtjähriger aus Karlsruhe. Angeblich. Der Drittklässler legt dabei eine schier perfekte Rechtschreibung, Grammatik und Wortwahl an den Tag, dass es schwer zu glauben ist, dass hier ein Achtjähriger tippt. Auffällig ist: Stephen, so sein Name, interessiert sich sehr für Autos. Was ja nichts schlimmes ist für einen Achtjährigen. Dabei wird er aber nicht müde, zu betonen, dass er mit Acht doch eigentlich perfekt geeignet ist, ein Auto zu lenken.

    Seinen Vater nennt er nur Hans-Gerd oder HG und seine Mutter Tanja. Außerdem entwickelt er bereits in seinem zartem Alter kieferorthopädische Fähigkeiten. Zum Frühstück mag er fünf Eier mit Bacon und Malzbier, Erwachsenen würde er am liebsten Tritte verpassen und er vermisst Starsky & Hutch. Die Originalserie. Klar doch.

    Insgesamt alles sehr merkwürdig für einen Achtjährigen. Wer wirklich dahintersteckt? Keine Ahnung. Scheint auf den ersten Blick keine missglückte PR-Aktion zu sein. Werde dem Kurzen mal ne Mail schreiben.

    Was haltet ihr davon?

    Für 1,99 EUR pro Video. Wie man laut ProSieben allerdings “unter www.itunes.de” die Sendungen kaufen soll, ist mir ein Rätsel. Musik, Filme und Fernsehsendungen kauft man immernoch direkt im iTunes-Programm.

    Ab sofort stehen ausgewählte TV-Sendungen von ProSieben und Sat.1 erstmals im deutschen iTunes Store von Apple zum Download zur Verfügung. Im ersten Schritt können unter www.itunes.de erfolgreiche Eigenproduktionen der Sender für 1,99 Euro gekauft und heruntergeladen werden, um sie auf dem PC, Mac, diversen iPods oder iPhone wiederzugeben. Außerdem ist es möglich, diese über Apple TV auf dem Fernseher zu sehen. Highlights sind die aktuellen Folgen der Sat.1-Krimi-Serie “GSG 9” sowie die Comedies “switch”, Tramitz and friends”, “Mensch Markus”, “Sechserpack”, und “Comedystreet”. Darüber hinaus sind im iTunes Store die Sat.1-Late Night “Die Niels Ruf Show”, “Genial daneben” sowie die Science-Show “CLEVER – Die Show, die Wissen schafft” abrufbar. Das Angebot wird um weitere Formate ausgebaut.

    via

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  • Thomas Gigold als Veranstalter des BarCamps Leipzig gab heute die Standortentscheidung zur Veranstaltung bekannt. Demnach wechselt das Event von der Pleiße an den Rhein. Noch in der Planungsphase sei klar gewesen, dass das europäische Camp in Leipzig an seine Grenzen stoßen werde.

    “Mit dem Standortwechsel sichern wir die Zukunft des internationalen BarCamp-Konzept als europäische Leitveranstaltung”, kommentierte VdBCL-Chef Thomas Gigold die Entscheidung zur Zukunft der deutschen Veranstaltung. “Die Entscheidung für Köln ist eine Entscheidung für Deutschland und nicht gegen Leipzig. Nur wenn wir eine internationale Wachstumsperspektive eröffnen, werden wir das europäischen Ansehen für Deutschland halten können.”

    Mehr in seinem Blog.

    Das Ganze war natürlich ein Aprilscherz. Thomas steht nach wie vor zu Leipzig.


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    Dies ist das Weblog von Daniel Große. Ich bin freier Journalist in Leipzig und veröffentliche hier ausgewählte Referenzen sowie private und berufliche Ansichten und Ereignisse. Außerdem übe ich Kritik an Online-, Print-, TV- und Rundfunkmedien oder mache mich schamlos über missglückte Pressemitteilungen und eigenartige Unternehmens-PR lustig. Das klingt nach dem, was es ist: ein unterhaltsames Blog mit breitem Themenspektrum ohne irgendeine Spezialisierung.

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